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	<title>Karneol - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Karneol&amp;diff=70779&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Abschnittlink korrigiert</title>
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		<updated>2026-02-02T07:09:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Carnelian - tumble polished stone.jpg|mini|„[[Trommelstein|Getrommelter]]“ Karneol aus Botswana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karneol&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von mittellateinisch &amp;#039;&amp;#039;carneolus&amp;#039;&amp;#039;) ist eine undurchsichtige bis schwach durchscheinende, zweifarbig rot-weiß bis orange-weiß gebänderte [[Varietät (Mineralogie)|Varietät]] des [[Chalcedon (Mineral)|Chalcedons]]. Er besteht somit aus [[Quarz]] in faseriger Form, dessen fein[[kristall]]ine Struktur erst unter dem [[Mikroskop]] sichtbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karneol wird ausschließlich zur Herstellung von [[Schmuckstein]]en verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Farbe ==&lt;br /&gt;
Alle roten Farbtöne von dunkelrot über fleisch- und hellrot bis beinahe rosa kommen vor. Ebenso sind Farbabweichungen in Richtung Gelborange und Übergänge zum braunen [[Onyx (Mineral)#Varietäten|Sardonyx]] möglich. Es gibt sowohl einfarbige, gestreifte wie auch gefleckte und gewolkte Exemplare. Am höchsten geschätzt werden Karneole, die beim Durchblicken feurig rot, beim Blick auf die Oberfläche aber schwärzlich rot erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Farbe verdanken die Karneole dem Element [[Eisen]], das in Form von [[Eisen(III)-oxid|Eisenoxid]] oder [[Eisenhydroxid]] in verschiedenen Mengen im Karneol auftritt. Entsprechend fällt die Farbe aus: Das Oxid des [[Wertigkeit (Chemie)|dreiwertigen]] Eisens (Fe&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) färbt den Stein rot, sein Hydroxid (Fe(OH)&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) färbt ihn braun. Bei Karneolen aus Indien hat die Sonnenhitze, der man die Rohsteine aussetzte, das Eisenhydroxid in Eisenoxid umgewandelt und somit zu der begehrten roten Farbe beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karneole lassen sich durch Hitze dauerhaft farblich zum Rot hin verändern. Es ist eine komplizierte und Vorsicht erfordernde, aber seit dem Altertum bekannte Kunst unter anderem bei den Etruskern und Phrygern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Karneol&amp;#039;&amp;#039; ist nicht eindeutig. Die lateinische Bezeichnung im Mittelalter war &amp;#039;&amp;#039;corneolus&amp;#039;&amp;#039;, die schon vom Jahre 1078 an allgemein verwendet wurde. Später wurde der Stein auch &amp;#039;&amp;#039;cornelius&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|cornelio}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;GoehlMayer&amp;quot; /&amp;gt;) genannt. So heißt es im 13. Jahrhundert bei [[Albertus Magnus]]: &amp;#039;&amp;#039;„corneolus, quem quidam cornelium dicunt“&amp;#039;&amp;#039; („&amp;#039;&amp;#039;corneolus&amp;#039;&amp;#039;, den man auch &amp;#039;&amp;#039;cornelius&amp;#039;&amp;#039; nennt“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der &amp;#039;&amp;#039;Physica&amp;#039;&amp;#039;, dem lateinisch abgefassten medizinischen Werk der [[Hildegard von Bingen]] (1098–1179), wird der Stein &amp;#039;&amp;#039;cornelius&amp;#039;&amp;#039; oder ähnlich genannt. In der so genannten Pariser Handschrift der &amp;#039;&amp;#039;Physica&amp;#039;&amp;#039; aus den Jahren 1425–1450 ist das Kapitel 4–23 über den Karneol überschrieben mit &amp;#039;&amp;#039;De Cornelione&amp;#039;&amp;#039;. Wie es dort heißt, sei der Stein „wegen seiner Farbe nach der [[Kornelkirsche]] benannt“ worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In anderen Sprachen beginnt die Bezeichnung für Karneol meist mit &amp;#039;&amp;#039;corn&amp;#039;&amp;#039;, also einem o als zweitem Buchstaben. So geht nach dem &amp;#039;&amp;#039;New English Dictionary&amp;#039;&amp;#039; von Murray, Oxford 1893, der detailliert die Herkunft des Wortes behandelt, das heutige englische Wort &amp;#039;&amp;#039;cornelian&amp;#039;&amp;#039; für Karneol auf die mittelenglische (1000–1500) Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;corneline&amp;#039;&amp;#039; zurück, die ihrerseits vom altfranzösischen &amp;#039;&amp;#039;corneline&amp;#039;&amp;#039; stammt. Zum Teil werde es auf das lateinische Wort &amp;#039;&amp;#039;cornu&amp;#039;&amp;#039; = „Horn“ zurückgeführt, weil die Farbe des Steins manchmal dem des Fingernagels gleiche, teils aber auch auf die rote Farbe der Kornelkirsche, die lateinisch &amp;#039;&amp;#039;cornum&amp;#039;&amp;#039; (Adjektiv: &amp;#039;&amp;#039;corneus&amp;#039;&amp;#039;) heißt. Im späten 15. Jahrhundert sei das Wort &amp;#039;&amp;#039;corneolus&amp;#039;&amp;#039; verfälscht worden zur &amp;#039;&amp;#039;carneolus&amp;#039;&amp;#039;, und zwar nach dem lateinischen Wort &amp;#039;&amp;#039;carneus&amp;#039;&amp;#039; = „fleischfarben“. Zwar gibt es im Englischen für den Schmuckstein auch die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;carnelian&amp;#039;&amp;#039; (also wie im Deutschen a statt o), doch die englischsprachige &amp;#039;&amp;#039;Chambers&amp;#039;s Encyclopaedia&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe 1970, stellt hierzu unmissverständlich klar, dass es &amp;#039;&amp;#039;cornelian&amp;#039;&amp;#039; heißen muss: „Cornelian, ein Edelstein, oft fälschlicherweise carnelian genannt, ist ...“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das französische Wort für Karneol ist &amp;#039;&amp;#039;cornaline&amp;#039;&amp;#039;. Laut &amp;#039;&amp;#039;Großem Larousse&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe 1982, kommt die Bezeichnung von &amp;#039;&amp;#039;corne&amp;#039;&amp;#039; = „Horn“. Die spanische Bezeichnung ist ganz ähnlich, nämlich &amp;#039;&amp;#039;cornalina&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
Im Italienischen heißt der Schmuckstein &amp;#039;&amp;#039;corniola&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;cornalina&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Hans Lüschen: &amp;#039;&amp;#039;Die Namen der Steine&amp;#039;&amp;#039;, Basel 1979, ist die häufigste Form dieses mittellateinischen Namens &amp;#039;&amp;#039;corneolus&amp;#039;&amp;#039;, daneben &amp;#039;&amp;#039;cornelius&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;corniol&amp;#039;&amp;#039;. Die Herleitung aus dem lateinischen &amp;#039;&amp;#039;corneus&amp;#039;&amp;#039; = „hörnern, aus Horn“ (die Verkleinerungsform davon ist corneolus) sei nicht so einleuchtend wie die aus dem lateinischen &amp;#039;&amp;#039;cornus&amp;#039;&amp;#039; = „Kornelkirschenbaum“ (von dem die Verkleinerungsform ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;corneolus&amp;#039;&amp;#039; ist) und &amp;#039;&amp;#039;cornum&amp;#039;&amp;#039; = „Kornelkirsche“. Beschreibungen in alten Büchern über Steine hätten die Farbe des Karneols mit der des Fleisches oder des Spülwassers von Fleisch verglichen. Darauf könnte es beruhen, dass sich im 15. Jahrhundert die Formen mit a, nämlich &amp;#039;&amp;#039;carniol&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;carneolus&amp;#039;&amp;#039; usw. durchsetzten. &amp;#039;&amp;#039;Carneolus&amp;#039;&amp;#039; sei als der Fleischfarbene verstanden worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schreibweise &amp;#039;&amp;#039;Karniol&amp;#039;&amp;#039; war im 18. und 19. Jahrhundert geläufig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hahnemann&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cooper&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rötliche oder fleischfarbene Varietäten wurden in verschiedenen Quellen auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sarder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sardus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zekert&amp;quot; /&amp;gt; bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sardis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gräber&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Egypte louvre 126 bague.jpg|mini|Siegelring [[Ramses II.]] und seiner Frau [[Nefertari (19. Dynastie)|Nefertari]], Gold und Karneol]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karneol wurde bereits im Altertum als Schmuckstein geschätzt und findet sich insbesondere auf Ringen. Bekannte Beispiele sind:&lt;br /&gt;
* Der [[Ring von Tello]], [[Iran]], ca. 2500 v. Chr., heute im [[Louvre]]&lt;br /&gt;
* [[Phönizier|Phönizischer]] Siegelring mit [[Skarabäus]]darstellung, 6. Jh. v. Chr., heute im [[British Museum]]&lt;br /&gt;
* [[Etrusker|Etruskischer]] Siegelring mit [[Poseidon]]-Motiv, 6. Jh. v. Chr., heute in der [[Französische Nationalbibliothek|Französischen Nationalbibliothek]] in Paris.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Altes Ägypten|alten Ägypten]] galt der Karneol aufgrund seiner an Blut erinnernden Farbe als „Lebensstein“. Daher spielte er bei Bestattungsritualen eine Rolle und wird auch im [[Ägyptisches Totenbuch|Ägyptischen Totenbuch]] erwähnt. Zahlreiche Karneole wurden auch im Grab von [[Tutanchamun]] ([[KV62]]) im [[Tal der Könige]] gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region [[Meluḫḫa]] trug den [[Sumerische Sprache|sumerischen]] [[Epitheton|Beinamen]] „Land des Karneols“. Im 1. Buch Mose der Bibel werden Karneolsteine im Zusammenhang mit der [[Garten Eden#Die Paradiesgeografie in der Bibel|Lage des Garten Eden]] erwähnt. Israelitische Hohepriester trugen sie an ihren [[Efod|Gewändern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zypern-Museum in [[Nikosia]] besitzt zwei Halsketten aus Karneolperlen und zahnförmigen Muscheln, die in der Ausgrabungsstätte von [[Khirokitia]] im Süden der Insel an Skeletten von dort begrabenen Frauen gefunden wurden. Die Halsketten werden in die Zeit von 3.500 bis 3.000 v. Chr. datiert. Der verwendete Karneol muss vom Festland importiert sein, da es ihn auf der Insel nicht gibt. Im 5.000-jährigen [[Troja]] wurde bei Ausgrabungen ebenfalls Schmuck aus Karneol gefunden. In der [[Römische Kaiserzeit|Römischen Kaiserzeit]] (0–375) war der Karneol neben Glas das häufigste Material zur Herstellung von [[Gemme]]n. Oft waren sie Teil eines Ringes, der auch zum Siegeln benutzt wurde. In die Gemmen waren meist Glücks- und Schutzsymbole bzw. Schutzgottheiten eingeschnitten. Bei einfachen Soldaten bestand der Ring aus Eisen, bei Offizieren aus dem Ritterstand aus Gold. Wichtigste Quelle von Karneol war Indien. Bei [[Bramsche#Kalkriese|Kalkriese]] nahe Osnabrück, dem wahrscheinlichen Ort der [[Varusschlacht]] (9&amp;amp;nbsp;n. Chr.), hat man einen Eisenring mit Gemme aus Karneol gefunden, die ein Doppelfüllhorn mit dem Heroldstab des Merkur zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In spätrömischer Zeit kommen Karneolperlen vor allem in den östlichen Provinzen vor. Im nordalpinen Raum treten sie nur vereinzelt auf, so auch in [[Pfyn]] ([[Ad Fines]]) und [[Kaiseraugst]] (Schweiz).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martin&amp;quot; /&amp;gt; 2005 wurden bei [[Großschwabhausen]] im Kreis Weimarer Land in einem Kindergrab aus dem 11./12. Jahrhundert 13 [[Künstliche Perle|Perlen]] entdeckt, die vermutlich zu einer Kette gehörten. Vier der Perlen sind aus Karneol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Karneol leicht zu bearbeiten ist, wurde er gern als Siegelring benutzt. So trug [[Martin Luther]] einen Siegelring aus Gold mit einem Karneol, in den die so genannte Luther-Rose, das Wappen Luthers, eingeschnitten ist. Der Ring wurde um 1530 angefertigt, wahrscheinlich in Augsburg, und ist im [[Grünes Gewölbe|Grünen Gewölbe]] des Dresdner Schlosses ausgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der frühere hohe Rang des Karneols als Schmuckstein zeigt sich eindrucksvoll bei den so genannten „Juwelengarnituren“ [[August II. (Polen)|Augusts des Starken]] (1670–1733) und seines Sohnes, die ebenfalls im Grünen Gewölbe des Dresdner Schlosses ausgestellt sind und einen Hauptbestandteil des sächsischen Kronschatzes bilden. Von den neun Garnituren dort ist die umfangreichste mit 123 Einzelteilen die „Karneolgarnitur“. Sie wurde 1719 vollendet und ist weitgehend ein Werk der Goldschmiede Gebrüder [[Johann Melchior Dinglinger|Johann Melchior]], [[Georg Friedrich Dinglinger (Emailleur)|Georg Friedrich]] und [[Georg Christoph Dinglinger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wurden auch Puppen aus Karneol hergestellt, da die Farbe des Steins der Farbe menschlicher Haut am nächsten kommt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hundsbichler-et-al&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neuzeit erlebte der Karneol eine Renaissance als Schmuckstein. Zu den bedeutendsten Verarbeitungsstätten zählen die Schleifereien in [[Idar-Oberstein]]. Der Stein war auch mehrfach Gegenstand literarischer Verarbeitung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| cellpadding=&amp;quot;2&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; rules=&amp;quot;all&amp;quot; style=&amp;quot;margin: 1em 0em; background: #ffffff; border: 2px solid #aaa&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#efefef;&amp;quot; width=&amp;quot;50%&amp;quot;| [[Johann Wolfgang von Goethe]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Segenspfänder&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;(aus dem [[West-östlicher Diwan|West-Östlichen Diwan]])&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#efefef;&amp;quot; width=&amp;quot;50%&amp;quot;| [[Peter Paul Althaus]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Wenn ich endlich einmal wüsste&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;(aus dem Traumstadt-Zyklus)&lt;br /&gt;
|- align=&amp;quot;left&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
::Talisman in Karneol,&lt;br /&gt;
::Gläub’gen bringt er Glück und Wohl;&lt;br /&gt;
::Steht er gar auf Onyx Grunde,&lt;br /&gt;
::Küss’ ihn mit geweihtem Munde!&lt;br /&gt;
::Alles Übel treibt er fort,&lt;br /&gt;
::Schützet dich und schützt den Ort. (...)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
::„(...) Meiner Mutter Ohrgehänge&lt;br /&gt;
::waren zwei Beryll-Kameen,&lt;br /&gt;
::meines Vaters Halstuchnadel&lt;br /&gt;
::war ein roter Karneol.&lt;br /&gt;
::Edelsteine haben Kräfte:&lt;br /&gt;
::grüner Pol und roter Pol. (...)“&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 züchtete Professor Rupprecht im Auftrag des „Instituts für Zierpflanzenbau“ in [[Ost-Berlin]] eine neue Rosensorte und benannte sie nach dem Mineral [[Karneol-Rose]]. Das „Institut für Obstzüchtung“ in [[Dresden]]-[[Pillnitz]] entwickelte eine [[Sauerkirsche|Sauerkirschsorte]], die 1990 unter dem Namen [[Karneol-Kirsche]] anerkannt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cornelissen.de&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung und Fundorte ==&lt;br /&gt;
Der Karneol tritt in der Natur entweder als sinterartiger Überzug von Gesteinen oder als Auffüllung von Hohlräumen auf. In manchen [[Achat]]en bildet er auch mehr oder weniger dicke Lagen innerhalb ihrer charakteristischen Bänderung. Häufig sind Karneole auch aus ihrem Ursprungsgestein herausgelöst und findet sich in den Geröllen der Flussablagerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisher konnte Karneol in rund 120 Fundorten (Stand: 2009) nachgewiesen werden, so unter anderem bei [[Hobart]] auf Tasmanien (Australien); bei [[Foz do Iguaçu]] in Brasilien; in den französischen Regionen [[Elsass]], [[Franche-Comté]] und [[Lothringen]]; [[Baden-Württemberg]] (Schwarzwald), [[Bayern]] (Fichtelgebirge), [[Hessen]] (Odenwald), [[Rheinland-Pfalz]] ([[Bad Bergzabern]]), [[Saarland]], [[Sachsen]] (Glauchau) und [[Thüringen]] (Saalfeld) in Deutschland; [[England]] und [[Schottland]] in Großbritannien; [[Gujarat]] in Indien; in den [[Karawanken]] und bei [[Leutschach]] in Österreich; [[Niederschlesien]] in Polen; [[Karelien]] in Russland; im schweizerischen [[Kanton Jura]]; [[Banská Bystrica]] in der Slowakei; [[Sabaragamuwa]] auf Sri Lanka; in einigen Regionen von [[Südafrika]]; im tschechischen [[Böhmen]]; auf der Halbinsel [[Krim]] in der Ukraine; im [[Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén]] von Ungarn; sowie in vielen Regionen der [[Vereinigte Staaten|USA]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fundorte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung als Schmuckstein ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Karneolgemme.jpg|mini|Moderne Karneolgemme]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karneol hat als Chalcedon-Varietät die gleiche [[Mohshärte]] von 6,5 bis 7 und keine [[Spaltbarkeit|Spaltneigung]]. Er ist daher für die Verwendung als [[Schmuckstein]] gut geeignet und wird häufig zu [[Ring (Schmuck)|Ringsteinen]], [[Halsband|Ketten]], [[Gemme]]n oder auch [[Kunstgewerbe|kunstgewerblichen]] Gegenständen wie beispielsweise [[Skulptur]]en verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Farbenspiel bei Karneol kommt dabei im [[Schliff (Schmuckstein)#Glattschliff|Glattschliff]] besonders zur Geltung, daher wird er gern in Form von [[Cabochon]]en oder auch [[Handschmeichler]]n angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Legendäre Heilkräfte und Schutzzauber ==&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wurde der Karneol bisweilen in [[Amulett]]en getragen, die gegen Verzauberung schützen sollten. [[Hildegard von Bingen]] zählt ihn zu den wichtigsten Heilsteinen; er hilft angeblich u.&amp;amp;nbsp;a. gegen Blutungen, Kopfschmerz, Husten und Erkältungskrankheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Marbod von [[Rennes]] (1035–1123), Bischof dieser Stadt in der Bretagne, und bei [[Albertus Magnus]] (1193–1280) hatte der Stein neben dem Blutstillen auch die Wirkung, den Zorn zu besänftigen.&lt;br /&gt;
Geradezu als Allheilmittel für den Charakter wurde der Karneol in einem Werk aus dem Jahre 1354, der &amp;#039;&amp;#039;Oeconomia&amp;#039;&amp;#039; von Konrad von Megenberg, gepriesen:&lt;br /&gt;
::Wer schwach ist, aber fest sein möchte,&lt;br /&gt;
::wer lau ist, aber brennen möchte,&lt;br /&gt;
::wer feig ist, aber kühn sein möchte,&lt;br /&gt;
::wer Knecht ist, aber Herr sein möchte,&lt;br /&gt;
::der trage immer einen Karneol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch noch in späteren Jahrhunderten misst man dem Karneol besondere Wirkung bei, und zwar auf Frauen. Der &amp;#039;&amp;#039;aufrichtige Jubilierer&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahre 1773 schreibt: „Der Karneol, von Männern getragen, lässt sie auf Frauen in seltsamer Weise anziehend wirken.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Esoterik]]er ordnen den Karneol den [[Tierkreiszeichen]] [[Widder (Sternbild)|Widder]], [[Stier (Sternbild)|Stier]] und [[Skorpion (Sternbild)|Skorpion]] zu. Außerdem steht er nach Raphaell für den Planeten [[Mars (Planet)]] und nach Uyldert für den Planeten [[Jupiter (Planet)|Jupiter]]. Der Schriftsteller und Dichter [[Theodor Körner (Schriftsteller)|Theodor Körner]] ordnete den Karneol in seinem Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Die Monatssteine&amp;#039;&amp;#039; dem Monat Juli zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heilstein]] soll der Karneol in der Lage sein, Arthritis, Depressionen, Neuralgien und Rheuma zu heilen, sowie Fieber und Infektionen zu lindern. Außerdem soll er die Vitalität fördern. Wissenschaftlich ist hiervon nichts belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Systematik der Minerale]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Minerale]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor= Walter Schumann | Titel= Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke | Auflage= 16., überarbeitete | Verlag= BLV Verlag | Ort= München | Datum= 2014 | ISBN= 978-3-8354-1171-5 | Seiten= 142}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor= Jaroslav Bauer, Vladimír Bouška | Titel= Edelsteinführer | Verlag= Verlag Werner Dausien | Ort= Hanau/Main | Datum= 1993 | ISBN= 3-7684-2206-2 | Seiten= 128–129 | Originaltitel= | Originaljahr= 1993 | Originalort= Prag | Originalsprache= cs | Übersetzer= Felix Seebauer}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor= Hans Lüschen | Titel= Die Namen der Steine. Das Mineralreich im Spiegel der Sprache | Auflage= 2. | Verlag= Ott Verlag | Ort= Thun | Datum= 1979 | Sprache= de | ISBN= 3-7225-6265-1 | Seiten= 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Carnelian|Karneol (Carnelian)}}&lt;br /&gt;
* {{Mineralienatlas | ID= Karneol | Abruf= 2022-05-30}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle | url= https://www.mindat.org/min-9333.html | titel= Carnelian | werk= mindat.org | hrsg= Hudson Institute of Mineralogy | abruf= 2022-05-30 | sprache= en}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url= http://www.beyars.com/edelstein-knigge/lexikon_275.html | wayback= 20201130223505 | text= Karneol im Edelstein-Knigge von Prof. Leopold Rössler}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cooper&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle | autor= [[James Fenimore Cooper]] | url= https://www.projekt-gutenberg.org/cooper/spion/chap014.html | titel= Der Spion. Kapitel 15 in der Übersetzung von Carl Kolb, in einer Ausgabe aus 1841 | hrsg= [[Projekt Gutenberg-DE|Projekt Gutenberg]] | abruf= 2022-06-01}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cornelissen.de&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle | autor= Josef Cornelissen | url= https://www.cornelissen.de/cor_kir9.htm | titel= Ein Stein voll wunderbarer Wirkungen | werk= cornelissen.de | abruf= 2022-06-01}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fundorte&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fundortliste für Karneol beim [https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralDataShow?mineralid=4748&amp;amp;sections=12 Mineralienatlas] (deutsch) und bei [https://www.mindat.org/min-9333.html#autoanchor7 Mindat] (englisch), abgerufen am 30. Mai 2022.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GoehlMayer&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur | Autor= [[Konrad Goehl]], [[Johannes Gottfried Mayer]] | Titel= Antike Gemmen: Steinmagie und Liebeszauber bis ins christliche Mittelalter. Der Jude „Techel“ oder „Cheel“ und die ‚coelatio lapidum‘ mit Edition und Übersetzung zweier Steinbücher | Hrsg= Konrad Goehl, Johannes Gottfried Mayer | Sammelwerk= Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters | WerkErg= Festgabe für Gundolf Keil zum 65. Geburtstag | Verlag= Königshausen &amp;amp; Neumann | Ort= Würzburg | Datum= 2000 | Sprache= de | Reihe= Texte und Wissen | BandReihe= 3 | ISBN= 3-8260-1851-6 | Seiten= 265–316, hier: S. 276/291, 279/293, 281/295; 304}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gräber&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur | Autor= Hermann Johann Gräber | Titel= Versuch einer historischen Erklärung der Offenbarung des Johannes | Verlag= Universitätsbuchhandlung von Karl Winter | Ort= Heidelberg | Datum= 1857 | Sprache= de | Seiten= 79 | Online = {{Google Buch | BuchID= VqYCAAAAQAAJ | Seite= 79 | Hervorhebung= Karneol Sardis}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle | autor= J. u. W. Grimm | url= https://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&amp;amp;mode=Vernetzung&amp;amp;lemid=GS02072 | titel= Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Sarder, Sardis, Sardonix | werk= woerterbuchnetz.de | abruf= 2022-06-01}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hahnemann&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur | Autor= Samuel Hahnemann | Titel= Apothekerlexikon | Band= 1. Abt., 2. Teil | Verlag= | Ort= Leipzig | Datum= 1795 | Sprache= de | Seiten= 472 | Online= {{Zeno-Seite|20003689476|472|online verfügbar bei zeno.org}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hundsbichler-et-al&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur| Autor= Helmut Hundsbichler, Gerhard Jaritz, Harry Kühnel, [[Elisabeth Vavra]] | Herausgeber= [[Harry Kühnel]] | Titel= Alltag im Spätmittelalter | Auflage= 2. | Verlag= Styria Verlag | Ort= Graz, Wien, Köln | Jahr= 1996 | Seiten= | ISBN= 3-222-12451-5 }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martin&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur | Autor= [[Max Martin (Archäologe)|Max Martin]] | Titel= Das spätrömisch-frühmittelalterliche Gräberfeld von Kaiseraugst | Auflage= | Verlag= Habegger | Ort= Derendingen-Solothurn | Datum= 1991 | Reihe= Basler Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte | BandReihe= 5 A | Sprache= de | Seiten= 32–33 | Kommentar= flache quadratische Perle mit fazettierten Ecken in einem Frauengrab um 400 oder des frühen 5. Jahrhunderts}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zekert&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur | Titel= Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570 | Hrsg= Otto Zekert, Österreichischer Apothekerverein, Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie | Verlag= Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel | Ort= Berlin | Datum= 1938 | Sprache= la | Seiten= 138 | Kommentar= Carneolus | Online= {{Google Buch | BuchID= K8PPzQEACAAJ | Seite= 138}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4614469-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schmuckstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Varietät (Mineral)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Trigonales Kristallsystem]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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