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	<title>Karl Veidt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:VeidtKarl.jpg|miniatur|Karl Veidt]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Veidt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[20. Februar]] [[1879]] in [[Dörnberg (Lahn)|Dörnberg]], [[Unterlahnkreis]]; † [[10. August]] [[1946]] in [[Wiesbaden]]) war ein deutscher evangelischer Theologe und Vertreter der [[Bekennende Kirche|Bekennenden Kirche]]. Von 1918 bis 1945 war er Pfarrer in [[Frankfurt am Main]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Veidt besuchte zunächst die Volksschule, dann von 1892 bis 1898 das Gymnasium in [[Montabaur]] und studierte im Anschluss in [[Philipps-Universität Marburg|Marburg]], [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berlin]] und [[Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg|Halle]] [[evangelisch]]e [[Theologie]]. 1902 trat er eine Stelle bei der [[Berliner Stadtmission]] an. 1905 kam er als Vereinsgeistlicher der [[Innere Mission|Inneren Mission]] nach [[Frankfurt am Main]]. Von 1910 bis 1912 war er Hauptschriftleiter der &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Warte&amp;#039;&amp;#039;, einer evangelisch-nationalen und antisemitischen, vom Geist [[Adolf Stoecker]]s beeinflussten Zeitung. 1912 bis 1914 war Veidt Pfarrer an der [[Ringkirche (Wiesbaden)|Ringkirche]] in [[Wiesbaden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gesamten [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] diente Veidt als [[Militärgeistlicher|Feldgeistlicher]] bei der [[21. Reserve-Division (Deutsches Kaiserreich)|21. Reserve-Division]] des [[Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)|deutschen Heeres]]. Er wurde mit dem [[Eisernes Kreuz|Eisernen Kreuz]] I. und II. Klasse sowie mit dem [[Militär-Sanitätskreuz]] ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 wurde er erstmals als Pfarrer an die [[Frankfurter Paulskirche]] berufen, wo er bis 1939 blieb, unterbrochen von einer vierjährigen Berufung als Professor an das Theologische Seminar in [[Herborn]] (1925 bis 1929). 1939 wechselte Veidt, ermüdet vom Frankfurter [[Kirchenkampf]], an die [[Matthäuskirche (Frankfurt am Main)|Matthäuskirche]] im Frankfurter [[Frankfurt-Westend|Westend]]. 1944 wurde die Kirche im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zerstört und Veidts Dienstwohnung ausgebombt. Er zog nach [[Wiesbaden-Biebrich]], wo er bis zu seiner Pensionierung 1945 Dienst tat. Am 10. August 1946 verstarb er in Wiesbaden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken ==&lt;br /&gt;
Veidt entstammte der [[Christlich-soziale Partei (Deutsches Kaiserreich)|Christlich-Sozialen Bewegung]] und schloss sich nach 1918 zunächst der [[Deutschnationale Volkspartei|Deutschnationalen Volkspartei]] (DNVP) an, wie viele andere Repräsentanten der evangelischen Kirche (unter anderem [[Otto Dibelius]], [[Theophil Wurm]] und [[Johannes Kübel]]). Von 1919 bis 1920 war er Mitglied der [[Weimarer Nationalversammlung]] und von Mai bis Dezember 1924 vertrat er die DNVP als Mitglied des [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstages]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1929 wandte er sich aus Protest gegen den politischen Kurs [[Alfred Hugenberg]]s von der DNVP ab. Veidt lehnte die Hinwendung zum [[Nationalsozialismus]] strikt ab. Er wechselte zum [[Christlich-Sozialer Volksdienst|Christlich-Sozialen Volksdienst]] über, für den er von 1932 bis 1933 Abgeordneter im [[Preußischer Landtag|Preußischen Landtag]] war. Mit der nationalsozialistischen [[Machtergreifung]] endete seine politische Laufbahn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veidts Rolle in der Bekennenden Kirche ==&lt;br /&gt;
Als Pfarrer der Paulskirche, der evangelischen Hauptkirche von Frankfurt, besaß Veidt eine exponierte Stellung in der [[Evangelische Landeskirche Frankfurt am Main|Frankfurter Landeskirche]]. Obwohl er den Nationalsozialismus ablehnte, begrüßte er doch die &amp;#039;&amp;#039;nationale Revolution&amp;#039;&amp;#039; und sah darin eine Chance für eine christliche Wiedererweckungsbewegung in Deutschland. Am [[21. März]] [[1933]] predigte Pfarrer Veidt vor 2000 Besuchern, darunter zahlreiche Schutzpolizisten, in einem Gottesdienst aus Anlass der Reichstagseröffnung, des „[[Tag von Potsdam|Tages von Potsdam]]“. Er warnte, die nationale Bewegung müsse „über kurz oder lang versanden,...wenn sie nicht ihre tragende Kraft...bei Jesus und aus dem Evangelium“ hole. „Staat, Volk und Volkstum gehören in den Bereich des Vergänglichen, während Ausgangspunkt und Ende des Reiches Gottes in der Ewigkeit liegen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die [[Gleichschaltung]] der evangelischen Kirche, z.&amp;amp;nbsp;B. die Einführung des [[Führerprinzip]]s und des [[Arierparagraph]]en, der die getauften Juden von jeglichen kirchlichen Ämtern ausschloss, konnte er sich nicht zum Widerspruch entschließen. Veidt gehörte zu einer neunköpfigen Gruppe in der Frankfurter Synode, die sich bei der entscheidenden Abstimmung über die neue Kirchenverfassung der Stimme enthielt. Er wollte sich nicht offen gegen den nationalen Staat wenden, der vieles erreicht habe. Die Kirche solle durch Schaffung der [[Deutsche Evangelische Kirche|Deutschen Evangelischen Kirche]] zur völkischen Einheit beitragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitere Entwicklung ließ ihn schon bald nach der Machtergreifung zu den führenden Vertretern des [[Pfarrernotbund]]es werden. Ab 1934 war er Vorsitzender des [[Landesbruderrat]]es Nassau-Hessen der [[Bekennende Kirche|Bekennenden Kirche]] und wurde zu einer der Hauptfiguren des [[Kirchenkampf]]es in Frankfurt. Ende Mai 1934 nahm er an der [[Barmer Bekenntnissynode]] teil, bei der die [[Barmer Theologische Erklärung]] verabschiedet wurde. Im Herbst 1934 wurde er durch die Kirchenleitung gemaßregelt und strafversetzt. Veidt hatte gegen den zwangsweisen Zusammenschluss der drei Evangelischen Landeskirchen von Frankfurt, Hessen und Nassau protestiert und gegen die Einsetzung des neuen Landesbischofs [[Ernst Ludwig Dietrich]], eines Vertreters der völkischen [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]] opponiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Veidt weigerte sich jedoch, seine Stelle an der Paulskirche zu räumen. Er klagte vor dem [[Landgericht Frankfurt am Main|Landgericht Frankfurt]] gegen die Kirchenleitung und gab auch nicht auf, als er durch kirchliche und städtische Behörden gewaltsam am Betreten der Kirche gehindert wurde. Am 30. April gewann Veidt seinen Prozess gegen die Kirchenleitung. Die Disziplinarmaßnahmen wurden zurückgenommen, und ab Herbst 1935 durfte Veidt wieder als Paulskirchenpfarrer amtieren. Obwohl er seinen Kampf gegen die Landeskirche erfolgreich durchgestanden hatte, war er in den folgenden Jahren zunehmender Verfolgung durch die [[Gestapo]] ausgesetzt. Veidt wurde mit [[Redeverbot]] belegt und mehrfach in Haft genommen. 1939 wechselte er an die [[Matthäuskirche (Frankfurt am Main)|Matthäuskirche]] im [[Frankfurt-Westend|Westend]], wo er den Krieg und die Zerstörung der Stadt miterlebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Schriften aus dieser Zeit zeigen, dass er trotz der Konflikte mit der Kirchenleitung und den Staats- und Parteiorganen im Wesentlichen an seiner deutschnationalen Gesinnung festhielt. Den Krieg gegen [[Polen]] begrüßte er im Gemeindeblatt der Matthäusgemeinde als notwendig, „&amp;#039;&amp;#039;um die Heimat zu schirmen und unserem Volk und Vaterland eine gesicherte Zukunft und einen ausreichenden Lebensraum zu erkämpfen&amp;#039;&amp;#039;“. 1941 brachte die falsche Beurkundung eines Ahnenpasses ihn nochmals für vier Wochen ins Gefängnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 diktierte Veidt, schon von Krankheit gezeichnet, seine Lebenserinnerungen. Darin setzte er sich kritisch mit dem Versagen der evangelischen Kirche vor dem Nationalsozialismus auseinander. Für sich persönlich bekennt er eine Mitschuld an den Verbrechen gegenüber den jüdischen Mitbürgern: „&amp;#039;&amp;#039;Ich habe einmal an einem Sonntagnachmittag gesehen, wie in der Niedenau aus einem jüdischen Altersheim alle Insassen, lauter bettlägerige Leute, herausgeholt und auf einem Lastwagen abtransportiert wurden. Ich habe nicht den Mut gehabt, hinzugehen und wenigstens einigen der Leute die Hand zu reichen und ihnen zu sagen, daß einige da waren, die mit ihnen litten und das verurteilten, was mit ihnen geschah. Wie ein geschlagener Hund bin ich nach Hause gegangen.&amp;#039;&amp;#039;“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges interpretierte er indirekt als Folge der Judenverfolgung: &amp;#039;&amp;#039;Immer wieder mußte ich, als später Frankfurt Stück für Stück in Trümmer sank und wir im Luftschutzkeller im Grauen des Todes saßen, an die Geschichte des Alten Testaments denken, an jenes Schuldbekenntnis der Brüder Josefs: „Das haben wir an unserem Bruder verschuldet, daß wir sahen die Angst seiner Seele, da er uns anflehte, und wir wollten ihn nicht erhören. Darum kommt nun die Trübsal über uns.“&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Werner Becher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Karl Veidt (1879–1946). Paulskirchenpfarrer und Reichstagsabgeordneter&amp;#039;&amp;#039;. Verlag: Hessische Kirchengesch. Vereinigung, ISBN 978-3-931849-23-8&lt;br /&gt;
* {{NDB|26|730|731|Veidt, Karl Daniel|Reiner Braun|126922446}} &lt;br /&gt;
* Evangelischer Regionalverband Frankfurt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alles für Deutschland, Deutschland für Christus. Evangelische Kirche in Frankfurt am Main 1929 bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; Katalog zur Ausstellung vom 29. April bis 12. Juli 1985 im [[Dominikanerkloster Frankfurt am Main|Dominikanerkloster]], Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-922179-08-8&lt;br /&gt;
* [[Ernst Kienast]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch für den Preußischen Landtag&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe für die 5. Wahlperiode, Berlin 1933, S. 392.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3770051831}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|126922446}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|126922446}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=126922446|titel=Veidt, Karl Daniel|datum=2020-08-05}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=126922446|LCCN=no/2007/109035|VIAF=47768644}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Veidt, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Bekennenden Kirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frankfurt am Main im 20. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lutherischer Theologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Weimarer Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Preußischen Landtags (Freistaat Preußen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DNVP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:CSVD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Christentums (Frankfurt am Main)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1879]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Veidt, Karl&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Politiker (DNVP, CSVP), MdR, MdL&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. Februar 1879&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Dörnberg (Lahn)]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. August 1946&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wiesbaden]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fluklix123</name></author>
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