<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kasimir_Felix_Badeni</id>
	<title>Kasimir Felix Badeni - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kasimir_Felix_Badeni"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kasimir_Felix_Badeni&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-26T00:55:50Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kasimir_Felix_Badeni&amp;diff=423521&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Kronstieg: konkreter, da er den Rücktritt nicht freiwillig erklärte (Lueger setzte beim Kaiser die Entlassung durch)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kasimir_Felix_Badeni&amp;diff=423521&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-23T10:13:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;konkreter, da er den Rücktritt nicht freiwillig erklärte (Lueger setzte beim Kaiser die Entlassung durch)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kasimir Felix Graf von Badeni&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (poln. Kazimierz Feliks hrabia Badeni; * [[14. Oktober]] [[1846]] in Surochów bei [[Jarosław|Jaroslau]], [[Galizien]]; † [[10. März]] [[1909]] in [[Krasne (Solotschiw)|Krasne]], Galizien) war ein polnisch-österreichischer Verwaltungsjurist und Politiker. Er war von 1888 bis 1895 k.k. Statthalter im [[Königreich Galizien und Lodomerien]] sowie von 1895 bis 1897 [[Ministerpräsident]] des [[Cisleithanien|österreichischen Teils]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jiří Kořalka]]: &amp;#039;&amp;#039;Tschechen im Habsburgerreich und in Europa 1815–1914. Sozialgeschichtliche Zusammenhänge der neuzeitlichen Nationsbildung und der Nationalitätenfrage in den böhmischen Ländern.&amp;#039;&amp;#039; (=Schriftenreihe des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts Band 18) Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1991, ISBN 3-7028-0312-2, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Österreich-Ungarn|k.u.k. Monarchie]]. Bekannt ist er für die &amp;#039;&amp;#039;Badenische Wahlrechtsreform&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Badenische Sprachenverordnung&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;!--WL hierher--&amp;gt; vom 5.&amp;amp;nbsp;April 1897 im Spannungsfeld des Nationalitätenkampfes des Vielvölkerstaates.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Badeni.jpg|mini|Kasimir Felix Graf Badeni]]&lt;br /&gt;
[[Datei:POL COA Badeni.svg|mini|Familienwappen der Badeni]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kasimir Felix Graf von Badeni war ein Abkömmling der polnischen Hochadelsfamilie [[Badeni (Adelsgeschlecht)|Badeni]], die verschiedenen Überlieferungen zufolge „[[Wlachen|wlachische]]“&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;/&amp;gt; oder italienische Vorfahren hat&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://historia.dorzeczy.pl/xix-wiek/132502/kazimierz-badeni.html Premier ze Lwowa.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Historia Do Rzeczy&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 9/2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; und seit dem 16. Jahrhundert über Güter in Galizien verfügte. Sein Vater Ladislaus Graf Badeni (1818–88) war Großgrundbesitzer und wurde 1870 ins [[Abgeordnetenhaus (Österreich)|Abgeordnetenhaus]] des österreichischen [[Reichsrat (Österreich)|Reichsrates]] gewählt. Seine Mutter Cäcilie stammte aus der ursprünglich schottischen Grafenfamilie &amp;#039;&amp;#039;Mier&amp;#039;&amp;#039; und war die Tochter des österreichischen Gesandten in den Niederlanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;&amp;gt;{{NDB|1|510|512|Badeni, Kasimir Graf von|Johann Albrecht Freiherr von Reiswitz|118651625}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kasimir von Badeni schloss sein juristisches Studium an der [[Jagiellonen-Universität|Universität Krakau]] mit dem Doktorat ab und trat 1866 in den österreichischen Staatsdienst ein. Er arbeitete im Innenministerium (galizische Abteilung)&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot; /&amp;gt; und im Ackerbauministerium, wurde 1871 [[Bezirkshauptmann]] in [[Bezirk Żółkiew|Żółkiew]] (Ostgalizien), dann in [[Bezirk Rzeszów|Rzeszów]]. 1879 wurde er Statthaltereidelegat in [[Krakau]] (d. h. Bezirkshauptmann des [[Bezirk Krakau|Bezirks Krakau]]) und erhielt den Titel eines [[Hofrat#Altes Österreich|Hofrats]]. 1886 bis 1888 lebte er auf seinen Gütern ([[Jarosław (Landgemeinde)|Surochów]] und [[Busk (Ukraine)|Busk]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Badeni wurde 1888 von Kaiser [[Franz Joseph&amp;amp;nbsp;I.]] zum [[Landeschef (Österreich-Ungarn)|k.k.&amp;amp;nbsp;Statthalter]] im Königreich [[Galizien und Lodomerien]] ernannt. Er folgte am 30.&amp;amp;nbsp;September 1895 auf Wunsch des Kaisers [[Erich Graf Kielmansegg]] in das Amt des k.k.&amp;amp;nbsp;Ministerpräsidenten ([[Ministerium Badeni]]). Angesichts der durch seine Sprachenverordnung ausgelösten Unruhen (siehe unten) reichte Badeni am 28.&amp;amp;nbsp;November 1897 ein Rücktrittsgesuch ein, auf Grund dessen das Ministerium Badeni zwei Tage später vom Kaiser seines Amtes enthoben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Enthebung drückte Franz Joseph am 30.&amp;amp;nbsp;November 1897 in einem tags darauf veröffentlichten &amp;#039;&amp;#039;Allerhöchsten Handschreiben&amp;#039;&amp;#039;  Badeni für seine {{&amp;quot; |hingebungsvolle Treue}}, für {{&amp;quot; |beharrlichen, opferwilligen Pflichteifer}} und für {{&amp;quot; |loyale Ergebenheit und Anhänglichkeit}} seinen {{&amp;quot; |wärmsten, anerkennendsten Dank}} aus und versicherte ihn seines {{&amp;quot; |aufrichtigen, unwandelbaren Wohlwollens}}.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|wrz|01|12|1897|1|ZUSATZ=Nr. 277|Amtlicher Teil}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Anschließend lebte er auf seinem Gut im ostgalizischen Busk in der heutigen Ukraine. Badeni starb auf der Heimreise von einer Kur in [[Karlsbad]], wenige Kilometer vor Busk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Sohn Ludwik Józef Władysław Badeni war mit Alice Elisabeth Ankarcrona (1889–1985) verheiratet, einer Tochter des schwedischen Adeligen Oscar Carl Gustav Ankarcrona, die im Jahre 1920 nach dem Tod ihres Gatten in zweiter Ehe den ehemaligen österreichischen Erzherzog [[Karl Albrecht von Habsburg-Altenburg]] heiratete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Badenische Wahlrechtsreform ==&lt;br /&gt;
Als Ministerpräsident (30. September 1895–30. November 1897) leitete er 1896 eine Wahlrechtsreform ein. Es wurde eine fünfte allgemeine Wählerklasse für alle über 24&amp;amp;nbsp;Jahre alten männlichen Staatsbürger eingeführt. Die bis dahin existierenden vier Wählerklassen waren: Großgrundbesitz, Städte, Handels- und Gewerbekammern sowie Landgemeinden. Die neue – fünfte – Wählerklasse umfasste 72&amp;amp;nbsp;der 425 Mandate des [[Abgeordnetenhaus (Österreich)|Abgeordnetenhauses]]. Als Folge dieser Reform erfuhr das Abgeordnetenhaus eine Vergrößerung und eine politische Umschichtung fand statt, da insbesondere Sozialdemokraten und Christlichsoziale von der neuen Wählerklasse profitierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Badenische Wahlrechtsreform führte zu einer völligen Umgestaltung der österreichischen Parteienlandschaft: Hatten sich bis dahin die Abgeordneten im Rahmen des Systems der &amp;#039;&amp;#039;[[Honoratioren]]parteien&amp;#039;&amp;#039; im Parlament zu eher losen [[Fraktion (Politik)|Fraktionen]] zusammengeschlossen, so machten die nunmehr veränderten Erfordernisse der Wählermobilisierung die Herausbildung fest gefügter, straff organisierter [[Massenpartei]]en notwendig. Damals bildeten sich jene drei politischen Lager heraus, welche die innenpolitische Landschaft Österreichs bis in die 1980er Jahre prägen sollten: [[Sozialdemokratische Partei Österreichs|Sozialdemokraten]], [[Christlichsoziale Partei (Österreich)|Christlichsoziale]] und [[Deutschnationale Bewegung|Deutschnationale]] (welchen die Bildung einer einheitlichen politischen Partei, der [[Großdeutsche Volkspartei|Großdeutschen Volkspartei]], erst 1919 gelang). Insbesondere Sozialdemokraten und Christlichsoziale fanden ihre Anhänger in der neuen allgemeinen Wählerklasse, konnten mit einer ihrer wahren Bedeutung entsprechenden Stärke aber erst ins Parlament einziehen, nachdem das [[Frauenwahlrecht]] 1918 eingeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Badenische Sprachenverordnung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Badenis Katzenmusik (Gustav Brandt).jpg|mini|[[Gustav Brandt (Karikaturist)|Gustav Brandt]]: Badenis Katzenmusik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlage im [[Deutscher Krieg|Deutschen Krieg]] von 1866 war die politisch geschwächte Herrschaftsschicht Österreichs gezwungen, den Ungarn ([[Magyaren]]) entgegenzukommen, die zwar die Krone anerkannten, aber nicht von einer Regierung in Wien abhängig sein wollten. Dies geschah durch den 1867 erreichten [[Österreichisch-Ungarischer Ausgleich|österreichisch-ungarischen Ausgleich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ungarische Beispiel vor Augen, verlangten nun auch andere, slawische Nationalitäten innenpolitische Eigenständigkeit. Insbesondere die [[Tschechien#Nationale Wiedergeburt der Tschechen|tschechische Nationalbewegung]] war enttäuscht, dass ihre Loyalität zu Österreich im Krieg von 1866 nicht mit der Gleichstellung mit den Deutschen und Ungarn der Monarchie belohnt wurde (&amp;#039;&amp;#039;[[Österreichisch-Tschechischer Ausgleich]]&amp;#039;&amp;#039;). Die Deutschen in der [[Donaumonarchie]] dagegen empfanden die Bemühungen um eine verstärkte Eigenständigkeit der tschechischen Kultur immer stärker als existentielle Herausforderung. Einen ersten Höhepunkt fand diese Auseinandersetzung im Streit um das [[Tschechische Sprache|Tschechische]] als Behördensprache neben dem Deutschen in [[Böhmen]] und [[Mähren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als k.k. Ministerpräsident bewirkte Badeni in seiner Funktion als Innenminister die &amp;#039;&amp;#039;Verordnung der Minister des Innern, der Justiz, der Finanzen, des Handels und des Ackerbaues vom 5.&amp;amp;nbsp;April 1897 betreffend die sprachliche Qualifikation der bei den Behörden in Böhmen angestellten Beamten&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lbo&amp;amp;datum=1897&amp;amp;page=67&amp;amp;size=45 LGBl. Böhmen Nr. 13 / 1897 (= S. 43)].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verordnung war von Innenminister Badeni, Finanzminister [[Leon Biliński]], Ackerbauminister [[Johann von Ledebur-Wicheln]], Justizminister [[Johann Nepomuk Gleispach]] und Handelsminister [[Hugo Glanz von Eicha]] unterzeichnet. Eine ähnliche Verordnung machten die fünf Minister am 22.&amp;amp;nbsp;April 1897 in Mähren kund.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lma&amp;amp;datum=1897&amp;amp;page=74&amp;amp;size=45 LGBl. Mähren Nr. 30/1897 (=S. 48)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuvor hatte Justizminister [[Karl von Stremayr]] 1880 gemeinsam mit k.k.&amp;amp;nbsp;Ministerpräsident [[Eduard Taaffe]] die &amp;#039;&amp;#039;[[Stremayrsche Sprachenverordnungen|Stremayrschen Sprachenverordnungen]]&amp;#039;&amp;#039; erlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lbo&amp;amp;datum=1880&amp;amp;page=50&amp;amp;size=45 LGBl. Böhmen Nr. 14 / 1880 (= S. 34)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lma&amp;amp;datum=1880&amp;amp;page=43&amp;amp;size=45 LGBl. Mähren Nr. 17 / 1880 (= S. 31)].&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit wurde, wie der christlichsoziale Publizist [[Friedrich Funder]] später erläuterte, die &amp;#039;&amp;#039;äußere Dienstsprache&amp;#039;&amp;#039; festgelegt: Verwaltungsbehörden und Gerichte in Böhmen und Mähren hatten die Pflicht, {{&amp;quot; |mündliche und schriftliche Parteienvorbringungen in derselben Landessprache, in der sie erfolgt waren, zu erledigen; allgemeine Kundmachungen, soweit sie nicht einzelne Bezirke oder Gemeinden betrafen, hatten doppelsprachig zu sein.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Badenis Verordnung bezog sich nun auf die &amp;#039;&amp;#039;innere Dienstsprache&amp;#039;&amp;#039;, {{&amp;quot; |die auch im inneramtlichen Verkehr die Behandlung mündlicher oder schriftlicher Parteianfragen und Eingaben anstatt in der bisherigen ausschließlich deutschen Behandlung in der Sprache des Vorbringers verlangte.}} Daraus folgte die Bestimmung, dass in Zukunft alle Beamten beide Landessprachen zu beherrschen hatten und vom 1.&amp;amp;nbsp;Juli 1901 an nur Bewerber aufgenommen werden sollten, die beider Sprachen mächtig waren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Funder]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom Gestern ins Heute. Aus dem Kaiserreich in die Republik.&amp;#039;&amp;#039; Herold, Wien ³1971, S. 153, Anmerkung.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1896 erhielt Badeni die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der [[Nationale Iwan-Franko-Universität Lwiw|Universität Lwów]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Badenitage ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Badenitage&amp;#039;&amp;#039;, partiell auch &amp;#039;&amp;#039;Badeni-Krawalle&amp;#039;&amp;#039; genannt, beziehen sich historisch auf die massiven politischen Unruhen in Österreich-Ungarn Ende des 19. Jahrhunderts. Auslöser waren die nach Kasimir Felix Graf Badeni benannten &amp;#039;&amp;#039;Badenischen Sprachenverordnungen von 1897&amp;#039;&amp;#039;, die tschechisch als zweite Amtssprache in Böhmen und Mähren vorsahen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Verein Südmark]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Südmark&amp;#039;&amp;#039;. Alpenland-Buchhandlung Südmark, Graz, 1923, S. 409.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In 77 von insgesamt 216 [[Liste der Gerichtsbezirke in Böhmen|böhmischen]] und [[Liste der Gerichtsbezirke in Mähren|mährischen Gerichtsbezirken]] erhob sich ein Proteststurm, weil die deutschen und ungarischen Beamten nur selten tschechisch sprachen und insofern von verschiedenen Personenkreisen eine größere Einflussnahme der [[Jungtschechen]] auf die Politik befürchtet wurde. Die Proteste führten vor und nach den sommerlichen Parlamentsferien zu schweren Ausschreitungen im [[Reichsrat (Österreich)|Reichsrat]] und zu gewaltsamen Straßenschlachten („Kampf um die Straße“), vor allem in Wien, Graz und Prag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Terzi&amp;quot;&amp;gt;[[Alfred Otto von Terzi]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Grazer Studentenschaft von den Badenitagen bis zur Revolution. 1900–1920.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Hochschulzeitung&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 14 (1922), S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Heer]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Glaube des Adolf Hitler. Anatomie einer politischen Religiosität.&amp;#039;&amp;#039; Bechtle Verlag, 1968, S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Höhepunkt war am 10. November 1897 ein von Studenten organisierter Protestmarsch vor das [[Parlamentsgebäude (Wien)|Parlament]] mit Tausenden Teilnehmern, darunter Kirchenvertreter, Abgeordnete wie [[Georg von Schönerer]] und [[Karl Hermann Wolf]], Hochschulprofessoren und Angehörige sämtlicher [[Studentenkorporation|Korporationen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Oskar F. Scheuer: &amp;#039;&amp;#039;Die geschichtliche Entwicklung des deutschen Studententums in Österreich mit besonderer Berücksichtigung der Universität Wien von ihrer Gründung bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Verlag von Eduard Beyer‘s Nachf., 1910, S. 318 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diesem Ereignis folgten Anti-Badeni-Demonstrationen in zahlreichen anderen Städten der Monarchie. In Graz kam es dabei zu so heftigen Auseinandersetzungen, so dass Militär eingesetzt werden musste. Dieser Einsatz forderte am 27. November 1897 zwei Todesopfer, woraufhin Badeni am Folgetag seinen Rücktritt erklären musste.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Fraydenegg-Monzello: &amp;#039;&amp;#039;Landesfürst und Hochverräter. Anton Rintelen. Eine österreichische Karriere.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Wien, 2023, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der historischen Literatur wird der „Geist der Badenitage“ oft als Symbol für eine wachsende nationale Bewegung oder für Zeiten extremer politischer Instabilität verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stefan Zweig]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer Verlage, 1985, S. 82–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Terzi&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine offizielle Wiener Polizeichronik, die sich vor allem auf den November 1897 bezog, bewertete die Ereignisse in der [[Zwischenkriegszeit]] so: {{&amp;quot; |Im alten nationalen Kampfe zwischen Deutschen und Slawen lösten … die Versuche Badenis, den Slawen Vorrechte einzuräumen, gewaltige, den Staat bis ans Mark erschütternde Vulkanausbrüche aus. Wache [gemeint war die [[Bundessicherheitswachekorps|Sicherheitswache]]] mußte in aufreibendem und opfervollem Kampfe die Ruhe herstellen.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Zentralinspektorat der Wiener Bundessicherheitswache: &amp;#039;&amp;#039;Sechzig Jahre Wiener Sicherheitswache. Ein Gedenkbuch&amp;#039;&amp;#039;, Selbstverlag der [[Bundespolizeidirektion Wien]], Wien 1929, S. 238.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die &amp;#039;&amp;#039;Badeni-Krawalle&amp;#039;&amp;#039; in Wien in einem Text aus gleicher Quelle nur mehr Beispiel für {{&amp;quot; |die nationalen Demonstrationen unter Führung der Studentenschaft}} und für {{&amp;quot; |die häufigen deutschnationalen Kundgebungen gegen die Tschechen}}.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundespolizeidirektion Wien (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;80 Jahre Wiener Sicherheitswache&amp;#039;&amp;#039;, Jugend und Volk, Wien 1949, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bis 1918 ungelöstes Problem ==&lt;br /&gt;
Österreich geriet nun in eine Staatskrise, die k.k.&amp;amp;nbsp;Ministerpräsidenten wechselten in kurzer Folge. Die Sprachenverordnung wurde von Badenis Nachfolger im Amt, Freiherr [[Paul Gautsch|Paul Gautsch von Frankenthurn]], am 24.&amp;amp;nbsp;Februar per 15.&amp;amp;nbsp;März 1898 gemildert und schließlich am 14.&amp;amp;nbsp;Oktober 1899 von Ministerpräsident [[Manfred von Clary-Aldringen]] ganz aufgehoben. Funder kommentierte: {{&amp;quot; |Bis 1900 waren seit 1897 drei Regierungen – Gautsch, Thun und Clary-Aldringen – an der Hinterlassenschaft Badenis verblutet. Graf Clary hatte die Sprachenverordnungen beseitigt und gegen die deutsche und tschechische Obstruktion eingetauscht.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Funder: &amp;#039;&amp;#039;Vom Gestern ins Heute.&amp;#039;&amp;#039; S. 179.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde daher teilweise mit Notverordnungen regiert, über Prag wurde der [[Ausnahmezustand]] verhängt. Die Sprachenverordnungen waren auch der äußere Anlass für die Deutschnationalen um [[Georg Ritter von Schönerer]], die &amp;#039;&amp;#039;[[Los-von-Rom-Bewegung]]&amp;#039;&amp;#039; zu proklamieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Österreichisch-Tschechischer Ausgleich|österreichisch-tschechischer Ausgleich]] wurde zwar weiterhin angestrebt, jedoch nie erreicht. Die Deutschen Böhmens und Mährens beanspruchten, obwohl dort in der Minderheit, gemeinsam mit den Deutschen in den deutschsprachigen Kronländern (dem späteren [[Deutschösterreich]]) die Führung in [[Cisleithanien]] und lehnten die innenpolitische Eigenständigkeit Böhmens und Mährens ab. Dieser Konflikt begünstigte am Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] den [[Zusammenbruch der Habsburgermonarchie]]. Das deutsche Element war seinerseits im Herbst 1918 zu schwach, die nunmehr komplette Unabhängigkeit der neuen [[Tschechoslowakei]] zu verhindern oder die beanspruchten deutsch besiedelten Randgebiete Böhmens und Mährens tatsächlich zu gewinnen.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Böhmischer Sprachenkonflikt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|1|510|512|Badeni, Kasimir Graf von|Johann Albrecht Freiherr von Reiswitz|118651625}}&lt;br /&gt;
* {{ÖBL|1|42|43|Badeni Kasimir Felix Graf|}}&lt;br /&gt;
* Artur Felkier: &amp;#039;&amp;#039;Graf Kazimierz Feliks Badeni (1846–1909). Statthalter von Galizien und österreichischer Ministerpräsident.&amp;#039;&amp;#039; Ungedruckte Diplomarbeit, Wien 2002.&lt;br /&gt;
* Friedrich Kornauth: &amp;#039;&amp;#039;Badeni als Ministerpräsident (1. Oktober 1895 bis 28. November 1897).&amp;#039;&amp;#039; Ungedruckte Dissertation, Wien 1949.&lt;br /&gt;
* Hans Mommsen: &amp;#039;&amp;#039;1897: Die Badeni-Krise als Wendepunkt in den deutsch-tschechischen Beziehungen.&amp;#039;&amp;#039; In: Detlef Brandes (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wendepunkte in den Beziehungen zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken 1848–1989.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Klartext, Essen 2007, ISBN 978-3-89861-572-3, S.&amp;amp;nbsp;111–118.&lt;br /&gt;
* Esther Neblich: &amp;#039;&amp;#039;Die Auswirkungen der Badenischen Sprachverordnung von 1897.&amp;#039;&amp;#039; Tectum-Verlag, Marburg 2002, ISBN 3-8288-8356-7.&lt;br /&gt;
* J. Stahnke: &amp;#039;&amp;#039;Ludwik Teichmann (1823–1895). Anatom in Krakau.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen&amp;#039;&amp;#039; 2, 1984, S. 205–267; hier: S. 216 f.&lt;br /&gt;
* [[Berthold Sutter]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Badenischen Sprachenverordnungen von 1897.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau-Verlag, Graz 1960/1965 (2 Bände).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kazimierz Badeni|Kasimir Felix Badeni}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Badeni,_Kasimir_Felix_Graf}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118651625}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Ministerpräsidenten Österreich-Ungarn (Cisleithanien/Österreich)&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Ministerium Badeni&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118651625|LCCN=n91117677|VIAF=5724495}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Badeni, Kasimir Felix}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ministerpräsident (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statthalter (Galizien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsjurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beamter (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Krakau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Przemyśl]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Rzeszów]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Sanok]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Lwiw]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polnischer Adliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1846]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1909]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Badeni, Kasimir Felix&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Badeni, Kazimierz Feliks Hrabia (Geburtsname); Badeni, Kasimir Felix Graf von&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=polnisch-österreichischer Verwaltungsjurist und Politiker; Statthalter im Königreich Galizien und Lodomerien, Ministerpräsident von Cisleithanien&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=14. Oktober 1846&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Surochów bei [[Jarosław|Jaroslau]], Galizien&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. März 1909&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Krasne (Solotschiw)|Krasne]], Galizien&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kronstieg</name></author>
	</entry>
</feed>