<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kastell_Segontium</id>
	<title>Kastell Segontium - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kastell_Segontium"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kastell_Segontium&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-11T13:50:19Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kastell_Segontium&amp;diff=2401917&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fan-vom-Wiki: Leerzeichen eingefügt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kastell_Segontium&amp;diff=2401917&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-29T21:36:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Küstenkastell&lt;br /&gt;
| Name                                     = Kastell Caernarfon&lt;br /&gt;
| Antiker Name                             = * &amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; * &amp;#039;&amp;#039;Segontio&amp;#039;&amp;#039;, &amp;lt;br /&amp;gt; * &amp;#039;&amp;#039;Seguntio&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Limes                                    = [[Limes Britannicus|Britannien]]&lt;br /&gt;
| Abschnitt                                = Westküste/Strecke 4&lt;br /&gt;
| Belegung von bis                         = flavisch&amp;lt;br /&amp;gt;1. bis spätes 4. Jahrhundert n. Chr.&lt;br /&gt;
| Kastelltyp                               = Reiter- und Kohortenkastell&lt;br /&gt;
| Truppenteil                              = * &amp;#039;&amp;#039;[[Cohors I Sunicorum]]&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;br /&amp;gt;* [[Comes Illyrici#Gardeeinheiten (Infanterie)|&amp;#039;&amp;#039;Segontienses&amp;#039;&amp;#039;]] ?&lt;br /&gt;
| Abmessungen oder Fläche                  = Fläche: 2 ha&lt;br /&gt;
| Verwendetes Material                     = &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Holz-Erde,&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;b)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Steinbauweise&lt;br /&gt;
| Kurzbeschreibung                         = Quadratische Anlage mit abgerundeten Ecken,&amp;lt;br /&amp;gt;Fundamente oberirdisch noch in großen Teilen sichtbar.&lt;br /&gt;
| Heutiger Ortsname                        = [[Caernarfon]]&lt;br /&gt;
|Nebenbox = --&lt;br /&gt;
| Breitengrad                              = 53/8/14&lt;br /&gt;
| Längengrad                               = 4/15/57/W&lt;br /&gt;
| Region-ISO                               = GB-GWN&lt;br /&gt;
| Höhe                                     =&lt;br /&gt;
| Im Limesverlauf vorher liegendes Kastell = [[Kastell Pen Llystyn]] &amp;lt;small&amp;gt;(nordöstlich)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Im Limesverlauf nachfolgendes Kastell    = [[Kastell Canovium]] &amp;lt;small&amp;gt;(südöstlich)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Claudius 1007 20060709.jpg|mini|Silber-Denar des Claudius]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;float-right&amp;quot; perrow=&amp;quot;2&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Befundplan segontium.jpg|Befunde des Steinkastells nach Collingwood 1930&lt;br /&gt;
Segontium 1 Caernarfon Exacavations 1846.jpeg|Befundskizzen der Ausgrabung von 1846&lt;br /&gt;
Segontium Roman Fort - geograph.org.uk - 1287434.jpg|Konservierte Fundamente der [[Principia (Stabsgebäude)|Principia]]&lt;br /&gt;
Segontium - geograph.org.uk - 1212206.jpg|Kellerraum zur Aufbewahrung der Truppenkasse unter dem Fahnenheiligtum&lt;br /&gt;
Segontium.JPG|Reste der Mannschaftskasernen&lt;br /&gt;
Segontium - Abflußröhre.jpg|Abwasserkanal&lt;br /&gt;
Segontium - geograph.org.uk - 1212236.jpg|Reste der Mannschaftskasernen&lt;br /&gt;
Segontium - Therme 3.jpg|Fundamente des Lagerbades&lt;br /&gt;
Segontium067.jpg|Pfostenfundamente&lt;br /&gt;
Aquaedukt inschrift segontium.jpg|Bauinschrift des Aquäduktes&lt;br /&gt;
Minervaaltar segontium.jpg|Weihealtar des Aurelius Sabinus&lt;br /&gt;
Gewandfibel Segontium 1820.jpg|Skizze der in der Nähe des Kastells aufgefundenen Zwiebelknopffibel aus dem späten 4. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Im Museum wird nur eine Replik ausgestellt, das Original befindet sich im Besitz des Gwynedd County Council&lt;br /&gt;
NMW - Mars.jpg|Steinrelief aus Segontium, möglicherweise eine Darstellung des römischen Kriegsgottes Mars&lt;br /&gt;
The Segontium Museum Building - geograph.org.uk - 267278.jpg|Museumsgebäude&lt;br /&gt;
Seguntienses Bodleian Manuskript.png|Schildzeichen der &amp;#039;&amp;#039;Seguntienses&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Notitia Dignitatum Occ.&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein [[römisches Militärlager]] beim heutigen [[Caernarfon]] in [[Gwynedd]], [[Nordwales]]. Es war Bestandteil der [[Festung]]skette zur Sicherung der Westküste [[Britannien]]s und ist heute eine der bekanntesten antiken Ausgrabungsstätten in Großbritannien. Die Festung sicherte eine Kreuzung der Menai Street, an der sich die wichtigsten an der nördlichen und westlichen Küste verlaufenden römischen Straßen trafen und die walisische Westküste. Sie überwachte auch den Übergang zur fruchtbaren und an Bodenschätzen reichen Insel Anglesey. Das Kastell war einer der am längsten besetzten römischen [[Garnison]]sstandorte in Britannien. Zusammen mit dem [[Auxiliartruppen|Auxiliarlager]] wird in diesem Artikel auch das spätantike Kleinkastell von Hen Waliau behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Der Name &amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039; leitet sich möglicherweise vom Fluss Seiont, von „&amp;#039;&amp;#039;sego&amp;#039;&amp;#039;“- , d.&amp;amp;nbsp;h. der Wilde, Ungestüme, oder von den &amp;#039;&amp;#039;Segontiaci&amp;#039;&amp;#039; (der Ort oder die Heimat der Segontii) ab, einem indigenen Stamm, der 54 v. Chr. von [[Gaius Iulius Caesar]] – allerdings im Südosten von Britannien ansässig – erwähnt wird. Der Platz scheint im [[Itinerarium Antonini]] des 2. Jahrhunderts als &amp;#039;&amp;#039;Segontio&amp;#039;&amp;#039; auf. Laut diesem war es 24 römische Meilen von der nächsten größeren Siedlung &amp;#039;&amp;#039;Canovium&amp;#039;&amp;#039; entfernt, dem Ausgangspunkt des Abschnitts &amp;#039;&amp;#039;Iter XI&amp;#039;&amp;#039;, der Route zum Legionslager &amp;#039;&amp;#039;Deva&amp;#039;&amp;#039; ([[Chester]]). Der Ort taucht in weiterer Folge als &amp;#039;&amp;#039;Seguntio&amp;#039;&amp;#039; beim [[Geograph von Ravenna]] aus dem 7. Jahrhundert auf. An das einstige römische Lager erinnert auch der Name der heutigen Stadt. „&amp;#039;&amp;#039;Caer&amp;#039;&amp;#039;“ ist im [[Walisische Sprache|Walisischen]] die Bezeichnung für einen befestigten Ort. Caernarfon setzt sich aus &amp;#039;&amp;#039;Caer yn ar-Fon&amp;#039;&amp;#039; zusammen, das in etwa mit „Die Festung gegenüber (der Insel) Mon“ oder auch „die Festung an der Flussmündung“ übersetzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Funktion ==&lt;br /&gt;
Der Standort des Kastells befindet sich im Osten des heutigen Caernarfon, auf einem etwas erhöhten Plateau am rechten Ufer des Seiont, von wo aus seine Besatzung einen guten Überblick auf das Umland, die Küste und die Flussmündung hatte. Das Kastellplateau ist heute komplett von Wohnvierteln umgeben und wird im Südosten durch eine Hauptverkehrsstraße, die [[Beddgelert]]-Road, durchschnitten. Es war einer der am weitesten im Westen gelegenen Militärstützpunkte des Römischen Reiches und durch eine feste Straße direkt mit dem Legionslager in Chester/&amp;#039;&amp;#039;Deva Victrix&amp;#039;&amp;#039; verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039; beherrschte den Zugang zu der für den [[Kupfer]]abbau wichtigen Insel [[Anglesey]], cymrisch &amp;#039;&amp;#039;Môn&amp;#039;&amp;#039;, weiters diente es als Verwaltungszentrum für den Nordwesten von Wales. Das Gebiet um Caernarfon und Anglesey war das Siedlungszentrum der &amp;#039;&amp;#039;Ordovices&amp;#039;&amp;#039; und zwei kleinerer [[Clan]]s, der &amp;#039;&amp;#039;Gangani&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Segontiaci&amp;#039;&amp;#039;. Es entspricht damit in etwa den heutigen [[County|Counties]] von Gwynedd und Anglesey. Möglicherweise wurden auch die benachbarten &amp;#039;&amp;#039;Deceangi&amp;#039;&amp;#039; (in [[Clwyd]]) von hier aus verwaltet oder aber die Legion in &amp;#039;&amp;#039;Deva&amp;#039;&amp;#039; ([[Chester]], Cheshire) war für sie zuständig. Segontiums Besatzung kontrollierte den Erztransport aus den Minen auf Anglesey sowie die [[Menaistraße]] und sollte die Küste vor Einfällen [[Irland|irischer]] Seeräuber und Plünderer schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Untersuchungen fanden von 1845 bis 1846 statt. Die ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen wurden von [[Mortimer Wheeler]], Direktor des National Museum of Wales, zwischen den Jahren 1921 und 1923 vorgenommen. Die meisten der heute sichtbaren und konservierten Fundamente wurden in diesen Jahren freigelegt. Während der Ausgrabungen zwischen 1975 und 1979 wurden hölzerne Mannschaftsbaracken aus der ersten Kastellperiode untersucht, die aus der Zeit des späten 1. Jahrhunderts bzw. des frühen 2. Jahrhunderts n.&amp;amp;nbsp;Chr. stammten. Bis 1977 waren ca. 1500&amp;amp;nbsp;m² des Kastellareals untersucht. Die Grabungen dauerten bis in jüngste Zeit an. Der südwestliche Teil des Kastellareals ist noch weitgehend unerforscht. [[Terra Sigillata]] aus antoninischer sowie die Bauinschrift des Aquäduktes aus severischer Zeit lassen eine kontinuierliche Nutzung des Kastells während dieser Periode annehmen. Reparaturspuren an Gebäuden, neue Straßenbeläge und andere Sanierungsmaßnahmen von 350 bis 360 n. Chr. belegen, dass das Lager offensichtlich bis zum Ende des 4. Jahrhunderts besetzt war. Die [[Schlussmünze]] stammt aus der Regierungszeit des [[Gratian]] (367–383). Während der Ausgrabungen kam auch eine große Anzahl von Tierknochen von Ochsen, Schafen, Schweinen, Rothirschen, Wildschweinen, Hasen und Wölfen zutage; letztere wurden vermutlich zum Vergnügen und um die Herden der Bauern zu schützen, gejagt.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Davies: 1971.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nordöstlich von Caernarfon wurde bei Ty Coch ein Meilenstein aus dem frühen 3. Jahrhundert geborgen, der aufgrund seiner Inschrift in die Jahre zwischen 212 und 217 n.&amp;amp;nbsp;Chr. datiert werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{CIL|7|1164}} = &amp;#039;&amp;#039;The Roman inscriptions of Britain&amp;#039;&amp;#039; (RIB) 1, 2264: &amp;#039;&amp;#039;Num(inibus) Aug(ustorum) / Imp(erator) Caesar M(arcus) / Aurel(ius) Antoninus / Pius Fe[l]ix Aug(ustus) Arab(icus) / […]IX&amp;#039;&amp;#039;: „An den göttlichen Geist der Augusti, Imperator Caesar [[Mark Aurel|Marcus Aurelius]] Antoninus Pius Felix Augustus Arabicus […] neun [Meilen von/nach Canovium ?].“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Obwohl die in der Antike sehr unwirtliche Region des heutigen Wales nur wenig erschlossen war, war es doch keineswegs von der übrigen Insel isoliert; alle hier lebenden Stämme sprachen einen keltischen Dialekt und fühlten sich den Briten zugehörig. Die größten dieser Stammesverbände waren die im Südosten ansässigen &amp;#039;&amp;#039;[[Silurer|Silures]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Ordovices&amp;#039;&amp;#039; in Zentral- und Nordwest-Wales. Sie setzten dem Vordringen der römischen Invasoren den meisten Widerstand entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ersten Angriff gegen die walisischen Stämme startete der [[Legatus|Legat]] [[Publius Ostorius Scapula]] im Jahre 48 n. Chr. Zuerst unterwarf seine Armee die &amp;#039;&amp;#039;Deceangli&amp;#039;&amp;#039; im Nordosten, die nur geringen Widerstand leisteten. Der Kampf gegen Siluren und Ordovicen war hingegen wesentlich schwieriger und sollte über mehrere Jahre andauern. Sie wurden anfangs vom [[Renegat]]en [[Caratacus]] angeführt, der aus dem Südosten Britanniens stammte. Als die Siluren in einer Schlacht besiegt wurden, flüchtete er auf das Territorium der Ordovicen, wo er sich 51 n. Chr. erneut Scapulas Truppen stellte und wieder geschlagen wurde. Wieder konnte er entkommen und floh zu den [[Briganten]] im Norden, die ihn jedoch umgehend an die Römer auslieferten. Die Siluren hatten aber noch nicht aufgegeben und führten einen erbitterten Guerillakrieg gegen die Römer. Scapula starb noch während des Feldzuges, ohne sie endgültig unterworfen zu haben. Nach seinem Tod errangen sie sogar einen Sieg gegen die [[Legio II Augusta]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Statthalterschaft des [[Gaius Suetonius Paulinus]] wurden von 58 bis 61 n. Chr. zwei Feldzüge durchgeführt. Einen gegen die Siluren im Südosten, den anderen im Nordwesten gegen die Ordovicen. Hierbei marschierte Paulinus mit seiner Armee auch bis an die Küste und setzte auf die Insel &amp;#039;&amp;#039;[[Anglesey|Mona]]&amp;#039;&amp;#039; über, deren [[Druide]]nheiligtum – vor der darauffolgenden Zerstörung durch Paulinus’ Soldaten – ein bedeutendes religiöses Zentrum der Briten und Hort des Widerstandes gegen die Römer war. Als plötzlich ein für die römische Herrschaft sehr gefährlicher Aufstand der südöstlichen Briten unter der Führung der [[Icener]]königin [[Boudicca]] ausbrach, musste Paulinus seinen Feldzug überstürzt abbrechen, um sich den Rebellen, die bereits zahlreiche römische Zivilisten getötet und &amp;#039;&amp;#039;[[Verulamium]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Londinium]]&amp;#039;&amp;#039; zerstört hatten, entgegenzustellen. Die Siluren wurden erst durch mehrere, von [[Sextus Iulius Frontinus]] geführte Kampagnen im Jahre 78 endgültig besiegt. Sein Nachfolger [[Gnaeus Iulius Agricola]] unterwarf zu Beginn des Jahres 79 schließlich auch die Ordovicen und besetzte &amp;#039;&amp;#039;Mona&amp;#039;&amp;#039; erneut. Zur Konsolidierung der römischen Herrschaft ließ Agricola in den Jahren 77 oder 78 n. Chr. u.&amp;amp;nbsp;a. auch das Lager von &amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039; anlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kontrollierten jetzt auch den größten Teil von Wales, errichteten zahlreiche Straßen und Kastelle, beuteten die Bodenschätze aus und führten neue Wirtschaftsmethoden ein. Das Gebiet um &amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039; war nun Teil der Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Britannia superior]]&amp;#039;&amp;#039;, ab der Spätantike der neu eingerichteten &amp;#039;&amp;#039;[[Britannia prima]]&amp;#039;&amp;#039;, die den ganzen Westen Britanniens miteinbezog. Das Interesse der Römer an diesem Teil der Insel war ansonsten aber eher gering, da es hier nur wenig fruchtbares Ackerland zu kultivieren gab. Die meisten noch sichtbaren römischen Überreste in Wales sind deswegen auch militärischer Natur. Das raue und gebirgige Land wurde größtenteils von den Legionslagern in &amp;#039;&amp;#039;Deva&amp;#039;&amp;#039; ([[Chester]]) und &amp;#039;&amp;#039;[[Isca Silurum|Isca]]&amp;#039;&amp;#039; (Caerleon) aus beherrscht, die durch gut ausgebaute Straßen mit einem Kranz von Hilfstruppenlagern im Landesinneren und an der Küste verbunden waren. Die Römer gründeten hier nur eine größere Stadt, &amp;#039;&amp;#039;[[Venta Silurum]]&amp;#039;&amp;#039; (Caerwent), nur das Kastell &amp;#039;&amp;#039;Moridunum&amp;#039;&amp;#039; wandelte sich später ebenfalls in eine Zivilsiedlung um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Militärdiktatur war der Kaiserthron des Römischen Reichs immer stark durch [[Soldatenkaiser|Usurpationen]] seiner Heerführer gefährdet ([[Reichskrise des 3. Jahrhunderts]]). Einige von ihnen kamen auch aus Britannien. Um genügend Truppen für ihren Marsch nach Rom aufbieten zu können, verringerten sie die britischen Garnisonen oft weit über das verantwortbare Maß hinaus. Die Kastelle im Westen waren immer die ersten, die ihre Mannschaften abgeben mussten, da man diese Region, auch aufgrund seiner geringen wirtschaftlichen Bedeutung, als vernachlässigbar ansah. Im Frühjahr 383 n. Chr. wurde der [[Comes Britanniarum]] [[Magnus Maximus]] von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen. Man vermutet, dass er für den endgültigen Abzug eines Großteils der römischen Truppen aus Wales verantwortlich war, 20 Jahre bevor Britannien 410 n.&amp;amp;nbsp;Chr. von den Römern sich selbst überlassen wurde. In walisischen Überlieferungen wird berichtet, dass Maximus vor seinem Abmarsch nach Gallien noch die Verteidigung der Insel organisierte. Andere Quellen schreiben dies erst dem „[[Warlord]]“ [[Vortigern]] zu. Möglicherweise wurden die beiden Akteure durch Fehlinterpretationen der Chronisten verwechselt. Maximus musste aber zwangsläufig damit begonnen und hierbei auch die größten Veränderungen vorgenommen haben. Er teilte Wales wohl in neue Militärbezirke ein, die er dann entweder einem regionalen Stammesfürsten oder Offizieren der &amp;#039;&amp;#039;[[limitanei]]&amp;#039;&amp;#039; unterstellte. Dies geschah auch im Norden Britanniens, der ebenfalls nie zur Gänze von der römischen Kultur durchdrungen worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;Doel, Doel, Lloyd: 2000, S. 17–18&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist fast sicher, dass dabei auch die Truppe in &amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039; im späten 3. Jahrhundert durch die Abgabe einer [[Vexillation]] an das Heer des Usurpators auf weniger als die Hälfte ihres ursprünglichen Mannschaftsstandes reduziert wurde. Die Grenze im Westen wurde nun wesentlich durchlässiger, da die wenigen hier verbliebenen Küstenwächter und Milizen sie nicht mehr auf ihrer ganzen Linie effektiv kontrollieren konnten. Vielleicht brachten sich verschlechternde Lebensbedingungen in Irland einige Clans dazu, sich auf Dauer in den westlichen Randgebieten von Wales niederzulassen, da sie hier nun keine Vertreibung durch die Römer zu befürchten hatten. Die irischen Kolonien in [[Gwynned]] und [[Dyfed]] begannen sich in der Folge immer weiter auszudehnen, auch die Überfälle irischer Piraten nahmen zu, sodass das Kastell schließlich von seinen letzten Bewohnern aufgegeben werden musste. Im Inneren von Wales setzte sich wieder das vorrömische Herrschaftssystem der etablierten Stammesgesellschaften durch. Nur in einigen [[Enklave]]n (Chester, Wroxeter, Glouchester, Caerlon) existierten rudimentäre Formen römischer Lebensweise und Kultur weiter.&amp;lt;ref&amp;gt;Doel, Doel, Lloyd: 2000, S. 17–18 und 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kastell ==&lt;br /&gt;
Das Kastell hatte einen rechteckigen Grundriss mit abgerundeten Ecken und entsprach damit dem typischen Bauschema dieser Zeit (Spielkartenform). Die Befestigung maß 155 × 126&amp;amp;nbsp;m im Quadrat, bedeckte eine Fläche von etwa zwei Hektar und bot Platz für eine Garnison von ca. 1000 Mann. Die Hauptachse des Kastells war nach Südwesten ausgerichtet, vielleicht wegen des nahegelegenen &amp;#039;&amp;#039;Dinas Dinlle&amp;#039;&amp;#039;, ein an der Küste gelegenes [[Hillfort]] der Ordovicen, direkt am Endpunkt der Menaistraße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe seiner Existenz durchlief das Kastell zwei Bauphasen. Die Befestigungsanlagen bestanden anfangs aus einem 5,4&amp;amp;nbsp;m breiten Lehmwall, einer 0,9 bis 2,1&amp;amp;nbsp;m breiten [[Berme]] und zwei fünf Meter tiefen und 4,5&amp;amp;nbsp;m breiten Wehrgräben. Das [[Flavier|flavische]] Holz-Erde-Lager brannte gegen Ende der Regierungszeit [[Trajan]]s vollständig nieder und wurde danach aufgegeben. Unter [[Hadrian (Kaiser)|Hadrian]] wurde es in Stein komplett neu aufgebaut. Die beiden Spitzgräben wurden an den Toren anfänglich von einem Dammweg überspannt, später wurde einer der Gräben eingeebnet und einer der Dammwege durch eine kleine Holzbrücke ersetzt, von der noch Spuren gefunden werden konnten. Die Mauern waren von vier Toren durchbrochen, die jeweils von zwei quadratischen, innen angesetzten Türmen flankiert wurden. Nordost- und Südwesttor besaßen zwei Durchfahrten, das Südtor hingegen nur eine. Die Kastellecken waren zusätzlich mit je einem im Inneren an die Mauer angesetzten, trapezförmigen Eckturm verstärkt, Reste von dazwischenliegenden Türmen konnten nicht beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Untersuchungen außerhalb des Nordost-Tores &amp;#039;&amp;#039;(porta decumana)&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1971 wurde festgestellt, dass die Straße &amp;#039;&amp;#039;(via decumana)&amp;#039;&amp;#039;, die durch dieses Tor führte, von flavischer Zeit bis um 330 fast unverändert bestehen blieb. Die Gebäude in &amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039; waren zuerst mit Ziegeldächern gedeckt, die Ziegel wurden später hauptsächlich durch Schieferplatten ersetzt. Im 4. Jahrhundert waren teilweise auch die Böden in den Innenräumen mit Schieferplatten gepflastert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innenbauten ==&lt;br /&gt;
Bei der Ausgrabung der &amp;#039;&amp;#039;[[Principia (Stabsgebäude)|Principia]]&amp;#039;&amp;#039; (Lagerkommandantur) im Zentrum des Kastellareals in den Jahren 1921 bis 1923 konnte [[Mortimer Wheeler]] insgesamt vier Bauphasen ausmachen, die sich über den Zeitraum des frühen 2. Jahrhunderts bis zum 4. Jahrhundert erstreckten. In dem fast vollständig erhaltenen Kellerraum unter dem Fahnenheiligtum &amp;#039;&amp;#039;(sacellum)&amp;#039;&amp;#039;, in dem einst die Truppenkasse untergebracht war, wurden 114 Münzen aus der Periode von der mittleren Kaiserzeit bis zur Spätantike geborgen. Um 235 n. Chr. wurde offensichtlich der Kellerboden noch einmal ausgebessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der &amp;#039;&amp;#039;praetentura&amp;#039;&amp;#039; des Kastells befindet sich nordwestlich der Principia ein repräsentatives [[Peristyl]]haus (25 × 35&amp;amp;nbsp;m) aus späthadrianischer bzw. frühantoninischer Zeit mit eigenem Bad und einer Art Veranda, die im Westteil durch eine Mauer abgetrennt war. Im Süden konnte eine Lehmziegelmauer beobachtet werden. Die Hausmauern waren aus vermörtelten Bruchsteinen hochgezogen worden. Insgesamt konnten 13 Räume nachgewiesen werden. Bei diesem Gebäude handelt es sich entweder um die Unterkunft eines Beamten zur Überwachung des Bergwesens &amp;#039;&amp;#039;(procurator metallorum Augusti)&amp;#039;&amp;#039; oder die des Kastellkommandanten &amp;#039;&amp;#039;([[praetorium]])&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gebäude mit zwei im Osten angeschlossenen [[Apsis|Apsiden]] wurde als Lagerbad ([[Thermen]]) erkannt. Es handelt sich um ein Bad des Reihentypus, in den zwei südöstlichen Apsiden waren die Warm- und Heißwasserbecken untergebracht. Ein Abflusskanal konnte im Süden nachgewiesen werden, allerdings konnten keinerlei Anzeichen für eine Heizanlage ausgemacht werden. Man vermutet, dass das Bad nie fertiggestellt wurde. Durch Münzfunde im Bauschutt konnte seine Entstehungszeit in die Jahre zwischen 350 und 400 datiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Mannschaftskasernen der Südost-Ecke stammen aus der Holz-Erde-Phase des Kastells (1. bis 2. Jahrhundert). Weitergehende Untersuchungen waren nicht möglich, da sie teilweise von drei neuzeitlichen Gebäuden überdeckt werden. Ab dem 3. Jahrhundert dürfte dieser Teil der Kastellfläche nicht mehr bebaut worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;R.Goodburn; 1977, S. 404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Garnison ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den archäologischen Funden aus dem Inneren des Kastells zu schließen, lag hier eine &amp;#039;&amp;#039;Cohors equitata quingenaria&amp;#039;&amp;#039;, eine 500 Mann starke, aus Reitern und Infanteristen bestehende [[Auxiliartruppen|Hilfstruppenkohorte]], wie sie auch in den benachbarten Lagern von &amp;#039;&amp;#039;[[Kastell Canovium|Canovium]]&amp;#039;&amp;#039; (Caerhun), Coelbren und Collen lagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Besatzungseinheiten sind für &amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039; bekannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#e7edf5;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;font-size:larger; text-align:center;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color:#000080; color:#ffffff;&amp;quot; | Zeitstellung&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color:#000080; color:#ffffff;&amp;quot; | Truppenname&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background-color:#000080; color:#ffffff;&amp;quot; | Bemerkung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2. bis 3. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr.&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;[[Cohors I Sunicorum|Cohors Prima Sunicorum]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt; („die erste Kohorte der [[Sunuker]]“)&lt;br /&gt;
|Die Anwesenheit dieser – vermutlich ab 120 n. Chr. im Lager stationierten – Kohorte ist durch die Bauinschrift eines [[Aquädukt]]es aus der Zeit des [[Septimius Severus]] (188–209 n. Chr.) belegt. Die Einheit rekrutierte sich anfangs wohl aus Männern des Stammes der &amp;#039;&amp;#039;Sunici&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Sunuci&amp;#039;&amp;#039;), die in der Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Gallia Belgica]]&amp;#039;&amp;#039; an beiden Ufern des Rheins siedelte. Der Stamm wird von [[Gaius Iulius Caesar]] und von [[Tacitus]] in seinen &amp;#039;&amp;#039;[[Historiae (Tacitus)|Historien]]&amp;#039;&amp;#039; erwähnt. Möglicherweise wurde die Einheit 69 n. Chr. im Zuge der Rebellion des [[Iulius Civilis]] aufgestellt. Die Inschrift wurde zu Ehren des Septimius Severus und seiner Söhne [[Caracalla]] und [[Geta (Kaiser)|Geta]] gesetzt. Der Name Getas wurde später eradiert, da er nach seiner Ermordung im Auftrag Caracallas der &amp;#039;&amp;#039;[[Damnatio memoriae]]&amp;#039;&amp;#039; (Nichtgedenken) verfiel.&amp;lt;ref&amp;gt;Tacitus, &amp;#039;&amp;#039;Historien&amp;#039;&amp;#039; 4, 66, {{CIL|7|142}} = &amp;#039;&amp;#039;The Roman inscriptions of Britain&amp;#039;&amp;#039; 1, 430 &amp;#039;&amp;#039;[Imp(eratores) Caes(ares) L(ucius)] Sept(imius) Severus Pius Per[tinax et M(arcus) A]urel(ius) Antoninus [Pius Aug(usti)] et &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[P(ublius) Sep]]t(imius) [[Geta no]]b(ilissimus) [[C[aes(ar)]]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; [rivosaq]uaeductium vetus[tate conla]bs(os) coh(orti) I Sunic(orum) restit(uerunt)[…]ARE[…][…]NL[…]&amp;#039;&amp;#039; „Die Imperatoren Caesares Lucius Septimius Severus Pius Pertinax und Marcus Aurelius Antoninus Pius, die Augusti, [und Publius Septimius Geta, der edelste Caesar], haben für die erste Kohorte der Sunici den Kanal des Aquäduktes wiederhergestellt, der durch sein Alter verfallen war […]“. [https://romaninscriptionsofbritain.org/inscriptions/430 RIB 430]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|4. Jahrhundert ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;Seguntienses&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt; („die Männer aus Segontium“)&lt;br /&gt;
|Diese Truppe ist nur aus einem Eintrag in der [[Notitia dignitatum]] bekannt. Sie scheint in der Truppenliste des &amp;#039;&amp;#039;[[Comes Illyrici]]&amp;#039;&amp;#039; auf, und war möglicherweise ursprünglich im Kastell stationiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Notitia dignitatum, &amp;#039;&amp;#039;occ.&amp;#039;&amp;#039; V.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;Seguntienses&amp;#039;&amp;#039; zählten wohl noch zu den &amp;#039;&amp;#039;Pseudocomitatenses&amp;#039;&amp;#039;, als sie aus Britannien abgezogen wurden, der niedrigste &amp;#039;&amp;#039;Palatina&amp;#039;&amp;#039;-Status. Als Zeitschiene für die Zusammenstellung der Armee des &amp;#039;&amp;#039;Comes Illyricum&amp;#039;&amp;#039; scheint am besten das Todesjahr [[Stilicho]]s, 408, zu passen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vicus, Kultstätten und Gräberfeld ==&lt;br /&gt;
Außerhalb des Kastells konnten auch die Überreste einer Zivilsiedlung &amp;#039;&amp;#039;([[vicus]])&amp;#039;&amp;#039;, ein Tempel und ein Mithrasheiligtum entdeckt werden. Zusätzlich kam auch ein antikes Gräberfeld ans Tageslicht. In Britannien sind insgesamt fünf Kultstätten bekannt, die dem persischen Lichtgott &amp;#039;&amp;#039;[[Mithras]]&amp;#039;&amp;#039; geweiht waren; drei standen am Hadrianswall, wo auch von Soldaten gestiftete Altäre gefunden wurden, eines in London (für Zivilisten) und das in Caernarfon. Diese Tempel waren für gewöhnlich langgestreckte und relativ niedrige Gebäude, die jene Höhle darstellen sollten, in der Mithras den Stier, der für die Anhänger dieses Kultes als Sinnbild des Bösen galt, geschlachtet haben soll. Das Mithräum stand östlich des Kastells, etwa 46 Meter von der Menai Strait entfernt und wurde 1959 untersucht. Es hatte einen langrechteckigen Grundriss und maß 8,5 × 6,4 Meter. Im Inneren des Kultraumes stieß man an beiden Seiten auf niedrige Bänke. Das Mithrasrelief stand am nordöstlichen Ende. Der Tempel wurde um das Jahr 200 erbaut und im frühen vierten Jahrhundert zerstört.&lt;br /&gt;
Weiters konnte ein Weihealtar für [[Minerva]] des Aurelius Sabinus geborgen werden, auf dem folgende Inschrift eingemeißelt war:&amp;lt;ref&amp;gt;{{AE|1924|93}} = &amp;#039;&amp;#039;The Roman inscriptions of Britain&amp;#039;&amp;#039; 1, 429.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Deae / Min(e)rvae / A(u)r(elius) Sabini/anus act(arius) / v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: „Für die Göttin Minerva hat der Proviantverwalter Aurelius Sabinus sein Gelübde mit Freude und Ehrerbietung erfüllt.“&lt;br /&gt;
Der Stein wurde im SO-Teil des Kastellareals gefunden und war vielleicht einst entweder im Lagerbad aus dem 3. Jahrhundert (?) oder in der Kommandantur aufgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Außenposten ==&lt;br /&gt;
Ca. 150&amp;amp;nbsp;m westlich des Kastells konnte im Stadtteil Hen Waliau (= alte Mauer) ein spätantikes Kleinkastell aus dem 3. Jahrhundert nachgewiesen werden. Sein Areal ist heute von einer stark befahrenen Straße, einer Tankstelle und sieben Wohnhäusern aus dem 19. Jahrhundert überbaut. Die Ausgrabungen von 1952 bis 1985 zeigten, dass der Ort seit dem 2. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. besiedelt war. Das Gelände fällt hier leicht zum Seiont ab, die Ostmauer verläuft entlang eines Geländekamms, die Westseite liegt direkt am Flussufer. Von diesem erhöhten Standort aus hatte die Besatzung einen guten Überblick auf die Flussmündung und den &amp;#039;&amp;#039;vicus&amp;#039;&amp;#039; von &amp;#039;&amp;#039;Segontium&amp;#039;&amp;#039;. Sichtbare Mauerreste blieben nur östlich der Straße und hinter zwei Häusern erhalten. Es diente höchstwahrscheinlich als befestigtes Vorratsdepot für das Auxiliarkastell. Andere hingegen interpretieren die Befestigung aufgrund ihrer Höhenlage als Wachtposten für den Hafen oder auch als Standort für Schleudergeschütze wie &amp;#039;&amp;#039;[[ballista]]e&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Onager (Waffe)|onagri]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wehrmauer maß ursprünglich 72&amp;amp;nbsp;m (NNW) × 52&amp;amp;nbsp;m (SSO), die umwehrte Fläche betrug 0,37&amp;amp;nbsp;ha. Der Westwall konnte komplett, der Nord- und Südwall jedoch nur mehr auf 37&amp;amp;nbsp;m bzw. 55&amp;amp;nbsp;m verfolgt werden. Die Mauerstärke betrug 1,6&amp;amp;nbsp;m, stellenweise war sie noch bis zu einer Höhe von 3,6 bzw. 4,5&amp;amp;nbsp;m erhalten. Nur ein Tor konnte auf der Südseite – wo der Wall teilweise noch gut erhalten ist – nachgewiesen werden. Spuren eines Grabens oder Türme konnten nicht festgestellt werden. In der massiv gebauten Umwehrungsmauer waren noch Gerüstlöcherreihen zu erkennen und die für die Spätantike typische Bänder zur Verfestigung der äußeren Verschalungen aus flachen Steinen und Ziegel eingebaut (siehe hierzu auch Kastelle der [[Sachsenküste]]). Vergleichbare Befestigungsanlagen fanden sich auch in [[Cardiff]] und Holyhead, sie stammen vermutlich aus der Regierungszeit des Valentinian, um 365 n.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;lt;ref&amp;gt;RCAHMW Caernarvonshire Inventory II (1960), 164, Nr. 1128 und Boyle: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of the Board of Celtic Studies&amp;#039;&amp;#039; 38 (1991), S. 191–212; R. G. Collingwood: 1930, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hinweis ==&lt;br /&gt;
Die Überreste der meisten Kastellgebäude konnten erhalten und konserviert werden. Das Grabungsareal wurde zu einem Schaugelände mit angeschlossenen Besucherzentrum, in dem auch Funde aus den Grabungen ausgestellt werden, umgestaltet. Das Museum bewahrt hauptsächlich das Fundspektrum aus der in den 1920er Jahren von Mortimer Wheeler durchgeführten Ausgrabung. Die signifikantesten Funde bestehen aus einem [[Gladius (Waffe)|Gladius]], eine um 1820 aufgefundene vergoldete [[Zwiebelknopffibel]] aus dem späten 4. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr., eine große Anzahl an Keramik, Münzen und lederne Gebrauchsgegenstände wie z.&amp;amp;nbsp;B. Schuhe und der Rest einer Zeltplane. Weiters wird eine Figurine eines römischen Auxiliarsoldaten ausgestellt, die von einem Pionier der experimentellen Archäologie und Waffenschmied ([[Plattner]]) des [[Tower of London]], H. Russell Robinson, ausgestattet wurde. Der vom Cadw (Welsh Assembly Government’s historic environment service) betreute archäologische Park und dessen Museum befinden sich direkt an der Beddgelert-Road (A4085), der südöstlichen Ausfallstraße von Caernarfon, nicht weit vom Stadtzentrum entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christopher J. Arnold, Jeffrey L. &amp;#039;&amp;#039;Davies: Roman &amp;amp; early medieval Wales&amp;#039;&amp;#039;. Sutton Publ., Stroud 2000.&lt;br /&gt;
* Patrick J. Casey, Jeffrey L. Davies, John Gwynne Evans: &amp;#039;&amp;#039;Excavations at Segontium (Caernarfon) Roman Fort, 1975–1979.&amp;#039;&amp;#039; The Council for British Archaeology, 1993, ISBN 1-872414-35-4.&lt;br /&gt;
* [[Robin George Collingwood]], Richard Pearson Wright: &amp;#039;&amp;#039;The Roman Inscriptions of Britain.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1: Roger S. O. Tomlin: &amp;#039;&amp;#039;Inscriptions on Stone.&amp;#039;&amp;#039; New edition with addenda and corrigenda. Sutton, Gloucester 1995, ISBN 0-7509-0917-X.&lt;br /&gt;
* Robin George Collingwood: &amp;#039;&amp;#039;The Archaeology of Roman Britain&amp;#039;&amp;#039;, Methuen, London 1930.&lt;br /&gt;
* R. W. Davies: &amp;#039;&amp;#039;The Roman Military Diet.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Britannia.&amp;#039;&amp;#039; 2, 1971, {{ISSN|0068-113X}}, S. 122–142.&lt;br /&gt;
* Guy De La Bedoyere, &amp;#039;&amp;#039;A Companion to Roman Britain&amp;#039;&amp;#039;. Tempus 1999.&lt;br /&gt;
* Geoff &amp;amp; Fran Doel, Terry Lloyd: &amp;#039;&amp;#039;König Artus und seine Welt. Ein Streifzug durch Geschichte, Mythologie und Literatur&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage, Sutton Verlag 2000, ISBN 3-89702-191-9.&lt;br /&gt;
* R. Goodburn, M.W.C. Hassall, Roger Tomlin: &amp;#039;&amp;#039;Roman Britain 1977, I. Sites Explored&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Britannia&amp;#039;&amp;#039; 9, 1978, S. 403–485.&lt;br /&gt;
* John Paxton Hall: &amp;#039;&amp;#039;Caer Llugwy (Bryn y Gefieliau) excavation of the Roman fort between Capel Curig and Bettws-y-Coed&amp;#039;&amp;#039;. Manchester 1923.&lt;br /&gt;
* Michael G. Jarrett: &amp;#039;&amp;#039;The Roman Frontier in Wales&amp;#039;&amp;#039;. 2., überarbeitete Auflage, Cardiff 1969.&lt;br /&gt;
* Michael Jonathan Taunton Lewis: &amp;#039;&amp;#039;Temples in Roman Britain.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1966.&lt;br /&gt;
* [[Frances Lynch]]: &amp;#039;&amp;#039;Gwynedd.&amp;#039;&amp;#039; Her Majesty’s Stationery Office, London 1995, ISBN 0-11-701574-1 (&amp;#039;&amp;#039;A guide to ancient and historic Wales&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* Victor Erle Nash-Williams: &amp;#039;&amp;#039;The Roman Frontier in Wales.&amp;#039;&amp;#039; 2. edition, revised under the direction of Michael G. Jarrett. University of Wales Press, Cardiff 1969, S. 59–64.&lt;br /&gt;
* P.K Bailie Reynolds: &amp;#039;&amp;#039;Excavations on the site of the Roman fort of Kanovium at Caerhun, Caernarvonshire&amp;#039;&amp;#039;. Cardiff 1938.&lt;br /&gt;
* Chris Scarre: &amp;#039;&amp;#039;Chronicle of the Roman Emperors. The reign-by-reign Record of the Rulers of Imperial Rome.&amp;#039;&amp;#039; Thames &amp;amp; Hudson, London 1995, ISBN 0-500-05077-5.&lt;br /&gt;
* {{DNP|11|341||Segontium|[[Malcolm Todd]]}}&lt;br /&gt;
* [[Mortimer Wheeler|Robert Eric Mortimer Wheeler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Segontium and the Roman occupation of Wales.&amp;#039;&amp;#039; Honourable Society of Cymmrodorion, London 1924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Segontium}}&lt;br /&gt;
* {{cite web |url=http://pleiades.stoa.org/places/79678 |title=Places: 79678 (Segontium) |author=Esmonde Cleary, A., DARMC, R. Talbert, S. Vanderbilt, R. Warner, S. Gillies, T. Elliott |accessdate=2. Februar 2013 |publisher=Pleiades}}&lt;br /&gt;
* [https://thejournalofantiquities.com/2016/01/26/segontium-roman-fort-caernarfon-gwynedd-wales/ Artikel in: The Journal Of Antiquities Ancient Sites In Great Britain &amp;amp; Southern Ireland]&lt;br /&gt;
* [http://www.segontium.org.uk/ Segontium Roman Fort &amp;amp; Museum]&lt;br /&gt;
* [http://cadw.wales.gov.uk/daysout/segontiumromanfort/?skip=1&amp;amp;lang=cy Luftaufnahme des Kastellareals]&lt;br /&gt;
* [http://www.nationaltrust.org.uk/main/w-segontium Segontium – National Trust]&lt;br /&gt;
* [http://www.dailypost.co.uk/whats-on/whats-on-news/watch-caernarfon-segontium-roman-fort-7570310 3D-Animation des Kastells]&lt;br /&gt;
* [http://www.bbc.co.uk/wales/history/sites/themes/guide/ch2_part2_wales_and_the_romans.shtml Rekonstruktion des Kastells]&lt;br /&gt;
* [http://www.gamedecor.com/abasworld/Places/Segontium%20Roman%20Fort.htm Segontium Roman Fort, Abbildungen]&lt;br /&gt;
* [http://www.betws31.freeserve.co.uk/Bath-house/Segontium/segontium.html The Caernarfon Projekt]&lt;br /&gt;
* [http://www.coflein.gov.uk/en/site/93552/images/HEN+WALIAU+ROMAN+WALLED+ENCLOSURE/ Areal des Kleinkastells von Hen Waliau]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römische Befestigungsanlage (Britannien)|Segontium]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Wales]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Caernarfon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fan-vom-Wiki</name></author>
	</entry>
</feed>