<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kalscheuren</id>
	<title>Kalscheuren - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kalscheuren"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kalscheuren&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-21T05:36:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kalscheuren&amp;diff=777584&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DerMaxdorfer: Verweis auf den Artikel Römer in Hürth ergänzt; Typographie; Kleinigkeiten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kalscheuren&amp;diff=777584&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-18T12:32:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Verweis auf den Artikel &lt;a href=&quot;/index.php?title=R%C3%B6mer_in_H%C3%BCrth&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Römer in Hürth (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Römer in Hürth&lt;/a&gt; ergänzt; Typographie; Kleinigkeiten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Huerth-Kalscheuren-DB-Bahnhof-002.JPG|mini|DB-Bahnhof Hürth-Kalscheuren]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kalscheuren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist seit 1978 ein Ortsteil der Stadt [[Hürth]] im [[Rhein-Erft-Kreis]] bei [[Köln]]. Der Ort war über Jahrhunderte Teil der Gemeinde [[Kendenich]] und wurde 1930 im Zuge des Zusammenschlusses der sechs Landgemeinden [[Berrenrath]], [[Fischenich]], [[Gleuel]] (mit [[Sielsdorf]] und [[Alstädten-Burbach|Burbach]]), [[Hermülheim]], [[Alt-Hürth]] (mit [[Alstädten-Burbach|Alstädten]] und [[Knapsack (Hürth)|Knapsack]]) und zusammen mit Kendenich Teil der „Großgemeinde“ Hürth.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.huerth.de/stadtpolitik/kurzfassung_4923.php&amp;lt;/ref&amp;gt; Kalscheuren hat 1.058 Einwohner&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.huerth.de/vv/produkte/rathaus/dezernat3/rechtsamt_ewo/einwohnerstatistik.php |titel=Einwohnerstatistik |sprache=de |abruf=2022-07-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Stand: 31. August 2022). Der Ort ist heute ein bedeutender Medienstandort und wurde zu einem großflächigen [[Industriegebiet|Industrie-]] und [[Gewerbegebiet]] für Hürth und die [[Rheinland|Region]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortslage ==&lt;br /&gt;
Kalscheuren liegt in der Ebene der [[Kölner Bucht]], am südöstlichen Rand der Stadt Hürth und grenzt dort an das [[Gewerbegebiet]] [[Efferen]] sowie mit [[Höningen (Köln-Rondorf)|Höningen]] an einen der Außenbezirke Kölns. Nach Westen reicht die Bebauung des Ortes fast an den Nord-Süd-Verlauf der Bonnstraße heran, eine Kreisstraße, die aus dem ehemaligen Wirtschaftsweg der römischen [[Eifelwasserleitung]] am Osthang der [[Ville (Rheinland)|Ville]] hervorging. Sie verbindet die westlichen Nachbarorte [[Fischenich]], [[Kendenich]] sowie den sich nordwestlich von Kalscheuren anschließenden Ort Hermülheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neu ausgewiesene westliche Gewerbegebiet zwischen Ursula-, Hans-Böckler- und Winterstraße ist im Nordwesten nur noch durch einen schmalen, mittlerweile gerodeten Landstreifen, von der „Blumensiedlung“ Hermülheims getrennt. Auf diesem Streifen entstand ein Teilabschnitt der beschlossenen Umgehungsstraße „B265n“. Sie ist die ca. 5,5&amp;amp;nbsp;km lange Umgehungsstraße zur Entlastung des Verkehrs auf der Luxemburger Straße des Ortsteils Hermülheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Frühzeit ===&lt;br /&gt;
Früheste Siedlungsspuren im Raum Kalscheuren sind [[Artefakt (Archäologie)|Artefakte]] der späten [[Eisenzeit]], die im nahen Umfeld des heutigen Ortes festgestellt und geborgen wurden. So am angrenzenden südlichem Rand von Efferen ([[Kiesgrube Efferen|Kiesgrubengelände]] am Ende der [[Rondorf]]er Straße) und seitlich, im nordwestlich gelegenen Nachbarort Hermülheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spuren der Römer ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Römer in Hürth}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Stadt Hürth, Aufdeckung des Römerkanals unterhalb der Bonnstraße (f).jpg|mini|Im Herbst 2016 freigelegtes Teilstück unterhalb der Bonnstraße]]&lt;br /&gt;
Etwa ein bis zwei Jahrzehnte vor dem Bau der [[Eifelwasserleitung]], die parallel unterhalb der heutigen Bonnstraße zwischen Fischenich und Hermülheim verlief (oberhalb und westlich des heutigen Ortes Kalscheuren), erbauten die [[Römisches Reich|Römer]] erste [[Villa rustica|Villen]] im Umland ihrer [[Germania inferior|niedergermanischen]] Provinzhauptstadt. Die Gebäude und Landbesitz dieser von Veteranen bewirtschafteten Gutshöfe unterschieden sich durch den zuvor eingenommenen Rang der Veteranen. So kann nach heutigem Erkenntnisstand zwischen den Villen eines Offiziers und denen eines einfachen Soldaten einer [[Römische Legion|Römischen Legion]] unterschieden werden. Die Bauwerke dieser Gutshöfe waren teilweise in Holz, oder aber in massiver Steinbauweise errichtet worden, neben denen in einiger Entfernung ein kleiner Friedhof eingerichtet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Schmitz, &amp;#039;&amp;#039;Stadt und Imperium. Köln in römischer Zeit&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Der Umfang der Veteranengüter &amp;#039;&amp;#039;.S. 139 ff&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Grabplätze, deren Gräber und Beigaben erwiesen sich häufig, aber nicht immer, als sehr aufschlussreich. So brachte der Aushub einer Grube im Bereich des [[Gräberfeld]]es Hermülheim Reste von Ziegeln und Fragmente von rotbemaltem Wandputz zu Tage, jedoch fand sich bisher keine Spur des zugehörigen Wohnhauses.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymund Gottschalk: &amp;#039;&amp;#039;Römer und Franken in Hürth&amp;#039;&amp;#039;, S. 49&amp;lt;/ref&amp;gt; So geben auch die bisherigen, zufällig durch Baumaßnahmen entdeckten Grabfunde in Kalscheuren, ohne gezielte Grabungskampagnen durchzuführen, wenig Aufschluss zur antiken Vergangenheit des Ortes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Funde ====&lt;br /&gt;
* Im Dezember des Jahres 1874 stieß man während des Baus der Eisenbahntrasse [[Bahnstrecke Hürth-Kalscheuren–Ehrang|Kalscheuren – Trier]] „im Bereich des Weges Hermülheim – Meschenich“ auf eine Grabgruppe. Man barg einen [[Sarkophag|Steinsarg]], einen [[Bleisarg]], zwei würfelförmige, sogenannte [[Aschenkiste]]n ([[Feuerbestattung|Brandbestattung]]), einen Aschekrug, mehrere [[Unguentarium|Tränenfläschchen]], einen [[Obolus]] sowie Schlüssel und Ringe. Hierzu merkte Rosellen an:&lt;br /&gt;
{{Zitat |Text=Da das Ausschachten des Bodens alsbald eingestellt wurde, so läßt sich vermuthen, daß ein weiteres Nachgraben noch bedeutende Erfolge haben dürfte. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Wilhelm Rosellen: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl&amp;#039;&amp;#039;, S. 205, Anmerkung 4&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
* So, wie der überkommene mittelalterliche Kalscheurer Hof östlich des [[Bahnhof Hürth-Kalscheuren|Bahnhofes]] liegt, so heißt es zu einem Fund des Jahres 1902, es sei östlich des Bahnhofs Kalscheuren, auf ehemaligem Gebiet der Armenverwaltung, ein Bleisarg freigelegt worden, bei dem es sich ein Frauengrab aus römischer Zeit handele.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymund Gottschalk: &amp;#039;&amp;#039;Römer und Franken in Hürth&amp;#039;&amp;#039;, S. 100 f und S. 200 Nr. 57&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Noch ungeklärt sind für die Forschung, welche Bedeutung den Standspuren eines 1999 in Kalscheuren entdecktes Pfostenhauses haben könnte. Die bei der Verlegung einer Gastrasse aufgedeckten Abdrücke eines Holzpfostenbauwerks, hatten Abmessungen, wie sie bei großen römischen Wirtschaftsgebäuden damaliger Gutshöfe festgestellt werden konnten. Das östlich des heutigen Ortszentrums gelegene Bauwerk hatte eine Breite von etwas über 15&amp;amp;nbsp;m und wies drei Pfostenreihen auf. Da die Gruben der Pfosten einen Durchmesser von 1&amp;amp;nbsp;m hatten, wird angenommen, dass massive Balken oder Baumstämme eingesetzt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymund Gottschalk: &amp;#039;&amp;#039;Römer und Franken in Hürth&amp;#039;&amp;#039;, S. 50 f&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie bei dem oben angeführten Gräberfund, fehlt nach Gottschalk auch hier ein Nachweis zum Haupthaus, da bisher keine Umfeldgrabungen durchgeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spuren fränkischer Besiedelung ===&lt;br /&gt;
Hürther Ortschaften haben auch einige Funde aus [[Franken (Volk)|fränkischer]] Zeit aufzuweisen. Zu diesen (und zu römischen) führt das [[LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland]] in seinem Ortsarchiv (inkl. Archiv Nr.) eine Nachweisliste auch für die Hürther Funde. Angeführt werden in dieser eine Fliehburg „Auf der Kranzmaar“ nahe der Luxemburger Straße bei Knapsack, fränkische Gräber in Kendenich, Ortshofstraße (1025/007), fränkische Einzelfunde in Hermülheim, Kölnstraße / Am Alten Bahnhof (1076/017), fränkische Gräber in Efferen, Bachstraße (1127/000) das fränkische Gräberfeld Frankenhof (1127/010) und ein fränkisches Plattengrab in Fischenich, Burggartenstraße (Fundvorlage HH9, 1966, 18–20).&amp;lt;ref&amp;gt;Raymund Gottschalk: &amp;#039;&amp;#039;Römer und Franken in Hürth&amp;#039;&amp;#039;, S. 199 f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese in den Nachbarorten mehrfach entdeckten frühmittelalterlichen Gräber waren auch aufgrund ihrer Beigaben (Schmuck und Dinge des Alltags) – Gottschalk nennt die Gräber ein Fenster in die Vergangenheit – als Siedlungsspuren fränkischer Zeit einzuordnen. In Kalscheuren wurde bereits im 19. Jahrhundert der Fund einer kostbaren, aus [[Almandin]] und Goldblech gestalteten [[Fibel (Schließe)|Fibel]] gemacht, die in das 6. Jahrhundert datiert wurde. Allerdings sind weder der Fundzusammenhang, noch eine präzisere Fundplatzangabe überliefert. Nach Vergleichen mit anderen fränkischen Funden dieser Art, soll die Fibel mit Sicherheit aus einem Grab stammen, dessen reiche Beigabe auf den Bestattungsort einer Adeligen jener Zeit schließen ließ. Daher hofft man, dass irgendwo im Ort oder seinem nahen Umfeld ein frühmittelalterlicher Friedhof sein könnte, der eines Tages entdeckt und freigelegt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Goldene Almandinscheibenfibel aus Kalscheuren ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Goldgefasster Granatschmuck aus dem 6. Jh. n. Chr., Hürth-Kalscheuren.jpg|mini|Filigranscheibenfibel FO. Hürth-Kalscheuren im 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Die Fibel aus der [[Merowinger]]zeit (2. Hälfte des 6. Jahrhunderts) wurde ursprünglich aus 111 geschliffenen Granateinlagen gefertigt, die passgenau in die von Goldstegen durchzogene Scheibe eingesetzt worden waren. Die vergleichsweise recht genaue Datierung erklärt sich aus weiteren Funden dieser Gewandnadeln, die als Modeerscheinung um 565 n. Chr. auftraten und bis etwa 580/590 modern blieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gottschalk&amp;quot;&amp;gt;Gottschalk in: Raymund Gottschalk: &amp;#039;&amp;#039;Römer und Franken in Hürth&amp;#039;&amp;#039;, S. 169&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für die Damen der fränkischen [[Soziale Schicht|Oberschicht]] gefertigten Schmuckstücke konnten beispielsweise auch aus dem im Jahr 1959 in der [[Kathedrale von Saint-Denis]] entdeckten Grab der Königin [[Arnegunde]] (auch Aregunde), Ehefrau des Königs [[Chlothar I.]], in [[Saint-Denis (Seine-Saint-Denis)|Saint-Denis]] geborgen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Uelsberg: &amp;#039;&amp;#039;Eva’s Beauty Case. Schmuck und Styling im Spiegel der Zeiten&amp;#039;&amp;#039;, S. 97&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast zeitgleich zu Saint Denis – in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts – barg man eine hochwertige Fibel und weiteren kostbaren Schmuck im Frauengrab Nr. 54 des Gräberfeldes Frankenhof im benachbarten Efferen. Auch dort war die auffälligste Grabbeigabe eine runde Gewandschließe, die allerdings einen Durchmesser von 5&amp;amp;nbsp;cm hatte. (derartige Schmuckstücke werden heute auch als Filigranscheibenfibel bezeichnet)&amp;lt;ref&amp;gt;Raymund Gottschalk: &amp;#039;&amp;#039;Römer und Franken in Hürth&amp;#039;&amp;#039;, S. 162 f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die etwas kleinere Fibel aus Kalscheuren hat einen Durchmesser von 4&amp;amp;nbsp;cm. Ihre Vorderseite zeigt sich als elfzackiger Stern, dessen Inneres durch feine Goldblechstreifen in zahlreiche Zellen unterteilt wurde. Diese Zellstrukturen befinden sich in drei zum Zentrum hin kleiner werdenden Kreisen, wobei sich stärkere von schwächeren Ringen absetzen. Der mittige Kreis der Scheibe weist ein zentrales [[Quadrat]] auf, welches durch gerade Stege eine Vierteilung erhielt und auf diese Weise ein Kreuz darstellte. Ob der damalige Juwelier damit lediglich ein Kunstwerk mit geometrischen Verzierungen schuf, oder ob es ein in Auftrag gegebenes Symbol des sich etablierenden christlichen Glaubens war und der Verstorbenen mit ins Grab gelegt wurde, ist derzeit nicht zu beantworten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gottschalk&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Mittelalter zur Neuzeit ===&lt;br /&gt;
==== Namensherkunft ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kalscheurer Hof, am östlichen Verkehrskreisel.jpg|Hof Kalscheuren Rodenkirchener Straße 31&lt;br /&gt;
Kalscheurer Hof, Wappen der Kölner Armenverwaltung.jpg|Wappen der Kölner Armenverwaltung&lt;br /&gt;
Baudenkmal Hof Kalscheuren Rodenkirchener Straße 31.jpg|Baudenkmal Hof Kalscheuren&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Kalscheuren lag in der Gemarkung Kendenich und war Teil der gleichnamigen [[Herrschaft (Territorium)|Herrlichkeit]] im [[Amt Brühl]], des [[Kurköln|Kurfürstentums Köln]]. Kalscheuren wurde erstmals 1305 urkundlich erwähnt. In diesem Dokument „verkaufen Heinrich, Burggraf zu Brühl und Vogt von Kendenich und seine Gemahlin Gertrud, den Deutschordensherren zu Cöln 7, 5 bei Kalscheuren gelegene Morgen Land“.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Wilhelm Rosellen, S. 383&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalscheuren war bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts Teil der Herrlichkeit Kendenich und kirchlich mit der Pfarre Kendenich verbunden. So lag von den beiden Fronhöfen Kendenichs, der der dem Kölner Stift St. Ursula gehörende an der Nussallee, die hinter der Bonnstraße in die Kalscheurener Ursulastraße übergeht. Von dieser engen Beziehung zeugt ein Geschenk der Halfenfamilie des Kalscheurer Hofes im Jahr 1682. Die Pfarrei [[St. Johann Baptist (Kendenich)|St. Johann Baptist]] erhielt ein [[Relief]] in Form des Hauptes des hl. Johannes des Täufers auf einer aus [[Kupfer]] getriebenen Schüssel ([[Johannisschüssel]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Clemens Klug: &amp;#039;&amp;#039;Hürth – Kunstschätze und Denkmäler&amp;#039;&amp;#039;, S. 101. Hürth 1978.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Rosellen werden auch die Namen der Halfen angegeben, er nennt „Leonard Foeß“ und „Mechtildis vom Bergh“.&lt;br /&gt;
[[Datei:St-Johann-Baptist-Kendenich-Johannes-Schüssel-1682.JPG|mini|Geschenk der Halfen aus Kalscheuren an ihre Pfarrkirche in Kendenich]]&lt;br /&gt;
Ein Dokument vom Beginn des 17. Jahrhunderts bestätigt, dass Hof und Ländereien in alten Urkunden den Namen „Kaldenscheuren“ trugen. Eine Urkunde des Jahres 1604 erwähnt den zu diesem Zeitpunkt 400 Morgen große Hof in einem Vertrag zwischen dem „Komthur“ des Deutschen Ordens Katharinen zu Köln Adolph von dem Bongardt und der Gemeinde Efferen, in dem Einigung über Besteuerung und Weidgang erzielt worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Wilhelm Rosellen, S. 392&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalscheuren war der einzige Hürther Ort, der auch in mittelalterlicher Zeit keine aufkommende Besiedlung aufzuweisen hatte. Außer dem erwähnten Kalscheurener Hof (mit eventuell einigen Behausungen des Gesindes), blieb dessen Unland vorerst unbewohnt. Das Gebiet soll sich schon, nachdem die intensive landwirtschaftliche Nutzung der Römer von den Franken nicht fortgesetzt worden war, zu einer großen, forstwirtschaftlich ungenutzten Waldfläche entwickelt haben. Dies blieb sie bis zur [[Säkularisation]], während der auch der Besitz des Deutschordens in Köln enteignet wurde. Später gingen die Ländereien mitsamt dem Hofgut in den Besitz der Kölner Armenverwaltung über, deren Wappen noch heute die Frontseite des Haupthauses zur Straße him ziert. Vom Kalscheurer Hof heißt es, dass auf ihm im Jahr 1859 (z. Zeit des Bahnhofbaus), 58 Bewohner gezählt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ksta.de/chronik-13763438 |titel=Chronik, Kalscheuren |abruf=2017-02-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Blick auf das Chemiewerk Kalscheuren vom Villehang Kendenich.jpg|mini|Heutiger Entwicklungsstand der ehemaligen August Wegelin AG]]&lt;br /&gt;
Erstes sich ansiedelndes Unternehmen mit Bedarf an Arbeitskräften war 1888 eine [[Steinzeug]]fabrik für [[Kanalisation]]sröhren, die nicht mehr besteht. Die Rußfabrik in Kalscheuren (im Volksmund „Schwätz“ genannt) ging aus einem 1895 vom Kölner Stadtteil [[Sülz (Köln)|Sülz]] nach Kalscheuren verlegten Werk hervor, aus dem die spätere [[August Wegelin]] AG wurde. Es gehörte bis 2011 zur [[Degussa]], die 1932 die Mehrheitsbeteiligung erlangt hatte. Das Werk wurde später umstrukturiert und dann ein Teil der [[Evonik Industries]]. Seit 2011 gehört es zu der dann gegründeten „[[Orion Engineered Carbons]]“. Es ist heute eines von weltweit 15 Rußwerken des Konzerns mit einer Jahreskapazität von über 160.000 Tonnen und das älteste, größte und vielseitigste Werk seiner Art in Europa. In mehreren Anlagen entstehen etwa 80 verschiedene Rußtypen für unterschiedliche Anwendungen. Das Werk erzeugt Ruß aus der Verbrennung von sonst ungenutzten Industrieölen. Der dabei erzeugte elektrische Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Wärme wird ausgekoppelt und zur Fernwärmeversorgung von Hürth verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://history.evonik.com/sites/geschichte/en/locations/former-sites/kalscheuren/pages/default.aspx Geschichte des Werks bis 2011]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.orioncarbons.com/history Geschichte Orion Carbons]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Werk liegt gerade jenseits der Grenze der Stadt auf dem Gebiet des Kölner Stadtteils [[Höningen (Köln-Rondorf)|Höningen]], da sich die damalige Gemeinde zuerst gegen eine Ansiedlung aussprach. Dennoch wird ein Teil der Gewerbesteuer nach Hürth abgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1902 folgte eine Malzfabrik. Die noch existierende Fabrik an der Ursulastraße beliefert fast alle Brauereien in der Umgebung und bis ins Ruhrgebiet mit dem für das Bier notwendigen Malz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Werke, wie Asphaltbau, Lacke und Holzbau, wurden aufgegeben. Auf ihren Flächen haben sich Firmen aus der [[Spedition]]s- und Logistikbranche sowie der [[Medienunternehmen|Medienbranche]] angesiedelt. Die neuen Medienorte für Film und Fernsehen in Kalscheuren besuchen täglich Hunderte von Besuchern und Teilnehmern von Rateshows und Aktionen, wie [[Casting (Auswahlverfahren)|Castings]] rund um die Filmstudios.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Beachtung verdienen die [[Kölner Holzbau-Werke]], die über Jahrzehnte der führende Hersteller von Baracken, Holzhäusern, Hallen und Sonderbauten aus Holz im Rheinland waren. Das Unternehmen gehörte lange Zeit zur Firma [[Christoph &amp;amp; Unmack]]. Seine geräumigen Hallen bildeten die Grundlage für die Entwicklung des Medienstandorts Hürth.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gewerbegebiet Kalscheuren verfügt über eine Fläche von ca. 220.000 m². Der überwiegende Teil befindet sich im städtischen Besitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
In Kalscheuren befindet sich der [[Bahnhof Hürth-Kalscheuren]]. Außerdem wird der Stadtteil von einigen Buslinien angefahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswertes ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste der Baudenkmäler in Kalscheuren}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
St. Ursula Kalscheuren.jpg|St. Ursula/Böhm Chapel&lt;br /&gt;
Hans-Boeckler-Straße 163.jpg|Villa Holzbauwerke&lt;br /&gt;
Huerth-Kalscheuren-Medienzentrum-019.JPG|Industrie- und Medienzentrum&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Sehenswürdigkeit in Kalscheuren ist die 2006 [[Profanierung|profanierte]] Kirche [[St. Ursula (Kalscheuren)|St. Ursula]] des Kölner Architekten [[Gottfried Böhm]], heute mit Einverständnis des Architekten &amp;#039;&amp;#039;Böhm Chapel&amp;#039;&amp;#039; genannt und als Ausstellungsraum einer Galerie genutzt (Denkmalschutz).&lt;br /&gt;
* Das nahe Kriegerdenkmal des Osnabrücker Bildhauers Willi Witte wurde aus Flusspfeilerstücken der [[Südbrücke (Köln)|Kölner Südbrücke]] hergestellt.&lt;br /&gt;
* Die Villa der ehemaligen Besitzer der Kölner Holzbauwerke steht auch unter Denkmalschutz&lt;br /&gt;
* Zwischen Kalscheuren und der Blumensiedlung Hermülheims befinden sich noch Reste der Flakstellungen, welche im Zweiten Weltkrieg aus dem Leitstand nahe der damaligen Kendenicher Grundschule kommandiert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Manfred Faust: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Hürth&amp;#039;&amp;#039;, hg. vom Heimat und Kulturverein Hürth, Köln, J. P. Bachem Verlag, 2009, ISBN 978-3-7616-2282-7&lt;br /&gt;
* Raymund Gottschalk: &amp;#039;&amp;#039;Römer und Franken in Hürth&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Rudolf Habelt, Bonn 2014, ISBN 978-3-7749-3928-8&lt;br /&gt;
* [[Robert Wilhelm Rosellen]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl&amp;#039;&amp;#039;. J. P. Bachem Verlag, Köln 1887&lt;br /&gt;
* [[Hermann Schmitz (Althistoriker)|Hermann Schmitz]], &amp;#039;&amp;#039;Stadt und Imperium. Köln in römischer Zeit&amp;#039;&amp;#039;. Erster Band: &amp;#039;&amp;#039;Die Anfänge der Stadt Köln und die Ubier &amp;#039;&amp;#039;. Kölner Universitätsverlag Balduin Pick, Köln 1948.&lt;br /&gt;
* Manfred Faust: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Hürth&amp;#039;&amp;#039;, hg. vom Heimat und Kulturverein Hürth, Köln, J. P. Bachem Verlag, 2009, ISBN 978-3-7616-2282-7 (S. 10–15)&lt;br /&gt;
* Raymund Gottschalk: &amp;#039;&amp;#039;Römer und Franken in Hürth&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Rudolf Habelt, Bonn 2014, ISBN 978-3-7749-3928-8&lt;br /&gt;
* LVR-Landes Museum Bonn, Gabriele Uelsberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Eva’s Beauty Case. Schmuck und Styling im Spiegel der Zeiten.&amp;#039;&amp;#039; Hirmer Verlag, 2016, ISBN 978-3-7774-2588-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://books.google.de/books?id=xc6a2zq-UkgC&amp;amp;pg=PA59&amp;amp;lpg=PA59&amp;amp;dq=Kriegerdenkmal+Kalscheuren&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=gUnENVcdXx&amp;amp;sig=1Mbm8aHD0OtUhVDBjuh3Nj5egfI&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=mTzJUcPlLtKa0AWduoDoCA&amp;amp;ved=0CEUQ6AEwBA#v=onepage&amp;amp;q=Kriegerdenkmal%20Kalscheuren&amp;amp;f=false Sankt Ursula in Hürth-Kalscheuren] Geschichte der Kirche und des Stadtteils&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=50/52/32/N |EW=6/54/30/E |type=city |pop=535 |region=DE-NW}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Stadtteile von Hürth}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=7685109-6|VIAF=237497542}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortsteil von Hürth]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 1305]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DerMaxdorfer</name></author>
	</entry>
</feed>