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	<title>Karatschaier - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Karatschaier&amp;diff=20665&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;WajWohu: Belege nicht einfach entfernen, höchstens durch aktuellere ersetzen.</title>
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		<updated>2026-03-28T15:44:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Belege nicht einfach entfernen, höchstens durch aktuellere ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Карачаевцы.jpg|mini|Karatschaische Älteste im 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Caucasus-ethnic karatsjai.png|mini|hochkant|Siedlungsgebiet der Karatschaier in Kaukasien]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karatschaier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Karatschai-balkarische Sprache|Eigenbezeichnung]]: къарачайлыла/&amp;#039;&amp;#039;qaratschajlyla&amp;#039;&amp;#039;) sind eine [[Turksprachen|turksprachige]] [[Ethnie]] des [[Kaukasus]]gebietes. Sie zählen zu den [[Turkvölker]]n und sind mit den benachbarten [[Balkaren]] verwandt, von denen sie durch das Massiv des [[Elbrus]] räumlich getrennt werden. Ihre Sprache &amp;#039;&amp;#039;Karatschaisch&amp;#039;&amp;#039; ist einer von [[Karatschai-balkarische Sprache#Dialekte und Literatursprache|fünf Dialekten]] der gemeinsamen Schriftsprache [[Karatschai-balkarische Sprache|Karatschai-Balkarisch]], die anderen vier Dialekte werden von Balkaren gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Russland]] leben 218.406 Karatschaier (Volkszählung 2010&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.gks.ru/free_doc/new_site/perepis2010/perepis_itogi1612.htm |wayback=20200430211642 |text=Excel-Tabelle 5, Zeile 85 |archiv-bot=2022-11-24 20:51:40 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), davon in der russischen Teilrepublik [[Karatschai-Tscherkessien]] 194.324 (41 % der Bevölkerung)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.gks.ru/free_doc/new_site/perepis2010/perepis_itogi1612.htm |wayback=20200430211642 |text=Ergebnisse der Volkszählung Russlands 2010 |archiv-bot=2022-11-24 20:51:40 InternetArchiveBot }}, Excel-Tabelle 7, Zeile 488.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weltweit wird ihre Zahl auf über 260.000 Menschen geschätzt, darunter noch einige muttersprachliche Nachkommen von Flüchtlingen des 19. Jahrhunderts in der [[Türkei]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Karatschaier gehören neben den Balkaren, [[Korjo-Saram|Russlandkoreanern]], [[Russlanddeutsche]]n, [[Krimtataren]], [[Kalmücken]], [[Tschetschenen]], [[Inguschen]] und [[Mescheten]] zu den Nationalitäten, die um den Zweiten Weltkrieg vollständig von stalinistischen [[NKWD]]-Einheiten nach Zentralasien deportiert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsraum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Karachay.jpg|mini|hochkant|Eine karatschaische Frau in Tracht]]&lt;br /&gt;
Karatschaier leben heute vor allem in der zu [[Russland]] gehörenden Republik [[Karatschai-Tscherkessien]], wo sie mit 194.324 Menschen (fast 41 %) die größte Bevölkerungsgruppe bilden, und in der [[Region Stawropol]] (15.598 Personen) bei der Volkszählung 2010&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.gks.ru/free_doc/new_site/perepis2010/perepis_itogi1612.htm |wayback=20200430211642 |text=Ergebnisse der Volkszählung Russlands 2010 |archiv-bot=2022-11-24 20:51:40 InternetArchiveBot }}, Excel-Tabelle 7, Zeile 488 und Zeile 537.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hauptort ihres Siedlungsgebietes ist heute die Stadt [[Karatschajewsk]]. Sie leben auch in den Städten [[Ust-Dscheguta|Ust-Dzheguta]], [[Teberda]], [[Dombai]], [[Tscherkessk]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache ==&lt;br /&gt;
[[Karatschai-balkarische Sprache|Karatschai-Balkarisch]] wird linguistisch dem nordwestlichen [[Kiptschakische Sprachen|kiptschakischen Zweig]] der Turksprachen zugeordnet. Die nächste Verwandte ist [[Kumykisch]] in [[Dagestan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftlich belegt ist die karatschai-balkarische Sprache seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Damals hatten Balkaren und Karatschaier ihre Sprache noch auf der Basis des arabischen Alphabets zu seltenen Anlässen geschrieben, wie erstmals in der sogenannten „Cholam/Chulam-Inschrift“ von 1715, gefunden im balkarischen [[Aul]] Cholam, die einen politischen Schiedsspruch von 1709 niederschreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://karachays.com/publ/61-1-0-304 Hamid Haschimowitsch Malkondujew: &amp;#039;&amp;#039;Über die balkarisch-karatschaischen Töre.&amp;#039;&amp;#039; (eine Art Dorfräte)], 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit der Zeit der frühsowjetischen [[Korenisazija]] wurde sie anfangs [[Latinisierung in der Sowjetunion|lateinschriftlich]], später in [[Kyrillische Schrift|kyrillischer Schrift]] allgemein durch Schulpflicht als Schriftsprache etabliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
Bis Ende des 17. Jahrhunderts bekannten sich die Karatschaier zu einer Synthese von Christentum und vorchristlichen Traditionen. Danach traten sie zum [[Sunniten|sunnitischen]] [[Islam]] über. Größere Teile der Bevölkerung sind nach der atheistischen Erziehung in sowjetischer Zeit aber nicht mehr, oder nur wenig religiös.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tradition ==&lt;br /&gt;
Die Karatschaier waren, wie die meisten nordkaukasischen Völker, [[Halbnomadismus|Halbnomaden]] bzw. lebten in [[Transhumanz]]. Ihre Wohnorte wechselten also zwischen sommerlich höheren Weide- und Anbaudörfern und niedrigeren Überwinterungsgebieten und die Karatschaier galten als unabhängig und kriegerisch. In vorsowjetischer Zeit standen, wie bei den Balkaren und anderen nordkaukasischen Ethnien, Fürstengeschlechter an der Spitze der Hierarchie, gefolgt von einem niederen Adel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die karatschaische Gesellschaft teilte sich in über 30 Clans und ein überliefertes [[Adat|Gewohnheitsrecht]] regelte Fragen des Lebens-Verhalten, Heirat, Gastfreundschaft, Vergeltung, Feste, Clanentscheidungen, Bestattung usw. Prinzipiell ist die Kultur aber stark kaukasisch beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ethnogenese ==&lt;br /&gt;
Die Frage, wie [[Turksprachen|turksprachige]] Stammesgruppen in die höchsten Regionen des [[Kaukasus]] kamen, während die meisten [[Turkvölker]] an seinem Rand leben, beschäftigte Wissenschaftler seit dem 19. Jahrhundert. Die Namen der karatschai-balkarischen Stämme lassen sich seit dem Spätmittelalter in georgischen u.&amp;amp;nbsp;a. [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] beobachten, die Sprache ist seit dem 18. Jahrhundert schriftlich überliefert, für die Zeit davor sind also nur Indizien-Hypothesen möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige ältere Forscher sahen darin ein Indiz, dass Turksprachen im Kaukasus am ältesten und ursprünglichsten für die Region sein könnten, woran noch heute Autoren mit [[Turanismus|turk-nationalistischer]] Ausrichtung festhalten. Ihre Argumente sind heute überholt, nach Meinung der [[Turkologie]] haben sich die Turksprachen innerhalb der letzten fast 2000 Jahre aus östlichen Teilen der [[eurasische Steppe]]n und den Nachbargebieten Süd- und Südwest-[[Sibirien]]s schrittweise ausgebreitet, wobei viele Details weiterhin unbekannt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Lars Johanson, Éva Ágnes Csató: &amp;#039;&amp;#039;The Turkic Languages.&amp;#039;&amp;#039; London, New York 1998, S. 68; [[Wolfgang-Ekkehard Scharlipp]]: &amp;#039;&amp;#039;Die frühen Türken in Zentralasien: Eine Einführung in ihre Geschichte und Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 2011, S. 5–29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ältere und nationalistische Autoren setzen oft irrtümlich die gelernte Sprache mit der Herkunft einer [[Ethnie]] gleich. In der Geschichte&amp;amp;nbsp;– auch der mitteleuropäischen&amp;amp;nbsp;– existieren viele Beispiele, dass sich unter regionalen Bevölkerungen mit mehreren Sprachen, darunter manchmal zugewanderte Sprachen, im Laufe von Generationen eine der Sprachen durchsetzte, womit die so entstandene Ethnie verschiedener Herkunft ist. Die Annahme, dass auch nur eine Ethnie vollkommen derselben Herkunft ist, hat auch die jüngere [[Genetik]] durchgängig widerlegt. Genetische Untersuchungen des väterlich vererbten [[Y-Chromosom]]s in karatschai-balkarischen Familien ergaben, dass sie zu fast einem Drittel ein [[Gen-Cluster]] aufweisen, das bei nördlichen, meist turksprachigen Steppenbewohnern häufig ist (R1aZ2123), zu fast einem Drittel ein Cluster, das für zentralkaukasische autochthone Bevölkerung typisch ist (G2a1a) und zu über einem Drittel verschiedene andere Subcluster, was also nahelegt, dass es eine teilweise Zuwanderung aus nördlichen Steppen gegeben hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Ergebnisse der Y-DNA-Untersuchungen bis in die einzelnen Familien aufgeschlüsselt bei: [http://www.elbrusoid.org/articles/karachay-balkar/427362/ A.-Ch. A. Katschijew, T.B. Usdenow, Ch. B. Chasanow: &amp;#039;&amp;#039;Strukturen der karatschaischen Familienherkunft und ihre Korrelation zu den Resultaten Y-chromosomaler DNA-Untersuchungen.&amp;#039;&amp;#039;] Tscherkessk, Moskau, Karatschajewsk 2016. (russisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann die Zuwanderung turksprachiger Gruppen war, gibt es zwei wissenschaftliche historische Hypothesen: die ältere sieht sie als Ergebnis der Einwanderung von [[Kiptschaken]] im 12./13. Jahrhundert. Das Kiptschakenreich hatte Anfang des 12. Jahrhunderts Gebiete im Westkaukasus von den [[Alanen]] erobert, in der Zeit finden sich auch erste Gräber mit steppennomadischen Begräbnissitten in der archäologischen Fundstätte in Nischni Archys in Karatschai-Tscherkessien. Der archäologisch feststellbare Zustrom nahm mit den [[Mongolensturm|Mongolenzügen]] im 13. Jahrhundert stark zu. Dafür spräche neben den archäologischen Hinweisen auch die Tatsache, dass die dem Karatschai-Balkarischen am nächsten stehende Sprache [[Kumykische Sprache|Kumykisch]] ist, und von den [[Kumyken]] ist die teilweise Herkunft durch Flucht vor den Mongolen auch in historischen Quellen erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jüngere Hypothese verweist darauf, dass im 6./7. Jahrhundert turksprachige [[Protobulgaren|Bolgaren]] und [[Sabiren]], später auch [[Chasaren]] in westliche Teile [[Alanen|Alaniens]] einwanderten. Dafür spräche neben archäologischen Befunden und Angaben historischer Quellen, dass der Name der Balkaren, in russischen Quellen des 17. Jahrhunderts noch &amp;#039;&amp;#039;bolchary&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;bolgary&amp;#039;&amp;#039; genannt, wohl auf die Bolgaren zurückgeht – wobei als Namensgeber auch im 12. Jahrhundert eine Gruppe von Bolgaren aus der [[Region Stawropol|Region um Stawropol]] in Frage kommt, der sich als Unterverband den Chasaren, später den Kiptschaken angeschlossen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [http://iratta.com/2007/06/05/09_alanyovsy_i_gruzija_pervaja_chast.html Wladimir Aleksandrowitsch Kusnezow: &amp;#039;&amp;#039;Abriss der alanischen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Kapitel 9,1, neunter Absatz] (russisch). Er hält auch diese 2. Hypothese für gut möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielleicht waren die älteren Bolgaren schon verschwunden, als die Kiptschaken ankamen, oder es gab mehrere Zuwanderungswellen. [[Wahrscheinlichkeitsrechnung]]en auf Basis erster genetischer Untersuchungen zur Ausbreitung der Turk-Nomaden, die aber noch Ungenauigkeiten aufweisen können, ergaben, dass es etwa im 7.–11. Jahrhundert Zuwanderungen gegeben haben könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://journals.plos.org/plosgenetics/article?id=10.1371%2Fjournal.pgen.1005068 Yunusbayev B., Metspalu M., Metspalu E., Valeev A., Litvinov S., Valiev R. et al. (2015): &amp;#039;&amp;#039;The Genetic Legacy of the Expansion of Turkic-Speaking Nomads across Eurasia.&amp;#039;&amp;#039; PLoS Genet 11(4).]- siehe den &amp;quot;ALDER&amp;quot;-Test in der Mitte des Textes, bei dem sie aber mögliche Fehler einräumen und der auch bei Mittelasien und Westasien einige unerwartete Ergebnisse zeigt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob im 6./7. oder 12./13. Jahrhundert eingewandert, die turksprachigen Gruppen waren wohl bis ins 14. Jahrhundert Teil der [[Alanen|alanischen Stämmeunion]], [[Assimilation (Soziologie)|assimilierten]] sprachlich die Vorbewohner und setzten im Westen ihre Turksprache durch, bevor sie vor den Kriegszügen [[Timur]]s und der folgenden Expansion [[Kabardiner|kabardinischer Fürsten]] in den Zentralkaukasus im 15. Jahrhundert höher ins Bergland zogen oder ihrerseits assimiliert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Siedlungsgeschichte, siehe [http://www.iriston.com/books/cuciev_-_etno_atlas/maps/map48.jpg diese Karte im Atlas der nordkaukasischen Geschichte des Historikers Artur Zuzijew] (russisch). Rot gestrichelt: Grenzen der alanischen Stämmeunion im 6.–13. Jh., blaues Feld: Bolgaren u.&amp;amp;nbsp;a. in Alanien im 7. Jh., Gebiet A: Kiptschaken, die an der Ethnogenese der Karatschai-Balkaren beteiligt waren, Gebiet B: Kiptschaken, die an der Ethnogenese der Kumyken beteiligt waren, gelbes Feld: Karatschai-balkarische Stämme höher im Kaukasus im 17. Jh.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz-Gerhard Zimpel: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Weltbevölkerung&amp;#039;&amp;#039;, S. 260&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorfahren der Karatschaier und Balkaren sind somit nach Ergebnissen archäologischer Studien im Nordkaukasus: 1. alteingesessene Bergbewohner, Träger der lokalen [[Koban-Kultur]] der Bronzezeit, 2. die [[Alanen]] und die Stämme, die im frühen Mittelalter im Reich Alanien lebten, zu dem die Region gehörte, 3. turksprachige [[Protobulgaren]], die im 6./7. Jahrhundert in die Region einwanderten, 4. turksprachige [[Kiptschaken]], die im 12./13. Jahrhundert in die Region einwanderten bzw. flüchteten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=EP Alekseeva |Hrsg=Moskau, Kislowodsk |Titel=Karatschaier und Balkaren. Alte Völker des Kaukasus |Ort=Moskau, Kislowodsk |Datum=2021-11-26 |Sprache=ru |Online=http://www.elbrusoid.org/upload/iblock/8fc/karacay-balkar-drev-narod_turklib.pdf |Format=PDF |KBytes=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Группа офицеров 2-го Дагестанского конного полка Дикой дивизии.webp|mini|Offiziere der [[Nordkaukasus|nordkaukasischen]] Wilden Division zur Zeit des [[Lawr Georgijewitsch Kornilow|Kornilow]]-Putsches 1917.]]&lt;br /&gt;
Die Karatschaier sind seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar. Im 16. Jahrhundert kamen sie in den Einflussbereich des [[Khanat der Krim|Krimkhanates]] und etwas später unter den Einfluss des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]]. Ende des 17. Jahrhunderts wurden sie vor allem durch [[Krimtataren]] zum Islam bekehrt. Karatschai wurde im Jahr 1828 durch das [[Russisches Kaiserreich|russische Kaiserreich]] nach der 12-Stunden-Schlacht in der Nähe des Berges Hasauk erobert. Nach der Niederlage in der Schlacht akzeptierte der Herrscher von Karatschai, Fürst Islam Krymschamchalow, die Staatsbürgerschaft des russischen Kaiserreichs.&amp;lt;ref&amp;gt;R.M Begeulow: [http://www.elbrusoid.org/upload/iblock/b07/b075a334ba39f79ebbd0f3483dd35513.pdf &amp;#039;&amp;#039;Karatschaier im Kaukasuskrieg des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039;] (russisch), [[Tscherkessk]] 2002, S. 115.&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele Karatschaier beteiligten sich danach aber im [[Kaukasuskrieg (1817–1864)|Kaukasuskrieg des 19. Jahrhunderts]] am Aufstand unter [[Imam Schamil]], nach dessen Ende nach Schätzungen die Mehrheit der Karatschaier ins Osmanische Reich flüchtete. Die Zurückgebliebenen wurden im Zarenreich einer weitgehenden Selbstverwaltung überlassen, weshalb diese teilweise loyal waren. Einige Karatschaier dienten im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] in der [[Wilde Division|Wilden Division]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Memorial v uchkekene.png|mini|Mahnmal in [[Utschkeken]] für die Opfer der stalinistischen Deportation aller Karatschaier 1943 und ihre Verbannung in Mittelasien bis 1957.]]&lt;br /&gt;
In der Zeit der [[Stalinismus|stalinistischen]] gewaltsamen [[Zwangskollektivierung in der Sowjetunion|Zwangskollektivierung der Landwirtschaft]] 1929–33 und der [[Tschistka|großen Terror-Säuberung]] 1936–38 kam es in den Berggebieten der Karatschaier, wie auch in den Berggebieten [[Kabardino-Balkarische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik|Kabardino-Balkariens]] und [[Tschetscheno-Inguschetien]]s zu so breiten Widerständen, dass die Kollektivierung zeitweilig abgebrochen werden musste.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerhard Simon (Slawist)|Gerhard Simon]]: &amp;#039;&amp;#039;Nationalismus und Nationalitätenpolitik in der Sowjetunion: Von der Diktatur zur nachstalinistischen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; S. 120.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zweiten Weltkrieg war das Siedlungsgebiet der Karatschaier vom Juli 1942 ([[Unternehmen Edelweiß (Kaukasus)|Unternehmen Edelweiß]]) bis Januar 1943 ([[Nordkaukasische Operation]]) zeitweilig von der [[Wehrmacht]] besetzt. Aufgrund ihres Widerstandes gegen die 1943 wiedereinrückende [[Rote Armee]] wurden sie auf Befehl [[Josef Stalin]]s unter dem Vorwurf der [[Kollaboration]] mit der Wehrmacht vollständig mit allen Männern, Frauen, Kindern und Alten vom 2. bis 22. November 1943 von [[NKWD]]-Einheiten verhaftet und nach Mittelasien verbannt, wobei sehr viele Deportierte umkamen. Der Hintergrund des Kollaborationsvorwurfes an eine ganze Ethnie wird seit langem diskutiert. Zwar existierte ein selbsterklärtes „Karatschaisches Nationalkomitee“ unter Kadi Bairamukow, das offen mit den Deutschen kollaborierte, aber dessen Unterstützung in der Bevölkerung war wahrscheinlich viel geringer, als der Name vermuten lässt. Viele Fachhistoriker gehen deshalb davon aus, dass schon die Widerstände vor dem Weltkrieg, Probleme beim Erreichen der Freiwilligen-Quoten für die Rote Armee und schließlich Widerstände gegen die Wiedereinführung stalinistischer Maßnahmen 1943 eher die Ursache der Deportation mit ihren großen Opferzahlen war, als die offiziell angeführte Kollaboration, an der sich nur eine Minderheit beteiligte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jeronim Perović]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Nordkaukasus unter russischer Herrschaft.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2015, S. 430–441.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Nikita Chruschtschow]] rehabilitierte die Karatschaier 1957 und sie durften zurückkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit den Tscherkessen haben sie heute im Kaukasus wieder eine eigene autonome [[Karatschai-Tscherkessien|Republik Karatschai-Tscherkessien]] innerhalb Russlands. Deren Zusammenhalt war zeitweilig 1996 bis 1999 gefährdet, weil tscherkessische Vereinigungen die Unabhängigkeit forderten (siehe [[Tscherkessen#Karatschai-Tscherkessien]]). Nach dem Jahr 2000 hat sich die Lage stabilisiert. Bereits seit den 1960er Jahren ist das Elbrus-Gebiet eine wirtschaftlich aufstrebende Region des Tourismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kaukasus-Tataren]]&lt;br /&gt;
* [[Islam in Russland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf A. Mark]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Völker der ehemaligen Sowjetunion/GUS. Die Nationalitäten der GUS, Georgiens und der baltischen Republiken. Ein Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Opladen 1992, Eintrag „Karatschaier“.&lt;br /&gt;
* Swetlana Tscherwonnaja: &amp;#039;&amp;#039;Die Karatschaier und Balkaren im Nordkaukasus : Konflikte und ungelöste Probleme.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1999.&lt;br /&gt;
* Heinz-Gerhard Zimpel: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Weltbevölkerung. Geografie – Kultur – Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, Nikol Verlagsgesellschaft mbH &amp;amp; Co. KG Hamburg 2000, ISBN 3-933203-84-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Karachays|Karatschaier}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20151222124014/http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/radio_broadcast/17350884/35929599/ Die Karatschaier, die Tscherkessen und die Abasinen] Reportage des Radiosenders „Stimme Russlands“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turksprachige Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karatschai-Tscherkessien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie im Kaukasus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;WajWohu</name></author>
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