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	<title>Karl Wittgenstein - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Karl Wittgenstein 1908.jpg|mini|Karl Wittgenstein (1908)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Otto Clemens Wittgenstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[8. April]] [[1847]] in [[Gohlis (Leipzig)|Gohlis]] bei [[Leipzig]], [[Königreich Sachsen]]; † [[20. Januar|20. Jänner]] [[1913]] in [[Wien]], [[Österreich-Ungarn]]) gehörte zu den erfolgreichsten Unternehmern der späten [[Donaumonarchie]], war ein charakteristischer Vertreter der sogenannten „[[Gründerzeit]]generation“ und u.&amp;amp;nbsp;a. Vater des Philosophen [[Ludwig Wittgenstein]] sowie&lt;br /&gt;
des Pianisten [[Paul Wittgenstein (Pianist)|Paul Wittgenstein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herkunft ===&lt;br /&gt;
Karl stammte aus einer früh assimilierten deutsch-jüdischen Familie [[Wittgenstein (Familie)|Meyer-Wittgenstein]], deren Wurzeln in der Kleinstadt [[Bad Laasphe|Laasphe]] im [[Wittgensteiner Land]] liegen. Sein Großvater war der Gutsverwalter Moses Meyer gewesen. Er hatte für die Grafen von [[Sayn-Wittgenstein-Hohenstein]] gearbeitet und war vor 1803 nach [[Korbach]] gezogen, wo er einen Wollgroßhandel betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit etwa 1808 nannte sich Moses Meyer &amp;#039;&amp;#039;Moses Meyer Wittgenstein&amp;#039;&amp;#039; nach seiner Geburtsgegend oder seinen Arbeitgebern.&amp;lt;ref&amp;gt;Bartley, William Warren. Wittgenstein. Open Court, 1994, S. 199–200.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Wollgroßhandel des Moses Meyer Wittgenstein wurde zum größten Unternehmen in der Stadt Korbach, später ging es wieder abwärts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moses’ Sohn, [[Hermann Christian Wittgenstein|Hermann Christian]] (* 15. September 1802 in Korbach; † 1878 in Wien), verlegte das Geschäft gegen Ende der 1830er Jahre nach [[Gohlis (Leipzig)|Gohlis]] bei Leipzig.&lt;br /&gt;
[[Datei:Karl Wittgenstein siblings.jpg|mini|Karl Wittgenstein (zweiter von links) mit seinen Eltern, Brüdern und Schwestern. Das Foto wurde anlässlich der Silberhochzeit seiner Eltern aufgenommen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1847 kam Karl als sechstes von elf Kindern Hermann Christians und dessen Frau Fanny, geb. Figdor, in Gohlis zur Welt. Drei Jahre später zog die Familie nach [[Vösendorf]] ([[Bezirk Mödling]]) in [[Niederösterreich]], dort wurden seine vier jüngsten Geschwister geboren. Die Familie zog 1860 nach Wien, wo der Vater im Immobilienhandel arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit elf Jahren versuchte Karl Wittgenstein das erste Mal, von zu Hause davonzulaufen, mit siebzehn verließ er nach einer Androhung einer Verweisung das Gymnasium: Er hatte in einem Aufsatz die Unsterblichkeit der Seele bezweifelt. 1865 lief er tatsächlich von zu Hause fort: mit einem Pass, den er in Wien einem verarmten Studenten abgekauft hatte, reiste er nach [[Vereinigte Staaten von Amerika|Amerika]], wobei er nur eine Geige als einzigen Besitz dabei gehabt haben soll. In [[New York City|New York]] verdingte er sich als Kellner und Barmusikant, als Lehrer für Mathematik, Deutsch, Latein, Griechisch sowie Musik, Violine und Horn und schließlich als Steuermann auf einem Kanalboot. Fast ein Jahr ließ er die Familie ohne Nachricht und erst zwei Jahre später kehrte er zu ihr nach Wien zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Palais Wittgenstein 03.jpg|mini|Palais Wittgenstein, Wien 1910]]&lt;br /&gt;
=== Aufstieg ===&lt;br /&gt;
In Wien brach Karl Wittgenstein nach nur einem Jahr ein Ingenieurstudium an der [[Technische Universität Wien|Technischen Hochschule]] ab. Es folgten mehrere kurze Zwischenstationen in unterschiedlichen Berufen an verschiedenen Orten in [[Österreich-Ungarn]]. Erst durch Vermittlung und Förderung durch [[Paul Kupelwieser]] (Bruder von Wittgensteins Schwager [[Karl Kupelwieser]]) begann Wittgenstein seine steile Karriere in der Eisen- und Stahlindustrie als [[technischer Zeichner]] bei den „[[Teplice|Teplitzer]] Walzwerken“ in Nordböhmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1876 wurde Wittgenstein in den Direktionsrat gewählt und 1877 zum Direktor bestellt. Nur wenige Jahre später war er auch deren Hauptaktionär. 1878 brachte ein Großauftrag für Schienen für die [[Bender-Galatz Eisenbahn]] großen Aufschwung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hermine Wittgenstein |Titel=Familienerinnerungen |Verlag=Haymon Verlag |Datum=2015 |ISBN=978-3-7099-7200-7 |Seiten=72-74 |Online={{Google Buch |BuchID=Q9t2DwAAQBAJ |SeitenID=PT72}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter Wittgensteins Führung übernahmen die Teplitzer Walzwerke 1884 dann die „[[Böhmische Montangesellschaft]]“. Die Teplitzer Walzwerke &amp;#039;&amp;#039;(Teplické válcovny a besemerovny)&amp;#039;&amp;#039; wurden 1872 in Zuckmantel (heute [[Dubí|Pozorka]]) zur Herstellung von Grobblechen gegründet. Als erstes Walzwerk in Böhmen wurde das [[Bessemer-Verfahren]] der Stahlherstellung eingeführt. 1907 wurden Arbeiter und Produktion nach [[Kladno]] übersiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ukp98.cz/polabi/labe/obce/tp/pozorka.htm ukp98.cz]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1886 brachte Karl Wittgenstein die Teplitzer Walzwerke im Austausch für Aktien in die [[Prager Eisenindustrie-Gesellschaft]] ein und begründete damit das erste österreichische Eisen-[[Kartell]]. 1887 kaufte er die [[St. Egydyer Eisen- und Stahlindustriegesellschaft|St. Egydi Eisen- und Stahl-Industrie-Gesellschaft]] in Niederösterreich; 1890 konzentrierte er die obersteirische Sensenindustrie mit den „Vereinigten Sensenwerken“ in [[Judenburg]]. 1889 gründete Karl Wittgenstein schließlich in Kladno die [[Poldihütte]] als privates Unternehmen. Er benannte die Firma nach seiner Frau Leopoldine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als erster Unternehmer in der [[Donaumonarchie]] betrieb Karl Wittgenstein in den von ihm beherrschten Firmen eine konsequente Modernisierung der Produktionstechnik und eine [[Rationalisierung (Ökonomie)|Rationalisierung]] der Betriebsabläufe. Den sozialen Folgen seines Handelns schenkte er keine besondere Beachtung. Daher wurde er bald – mit einem durchaus kritischen Unterton – als „Amerikaner in Österreich“ bezeichnet. Außerdem betrieb Wittgenstein eine Politik der „[[Vertikale Integration|Vertikalen Integration]]“. Das heißt, er bemühte sich darum, den gesamten Produktionsprozess der Eisen- und Stahlgewinnung in die Hand zu bekommen, angefangen von Kohle- und Eisenerzgruben, über die Eisen- und Stahlwerke bis hin zu Weiterverarbeitung und Vertrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogar Banken zur Finanzierung seiner Vorhaben und Siedlungsgesellschaften zur Errichtung von Arbeiterwohnungen zählten schließlich zu Wittgensteins Einflussbereich. Er war Aufsichtsratsmitglied der [[Böhmische Escompte-Bank|Böhmischen Escompte-Bank]], der [[Niederösterreichische Escompte-Gesellschaft|Niederösterreichischen Escompte-Gesellschaft]] und der [[Creditanstalt-Bankverein|Österreichischen Kredit-Anstalt für Handel und Gewerbe]].&amp;lt;ref&amp;gt;David F. Good: &amp;#039;&amp;#039;Der wirtschaftliche Aufstieg des Habsburgerreiches 1750–1914.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, 1986, S. 189.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Höhepunkt und Rückzug ===&lt;br /&gt;
Den Höhepunkt seines Einflusses erreichte Karl Wittgenstein 1897 mit dem Erwerb der Aktienmehrheit an der [[Österreichisch-Alpine Montangesellschaft|Österreichisch-Alpinen Montangesellschaft]], indem er, wie bereits zuvor in anderen Unternehmen, konsequent Produktionsabläufe auf Effizienz trimmte und überzählige Werke schloss. Dies rief heftige Proteste sowohl bei den von Wittgensteins Maßnahmen betroffenen Arbeitern als auch bei seinen Kunden hervor, die sich von seinem Eisenkartell preislich zunehmend übervorteilt sahen. Schließlich sah sich sogar die Regierung [[Österreich]]s genötigt, offiziell die Geschäftspraktiken Wittgensteins zu untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des Aufruhrs zog sich Karl Wittgenstein 1898 – erst 52 Jahre alt – von all seinen Posten zurück und unternahm mit seiner Frau eine Weltreise. Außerdem verkaufte er seinen gesamten Industriebesitz, erwarb jedoch 1899 von der [[Böhler-Werke#Gründung und Geschichte bis 1945|Böhler AG]] deren Waldbesitz im Ausmaß von 5.000 [[Hektar]].&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Klingler: &amp;#039;&amp;#039;Hohenberg.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;84.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Erlös transferierte er in die Schweiz, nach Holland und in die USA und investierte ihn dort in Immobilien, Aktien und Anleihen. Daher überstand sein gewaltiges Vermögen sowohl den [[Erster Weltkrieg|Ersten]] und [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] als auch die [[Weltwirtschaftskrise]]. Während der dem Ersten Weltkrieg nachfolgenden [[Hyperinflation]] konnte das Vermögen durch eine geschickte Anlagepolitik sogar noch beträchtlich vergrößert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Karl Wittgenstein and his wife Leopoldine.jpg|mini|Karl Wittgenstein und seine Frau Leopoldine]]&lt;br /&gt;
Karl heiratete am 14. Februar 1874 in Wien Leopoldine Kallmus (* 14. März 1850 in Wien; † 3. Juni 1926 ebenda), eine begabte Pianistin, die aus einer Prager jüdischen Familie stammte. Das Paar zog für ein Jahr nach [[Teplice|Teplitz]], dann in eine Villa im Wiener Bezirk [[Meidling]]. Danach bezog die Familie das [[Palais Wittgenstein]], welches 1871–73 von [[Friedrich Schachner]] in der Alleegasse (heute Argentinierstraße) erbaut worden war. Das 1905/06 in [[Hohenberg (Niederösterreich)|Hohenberg]] als Um- und Ausbau fertiggestellte Land- bzw. Jagdhaus (&amp;#039;&amp;#039;Hochreith&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;BDA_DdM_09_2000&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.bundesdenkmalamt.at/text/136/1003/5553/ |text=&amp;#039;&amp;#039;Denkmal des Monats. September 2002&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20110921122227}} In: &amp;#039;&amp;#039;bundesdenkmalamt.at&amp;#039;&amp;#039;, 21. Dezember 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Familie sowie die beiden 1900 im Ortsverband errichteten Häuser, Forstamt sowie Forsthaus&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Während des Zweiten Weltkriegs als [[Lazarett]] genutzt.&amp;amp;nbsp;– Klingler: &amp;#039;&amp;#039;Hohenberg.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;158.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Architekt. Wiener Monatshefte für Bauwesen und decorative Kunst&amp;#039;&amp;#039;. Band 7.1901. Anton Schroll, Wien 1901, [https://permalink.obvsg.at/AC02771208 Permalink &amp;#039;&amp;#039;Österreichischer Bibliothekenverbund&amp;#039;&amp;#039;], S.&amp;amp;nbsp;Hauptteil, S.&amp;amp;nbsp;26, Bildteil, Tafel&amp;amp;nbsp;47.&amp;amp;nbsp;– [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&amp;amp;aid=arc&amp;amp;datum=19010005&amp;amp;seite=00000026&amp;amp;zoom=0 Seite 26 online], [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&amp;amp;aid=arc&amp;amp;datum=19010007&amp;amp;seite=00000046&amp;amp;zoom=0 Tafel 47 online.] ([[Anno (Austrian Newspapers Online)|ANNO]]).&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden von [[Josef Hoffmann (Architekt)|Josef Hoffmann]] („[[Wiener Werkstätte]]“) geplant und eingerichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BDA_DdM_09_2000&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{ArchitekturzentrumWien|234|Josef Hoffmann}} Abgerufen am 19. November 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl und Leopoldine Wittgensteins Kinder waren:&lt;br /&gt;
* Hermine „Mining“ (* 1. Dezember 1874 in Teplitz; † 16. Februar 1950 in Wien), unverheiratet&lt;br /&gt;
* Dora (*† 1876 in Wien), bei der Geburt verstorben&lt;br /&gt;
* Johannes „Hans“ (* 1877 in Wien; † 1902 in [[Chesapeake Bay]], [[USA]] vermutl. Selbstmord)&lt;br /&gt;
* Konrad „Kurt“ (* 1878 in Wien; † 27. Oktober 1918&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.geni.com/photo/view/6000000008289531406?album_type=photos_of_me&amp;amp;photo_id=6000000009813244218 |titel=Fotos in Fotos von Kurt Konrad Wittgenstein |abruf=2022-12-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbstmord)&lt;br /&gt;
* Helene „Lenka“ (* 1879 in Wien; † 7. April 1956), verheiratet mit Max Salzer, Ministerialbeamtem&lt;br /&gt;
* Rudolf „Rudi“ (* 1881 in Wien; † 1904 Selbstmord)&lt;br /&gt;
* Margherita/Margaret Anna Maria (* 19. September 1882 in [[Neuwaldegg]]; † 1958 in [[Wien]]), 1904 verheiratet mit Jerome Stonborough, daher heute als [[Margarethe Stonborough-Wittgenstein]] bekannt, ab 1923 getrennt&lt;br /&gt;
* [[Paul Wittgenstein (Pianist)|Paul Wittgenstein]] (* 11. Mai 1887 in Wien; † 3. März 1961 in [[New York City|New York]]) verlor aufgrund einer schweren Kriegsverletzung 1914 seinen rechten Arm. Seine Karriere als Pianist setzte er einarmig fort.&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Wittgenstein|Ludwig Josef Johann Wittgenstein]] (* 26. April 1889 in Wien; † 29. April 1951 in [[Cambridge]]), Philosoph&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in seinen Firmen, so agierte Karl Wittgenstein auch im familiären Umfeld in der Art eines autoritären Patriarchen, der seine Kinder konsequent überforderte und demütigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als andere erfolgreiche Unternehmer und Bankiers jüdischer Herkunft lehnte Karl Wittgenstein die Erhebung in den [[Adelsstand]] ab. Er war ein Wittgenstein, wollte keiner der gewöhnlichen „[[Wiener Ringstraße|Ringstraßen]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;barone“ werden. Auch kokettierte er mit einer vielleicht illegitimen Abkunft aus deutscher Hocharistokratie – aus den fürstlichen Geschlechtern der [[Waldeck|Waldeck-Pyrmont]] oder [[Sayn-Wittgenstein]]. Ein altes Wiener Scherzwort unterschied jedenfalls die „Haben-Wittgenstein“ von den „Sayn-Wittgenstein“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mäzenatentum ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background:#F9F9F9; border:1px solid #AAAAAA; float:right; margin:6px 0 6px 15px; padding:0.2em 0.4em; width:265px; text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eugénie Graff (Madame Paul)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Claude Monet 1882&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[https://www.harvardartmuseums.org/art/228748 Link zum Bild]&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Bitte [[Hilfe:FAQ zu Bildern#Wann ist eine Datei gemeinfrei („Public Domain“)?|Urheberrechte beachten]])&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background:#F9F9F9; border:1px solid #AAAAAA; float:right; margin:6px 0 6px 15px; padding:0.2em 0.4em; width:265px; text-align:center;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Büste von Beethoven&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Max Klinger um 1902&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[https://collections.mfa.org/objects/255560 Link zum Bild]&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;(Bitte [[Hilfe:FAQ zu Bildern#Wann ist eine Datei gemeinfrei („Public Domain“)?|Urheberrechte beachten]])&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Karl Wittgenstein war ein wichtiger und großzügiger [[Mäzen]] und Förderer der zeitgenössischen Kunst, unter anderem trug er maßgeblich zum Bau der [[Wiener Secession]] bei, und er war auch ein Förderer der zeitgenössischen Künstler, besonders der Wiener Secessionisten. Musiker, wie zum Beispiel [[Johannes Brahms]], [[Gustav Mahler]], [[Bruno Walter]] oder [[Pablo Casals]] waren im Palais Wittgenstein häufig zu Gast.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nfp 21 01 1913 11&amp;quot;&amp;gt;{{ANNO|nfp|21|01|1913|11|Karl Wittgenstein als Kunstfreund|ZUSATZ=Morgenblatt|ALTSEITE=11, Mitte rechts.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seiner umfangreichen Kunstsammlung gehörten neben Werken alter Meister und [[Tapisserien]] besonders Schöpfungen der Künstler der Wiener Sezession, wie [[Gustav Klimt]]s Porträt von [[Margarethe Stonborough-Wittgenstein]], als auch internationaler [[Impressionismus|Impressionisten]], wie [[Claude Monet]]s Porträt von Eugénie Graff (1819–1891). Bei den Bildhauerarbeiten sind in der Sammlung besonders die Büste von Beethoven, welche [[Max Klinger]] geschaffen hat, sowie die beiden Großskulpturen [[Minotaurus]] und „Kampf, ein mit einem Bären ringender Mann“ von [[Josef Müllner]] zu erwähnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krankheit und Tod ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Grab von Karl Wittgenstein auf dem Wiener Zentralfriedhof (1).JPG|mini|Die Gruft der Familie Karl Wittgenstein auf dem Wiener Zentralfriedhof]]&lt;br /&gt;
Um 1909 wurde bei Wittgenstein eine &amp;#039;&amp;#039;Neubildung am Gaumen&amp;#039;&amp;#039; festgestellt. Im Rahmen der von [[Emil Theodor Kocher]] in [[Bern]] vorgenommenen Behandlung folgten zwölf schwere Operationen&amp;amp;nbsp;– die letztlich &amp;#039;&amp;#039;eine Wiederkehr des Leidens&amp;#039;&amp;#039; nicht zu verhindern vermochten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nfp 21 01 1913 11&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer und Herbst 1912 verbrachte Wittgenstein in seinem Landhaus &amp;#039;&amp;#039;Hochreith&amp;#039;&amp;#039;. Am 25. Dezember des Jahres kehrte er von einem Aufenthalt an der [[Französische Riviera|französischen Riviera]] nach Wien zurück, wo er sein Krankenzimmer nicht mehr verließ.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nfp 21 01 1913 11&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. Jänner 1913 fand in der [[Lutherische Stadtkirche (Wien)|Lutherischen Stadtkirche]] die Einsegnung statt. Danach erfolgte die Beisetzung in der nun [[Gewidmete Gräber der Stadt Wien|ehrenhalber gewidmeten]] Familiengruft auf dem [[Wiener Zentralfriedhof]] (Gruppe 32B, Nr. 24).&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|nfp|21|01|1913|25|Heute mittag entschlief&amp;amp;nbsp;(…) Karl Wittgenstein&amp;amp;nbsp;(…)|ZUSATZ=Morgenblatt|ALTSEITE=25}}, sowie&amp;lt;br /&amp;gt;{{ANNO|nfp|23|01|1913|8|Kleine Chronik.&amp;amp;nbsp;(…) Karl Wittgenstein|ZUSATZ=Morgenblatt|ALTSEITE=8 Mitte.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.friedhoefewien.at/media/download/2020/Wiener%20Zentral_334730.pdf friedhoefewien.at]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wittgenstein (Familie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jorn K. Bramann: &amp;#039;&amp;#039;Karl Wittgenstein&amp;amp;nbsp;– ein Amerikaner in Wien.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Rudolf Morsey]] (Hrsg.), [[Jürgen Aretz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zeitgeschichte in Lebensbildern&amp;#039;&amp;#039;, Band 2. Verlag Aschendorff, Münster 1975, ISBN 3-7867-0521-6.&lt;br /&gt;
* Franz Klingler: &amp;#039;&amp;#039;650 Jahre Hohenberg&amp;#039;&amp;#039;. Markt- und Pfarrgemeinde Hohenberg, Hohenberg 1975.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://permalink.obvsg.at/AC05023705 Permalink &amp;#039;&amp;#039;Österreichischer Bibliothekenverbund&amp;#039;&amp;#039;.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Alexander Waugh: &amp;#039;&amp;#039;Das Haus Wittgenstein: Geschichte einer ungewöhnlichen Familie&amp;#039;&amp;#039; (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;The House of Wittgenstein: A Family at War.&amp;#039;&amp;#039; 2001). Berlin 2002, [[S. Fischer Verlag]], ISBN 3-10-092220-4.&lt;br /&gt;
* Robert Luft: &amp;#039;&amp;#039;Wittgenstein, Karl (Carl) (1847–1913), Unternehmer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950]]&amp;#039;&amp;#039; (ÖBL). Band 16, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2022, [https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_w/Wittgenstein_Karl_1847_1913.xml S. 293 f.] (Direktlinks auf [https://www.biographien.ac.at/oebl_16/293.pdf S. 293.] [https://www.biographien.ac.at/oebl_16/294.pdf S. 294.]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Wittgenstein,_Karl}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://faculty.frostburg.edu/phil/forum/KarlWittgenstein.htm |text=Karl Wittgenstein, Business Tycoon and Art Patron |wayback=20200220001118}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.wittgen-cam.ac.uk/cgi-bin/deutsch/text/biogrg1.html |text=Ludwig Wittgenstein: häusliches Milieu |wayback=20130507235932}}&lt;br /&gt;
* [https://www.leipzig-gohlis.de/historie/wittgenstein.html Leipzig-Gohlis – Karl Wittgenstein]&lt;br /&gt;
* [http://www.wittgen-cam.ac.uk/ Wittgenstein Archiv, Cambridge]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.boehlau.at/main/addons/samples/3-205-77069-2_xxxxxxxxxx15xxxxxx152113.pdf |text=Kindheit und Jugend im Hause Wittgenstein |wayback=20070927225755}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=130249912|titel=Wittgenstein, Karl Otto Clemens|datum=2025-02-10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=130249912|LCCN=n85101712|VIAF=49363036}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wittgenstein, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Montanindustrie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mäzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ludwig Wittgenstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Leipzig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1847]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1913]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wittgenstein, Karl&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Wittgenstein, Karl Otto Clemens (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Unternehmer der späten Donaumonarchie&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=8. April 1847&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Gohlis (Leipzig)|Gohlis bei Leipzig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. Januar 1913&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Miriquidus0980</name></author>
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