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	<title>Kamele - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T02:30:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kamele&amp;diff=76029&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ulanwp: 5 fehlende Sprachparameter eingefügt; 2 Datumsparameter konvertiert; 1 Parameter zugriff nach abruf konvertiert</title>
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		<updated>2026-03-29T17:37:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;5 fehlende Sprachparameter eingefügt; 2 Datumsparameter konvertiert; 1 Parameter zugriff nach abruf konvertiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Kamele&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Camelidae&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[John Edward Gray|Gray]], 1821&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Schwielensohler&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Tylopoda&lt;br /&gt;
| Taxon2_LinkName  = nein&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Unterordnung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Paarhufer&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Artiodactyla&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Laurasiatheria&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Überordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Höhere Säugetiere&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Eutheria&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Unterklasse&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Säugetiere&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Mammalia&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Klasse&lt;br /&gt;
| Bild             = Desert (6).jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Dromedar]] (&amp;#039;&amp;#039;Camelus dromedarius&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kamele&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Camelidae) sind eine [[Säugetier]]familie aus der Ordnung der [[Paarhufer]] (Artiodactyla), innerhalb derer sie die einzige [[rezent]]e [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Ordnung (Biologie)|Unterordnung]] der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schwielensohler&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Tylopoda) darstellen. Sie lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Die erste Gruppe bilden die [[Altweltkamele]] (&amp;#039;&amp;#039;Camelus&amp;#039;&amp;#039;) mit dem [[Dromedar]] oder Einhöckrigen Kamel und dem [[Trampeltier]] oder Zweihöckrigen Kamel, auch &amp;#039;&amp;#039;Großkamele&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die zweite Gruppe umfasst die Neuweltkamele (Lamini) mit den Gattungen der [[Lamas (Gattung)|Lamas]] (&amp;#039;&amp;#039;Lama&amp;#039;&amp;#039;) und [[Vikunja]]s (&amp;#039;&amp;#039;Vicugna&amp;#039;&amp;#039;) – die höckerlosen Kleinkamele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Kamele sind Tiere, die durch einen langen, dünnen Hals, einen kleinen Kopf und relativ langgestreckte, schlanke Beine charakterisiert sind. Hinsichtlich der Größe gibt es aber deutliche Unterschiede zwischen den Neuweltkamelen, die ein Gewicht von 35 bis 150 Kilogramm erreichen, und den Altweltkamelen, die zwischen 300 und 700 Kilogramm schwer werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Muybridge Camel Racking.gif|mini|Passgang eines Trampeltiers. Animierte [[Serienfotografie]] von [[Eadweard Muybridge]] (1887)]]&lt;br /&gt;
Namengebend für die Unterordnung („Schwielensohler“) ist der Aufbau der Füße: Im Gegensatz zu den meisten anderen Paarhufern, die mit den hufumkleideten Spitzen der Zehen auftreten, berühren die Kamele mit dem vorletzten und letzten Glied der Zehen den Boden. Sie tragen keine Hufschalen, sondern gebogene Nägel, wodurch aber nur die Vorderkante der Füße geschützt wird. Die Zehen ruhen auf einem elastischen Polster aus Bindegewebe, das eine breite Sohlenfläche bildet. Die jeweils zwei Zehen sind die Mittelstrahlen (dritter und vierter Zeh), die übrigen Zehen sind völlig rückgebildet. Darüber hinaus sind Mittelhand- und Mittelfußknochen zum so genannten Kanonenbein verwachsen und auch die Unterarmknochen sind teilweise zusammengewachsen. Im Gegensatz zu den (meisten) übrigen Paarhufern bewegen sich Kamele im [[Passgang]] fort, das heißt, es wird immer abwechselnd das linke und rechte Beinpaar bewegt. Aus diesem Grund werden sie auch „Wüstenschiffe“ genannt, da sie den Reiter schaukeln.&lt;br /&gt;
[[Datei:Camel skull 1.JPG|mini|Schädel eines Trampeltiers. Das [[Diastema (Zoologie)|Diastema]] im Gebiss ist erkennbar]]&lt;br /&gt;
Der Schädel der Kamele ist flach und langgestreckt, Hörner oder ein Geweih sind nicht vorhanden. Die [[Oberlippe]] ist gespalten, die [[Nüstern]] sind verschließbar. Diese Tiere haben 30 bis 34 Zähne: pro Kieferhälfte ist nur ein oberer [[Schneidezahn]] vorhanden, der eckzahnähnlich entwickelt ist, die insgesamt sechs spachtelförmigen unteren Schneidezähne ragen nach vorne. Zwischen dem [[Eckzahn]] und den [[Backenzahn|Backenzähnen]] klafft eine als [[Diastema (Zoologie)|Diastema]] bezeichnete Lücke. Die [[Zahnformel]] für die Kamele wird mit I 1/3 - C 1/1 - P 1-3/1-2 - M 3/3 = 28 bis 34 angegeben. Es fehlen die beiden inneren oberen Schneidezähne, sie werden wie bei den Wiederkäuern durch eine [[Dentalplatte]] ersetzt, welche aus Bindegewebe besteht und mit [[Epithel]] bedeckt ist. Der jeweils äußere obere Schneidezahn ähnelt einem Eckzahn. Eine Besonderheit findet sich bei den [[Vikunja]]s, deren untere Schneidezähne ständig nachwachsen, was einmalig unter den Paarhufern ist. Bei den Altweltkamelen bestehen je Gebisshälfte oben drei und unten zwei [[Prämolar]]en. Dem gegenüber ist die Anzahl der Vormahlzähne bei den Neuweltkamelen reduziert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrew Niehaus |Titel=Tooth Root Abscess |Sammelwerk=Comparative Veterinary Anatomy |Verlag=Elsevier |Datum=2022 |ISBN=978-0-323-91015-6 |Seiten=1013–1019 |DOI=10.1016/b978-0-323-91015-6.00089-3 |Online=[https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/B9780323910156000893 Online] |Abruf=2023-10-29 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Urania Tierreich, Verlag Harri Deutsch o.&amp;amp;nbsp;J., Bd. Säugetiere S. 385, 388 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;W. L. Franklin: &amp;#039;&amp;#039;Family Camelidae (Camels).&amp;#039;&amp;#039; In: Don E. Wilson und Russell A. Mittermeier (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbook of the Mammals of the World.&amp;#039;&amp;#039; Volume 2: &amp;#039;&amp;#039;Hooved Mammals.&amp;#039;&amp;#039; Lynx Edicions, Barcelona 2011, ISBN 978-84-96553-77-4, S. 206–247&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kamele sind die einzigen Säugetiere, die keine runden, sondern ovale [[Rote Blutkörperchen]] haben.&amp;lt;ref&amp;gt; Urania Tierreich, Verlag Harri Deutsch o.&amp;amp;nbsp;J., Bd. Säugetiere S. 384 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verdauungstrakt ===&lt;br /&gt;
Obwohl die Kamele nicht zur zoologischen Unterordnung der [[Wiederkäuer]] gerechnet werden, kauen Kamele wieder und haben wie diese einen mehrkammerigen [[Magen]], der zur besseren Verdauung der rein pflanzlichen Nahrung dient, sich wohl aber unabhängig vom Magen der Wiederkäuer entwickelt hat ([[konvergente Evolution]], z.&amp;amp;nbsp;B. auch [[Känguru]]s). Sie haben im Gegensatz zu den Wiederkäuern einen dreigliedrigen und keinen viergliedrigen Magen: zwei Vormägen, die im Unterschied zu denen der Wiederkäuer mit [[Drüse]]n ausgestattet sind, und den eigentlichen oder [[Labmagen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen an extreme Lebensräume ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Camel in Mongolia.jpg|mini|Trampeltier (&amp;#039;&amp;#039;Camelus bactrianus&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
Da Kamele vorwiegend trockene Regionen bewohnen, haben sie eine Reihe von Merkmalen entwickelt, mit dem Wasser besser hauszuhalten. Stark verlängerte [[Henlesche Schleife]]n in den [[Niere]]n sorgen für eine hohe Konzentration des [[Urin]]s, auch der [[Kot]] ist im Vergleich zu anderen Säugetieren verdickt. Eine Besonderheit sind die [[Erythrozyt|Roten Blutkörperchen]], die nicht rund, sondern oval sind. Diese Form bewirkt, dass Kamele in kürzester Zeit sehr viel Wasser aufnehmen können (kolportiert werden 200 Liter in 15 Minuten) ohne die Gefahr einer [[Wasserintoxikation]] („Überwässerung“ des Körpers). Bei den Neuweltkamelen bewirkt die ovale Form eine bessere Sauerstoffaffinität, was ihnen ein Überleben in der dünnen Atmosphäre in Höhen über 5000 Metern (Vikunja) ermöglicht. Die Körpertemperatur der Kamele ist variabler als die der meisten anderen Säugetiere und kann um 6 bis 8&amp;amp;nbsp;°C schwanken, was das [[Schweiß|Schwitzen]] deutlich vermindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altweltkamele sind durch die Höcker charakterisiert, die entgegen der landläufigen Meinung nicht als Wasser-, sondern als Fettspeicher fungieren&amp;amp;nbsp;– geschrumpfte Höcker sind also ein Anzeichen für einen schlechten Ernährungszustand. Die Anpassung der Nieren, der Mechanismen zur Regulierung der [[Körpertemperatur]] und die [[Resorption]] von Wasserdampf aus der Atemluft mit Hilfe der [[Nasenschleimhaut|Nasenschleimhäute]] wurde insbesondere von [[Knut Schmidt-Nielsen]] erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Heavy chain and common antibody.svg|mini|Struktur von Schwere-Ketten-Antikörpern der Knorpelfische (IgNAR) und Kamele (hcIgG) im Vergleich zu konventionellen IgG-Antikörpern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Immunsystem ===&lt;br /&gt;
Neuweltkamele, zu denen als Haustierformen auch das [[Lama (Kamel)|Lama]] und das [[Alpaka]] zählen, produzieren in Ergänzung zu den konventionellen [[Immunglobulin G|IgG-Antikörpern]] zusätzlich eine wesentlich einfacher aufgebaute Sorte von speziellen Antikörpern, sogenannte [[Schwere-Ketten-Antikörper]] (hcIgG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID_8502296&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=Hamers-Casterman C. et al. |date=1993 |title=Naturally occurring antibodies devoid of light chains |journal=Nature |volume=363 |issue=6428 |pages=446–448 |pmid=8502296 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese bestehen anstelle von vier aus nur zwei Ketten und sind im Vergleich zu herkömmlichen Antikörpern somit wesentlich kleiner und kompakter und weisen zudem eine größere pH- und Temperaturstabilität auf. Die besonderen Eigenschaften ihrer Antikörper rücken Kamele als Spenderorganismen für Schwere-Ketten-Antikörper in den Fokus der medizinischen Forschung. Ziel ist es hierbei, Antikörper für den therapeutischen Einsatz zu entwickeln. Ein Beispiel für eine erfolgreiche medizinische Anwendung sind kamelide Antikörperfragmente zur Bekämpfung von &amp;#039;&amp;#039;[[Trypanosoma brucei rhodesiense]]&amp;#039;&amp;#039;, Erreger der – ohne Behandlung – tödlich verlaufenden [[Afrikanische Schlafkrankheit|Afrikanischen Schlafkrankheit]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Aktuelle Wochenschau&amp;quot;&amp;gt;{{cite web |url=http://archiv.aktuelle-wochenschau.de/2013/w13/woche13.html |title=Magic bullets - Kamelide Antikörperfragmente als Allzweckwaffe für die menschliche Immunabwehr |publisher=&amp;#039;&amp;#039;Aktuelle Wochenschau&amp;#039;&amp;#039; der [[Gesellschaft Deutscher Chemiker]] (GDCh) |access-date=2015-05-19 |language=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schwere-Ketten-Antikörper konnten in der Natur – außer bei Kameliden – bisher ausschließlich innerhalb der Klasse der [[Knorpelfische]] (Chondrichthyes), genauer bei einigen [[Haie]]n und möglicherweise bei den [[Kurznasenchimären]], gefunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID_12543123&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=Conrath, H. T. et al. |date=2003 |title=Emergence and evolution of functional heavy-chain antibodies in Camelidae |journal=Dev Comp Immunol |volume=27 |issue=2 |pages=87–103 |pmid=12543123 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Lebensraum ==&lt;br /&gt;
Die Altweltkamele stammen ursprünglich vermutlich aus [[Asien]] – das [[Dromedar]] aus dem [[Arabische Halbinsel|Arabischen Raum]] und das [[Trampeltier]] aus [[Zentralasien]] –, sie sind aber als [[Nutztier]]e weit verbreitet worden und finden sich heute beispielsweise auch in [[Nordafrika]] und in [[Kamele in Australien|Australien]] wieder. Ihr Lebensraum sind trockene Steppen, Halbwüsten und Wüsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neuweltkamele kommen zumeist in höhergelegenen Bergregionen im westlichen und südlichen [[Südamerika]] vor, wo sie trockenes, offenes Gelände bewohnen und die Vikunjas bis auf 5700 m Höhe aufsteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lama guanicoe in Parque Nacional Torres del Paine in Patagonia, Chile.jpg|mini|[[Guanako]]s leben wie alle Kamele meist in Gruppen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialverhalten und Ernährung ===&lt;br /&gt;
Kamele sind tagaktiv und leben in freier Wildbahn zumeist in Haremsgruppen, die aus einem Hengst (Männchen), mehreren Stuten (Weibchen) und dem gemeinsamen Nachwuchs (Fohlen) bestehen. Heranwachsende Männchen, die aus ihrer Geburtsgruppe vertrieben wurden, bilden oft Junggesellengruppen. Um die Führerschaft in einer Haremsgruppe kann es zu erbitterten Kämpfen zwischen zwei Männchen kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kamele sind Pflanzenfresser, die sich hauptsächlich von Gräsern ernähren. Insbesondere Altweltkamele sind dafür bekannt, auch dornige oder salzhaltige Pflanzen zu sich nehmen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Nach einer Tragzeit von 360 bis 440 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Fohlen zur Welt. Dieses ist [[Nestflüchter]] und kann innerhalb kürzester Zeit selbständig gehen. Nach rund einem Jahr wird es entwöhnt, nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Altweltkamele können 40 bis 50 Jahre alt werden, für Neuweltkamele ist ein Alter von bis zu 28 Jahren belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik und Entwicklungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
=== Externe Systematik und Entwicklungsgeschichte ===&lt;br /&gt;
Die Kamele werden zusammen mit den [[Wiederkäuer]]n (Ruminantia) und den [[Schweineartige]]n (Suina) zur Ordnung der [[Paarhufer]] (Artiodactyla) zusammengefasst. (Nach [[Kladistik|kladistischen]] Gesichtspunkten müssen auch die [[Wale]] zu dieser Gruppe gerechnet werden.) Die Kamele wurden früher als nahe Verwandte der Wiederkäuer betrachtet, molekulargenetische Untersuchungen stellen sie eher an die Basis der [[Cetartiodactyla]] (des gemeinsamen Taxons aus Paarhufern und Walen). Das kommt in folgendem Stammbaum zum Ausdruck:&lt;br /&gt;
{{Klade&lt;br /&gt;
|label1=Cetartiodactyla (Paarhufer und Wale)&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|1={{Klade&lt;br /&gt;
 |label1=&amp;amp;nbsp;N.N.&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
 |1={{Klade&lt;br /&gt;
 |1=&amp;amp;nbsp;[[Schweineartige]] (Suina, Echte Schweine und Nabelschweine)&lt;br /&gt;
 |label2=&amp;amp;nbsp;Cetruminantia&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
 |2={{Klade&lt;br /&gt;
 |1=&amp;amp;nbsp;[[Wiederkäuer]] (Ruminantia)&lt;br /&gt;
 |label2=&amp;amp;nbsp;Cetancodonta/Whippomorpha&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
 |2={{Klade&lt;br /&gt;
 |1=&amp;amp;nbsp;[[Wale]] (Cetacea)&lt;br /&gt;
 |2=&amp;amp;nbsp;[[Flusspferde]] (Hippopotamidae)&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
 |2=&amp;amp;nbsp;Schwielensohler (Tylopoda, heute nur durch die Kamele vertreten)&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:FeineFauna Kamele Farbe.jpg|mini|Evolutive Ausbreitung der Kamele von ihrem vermuteten Ursprungsgebiet in Nordamerika bis zu den Verbreitungsgebieten der heutigen Arten]]&lt;br /&gt;
Stammesgeschichtlich sind die ersten Schwielensohler im [[Eozän]] (etwa vor 40 bis 50 Millionen Jahren) in [[Nordamerika]] aufgetreten und waren zunächst auf diesen Kontinent beschränkt. Häufig werden die [[Merycoidodontidae]] mit den Schwielensohlern in Verbindung gebracht. Diese eher [[Echte Schweine|schweinartigen]] Tiere sind mit ihrer Typusform &amp;#039;&amp;#039;[[Merycoidodon]]&amp;#039;&amp;#039; in großer Anzahl aus den [[White River Badlands]] im Mittleren Westen der [[USA]] belegt. Die Gruppe bestand hauptsächlich im Eozän und im [[Oligozän]]. Räumlich und zeitlich einher gehen die [[Protoceratidae]], welche durch ein oder zwei Hornpaare auf den Schädeln männlicher Tiere charakterisiert sind. Die ersten Vertreter der Kamele selbst sind ebenfalls im Eozän Nordamerikas nachweisbar. Einen der stammesgeschichtlich ältesten Angehörigen bildet &amp;#039;&amp;#039;[[Poebrodon]]&amp;#039;&amp;#039;, das anhand eines Oberkiefers aus dem [[Uinta-Becken]] im US-Bundesstaat [[Utah]] erstbeschrieben wurde. Die Form datiert in das Mittlere Eozän.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gazin 1955&amp;quot;/&amp;gt; Etwas jünger ist &amp;#039;&amp;#039;[[Poebrotherium]]&amp;#039;&amp;#039;, wiederum nachgewiesen in den White River Badlands. Das kleine Tier ähnelte äußerlich eher heutigen [[Gazelle]]n, was neben den Körperform auch durch die schmalen Hufe hervorgerufen wurden, an denen offensichtlich noch nicht das typische Fußpolster der heutigen Kamele bestand. Allerdings war entsprechend den rezenten Arten die Schnauze bereits recht deutlich ausgezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Prothero 1996&amp;quot;/&amp;gt; Letzteres Merkmal wurde durch &amp;#039;&amp;#039;[[Floridatragulus]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem [[Miozän]] des südöstlichen Nordamerikas noch extrem verstärkt. Dessen Schnauze wirkte durch ihre langgestreckt-schmale Form fast „krokodil“-artig. Abweichend von den heutigen Kamelen lebte &amp;#039;&amp;#039;Floridatragulus&amp;#039;&amp;#039; in feucht-warmen Landschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Prothero et al. 2023&amp;quot;/&amp;gt; Aus dem Obermiozän Nordamerikas ist dagegen die Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Aepycamelus]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Dabei kam ein Vertreter der Kamele im mittleren [[Pliozän]] vor rund 3,5 Millionen Jahren auch im zu dieser Zeit bewaldeten hohen Norden Amerikas vor, wie Funde von der [[Ellesmere-Insel]] zeigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rybczynski et al. 2013&amp;quot; /&amp;gt; Über die zeitweise trockene [[Beringstraße]] beziehungsweise den [[Isthmus von Panama]] sind sie nach [[Asien]] beziehungsweise [[Südamerika]] eingewandert. In Nordamerika sind sie erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit ausgestorben, die Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Camelops]]&amp;#039;&amp;#039; überlebte bis vor etwa 10.000 Jahren. Ob dieses Aussterben auf klimatische Veränderungen oder die Bejagung durch die eingewanderten Menschen ([[Overkill-Hypothese]]) zurückzuführen ist, ist umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innere Systematik ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lama glama Laguna Colorada 2.jpg|mini|[[Lama (Kamel)|Lama]] (&amp;#039;&amp;#039;L. glama&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Vicugna vicugna 1 AB.jpg|mini|[[Vikunja]]s sind die kleinsten lebenden Kamele]]&lt;br /&gt;
Heute werden zwei Tribus mit zusammen drei Gattungen und vier bis sechs Arten unterschieden:&lt;br /&gt;
* Tribus Camelini&lt;br /&gt;
:* Gattung [[Altweltkamele]] (&amp;#039;&amp;#039;Camelus&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
::* [[Dromedar]] oder Einhöckriges Kamel (&amp;#039;&amp;#039;C. dromedarius&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
::* [[Trampeltier]] oder Zweihöckriges Kamel (&amp;#039;&amp;#039;C. bactrianus&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Tribus Lamini Syn.: Aucheniini (Neuweltkamele)&lt;br /&gt;
:* Gattung [[Lamas (Gattung)|Lamas]] (&amp;#039;&amp;#039;Lama&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
::* [[Guanako]] (&amp;#039;&amp;#039;L. guanicoe&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
::* [[Lama (Kamel)|Lama]] (&amp;#039;&amp;#039;L. glama&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
:* Gattung Vikunjas (&amp;#039;&amp;#039;Vicugna&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
::* [[Vikunja]] (&amp;#039;&amp;#039;V. vicugna&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
::* [[Alpaka]] (&amp;#039;&amp;#039;V. pacos&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle rezenten Kamele gehören zur Unterfamilie Camelinae. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tribus der Neuweltkamele hat keine Höcker. In ihr ist die Einteilung in zwei Gattungen mit vier Arten (die wildlebenden Guanakos und Vikunjas sowie die daraus domestizierten Lamas und Alpakas) umstritten, da es auch durch Kreuzungen fließende Übergänge gibt. Diese vier Arten werden manchmal zu einer einzigen Gattung (&amp;#039;&amp;#039;Lama&amp;#039;&amp;#039;) zusammengefasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Groves et al. 2011&amp;quot;&amp;gt;Colin Groves und Peter Grubb: &amp;#039;&amp;#039;Ungulate Taxonomy.&amp;#039;&amp;#039; Johns Hopkins University Press, 2011, S. 1–317 (S. 29–32)&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 2001 wurde durch DNA-Untersuchungen bestätigt, dass das Alpaka vom Vikunja abstammt, so dass der früher genutzte wissenschaftliche Name &amp;#039;&amp;#039;Lama pacos&amp;#039;&amp;#039; durch &amp;#039;&amp;#039;Vicugna pacos&amp;#039;&amp;#039; ersetzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Miranda Kadwell, Matilde Fernandez, Helen F. Stanley, Ricardo Baldi, Jane C. Wheeler, Raul Rosadio und Michael W. Bruford: &amp;#039;&amp;#039;Genetic analysis reveals the wild ancestors of the llama and the alpaca.&amp;#039;&amp;#039; Proceedings of the Royal Society B 268, 2001, S. 2575–2584&amp;lt;/ref&amp;gt; Teilweise gilt die nördliche Unterart des Vikunja auch als eigenständige Art und wird dann unter &amp;#039;&amp;#039;Vicunja mensalis&amp;#039;&amp;#039; geführt (alternativ &amp;#039;&amp;#039;Lama mensalis&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Groves et al. 2011&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei den Altweltkamelen gibt es Meinungsunterschiede: Das Trampeltier wird manchmal in zwei Arten, die domestizierte (&amp;#039;&amp;#039;Camelus bactrianus&amp;#039;&amp;#039;) und die freilebende Form (&amp;#039;&amp;#039;C. ferus&amp;#039;&amp;#039;) aufgeteilt, manchmal wird auch das Dromedar mit dem Trampeltier als konspezifisch betrachtet. Die Gattung &amp;#039;&amp;#039;Camelus&amp;#039;&amp;#039; ist die einzige rezente Gattung aus der Tribus Camelini, fossile Gattungen stellen unter anderem &amp;#039;&amp;#039;[[Camelops]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heintzman et al. 2015&amp;quot;&amp;gt;Peter D. Heintzman, Grant D. Zazula, James A. Cahill, Alberto V. Reyes, Ross D. E. MacPhee und Beth Shapiroa: [https://pgl.soe.ucsc.edu/camels_advanceAccess.pdf &amp;#039;&amp;#039;Genomic data from extinct North American Camelops revise camel evolutionary history.&amp;#039;&amp;#039;] Molecular Biology and Evolution. Bd.&amp;amp;nbsp;32, Nr.&amp;amp;nbsp;9, 2015, S. 2433–2440, {{DOI|10.1093/molbev/msv128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;#039;&amp;#039;[[Aepycamelus]]&amp;#039;&amp;#039; dar, wobei letztere auch manchmal einer eigenen Unterfamilie Aepycamelinae zugeordnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kamel-Hybriden ===&lt;br /&gt;
[[Hybride|Hybridbildungen]] kommen sowohl bei Altwelt- als auch bei Neuweltkamelen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dromedare und Trampeltiere sind untereinander kreuzbar, die [[Altweltkamele#Hybride|Hybride]] sind fortpflanzungsfähig und werden &amp;#039;&amp;#039;Tulus&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Bukhts&amp;#039;&amp;#039; genannt. Sie haben entweder einen einzelnen, lang gezogenen oder einen größeren und einen kleineren Höcker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Neuweltkamelarten sind untereinander kreuzbar und bringen fruchtbare Nachkommen zur Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Insemination]] sind auch Hybride zwischen Lamas und Altweltkamelen gezüchtet worden. Die so entstandene Hybride wurde von den verantwortlichen Wissenschaftlern „Cama“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kamele und Menschen ==&lt;br /&gt;
=== Etymologie und Bezeichnungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Painter_of_the_Würzburg_Camel_-_ARV_1219_1_-_oriental_riding_camel_-_draped_youth_-_Würzburg_MvWM_H_4803_-_01.jpg|mini|Perser auf Kamel. Griechischer Behälter, Athen, um 440 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Kamel&amp;#039;&amp;#039; stammt über [[latein]]ische und [[Griechische Sprache|griechische]] Vermittlung aus [[Semitische Sprachen|semitischen Sprachen]]. Mit &amp;#039;&amp;#039;dschamal&amp;#039;&amp;#039; ([[DIN 31635|DMG]] &amp;#039;&amp;#039;ǧamal&amp;#039;&amp;#039;) ist im [[Arabische Sprache|Arabischen]] speziell das Lastkamel gemeint, während das Reitkamel &amp;#039;&amp;#039;dhalūl&amp;#039;&amp;#039; (DMG &amp;#039;&amp;#039;ḏalūl&amp;#039;&amp;#039;) genannt wird. &amp;#039;&amp;#039;Ǧamal&amp;#039;&amp;#039; geht auf Neuassyrisch &amp;#039;&amp;#039;gammalu&amp;#039;&amp;#039; zurück und ist in der frühesten Form in [[Keilschrift]] als [[Akkadische Sprache|Akkadisch]] &amp;lt;sup&amp;gt;ANŠE&amp;lt;/sup&amp;gt;GAM.MAL auf einer [[Tontafel]] überliefert, die in die Zeit von ʿAmmī-itaqumma (um 1795–1750&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfram Nagel]], [[Eva Strommenger]]: &amp;#039;&amp;#039;Alalaḫ und Siegelkunst.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Cuneiform Studies,&amp;#039;&amp;#039; Bd. 12, Nr. 4, 1958, S. 109–123&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Alalach]] datiert wird. ANŠE ist das [[Determinativ]] für „Esel“, bezeichnet als die Kategorie „Lasttier“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Vogel (Musikwissenschaftler)|Martin Vogel]]: &amp;#039;&amp;#039;Onos Lyras. Der Esel mit der Leier.&amp;#039;&amp;#039; (Band 13 der Orpheus-Schriftenreihe zu Grundfragen der Musik) Verlag der Gesellschaft zur Förderung der systematischen Musikwissenschaft, Düsseldorf 1973, S. 400&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wortformen mit anlautendem &amp;#039;&amp;#039;k-&amp;#039;&amp;#039; in frühen Stufen [[Kaukasische Sprachen#Die nordostkaukasischen oder nachisch-dagestanischen Sprachen|ostkaukasischer Sprachen]] und andere linguistische Befunde lassen es möglich erscheinen, dass das Wort von dort stammt. Mit der Domestizierung der zweihöckrigen [[Trampeltier|Baktrischen Kamele]] ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. im heutigen [[Turkmenistan]] und ihrer Verbreitung in der [[Eurasische Steppe|Eurasischen Steppe]] wäre das Wort bereits damals aus einer kaukasischen Sprache in das vor-[[Indogermanische Sprachen|indoeuropäsche]] [[Substrat (Linguistik)|Substrat]] Osteuropas und in die semitischen Sprachen des Nahen Ostens entlehnt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Schrijver: &amp;#039;&amp;#039;East Caucasian perspectives on the origin of the word ‚camel‘ and some notes on European substrate lexemes.&amp;#039;&amp;#039; In: Guus Kroonen (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Sub-Indo-European Europe. Problems, Methods, Results.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter Mouton, Berlin/Boston 2024, S. 379–404, ISBN 978-3-11-133705-0, [https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783111337920/html online], abgerufen am 8. Oktober 2024&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In germanischen Sprachen hieß das Tier nach dem [[Deutsches Wörterbuch|Deutschen Wörterbuch]] der [[Brüder Grimm]] [[Gotische Sprache|gotisch]] &amp;#039;&amp;#039;ulbandus&amp;#039;&amp;#039;, [[althochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;olpentâ&amp;#039;&amp;#039;, [[mittelhochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;olbente&amp;#039;&amp;#039;, etymologisch [[Kognat|verwandt]] mit ‚Elefant‘. Der neue Name wurde durch die [[Kreuzzüge]] aus der [[Levante]] mitgebracht: „Der olbenten, daz walhe heizent camelum“ (… „welche Kamele heißen“, 12. Jahrhundert).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Deutsches Wörterbuch,&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1873, Band 11 Sp. 95. – [[Eberhard Gottlieb Graff]]: &amp;#039;&amp;#039;Diustiska. Denkmäler deutscher Sprache und Literatur,&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart und Tübingen 1829, Band 3, S. 37&amp;lt;/ref&amp;gt; Über mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;kembel&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;kemmel&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;kémel&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;kamel&amp;#039;&amp;#039; mit Betonungswechsel auf die zweite Silbe nach dem lateinischen Vorbild &amp;#039;&amp;#039;camēlus&amp;#039;&amp;#039; im 16. Jahrhundert.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 25. Auflage 2011, S. 466. – Wolfgang Pfeifer: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, 4. Auflage München 1999, S. 611 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entdeckung der amerikanischen Kamele wurden zusätzliche Bezeichnungen nötig. Seither werden „[[Altweltkamele]]“ (die der [[Alte Welt|Alten Welt]]) und „[[#Innere Systematik|Neuweltkamele]]“ unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Domestikation ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Heubach dromedary.jpg|mini|Lagernde Dromedare, Gemälde von [[Walter Heubach]], um 1900]]&lt;br /&gt;
Sowohl Altwelt- als auch Neuweltkamele waren bereits im letzten vorchristlichen Jahrtausend [[Domestikation|domestiziert]]. Sie wurden vorrangig als Last- und Zugtiere, daneben aber auch als [[Wolle|Woll]]-, [[Kamelmilch|Milch-]] und [[Fleisch]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;lieferanten ([[Kamelfleisch]]) verwendet und werden vielfach bis heute zu diesen Zwecken gehalten. Durch die Domestikation wurde Handel in manchen Teilen der Welt, beispielsweise der [[Arabische Halbinsel|arabischen Halbinsel]], erst möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrew J. Danielson: &amp;#039;&amp;#039;Trade, Kingdom, and Empire: Edom and the South Arabian Trade.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Ancient Near Eastern History.&amp;#039;&amp;#039; Band 10 (1), 2023, S. 139–175, [[doi:10.1515/janeh-2022-0007]]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die militärische Nutzung von Kamelen ist zumindest seit dem 9. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. belegt. Seitdem werden die Tiere bis heute für diesen Zweck eingesetzt (siehe [[Kamelreiter]]). Durch britische und US-amerikanische Streitkräfte wurden Kamele auch in der [[Neuzeit]], beispielsweise im Zuge des &amp;#039;&amp;#039;[[U.S. Camel Corps]]&amp;#039;&amp;#039;, des &amp;#039;&amp;#039;Camel Coros&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;[[Gordon Relief Expedition]]&amp;#039;&amp;#039;  und der &amp;#039;&amp;#039;[[Imperial Camel Corps Brigade]]&amp;#039;&amp;#039;, eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lama (Kamel)|Lama]] und [[Alpaka]] sind Zuchtformen, die aus dem [[Guanako]] und möglicherweise dem [[Vikunja]] entstanden. Das [[Dromedar]] existiert nur mehr als domestizierte Art – die Wildform ist vermutlich seit 2000 Jahren erloschen. Vom freilebenden [[Trampeltier]] gibt es nur noch Restbestände in [[China]] und der [[Mongolei]]. Mit der Zucht befasst sich das [[Camel Reproduction Centre Dubai]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kamele in der Kultur ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Salt_transport_by_a_camel_train_on_Lake_Assale_(Karum)_in_Ethiopia.jpg|mini|Salzkarawane mit Dromedaren, [[Karumsee]] in [[Äthiopien]]]]&lt;br /&gt;
Als wichtige Last- und Nutztiere spielen Kamele auch in der Kultur eine bedeutende Rolle. Kamelhirn wurde früher in der Heilkunde verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Beßler]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&amp;#039;&amp;#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 170.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im allgemeinen Sprachgebrauch sind mit „Kamelen“ oft nur die Altweltkamele gemeint, darum werden die kulturellen Bezüge unter [[Altweltkamele#Altweltkamele in der Kultur|Altweltkamele in der Kultur]] behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Internationales Jahr der Kamele ===&lt;br /&gt;
Im Oktober 2017 riefen die [[Vereinte Nationen|Vereinten Nationen]] das Jahr 2024 zum &amp;#039;&amp;#039;[[Internationales Jahr|Internationalen Jahr der Kamele]]&amp;#039;&amp;#039; aus, um auf die ökologische und ökonomische Bedeutung der Kamele für die Bevölkerung in unterentwickelten Teilen der Welt aufmerksam zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=https://www.fao.org/camelids-2024/en |title=International Year of Camelids (IYC) 2024 |website=[[Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] |language=en |access-date=2024-06-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=A/C.2/72/L.29 |titel=International Year of Camelids 2024 |abruf=2018-02-22 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Weltmuseum Wien]] eröffnete im Februar 2024 die elfmonatige Ausstellung „Auf dem Rücken der Kamele“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Bernhard Grzimek]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Grzimeks Tierleben]]. Enzyklopädie des Tierreichs.&amp;#039;&amp;#039; Band 13, &amp;#039;&amp;#039;Säugetiere&amp;#039;&amp;#039; Bechtermünz, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-1603-1.&lt;br /&gt;
* [[Don E. Wilson]], [[DeeAnn M. Reeder]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4, S. 745–752.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--BITTE HIER NUR ZOOLOGISCHE (!) LINKS - Bitte keinen Verweis auf KAMELOPEDIA --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Camelidae|Kamele (Camelidae)}}&lt;br /&gt;
{{Wikispecies|Camelidae|Kamele}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Kamel}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4224584-9}}&lt;br /&gt;
* [[Georg Misch (Filmemacher)|Georg Misch]]: [https://www.3sat.de/dokumentation/reise/wuestenschiffe-von-kamelen-und-menschen-102.html &amp;#039;&amp;#039;Wüstenschiffe: Von Kamelen und Menschen&amp;#039;&amp;#039;] (Dokumentarfilm, Österreich 2012, 50 min) In: [[3sat]]-[https://www.3sat.de Online] (Verfügbar bis: 15. März 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rybczynski et al. 2013&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;gt;Natalia Rybczynski, John C. Gosse, C. Richard Harington, Roy A. Wogelius, Alan J. Hidy und Mike Buckley: &amp;#039;&amp;#039;Mid-Pliocene warm-period deposits in the High Arctic yield insight into camel evolution.&amp;#039;&amp;#039; Nature Communications 2013, S. 1–9 ([https://www.nature.com/ncomms/journal/v4/n3/full/ncomms2516.html online])&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gazin 1955&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
C. Lewis Gazin: &amp;#039;&amp;#039;A review of the upper Eocene Artiodactyla of North America.&amp;#039;&amp;#039; Smithsonian Miscellaneous Collections 128 (8), 1955, S. 1–96&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Prothero 1996&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Donald R. Prothero]]: &amp;#039;&amp;#039;Camelidae.&amp;#039;&amp;#039; In: Donald R. Prothero und Robert J. Emry (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The terrestrial Eocene-Oligocene transition in North America.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, New York, 1996, S. 609–651&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Prothero et al. 2023&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Donald R. Prothero, Brian Beatty und Katherine Marriott: &amp;#039;&amp;#039;Systematics of the long-nosed Floridatraguline camels (Artiodactyla: Camelidae).&amp;#039;&amp;#039; New Mexico Museum of Natural History and Science Bulletin 94, 2023, S. 533–545&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4224584-9|LCCN=sh85019112|NDL=00569261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Paarhufer]]&lt;/div&gt;</summary>
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