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	<title>Karl Stürgkh - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Karl_St%C3%BCrgkh&amp;diff=462990&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Manukarock: siehe Matricula</title>
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		<updated>2025-10-22T11:04:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;siehe Matricula&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Maria Josef Graf Stürgkh&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[30. Oktober]] [[1859]] in [[Graz]];&amp;lt;ref&amp;gt;[[Grazer Dom|Dompfarre]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/graz-seckau/graz-dom/1031/?pg=26 Taufbuch VI 1858–1871, S. 1396.], abgerufen am 11. Oktober 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; † [[21. Oktober]] [[1916]] in [[Wien]]&amp;lt;ref&amp;gt;Pfarre [[Pfarrkirche Halbenrain|Halbenrain]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/graz-seckau/halbenrain/15632/?pg=192 Sterbebuch 6 1873–1927, S. 380.], abgerufen am 22. Oktober 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein österreichischer Grundbesitzer und Politiker, der von 1911 bis zu seinem Tod als [[k.k.]] Ministerpräsident fungierte. Er war verantwortlich für die Vertagung des k.k. [[Reichsrat (Österreich)|Reichsrats]], des Parlaments Altösterreichs, im März 1914 und befürwortete in der [[Julikrise]] 1914 ohne parlamentarische Beratungen den Kriegseintritt der [[Österreich-Ungarn|österreichisch-ungarischen]] Monarchie. Das Mitglied der [[Stürgkh (Adelsgeschlecht)|Adelsfamilie Stürgkh]]&amp;lt;ref&amp;gt;Familie &amp;#039;&amp;#039;Stürgkh&amp;#039;&amp;#039; ohne [[Adelsprädikat#Österreich|Adelsprädikat]] &amp;#039;&amp;#039;von.&amp;#039;&amp;#039; Vgl.: [[Adolph Lehmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Stürgkh Karl Gf.&amp;#039;&amp;#039; – Eintrag in &amp;#039;&amp;#039;Lehmann&amp;#039;s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger.&amp;#039;&amp;#039; A. Hölder, Wien 1859–1942, Jahrgang 1916, Band 2, [Namensverzeichnis] &amp;#039;&amp;#039;VII. Nachweis. Einwohner von Wien.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;1317. [https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/pageview/234017 Online-Ausgabe]: [[Wienbibliothek im Rathaus]], Wien 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde wegen seiner diktatorischen Politik 1916 vom sozialdemokratischen Politiker [[Friedrich Adler (Politiker)|Friedrich Adler]], Sohn des Parteivorsitzenden [[Victor Adler]], erschossen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Karl von Stürgkh (1859–1916).jpg|miniatur|Karl Graf Stürgkh (1909)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Politik ==&lt;br /&gt;
Karl Stürgkh wurde als Sohn des k.k. Oberst Graf Karl Cajetan Stürgkh und der Eleonore Gräfin Meraviglia-Crivelli in Graz geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Stürgkh absolvierte ein Gymnasium in [[Graz]] und studierte an der [[Universität Graz]] [[Rechtswissenschaften]] von 1877 bis 1881. Zunächst in der steirischen Statthalterei tätig, trat er 1886 als Beamter ins [[Unterrichtsministerium]] ein, und leitete dort das Mittelschulreferat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abgeordneter der Großgrundbesitzer ===&lt;br /&gt;
Stürgkh wurde 1891, noch in der Ära des [[Klassenwahlrecht]]s, zum Reichsratsabgeordneten gewählt und gehörte der Gruppierung an, die als [[Verfassungstreuer Großgrundbesitz|Verfassungstreue Großgrundbesitzer]] bezeichnet wurde. Er war Grundherr von [[Halbenrain]] im Süden der [[Steiermark]]. Von 1909 bis 1911 – inzwischen war bei der [[Reichsratswahl 1907]] das allgemeine und gleiche Männerwahlrecht eingeführt worden und Stürgkhs Gruppierung bei Wahlen chancenlos – fungierte er in den Kabinetten [[Ministerium Bienerth|Bienerth-Schmerling]] und [[Ministerium Gautsch III|Gautsch]] als k.k.&amp;amp;nbsp;Unterrichtsminister. In dieser Funktion berief er [[Albert Einstein]] als Professor an die [[Deutsche Universität Prag]].&amp;lt;ref&amp;gt;Briefe von Stürgkh an Einstein vom 15. Dezember 2010 und vom 13. Jänner 1911. In: &amp;#039;&amp;#039;The collected papers of Albert Einstein, Volume 5: The Swiss  Years: 1902–1914&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 238 und 245, [https://einsteinpapers.press.princeton.edu/vol5-doc/321 online].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== k.k. Ministerpräsident ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Karl Graf von Stürgkh.jpg|mini|Karl Graf Stürgkh (1911)]]&lt;br /&gt;
Am 3. November 1911 wurde er nach der Demission des Kabinetts Gautsch wegen der [[Teuerungsrevolte]] in Wien von Kaiser [[Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn)|Franz Joseph I.]], damals bereits 81 Jahre alt, zum [[Liste der Ministerpräsidenten Österreich-Ungarns (1867–1918)|k.k. Ministerpräsidenten]] berufen. Als Spitzenpolitiker [[Cisleithanien]]s war er nun stimmberechtigtes Mitglied des [[Österreichisch-Ungarischer Ausgleich#Ministerrat für gemeinsame Angelegenheiten|Gemeinsamen Ministerrates]], in dem die drei [[k.u.k.]] Minister mit den Ministerpräsidenten Österreichs und Ungarns die Außen- und Sicherheitspolitik der Gesamtmonarchie berieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vertagung des Reichsrates ===&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit von Regierung und Reichsrat gestaltete sich oft schwierig, da die Geschäftsordnung des Reichsrates keine Maßregeln gegen Obstruktion vorsah, was vor allem von [[Tschechen|tschechischen]] Abgeordneten intensiv ausgenützt wurde. Der Reichsrat war daher im Laufe seines Bestehens immer wieder vertagt worden, wenn die Obstruktion überhandnahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Dezemberverfassung|Staatsgrundgesetz über die Reichsvertretung]] von 1867 sah in § 14 vor, dass die k.k. Regierung mittels kaiserlicher Verordnungen mit provisorischer Gesetzeskraft regieren kann, wenn der Reichsrat nicht versammelt ist und dringende Entscheidungen anstehen. Die Anwendung des Notrechts des § 14 war daher in Altösterreich keine Seltenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durch Stürgkh vom Kaiser erwirkte Vertagung des Reichsrats am 16. März 1914 wirkte sich vier Monate später allerdings fatal aus, da die gewählten Abgeordneten nun nicht in der Lage waren, auf die kriegstreiberischen Aktionen österreichischer und ungarischer Spitzenpolitiker und -militärs nach dem [[Attentat von Sarajevo]] Einfluss zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exponent der „Kriegspartei“ ===&lt;br /&gt;
Stürgkh gehörte mit den wichtigsten Exponenten der Gesamtmonarchie, Außenminister [[Leopold Berchtold]], Generalstabschef [[Franz Conrad von Hötzendorf]], dem gemeinsamen Finanzminister [[Leon Biliński]] und [[k.u.k. Kriegsministerium|Kriegsminister]] [[Alexander von Krobatin]], zur so genannten &amp;#039;&amp;#039;Kriegspartei,&amp;#039;&amp;#039; den Befürwortern einer kriegerischen Auseinandersetzung mit [[Serbien]].&amp;lt;ref&amp;gt;William Jannen, Jr: &amp;#039;&amp;#039;The Austro-Hungarian Decision For War in July 1914.&amp;#039;&amp;#039; In: Samuel R. Williamson, Jr, Peter Pastor (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Essays On World War I: Origins and Prisoners of War.&amp;#039;&amp;#039; New York 1983. S.&amp;amp;nbsp;55–81, hier: 56f. und 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Stürgkh war der Krieg mit Serbien die Möglichkeit, die bestehenden Bande zwischen den slawischen Parteien in Österreich und der [[Großserbien|panserbischen]] und [[Jugoslawien|jugoslawischen]] Bewegung zu zerreißen. „Er dachte mit anderen Worten an den Krieg als ein Unternehmen auch innenpolitischer Art.“&amp;lt;ref&amp;gt;Leo Valiani: &amp;#039;&amp;#039;Verhandlungen zwischen Italien und Österreich-Ungarn 1914–1915.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Schieder]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erster Weltkrieg. Ursachen, Entstehung und Kriegsziele.&amp;#039;&amp;#039; Köln/Berlin 1969, S.&amp;amp;nbsp;317–346, hier: S.&amp;amp;nbsp;337.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stürgkh hielt die südslawischen Provinzen für verloren, falls nichts geschehe, und teilte Berchtolds Meinung, dass diplomatische Erfolge das serbische Problem nicht lösen würden: „Wenn daher der Weg einer vorhergehenden diplomatischen Aktion gegen Serbien aus internationalen Gründen betreten werde, so müsste dies mit der festen Absicht geschehen, dass diese Aktion nur mit einem Kriege enden dürfe.“&amp;lt;ref&amp;gt;Miklós Komjáthy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1914–1918).&amp;#039;&amp;#039; Budapest 1966, {{ZDB|1163150-8}}, S.&amp;amp;nbsp;145, [https://hw.oeaw.ac.at/ministerrat/serie-2/oe_hu_mrp_VII.xml#oe_hu_mrp_VII_einzelseiten/oe_hu_mrp_VII-s145.pdf PDF], [https://mrp.oeaw.ac.at/pages/show.html?document=MRP-2-0-07-0-19140707-P-0001.xml&amp;amp;directory=editions Volltext]; und [[Imanuel Geiss]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Julikrise und Kriegsausbruch. Eine Dokumentensammlung.&amp;#039;&amp;#039; Hannover 1963, Band 1: S.&amp;amp;nbsp;108.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politik im Krieg ===&lt;br /&gt;
Im Unterschied zum deutschen Reichstag hatte das österreichische Parlament keinerlei Einfluss auf die Kriegserklärung vom 28. Juli 1914 an [[Königreich Serbien|Serbien]], aus der sich der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] entwickelte, oder auf die mit dem Krieg verbundenen politischen Ambitionen der im Verborgenen agierenden Entscheidungsträger, denen der 84-jährige Kaiser als eigentlicher Letztentscheider offenbar nicht gewachsen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg arbeitete die Regierung Stürgkh mit kaiserlichen Verordnungen statt Gesetzen weiter, auch wenn es um die Einschränkung von Grundrechten wie der Pressefreiheit (er führte eine rigorose [[Pressezensur]] ein) ging. Oppositionelle Forderungen nach Wiedereinberufung des Parlaments ignorierte Stürgkh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorschläge für die Italienpolitik ===&lt;br /&gt;
Einblick in Stürgkhs Politik gibt auch sein Verhalten beim [[Ministerrat für gemeinsame Angelegenheiten]] vom 31. Juli 1914, wo er sich fragte, {{Zitat|… ob es nicht gefährlich sei, einfach zuzuwarten, bis [[Königreich Italien (1861–1946)|Italien]] sich zu einem aggressiven Vorgehen gegen uns entscheide und ob nicht der Versuch gemacht werden sollte, es durch eine Art von Geheimvertrag zu täuschen und so über die Gefahrzone der nächsten Wochen hinwegzukommen. Gegen [[Brigant]]en, wie es die Italiener jetzt seien, sei kein diplomatischer Winkelzug zu schlecht. Er hätte daher auch keine moralischen Bedenken, die Italiener jetzt zu hintergehen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Miklós Komjáthy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1914–1918).&amp;#039;&amp;#039; Budapest 1966, S.&amp;amp;nbsp;163, [https://hw.oeaw.ac.at/ministerrat/serie-2/oe_hu_mrp_VII.xml#oe_hu_mrp_VII_einzelseiten/oe_hu_mrp_VII-s163.pdf PDF] , [https://mrp.oeaw.ac.at/pages/show.html?document=MRP-2-0-07-0-19140808-P-0004.xml&amp;amp;directory=editions Volltext]; und Imanuel Geiss (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Julikrise und Kriegsausbruch. Eine Dokumentensammlung.&amp;#039;&amp;#039; Hannover 1963. Band 2, S.&amp;amp;nbsp;442ff (Dok.Nr.861).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er präsentierte einen detaillierten Vertrag, nach dem Italien das [[Trentino]], von Deutschland garantiert, zugesprochen werde, das dafür auf der Seite der Mittelmächte in den Krieg eintreten müsse und die Neuordnung des Balkans durch die Monarchie akzeptiere. Letzteres würde Italien laut Stürgkh aber nie tun, worauf der Vertrag und die Abtretung des Trentino hinfällig wäre.&lt;br /&gt;
{{Zitat|Diese Vorgangsweise hätte den Vorteil, dass Italien durch die deutschen Zusicherungen dazu veranlasst werden würde, seine Bundespflicht zu erfüllen und dabei wir nicht tatsächlich genötigt wären, eine Gebietsabtretung vorzunehmen. Er wisse, daß ein solcher Aktionsplan nicht sehr ehrlich wäre, angesichts der Hinterhältigkeit Italiens sei er aber der Ansicht, dass wir jeder moralischen Verpflichtung entbunden seien.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Miklós Komjáthy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1914–1918).&amp;#039;&amp;#039; Budapest 1966, S.&amp;amp;nbsp;165, [https://hw.oeaw.ac.at/ministerrat/serie-2/oe_hu_mrp_VII.xml#oe_hu_mrp_VII_einzelseiten/oe_hu_mrp_VII-s165.pdf PDF] , [https://mrp.oeaw.ac.at/pages/show.html?document=MRP-2-0-07-0-19140808-P-0004.xml&amp;amp;directory=editions Volltext]; und Imanuel Geiss (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Julikrise und Kriegsausbruch. Eine Dokumentensammlung.&amp;#039;&amp;#039; Hannover 1963. Band 2, S.&amp;amp;nbsp;442ff (Dok.Nr.861).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ungarische Seite glaubte jedoch nicht daran, dass sich Italien dadurch täuschen lassen würde. Der Vorschlag, Italien durch eine Art Geheimvertrag zu täuschen, zeige einen „Mangel an Realismus in Wien“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche laut [[Hugo Hantsch]] „hinterhältigen Scheinverträge“ werfen auch ein bezeichnendes Licht auf Stürgkhs Person und seine Politik, die geprägt war von „Illusionen und mangelnder Moral“.&amp;lt;ref&amp;gt;Leo Valiani: &amp;#039;&amp;#039;Verhandlungen zwischen Italien und Österreich-Ungarn 1914–1915.&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Schieder (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erster Weltkrieg. Ursachen, Entstehung und Kriegsziele.&amp;#039;&amp;#039; Köln/Berlin 1969, S.&amp;amp;nbsp;317–346, hier: S.&amp;amp;nbsp;322; und Hugo Hantsch: &amp;#039;&amp;#039;Leopold Graf Berchtold. Grandseigneur und Staatsmann.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Graz/Wien/Köln 1963, Band 1, S.&amp;amp;nbsp;658.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polnische Frage ===&lt;br /&gt;
Nach der Anfangsphase des Krieges und der Zurückdrängung der Russen stellte sich für Deutschland und Österreich-Ungarn die Frage, wie mit den bis dahin russisch-polnischen Gebieten bzw. mit einem wieder vereinigten Polen zu verfahren sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stürgkhs Festhalten an der Dominanz der Deutschen in Österreich zeigt auch seine Politik gegenüber [[Polen]]. Seine Bedenken zur [[Kriegsziele im Ersten Weltkrieg#Austro-Polnische Lösung|austropolnischen Lösung]], der Vereinigung Russisch-Polens mit Österreich, waren: {{Zitat|Wenn die den Polen zufallenden Rechte an der Monarchie und an Österreich nach der Verhältniszahl der polnischen zu der übrigen Bevölkerung bemessen werden sollten, dann sei Österreich verloren, dann wäre dieses alte Reich, das so manche schwere Stürme siegreich überstanden, nichts wie ein Annex eines Körpers, in dem zur Zeit politisch chaotische Zustände herrschen und noch lange herrschen würden. [6.&amp;amp;nbsp;Oktober 1915]|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Komjathy309&amp;quot;&amp;gt;Miklós Komjáthy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1914–1918).&amp;#039;&amp;#039; Budapest 1966, S.&amp;amp;nbsp;309ff., [https://hw.oeaw.ac.at/ministerrat/serie-2/oe_hu_mrp_VII.xml#oe_hu_mrp_VII_einzelseiten/oe_hu_mrp_VII-s309.pdf PDF] , [https://mrp.oeaw.ac.at/pages/show.html?document=MRP-2-0-07-0-19151006-P-0013.xml&amp;amp;directory=editions Volltext]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz Polen in Österreich-Ungarn bzw. Cisleithanien zu integrieren hielt Stürgkh angesichts der dann unausweichlichen slawischen Dominanz für unmöglich. Weitgehende Autonomie würde andererseits, fürchtete Stürgkh, auch die Wünsche der anderen Nationen verstärken und damit Österreich und Ungarn, beide Vielvölkerstaaten, gefährden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine polnische Sonderstellung sei zwar nötig, {{Zitat|… aber noch notwendiger sei es, dass sich auch in diesen Gebieten die Zentralgewalt fühlbar mache und vor allem, dass Österreichs Charakter, Österreichs Bestand gewahrt bleibe. Eine befriedigende Lösung im Rahmen der jetzigen Verhältnisse, […] gebe es seiner Ansicht nach überhaupt nicht, er habe in seinem Elaborate nur danach gestrebt, die mit der versuchten Lösung verbundenen Gefahren möglichst einzudämmen.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Komjathy309&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie Stürgkh dachten die meisten um die deutsche Vorrangstellung in Österreich besorgten Politiker und Publizisten im Ersten Weltkrieg. Aber selbst wenn man sich in der austropolnischen Frage einigen sollte, war Stürgkh für eine „absolutistische Übergangsetappe“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim gemeinsamen Ministerrat vom 7. Jänner 1916 zeigte sich Stürgkh zwar bereit, die [[Kriegsziele im Ersten Weltkrieg#Österreich-Ungarn|Kriegsziele]], falls dies zur Herstellung des Friedens nötig sei, zu reduzieren. Der Aufgabe der „austropolnischen Lösung“ widersetzte er sich aber am entschiedensten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lemke274&amp;quot;&amp;gt;Heinz Lemke: &amp;#039;&amp;#039;Allianz und Rivalität. Die Mittelmächte und Polen im ersten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Wien/Köln/Graz 1977, ISBN 3-205-00527-9, S.&amp;amp;nbsp;274.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betonte die große Last, die Österreich durch die Angliederung Polens auf sich nehmen würde, betrachtete sie aber als wünschenswertes Ziel, um nicht Galizien zu verlieren und die Polen nicht [[Russisches Kaiserreich|Russland]] zuzutreiben. Eine Teilung wäre für die Polen das Schlimmste, würde das galizische Problem verschärfen, ebenso wie die [[Ruthenen (Habsburgermonarchie)|ruthenische]] Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenn ganz Kongresspolen mit Westgalizien vereinigt werde, würden sich die Polen, wenn auch widerwillig, mit der Abtrennung des ruthenisch (= ukrainisch) besiedelten Ostgalizien abfinden. „Die österreichische Regierung habe keineswegs die Absicht, Ostgalizien den Ruthenen zu überlassen, die Verwaltung müsse im Gegenteil eher germanisiert werden.“ Den „Ruthenen“ sei das lieber als die polnische Oberhoheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Miklós Komjáthy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1914–1918).&amp;#039;&amp;#039; Budapest 1966, S.&amp;amp;nbsp;385ff. [https://hw.oeaw.ac.at/ministerrat/serie-2/oe_hu_mrp_VII.xml#oe_hu_mrp_VII_einzelseiten/oe_hu_mrp_VII-s385.pdf PDF], [https://mrp.oeaw.ac.at/pages/show.html?document=MRP-2-0-07-0-19160703-P-0016.xml&amp;amp;directory=editions Volltext] (Wortlaut).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[Deutschnationale Bewegung|deutschnationale]] Idee Stürgkhs zeugt, bei dem verschwindend geringen Anteil deutschstämmiger Bevölkerung Ostgaliziens, von bestürzend wenig Realitätssinn. Stürgkh und die Wiener Bürokratie wollten damit auch die zentralistischen Tendenzen der Monarchie stärken, und die ukrainischen Führer stimmten sogar aus taktischen Gründen zu, da sie sich vorerst einmal eine Befreiung von der politischen und kulturellen Vorherrschaft der Polen erhofften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lemke274&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tod ==&lt;br /&gt;
Am 21. Oktober 1916 wurde Stürgkh vom sozialdemokratischen Politiker [[Friedrich Adler (Politiker)|Friedrich Adler]] beim Mittagessen im Restaurant des [[Hotel Meissl &amp;amp; Schadn|Hotels Meissl &amp;amp; Schadn]] am [[Neuer Markt (Wien)|Neuen Markt]] in Wien erschossen. Friedrich Adler wartete, bis Graf Stürgkh allein an seinem Tisch saß, dann zog er einen Revolver aus der rechten Rocktasche und feuerte drei oder vier Schüsse auf den Kopf Stürgkhs ab. Dabei soll Adler ausgerufen haben: „Nieder mit dem Absolutismus, wir wollen den Frieden!“ Der genaue Hergang der Tat und die Anzahl der Schüsse konnten allerdings selbst unmittelbar nach dem Anschlag nicht zweifelsfrei festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|ovz|22|10|1916|2|NAME=Oesterreichische Volks-Zeitung|Der Mordanschlag gegen den Grafen Stürgkh}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Tod wurde der Leichnam nach [[Halbenrain]] überführt, wo Stürgkh in der Familiengruft beigesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Nachfolger von Stürgkh berief der Kaiser den  bisherigen k.k. Finanzminister [[Ernest von Koerber]]. Franz Joseph I. starb vier Wochen später. Friedrich Adler hielt vor Gericht eine hochpolitische Verteidigungsrede, in der er unter anderem seine eigene Partei wegen Prinzipienlosigkeit anklagte&amp;lt;ref&amp;gt;Die Rede im Wortlaut: &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Adler vor dem Ausnahmegericht: die Verhandlungen vor dem § 14-Gericht am 18. und 19. Mai 1917 nach dem stenographischen Protokoll&amp;#039;&amp;#039; (Berlin 1919). [https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/titleinfo/483862 PDF und OCR]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Er wurde zum Tod verurteilt, von Kaiser [[Karl I. (Österreich-Ungarn)|Karl I.]] zu 18 Jahren Kerker begnadigt und im Herbst 1918 vom Kaiser kurz vor dessen Regierungsverzicht amnestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|25|632||Stürgkh, Carl Graf von|[[Lothar Höbelt]]|117677957}}&lt;br /&gt;
* {{ÖBL|13|444|445|Stürgkh Karl Gf.|}}&lt;br /&gt;
* [[John Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Karl Reichsgraf Stürgkh. Wien, 21. Oktober 1916&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Michael Sommer (Historiker)|Michael Sommer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politische Morde. Vom Altertum bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-18518-8, S. 183–191.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Karl von Stürgkh}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|117677957}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Stürgkh,_Karl_Graf|Stürgkh, Karl Graf}}&lt;br /&gt;
* John Zimmermann: [https://www.lexikon-der-politischen-strafprozesse.de/glossar/adler-friedrich/#more-680 Adler, Friedrich (Attentat auf Ministerpräsident Karl Stürgkh).] In: [[Kurt Groenewold]], Alexander Ignor, Arnd Koch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon der Politischen Strafprozesse]].&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
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}}{{Folgenleiste multi&lt;br /&gt;
| AMT         = [[Österreichischer Unterrichtsminister]]&lt;br /&gt;
| ZEIT        = 1909 – 2.&amp;amp;nbsp;November&amp;amp;nbsp;1911&lt;br /&gt;
| VORGÄNGER   = [[Josef von Kanera]]&lt;br /&gt;
| NACHFOLGER  = [[Max Hussarek von Heinlein]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117677957|LCCN=n/84/142327|VIAF=27854726}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Sturgkh, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ministerpräsident (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterrichtsminister (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verfassungstreuer Großgrundbesitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Graz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stürgkh (Adelsgeschlecht)|Karl]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1859]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1916]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Stürgkh, Karl&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Stürgkh, Karl Graf (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Politiker und Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=30. Oktober 1859&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Graz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=21. Oktober 1916&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Manukarock</name></author>
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