<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Karasee</id>
	<title>Karasee - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Karasee"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Karasee&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-02T23:37:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Karasee&amp;diff=141084&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DerwahreStinkstiefel: /* Radioaktive Belastung */ Schiffsnamen kursiv</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Karasee&amp;diff=141084&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-26T14:15:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Radioaktive Belastung: &lt;/span&gt; Schiffsnamen kursiv&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kara Sea map.png|mini|Karasee und Umgebung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Карское море СВП.jpg|mini|Luftkissenboot Hivus-10 an einem Strand der Karasee]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karasee&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karisches Meer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;{{ruS|Ка́рское мо́ре}}, &amp;#039;&amp;#039;Karskoje more&amp;#039;&amp;#039;) ist ein nördlich von [[Russland]] bzw. [[Asien]] liegendes [[Randmeer]] des [[Arktischer Ozean|Arktischen Ozeans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Die Karasee erstreckt sich von etwa 65° bis 80° nördlicher [[Breitengrad|Breite]] und von 55° bis 105° östliche [[Längengrad|Länge]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |werk=Marine Gazetteer Placedetails |titel=Kara Sea |url=https://www.marineregions.org/gazetteer.php?p=details&amp;amp;id=4246 |abruf=2021-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird im Westen von der bogenförmigen Inselgruppe [[Nowaja Semlja]] eingefasst, welche die viertgrößte und sechstgrößte Insel Europas enthält. Im Osten bilden die Inselgruppe [[Sewernaja Semlja]] und die [[Taimyr-Halbinsel]] den Rahmen. Laut der [[International Hydrographic Organization |Internationalen Hydrographischen Organisation]] ist ihre Nordwestgrenze das Ostende der Inselgruppe [[Franz-Josef-Land]], am [[Kap Kohlsaat]] ([[Graham-Bell-Insel]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;iho1953&amp;quot;&amp;gt;International Hydrographic Organisation: [https://iho.int/uploads/user/pubs/standards/s-23/S-23_Ed3_1953_EN.pdf &amp;#039;&amp;#039;Limits of Oceans and Seas.&amp;#039;&amp;#039;] 3. Aufl. 1953, S. 6–7 (PDF; 970&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Vollständig in der Karasee liegen die isolierten Inseln, von Nord nach Süd, [[Uschakow-Insel|Uschakow]], [[Wiese-Insel]] und [[Einsamkeit (Insel)|Einsamkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Westlich liegt die [[Barentssee]], die zwischen Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land angrenzt, und im Südwesten auch durch die im Mittel 61&amp;amp;nbsp;km breite und 33&amp;amp;nbsp;km lange [[Karastraße]] und die 2,8–16&amp;amp;nbsp;km breite und 40&amp;amp;nbsp;km lange [[Jugorstraße]], die sich nordwestlich respektive südöstlich der [[Waigatsch]]-Insel befinden, verbunden ist. Hinzu kommt die fast 100&amp;amp;nbsp;km lange und gewundene, aber nur 0,6–10&amp;amp;nbsp;km breite und im Mittel 10&amp;amp;nbsp;m tiefe [[Matotschkin Schar]], die Nord- und Südinsel der Nowaja Semlja-Gruppe trennt. Im Osten leitet die 55–88&amp;amp;nbsp;km breite und 104&amp;amp;nbsp;km lange [[Wilkizkistraße]], die sich zwischen Sewernaja Semlja und der Taimyr-Halbinsel erstreckt, zur östlich anschließenden [[Laptewsee]] über. Die Inselgruppe Sewernaja Semlja wird von zwei Straßen durchzogen: Im Süden von der im Mittel 50&amp;amp;nbsp;km breiten und 106&amp;amp;nbsp;km langen &amp;#039;&amp;#039;Schokalskistraße&amp;#039;&amp;#039; und im Norden von der mit 3 bis 15&amp;amp;nbsp;km Breite deutlich schmaleren, aber mit 92,4&amp;amp;nbsp;km ähnlich langen &amp;#039;&amp;#039;Krasnaya Armiya-Straße&amp;#039;&amp;#039;. Anders als die westlich gelegenen Straßen zur Barentssee weisen die östlichen signifikante Tiefen von 200&amp;amp;nbsp;m und mehr auf, diese Rinnen führen in das bis zu 1000&amp;amp;nbsp;m tiefe Becken der Laptewsee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Sx-xi&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Datum=2002 |Seiten=x–xi}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Nördlich, zwischen Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja, grenzt das offene [[Nordpolarmeer]] an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;baum2004&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Steven K. Baum |Titel=Glossary of Physical Oceanography and Related Disciplines |Datum=2004-05-26 |Fundstelle=Kara Sea |Online=https://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.126.3754&amp;amp;rep=rep1&amp;amp;type=pdf |Format=PDF |KBytes=3500}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden grenzt die Karasee unter anderem an die [[Jamal-Halbinsel]], die nach Süden in das [[Westsibirisches Tiefland|Westsibirische Tiefland]] übergeht. Sie grenzt außerdem an die [[Gydan-Halbinsel]], die nach Osten mit dem [[Nordsibirisches Tiefland|Nordsibirischen Tiefland]] verschmilzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Sx-xi&amp;quot;/&amp;gt; In die Karasee fließen aus Richtung Süden kommend insbesondere die gewaltigen Wassermassen des [[Ob]] und [[Jenissei]] ein mit ihren rund 800 und 400&amp;amp;nbsp;km langen [[Trichtermündung]]en: dem [[Obbusen]] zwischen Jamal-Halbinsel und Gydan-Halbinsel und dem [[Jenisseigolf]] östlich der Gydan-Halbinsel. Beide Ströme sind aufgrund ihrer der Karasee zugeführten sehr großen [[Süßwasser]]mengen mitverantwortlich für die Strömungsverhältnisse innerhalb dieses Meeres und bestimmen auch dessen Klima mit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Datum=2002 |Kapitel=2 Major factors determining the oceanographic regime}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt umfasst die Karasee eine Fläche von etwas weniger als 900.000&amp;amp;nbsp;km².&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name leitet sich von dem aus dem Ural stammenden Fluss [[Kara (Karasee)|Kara]] ab, der westlich der Jamal-Halbinsel in die [[Baidaratabucht]] mündet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Nataly Marchenko |Titel=Russian Arctic Seas Navigational Conditions and Accidents |Datum=2016-11 |ISBN=9783662507872 |Kapitel=3.1.3 Hydrological Features |Seiten=35}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodenrelief ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kara-sea-bathymetrie-de.svg |mini |hochkant=1.5 |Bodenrelief der Karasee und angrenzender Regionen&amp;lt;ref&amp;gt;erstellt mit [http://www.geomapapp.org GeoMappApp], auf Basis von GMRT-Daten: {{Literatur |Autor=W. B. F. Ryan, S.M. Carbotte, J. Coplan, S. O’Hara, A. Melkonian, R. Arko, R.A. Weissel, V. Ferrini, A. Goodwillie, F. Nitsche, J. Bonczkowski, and R. Zemsky |Titel= Global Multi-Resolution Topography (GMRT) synthesis data set |Sammelwerk=Geochem. Geophys. Geosyst. |Band=10 |Nummer=Q03014 |Datum=2009 |DOI=10.1029/2008GC002332 |Kommentar=Daten [[doi:10.1594/IEDA.0001000]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Karasee liegt fast vollständig auf dem sibirischen [[Kontinentalschelf]]. Sie ist mit durchschnittlich 111&amp;amp;nbsp;m [[Meerestiefe]] relativ flach, auf mehr als 40 % der Fläche ist sie weniger als 50&amp;amp;nbsp;m tief. Regionen mit Tiefen von mehr als 500&amp;amp;nbsp;m gibt es kaum, sie machen weniger als 2,5 % der gesamten Fläche des Ozeanbodens aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2&amp;quot;/&amp;gt; An ihrer tiefsten Stelle, nordöstlich der [[Nordinsel (Nowaja Semlja)|Nordinsel von Nowaja Semlja]], erreicht sie 620&amp;amp;nbsp;m Tiefe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;baum2004&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der südöstliche Teil der Karasee ist relativ flach, aber irregulär. Östlich von Nowaja Semlja gibt es einen langgestreckten Trog, den Novozemelsky-Trog, mit Tiefen zwischen 200 und 400&amp;amp;nbsp;m. Im Nordosten liegt der Voronin-Trog, dessen Tiefe etwas mehr als 400&amp;amp;nbsp;m beträgt, östlich des Franz-Josef-Landes und nördlich Nowaja Semlja reicht der Sankt-Anna-Trog in Tiefen von mehr als 500&amp;amp;nbsp;m. Ein Ausläufer des Sankt-Anna-Trogs reicht bis in die Barentssee, über ihn erfolgt ein wesentlicher Teil des Wasseraustauschs zwischen den beiden Randmeeren. Zwischen den Trögen erstreckt sich das zentrale Hochland der Karasee mit Tiefen von weniger als 50&amp;amp;nbsp;m. Es ist mit der Flachwasserregion vor den Mündungsgebieten des Ob und Jenissei verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hydrologie ==&lt;br /&gt;
=== Wasserbilanz ===&lt;br /&gt;
Der Wasseraustausch zwischen Karasee und Barentssee wird dominiert von Zuflüssen in die Karasee in Höhe von etwa 20.000&amp;amp;nbsp;km³ pro Jahr durch die Karastraße und, nach Schätzungen aus den Jahren 1991 und 1992, von etwa 60.000&amp;amp;nbsp;km³ pro Jahr zwischen Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land. Der Zufluss dort ist im Winter deutlich größer als im Sommer. In der Tiefe strömen auch etwa 10.000&amp;amp;nbsp;km³ kaltes Wasser zwischen Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land in umgekehrter Richtung in die Barentssee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2.2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Datum=2002 |Kapitel=2.2 Inflow of Atlantic and Barents Water}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tiefseetrögen im Norden der Karasee strömt Wasser atlantischen Ursprungs über den Arktischen Ozean ein. Ein Teil des dort zufließenden Volumens von etwa 10.000&amp;amp;nbsp;km³ pro Jahr umfließt südlich das Franz-Josef-Land in Richtung Barentssee. Schätzungen des Wasserabflusses von der Karasee in den Arktischen Ozean waren bis Ende der 1990er Jahre kaum möglich, er könnte etwas größer als der Zufluss sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2.2&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Wilkizki- und Schokalskistraße gelangt Wasser in der Größenordnung von je 10.000&amp;amp;nbsp;km³ ostwärts in die Laptewsee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2.2&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hydrologie Ob in Salechard-de.svg |mini |Abfluss des Ob an seinem Unterlauf nahe [[Salechard]] im Jahresverlauf]]&lt;br /&gt;
Der [[Süßwassereintrag]] über Niederschläge und Land spielt in der Wasserbilanz nur eine geringe Rolle, über Flüsse gelangen ca. 1.300&amp;amp;nbsp;km³ pro Jahr in die Karasee. Damit hat sie aber, bezogen auf die Fläche, immer noch den größten Süßwasserzustrom aller Meere. Zuflüsse aus dem Obbusen – in den, neben dem Ob, auch [[Nadym (Fluss)|Nadym]], [[Pur (Fluss)|Pur]] und [[Tas (Fluss) |Tas]] münden – und dem Jenisseigolf machen mehr als 80 % des Süßwasserzuflusses von Land in die Karasee aus, mit [[Pjassina]] und [[Taimyra]] sind es fast 95 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2.3&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von den Flüssen in die Karasee transportierten Wassermengen unterliegen großen jährlichen Schwankungen: Im Winter gefrieren die Flüsse, der Zufluss kann dann fast zum Erliegen kommen. Im Mai, Juni und Juli kommt es zum Abfluss großer Mengen Schmelzwassers, im Herbst nimmt die Wassermenge wieder ab. Im Jenissei beeinflussen auch [[Wasserkraftwerk]]e die Abflussmengen. Während im Winter Meerwasser in die Buchten der großen Flüsse einströmt, kann im Sommer das Süßwasser der Flüsse an der Meeresoberfläche weit in den Norden, bis auf die Höhe des Kap Schelanija, der Nordspitze der Nordinsel Nowaja Semljas, reichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap2.3&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Datum=2002 |Kapitel=2.3 Inflow and Spreading of River Water in the Kara Sea}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meeresströmungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kara Sea map-de.svg |mini |Schematische Darstellung der Meeresströmungen in der Karasee und angrenzenden Gebieten&amp;lt;ref&amp;gt;Strömungen nach [http://library.arcticportal.org/1494/ &amp;#039;&amp;#039;Arctic Current Map.&amp;#039;&amp;#039;] 2010, abgerufen am 18. September 2021. Datenbasis: &amp;#039;&amp;#039;Arctic Monitoring und Assessment Program (AMAP)&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Icelandic Marine Research Institute&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das durch die Meeresstraßen südlich von Nowaja Semlja einströmende Wasser wird an der Jamal-Halbinsel umgelenkt und fließt als &amp;#039;&amp;#039;Jamal-Strom&amp;#039;&amp;#039; weiter nach Norden. Es vereinigt sich mit einer Strömung aus der Barentssee um die Nordinsel von Nowaja Semlja und fließt als &amp;#039;&amp;#039;östlicher Novozemelskystrom&amp;#039;&amp;#039; entlang der Ostküste der beiden Inseln wieder nach Süden. Zwischen Nowaja Semlja und Jamal-Halbinsel entsteht so ein großer [[Meereswirbel]]. Die Größe des Wirbels zwischen Nowaja Semlja und Jamal-Halbinsel hängt von der Witterung in der Region ab und wird stark durch die vorherrschenden Winde geprägt. Mit einem kleinen Wirbeldurchmesser ist ein relativ großer Wassereinstrom um den Norden Nowaja Semljas herum verbunden, umgekehrt bei einem großen Wirbeldurchmesser.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap3.1.2&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil des Wassers strömt im Süden von Nowaja Semlka durch die Karastraße als &amp;#039;&amp;#039;Litkestrom&amp;#039;&amp;#039; wieder in die Barentssee, ein anderer Teil zweigt vom Jamal-Strom in nordöstliche Richtung ab und vereinigt sich mit dem aus dem Obbusen und dem Jenissei kommenden Wassermassen, um als &amp;#039;&amp;#039;Westtaimyr&amp;#039;&amp;#039;-Strom durch die Wilkizkistraße in die Laptewsee oder entlang der Westküste Sewernaja Semljas in die nördliche Karasee und das Nordpolarmeer zu gelangen. Das aus den großen Flüssen in die Karasee einströmende Süßwasser bildet, besonders nördlich der Nordspitze der Jamal-Halbinsel, oft ausgeprägte [[Front (Ozeanographie) |ästuarische Fronten]] mit großen Salinitätsgradienten, Unterschieden in Temperatur und Wellengang, die auch mittels Satellitenbeobachtung klar zu erkennen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap3.1.2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Datum=2002 |Kapitel=3.3.2 Temperature and Salinity Fields, 3.3.3 Study of river outflow fronts in Ob&amp;#039;-Yenisey Shallow using satellite Synthetic Aperture Radar (SAR) imagery}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Sankt-Anna-Trog strömt in der Tiefe relativ warmes Wasser atlantischen Ursprungs in die Karasee.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap3.3.2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Datum=2002 |Kapitel=3.1.2 Large-scale water circulation}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meereis ==&lt;br /&gt;
Bis Ende der 1990er Jahre war die Karasee im Winter fast vollständig zugefroren. Ab Juni begann das [[Meereis]] typischerweise merklich zu schmelzen. In drei Regionen, meist vor Nowaja Semlja sowie im Norden und Nordosten der Karasee, gab es große Flächen massiven Meereises, die den Sommer überdauerten. Die sommerlichen Minima der Eisfläche schwankten stark; seit Beginn der Satellitenbeobachtungen 1979 gab es einen negativen Trend der sommerlichen Eisfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap6&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Datum=2002 |Kapitel=6.2.3 Seasonal change in the anomalies of areas of ice massifs, 6.6.3 Monitoring Kara Sea ice cover by satellite observations}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[globale Erwärmung]] kommt es besonders in der Arktis zu ausgeprägten Klimaänderungen. Im Zeitraum 2003–2017 wurde über der nördlichen Barents- und Karasee mit 2,5&amp;amp;nbsp;°C pro Jahrzehnt die deutlichste Erwärmung der Arktis beobachtet. In den sommerlichen Eisrandgebieten der Karasee sind besonders hohe Meereisverluste zu verzeichnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Intergovernmental Panel on Climate Change |Sammelwerk=Climate Change 2021: The Physical Science Basis |Autor=Baylor Fox-Kemper, Helene T. Hewitt, Cunde Xiao |Titel=Chapter 9: Ocean, cryosphere and sea level change |Kapitel=9.3.1.1 Arctic Sea-Ice Coverage |Online=https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/downloads/report/IPCC_AR6_WGI_Chapter_09.pdf |Format=PDF |KBytes=15200}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zeitraum 2005–2019 begann im jährlichen Zyklus der Rückgang des Meereises typischerweise im frühen Mai; die geringste Eisbedeckung in diesem Zeitraum lag bei nurmehr 5 % der Fläche der Karasee. Die Meereisbedeckung im Sommer hängt dabei nicht nur von den Temperaturen, sondern auch stark von meridionalen Winden ab. Im Herbst beginnt wieder die Meereisbildung, wobei diese wesentlich schneller verläuft als die Schmelze im Frühjahr und Frühsommer. Im Dezember ist die Karasee weitgehend zugefroren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;duan2019&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Chenglin Duan, Sheng Dong, Zexiao Xie, Zhifeng Wang |Titel=Temporal variability and trends of sea ice in the Kara Sea and their relationship with atmospheric factors |Sammelwerk=Polar Science |Datum=2019-06 |DOI=10.1016/j.polar.2019.03.002}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltschutz ==&lt;br /&gt;
=== Schutzgebiete ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ring of beluga whale.jpg |mini |[[Weißwal]]e in den Gewässern des Franz-Josef-Landes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Großes Arktisches Schutzgebiet |Große Arktische Schutzgebiet]], eines der größten [[Strict Nature Reserve |Naturreservat]]e weltweit, umfasst neben Teilen der Taimyr-Halbinsel auch Regionen der südöstlichen Karasee. Dazu gehören das Delta des Pjassina, das von besonders hohem Biodiversitätswert ist, der [[Nordenskiöld-Archipel]] und zahlreiche weitere Inseln und angrenzende Gebiete der südöstlichen Karasee.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yuri L. Mazurov, Bart Ebbinge, Alla A. Pakina, Bas Pedroli |Titel=Natural heritage of Taimyr: challenges for its conservation and sustainable use |Datum=2012-09 |DOI=10.15356/2071-9388_03v05_2012_07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Great Arctic Nature Reserve – General Information and History |url=http://bigarctic.ru/Eng/ |abruf=2021-09-20 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20120503042044/http://bigarctic.ru/Eng/ |archiv-datum=2012-05-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nordwesten bilden 58.000&amp;amp;nbsp;km² Meeresflächen zusammen mit 14.000&amp;amp;nbsp;km² Landfläche im Norden Novaja Semljas und des Franz-Josef-Landes den [[Nationalpark Russkaja Arktika]] (Nationalpark Russische Arktis).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |hrsg=Russian Geographical Society |titel=Russian Arctic National Park |datum=2014-10-16| url=https://www.rgo.ru/en/article/russian-arctic-national-park |abruf=2021-09-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radioaktive Belastung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Verklappung bei Nowaja Semlja.png |mini |Vor Nowaja Semlja verklappter radioaktiver Abfall]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten vorhandenen oder potentiellen Quellen radioaktiver Belastung der Karasee zählen der [[Radioaktiver Niederschlag |Fallout]] nach atmosphärischen [[Kernwaffentest]]s – unter anderem aus dem [[Nowaja Semlja#Kernwaffentestgebiet|Atomtestgebiet auf Nowaja Semlja]] und aus Kernkraft-Unfällen –, [[Radioaktiver Abfall |radioaktive Abfälle]] aus westeuropäischen kerntechnischen Anlagen wie [[Wiederaufarbeitungsanlage La Hague |La Hague]], [[Sellafield]] oder [[Kernkraftwerk Dounreay |Dounreay]], die in die See gelangen und mit Meeresströmungen bis in die Karasee verfrachtet werden, und aus Leckagen von in der Barentssee und Karasee verklappten radioaktiven Abfällen. Hinzu kommt der Eintrag kontaminierten Wassers aus russischen kerntechnischen Anlagen (darunter [[Kerntechnische Anlage Majak |Majak]] und [[Krasnojarsk]]) über Ob und Jenissej.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap7&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Datum=2002 |Kapitel=7 Observations and modelling of transport of radioactive pollution in the Kara Sea}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchen Berichten zufolge wurden zu Zeiten der [[Sowjetunion]] 13 Kernreaktoren in der Karasee versenkt, sechs davon mit nuklearem Brennstoff. Radioaktive Abfälle des [[Atomeisbrecher]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Lenin (Schiff, 1959)|Lenin]]&amp;#039;&amp;#039; und einiger [[Atom-U-Boot]]e wurden vor der Küste Nowaja Semljas entsorgt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=[[Waldai-Klub]] |Autor=Lassi Heininen, Alexander Sergunin, Gleb Yarovoy |Titel=Russian Strategies in the Arctic: Avoiding a New Cold War |Seiten=11–12 |ISBN=9785906757050 |Datum=2014-09 |Online=https://www.uarctic.org/media/857300/arctic_eng.pdf |Format=PDF |KBytes=9000}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap7&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer 2002 veröffentlichten Einschätzung zufolge war zu der Zeit die radioaktive Belastung der Karasee sehr gering. Besondere Aufmerksamkeit sei dennoch vonnöten angesichts der signifikanten Mengen radioaktiver Feststoffe, die in der Karasee verklappt worden sind und sie potentiell belasten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;volkov2002-Kap7&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erdöl und Erdgas ==&lt;br /&gt;
Medien berichten von einem großen [[Erdöl|Öl]]- und [[Erdgas]]vorkommen unter der Karasee, das auf 87 Milliarden [[Barrel]] geschätzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;NTV (27. September 2014): [https://www.n-tv.de/wirtschaft/Rosneft-meldet-Erfolg-bei-Olsuche-article13686321.html Rosneft meldet Erfolg bei Ölsuche]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die gesamten Ölreserven der Karasee übersteigen laut Rosneft die Saudi-Arabiens.&amp;lt;ref&amp;gt;zeit.de vom 20. Januar 2017: [https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/donald-trump-analyse-oel-kohle-kapitalismus/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Der neue Ölmensch&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[ExxonMobil]] sicherte sich 2012 davon einen Anteil von 33 Prozent, wobei Russland Zugang zum amerikanischen Know-how, das ihm die Erschließung von Öl in den extremen Verhältnissen der Arktis überhaupt erst ermöglichen sollte, zugesichert wurde. Wegen der [[Annexion der Krim 2014|Annexion der Krim durch Russland]] musste sich der Ölkonzern aber aus dem Geschäft zurückziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Titel=Donald Trump: Grenzenlose Kraft|Sammelwerk=Die Zeit|Ort=Hamburg|Datum=2017-01-20|ISSN=0044-2070|Online=https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/donald-trump-analyse-oel-kohle-kapitalismus/seite-2|Abruf=2017-01-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Vladimir A. Volkov, Ola M. Johannessen, Victor E. Borodachev, Gennadiy N. Voinov, Lasse H. Pettersson, Leonid P. Bobylev, Alexei V. Kouraev |Titel=Polar Seas Oceanography – An integrated case study of the Kara Sea |Verlag=Springer |Datum=2002 |ISBN=978-3-540-42969-2}}&lt;br /&gt;
* [https://collections.dartmouth.edu/arctica-beta/html/EA07-11.html &amp;#039;&amp;#039;The Kara Sea&amp;#039;&amp;#039; in der &amp;#039;&amp;#039;Encyclopedia Arctica&amp;#039;&amp;#039;] (ca. 1947 bis 1951, unveröffentlicht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kara Sea|Karasee}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=74/49/55/N |EW=71/18/43/E |type=waterbody|region=XN/RU|elevation=-620|dim=1400000}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4419146-7|VIAF=315526915}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karasee| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meer (Arktischer Ozean)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewässer in Russland]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DerwahreStinkstiefel</name></author>
	</entry>
</feed>