<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kartuzy</id>
	<title>Kartuzy - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kartuzy"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kartuzy&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-24T03:40:32Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kartuzy&amp;diff=646395&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: typo, form</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kartuzy&amp;diff=646395&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-17T09:58:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typo, form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ort in Polen&lt;br /&gt;
| Ort                = Kartuzy&lt;br /&gt;
| Wappen             = [[Datei:POL Kartuzy COA.svg|111px|Wappen von Kartuzy]]&lt;br /&gt;
| Woiwodschaft       = Pommern&lt;br /&gt;
| Powiat             = Kartuzy&lt;br /&gt;
| PowiatLink         = Kartuski&lt;br /&gt;
| Gemeinde           = Kartuzy&lt;br /&gt;
| GemeindeLink       = Gmina Kartuzy&lt;br /&gt;
| Breitengrad        = 54&lt;br /&gt;
| Breitenminute      = 20&lt;br /&gt;
| Breitensekunde     = &lt;br /&gt;
| Längengrad         = 18&lt;br /&gt;
| Längenminute       = 12&lt;br /&gt;
| Längensekunde      = &lt;br /&gt;
| OrtEinwohner       = 14716&lt;br /&gt;
| OrtEinwDatum       = (31. Dez. 2016)&lt;br /&gt;
| OrtFläche          = 6.23&lt;br /&gt;
| Höhe               = &lt;br /&gt;
| Postleitzahl       = 83-300&lt;br /&gt;
| Telefonvorwahl     = 58&lt;br /&gt;
| KFZ-Kennzeichen    = GKA&lt;br /&gt;
| Straße1            = [[Droga wojewódzka 211|DW 211]]: [[Żukowo (Powiat Kartuski)|Żukowo]] – Nowa Dąbrowa (- [[Słupsk]])&lt;br /&gt;
| Straße2            = [[Droga wojewódzka 224|DW 224]]: [[Wejherowo]] – [[Tczew]]&lt;br /&gt;
| Straße3            = [[Droga wojewódzka 228|DW 228]]: Kartuzy – [[Bytów]]&lt;br /&gt;
| Schienen1          = [[Polnische Staatsbahn|PKP]]-Linie 229: [[Bahnstrecke Pruszcz Gdański–Łeba|Kartuzy ↔ Stara Piła/Gdańsk Wrzeszcz]]&lt;br /&gt;
| Flughafen1         = [[Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig|Danzig]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kartuzy&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|karˈtuzɨ}}] (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Karthaus&amp;#039;&amp;#039;, früher &amp;#039;&amp;#039;Carthaus&amp;#039;&amp;#039;; {{ndsS|&amp;#039;&amp;#039;Karthus&amp;#039;&amp;#039;}}; [[Kaschubische Sprache|kaschubisch]] &amp;#039;&amp;#039;Kartuzë&amp;#039;&amp;#039;) ist eine Kleinstadt im [[Powiat Kartuski]] der [[Woiwodschaft Pommern]] in Polen. Sie ist Sitz des [[Powiat]] und der [[Gmina Kartuzy|Stadt- und Landgemeinde Kartuzy]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Lage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kartuzy.jpg|mini|hochkant=2|links|Gesamtaufnahme des Stadtgebiets]]&lt;br /&gt;
Die Stadt liegt in der historischen Landschaft [[Pommerellen]], in der [[Kaschubische Schweiz|Kaschubischen Schweiz]], etwa 32 Kilometer westlich von [[Danzig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Plateau von Karthaus&amp;#039;&amp;#039; umfasst den höchsten Teil der [[Baltische Seenplatte|Baltischen Seenplatte]]. Es erreicht durchschnittlich eine Höhe von 200 Metern über dem Meeresspiegel und wird durch den Radaunesee geteilt. Westlich davon sind die höchsten Punkte des Quellgebiets der Flüsse [[Łeba (Fluss)|Łeba]] (&amp;#039;&amp;#039;Leba&amp;#039;&amp;#039;), [[Bukowina (Fluss)|Bukowina]] (&amp;#039;&amp;#039;Buckowin&amp;#039;&amp;#039;) und [[Słupia]] (&amp;#039;&amp;#039;Stolpe&amp;#039;&amp;#039;) mit bis zu 271 Metern. Südlich davon erreicht der [[Wieżyca]] (&amp;#039;&amp;#039;Turmberg&amp;#039;&amp;#039;) 331 Meter Höhe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MKL&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Plac w Kartuzach.jpg|mini|Marktplatz von Karthaus mit der ehemaligen Luther-Kirche]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Poland Kartuzy - church.jpg|mini|hochkant|Kartäuserstiftskirche. Das Dach hat die Form eines Sarges]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kartuzy Dworcowa.jpg|mini|Straßenzug]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kartuzy, kościół Wniebowzięcia NMP, widok od pd..JPG|mini|Stiftskirche, vom angrenzenden Friedhof aus gesehen]]&lt;br /&gt;
Die Stadt liegt in [[Pomerellen]]. Von 1308 bis 1466 gehörte Pomerellen zum [[Deutschordensland]] [[Preußen]] und kam dann bei der Zweiteilung Preußens zum westlichen Teil, später auch als autonomes [[Preußen königlichen Anteils|Polnisch-Preußen]] bekannt, das sich freiwillig unter den Schutz der [[Polnische Krone|Polnischen Krone]] begeben hatte.&lt;br /&gt;
Vormals wurde der Ortsname als &amp;#039;&amp;#039;Carthaus&amp;#039;&amp;#039; geschrieben, ungefähr ab 1860 die Schreibweise &amp;#039;&amp;#039;Karthaus&amp;#039;&amp;#039; eingeführt. Die Stadt gilt als Hauptstadt der [[Kaschubei]] und ist ein Zentrum der Kultur der [[Kaschuben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge als geistliches Kloster ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kartause Karthaus (Kartuzy)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1380/81 stiftete der Adlige Johannes von Russoschin (&amp;#039;&amp;#039;Russoczin&amp;#039;&amp;#039;) nördlich des Turmberges eine Niederlassung des [[Kartäuser (Orden)|Kartäuserordens]], genannt [[Kartause Karthaus (Kartuzy)|„Marienparadies“]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;HHS&amp;quot; /&amp;gt; Die ersten Mönche kamen 1380 aus dem [[Königreich Böhmen]]/[[Prag]] in die [[Kaschubei|Kaschubien]].&lt;br /&gt;
Der [[Deutscher Orden|Deutsche Ritter-Orden]] bedachte das Kloster mit umfangreichen Zuwendungen und erweiterte dessen Besitz beträchtlich. Er befreite die Klosterorte von fast allen [[Abgabe]]n und Diensten, die ihm als [[Landesherr]]n zu leisten waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HHS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den umliegenden Wäldern wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein [[Torf]] gestochen. Auf den [[Rodung]]en rund um das Kloster wurden evangelische Siedler aus [[Pommern]] angesetzt. Durch Karthaus verlief auch eine Marien-Wallfahrtsroute von [[Wejherowo|Neustadt in Westpreußen]] nach [[Kościerzyna|Berent]] als Teil des europäischen [[Jakobsweg]]es. 1418 wird ein [[Kretscham]] in Karthaus erwähnt. Nach diesem [[Krugrecht|Krug]] hat der Krugsee (&amp;#039;&amp;#039;Jezioro Karczemne&amp;#039;&amp;#039;) seinen Namen. Der nördlichere der beiden Seen, an welchem das Klostergelände direkt anliegt, heißt Klostersee (&amp;#039;&amp;#039;Jezioro Klasztorne&amp;#039;&amp;#039;). Um diesen Krug herum entwickelte sich östlich des Sees ein kleines Bauerndorf, ein sogenanntes [[Vorwerk (Gutshof)|Vorwerk]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Reformation]]szeit wurde das Kloster arg in Mitleidenschaft gezogen, und die Zahl der Mönche sank auf vier.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HHS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Ausgrabung]]en wurden einige [[Tunnel]]s unter dem Kloster entdeckt. Deren Zweck und Ausmaß werden noch untersucht. Es ist wahrscheinlich, dass die Tunnel aus der Zeit der [[Großer Nordischer Krieg|Nordischen Kriege]] stammen (siehe Weblinks).&lt;br /&gt;
Auf dem „Spitzberg“, westlich des Klosters, gab es vermutlich aus vorchristlichen Zeiten eine [[Heidentum|heidnische]] [[Kultstätte]]. Belegt ist, dass dort seit 1655 eine [[Kapelle (Kirchenbau)|Kapelle]] moit dem [[Patrozinium]] „[[Heiliges Kreuz]]“ bestand, die später verfiel. Um 1900 stand nur noch der Turm, neben dem eine hölzerne [[Aussichtsturm|Aussichtsplattform]] errichtet wurde, die spätestens seit 1920 als [[Belvedere (Architektur)|Belvedere]] bezeichnet wurde. 1989 wurde die Kapelle wiedererrichtet. Es ist wahrscheinlich, dass die unter dem Kloster entdeckten Tunneln zur Kapelle auf dem Spitzberg führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Karthaus als weltliche Siedlung ===&lt;br /&gt;
Durch die [[Erste Teilung Polens|Erste Teilung]] [[Polen-Litauen]]s 1772 wurde das westliche Preußen mit dem Gebiet von [[Danzig]] unter [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich II. von Preußen]] mit dem östlichen Teil des Königreichs Preußen vereinigt. Von da an gehörte Karthaus zu [[Preußen]]. Im Jahr 1785 wurde &amp;#039;&amp;#039;Carthaus&amp;#039;&amp;#039; als ein königliches [[Vorwerk (Gutshof)|Vorwerk]] und Dorf mit Sitz des [[Dominium|Domänenamts]] und insgesamt 28 [[Feuerstelle]]n (&amp;#039;&amp;#039;Haushaltungen&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JFG207&amp;quot;&amp;gt;[[Johann Friedrich Goldbeck]]: &amp;#039;&amp;#039;Volständige Topographie des Königreichs Preußen&amp;#039;&amp;#039;. Teil I, Königsberg / Leipzig 1785, &amp;#039;&amp;#039;Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement&amp;#039;&amp;#039;, [https://books.google.de/books?id=SQw_AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA1-PA28 S. 28.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1789 umfasste der Amtsbezirk Karthaus 74 Dörfer mit 721 Feuerstellen; der Sitz des Domänenamts befand sich auf dem Vorwerk Groß Czapielken.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Friedrich Goldbeck]]: &amp;#039;&amp;#039;Volständige Topographie des Königreichs Preußen&amp;#039;&amp;#039;. Teil II: &amp;#039;&amp;#039;Topographie von West-Preussen&amp;#039;&amp;#039;, Marienwerder 1789, [https://books.google.de/books?id=SQw_AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA59, S. 59, Nr. 6.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1790 existierte bereits die Seestraße (polnisch heute &amp;#039;&amp;#039;ulica Jezioro&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gesamten näheren Umland gab es zunächst noch keinen Ort, den man von der Bevölkerungsgröße her als Stadt hätte bezeichnen können. Bei der Verwaltungsreform 1818 wurde das Gärtnerdorf Karthaus zum Hauptort des dünn besiedelten Landkreises und zum Sitz des Landrats bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem 1810 von König [[Friedrich Wilhelm III. (Preußen)|Friedrich Wilhelm III.]] verfügten [[Säkularisation]]sedikt wurde die Aufhebung aller Klöster in Preußen angeordnet. Das Kloster Karthaus und sein Grundbesitz wurden aber erst 1823 vom Staat beschlagnahmt. Damals begann die Geschichte von Karthaus als weltliche Siedlung. Eine Zeitlang diente das Kloster noch als [[Emeritierung|Emeritenanstalt]] für ältere katholische Geistliche. Später wurden Teile der [[Kate (Hütte)|Katen]], in denen die Mönche gelebt hatten, abgerissen. In den darauf folgenden Jahren waren Klostergebäude und Inventar dann dem Verfall preisgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1841 wurden viele [[Parzelle]]n rund um das Vorwerk des Klosters zum Verkauf freigegeben, und bald darauf (1842/1844) kam es zu tumultartigen Zusammenstößen zwischen den zuziehenden evangelischen Deutschen und den angesessenen katholischen [[Kaschuben]], als das [[Refektorium]] des vormals katholischen Klosters zu einem evangelischen Andachtsraum umgewidmet werden sollte. Aus Danzig kamen schließlich die [[1. Leib-Husaren-Regiment Nr. 1|Schwarzen Husaren]], die Leibgarde der preußischen Könige, um für Ruhe zu sorgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Agathon Harnoch: &amp;#039;&amp;#039;Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, nach gedruckten und ungedruckten Quellen dargestellt.&amp;#039;&amp;#039; Nipkow, Neidenburg 1890.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war Karthaus noch ein kleiner [[Marktflecken]], der um 1848 817 Einwohner zählte. 1851 besuchte König [[Friedrich Wilhelm IV.]] den Ort, daran erinnert heute noch ein Denkmal. 1853 überschritt die Einwohnerzahl bereits der 1000er-Marke. Erst ab 1856 gab es eine selbständige [[Kirche der Altpreußischen Union|Evangelisch-unierte Kirchgemeinde]] mit eigenem Pfarrer in Karthaus, allerdings noch ohne eigene Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1862 wurde Karthaus vom Verwaltungsstatus her selbständige [[Landgemeinde (Preußen)|Landgemeinde]]. Es bestanden zu dieser Zeit bereits zwei Schulen, das Kreisgericht, das Landratsamt, ein Armenhaus und eine Feuerwehr. Seit ungefähr 1865 gab es in Karthaus auch eine [[Synagoge]], gelegen am Brunoplatz, dem zentralen Marktplatz der Stadt. Diese Synagoge wurde 1939 zerstört und der [[Jüdischer Friedhof|Jüdische Friedhof]] eingeebnet. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Bankfiliale. Juden waren seit etwa 1820 in Karthaus ansässig, Ende des 19. Jahrhunderts lebten um die 140 Juden im Ort, 1931 waren es noch knapp 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die evangelisch-deutsche Kirchgemeinde erbaute, ebenfalls am Brunoplatz, ab 1883 eine Kirche im [[Neugotik|neugotischen Stil]]. Man benannte sie „Martin-Luther-Kirche“ anlässlich des vierhundertsten Geburtstags des Reformators. Sie soll im Jahr 1887 eingeweiht worden sein. Heute ist sie ein katholisches Gotteshaus und seit 1983 dem [[Kasimir (Heiliger)|heiligen Kasimir]] geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1894 erhielt Karthaus Eisenbahnanschluss an die Eisenbahnlinie Praust-Lauenburg der [[Preußische Staatseisenbahnen|Preußischen Staatsbahn]]. Zu dieser Zeit bestand bereits die [[Klosterbrauerei]] Karthaus. 1903 erhielt die Stadt ein Wasserleitungsnetz, für dessen Speisung auf dem nahgelegenen Hafkeberg ein [[Wasserbehälter (Wasserwirtschaft)|Hochreservoir]] erbaut wurde. 1910 wurde ein [[Wasserkraftwerk]] an den Radauneseen in Betrieb genommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Schwandt: &amp;#039;&amp;#039;Karthaus und die Karthäuser Schweiz. Führer durchs Marienparadies.&amp;#039;&amp;#039; Danzig 1913, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Folgejahr wurden Karthaus und das Umland [[Elektrifizierung|elektrifiziert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Jahrhundertwende war der [[Tourismus]] ein bedeutender Wirtschaftszweig in Karthaus. Es gab viele Gaststätten und Hotels für Feriengäste aus dem [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]] und es wurden Briefköpfe mit der inoffiziellen Bezeichnung „klimatischer [[Luftkurort]] Karthaus“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kartuzy von 1920 bis 1939 ===&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Vor 1920 gehörte Karthaus zum [[Landkreis Karthaus]] im [[Regierungsbezirk Danzig]] der [[Provinz Westpreußen]] des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde der Kreis Karthaus durch den [[Friedensvertrag von Versailles|Versailler Vertrag]] 1920 als Teil des [[Polnischer Korridor|Polnischen Korridors]] ohne Volksabstimmung an [[Zweite Polnische Republik|Polen]] abgetreten. Am 8. Februar 1920 traf der polnische General [[Józef Haller]] in Karthaus ein, der die Übergabe des Polnischen Korridors überwachte. Haller und seinem Kavallerie-Regiment wurde vom polnischen Teil der Bevölkerung ein stürmischer Empfang bereitet. Der Anwalt Emil Sobiecki wurde erster polnischer Bürgermeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der polnischen Übernahme der Verwaltung hieß die Stadt erstmals offiziell &amp;#039;&amp;#039;Kartuzy&amp;#039;&amp;#039;. Da in der [[Provinz Posen]] die Westpolnische Bank die &amp;#039;&amp;#039;Mark&amp;#039;&amp;#039; als Währung ausgeben wollte, die Zentralbank in Warschau hingegen die [[Polnische Mark]], gab es in Karthaus zunächst ein lokales [[Notgeld]]. Wie in Deutschland kam es in Polen ab 1921 zu einer [[Hyperinflation]]. 1924 wurde der goldgedeckte [[Złoty]] eingeführt. Am 16. Oktober 1922 wurde in Kartuzy erstmals die polnischsprachige Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Gazeta Kartuska&amp;#039;&amp;#039; herausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele junge Kaschuben und Polen wurden für den [[Polnisch-Sowjetischer Krieg|Polnisch-Sowjetischen]] und den [[Polnisch-Ukrainischer Krieg|Polnisch-Ukrainischen Krieg]] eingezogen. Durch die polnischen Behörden kam es vereinzelt zu Verwaltungsmaßnahmen gegen missliebige öffentliche Personen der deutschen Bevölkerung. Im Juli wurde der evangelische Pfarrverweser Weber aus Hoppendorf (&amp;#039;&amp;#039;Hopowo&amp;#039;&amp;#039;) verhaftet, weil er angeblich [[Bolschewist]] war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Deutsche verließen Karthaus. 1910 hatten von den etwa 70.000 Einwohnern des Kreises Karthaus 27,8 % angegeben, Deutsche zu sein, 1921 nur noch 7,8 %. Zuerst wanderten Beamte und Lehrer ab, später auch andere Berufsgruppen wie Kaufleute und Handwerker. Zumeist blieben nur deutsche [[Gutsbesitzer]] und Bauern. Nach einer [[Landreform]] 1925 verschlechterte sich auch für sie die Lage. Es kam dabei auch zu [[Enteignung]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1926 gab es ersten öffentlichen Nahverkehr, eine Buslinie verkehrte auf der Route [[Danzig]]–[[Zuckau]]-Karthaus. Ab 1936 kamen weitere Verbindungen hinzu. Karthaus lag an der strategisch wichtigen „französischen Kohlenbahn“. Diese wichtige Eisenbahnstrecke verband das [[Oberschlesisches Revier|Oberschlesische Kohlenrevier]] mit dem [[Hafen Gdingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Karthaus von 1939 bis 1945 ===&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Überfall auf Polen]] 1939 wurde das Territorium des Polnischen Korridors von deutschen Truppen besetzt. In Karthaus war der Geschützlärm aus [[Danzig]] zu hören. Gegen 8 Uhr morgens passierte ein erster deutscher Spähtrupp aus Danzig die Dörfer der Staatsgrenze. Am vierten Kriegstag traf die Wehrmacht aus Richtung [[Bytów|Bütow]] ein. Das [[207. Infanterie-Division (Wehrmacht)|322. Infanterie-Regiment]] erreichte am 3. September den [[Radunia|Radaunensee]] und am nächsten Abend wurde Karthaus erreicht. Die deutsche Bevölkerung begrüßte die [[Wehrmacht]] als Befreier, alle Juden wurden deportiert, viele Polen ins [[Generalgouvernement]] abgeschoben. Kurz nach dem deutschen Einmarsch werden auf dem Brunoplatz Aufnahmen für die [[Deutsche Wochenschau]] gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. Oktober 1939 trat die bisher polnische Stadt Kartuzy zum Deutschen Reich und wurde vorläufig in Karthaus umbenannt; am 25. Juni 1942 erfolgte die Umbenennung der Stadt Karthaus in Karthaus (Westpr.).&amp;lt;ref name=terr &amp;gt;[http://www.territorial.de/dawp/karthaus/karthst.htm &amp;#039;&amp;#039;Stadt Karthaus (Westpr.)&amp;#039;&amp;#039; (Territorial.de)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Landkreis Karthaus wurde dem [[Reichsgau Danzig-Westpreußen]] zugeordnet, zu dem die Stadt bis 1945 gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen September und November 1939 kam es zu Massakern durch die [[Schutzstaffel|SS]] und den [[Volksdeutscher Selbstschutz|Volksdeutschen Selbstschutz]], unter anderem auch bei Karthaus. Im Wald bei Kaliska, drei Kilometer nordöstlich des Stadtkerns von Karthaus, sollen bis zu 200 Menschen ermordet worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Maria Wardzyńska: &amp;#039;&amp;#039;Był rok 1939&amp;#039;&amp;#039;, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 27. Oktober 1939 wurden durch das für den &amp;#039;Militärbezirk Westpreußen&amp;#039; zuständige „[[SS-Einsatzgruppen|SS-Einsatzkommando 16]]“ ca. 75 Personen, darunter der kaschubische Pfarrer des Dorfes Kelpin und zehn weitere Geistliche, hingerichtet. Für einen der getöteten Pfarrer läuft ein Seligsprechungsverfahren durch die katholische Kirche. Auch in den nahen Dörfern Gribno, Eggertshütte und Kobissau soll es Erschießungen gegeben haben. Als Antwort auf diese Gräueltaten formierte sich im Dezember 1939 in den umliegenden Wäldern der Kaschubei die erste kaschubische Partisanengruppe [[Gryf Kaszubski]]. Es bildeten sich noch weitere Partisanengruppen, unter anderem südlich von Karthaus in der [[Tucheler Heide]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Angehörige der polnisch-kaschubischen Intelligenz des Kreises Karthaus wurden darüber hinaus beim [[Massaker von Piaśnica]] (nahe Putzig) umgebracht. Auch polnische Handwerksbetriebe wurden bald von Deutschen übernommen und die Eigentümer ins Generalgouvernement gebracht. Bleiben konnten zunächst noch die Polen, die in der Landwirtschaft unabkömmlich waren. Die nationalsozialistische Politik gegenüber den Kaschuben war hingegen nicht so extrem wie gegenüber den Polen. Die Kaschuben wurden in die [[Deutsche Volksliste|Volksliste III]] aufgenommen. Im Zuge dieser „[[Zwangsgermanisierung]]“ konnten Kaschuben nun auch in die Wehrmacht eingezogen werden, was sie nach Kriegsende in den Augen der Polen und Russen wiederum zu deutschen Kollaborateuren machte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde im Zuge der „[[Schlacht um Ostpommern]]“ am 6. März 1945 das 60&amp;amp;nbsp;km südwestlich von Karthaus gelegene [[Bytów|Bütow]] von der Wehrmacht aufgegeben. Sie zog sich auf eine Verteidigungslinie vor Neustadt in Westpreußen und Karthaus zurück. Am 7. März drangen die Truppen der [[sowjetisch]]en [[2. Weißrussische Front|2. Weißrussischen Front]] das erste Mal in den Kreis Karthaus ein. Am 10. März erreichten sie von Süden kommend die Stadt. Während der Kämpfe um Karthaus sollen etwa 320 Soldaten der [[Rote Armee|Roten Armee]] gefallen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Bevölkerung begann in den ersten Märztagen mit der Flucht nach Danzig. Am 10. März 1945 besetzte die [[Rote Armee]] die Stadt. Nur eine kleine Minderheit war in der Stadt verblieben. Im ganzen Kreis Karthaus lebten nach einer Zählung vom 1. November 1945 noch 1212 Deutsche.&amp;lt;ref&amp;gt;Herder-Institut Marburg: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen östlich von Oder und Neiße 1945–1950, Dokumente aus Polnischen Archiven&amp;#039;&amp;#039;. Band 4, 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Militärbefehlshaber für Kartuzy war 1945 der [[sowjetisch]]e Oberst Popov. Soweit die Deutschen nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit [[Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten|vertrieben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sowjetische Militärverwaltung wurden in den Nachkriegsjahren vorhandene Industrieanlagen und Eisenbahngleise demontiert und abtransportiert. Der evangelische Friedhof wurde eingeebnet und war im Jahr 1977 nicht mehr vorhanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Brauer: &amp;#039;&amp;#039;Karthaus und sein Kloster &amp;quot;Marienparadies&amp;quot;: ein &amp;#039;Bildband&amp;#039; zum Heimatbuch des Kreises Karthaus&amp;#039;&amp;#039;, 1980, Foto Nr. 82.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Demographie ===&lt;br /&gt;
Bei der Übernahme der Verwaltung durch Preußen wurde 1772 das sogenannte Kontributionskataster angelegt. Danach lag die Bevölkerung des gesamten Landkreises Karthaus bei rund 10.500 Personen.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
! Anmerkungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1773 || align=&amp;quot;center&amp;quot; |{{0}} 157 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;WH&amp;quot;&amp;gt;Willy Heidn: &amp;#039;&amp;#039;Ortschaften des Kreises Karthaus/Westpr. in der Vergangenheit&amp;#039;&amp;#039;, 1965.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1829 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | {{0}}324 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;WH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1836 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | {{0}}500 || in dreißig Privathäusern&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leopold von Zedlitz-Neukirch]]: &amp;#039;&amp;#039;Der preußische Staat in allen seinen Beziehungen&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, Berlin 1836, [http://books.google.de/books?id=fCtPAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA477 S. 477].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1848 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | {{0}}817 || davon 511 Katholiken, 273 Evangelische und 33 Juden&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Brauer: &amp;#039;&amp;#039;Bildband zum Heimatbuch des Kreises Karthaus&amp;#039;&amp;#039;, 1980.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1852 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | {{0}}901 || &amp;lt;ref&amp;gt;Kraatz: &amp;#039;&amp;#039;Topographisch-statistische Beschreibung des Preußischen Staats&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1856, [https://books.google.de/books?id=g7QDAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA91 S. 91.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1869 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | 1765 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;HHS&amp;quot;&amp;gt;Ernst Bahr: &amp;#039;&amp;#039;Karthaus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch der historischen Stätten]], Ost- und Westpreußen&amp;#039;&amp;#039;, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 97–98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1875 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | 1975 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;VWG&amp;quot;&amp;gt;{{Verwaltungsgeschichte.de|pfad=dan_karthaus.html|name=Westpreußen, Kreis Karthaus}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1880 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | 2179 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;VWG&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1890 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | 2351 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;VWG&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1900 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | 2642 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;MKL&amp;quot;&amp;gt;Lexikoneintrag zu &amp;#039;&amp;#039;Karthaus&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 6. Auflage, Band 10, Leipzig/Wien 1907, [http://www.zeno.org/Meyers-1905/K/meyers-1905-010-0688 S. 688.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 || align=center | 3699 || am 1. Dezember, davon 1201 Evangelische, 1378 Katholiken, 90 Juden, 14 Sonstige (1937 mit [[Deutsche Sprache|deutscher]], 1696 mit [[Kaschubische Sprache|kaschubischer]] und 50 mit [[Polnische Sprache|polnischer]] Muttersprache)&amp;lt;ref&amp;gt;Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: &amp;#039;&amp;#039;Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen&amp;#039;&amp;#039;. Heft II: &amp;#039;&amp;#039;Regierungsbezirk Danzig&amp;#039;&amp;#039;, [https://books.google.de/books?id=tJdPhIkLJ7AC&amp;amp;pg=RA1-PA26 S. 26–27, Ziffer 38: &amp;#039;&amp;#039;Karthaus i. Westpr.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1921 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | 3800 || darunter 450 Evangelische&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Große Brockhaus&amp;#039;&amp;#039;, 15. Auflage, Band 9, Leipzig 1931, S. 755.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1943 || align=&amp;quot;center&amp;quot; | 6024 || &amp;lt;ref name=&amp;quot;HHS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; &lt;br /&gt;
|+ Anzahl Einwohner nach dem Zweiten Weltkrieg&lt;br /&gt;
! Jahr || 1960 || 1970 || 1980 || 1998 || 2010 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| align=center | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einwohner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || 7900 || 10.600 || 12.000 || 16.100 || 15.200 &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Volkszählung von 1910 wurde anhand der Sprache auch die Ethnizität erfasst:&lt;br /&gt;
In [[Westpreußen]] stellten die Kaschuben nur 4,6 % der Bevölkerung, Karthaus war dagegen der Landkreis mit dem höchsten Anteil (71 %) kaschubischer Bevölkerung in Westpreußen. Die Deutschen waren mit 28 % in der Minderheit, bildeten aber die obere Gesellschaftsschicht. Der Anteil der Polen betrug nur 0,8 %. Großgrundbesitz teilten sich Kaschuben und Deutsche, das weitere Land war meist kaschubischer Kleinbesitz. Die Deutschen konzentrierten sich in den kleineren Landstädtchen. In der Stadt Karthaus stellten die Deutschen, einer Zählung von 1905 nach, die Mehrheit mit 58 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der deutsche Bevölkerungsanteil sank nach 1920 und 1945 stark. Zurück blieb nur eine geringe Zahl vor allem älterer deutscher Personen. Bis heute leben Deutsche und deren Nachkommen in Karthaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
Das heutige Stadtwappen stammt aus dem Jahr 1923 und entspricht dem Entwurf des kaschubischen Schriftstellers [[Aleksander Majkowski]]. Damals erhielt Karthaus unter polnischer Verwaltung Stadtrechte und ein Wettbewerb für ein Wappen wurde ausgeschrieben. Die sieben Sterne sind das Symbol des [[Kartäuser]]-Ordens. Sie stehen des Weiteren für die ersten sieben Mönche, welche der Legende nach, Karthaus gründeten. Die blaue Farbe des Schildes symbolisiert die Ostsee, und die [[Kaschubei]], welche man aufgrund der vielen Seen früher auch &amp;#039;das blaue Ländchen&amp;#039; nannte. Der [[Greif]] ist das Symbol der [[Kaschuben]] bzw. Pommern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1907 bemühte man sich vergeblich um die Verleihung des Stadtrechtes durch die Regierungsstellen in Danzig. Für diesen Fall existierte bereits ein Wappenentwurf: Der gespaltene Wappenschild zeigte heraldisch links das schwarzweiße Kreuz des [[Deutscher Orden|Deutschritterordens]]. Auf der anderen Schildseite sieben silberne Sterne auf blauem Grund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Geldscheinen des lokalen Notgeldes aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg findet man ein weiteres „inoffizielles“ Wappen. Es gleicht dem deutschen Wappenentwurf, zeigt aber anstelle des Ordenskreuzes eine bildliche Darstellung der [[Maria (Mutter Jesu)|heiligen Jungfrau Maria]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1941 bis 1945 wurde von den Deutschen Behörden ein anderes Wappen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.kartuzy.cartuz.pl/herb.html |wayback=20130208130401 |text=Archivierte Kopie |archiv-bot=2025-10-28 17:24:27 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es zeigt in blau einen rot bewehrten und rot bezungten goldenen Greif, der in rechten Vorderpranke einen roten Turm hält. Der Greif schreitet auf grünem Boden, über ihm die sieben Sterne der Karthäuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sport und Kultur ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1923 wurde von zwei Brüdern der erste Karthauser Fußballverein &amp;#039;Cartusia Kartuzy&amp;#039; gegründet. Seine Farben sind: Blau, Weiß und Schwarz.&lt;br /&gt;
Tatsächlich gab es bereits vor dem Jahr 1913 einen Fußballverein in Karthaus&amp;lt;ref name=&amp;quot;WS&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Schwandt: &amp;#039;&amp;#039;Karthaus und die Karthäuser Schweiz – Führer durchs Marienparadies&amp;#039;&amp;#039;, Danzig 1913, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;, daneben auch einen Tennisverein und einen Turnverein. Auch bestand zu dieser Zeit bereits ein ‚Stadt-Verschönerungs-Verein‘&amp;lt;ref name=&amp;quot;WS&amp;quot; /&amp;gt; und ein ‚Verein für kaschubische Volkskunst‘ (initiiert von [[Friedrich Lorentz (Slawist)|Friedrich Lorentz]], dem Autor des &amp;#039;&amp;#039;Großen Kaschubischen Wörterbuchs&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten und Denkmäler ==&lt;br /&gt;
Das einzige Museum der Stadt ist das kaschubische Museum mit Sammlungen zur Geschichte und Folklore der Kaschuben. Es befindet sich seit 1947 in einer alten, ehemals deutschen Villa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wahrzeichen der Stadt ist die alte Klosterkirche [[Kartause Karthaus (Kartuzy)|„Marienparadies“]] aus dem vierzehnten Jahrhundert mit dem sargdeckelförmigen Kupferdach. Daneben die anderen erhaltenen Teile des Klosters:&lt;br /&gt;
* die Eremitenanstalt und das [[Refektorium|Klosterrefektorium]]&lt;br /&gt;
* eine Marien-Statue aus Sandstein aus dem Jahr 1750&lt;br /&gt;
* Die ehemalige Luther-Kirche aus dem Jahr 1887&lt;br /&gt;
* das Postgebäude aus dem Jahr 1890 im Stil des niederländischen Manierismus, (Ul. Parkowej).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es zahlreiche denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude und Wohnhäuser aus der Zeit von 1860 bis 1930.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter der Stadt ==&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Ehlers (Schriftsteller)|Wilhelm Ehlers]] (1891–1952), Schriftsteller und Journalist&lt;br /&gt;
* [[Martin Schneider (Politiker, 1892)|Martin Schneider]] (1892–1967), Politiker, Abgeordneter des Hessischen Landtags&lt;br /&gt;
* [[Gertrude Kluge]], deutsche Schriftstellerin&lt;br /&gt;
* [[Hans Tonn]] (* 1901), Ingenieur und ordentlicher Professor für Maschinen und Energiewirtschaft der Landwirtschaftlichen Technologie an der TU Berlin&lt;br /&gt;
* [[Lotte Bingmann-Droese]] (1902–1963), deutsche Malerin&lt;br /&gt;
* [[Elzbieta Pintus]], jüdische Autobiografin des Zweiten Weltkrieges&lt;br /&gt;
* [[Jan Rompski]] (* 1913), kaschubischer Schriftsteller, Dichter und Volkskundler&lt;br /&gt;
* [[Wiesław Litewski]] (1933–2004), polnischer Rechtswissenschaftler, Rechtshistoriker und Hochschullehrer&lt;br /&gt;
* [[Edmund Kaminski]] (* 1934), kaschubischer Fotograf und Volkskundler&lt;br /&gt;
* [[Joachim Poeschke]] (* 1945), deutscher Kunsthistoriker&lt;br /&gt;
* [[Zenon Kitowski]] (* 1962), polnischer Klarinetten-Virtuose&lt;br /&gt;
* [[Andrzej Wroński]] (* 1965), polnischer Ringer&lt;br /&gt;
* [[Witold Stankowski]] (* 1966), polnischer Historiker&lt;br /&gt;
* [[Arkadiusz Okroj]] (* 1967), Bischof von Thorn&lt;br /&gt;
* [[Wojciech Kasperski]] (* 1981), polnischer Filmproduzent und Drehbuchautor&lt;br /&gt;
* [[Kamil Krieger]] (* 1987), Handballspieler&lt;br /&gt;
* [[Angelika Cichocka]] (* 1988), Leichtathletin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrenbürger ==&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Nolte (Politiker)|Wolfgang Nolte]] (seit 2015), Bürgermeister der Stadt Duderstadt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städtepartnerschaften ==&lt;br /&gt;
* [[Caissargues]], Frankreich (1990)&lt;br /&gt;
* [[Duderstadt]], Deutschland (1995)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
Seit 1886 bzw. 1905 bis 1994 bzw. 2000 bestand in Kartuzy Anschluss an die [[Bahnstrecke Pruszcz Gdański–Łeba]], die aus Rentabilitätsgründen geschlossen werden musste. Am 24. März 2002 jedoch nahm man den Güterverkehr auf dem Teilstück Kartuzy–Stara Piła (&amp;#039;&amp;#039;Altemühle&amp;#039;&amp;#039;) wieder auf. Es besteht von hier auch eine Verbindung nach Gdańsk Wrzeszcz (&amp;#039;&amp;#039;Danzig-Langfuhr&amp;#039;&amp;#039;). Seit 1. Oktober 2015 besteht wieder regelmäßiger Personennahverkehr nach Kartuzy. Der Ort Kiełpino in der Gemeinde hat einen Haltepunkt an der [[Bahnstrecke Nowa Wieś Wielka–Gdynia]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gmina Kartuzy ==&lt;br /&gt;
Die [[Gmina|Stadt-und-Land-Gemeinde]] Kartuzy hat eine Fläche von 205 Quadratkilometern und 33.619 Einwohner (2016).&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Gmina Kartuzy}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur zur Ortsgeschichte ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Karthaus, Flecken und Kreisort, Regierungsbezirk Danzig, Provinz Westpreußen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Meyers Gazetteer&amp;#039;&amp;#039;, mit Eintrag aus &amp;#039;&amp;#039;Meyers Orts- und Verkehrslexikon&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Karthaus ([https://www.meyersgaz.org/place/10936045 meyersgaz.org]).&lt;br /&gt;
* [[Johann Friedrich Goldbeck]]: &amp;#039;&amp;#039;Volständige Topographie des Königreichs Preußen&amp;#039;&amp;#039;. Teil II: &amp;#039;&amp;#039;Topographie von West-Preussen&amp;#039;&amp;#039;, Marienwerder 1789, [http://books.google.de/books?id=SQw_AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA59, S.&amp;amp;nbsp;59, Nr.&amp;amp;nbsp;6.)]&lt;br /&gt;
* [[August Eduard Preuß]]: &amp;#039;&amp;#039;Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes&amp;#039;&amp;#039;. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, [https://books.google.de/books?id=L_sAAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA391 S.&amp;amp;nbsp;391].&lt;br /&gt;
* Peter Letkemann: &amp;#039;&amp;#039;Zur Ortsgeschichte von Karthaus/Westpr. im 19. und 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Bernhart Jähnig]], Peter Letkemann (Hrsg.). &amp;#039;&amp;#039;Dr.&amp;amp;nbsp;[[Ernst Bahr (Historiker)|Ernst Bahr]] zum 80.&amp;amp;nbsp;Geburtstag am 19.&amp;amp;nbsp;August 1987&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte Westpreußens&amp;#039;&amp;#039;. Band 10). Nicolaus-Copernicus-Verlag, Münster 1987, ISBN 3-924238-11-1, S.&amp;amp;nbsp;261–286.&lt;br /&gt;
* Ernst Bahr: &amp;#039;&amp;#039;Aus der Geschichte des Klosters und der Stadt Karthaus&amp;#039;&amp;#039;, 1957.&lt;br /&gt;
* Heinz Voellner: &amp;#039;&amp;#039;Der Kampf um Westpreußen 1945&amp;#039;&amp;#039;, Münster 1985.&lt;br /&gt;
* Willy Heidn: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Kreises Karthaus (vom Ende der Ordensherrschaft 1466–1945)&amp;#039;&amp;#039;, 1971.&lt;br /&gt;
* Wilhelm Brauer: &amp;#039;&amp;#039;Der Kreis Karthaus: ein westpreussisches Heimatbuch&amp;#039;&amp;#039;, 1978.&lt;br /&gt;
* Ryszard Ciemiński: &amp;#039;&amp;#039;Album kartuski&amp;#039;&amp;#039;, Gdańsk 1991, ISBN 83-85130-28-4.&lt;br /&gt;
* Elzbieta Pintus: &amp;#039;&amp;#039;Moje prawdziwe przezycia&amp;#039;&amp;#039;, 2005, ISBN 83-89079-40-2.&lt;br /&gt;
* Paul Lau: &amp;#039;&amp;#039;Kirchenchronik des Kirchenkreises Karthaus-Kartuzy: Erinnerungsblätter aus der Vergangenheit der evangelischen Kirche im Kreise Karthaus-Kartuzy&amp;#039;&amp;#039;, 1938.&lt;br /&gt;
* Willy Heidn: &amp;#039;&amp;#039;Der Kreis Karthaus 1772 – Die Besitzergreifung durch den König von Preußen&amp;#039;&amp;#039;, 1972.&lt;br /&gt;
* Willy Heidn: &amp;#039;&amp;#039;Die nationalen Verhältnisse im Kreise Karthaus und die Grenzziehung 1920&amp;#039;&amp;#039;, 1967.&lt;br /&gt;
* [[Theodor Hirsch]]: [https://books.google.de/books?id=gwQsAAAAYAAJ&amp;amp;pg=RA5-PA1 &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Karthauser Kreises bis zum Aufhören der Ordensherrschaft&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Westpreußischen Geschichts-Vereins&amp;#039;&amp;#039;.] Heft&amp;amp;nbsp;6, 1882, S.&amp;amp;nbsp;1–148.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.territorial.de/dawp/karthaus/karthst.htm &amp;#039;&amp;#039;Stadt Karthaus (Westpr.)&amp;#039;&amp;#039; (Territorial.de)]&lt;br /&gt;
* [http://pom-wpru.kerntopf.com/evkirche/karthaus.htm Evangelische Kirche Karthaus, Westpreußen]&lt;br /&gt;
* [https://sztetl.org.pl/en/towns/k/1179-kartuzy/99-history/137449-history-of-community Jüdische Lokalgeschichte]&lt;br /&gt;
* [http://www.kartuzy.pl/ Offizielle Webpräsenz der Gemeinde] (polnisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.kmatuszczak.republika.pl/kartuzy/ Umfangreiche Seite zur Ortsgeschichte (polnisch)]&lt;br /&gt;
* [http://www.kartuzy-pradzieje.pl/ Stadtgeschichte] (polnisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.dziennikbaltycki.pl/artykul/501510,kartuzy-podziemny-tunel-kartuzow-wciaz-czeka-na-swojego,id,t.html Tunnel unter dem Kloster] (polnisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4097692-0|VIAF=239911705}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gmina Kartuzy]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
	</entry>
</feed>