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	<title>Karl Chmielewski - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-02-15T06:29:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:KarlChmielewski.jpg|mini|Karl Chmielewski]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Chmielewski&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[16. Juli]] [[1903]] in [[Frankfurt am Main]]; † [[1. Dezember]] [[1991]] in [[Prien am Chiemsee]]) war ein deutscher [[SS-Hauptsturmführer]] (R).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war [[KZ-Kommandant]] des [[Konzentrationslager Gusen I|Konzentrationslagers Gusen]] und baute das [[KZ Herzogenbusch]] auf. Chmielewski galt als „Teufel von Gusen“ und war einer der wenigen KZ-Kommandanten, die selbst als Häftling in ein Konzentrationslager verbracht wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sagel-Grande&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Sagel-Grande et al.: &amp;#039;&amp;#039;Justiz und NS-Verbrechen - Strafverfahren gegen Chmielewski Karl (Lage, Aufbau und personelle Besetzung des Lagers Gusen und Lebensbedingungen seiner Häftlinge)&amp;#039;&amp;#039;. Band XVII. S. 160 ff, Amsterdam 1977. S. 160 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Werdegang ===&lt;br /&gt;
Chmielewski wechselte in Jugendjahren vom [[Freiherr-vom-Stein-Schule (Frankfurt am Main)|Kaiser-Wilhelm-Gymnasium]] in Frankfurt am Main an die Oberrealschule in [[Langen (Hessen)|Langen]], die er 1918 ohne Abschluss verließ. Nach einer Übersiedlung nach [[München]] absolvierte Chmielewski eine Ausbildung zum Holzbildhauer und Elfenbeinschnitzer, die er 1924 mit der Gesellenprüfung abschloss. Chmielewski war in diesem Gewerbe einige Zeit in München selbständig, musste seinen Betrieb aber wegen der Wirtschaftskrise noch in den 1920er Jahren schließen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sagel-Grande&amp;quot; /&amp;gt; Er war Vater eines Sohnes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdf.de/uri/dd2583be-982f-46de-8804-efc2ac273df2 |titel=Das Nazi-Erbe - Trauma, Schuld, Verantwortung|abruf=2022-06-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== NS-Karriere ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 1932 trat Chmielewski nach längerer Arbeitslosigkeit und einigen Gelegenheitsjobs in die [[Allgemeine SS]] (SS-Nummer 63.950) ein und arbeitete ab 1932 aktiv auch für die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]], der er zum 1. März 1933 beitrat ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 1.508.254).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/5450792&amp;lt;/ref&amp;gt; Er versah Anfang 1933 Dienst als [[Hilfspolizei|Hilfspolizist]] und Ordonnanz zwischen der Polizeidirektion und dem [[SS-Hauptamt]] in München. Chmielewski wurde noch 1933 in den Stab des [[Reichsführer SS|Reichsführers SS (RFSS)]] übernommen und zum [[SS-Unterscharführer]] befördert. Chmielewski wechselte 1934 mit der Verlegung der Chef-Adjutantur des RFSS als Kassenverwalter nach [[Berlin]]. 1935 diente er im [[Stab (Militär)|Kommandanturstab]] des [[KZ Columbia]] und in der Zeit zwischen 1936 und 1939 als [[Verwaltungsführer]] im [[KZ Sachsenhausen|KL Sachsenhausen]]. 1938 wurde Chmielewski zum [[SS-Untersturmführer]] befördert und als [[Schutzhaftlagerführer]] eingearbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sagel-Grande&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzentrationslager Gusen ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 1940 wurde Chmielewski zum Aufbau des [[Konzentrationslager Gusen I|Lagerteiles Gusen]] in den Kommandanturstab des [[KZ Mauthausen]] überstellt und übersiedelte mit seiner Familie in eine von den [[Deutsche Erd- und Steinwerke|Deutschen Erd- und Steinwerken]] (DEST) zur Verfügung gestellte Wohnung nach [[St. Georgen an der Gusen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rudolf Haunschmied]]: &amp;#039;&amp;#039;1938/1945 - Zum Gedenken&amp;#039;&amp;#039;. In: Marktgemeinde St. Georgen a.d. Gusen (Hrsg..): &amp;#039;&amp;#039;300 Jahre erweitertes Marktrecht St. Georgen a.d. Gusen&amp;#039;&amp;#039;, St. Georgen a.d. Gusen 1989, S. 73–112.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Frau arbeitete dort bis Kriegsende in der Buchhaltung der [[Granitwerke Mauthausen|DEST-Werkgruppe St. Georgen/Gusen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Stellenbesetzungsplan der DEST-Werkgruppe St. Georgen&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf A. Haunschmied, Jan-Ruth Mills, Siegi Witzany-Durda: &amp;#039;&amp;#039;St. Georgen-Gusen-Mauthausen - Concentration Camp Mauthausen Reconsidered&amp;#039;&amp;#039;. BoD, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8334-7440-8. S. 88&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chmielewski war von 1940 bis 1942 im Rang eines SS-Hauptsturmführers (R) [[Schutzhaftlagerführer]] I des [[KZ Gusen]], das er mit äußerster Brutalität vor allem als Vernichtungslager für polnische Intellektuelle und spanische Republikaner prägte. Gleichzeitig versuchte er sich trotz zahlreicher Alkoholexzesse im Zusammenhang mit den in Gusen beim Eisenbahnbau gemachten archäologischen Funden&amp;lt;ref&amp;gt;Elisabeth Schiffkorn: &amp;#039;&amp;#039;Zur Forschungsgeschichte des urnenfelderzeitlichen Gräberfeldes von Gusen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;EuroJournal Mühlviertel-Böhmerwald&amp;#039;&amp;#039;, 2. Jg., Sonderheft 1, Linz 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Einrichtung eines kleinen Museums direkt im KZ verdient zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kulturnachrichten aus Oberdonau.&amp;#039;&amp;#039; Amt des Kulturbeauftragten des Gauleiters und Reichsstatthalters in Oberdonau. Linz, 1. Juli 1942, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war persönlich an der Misshandlung und Ermordung der [[KZ-Häftling]]e beteiligt, so schlug er u.&amp;amp;nbsp;a. Häftlinge zu Tode oder vergewaltigte weibliche Häftlinge.&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk Walter: [https://www.merkur.de/lokales/muenchen-lk/kz-kommandant-sohn-berichtet-mein-vater-massenmoerder-5937424.html &amp;#039;&amp;#039;Mein Vater, der Massenmörder.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Merkur&amp;#039;&amp;#039;. 8. Dezember 2015, abgerufen am 31. März 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund der katastrophalen hygienischen Zustände in diesem Vernichtungslager erkrankte auch Kommandant Chmielewski Anfang 1942 an [[Neuritis]] und [[Fleckfieber]] und war in der ersten Hälfte dieses Jahres häufig dienstunfähig und auf Kur. Chmielewski wurde daraufhin ab September 1942 mit dem Aufbau des [[KZ Herzogenbusch]] beauftragt, dessen Kommandant er ab dem 5. Januar 1943 war, während seine Familie bis Kriegsende in St. Georgen/Gusen wohnhaft blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der SS-Karriere ===&lt;br /&gt;
Wegen [[Unterschlagung (Deutschland)|Unterschlagung]] wurde Chmielewski im Oktober 1943 verhaftet und  1944 vor einem [[SS-Hauptämter#SS- und Polizeigerichte|SS-Gericht]] zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Aufenthalten in der Untersuchungshaft in Sachsenhausen und im [[SS- und Polizeistraflager Dachau]] war Chmielewski nach eigenen Angaben bis April 1945 [[Funktionshäftling|Lagerältester]] im [[KZ-Außenlager München-Allach]]. Chmielewski konnte sich während des Zusammenbruches des Dritten Reiches von dort absetzen und nach einem Besuch bei seiner Familie in St. Georgen/Gusen bis Herbst 1946 bei einem Bauern in [[Mettmach]] ([[Oberösterreich]]) untertauchen. Mit falschen Papieren gelang Chmielewski die Rückreise nach [[Deutschland]], wo er sich bei Bauern, mit Kaninchenzucht (vgl. dazu Kommando Kaninchenzucht im KL Gusen I) und Eierhandel durchschlug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegsjustiz ===&lt;br /&gt;
Chmielewski wurde 1957 von einem deutschen Gericht wegen [[Meineid]]es, [[Bigamie|Doppelehe]] und [[Betrug (Deutschland)|Betrug]]s zu einem Jahr Haft in [[München-Stadelheim]] verurteilt und saß bereits vor und nach diesem Verfahren wegen [[Mord]]es in Gusen in Untersuchungshaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11. April 1961 wurde Chmielewski schließlich durch ein [[Schwurgericht]] des [[Landgericht Ansbach|Landgerichtes Ansbach]] wegen 282-fachen Mordes zu lebenslangem [[Zuchthaus]] verurteilt und büßte seine Haftstrafe in der [[JVA Straubing]] ab. Im März 1979 wurde „im Hinblick auf den Gesundheitszustand des Verurteilten“ ein [[Gnadenrecht|Gnadengesuch]] „für die Dauer der stationären Behandlung in einer geeigneten Anstalt“ bewilligt. Chmielewski verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Bernau am Chiemsee. Seine Grabstelle dort auf dem Friedhof wurde im Frühjahr 2018 aufgelassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sz-3878251&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Köpf |url=https://www.sueddeutsche.de/bayern/umstrittenes-gedenken-kein-kreuz-mehr-fuer-den-kriegsverbrecher-1.3878251 |titel=Kein Kreuz mehr für den Kriegsverbrecher |werk=[[Süddeutsche Zeitung|sueddeutsche.de]] |datum=2018-02-23 |zugriff=2018-10-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer seiner Leitsprüche als Lagerkommandant in Gusen war angeblich: „Ein guter Häftling hält es nicht länger als 3–4 Monate im KZ aus, wer es länger aushält, ist ein Gauner.“&amp;lt;ref&amp;gt;taz vom 6. Januar 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Andreas Pflock: &amp;#039;&amp;#039;Auf vergessenen Spuren. Ein Wegweiser zu Gedenkstätten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg.&amp;#039;&amp;#039; [[Bundeszentrale für politische Bildung]], Bonn 2006, ISBN 3-89331-685-X (&amp;#039;&amp;#039;Themen und Materialien&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2. durchgesehene Ausgabe. S. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-10-039309-0.&lt;br /&gt;
* [[Karin Orth]]: &amp;#039;&amp;#039;Gab es eine Lagergesellschaft? „Kriminelle“ und politische Häftlinge im Konzentrationslager.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Norbert Frei]], [[Sybille Steinbacher]], Bernd C. Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ausbeutung, Vernichtung, Öffentlichkeit. Neue Studien zur nationalsozialistischen Lagerpolitik.&amp;#039;&amp;#039; Saur, München 2000, S. 109–133, ISBN 3-598-24033-3.&lt;br /&gt;
* [[Holger Schaeben]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Sohn des Teufels: Aus dem Erinnerungsarchiv des Walter Chmielewski&amp;#039;&amp;#039;, 2015, ISBN 978-3-906276-18-2&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;LG Ansbach, 11. April 1961&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Justiz und NS-Verbrechen]]. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966, Bd. XVII, bearbeitet von Irene Sagel-Grande, H. H. Fuchs, [[C. F. Rüter]]. Amsterdam : University Press, 1977, Nr. 505, S. 151–231 [https://web.archive.org/web/20010217004128/http://www1.jur.uva.nl/junsv/brd/files/brd505.htm &amp;#039;&amp;#039;Verfahrensgegenstand: Tötung von mindestens 242 arbeitsunfähigen und kranken Häftlingen durch &amp;#039;Totbadeaktionen&amp;#039;, in deren Verlauf die Häftlinge bei grosser Kälte mit kaltem Wasser bespritzt wurden. Ertränken von mindestens 40 Häftlingen in Fässern und Kesseln. Tödliche Misshandlung eines Häftlings, der beim Zählappell gefehlt hatte&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://taz.de/Sohn-eines-KZ-Kommandanten/!5262918/ Sohn eines KZ-Kommandanten. „Verbrecher und ‚Untermenschen‘“], Interview mit dem Sohn Walter Chmielewski, [[die tageszeitung]], 6. Januar 2016&lt;br /&gt;
* [https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.vater-war-kz-lagerfuehrer-muenchner-86-mein-vater-ist-ein-massenmoerder.08dd2b99-98ab-4186-9c4b-a771304cc253.html Münchner (86): Mein Vater ist ein Massenmörder], abendzeitung-muenchen.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=123631858|LCCN=n/2015/063827|VIAF=59995641}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Chmielewski, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Kommandant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Sachsenhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Mauthausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Herzogenbusch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1903]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1991]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Chmielewski, Karl&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SS-Hauptsturmführer und KZ-Kommandant&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=16. Juli 1903&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. Dezember 1991&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bernau am Chiemsee]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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