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	<title>Kaseinfarbe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T03:20:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kaseinfarbe&amp;diff=402847&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rjh: Archivlink geprüft</title>
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		<updated>2025-11-05T12:11:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Archivlink geprüft&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Natural ultramarine painted.jpg|mini|Eine Farbe aus Kasein und natürlichem Ultramarin auf Papier]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kaseinfarbe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Anstrichmittel]] ([[Umgangssprache|ugs.]] &amp;#039;&amp;#039;Farbe&amp;#039;&amp;#039;), bei dem die [[Pigment]]e mit [[Kasein]] gebunden sind. Der Einsatz von Kaseinfarbe als [[kaseinleim]]gebundene Farbe ist eine traditionsreiche [[Maltechnik]] im Bereich der Kunst; seit der Entwicklung der [[Acrylfarbe]]n hat sie an Bedeutung verloren.&amp;lt;ref&amp;gt;Atelier ARTani / Anita Windhager, [https://www.artani.at/galerie/kaseinfarbe/ Kaseinfarbe]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Marke &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;PLAKA&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; der [[Pelikan Holding]] hat sich der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Plakafarbe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ähnlich wie &amp;#039;&amp;#039;Tempo&amp;#039;&amp;#039; für Papiertaschentücher, als [[Gattungsname#Markenname|Gattungsname]] etabliert und verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaseinfarben werden im künstlerischen und dekorativen Bereich verwendet, da sie einfach selber anzumischen sind, häufig auch in Kindergärten und Schulen. Die Farbe hat hervorragende Farbbrillanz und Deckfähigkeit, sie ist aber nicht unbedingt wasserfest. Bei Verwendung im Außenbereich sollte Ammonium- oder [[Kalkkaseinfarbe]] verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestandteile einer Kaseinfarbe ==&lt;br /&gt;
Kasein ist der Hauptbestandteil der [[Milcheiweiß]]e und wird durch [[Ausfällung]] gewonnen. Hierbei kann etwa [[Quark (Milchprodukt)|Quark]] oder [[Magermilch]] verwendet werden, wobei auf einen niedrigen [[Milchfett|Fett]]gehalt und einen höheren Eiweißgehalt wert zu legen ist. Das Milchfett beeinflusst die [[Bindekraft]] negativ. Milch enthält etwa 3,25 % Protein, wovon der entscheidende Kaseinanteil 80 % ausmacht. Im Gegensatz zu anderen Proteinen ist Kasein relativ hitzebeständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das getrocknete Kaseinpulver ist kaum wasserlöslich und wird zur weiteren Verwendung in warmem Wasser vorgequollen und meist durch eine milde [[Alkalische Lösung|Lauge]] aufgeschlossen, zum Beispiel durch [[Hirschhornsalz]] – das ist [[Ammoniumcarbonat]] &amp;#039;&amp;#039;(Ammoniumkasein)&amp;#039;&amp;#039;, [[Borax]] &amp;#039;&amp;#039;(Boraxkasein)&amp;#039;&amp;#039; oder [[gelöschter Kalk|Sumpfkalk]] ([[Calciumhydroxid]]) &amp;#039;&amp;#039;(Kalkkasein)&amp;#039;&amp;#039;. Auch stärkere Alkalien wie Soda ([[Natriumkarbonat]]), Pottasche ([[Kaliumkarbonat]]), [[Natronlauge|Natron-]] und [[Kaliumhydroxid|Kalilauge]] lassen sich verwenden, doch dann sollte bei der Verarbeitung mit Schutzkleidung gearbeitet werden. Beim Aufschließen des Kaseins sollte die maximale Laugenzugabe einen Wert von 25 % nicht überschreiten.&amp;lt;!-- Aussage ungenau; Kasein kann beispielsweise in jeder beliebigen Menge mit Sumpfkalk gemischt werden; die Aussage sollte mit einer Begründung, sowie mit der Angabe ob Volumen-, Gewichtsprozente, Molzahl o.a. gemeint sind, versehen und belegt werden --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kasein ist verarbeitungsfertig im [[Fachhandel]] erhältlich, insbesondere bei Anbietern von Naturfarben. Kasein in Pulverform sollte nach dem Anmischen mit Wasser zunächst 30 Minuten quellen und dann erneut umgerührt werden, bevor weitere Zutaten hinzugefügt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kreidezeit&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://kreidezone-1253f.kxcdn.com/wp-content/uploads/2017/10/Safloroel.pdf |wayback=20210226161743 |text=Safloröl }}, Produktinformation Art. 370, In: Kreidezeit.de, 31. Juli 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Farbmittel]] zugegebene [[Pigmente]] müssen alkalibeständig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Füllstoffen wie [[Zellulose]], [[Methylcellulose]], [[Kaolin]] &amp;#039;&amp;#039;(Ton, [[Porzellanerde]], o.ä.)&amp;#039;&amp;#039;, [[Bentonit]] und [[Gesteinsmehl]]en, insbesondere aus [[Marmor]] oder [[Kreide (Gestein)|Kreide]], kann die Farbe soweit angedickt werden, dass sie fast ebenso dickflüssig und deckend zu verarbeiten ist wie handelsübliche [[Dispersionsfarbe]]n.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kreidezeit&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pflanzenöl]]e können zur besseren Verarbeitbarkeit bis zu einem Anteil von etwa 3 Gew.% (bezogen auf die trockenen Bestandteile der Farbe vor der Zugabe von Wasser) hinzugefügt werden. [[Safloröl]] etwa wird zur Verbesserung der Haftung eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kreidezeit&amp;quot; /&amp;gt; Durch die enthaltenen Alkalien können die Öle ganz oder teilweise [[verseifen]] und einen Einfluss auf die Wischfestigkeit der Farbe haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften der Kaseinfarbe ==&lt;br /&gt;
Kasein ist ein natürliches, organisches [[Bindemittel]]. Durch seinen natürlichen Ursprung dient es als Nährboden für Bakterien und Pilze. Wird [[Borax]] als Aufschlussmittel verwendet, so wirkt es als [[Konservierungsmittel]] und die Farbe ist bis zu 9 Monate haltbar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.kremer-pigmente.com/de/shop/mal-binde-klebemittel/63210-casein-bindemittel.html |titel=Casein-Bindemittel |titelerg=im Katalog von Kremer Pigmente |abruf=2016-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Borax vermindert allerdings die Feuchtebeständigkeit. Bei der Verwendung von [[Ammoniumcarbonat]] verflüchtigen sich alle überschüssigen alkalischen Anteile im Laufe der Zeit in Form von [[Ammoniak]]. Ammoniumkasein ist jedoch nur wenige Tage haltbar. Einen guten Schutz gegen Pilz- und Bakterienbefall bietet auch der Einsatz von [[gelöschter Kalk|Löschkalk]]. Sumpfkalk als Aufschlussmittel vernetzt das Kasein besser als Borax und setzt die Wasserfestigkeit nicht herunter. Daher ist Kalkkasein das Mittel der Wahl in der [[Wandmalerei]]. Geringe Beigaben von Pflanzenölen wie [[Leinöl]] bzw. [[Leinölfirnis]] sind üblich, um die Verarbeitung zu verbessern und die Eigenschaften anzupassen&amp;lt;!--die ursprüngliche Aussage &amp;quot;… verbessern die Haltbarkeit und Wasserfestigkeit weiter&amp;quot; ist fraglich--&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haltbarkeit, das angenehme Arbeiten und [[Farbtiefe (Farbmittel)|Farbtiefe]] bei gleichzeitig leicht mattem Auftrocknen gelten als Vorzüge der Kaseinfarben. Die Auswahl der Pigmente spielt dabei schon in der Herstellung eine entscheidende Rolle. Der überwiegende Teil der Pigmente sind [[Erdfarbe|Erd-]] oder [[Mineralfarbe]]n. Die Farben sind untereinander exzellent mischbar&amp;lt;!-- eigentlich selbstverständlich --&amp;gt;, so dass sich leicht eine Farbharmonie einstellt&amp;lt;!-- Evtl. streichen? Aussage unklar. --&amp;gt;. Einerseits kann – wie in der Ölmalerei – „Nass-in-Nass“ gearbeitet werden, nach der zügigen Trocknung aber auch [[lasieren]]d in Schichttechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach eingesetztem Aufschlussmittel kann eine Kaseinfarbe wasserfest sein und somit im Außenbereich Verwendung finden. Für den Einsatz als Kaseinfarbe wird meistens säureausgefälltes Kasein eingesetzt. Um Wasserfestigkeit zu erreichen, sollte aber Kalkkasein oder Ammoniumkasein zum Einsatz kommen. Die wasserfesten Farben sind nicht alkalibeständig&amp;lt;!-- ?? --&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bindekraft des [[Kaseinleim]]s ist extrem hoch, so dass besondere Sorgfalt in der Verarbeitung nötig ist. [[Kurt Wehlte|Wehlte]] erwähnt, dass trocknendes Kasein sowohl die [[Glasur (Keramik)|Glasur]] von [[Porzellan]]gefäßen als auch die [[Email]]le eiserner Schalen und Töpfe absprengt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[#Literatur|Wehlte]], S. 465&amp;lt;/ref&amp;gt; Daher ist bei deckendem Auftrag auf ausreichend Füllstoff zu achten, um ein [[Abblättern]] zu verhindern. Lasierende Farben können sehr dünn ausgearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachteile bei der Verwendung von Kasein als Bindemittel ist die kurze Haltbarkeit in konzentrierter Form und bei hohen Temperaturen sowie die relativ unberechenbare Konsistenz. Kaseinleim kann willkürlich gelieren, so dass eine Verdünnung nicht mehr möglich ist. Ebenso kann sich auch der Leim in pastöser Konsistenz plötzlich verflüssigen. Sowohl Haltbarkeit wie auch variierende [[Thixotropie]] können jedoch durch die Verdünnung des Leims mit Wasser und Füllstoffen deutlich verbessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kalkkasein – Herstellung und Verarbeitung{{Anker|Kalkkasein}} ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kalkkaseinfarbe}}&lt;br /&gt;
Fettarme [[Milch]] und fettarmer Quark können reinen [[Kalkfarbe]]n zugesetzt werden, um die Deckkraft zu erhöhen und der [[Kreidung]] vorzubeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magerquark wird im Verhältnis 5:1 mit festem Sumpfkalkbrei gemischt, um ein durchscheinendes Bindemittel zum Kleben, Grundieren (verdünnt), Lasieren (pigmentiert &amp;amp; verdünnt) oder zum Malen (pigmentiert, mit Füllstoffen versetzt &amp;amp; verdünnt) zu erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;books-GiFR_fbvYI0C-166&amp;quot;&amp;gt;Kurt Schönburg: &amp;#039;&amp;#039;Naturstoffe an Bauwerken.&amp;#039;&amp;#039; Beuth Verlag, 2010, ISBN 978-3-410-17355-7, S.&amp;amp;nbsp;166 ({{Google Buch |BuchID=GiFR_fbvYI0C |Seite=166}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der entstehende Kaseinleim ist sofort einsatzfähig und sollte umgehend verdünnt werden, um ein mögliches frühzeitiges Abbinden (Gallertbildung) zu vermeiden. Er sollte kühl gelagert und bei geringer Verdünnung am selben Tag, sonst innerhalb weniger Tage verbraucht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Rezepte und Hinweise bei {{Webarchiv |url=http://kremer-pigmente.de/63200r.htm |text=Kremer Pigmente |wayback=20161022111843 |archiv-bot=}}, abgerufen im Februar 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Werden mehr als 5 Teile Quark auf 1 Teil Sumpfkalkbrei verwendet, dann muss die Farbe dünn aufgetragen werden, um durch die entstehende innere Spannung nicht abzuplatzen. Zudem verringern sich Abriebfestigkeit und Witterungsbeständigkeit, d.&amp;amp;nbsp;h. die Farbe kann abkreiden. Je nach Kalkanteil lässt sich die Farbe jedoch über Wochen und sogar Monate lagern und das Verhalten der Farbe wird berechenbarer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell wurde deutlich weniger Magerquark als Kalkbrei verwendet, um die Deck- und Bindekraft des billig erhältlichen Kalks auszunutzen. Kalkfarben mit geringen Anteilen von weiteren Bindemitteln und Füllstoffen sind jedoch schwieriger zu verarbeiten. Sie wurden in der Regel dünnflüssig und in mehreren aufeinanderfolgenden Lagen auf vorgenässten Untergrund aufgetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Milcheiweiße lassen sich schon in der [[Höhlenmalerei]] finden. Die &amp;#039;&amp;#039;Kaseintechnik&amp;#039;&amp;#039; wurde von den [[Römisches Reich|Römern]] angewandt, auch in einer der [[Felsenkirche]]n von [[Lalibela]]&amp;lt;ref&amp;gt;heute im Museum von [[Addis Abeba]]. [[#Literatur|Wehlte]], S. 465&amp;lt;/ref&amp;gt; findet sich das Bindemittel. Ihre Hochblüte fand die Technik in der Tafelmalerei auf Holz, da sie weniger Ansprüche an die [[Grundierung]] stellt als etwa [[Ölfarbe]]n sowie der [[Wandmalerei]], wo sie in Farbwirkung nur vom [[Fresko]] übertroffen wird, aber auch auf altem [[Putz (Baustoff)|Putz]] angebracht werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Kurt Wehlte]]: &amp;#039;&amp;#039;Werkstoffe und Techniken der Malerei&amp;#039;&amp;#039;, Otto Maier Verlag, Ravensburg 1967, ISBN 3-473-48359-1 (früher: ISBN 3-473-61157-3).&lt;br /&gt;
* Hans-Werner Bastian: &amp;#039;&amp;#039;Naturfarben selbst gemischt&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Heinz Heise 1994, ISBN 3-88229-201-6.&lt;br /&gt;
* Kurt Schönburg: &amp;#039;&amp;#039;Naturstoffe an Bauwerken&amp;#039;&amp;#039;, Eigenschaften, Anwendung,: Herausgeber: Deutsches Institut für Normung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Malutensil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technik der Malerei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beschichtungswerkstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beschichtung (Baustoff)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Farbmitteltechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bindemittel für Feststoffe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rjh</name></author>
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