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	<title>Karl Lanius - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Karl_Lanius&amp;diff=789968&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Roderich Kahn: Link &quot;Institut Miersdorf&quot; präzisiert</title>
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		<updated>2025-11-06T08:13:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link &amp;quot;Institut Miersdorf&amp;quot; präzisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Lanius&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. Mai]] [[1927]] in [[Berlin]]; † [[21. Juli]] [[2010]] in [[Königs Wusterhausen]]) war ein deutscher [[Physiker]]. Er arbeitete auf dem Gebiet der [[Kosmische Strahlung|Kosmischen Strahlung]] und der [[Hochenergiephysik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
In den Jahrzehnten des Wirkens von Karl Lanius erfolgte der Aufbau der Hochenergiephysik in der [[DDR]] und ihre Integration in die internationale Forschergemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs er bei der Mutter auf. Sie war Jüdin und wurde 1944 in das [[Ghetto Theresienstadt|KZ Theresienstadt]] verschleppt. Lanius konnte deshalb nicht zum Gymnasium gehen und wurde Werkzeugmacher. Im Ergebnis einer Sonderprüfung wurde er nach dem Krieg zum Studium zugelassen&amp;lt;ref&amp;gt;T. Naumann: &amp;#039;&amp;#039;Teilchen ohne Grenzen&amp;#039;&amp;#039;. Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, Band 114, Jg. 2012, S. 161–173. trafo Wissenschaftsverlag Dr. Wolfgang Weist, Berlin 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; und studierte [[Physik]] von 1946 bis 1949 an der [[TU-Berlin]] und von 1949 bis 1952 an der [[Humboldt-Universität zu Berlin]] (HUB), das er als [[Physiker|Diplomphysiker]] abgeschlossen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Studium begann er 1952 seine wissenschaftliche Arbeit im [[Miersdorf#Institut Miersdorf|Institut Miersdorf]] der [[Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin|Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin]] (DAW). Dort erfolgten die ersten Arbeiten auf dem Gebiet der [[Kernphysik]] in der DDR. 1957 [[Promotion (Doktor)|promovierte]] er an der HUB&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Lanius: &amp;#039;&amp;#039;Über die Zertrümmerung schwerer Kerne der Kernemulsion durch Teilchen der kosmischen Strahlung.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, Math.-naturwiss. Fakultät, Berlin 1957&amp;lt;/ref&amp;gt;,  1962 [[Habilitation|habilitierte]] er sich dort.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Lanius: &amp;#039;&amp;#039;Die unelastische Pion-Nukleon-Wechselwirkung bei 7 GeV.&amp;#039;&amp;#039; Habilitationsschrift, Humboldt-Universität zu Berlin, Math.-naturwiss. Fakultät, Berlin 1962.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nebenamtlich erhielt er im gleichen Jahr eine [[Dozentur]] und 1964 eine [[Professur]] für Physik an der HUB, er blieb weiterhin bei der DAW in Zeuthen tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Institut Miersdorf entstand 1956 in das &amp;#039;&amp;#039;Kernphysikalische Institut der DAW&amp;#039;&amp;#039; [[Zeuthen]] (Leiter: [[Gustav Richter (Physiker)|Gustav Richter]]). In diesem Institut bestand die Abteilung „Kosmische Strahlung“ weiterhin unter der Leitung von Karl Lanius. Dieses Kernphysikalische Institut wurde 1962 in zwei selbständige Forschungsstellen aufgeteilt: „Physik hoher Energien“ (Leitung: Lanius) und „Spezielle Probleme der theoretischen Physik“ (Leitung: Richter). 1968 wurde die bisherige „Forschungsstelle für Physik hoher Energien“ in das „Institut für Hochenergiephysik (IfH)“ der DAW umgewandelt (Direktor: Karl Lanius).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lanius leitete das Gebiet Hochenergiephysik von 1962 bis 1973 und von 1976 bis 1988. In den dazwischen liegenden Jahren 1973 bis 1976 arbeitete er als [[Rektor#Akademische Ämter|Vizedirektor]] des [[Vereinigtes Institut für Kernforschung|Vereinigten Instituts für Kernforschung]] (VIK) in [[Dubna (Moskau)|Dubna]] bei Moskau. Von 1988 bis 1990 war er Gastwissenschaftler am Schweizer [[Paul Scherrer Institut]], mit längeren Forschungsaufenthalten beim [[CERN]] in [[Genf]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühzeitig knüpfte er, gemeinsam mit seinem Abteilungsleiter [[Claus Grote]], der für die [[Blasenkammer]] zuständig war, Kontakte zu Fachkphysikern im CERN in Genf und am [[DESY]] in [[Hamburg-Bahrenfeld]], und er organisierte auch während des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] einen regen Wissenschaftleraustausch. Lanius legte damit den Grundstein für die erfolgreiche Vereinigung des Instituts für Hochenergiephysik mit dem DESY im Jahr 1992, so dass hier nach der [[Deutsche Wiedervereinigung|deutschen Wiedervereinigung]] als zweiter Standort das [[DESY Zeuthen]] entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die [[Nuklearkatastrophe von Tschernobyl]] von 1986 auch in der DDR nicht länger heruntergespielt werden konnte, mobilisierte die SED-Führung zwei prominente Physiker der DDR, Lanius und [[Günter Flach]], beide keine Spezialisten im Fach &amp;#039;&amp;#039;[[Reaktorphysik]]&amp;#039;&amp;#039;, die weltweite Kritik an der Berichterstattung der Sowjetunion im Fernsehen der DDR in die Ecke einer „antisowjetischen Aufrüstungspropaganda“ zu stellen. Wörtlich sagte Lanius in der Sondersendung des DDR-Fernsehens am 30. April 1986 nach dem „Super-GAU“: „Man soll bitte nicht vergessen, dass offenbar doch hier sehr starke Elemente einer Verteufelung der Sowjetunion und eine Ablenkung von diesen doch so enorm wichtigen Friedensinitiativen zu sehen ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[ZDFinfo]] Doku: &amp;#039;&amp;#039;Die sieben geheimen Atompläne der DDR&amp;#039;&amp;#039;, 14.06.2021 20:15 Uhr, Dauer 44:32 min, Zeitpunkt, an dem dieser Satz von Lanius in der Doku eingeblendet wird: 36:36 min&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mitgliedschaften und Auszeichnungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
1969 erfolgte seine Wahl zum Mitglied der [[Gelehrtengesellschaft|Gelehrtensozietät]] der &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin&amp;#039;&amp;#039;. In den Jahren 1988 bis 1992 leitete er als Sekretar die &amp;#039;&amp;#039;Klasse Physik&amp;#039;&amp;#039; der [[Akademie der Wissenschaften der DDR]] (AdW). 1993 war er Gründungsmitglied der [[Leibniz-Sozietät|Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin]], als deren Sekretar der &amp;#039;&amp;#039;Klasse Naturwissenschaften&amp;#039;&amp;#039; er bis 1996 tätig war. In der Wahlperiode von 1987 bis 1990 wirkte er als &amp;#039;&amp;#039;Vizepräsident&amp;#039;&amp;#039; der [[Internationale Union für Reine und Angewandte Physik|Internationalen Union für Reine und Angewandte Physik]] (IUPAP). Von 1969 bis 1990 war Lanius Mitglied des [[Forschungsrat der DDR|Forschungsrates der DDR]].&lt;br /&gt;
* 1967 [[Nationalpreis der DDR]]&lt;br /&gt;
* 1987 [[Hervorragender Wissenschaftler des Volkes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Elementarteilchen 1977 – Vortrag vor der Klasse Physik der Akademie der Wissenschaften der DDR.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin 1978.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Physik der Elementarteilchen.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin; Vieweg Verlag, Braunschweig; Wiesbaden 1981, ISBN 978-3-528-06866-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Physik und ihre Tendenzen – dargelegt am Beispiel der Elementarteilchenphysik.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin 1981.&lt;br /&gt;
* mit [[Manfred Uschner]]: &amp;#039;&amp;#039;Weg mit dem Teufelszeug!  Für ein atomwaffenfreies Europa.&amp;#039;&amp;#039; Dietz Verlag, Berlin 1988, ISBN 978-3-320-01155-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mikrokosmos – Makrokosmos. Das Weltbild der Physik.&amp;#039;&amp;#039; Urania-Verlag, Leipzig; Jena; Berlin 1988, 2. Auflage 1989, ISBN 978-3-332-00206-5; Beck Verlag, München 1988, 2. Auflage 1989, ISBN 978-3-406-33210-4; [[Büchergilde Gutenberg]], Frankfurt am Main; Wien 1990, ISBN 978-3-7632-3629-9.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Grundlagenforschung und Schlüsseltechnologien. Festvortrag anlässlich des Leibniztages der Akademie der Wissenschaften der DDR am 3. Juli 1987.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin 1988, ISBN 978-3-05-500516-9.&lt;br /&gt;
* als Mitautor: &amp;#039;&amp;#039;Globaler Wandel. Teil 1: Risiken, Ressourcen, Chancen.&amp;#039;&amp;#039; Becker-Verlag, Velten 1994, ISBN 978-3-930640-39-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Erde im Wandel. Grenzen des Vorhersagbaren.&amp;#039;&amp;#039; Spektrum; Akademie-Verlag, Heidelberg; Berlin; Oxford 1995, ISBN 978-3-86025-325-0.&lt;br /&gt;
* mit [[Friedhart Klix]]: &amp;#039;&amp;#039;Wege und Irrwege der Menschenartigen. Wie wir wurden, wer wir sind.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart; Berlin; Köln 1999, ISBN 978-3-17-016035-4.&lt;br /&gt;
* mit [[Friedhart Klix]]: &amp;#039;&amp;#039;Wege und Irrwege der Menschenartigen. Kosmologie heute – ein Beitrag zum Weltbild.&amp;#039;&amp;#039; trafo Wissenschaftsverlag Dr. Wolfgang Weist, Berlin 2000, ISBN 978-3-89626-213-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Weltbilder. Eine Menschheitsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Faber und Faber, Leipzig 2005, ISBN 978-3-936618-66-2.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Klima – Umwelt – Mensch. Sozial-ökonomische Systeme und ihre Überlebens(un)fähigkeit.&amp;#039;&amp;#039; Pahl-Rugenstein, Bonn 2009, ISBN 978-3-89144-420-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=karl-lanius|lemma=Lanius, Karl|autor=[[Horst Kant]]|band=1|idNum=2026}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zum 80. Geburtstag von Karl Lanius.&amp;#039;&amp;#039; Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, Band 93, Jahrgang 2007. trafo Wissenschaftsverlag Dr. Wolfgang Weist, Berlin 2007, ISBN 978-3-89626-753-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|105275107}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|105275107}}&lt;br /&gt;
* [https://www.desy.de/sites2009/site_www-desy/content/e409/e8731/e8852/e8858/infoboxContent73893/DESYinform09-10-deWEB_ger.pdf DESY inFORM 09/2010] (PDF; 347&amp;amp;nbsp;kB), Nachruf auf Seite 5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=105275107|LCCN=n/82/115984|VIAF=15228552}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lanius, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (CERN)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Wissenschaft und Technik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hervorragender Wissenschaftler des Volkes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leibniz-Sozietät]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachbuchautor (Physik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SED-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Bürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1927]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2010]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (DESY)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lanius, Karl&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Physiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. Mai 1927&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=21. Juli 2010&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Königs Wusterhausen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Roderich Kahn</name></author>
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