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	<title>Kandis - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T03:43:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kandis&amp;diff=107751&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;JakLed: Belgischer Candi-Zucker ist etwas anderes als Kandis. Im englischsprachigen Schwesterprojekt kann das nachvollzogen werden: https://en.wikipedia.org/wiki/Candi_sugar, Kurzfassung: Kandis ist kristallisierter Zucker, belgischer Candi hingegen ein Produkt, das durch Erhitzung und Lauge verschiedenen Graden der Maillard-Reaktionen und Karamellisierung ausgesetzt ist.</title>
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		<updated>2026-04-01T08:34:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Belgischer Candi-Zucker ist etwas anderes als Kandis. Im englischsprachigen Schwesterprojekt kann das nachvollzogen werden: https://en.wikipedia.org/wiki/Candi_sugar, Kurzfassung: Kandis ist kristallisierter Zucker, belgischer Candi hingegen ein Produkt, das durch Erhitzung und Lauge verschiedenen Graden der Maillard-Reaktionen und Karamellisierung ausgesetzt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Kandiszucker weiß.jpg|mini|Weißer Kandis]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Brauner Kandiszucker.jpg|mini|Brauner Krustenkandis]]&lt;br /&gt;
Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kandis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kandiszucker&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden [[Kristall]]e aus [[Zucker]] bezeichnet, die aus konzentrierten Zuckerlösungen in mehreren Tagen auskristallisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Kandis&amp;#039;&amp;#039; geht auf [[altindisch]] &amp;#039;&amp;#039;khaṇḍa&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. Hrsg. von [[Walther Mitzka]], De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 345 &amp;#039;&amp;#039;Kandis(zucker)&amp;#039;&amp;#039; und S. 890 &amp;#039;&amp;#039;Zuckerkand(el)&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; („Teil, Bruchstück“, insbesondere auch „Bruchzucker“; zur Wurzel &amp;#039;&amp;#039;khaṇḍ-&amp;#039;&amp;#039; „brechen“) zurück. Über das [[Arabische Sprache|Arabische]] (&amp;#039;&amp;#039;qand&amp;#039;&amp;#039; „Rohrzucker“, auch „durch Kochen eingedickter Zuckersaft, Melasse“, bzw. &amp;#039;&amp;#039;qandī&amp;#039;&amp;#039; [adj.] „aus Rohrzucker“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Lokotsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der europäischen (germanischen, romanischen und slavischen) Wörter orientalischen Ursprungs.&amp;#039;&amp;#039; Carl Winter, Heidelberg 1927, [https://archive.org/stream/etymologische00lokoguat#page/84/mode/2up Eintrag Nr. 1052 (&amp;#039;&amp;#039;Ar. ḳandī&amp;#039;&amp;#039;)].&amp;lt;/ref&amp;gt;) gelangte das Wort im Spätmittelalter ins Mittellateinische und die romanischen Sprachen, also ins Spanische, Portugiesische, Provenzalische und Französische (&amp;#039;&amp;#039;[sucre] candi&amp;#039;&amp;#039; hier bereits 1256 bezeugt;&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag [http://stella.atilf.fr/Dendien/scripts/tlfiv5/advanced.exe?8;s=2239392660 candi, adj. masc.] im TLFI (&amp;#039;&amp;#039;Trésor de la Langue Française informatisé&amp;#039;&amp;#039;), gesehen am 23. Dezember 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; daraus niederländisch &amp;#039;&amp;#039;kandij, kandijsuiker&amp;#039;&amp;#039; und englisch &amp;#039;&amp;#039;candy&amp;#039;&amp;#039;) sowie ins Italienische (&amp;#039;&amp;#039;[zucchero] candito&amp;#039;&amp;#039;, 14. Jahrhundert) und von dort ins Deutsche, wo es wie auch in den anderen europäischen Sprachen zumeist in zusammengesetzten Formen begegnet (erstmals gegen 1400 als &amp;#039;&amp;#039;zocker kandis&amp;#039;&amp;#039;, später auch als &amp;#039;&amp;#039;zuckerkandi, zuckerkandit&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;zuckerkandil&amp;#039;&amp;#039;, seit dem 18. Jahrhundert dann auch als &amp;#039;&amp;#039;Kandiszucker&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=Kandiszucker |Kommentar=Die Angaben zur Etymologie entsprechen dem Eintrag in [[Wolfgang Pfeifer (Etymologe)|Wolfgang Pfeifer]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1993}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Elmar Seebold]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 25., aktualisierte und erweiterte Auflage (E-Book), Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 2012, s. v. &amp;#039;&amp;#039;Kandis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Zuckerkand(el)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Marlies Philippa et al.: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisch Woordenboek van het Nederlands&amp;#039;&amp;#039;. Amsterdam University Press, Amsterdam 2003–2009, s. v. [https://www.etymologiebank.nl/trefwoord/kandij &amp;#039;&amp;#039;kandij (gekristalliseerde suiker)&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Otto Zekert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 154 (&amp;#039;&amp;#039;Saccharum album&amp;#039;&amp;#039; für raffinierter/weißer Zucker, &amp;#039;&amp;#039;Saccharum candi&amp;#039;&amp;#039; für kristallisierter Rohrzucker bzw. Kandiszucker, &amp;#039;&amp;#039;Saccharum rubeum&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Saccharum crudum&amp;#039;&amp;#039; für Thomaszucker).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Kandis abgeleitet ist das Verb &amp;#039;&amp;#039;[[kandieren]]&amp;#039;&amp;#039; „mit Zucker überziehen (bzw. haltbar machen)“. Die Berufsbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[Konditor]]&amp;#039;&amp;#039; „Zuckerbäcker“ leitet sich hingegen von lateinisch &amp;#039;&amp;#039;condire&amp;#039;&amp;#039; „haltbar machen“ ab,  allerdings findet sich daneben (selten) seit etwa 1700 die zumindest mundartlich auch heute noch gebräuchliche Variante &amp;#039;&amp;#039;Kanditor&amp;#039;&amp;#039;, die offenbar an den &amp;#039;&amp;#039;Kandis&amp;#039;&amp;#039; bzw. das &amp;#039;&amp;#039;Kandieren&amp;#039;&amp;#039; angelehnt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=Konditor |Kommentar=Die Angaben zur  Etymologie entsprechen dem Eintrag in Wolfgang Pfeifer: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1993}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Seine Herstellung kannten bereits die Araber im 9. Jahrhundert. Um das Jahr 1000 wandten ägyptische, arabische und persische (Augen-)Ärzte Kandis als Heilmittel an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kandis wurde noch vor 100 Jahren hergestellt, indem man den „geläuterten, aber nicht stark eingekochten Zuckersaft in kupfernen, mit Zwirnsfäden durchzogenen Gefäßen (Potten) erst an einem kühlen Orte, hiernach einige Tage in der Darrstube“ kristallisierte (Brockhaus von 1865). Der Fadenkandis war noch bis 1960 der meistverkaufte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird Kandis industriell aus hochkonzentrierter Zuckerlösung in großen Kristallisierungsbehältern hergestellt. Dabei umfließt die Zuckerlösung beständig die entstandenen Zuckerkristalle. Diese wachsen dann in fünf Tagen auf eine Größe von etwa vier Millimetern. Nach zwei bis drei Wochen erreichen die Kristalle eine Größe von 18 bis 24 Millimetern und kommen dann als Würfelkandis (Kluntje) in den Handel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|url=https://www.diamant-zucker.de/wissen/kandis/|title=Kandis – die Geschichte des „süßen Edelsteins“|author=|date=|work=diamant-zucker.de|accessdate=2017-04-26|archivebot=2022-03-07 11:25:34 InternetArchiveBot|archiveurl=https://web.archive.org/web/20180316214157/https://www.diamant-zucker.de/wissen/kandis/|archivedate=2018-03-16|offline=yes}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelber Kandiszucker ist mit [[Zuckercouleur]] gefärbt. Brauner Kandis wird dagegen aus [[karamell]]isierter Zuckerlösung hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rock Candy.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Rock candy&amp;#039;&amp;#039; in den USA]]&lt;br /&gt;
Kandis wird zum Süßen von Tee und anderen Heißgetränken verwendet und hat eine große Bedeutung in der [[Ostfriesische Teekultur|ostfriesischen Teekultur]]. Kandisfarin und Krümelkandis sind Backzutaten für Kuchen und Kekse. Nicht zu verwechseln mit Belgischem Candi-Zucker, der manchen [[Belgisches Bier|belgischen Bieren]], insbesondere [[Trappistenbier]]en und dem den [[Lambic|Lambic-Bieren]] zugehörigen Faro, vor der Vergärung beigesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA wird mit Lebensmittelfarben bunt gefärbter Kandiszucker am Stiel als Süßigkeit verkauft (&amp;#039;&amp;#039;rock candy&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kandiskristalle mit Abmessungen von etwa 1 cm eignen sich als Lehrmittel und Studienobjekt in einem Freihandversuch zur induktiven Einführung in die Grundlagen der [[Kristallographie]] in den allgemeinbildenden Schulen oder in der Öffentlichkeitsarbeit, denn sie sind im Unterschied zu Mineralien überall verfügbar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinz H. W. Preuß |Titel=Freihand-Gruppenversuch mit Kandiskristallen |Hrsg=Deutsche Physikalische Gesellschaft |Sammelwerk=Konferenzmaterial der Frühjahrstagung |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=Bochum |Datum=2009 |ISBN= |Seiten=DD 28.1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sorten ==&lt;br /&gt;
=== Fadenkandis ===&lt;br /&gt;
Fadenkandis ist ein traditionsreiches handwerkliches Produkt der Zuckerfabrikation. In Kristallisationsgefäßen (auch heute noch Potten genannt) werden Fäden gespannt, an denen in mehrwöchigen Prozessen die Kandisstangen wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stangenkandis ===&lt;br /&gt;
Das Besondere am Stangenkandis ist, dass zunächst große Kristalle an die in Zuckerlösung gehaltenen Stangen wachsen und erst zum Schluss des Herstellungsprozesses die gewachsenen Kristalle von den Stangen geschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kandissticks ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kandisstick.jpg|mini|Ein Kandisstick]]&lt;br /&gt;
Kandissticks sind ebenfalls das Produkt großer Erfahrung und Handarbeit. Der Kandis kristallisiert hier an Holzstäben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kluntje ===&lt;br /&gt;
Das&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Kluntje Duden: &amp;#039;&amp;#039;Kluntje, das&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt; oder der Kluntje (von niederdeutsch &amp;#039;&amp;#039;klunte&amp;#039;&amp;#039;) nennt man den großen Würfelkandis. Dieser Begriff kommt vorwiegend in [[Ostfriesland]] im Nordwesten Deutschlands vor; der Kluntje dient dem Süßen des dort [[Ostfriesische Teekultur|viel getrunkenen]] [[Ostfriesentee]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krustenkandis ===&lt;br /&gt;
Krustenkandis wird in großen Behältern hergestellt. Das Heranwachsen der großen Zuckerkristalle erfordert Zeit und Ruhe. Nach der Reife werden die Kristalle gebrochen, gemahlen und vor dem Verpacken nach gewünschter Kristallgröße gesiebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krümelkandis (auch Grümmelkandis) ===&lt;br /&gt;
Krümelkandis ist gestoßener brauner oder weißer Kandis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kandisfarin ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kandisfarin.jpg|mini|Kandisfarin]]&lt;br /&gt;
Kandisfarin bezeichnet braunen Zucker mit kleinerer Kristallgröße, der aus dem bei der Kandisherstellung ablaufenden Sirup gekocht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rock candy|Kandis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zucker]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;JakLed</name></author>
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