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	<title>Karl Hermann Wolf - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Hardenacke: /* Literatur */ + wikilink</title>
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		<updated>2025-10-15T14:30:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Carl Wolf.jpg|mini|Karl Hermann Wolf (um 1897)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Hermann Wolf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Carl Hermann Wolf&amp;#039;&amp;#039;, ursprünglich Karl Georg Anton Wolf (* [[27. Januar]] [[1862]] in [[Cheb|Eger]], [[Böhmen]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.portafontium.cz/iipimage/30062719/cheb-sv-mikulas-21_0370-n?x=18&amp;amp;y=571&amp;amp;w=492&amp;amp;h=180 portafontium.eu – Taufbuch Eger (Cheb), Böhmen, 1861–1866, Seite 37, 5. Zeile]&amp;lt;/ref&amp;gt;; † [[11. Juni]] [[1941]] in [[Wien]]), war ein [[Deutschböhmen und Deutschmährer|deutschböhmischer]] Politiker der [[Deutschnationale Bewegung|Deutschnationalen Bewegung]] und später der [[Deutschradikale Partei|Deutschradikalen Partei]] in [[Österreich-Ungarn]] sowie [[Publizist]]. Er war [[Abgeordneter]] des [[Böhmischer Landtag|Böhmischen Landtags]], Abgeordneter zum österreichischen [[Reichsrat (Österreich)|Reichsrat]] (1897–1918) und 1918/19 Mitglied der [[Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich|Provisorischen Nationalversammlung]] für [[Deutschösterreich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft, Studium, früher Aktivismus ==&lt;br /&gt;
Wolfs Eltern waren der Gymnasialprofessor und spätere Direktor eines Realgymnasiums Wenzel Wolf (1831–1911) und Anna Maria Wolf, geb. Gradl (1838–1906). Sein Bruder war der Architekt [[Heinrich Wolf (Architekt)|Heinrich Wolf]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gymnasialdirektor Wenzel Wolf gestorben&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Ostdeutsche Rundschau&amp;#039;&amp;#039; vom 11. Juli 1911, S. 4 [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=odr&amp;amp;datum=19110711&amp;amp;query=%22Wenzel+Wolf%22&amp;amp;ref=anno-search&amp;amp;seite=4] sowie Traueranzeige, S. 12 [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=odr&amp;amp;datum=19110711&amp;amp;seite=12&amp;amp;zoom=33&amp;amp;query=%22Wenzel%2BWolf%22&amp;amp;ref=anno-search]&amp;lt;/ref&amp;gt; Wolf besuchte nach der Volksschule das Gymnasium in [[Liberec|Reichenberg]], wo er die [[Schülerverbindung|Pennälerverbindung]] Hercynia gründete, schloss bei der Reifeprüfung mit „Durchaus vorzüglich“ als der beste [[Matura]]nt ab und bewies außerordentliche Kenntnisse des [[Altgriechische Sprache|Altgriechischen]]. Ab 1880 studierte er an der [[Karls-Universität Prag]] [[Philosophie]], [[Germanistik]] und [[Klassische Philologie]]. Am 30. Oktober 1880 gründete er mit Reichenberger Maturanten die [[Burschenschaft Ghibellinia zu Prag in Saarbrücken|Burschenschaft Ghibellinia zu Prag]] (heute zu [[Liste der Studentenverbindungen in Saarbrücken|Saarbrücken]]). Sie bezeichnete sich als akademisch-technische Burschenschaft, da sie Studenten der Universität und der Technischen Hochschule aufnahm. Adolf Strachnov, der sich ab 1879 in Prag aufhielt, hatte die Gründung vorbereitet und war der „Erste Sprecher“. Wolf nannte sich seit seiner Studentenzeit als Hommage an den Cheruskerfürsten [[Arminius]] &amp;#039;&amp;#039;Karl Hermann&amp;#039;&amp;#039; statt ursprünglich &amp;#039;&amp;#039;Karl Georg Anton&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Harald Lönnecker]]: &amp;#039;&amp;#039;„… Das einzige, was von mir bleiben wird“. Die Burschenschaft Ghibellinia zu Prag in Saarbrücken 1880–2000.&amp;#039;&amp;#039; Burschenschaft Ghibellinia zu Prag in Saarbrücken, Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-00-028568-4, S. 189&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1881 wurden er und Campen Kreß im Zusammenhang mit den Unruhen in Prag verhaftet. Dessen ungeachtet wurde Wolf am 8. Juli 1881 zum Obmann der &amp;#039;&amp;#039;[[Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag]]&amp;#039;&amp;#039; für drei Semester. In einer Semestereröffnungsrede vor der &amp;#039;&amp;#039;Lese- und Redehalle der deutschen Studenten&amp;#039;&amp;#039; prägte Wolf den Satz „Das Volk steht über der Dynastie“ und löste damit im Angesicht des Regierungsvertreters einen Tumult aus. Aufgrund eines drohenden Prozesses wegen [[Majestätsbeleidigung]] musste er sein Studium 1884 abbrechen und floh nach Leipzig. Dort arbeitete er unter anderem am &amp;#039;&amp;#039;Spamerschen Konversationslexikon&amp;#039;&amp;#039; mit. In Leipzig erkrankte er lebensgefährlich an einer [[Meningitis|Hirnhautentzündung]]. In dem in seiner Abwesenheit geführten Gerichtsverfahren wurde er freigesprochen und konnte nach Österreich-Ungarn zurückkehren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OBL&amp;quot;&amp;gt;{{ÖBL2|Karl-Hermann|Wolf|1862|1941|Michael Wladika}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Journalistische Tätigkeit und deutschnationale Bewegung ==&lt;br /&gt;
Nach seiner Genesung war er 1885 kurze Zeit als [[Hauslehrer]] („Hofmeister“) im [[Tulešice|Tulleschitz]] beschäftigt, bevor er sich dem Zeitungswesen zuwandte. So arbeitete er im Sommer 1886 als Redakteur bei der &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Wacht (Cilli)|Deutschen Wacht]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Celje|Cilli]] (Untersteiermark), dann als Chefredakteur der &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Volkszeitung (Reichenberg 1885)|Deutschen Volkszeitung]]&amp;#039;&amp;#039; im nordböhmischen [[Liberec|Reichenberg]], ab 1889 als Redakteur beim &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Volksblatt|Deutschen Volksblatt]]&amp;#039;&amp;#039; in Wien. Nach einem Streit mit dessen Herausgeber [[Ernst Vergani]] gründete er 1890 – mit der Unterstützung [[Georg von Schönerer|Georg Ritter von Schönerers]] – seine eigene Zeitung: die &amp;#039;&amp;#039;Ostdeutsche Rundschau&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Blatt war unter den national gesinnten Deutschösterreichern sehr beliebt. Unter Wolf als Herausgeber (bis 1897 auch Chefredakteur) erschien es zunächst wöchentlich, ab 1893 täglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;&amp;gt;[https://www.parlament.gv.at/recherchieren/personen/parlamentarierinnen-ab-1848/parlamentarier-1848-1918/Wolf_1 Kurzbiographie Wolf, Karl Hermann], Parlamentarier 1848–1918, Parlament Österreich.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seinen Publikationen trat er nachdrücklich für das seiner Ansicht nach bedrängte [[Deutsche|Deutschtum]] in der österreichischen Habsburgermonarchie ein und vertrat die Ideen der [[Großdeutsche Lösung|Großdeutschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner publizistischen Tätigkeit engagierte er sich im deutschnationalen Vereinswesen. So war er in Reichenberg 1886 Mitgründer und bis 1888 Sprechwart der Deutschen Turnerverbindung „Jahn“, im Jahr darauf auch Bundessprechwart des Deutschen Turnerbunds für Nordböhmen sowie 1887 Mitbegründer des &amp;#039;&amp;#039;Allgemeinen Deutschen Sprachvereins&amp;#039;&amp;#039;. In Wien beteiligte er sich 1890 an der Gründung des Vereins „Deutsche Geschichte“, dessen Obmann-Stellvertreter er bis zur behördlichen Auflösung 1894 war. Ebenfalls 1890 war er Mitgründer und Mitglied des Leitungsausschusses des Deutschen Volksvereins in Wien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt; Nach seiner Wahlniederlage um die Führung der &amp;#039;&amp;#039;Lese- und Redehalle der deutschen Studenten&amp;#039;&amp;#039; gründete Wolf mit den unterlegenen national eingestellten Studenten 1892 den &amp;#039;&amp;#039;Germania Lese- und Redeverein der deutschen Hochschüler in Prag&amp;#039;&amp;#039;, der bis 1938 bestand. Die Gründungsmitglieder waren hauptsächlich Studenten aus den Burschenschaften „[[Burschenschaft Teutonia Prag|Teutonia]]“ und „Carolina“, in welcher Wolf die Ehrenmitgliedschaft innehatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolf war 1894 Gründungsmitglied des Bunds der Germanen in Wien. Als der Deutsche Volksverein ein Bündnis mit den [[Christlichsoziale Partei (Österreich)|Christlichsozialen]] von [[Karl Lueger]] einging, traten die Anhänger Georg von Schönerers – darunter Wolf – 1895 aus und gründeten stattdessen den &amp;#039;&amp;#039;Verein der Deutschnationalen in Österreich&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Wladika: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Vätergeneration: die Ursprünge des Nationalsozialismus in der k.u.k. Monarchie.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Wien u.&amp;amp;nbsp;a. 2005, S. 274.&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen Obmann Wolf bis zur Zwangsauflösung durch die Behörden war. Anlass war eine Rede Wolfs, in der er behauptete, dass „einer von dieser Adelssippe gekommen sei und uns die Verfassung weggenommen habe“ und es an der Zeit sei, wie in der [[Märzrevolution]] 1848, „diese Verfassung eventuell auch mit unserem Blute [zu] vertheidigen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Reichsgericht: &amp;#039;&amp;#039;Entscheidung über eine Beschwerde wegen Verletzung des durch die Verfassung gewährleisteten politischen Rechtes, Vereine zu bilden. Erkenntnis vom 26. April 1900, Z. 110.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sammlung der nach gepflogener öffentlicher Verhandlung geschöpften Erkenntnisse des k.k. Reichsgerichtes&amp;#039;&amp;#039;, Band 11, Nr. 996, S. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Ersatzorganisation gründete er daraufhin den &amp;#039;&amp;#039;Deutschnationalen Verein für Österreich&amp;#039;&amp;#039;, den er bis 1920 leitete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus finanziellen Gründen verkaufte Wolf 1902 die &amp;#039;&amp;#039;Ostdeutsche Rundschau&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref name=&amp;quot;OBL&amp;quot;/&amp;gt; danach schrieb er von 1904 bis 1908 als Redakteur für das deutschradikale Wochenblatt &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Rundschau&amp;#039;&amp;#039;. Von 1914 bis 1920 war er erneut Eigentümer, zuletzt auch gleichzeitig Herausgeber und Chefredakteur der &amp;#039;&amp;#039;Ostdeutschen Rundschau&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Karriere ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Postkarte Karl Hermann Wolf.jpg|mini|Propagandapostkarte mit dem Porträt von Karl Hermann Wolf]]&lt;br /&gt;
In der [[Reichsratswahl 1897]] wurde Wolf für die [[Deutschnationale Bewegung]] zum Abgeordneten des 21. städtischen Wahlbezirks von Böhmen ([[Trutnov|Trautenau]], [[Vrchlabí|Hohenelbe]], [[Broumov|Braunau]] u.&amp;amp;nbsp;a.) gewählt ([[Liste der Abgeordneten zum Österreichischen Abgeordnetenhaus (IX. Legislaturperiode)|IX. Legislaturperiode]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt; Gegen die [[Kasimir Felix Badeni#Badenische Sprachenverordnung|Badenische Sprachenverordnung]] vom 5. April 1897 legten er, von Schönerer und [[Anton Pergelt]] Einspruch ein. Wolf griff den Ministerpräsidenten [[Kasimir Felix Badeni]] im [[Reichsrat (Österreich)]] scharf an. Er warf ihm „polnische Schufterei“ vor; anschließend forderte Badeni Wolf auf Pistolen. Badeni wurde am 25. September 1897 im Pistolenduell durch eine Kugel im Arm verletzt. Der politische Widerstand Wolfs in der Badeni-Krise machte ihn eine Zeitlang zum Nationalhelden der Deutschböhmen. 1899 trat er von der römisch-katholischen zur [[Evangelische Kirche A.B. in Österreich|Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses]] über.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der vorzeitigen Auflösung des Reichsrates 1901 erneut in das österreichische Parlament gewählt ([[Liste der Abgeordneten zum Österreichischen Abgeordnetenhaus (X. Legislaturperiode)|X. Legislaturperiode]]), trat Wolf der von Schönerer geführten [[Alldeutsche Vereinigung|Alldeutschen Vereinigung]] bei. Im selben Jahr duellierte sich Wolf mit seinem Parteikollegen Alois Seidl.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OBL&amp;quot;/&amp;gt; Dieser hatte Margaretha Tschan, die Tochter eines weiteren Parteikollegen, [[Josef Tschan]], geheiratet, mit der Wolf zuvor – drei Jahre vor ihrer Hochzeit, bei der er Trauzeuge war – eine Affäre gehabt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Wladika: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Vätergeneration: die Ursprünge des Nationalsozialismus in der k.u.k. Monarchie.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Wien u.&amp;amp;nbsp;a. 2005, S. 462–464.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Skandals trat er im November 1901 von seinem Abgeordnetenmandat zurück, wurde aber bei der dadurch ausgelösten Ersatzwahl wiedergewählt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt; Zugleich führte die Affäre zum Bruch mit Schönerer und zum Ausschluss aus der Alldeutschen Vereinigung. Schon zuvor hatte es aber auch inhaltliche Differenzen gegeben. So strebte Wolf ein Bündnis mit der gemäßigteren deutschnationalen (und bei den Wahlen erfolgreicheren) [[Deutsche Volkspartei (Österreich)|Deutschen Volkspartei]] an, was Schönerer ablehnte, während Wolf hingegen Schönerers antikatholische [[Los-von-Rom-Bewegung]] skeptisch sah.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OBL&amp;quot;/&amp;gt; Anders als für Schönerer stand für Wolf weniger der Kampf gegen das Haus Habsburg, die katholische Kirche oder die Juden im Vordergrund, sondern der deutsch-tschechische Nationalitätenkonflikt, der „Kampf der Slawen gegen die Deutschen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HbdA&amp;quot;&amp;gt;Philipp Rohrbach: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.degruyter.com/database/HDAO/entry/hdao.5.220/html Freialldeutsche Partei (Österreich).]&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Benz u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Antisemitismus – Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, Walter de Gruyter, 2012, S. 257–258.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gründete Wolf mit seinen Unterstützern [[Raphael Pacher]], [[Josef Herold (Politiker, 1861)|Josef Herold]] und Anton Schalk 1903 die &amp;#039;&amp;#039;Freie Vereinigung Alldeutscher Abgeordneter&amp;#039;&amp;#039; (kurz &amp;#039;&amp;#039;Freialldeutsche Vereinigung&amp;#039;&amp;#039;), die sich 1907 in [[Deutschradikale Partei]] umbenannte. Bis 1905 traten die meisten Abgeordneten der Schönerer-Gruppe zur Freialldeutschen bzw. Deutschradikalen Partei über, die vor allem in den deutschsprachigen Gebieten Böhmens, Mährens und Schlesiens gewählt wurde. Anders als die Schönerer-Bewegung beharrte sie nicht auf einer Zerschlagung der Habsburgermonarchie, sondern versuchte innerhalb dieser die Vorherrschaft der deutschen Volksgruppe zu erhalten. Ihr Antisemitismus war im Vergleich zu Schönerer etwas gedämpfter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HbdA&amp;quot;/&amp;gt; Nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts und dem Neuzuschnitt der Wahlkreise wurde Wolf bei den [[Reichsratswahl 1907|Reichsratswahlen 1907]] ([[Liste der Abgeordneten zum Österreichischen Abgeordnetenhaus (XI. Legislaturperiode)|XI. Legislaturperiode]]) und [[Reichsratswahl 1911|1911]] ([[Liste der Abgeordneten zum Österreichischen Abgeordnetenhaus (XII. Legislaturperiode)|XII. Legislaturperiode]]) als Abgeordneter des in den Sudeten gelegenen [[Wahlbezirk Böhmen 95|Wahlbezirks Böhmen 95]] (Städte Trautenau, Braunau, [[Králíky|Grulich]], [[Lanškroun|Landskron]]) erneut in das Wiener Parlament gewählt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolf saß im Vorstand des 1909 gegründeten [[Deutscher Nationalverband|Deutschen Nationalverbandes]], in dem sich der größte Teil der deutschnationalen Mandatsträger zusammengeschlossen hatte. In dieser Zeit trat er häufig öffentlich auf nationalistischen Veranstaltungen auf, unter anderem im Wiener Wimberger-Saal, wo ihn der junge Adolf Hitler erlebte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Spätestens ab 1913 war Wolf Obmann der Deutschradikalen Vereinigung und zugleich Obmann-Stellvertreter des übergeordneten Deutschen Nationalverbandes, der sich im Oktober 1917 in seine Einzelbestandteile spaltete, nur um sich im Januar 1918 erneut im [[Verband der deutschnationalen Parteien]] zusammenzuschließen. Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie bildeten die deutschsprachigen Abgeordneten des Reichsrats die [[Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich]], der auch Wolf angehörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt; Deren Beschlüsse, dass [[Deutschösterreich]] die mehrheitlich deutschsprachigen Gebiete in Böhmen, Mähren und Österreich-Schlesien einschließen und ein Gliedstaat des Deutschen Reichs werden sollte, wurden jedoch durch den [[Vertrag von Saint-Germain]] verhindert. Die Deutschböhmen und -mährer wurden so zur nationalen Minderheit in der neugegründeten [[Erste Tschechoslowakische Republik|Tschechoslowakischen Republik]]. Wolf blieb hingegen in Wien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach 1919 ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Ostdeutsche Rundschau&amp;#039;&amp;#039;, die ab 1919 nur noch wöchentlich erschien, verkaufte er im Jahr darauf und sie ging in der &amp;#039;&amp;#039;Wiener Deutschen Tageszeitung&amp;#039;&amp;#039; auf, aus der wiederum 1921 die völkisch-antisemitische &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschösterreichische Tages-Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, das spätere Parteiblatt der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Österreichs – Hitlerbewegung|österreichischen NSDAP]], hervorging.&amp;lt;ref&amp;gt;Martina Aicher: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.degruyter.com/database/HDAO/entry/hdao.6.121/html Deutschösterreichische Tageszeitung (Österreich, 1921–1933).]&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Benz u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Antisemitismus – Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, Walter de Gruyter, 2013, S. 146–148.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Ersten Österreichischen Republik konnte Wolf nicht mehr an seine frühere politische Bedeutung anknüpfen. Der von ihm als Obmann 1922 mitbegründete &amp;#039;&amp;#039;Verein der Deutschnationalen in Österreich&amp;#039;&amp;#039; löste sich 1925 wieder auf. Auch die 1923 gegründete &amp;#039;&amp;#039;Deutschnationale Partei in Österreich&amp;#039;&amp;#039;, deren Obmann Wolf war, blieb bedeutungslos. 1925 trat er der NSDAP Österreichs bei, in der er jedoch keine Führungsfunktion übernahm. Von 1926 bis 1932 arbeitete er als Vertreter einer Versicherungsgesellschaft in Wien. Im Juni und Juli 1933 war Wolf Herausgeber der &amp;#039;&amp;#039;Neuen Wiener Tages-Zeitung&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grab von Karl Hermann Wolf auf dem Wiener Zentralfriedhof.JPG|mini|hochkant|Grab von K. H. Wolf]]&lt;br /&gt;
[[Adolf Hitler]] schätzte laut eigenen Angaben und Berichten seines zeitweiligen Geschäftspartners [[Reinhold Hanisch]] den Politiker Wolf. 1937 war er Ehrengast Hitlers auf dem [[Reichsparteitag]] der NSDAP in Nürnberg, nachdem der mittlerweile sehr kränkliche Greis einen Kuraufenthalt in einem [[Moorbad]] in Bayern auf Kosten der Partei absolviert hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Wladika: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Vätergeneration. Die Ursprünge des Nationalsozialismus in der k.u.k. Monarchie.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 2005, ISBN 3-205-77337-3, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Anschluss Österreichs]] 1938 kandidierte Wolf auf der Führerliste für den [[Großdeutscher Reichstag|Großdeutschen Reichstag]]. Nach Wolfs Tod wurde dieser von [[Baldur von Schirach]] als „Bannerträger des Deutschtums“ gewürdigt, für Hitler sei er der Mann gewesen, bei dem ihm „zum erstenmal [sic] die Macht des gesprochenen Wortes  und seiner Überzeugungskraft bewußt“ geworden sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Brigitte Hamann |Titel=Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators |Verlag=Piper |Ort=München |Datum=1996 |Seiten=375-376}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie, Krankheit und Tod ==&lt;br /&gt;
Karl Hermann Wolf heiratete 1893 in erster Ehe Mathilde (Ilda) Stepischnegg, mit der er einen Sohn und eine Tochter bekam. Das Paar trennte sich 1903, ließ sich aber erst 1922 scheiden. Im selben Jahr ging Wolf seine zweite Ehe mit Elfriede (Frieda) Frenzl ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kurzbio&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitlebens litt Karl Herrmann Wolf an einer [[Gehbehinderung]], welche auf die Infektion durch [[Masern]] – im ersten Lebensjahr – zurückzuführen ist. Sein [[Ehrengrab]] befindet sich auf dem [[Wiener Zentralfriedhof]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* Iro&amp;#039;s deutschvölkischer Zeitweiser.. auf das Jahr... [Ab 1892] Deutschnationaler Kalender (Zeitweiser). Hrsg.u.geleitet von Carl Martin Iro und Karl Hermann Wolf.- [Ab 1894 u.d.T.:] Deutschnationaler Taschenmerk-Kalender (Zeitweiser).- [Ab 1896 u.d.T.:] Deutschvolklicher Taschenmerk-Zeitweiser.- [Ab 1900 u.d.T.:] Deutschvölkischer Taschenmerk-Zeitweiser.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Arbeiterschutz und Zehnstundentag&amp;#039;&amp;#039;. Reden des Abgeordneten K.H. Wolf in den Sitzungen des Abgeordnetenhauses vom 7. und 13. December 1899 zur Begründung seines Dringlichkeitsanstrages, betreffend Herbeiführung eines Schiedsspruches in der Arbeitseinstellung in Zwickau. Wien: Verl. der Ostdeutschen Rundschau, 1900.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Deutschradikales Jahrbuch mit Zeitweiser für ...&amp;#039;&amp;#039;., Wien, ab 1911 jährlich erschienen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Horst Grimm, Leo Besser-Walzel: &amp;#039;&amp;#039;Die Corporationen: Handbuch zu Geschichte, Daten, Fakten, Personen&amp;#039;&amp;#039;. Umschau-Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-524-69059-9.&lt;br /&gt;
* Clemens Weber: &amp;#039;&amp;#039;Karl Hermann Wolf (1862–1941)&amp;#039;&amp;#039;. Ungedruckte Dissertation, Universität Wien, 1975.&lt;br /&gt;
* [[Harald Lönnecker]]: &amp;#039;&amp;#039;„... freiwillig nimmer von hier zu weichen ...“ Die Prager deutsche Studentenschaft 1867-1945.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2008 (= Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen, Band 16).&lt;br /&gt;
* Helge Dvorak: &amp;#039;&amp;#039;[[Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft]].&amp;#039;&amp;#039; Band I: &amp;#039;&amp;#039;Politiker.&amp;#039;&amp;#039; Teilband 6: &amp;#039;&amp;#039;T–Z.&amp;#039;&amp;#039; Winter, Heidelberg 2005, ISBN 3-8253-5063-0, S. 366–368.&lt;br /&gt;
* {{ÖBL2|Karl-Hermann|Wolf|1862|1941|[[Michael Wladika]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{parlament-at|01534}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1013678079|VIAF=85157647}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wolf, Karl Hermann}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DnP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Deutschen Klubs (Verein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burschenschafter (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chefredakteur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitungsjournalist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Antisemitismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied einer antisemitischen Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Liberec)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1862]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1941]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wolf, Karl Hermann&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Wolf, Carl Hermann; Wolf, K. H.&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=böhmisch-österreichischer Politiker, Abgeordneter zum Nationalrat&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=27. Januar 1862&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Eger, [[Cheb]], [[Böhmen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=11. Juni 1941&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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