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	<title>Karl-Heinz Gerstner - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Khatschaturjan: /* Nach 1945 in Berlin und der DDR */</title>
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		<updated>2025-12-29T16:12:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Nach 1945 in Berlin und der DDR&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl-Heinz Gerstner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[15. November]] [[1912]] in [[Berlin-Charlottenburg|Charlottenburg]]; † [[14. Dezember]] [[2005]] in [[Kleinmachnow]]) war ein deutscher [[Journalist]] und [[inoffizieller Mitarbeiter]] der Geheimdienste der [[Sowjetunion]] ([[KGB]]) und der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] ([[Ministerium für Staatssicherheit|MfS]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Gerstner war der uneheliche Sohn des ranghohen [[Diplomat]]en [[Karl Ritter (Diplomat)|Karl Ritter]].&amp;lt;ref&amp;gt;Die Informationen zu Gerstners Jahren bis Ende 1939 stützen sich auf seine Autobiografie &amp;#039;&amp;#039;Sachlich, kritisch und optimistisch. Eine sonntägliche Lebensbetrachtung&amp;#039;&amp;#039;. Edition Ost, Berlin 1999, ISBN 3-932180-78-X, S. 14–128.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde 1921 Mitglied der [[Bündische Jugend|Bündischen Jugend]] und der [[Pfadfinder]]. Als Sieger in einem Rednerwettbewerb Berliner Schüler konnte Gerstner 1928 für ein halbes Jahr die &amp;#039;&amp;#039;Tabor Academy Massachusetts&amp;#039;&amp;#039; in den [[USA]] besuchen. Ab 1930 gehörte er dem linken, zur [[Kommunistische Partei Deutschlands|Kommunistischen Partei Deutschlands]] (KPD) tendierenden Flügel der Jugendorganisation &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Jungenschaft vom 1. November 1929]]&amp;#039;&amp;#039; an. Er begegnete in diesen Kreisen unter anderen [[Friedrich Wolf]], [[Harro Schulze-Boysen]], [[Eberhard Koebel]] (tusk) und [[Heinrich Graf von Einsiedel]]. Von 1931 bis 1935 studierte Gerstner [[Rechtswissenschaft]] an der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Friedrich-Wilhelms-Universität]] in Berlin. Im Jahr 1931 trat er dort der sozialistischen [[Rote Studentengruppe|Roten Studentengruppe]] bei. Das Geld für seinen Lebensunterhalt verdiente sich Gerstner bei der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]]. Abends nahm er ab Ende 1932 am [[Repetitorium]] von [[Kurt Georg Kiesinger]] teil. Auf Anregung des Leiters der Rechtsabteilung der Deutschen Bank schrieb Gerstner nebenher eine Doktorarbeit über den Treu[[giroverkehr]], mit der ihn 1937 die [[Universität Erlangen]] zum Dr.&amp;amp;nbsp;jur. promovierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Nationalsozialismus bis 1940 ===&lt;br /&gt;
Zum 1. Mai 1933 trat Gerstner der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei]] bei ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 2.673.178).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/10831739&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Ersten Staatsexamen 1935 wurde Gerstner im Rahmen seiner [[Rechtsreferendariat|Referendarausbildung]] zuerst für ein halbes Jahr am [[Amtsgericht]] [[Rheinsberg]] und darauf in einem auf Wirtschaftsfragen spezialisierten Berliner Anwaltsbüro tätig, dem auch zwei Anwälte jüdischer Herkunft angehörten. Für die nächste Station im Referendariat bewarb sich Gerstner 1936 erfolgreich bei der deutschen [[Auslandshandelskammer]] in [[Paris]]. Dies führte Gerstner neben seinen guten Französischkenntnissen auf den Namen seines im [[Auswärtiges Amt|Auswärtigen Amt]] in leitender Position tätigen Vaters zurück, der von seiner Bewerbung allerdings nichts gewusst habe. Nach einigen Wochen auf der Ausbildungsstation übernahm Gerstner eine bezahlte Angestelltentätigkeit in einer neugeschaffenen Abteilung der Handelskammer und unterbrach seine Referendarausbildung. Kurz vor dem Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Krieges]] wurde er im August 1939 mit allen deutschen Angestellten aus Frankreich abgezogen. Im Februar 1940 legte er seine [[Assessor]]prüfung am Berliner [[Kammergericht]] ab. Kurz darauf erhielt er die Ladung zur [[Musterung]]. Wegen der Folgen einer [[Poliomyelitis|spinalen Kinderlähmung]] wurde Gerstner vom Militärdienst befreit. Gleichzeitig hatte ihm die Rundfunkabteilung des Auswärtigen Amtes wegen seiner guten Französischkenntnisse eine Mitarbeit angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Während des Zweiten Weltkrieges ===&lt;br /&gt;
Gerstner wurde am 1. April 1940 Mitarbeiter der Rundfunkabteilung und übersetzte Propagandatexte aus dem Deutschen ins Französische. Gerstner tat das nach eigener Angabe nicht als Beamter, sondern als „Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter“, so wurden alle nichtbeamteten Mitarbeiter des Auswärtigen [[Höherer Dienst|Höheren Dienstes]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;So Gerstner in seinen Memoiren: &amp;#039;&amp;#039;Sachlich, kritisch und optimistisch. Eine sonntägliche Lebensbetrachtung&amp;#039;&amp;#039;. Edition Ost, Berlin 1999, ISBN 3-932180-78-X, S. 121.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Abteilung Rundfunk des Auswärtigen Amtes, die nach dem Willen von Außenminister [[Joachim von Ribbentrop]] Propaganda im Ausland betreiben sollte, war in Streitigkeiten mit dem [[Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda|Propagandaministerium]] (RMVP) verwickelt, das sich ebenfalls für diese Aufgabe verantwortlich fühlte. Als der Abteilungsleiter [[Gerhard Rühle]] kurz nach Gerstners Dienstantritt eine Person suchte, die sich möglicherweise im Streit mit dem RMVP durchsetzen könnte, empfahl Gerstner seinen Repetitor [[Kurt Georg Kiesinger]], der schon am 5. April zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und angenommen wurde. Er wurde als kriegsdienstverpflichteter Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter eingestellt und dafür auch vom Wehrdienst freigestellt. Damit entging Kiesinger dem Kriegseinsatz, denn er hatte schon einen [[Einberufung]]sbefehl erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Philipp Gassert]]: &amp;#039;&amp;#039;Kurt Georg Kiesinger 1904–1988. Kanzler zwischen den Zeiten&amp;#039;&amp;#039;. DVA, München 2006, ISBN 3-421-05824-5, S. 105ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Waffenstillstand von Compiègne (1940)|Niederlage Frankreichs]] wurde Gerstner von dem neuen deutschen Botschafter [[Otto Abetz]] für die Wirtschaftsabteilung der [[Deutsche Botschaft Paris|Botschaft in Paris]] angefordert und war dort vom 30. Juni 1940 bis Ende Mai 1944 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Gassert: &amp;#039;&amp;#039;Kurt Georg Kiesinger 1904–1988. Kanzler zwischen den Zeiten&amp;#039;&amp;#039;. DVA, München 2006, ISBN 3-421-05824-5, S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gerstner selbst bezeichnete dies als Fortsetzung seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinz Gerstner: &amp;#039;&amp;#039;Sachlich, kritisch und optimistisch. Eine sonntägliche Lebensbetrachtung&amp;#039;&amp;#039;. Edition Ost, Berlin 1999, ISBN 3-932180-78-X, S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1943 war er gleichzeitig auch beim deutschen Delegierten für die  Wirtschaftsverhandlungen mit der französischen Regierung [[Hans Richard Hemmen]] eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 36&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieser Zeit unterstützte Gerstner die [[Résistance]] durch Nachrichtenübermittlung und Ausstellung von Passierscheinen in die [[Vichy-Regime|unbesetzte Zone]] Frankreichs, insbesondere für jüdische Familien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{WWW-DDR|id=karl-heinz-gerstner|lemma=Karl-Heinz Gerstner|autor=[[Bernd-Rainer Barth]], [[Helmut Müller-Enbergs]]|band=1|idNum=980}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Von Herbst 1944 bis zum Mai 1945 war Gerstner offiziell Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes in Berlin, das aber keine Verwendung für ihn hatte. Stattdessen leistete er illegale politische Arbeit in sozialistischen Widerstandsgruppen in [[Berlin-Wilmersdorf]].&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinz Gerstner: &amp;#039;&amp;#039;Sachlich, kritisch und optimistisch. Eine sonntägliche Lebensbetrachtung&amp;#039;&amp;#039;. Edition Ost, Berlin 1999, ISBN 3-932180-78-X, S. 183.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 in Berlin und der DDR ===&lt;br /&gt;
Am 2. Mai 1945 wurde Gerstner vom sowjetischen Ortskommandanten zum zweiten Stellvertretenden Bürgermeister von Berlin-Wilmersdorf ernannt. Nachdem Wilmersdorf, das entsprechend den Beschlüssen der [[Konferenz von Jalta]] zum [[Viersektorenstadt|britischen Sektor]] Berlins gehörte, im Juni 1945 von den britischen Streitkräften besetzt worden war, wurde Gerstner am 24. Juli 1945 unter dem Verdacht, ein hoher NS-Beamter in der deutschen Botschaft in Paris gewesen zu sein, von der britischen Militärpolizei verhaftet und der sowjetischen Besatzungsmacht übergeben. Er kam in die [[Innenministerium der UdSSR|NKWD-Untersuchungshaftanstalt]] in den unterirdischen Tierkadaver-Frischhaltekellern des vormaligen [[Anatomisches Theater der Tierarzneischule|Veterinärmedizinischen Instituts]] in der Luisenstraße in Berlin-Mitte,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Erler]]: &amp;#039;&amp;#039;„GPU-Keller“. Arrestlokale und Untersuchungsgefängnisse sowjetischer Geheimdienste in Berlin (1945–1949)&amp;#039;&amp;#039;. Bund der Stalinistisch Verfolgten, Landesverband Berlin, Berlin 2005, S. 54&amp;amp;nbsp;f., zu Gerstner S. 55.&amp;lt;/ref&amp;gt; von wo aus er am 21. September 1945 in das [[Speziallager Nr. 3 Hohenschönhausen]] verlegt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Hierzu und zum Folgenden siehe die Autobiografie Karl-Heinz Gerstners: &amp;#039;&amp;#039;Sachlich, kritisch, optimistisch.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1999, S.&amp;amp;nbsp;225–231.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem Angehörige der Résistance ihre Zusammenarbeit mit Gerstner eidesstattlich bestätigt hatten, wurde er am 21.&amp;amp;nbsp;Januar 1946 entlassen. Nach Gerstners Darstellung war es ihm gelungen, per [[Kassiber]] einen Kontakt mit seiner Frau herzustellen. Die Beschaffung dieses von ihm erbetenen Materials aus Frankreich habe ein halbes Jahr in Anspruch genommen. Die sowjetischen Ermittler hätten das Entlastungsmaterial aus den Händen seiner Frau erhalten, die von einem Wachposten angeschossen worden und dann in das sowjetische Speziallager Nr. 3 eingedrungen sei. In seinen Lebenserinnerungen resümierte Gerstner: „Ich verdanke ihr mein Leben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich war Gerstner von sowjetischen „Organen“ als Agent angeworben worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Information in der Akte des MfS zu Gerstner aus dem August 1958. Zu Gerstners Aktivitäten in den Jahren 1946/47 siehe Michael Kubina: &amp;#039;&amp;#039;Von Utopie, Widerstand und kaltem Krieg. Das unzeitgemäße Leben des Berliner Rätekommunisten Alfred Weiland (1906–1978)&amp;#039;&amp;#039;. Lit, Münster/Hamburg/Berlin/London 2001, ISBN 3-8258-5361-6, S. 176–179, zur Anwerbung S. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unmittelbar nach seiner Entlassung aus Hohenschönhausen stellte Gerstner einen Aufnahmeantrag bei der wiedergegründeten KPD. Die Partei lehnte den Antrag wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft, der Tätigkeit für die deutsche Botschaft in Paris und der Inhaftierung in Hohenschönhausen ab. Schon im Juli 1946 gestatteten die Besatzungsmächte Gerstner eine Wiedersehensreise nach Frankreich. Seine 1946 erfolgte Einstellung in die von der [[SMAD]] aufgebaute &amp;#039;&amp;#039;[[Ministerium für Innerdeutschen Handel, Außenhandel und Materialversorgung|Deutsche Zentralverwaltung für Interzonen- und Außenhandel]]&amp;#039;&amp;#039; versuchte die &amp;#039;&amp;#039;Personalpolitische Abteilung&amp;#039;&amp;#039; (PPA) der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]] zu verhindern. Die PPA hatte starke Zweifel an Gerstners Behauptung, er sei 1933 im kommunistischen Auftrag Mitglied der NSDAP geworden, und spekulierte über eine „Anbindung“ an die sowjetische Staatssicherheit. Gerstner selbst fand im amerikanischen Sektor Anschluss an Diskussionskreise um [[Iwan Katz]] und [[Hans Oliva-Hagen]] und war mit [[Wolfgang Leonhard]] befreundet. In Wilmersdorf baute Gerstner einen Diskussionszirkel auf, zu dessen Teilnehmern [[Rainer Hildebrandt]], [[Günter Neumann (Kabarettist)|Günter Neumann]] und [[Fritz Teppich]] gehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1948 bis Mai 1989 war Gerstner Wirtschaftsjournalist und ab 1973 „Chefreporter“ der &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, die ab 1953 das SED-Organ für Berlin war. Auf Wunsch der Redaktion zog er 1949 nach [[Ost-Berlin]], ab März 1953 lebte Gerstner in [[Kleinmachnow]]. Erst nach seinem zehnten Antrag nahm ihn die SED im Jahr 1957 auf. Von 1955 bis 1988 war er wöchentlicher [[Kommentar (Journalismus)|Kommentator]] einer sonntäglichen Wirtschaftsbetrachtung im Sender [[Radio DDR I]], die er stets mit den Worten „sachlich, kritisch und optimistisch wie immer“ schloss. An der Fernsehsendung [[Prisma (DDR)|Prisma]] war er von 1965 bis 1978 mit Wirtschaftsbetrachtungen, der Darstellung politischer Zusammenhänge sowie mancher Kritik an Verhältnissen in der DDR beteiligt. Mehrmals wurde er vom Publikum als ein [[Fernsehliebling]] gewählt. Gerstner galt in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] als Institution und informierte mit seinen Wirtschaftsbeiträgen in Zeitungen sowie in Rundfunk und Fernsehen ein großes Publikum. Gerstner trat im Mai 1989 in den Ruhestand und veröffentlichte 1999 seine Autobiografie &amp;#039;&amp;#039;Sachlich, kritisch, optimistisch&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grabstätte Karl-Heinz Gerstner.jpg|mini|hochkant=0.6|Grabstätte auf dem Waldfriedhof Kleinmachnow]]&lt;br /&gt;
Seit 1975 war Gerstner für das MfS als [[Inoffizieller Mitarbeiter]] unter dem Decknamen Ritter tätig. Laut [[Götz Aly]] sind Tausende von Seiten von Spitzelberichten im Archiv des [[Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen|Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen]] enthalten. Gerstner bekam ein Zusatzgehalt von 2000 Mark dafür.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GötzAly BZ&amp;quot; /&amp;gt; Beispielsweise berichtet der Schauspieler [[Manfred Krug]] in seiner Autobiographie, wie Gerstner ihn nach der [[Ausbürgerung von Wolf Biermann]] aushorchen wollte. Das ereignete sich, als Gerstner ihn im April 1977 aufsuchte, kurz nachdem er einen [[Ausreiseantrag]] aus der DDR gestellt hatte. In diesem Gespräch warf Krug Gerstner sogar vor, für das MfS zu arbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8903465.html |titel=„Mit denen bin ich fertig“ |werk=[[Der Spiegel]] |datum=1996-03-25 |abruf=2020-02-26 |kommentar=Auszug aus den Memoiren des Schauspielers Manfred Krug über Gerstners Spitzeltätigkeit für das MfS nach der Ausbürgerung von Wolfgang Biermann im November 1976}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im erhaltenen Bericht des IM Ritter alias Gerstner ist dazu angegeben, dass Krug ein Tagebuch führe, Gerstner zunächst für einen MfS-Spitzel gehalten habe, dann aber doch vertrauensvoll mit ihm geredet habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GötzAly BZ&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Götz Aly |url=https://www.berliner-zeitung.de/der-angesehene-ddr-journalist-karl-heinz-gerstner-hat-seine-memoiren-vorgelegt-und-verschweigt-seinen-weg-vom-tuechtigen-nazi-diplomaten-zum-viel-beschaeftigten-stasi-agenten-ritter-kritisch-optimistisch-und-verlogen-li.45132 |titel=Der angesehene DDR-Journalist Karl-Heinz Gerstner hat seine Memoiren vorgelegt und verschweigt seinen Weg vom tüchtigen Nazi-Diplomaten zum viel beschäftigten Stasi-Agenten &amp;quot;Ritter&amp;quot;: Kritisch, optimistisch und verlogen |werk=[[Berliner Zeitung]] |datum=2000-02-26 |abruf=2020-02-27}} Wieder abgedruckt in: Götz Aly: &amp;#039;&amp;#039;Rasse und Klasse. Nachforschungen zum deutschen Wesen.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-10-000419-1, S. 210–215.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seinen Memoiren schreibt Gerstner lediglich, dass er Aussagen ausländischer Diplomaten an die [[Hauptverwaltung A]] (HVA) des MfS weitergegeben habe. Im Jahre 1982 wurde Gerstner der [[Vaterländischer Verdienstorden|Vaterländische Verdienstorden]] in Gold verliehen und 1987 erhielt er dazu noch die &amp;#039;&amp;#039;Ehrenspange&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu dem Sachverhalt auch {{WWW-DDR|id=karl-heinz-gerstner|lemma=Gerstner, Karl-Heinz|autor=[[Bernd-Rainer Barth]], [[Helmut Müller-Enbergs]]|band=1|idNum=980}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem [[Leserbrief]] an die &amp;#039;&amp;#039;Berliner Zeitung&amp;#039;&amp;#039; widersprach Gerstner der Buchbesprechung von Götz Aly: „Aly behauptet, ich hätte im Buch meine Tätigkeit für die Stasi verschwiegen, was falsch ist … Ich war, was beide Seiten wollten und zu nutzen wussten, ein back-channel. DDR-Bürger betreffende Aufträge hatte ich nicht. (Manfred Krug war ein Sonderfall).“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Karl-Heinz Gerstner |url=https://www.berliner-zeitung.de/ein-besonderer-leserbrief-karl-heinz-gerstners-antwort-auf-die-kritik-an-seiner-lebenserinnerung-durch-goetz-aly-weder-ein-held-noch-ein-feigling-li.45133 |titel=Ein besonderer Leserbrief: Karl-Heinz Gerstners Antwort auf die Kritik an seiner Lebenserinnerung durch Götz Aly: &amp;quot;Weder ein Held, noch ein Feigling&amp;quot; |werk=[[Berliner Zeitung]] |datum=2000-03-11 |abruf=2020-02-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Begriff &amp;#039;&amp;#039;back-channel&amp;#039;&amp;#039; siehe &amp;#039;&amp;#039;[[:en:Track II diplomacy|Track II diplomacy]]&amp;#039;&amp;#039; in der englischsprachigen Wikipedia, siehe dazu auch [[Wjatscheslaw Jerwandowitsch Keworkow]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerstner heiratete 1945 [[Sibylle Boden-Gerstner|Sibylle Boden]], später Gründerin der DDR-Modezeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Sibylle (Zeitschrift)|Sibylle]]&amp;#039;&amp;#039; und ist Vater der Schriftstellerin [[Daniela Dahn]] und der Malerin und Schriftstellerin [[Sonja Gerstner]]. Er erhielt seine letzte Ruhestätte auf dem [[Waldfriedhof Kleinmachnow|Waldfriedhof in Kleinmachnow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sachlich, kritisch und optimistisch. Eine sonntägliche Lebensbetrachtung&amp;#039;&amp;#039;. Edition Ost, Berlin 1999, ISBN 3-932180-78-X (Zweite, veränderte und erweiterte Auflage 2002; selbe ISBN). Rezension: {{Internetquelle |autor=[[Gerhard Leo]] |url=http://drafd.org/?rezension_gerstner |titel=Sachlich, kritisch, optimistisch |hrsg=[[DRAFD]] |archiv-url=https://web.archive.org/web/20161231235027/http://drafd.org/?rezension_gerstner |archiv-datum=2016-12-31 |abruf=2010-06-05 |offline=1}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Treugiroverkehr&amp;#039;&amp;#039;. Ebering, Berlin 1939, {{DNB|579943275}}. (Erlangen, Jur. Diss.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gabriele Baumgartner, [[Dieter Hebig]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Abendroth – Lyr.&amp;#039;&amp;#039; K. G. Saur, München 1996, ISBN 3-598-11176-2.&lt;br /&gt;
* [[Gottfried Hamacher]], unter Mitarbeit von André Lohmar: &amp;#039;&amp;#039;Gegen Hitler. Deutsche in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung „Freies Deutschland“. Kurzbiographien.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Rosa-Luxemburg-Stiftung.&amp;#039;&amp;#039; Manuskripte 53). 2., korrigierte Auflage. Dietz, Berlin 2005, ISBN 3-320-02941-X. [http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Manuskripte_53_2.pdf (PDF)]&lt;br /&gt;
* Maria Keipert (Red.): &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 2: Gerhard Keiper, Martin Kröger: &amp;#039;&amp;#039;G–K.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn u.&amp;amp;nbsp;a. 2005, ISBN 3-506-71841-X, S. 36f.&lt;br /&gt;
* Gerhard Leo: [http://antifa.vvn-bda.de/2013/09/05/unser-mann-in-paris &amp;#039;&amp;#039;Unser Mann in Paris&amp;#039;&amp;#039;]. Nachruf in &amp;#039;&amp;#039;[[Antifa (Zeitschrift)|antifa]].&amp;#039;&amp;#039; September/Oktober 2006, S. 22.&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=karl-heinz-gerstner|lemma=Gerstner, Karl-Heinz|autor=[[Bernd-Rainer Barth]], [[Helmut Müller-Enbergs]]|band=1|idNum=980}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|121459691}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Götz Aly |url=https://www.berliner-zeitung.de/der-angesehene-ddr-journalist-karl-heinz-gerstner-hat-seine-memoiren-vorgelegt-und-verschweigt-seinen-weg-vom-tuechtigen-nazi-diplomaten-zum-viel-beschaeftigten-stasi-agenten-ritter-kritisch-optimistisch-und-verlogen-li.45132 |titel=Der angesehene DDR-Journalist Karl-Heinz Gerstner hat seine Memoiren vorgelegt und verschweigt seinen Weg vom tüchtigen Nazi-Diplomaten zum viel beschäftigten Stasi-Agenten &amp;quot;Ritter&amp;quot;: Kritisch, optimistisch und verlogen |werk=[[Berliner Zeitung]] |datum=2000-02-26 |abruf=2020-02-27 |abruf-verborgen=1}} Wieder abgedruckt in: Götz Aly: &amp;#039;&amp;#039;Rasse und Klasse. Nachforschungen zum deutschen Wesen.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-10-000419-1, S. 210–215.&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Karl-Heinz Gerstner |url=https://www.berliner-zeitung.de/ein-besonderer-leserbrief-karl-heinz-gerstners-antwort-auf-die-kritik-an-seiner-lebenserinnerung-durch-goetz-aly-weder-ein-held-noch-ein-feigling-li.45133 |titel=Ein besonderer Leserbrief: Karl-Heinz Gerstners Antwort auf die Kritik an seiner Lebenserinnerung durch Götz Aly: &amp;quot;Weder ein Held, noch ein Feigling&amp;quot; |werk=[[Berliner Zeitung]] |datum=2000-03-11 |abruf=2020-02-27 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8903465.html |titel=„Mit denen bin ich fertig“ |werk=[[Der Spiegel]] |datum=1996-03-25 |abruf=2020-02-26 |kommentar=Auszug aus den Memoiren des Schauspielers Manfred Krug über Gerstners Spitzeltätigkeit für das MfS nach der Ausbürgerung von Wolfgang Biermann im November 1976 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=121459691|LCCN=no99063805|VIAF=72249912}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Gerstner, Karlheinz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Jugendbewegung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der deutschen Außenpolitik 1933–1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Frankreichs 1940–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Résistancekämpfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SED-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Künstler (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Rundfunk der DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Medien, Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stellvertretender Bürgermeister (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Speziallagerhäftling]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens (Ehrenspange)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Banners der Arbeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Bürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1912]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2005]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Gerstner, Karl-Heinz&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Journalist, inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. November 1912&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin-Charlottenburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=14. Dezember 2005&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Kleinmachnow]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Khatschaturjan</name></author>
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