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	<title>Karl Eduard Nobiling - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T23:40:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Karl_Eduard_Nobiling&amp;diff=342762&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Khatschaturjan: /* Attentat auf den Kaiser */</title>
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		<updated>2026-01-05T21:39:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Attentat auf den Kaiser&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Karl Eduard Nobiling.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Karl Eduard Nobiling (1878)&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Eduard Nobiling&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[10. April]] [[1848]] in Domäne Kolno (Kulm) bei [[Międzychód|Birnbaum]], [[Provinz Posen]]; † [[10. September]] [[1878]] in [[Berlin]]) verübte am 2. Juni 1878 ein Attentat auf Kaiser [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelm I.]] Auf diesen war es bereits der dritte Anschlag, nach jenen von [[Max Hödel]] drei Wochen zuvor und [[Oskar Becker (Attentäter)|Oskar Becker]] im Jahr 1861. Nobiling gelang das einzige Attentat, bei dem Wilhelm I. ernstlich verletzt wurde. Ein vierter und letzter Anschlag, im Jahr 1883 von einer Anarchistengruppe um [[August Reinsdorf]] verübt, sollte ebenfalls scheitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Ausbildung ==&lt;br /&gt;
Karl Eduard Nobiling wurde als Sohn des wohlhabenden &amp;#039;&amp;#039;Special-Pächters&amp;#039;&amp;#039; der königlichen Domäne Kolno&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Handbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1848.&amp;#039;&amp;#039; Decker, Berlin [1844], S. 413 ([https://www.google.de/books?id=30FKAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA413 online] bei Google Books).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Dirigenten der staatlichen Ackerbauschule Kolno, H. E. Nobiling,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Amtsblatt der Kgl. Regierung zu Bromberg.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 9 vom 28. Februar 1851, S. 68 bzw. 71 ([https://www.google.de/books?id=8DA_AAAAcAAJ&amp;amp;pg=RA1-PA68 online] bei Google Books).&amp;lt;/ref&amp;gt; geboren. Zunächst von Hauslehrern unterrichtet, besuchte er 1863–1867 die fünf oberen Klassen des [[Pädagogium]]s in [[Sulechów|Züllichau]]. Nach dem [[Abitur|&amp;#039;&amp;#039;Zeugniß der Reife&amp;#039;&amp;#039;]], das er hier am Schluss des Sommer-Halbjahrs 1867 erwarb,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Jahres-Bericht über die [[Gotthelf Samuel Steinbart|Steinbart]]’schen Erziehungs- und Unterrichts-Anstalten, Waisenhaus und Königl. Pädagogium bei Züllichau, herausgegeben am Schlusse des Schuljahres von Ostern 1867 bis Ostern 1868.&amp;#039;&amp;#039; Lange, Züllichau 1868, S. 41 Nr. 5 ([https://digital.francke-halle.de/fsaad/content/pageview/375064 online]bei [https://digital.francke-halle.de/ &amp;#039;&amp;#039;Franckesche Stiftungen – Digital Collections&amp;#039;&amp;#039;]).&amp;lt;/ref&amp;gt; widmete er sich zunächst drei Jahre der praktischen Landwirtschaft. Anschließend studierte er drei Semester [[Staatswissenschaften]] und [[Landwirtschaft]] in [[Halle (Saale)|Halle an der Saale]] (1870–1872), kehrte dann aber wieder für zwei Jahre in die Praxis zurück. Während dieser Zeit unternahm er einige – teils mehrmonatige – Reisen, „um eine größere Anzahl Wirthschaften, industrielle Etablissements verschiedener Art etc. kennen zu lernen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Diss&amp;quot;&amp;gt;Karl Eduard Nobiling: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der Landwirthschaft des Saalkreises der Provinz Sachsen.&amp;#039;&amp;#039;  Diss. Leipzig. Unger, Berlin 1876, mit Lebenslauf S. (81) ([https://books.google.de/books?id=ehO53mMkbWUC&amp;amp;printsec=frontcover online] bei Google Books).&amp;lt;/ref&amp;gt; Von Ostern 1874 bis Ostern 1875 studierte er wiederum die bereits genannten Fächer in Halle und wechselte danach an die [[Universität Leipzig]], wo er mit einer dem [[Volkswirtschaftslehre|Nationalökonomen]] [[Wilhelm Roscher]] gewidmeten Dissertation mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der Landwirthschaft des Saalkreises der Provinz Sachsen&amp;#039;&amp;#039; zum &amp;#039;&amp;#039;Dr. phil.&amp;#039;&amp;#039; promoviert wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Diss&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Attentat auf den Kaiser ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Das Attentat auf den deutschen Kaiser am 2. Juni 1878.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Das Attentat auf den deutschen Kaiser am 2. Juni 1878&amp;#039;&amp;#039; (Illustration in der Neuen Illustrierten Zeitung)]]&lt;br /&gt;
Nobiling, der während des Studiums und seiner anschließenden Tätigkeit im Statistischen Büro in [[Dresden]] Kontakt zu [[Sozialismus|sozialistischen]] Agitatoren gesucht hatte, versuchte am 2. Juni 1878, drei Wochen nach dem Mordversuch durch Max Hödel, Wilhelm I. zu erschießen. Aus dem Haus [[Unter den Linden]] 18 gab er auf den im offenen Wagen vorbeifahrenden Kaiser zwei Schüsse aus einer mit grobem Schrot geladenen doppelläufigen [[Flinte]] ab und verletzte Wilhelm dabei mit über 30 [[Schrotkugel|Schrotkörnern]] schwer, aber nicht tödlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich Nobiling entdeckt sah, schoss er sich bei einem Suizidversuch mit der Flinte in die Schläfe und wurde anschließend von Passanten überwältigt. Aufgrund seiner schweren Verletzungen waren Nobilings Aussagen im Polizeirevier am [[Molkenmarkt]] nur bruchstückhaft und ließen keinen Rückschluss auf eine [[Anarchismus|anarchistisch]] oder sozialistisch motivierte Tat zu, auch wenn Nobiling vor der Tat losen Kontakt zu sozialistischen Agitatoren gehabt hatte. Der [[Frankreich|französische]] Anarchist [[Paul Brousse]] etwa bezeichnete dementsprechend Nobilings Anschlag in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[L’Avant-Garde]]&amp;#039;&amp;#039; als „republikanisch“, nicht aber als anarchistisch motiviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nobilings Gesundheitszustand verbesserte sich in den folgenden Wochen, er wurde mehrfach vom Untersuchungsrichter Johl vernommen und nahm auch den Besuch seiner Mutter und einer seiner Schwestern entgegen. Die Befragungen lieferten keine Hinweise auf Hintermänner, sie machten vielmehr deutlich, dass Nobilings Tat durch seine prekäre finanzielle Lage, Zukunftsängste, Geltungssucht und verworrene sozialistische Ansichten motiviert war. In der Nacht vom 2. auf den 3. September unternahm er einen weiteren Suizidversuch, bevor er eine Woche später an einer [[Meningitis|Hirnhautentzündung]] starb, die von der seit dem ersten Suizidversuch im Gehirn steckenden Kugel herrührte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl ein Zusammenhang zwischen den Attentaten und der [[Sozialdemokratie]] nicht nachgewiesen werden konnte, wurden Nobilings und Hödels Handlungen von [[Reichskanzler]] [[Otto von Bismarck]] zur Durchsetzung des [[Sozialistengesetz]]es instrumentalisiert. Auch politisch exponierte Gegner der preußischen Regierung im [[Katholisches Milieu#Katholisches Milieu in Deutschland|katholischen Milieu]] in Deutschland wie [[Paul Majunke]] wurden hinsichtlich möglicher Verbindungen zu Nobiling vernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|nfp|07|07|1878|5|Zur Untersuchung gegen Nobiling}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Familienmitglieder nahmen wegen des Attentats den Nachnamen „Edeling“ an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Reaktion ==&lt;br /&gt;
[[Theodor Fontane]] (1819–1898) reimte auf das misslungene Attentat:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das war nicht nobel, Nobiling!&lt;br /&gt;
Du nahmst die Sache zu gering.&lt;br /&gt;
Man schießt mit ein paar Körnern Schrot&lt;br /&gt;
Nicht einen deutschen Kaiser tot!&lt;br /&gt;
Du warst kein Held, du warst ein Schelm,&lt;br /&gt;
Der Held, der war des Kaisers Helm&amp;#039;&amp;#039;,&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Der stellte sich vor den Doppellauf&lt;br /&gt;
Und fing die dreißig Körner auf,&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Ihn&amp;#039;&amp;#039; feiert mein Sang, &amp;#039;&amp;#039;ihn&amp;#039;&amp;#039; feiert mein Lied, –&lt;br /&gt;
Es lebe der Schroten-Winkelried.&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Fontane: &amp;#039;&amp;#039;Kaiser Wilhelms Helm&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Werke, Schriften und Briefe&amp;#039;&amp;#039;, Abt. 1, Bd. 6, Hanser, München 1978, S. 571 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der Landwirthschaft des Saalkreises der Provinz Sachsen.&amp;#039;&amp;#039;  Diss. Leipzig. Unger, Berlin 1876.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Aanslag op het leven van Keizer Wilhelm 2 Junij 1878&amp;#039;&amp;#039;. o. O. 1878 (darin: &amp;#039;&amp;#039;Das Attentat auf Se. Maj. den Kaiser Wilhelm am 2. Juni 1878 … verübt durch Dr. phil. Carl Eduard Nobiling&amp;#039;&amp;#039;; &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Montags-Blatt&amp;#039;&amp;#039;. Berlin, 3. Juni 1878; &amp;#039;&amp;#039;Mittags 1 Uhr. Neuestes Extrablatt des Berliner Börsen-Courier&amp;#039;&amp;#039;; &amp;#039;&amp;#039;Der Reporter. 6 Juni 1878&amp;#039;&amp;#039;; &amp;#039;&amp;#039;Der Reporter. 7 Junij 1878&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Ernst von Hertzberg|Freiherr von Hertzberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Attentat auf Seine Majestät den Kaiser&amp;#039;&amp;#039;. Selbstverlag A. Schulze, Berlin 1878&lt;br /&gt;
* Paul Brousse: &amp;#039;&amp;#039;Hoedel, Nobiling et la Propagande par le fait.&amp;#039;&amp;#039; In: [[L’Avant-Garde]] (17. Juli 1878), S.&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* Wilhelm Schlötel: &amp;#039;&amp;#039;Doctor Nobiling und seine Lehrmeister. Satyrspiel mit Trilogie. Zur Privatmittheilung bestimmt&amp;#039;&amp;#039;. Müller, Stuttgart 1879.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nobiling (Karl Eduard).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Brockhaus Enzyklopädie|&amp;#039;&amp;#039;Brockhaus’ Conversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;]]. 13. Aufl. Band 12. Brockhaus, Leipzig 1885, S. 267&amp;amp;nbsp;f. ([https://www.google.de/books?id=wmpHAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA267 online] bei [[Google Books]]).&lt;br /&gt;
* Ernest A. Vizetelly: &amp;#039;&amp;#039;The Anarchists: Their Faith and Their Record&amp;#039;&amp;#039;. Edinburgh 1911 (ausführliche Beschreibung des Tathergangs in Kapitel 3).&lt;br /&gt;
* [[Sven Felix Kellerhoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Attentäter. Wahnsinnige, Verführte, Kriminelle.&amp;#039;&amp;#039; Arean, Erftstadt 2005, ISBN 3-89996-344-X, S. 31 ff.&lt;br /&gt;
* Marcus Mühlnikel: &amp;#039;&amp;#039;‚Fürst, sind Sie unverletzt?‘ Attentate im Kaiserreich 1871–1914.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-77860-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Trau! schau! wem?}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Der Mordversuch gegen den deutschen Kaiser Wilhelm I. am 2. Juni 1878|Der Mordversuch gegen den deutschen Kaiser Wilhelm I. am 2. Juni 1878 (Zeitschriftenartikel)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=138252661|VIAF=88297883}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Nobiling, Karl Eduard}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Attentäter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarhistoriker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1848]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1878]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Nobiling, Karl Eduard&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Attentäter, der ein Attentat auf Kaiser Wilhelm I. verübte&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=10. April 1848&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Domäne Kolo bei [[Międzychód|Birnbaum]], Provinz Posen&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. September 1878&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Khatschaturjan</name></author>
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