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	<title>Karin Magnussen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Goesseln am 19. April 2026 um 19:47 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karin Auguste Ella Magnussen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[9. Februar]] [[1908]] in [[Bremen]]; † [[19. Februar]] [[1997]] ebenda) war eine deutsche [[Biologe|Biologin]] und Lehrerin, die die [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] [[Rassentheorie|Rassenlehre]] propagierte. Am [[Kaiser-Wilhelm-Institut]] untersuchte sie Augen ermordeter Häftlinge aus dem [[KZ Auschwitz]], die ihr vom [[KZ-Arzt]] [[Josef Mengele]] zugesandt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Karin Magnussen war die Tochter des Landschaftsmalers und Keramikers [[Walter Magnussen]] und der Bildhauerin [[Anna Magnussen-Petersen]]. Sie wuchs gemeinsam mit ihrer Schwester Hildegard&amp;lt;ref&amp;gt;1910-1985, s. https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/digitalisatViewer.action?detailid=v8579829&amp;amp;selectId=21515907&amp;lt;/ref&amp;gt; in einem künstlerischen Elternhaus auf. Nach dem [[Abitur]] 1928 in Bremen studierte sie an der [[Georg-August-Universität Göttingen|Universität Göttingen]] Biologie, Geologie, Chemie und Physik. Sie schloss das Studium 1932 mit einer Prüfung in den Fächern Botanik, Zoologie sowie Geologie ab. Im Juli 1932 legte sie ihre [[Dissertation]]: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Entwicklungsphysiologie des Schmetterlingsflügels&amp;#039;&amp;#039; vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hönighaus193f&amp;quot;&amp;gt;Sascha Hönighaus: &amp;#039;&amp;#039;Karin Magnussen&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2007, S. 193f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum [[Dr. rer. nat.]] war sie bei [[Alfred Kühn]] am Zoologischen Institut der Universität Göttingen beschäftigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee387&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 2007, S. 387.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie bestand 1936 das erste und später das zweite Staatsexamen für das höhere Lehramt unter anderem im Fach Biologie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hönighaus193f&amp;quot;/&amp;gt; In [[Hannover]] war Magnussen anschließend als Lehrerin an einem Gymnasium tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WeltOnline&amp;quot;&amp;gt;Hans Hesse: &amp;quot;[https://www.welt.de/print-welt/article471248/Ich-konnte-nicht-auf-die-Auswertung-eines-so-wertvollen-Materials-verzichten.html Ich konnte nicht auf die Auswertung eines so wertvollen Materials verzichten – Augen aus Auschwitz: Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie und der Fall Karin Magnussen]&amp;quot;, WeltOnline vom 31. August 2001&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nationalsozialistische Prägung ==&lt;br /&gt;
Als fanatische Nationalsozialistin trat Magnussen bereits während ihrer Studienzeit dem [[Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund|Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund]] (NSDStB) bei. Sie schloss sich zum 1. Juni 1931 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] an ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 549.763),&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/27010693&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde später [[Bund Deutscher Mädel|BDM-Führerin]] und gehörte dem [[Nationalsozialistischer Lehrerbund|Nationalsozialistischen Lehrerbund]] (NSLB) an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee387&amp;quot;/&amp;gt; Als BDM-Führerin hielt sie im Gau Bremen Vorträge zu Rassen- und Bevölkerungspolitik. Sie war ab 1935 im Gau Hannover im [[Rassenpolitisches Amt der NSDAP|Rassenpolitischen Amt]] beschäftigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hönighaus193f&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Publikation &amp;#039;&amp;#039;Rassen- und bevölkerungspolitisches Rüstzeug&amp;#039;&amp;#039; erschien 1936.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee387&amp;quot;/&amp;gt; Die 1939 bei [[Julius Friedrich Lehmann|Lehmann]] in München verlegte Ausgabe dieser Schrift wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges in der [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]] auf die [[Liste der auszusondernden Literatur]] gesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-m.html &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur, Berlin: Zentralverlag, 1946&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschäftigung am Kaiser-Wilhelm-Institut ==&lt;br /&gt;
Aufgrund eines Stipendiums wurde Magnussen im Herbst 1941 aus ihrem Lehrerinnenberuf beurlaubt und wechselte an das [[Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik]] (KWI-A) in [[Berlin-Dahlem]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee387&amp;quot;/&amp;gt; Ab diesem Zeitpunkt arbeitete sie in der Abteilung für Experimentelle Erbpathologie unter dem Abteilungsleiter [[Hans Nachtsheim]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hönighaus193f&amp;quot;/&amp;gt; Ihr Forschungsschwerpunkt lag auf der Vererbung der Augenfarbe bei Kaninchen und Menschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schieder/Trunk297f&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Schieder, Achim Trunk: &amp;#039;&amp;#039;Adolf Butenandt und die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft: Wissenschaft, Industrie und Politik im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2004, S. 297f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihr besonderes Interesse galt dabei der [[Iris-Heterochromie]], die sie seit 1938 untersuchte. Magnussen versuchte den wissenschaftlichen Nachweis zu führen, dass die Augenfarbe nicht nur genetisch, sondern auch hormonell bedingt sei. Dabei nahm sie zunächst Untersuchungen an Kaninchenaugen vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hönighaus195&amp;quot;&amp;gt;Sascha Hönighaus: &amp;#039;&amp;#039;Karin Magnussen&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2007, S. 195.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Juli 1943 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin von [[Otmar Freiherr von Verschuer]] im KWI-A.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee387&amp;quot;/&amp;gt; Am KWI-A lernte sie auch Mengele kennen, der dort zeitweise forschte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Deutsche Forschungsgemeinschaft]] (DFG) förderte ab 1943 neben acht anderen Forschungsprojekten am KWI-A auch eines zur „Erforschung der Erbbedingtheit der Entwicklung der Augenfarbe als Grundlage für Rassen- und Abstammungsuntersuchungen“. Dieses Projekt wurde von Magnussen bearbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmuhl370&amp;quot;&amp;gt; Hans-Walter Schmuhl: &amp;#039;&amp;#039;Grenzüberschreitungen. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik 1927–1945.&amp;#039;&amp;#039; Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, Band 9. Wallstein, Göttingen 2005, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WeltOnline&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktive Beteiligung an Menschenversuchen im Konzentrationslager Auschwitz ==&lt;br /&gt;
Über einen Kollegen erhielt Magnussen 1942 die Information, dass sich unter der [[Sinti]]-Familie Mechau aus Norddeutschland vermehrt [[Zwillinge]] und Familienmitglieder mit [[Iris-Heterochromie]] befänden. Mitglieder der Familie wurden im Frühjahr 1943 ins KWI-A gebracht, wo Magnussen sie fotografierte. Noch im März 1943 wurde die Sinti-Familie ins [[Zigeunerlager Auschwitz|KZ Auschwitz-Birkenau]] [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|deportiert]], wo Mengele seit Ende Mai 1943 als Lagerarzt tätig war. Nun konnte Magnussen ihre Experimente durch Mengele auch am Menschen vornehmen lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WeltOnline&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anweisung von Magnussen behandelte Mengele unter anderem die Augen dieser Sintifamilie mit [[hormone]]llen Substanzen. Diese schmerzhaften Eingriffe führten bei den Opfern nicht selten zu [[Eiterung]] und [[Erblindung]]. Ziel dieser Experimente war die Erforschung und Beseitigung der [[Anomalie (Medizin)|Anomalie]] bei Menschen mit Iris-Heterochromie. Im Falle des Todes der Häftlinge sicherte Mengele Magnussen zu, ihr die Augen der Opfer zur weiteren Forschung und Auswertung zukommen zu lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wibau174&amp;quot;&amp;gt; Rolf Winau: &amp;#039;&amp;#039;Medizinische Experimente in Konzentrationslagern.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Benz]], [[Barbara Distel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Der Ort des Terrors]]. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Organisation des Terrors.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52961-5, S. 174.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im zweiten Halbjahr 1944 erhielt Magnussen in mehreren Lieferungen insgesamt 40 Augenpaare der Experimentieropfer aus Auschwitz-Birkenau zugesandt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen, S. 3 {{Webarchiv|url=http://www.ilkka-remes.de/downloads/hintergrundmaterial.pdf |wayback=20111216060749 |text=(pdf; 2,8 MB) |archiv-bot=2025-10-06 06:01:15 InternetArchiveBot }}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hönighaus197&amp;quot;&amp;gt;Sascha Hönighaus: &amp;#039;&amp;#039;Karin Magnussen&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2007, S. 197.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ungarische Häftlingspathologe [[Miklós Nyiszli]] bemerkte nach der [[Obduktion]] von Sinti-Zwillingen, dass diese nicht krankheitsbedingt, sondern durch eine [[Chloroform]]injektion ins Herz getötet worden waren. Nyiszli musste ihre Augen präparieren und ans KWI-A verschicken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wibau174&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mindestens bis zum Frühjahr 1945 hielt sich Magnussen in Berlin auf. [[Ernst Telschow]] bescheinigte im April 1946, dass Magnussen bis Ende 1945 Assistentin des KWI gewesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 360.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zusammen mit ihrer Partnerin Dorothea Michaelsen gelang es ihr, sich mit einem &amp;lt;!-- Versuchs- --&amp;gt;Kaninchen und weiterem Material aus dem KWI-A zu Verwandten nach [[Göttingen]] abzusetzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee486&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1997, S. 486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach Kriegsende ==&lt;br /&gt;
Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] lebten beide wieder in Bremen in Magnussens Elternhaus in der Hagenauer Straße 7.&amp;lt;ref&amp;gt;https://brema.suub.uni-bremen.de/periodical/zoom/900361&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Bremen Hagenauer Strasse 7 2013-04-25 19.06.45.jpg|mini|Haus Magnussen, Hagenauer Straße 7]]&lt;br /&gt;
Magnussen führte ihre Forschungsarbeit weiter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee486&amp;quot;/&amp;gt; Aus dem niedersächsischen Schuldienst wurde sie am 26. April 1946 auf Anordnung der Militärregierung entlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 360–361.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre 1944 fertiggestellte Forschungsarbeit wurde 1949 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Über die Beziehungen zwischen Irisfarbe, histologischer Pigmentverteilung und Pigmentierung des Bulbus beim menschlichen Auge&amp;#039;&amp;#039; publiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmuhl490&amp;quot;&amp;gt; Hans-Walter Schmuhl: &amp;#039;&amp;#039;Grenzüberschreitungen. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik 1927–1945.&amp;#039;&amp;#039; Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, Band 9. Wallstein, Göttingen 2005, S.&amp;amp;nbsp;490.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1949 wurde sie in Bremen als Mitläuferin [[Entnazifizierung|entnazifiziert]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;WeltOnline&amp;quot;/&amp;gt;, wobei sie verschwieg, dass sie sehr wohl wusste, woher bzw. von wem die von ihr untersuchten Präparate stammten – sie habe doch nicht „auf die Auswertung eines so wertvollen Materials verzichten“ können.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer/1933-1945-biografien-m/magnussen-karin-dr-rer-nat.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1950 bis zu ihrer Pensionierung 1970 unterrichtete Magnussen in Bremen zunächst am [[Mädchengymnasium]] an der Karlstraße, danach als Oberstudienrätin am Gymnasium an der Kurt-Schumacher-Allee&amp;lt;ref&amp;gt;30 Jahre Gymnasium an der Kurt-Schumacher-Allee: 1968–1998; aktualisierte Jubiläumsschrift, Bremen, [ca. 1998]; enthält die Festschrift &amp;#039;&amp;#039;25 Jahre Gymnasium an der Kurt-Schumacher-Allee&amp;#039;&amp;#039; sowie eine Ergänzung für die Jahre 1993 bis 1998&amp;lt;/ref&amp;gt;  unter anderem das Fach Biologie, wobei sie als beliebte Lehrerin galt. Sie führte einen interessanten Biologieunterricht, wobei ihre Schülerinnen beispielsweise lebende und tote Kaninchen aus ihrer Zucht untersuchen konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.spurensuche-bremen.de/spur/karin-magnussen-rassenlehrerin-unterrichtet-am-gymnasium-in-schwachhausen/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie publizierte bis 1964 Aufsätze in naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften. Noch im hohen Alter rechtfertigte sie die nationalsozialistische Rassenideologie. So merkte sie 1980 in einem Gespräch mit dem Genetiker [[Benno Müller-Hill]] an, dass die [[Nürnberger Gesetze|Nürnberger Rassengesetze]] nicht weit genug gegangen seien. Zudem verneinte sie bis zuletzt, dass Mengele für ihre Untersuchungen Kinder getötet hätte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hönighaus199f&amp;quot;&amp;gt;Sascha Hönighaus: &amp;#039;&amp;#039;Karin Magnussen&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2007, S. 199f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Magnussen war durch ihre Zusammenarbeit mit Mengele und die Versorgung mit „Menschenmaterial“ tief in Konzentrationslagerverbrechen verstrickt, von denen sie nichts gewusst haben will.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WeltOnline&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie lebte weiter in ihrem Elternhaus zusammen mit ihrer Lebenspartnerin Dorothea Michaelsen (31.12.1898- 29.09.1973)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/digitalisatViewer.action?detailid=v8580173&amp;amp;selectId=21350614&amp;lt;/ref&amp;gt;, der ehemaligen Mitarbeiterin&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;„… in Erinnerung an die schöne Zeit in Dahlem“. Karin Magnussen, reichsdeutsche Rassenforscherin und bundesdeutsche Biologielehrerin&amp;#039;&amp;#039;, in: Vojin Saša Vukadinović (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rassismus. Von der frühen Bundesrepublik bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2022, ISBN 978-3-11-070272-9, S.&amp;amp;nbsp;69–124&amp;lt;/ref&amp;gt; des [[Eugenik]]ers und nationalsozialistischen Rassenhygienikers [[Eugen Fischer (Mediziner)|Eugen Fischer]], die sie auch im Familiengrab Magnussen auf dem [[Riensberger Friedhof]] bestatten ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;Foto vom Grabstein mit Inschrift s. https://www.spurensuche-bremen.de/spur/karin-magnussen-rassenlehrerin-unterrichtet-am-gymnasium-in-schwachhausen/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Magnussen 1990 in ein Pflegeheim zog, wurden bei der Haushaltsauflösung noch mehrere Gläser mit Augen aus dem KZ Auschwitz gefunden. Diese Gläser wurden laut einem Familienangehörigen anschließend „entsorgt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee486&amp;quot;/&amp;gt; Sie schrieb noch zwei Biografien über ihre Mutter und ihren Vater, die Anfang der 1990er Jahre in Bremen erschienen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hönighaus199f&amp;quot;/&amp;gt; Magnussen starb im Februar 1997 in Bremen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee387&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur von Karin Magnussen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Entwicklungsphysiologie des Schmetterlingsflügels&amp;#039;&amp;#039;, Göttingen 1933 (Göttingen, Univ., Diss.)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rassen- und bevölkerungspolitisches Rüstzeug: Zahlen, Gesetze u. Verordnungen&amp;#039;&amp;#039;,  2. erw. Aufl., München, Berlin: Lehmann, 1939&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rassen- und bevölkerungspolitisches Rüstzeug: Statistik, Gesetzgebung u. Kriegsaufgaben&amp;#039;&amp;#039;, 3. erw. Aufl. München [usw.]: Lehmann, 1943&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Walter Magnussen: 1869–1946; Landschaftsmaler und Keramiker&amp;#039;&amp;#039;, Bremen, Hauschild 1991&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Anna Magnussen-Petersen: 1871–1940; Bildhauerin&amp;#039;&amp;#039;, Bremen, Hauschild 1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur über Karin Magnussen ==&lt;br /&gt;
* [[Vojin Saša Vukadinović]]: &amp;#039;&amp;#039;„… in Erinnerung an die schöne Zeit in Dahlem“. Karin Magnussen, reichsdeutsche Rassenforscherin und bundesdeutsche Biologielehrerin.&amp;#039;&amp;#039; In: Vojin Saša Vukadinović (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rassismus. Von der frühen Bundesrepublik bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2022, S. 69–124.&lt;br /&gt;
* [[Hans Hesse (Historiker)|Hans Hesse]]: &amp;#039;&amp;#039;Erst Kaninchen, dann Menschen: Die Bremer Biologin Karin Magnussen beteiligte sich in Auschwitz an Menschenversuchen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Weser-Kurier&amp;#039;&amp;#039; vom 18. April 2020, S. 13.&lt;br /&gt;
* Gerald Weßel: &amp;#039;&amp;#039;Da gibt es in Bremen noch einiges zu tun: Interview mit Hans Hesse.&amp;#039;&amp;#039; In: Weser-Kurier vom 14. Dezember 2017&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Gerald Weßel |url=https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-mitte_artikel,-da-gibt-es-in-bremen-noch-einiges-zu-tun-_arid,1679705.html#comments |titel=„Da gibt es in Bremen noch einiges zu tun“ |werk=weser-kurier.de |datum=2021-02-19 |abruf=2024-03-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Cathrin Anna Becker: &amp;#039;&amp;#039;„… ich kann vor jedem verantworten, was ich damals vertreten habe: Die Biologin und Lehrerin Dr. Karin Magnussen – eine Mitläuferin?“&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Was verstehen wir Frauen auch von Politik? Entnazifizierung ganz normaler Frauen in Bremen (1945–1952).&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von [[Eva Schöck-Quinteros]] und den Studenten aus dem Projekt „Aus den Akten auf die Bühne“. Universität Bremen, Inst. für Geschichtswiss., Bremen 2011.&lt;br /&gt;
* Sascha Hönighaus: &amp;#039;&amp;#039;Karin Magnussen.&amp;#039;&amp;#039; In: Jessica Hoffman, Anja Megel, Robert Parzer &amp;amp; Helena Seidel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dahlemer Erinnerungsorte&amp;#039;&amp;#039;, Frank &amp;amp; Timme Verlag für wissenschaftliche Literatur, Berlin 2007, ISBN 978-3-86596-144-0.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945?&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt 2007, ISBN 3-596-16048-0.&lt;br /&gt;
* [[Hans-Walter Schmuhl]]: &amp;#039;&amp;#039;Grenzüberschreitungen. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik 1927–1945.&amp;#039;&amp;#039; Reihe: Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, 9. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-799-3.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Schieder]], Achim Trunk: &amp;#039;&amp;#039;Adolf Butenandt und die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Wissenschaft, Industrie und Politik im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Reihe: Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, 7. Hrsg. von der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 978-3-89244-423-7.&lt;br /&gt;
* [[Carola Sachse]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Verbindung nach Auschwitz. Biowissenschaften und Menschenversuche an Kaiser-Wilhelm-Instituten. Dokumentation eines Symposiums&amp;#039;&amp;#039;. Wallstein, Göttingen 2003 Reihe: Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, 6. ISBN 3-89244-699-7 (Zwischenbericht siehe Weblinks).&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich: Karrieren vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main, S. Fischer 2001, ISBN 978-3-10-039310-4.&lt;br /&gt;
* [[Hans Hesse (Historiker)|Hans Hesse]]: &amp;#039;&amp;#039;Augen aus Auschwitz. Ein Lehrstück über nationalsozialistischen Rassenwahn und medizinische Forschung. Der Fall Dr. Karin Magnussen&amp;#039;&amp;#039;, Klartext, Essen 2001. ISBN 3-89861-009-8.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. S. Fischer, Frankfurt 1997, ISBN 3-596-14906-1.&lt;br /&gt;
* [[Kathrin Kompisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Täterinnen. Frauen im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-412-20188-3, S. 153.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Magnussen, Karen&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Annette Vogt]]: &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftlerinnen in Kaiser-Wilhelm-Instituten : A - Z&amp;#039;&amp;#039;. Berlin: Archiv der Max-Planck-Ges., 2008, ISBN 3-927579-12-2, S. 121f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|123296129}}&lt;br /&gt;
* [https://www.spurensuche-bremen.de/spur/karin-magnussen-rassenlehrerin-unterrichtet-am-gymnasium-in-schwachhausen/. Spurensuche]&lt;br /&gt;
* [http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-taeter-und-mitlaeufer/1933-1945-biografien-m/magnussen-karin-dr-rer-nat.html. Biografie]&lt;br /&gt;
* [https://www.mpiwg-berlin.mpg.de/KWG/Ergebnisse/Ergebnisse3.pdf Online] (PDF; 200&amp;amp;nbsp;kB) Magnussen passim. Verf. Carola Sachse &amp;amp; Benoit Massin. Stand: 2000 (Vorläuf. Ergebnisse)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=123296129|LCCN=n/94/69264|VIAF=72297331}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Magnussen, Karin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rassentheoretiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eugeniker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des NS-Völkermords an den Sinti und Roma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bremen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1908]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1997]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Magnussen, Karin&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Magnussen, Karin Auguste Ella &lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Biologin, Rassenhygienikerin, Nationalsozialistin und Lehrerin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=9. Februar 1908&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bremen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=19. Februar 1997&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bremen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Goesseln</name></author>
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