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	<title>Kalktuff - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2026-02-09T16:35:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit Kalktuff. Zu den verwandten Begriffen (Kalk-)[[Sinter]], [[Travertin]] und [[Onyxmarmor]] siehe dort.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kalktuff-Mosscrusts.jpg|mini|Moos, von frisch ausgefälltem Kalk umkrustet, wächst auf dieser Unterlage weiter]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kalk[[tuff]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Quell[[Calciumcarbonat|kalk]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Quelltuff&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bachtuff&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist ein noch junges, [[porös]]es, sekundäres [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sediment]]. Es handelt sich um [[Sekundärmineral|sekundäres Gestein]], weil primäre Kalksedimente eines [[Erdzeitalter]]s nach chemischer [[Kohlensäureverwitterung|Kohlensäure]]-[[Lösungsverwitterung]] und [[Ausfällung]] erneut [[Sedimentation|sedimentiert]] wurden. Nach moderner petrographischer Auffassung gilt der Begriff „Kalktuff“ als obsolet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa kommt diese Art von [[Kalkstein|Kalkgestein]] im Falle begünstigender Umstände in [[Karst]]gebieten der [[humid]]en, [[Warmgemäßigtes Klima|gemäßigten Warmklimazone]] vor. Besonders bekannt und untersucht sind in Deutschland einige Vorkommen auf der und am Rand der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen]] und der [[Fränkische Alb|Fränkischen Alb]] sowie im [[Alpenvorland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:SeeburgKraftwerk.jpg|mini|Das [[Seeburg (Bad Urach) #Kraftwerk Erms|Seeburger Kraftwerk]] (erbaut&amp;amp;nbsp;1920) zeigt mit seiner Fugengestaltung und Steinsichtigkeit ein typisches Erscheinungsbild von Häusern im Gebiet von [[Seeburg (Bad Urach)|Seeburg]], in dem der Seeburger Kalktuff gebrochen und verbaut wurde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der irreführenden&amp;lt;ref name=&amp;#039;GeoWB 2022&amp;#039;&amp;gt;Martin Meschede et al.: &amp;#039;&amp;#039;Geologisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;. Springer Spektrum, Berlin 2022, S. 176.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bezeichnung „Kalktuff“ werden {{&amp;quot; |stark poröse bis kavernöse und wechselnd verfestigte, &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; marine Karbonatgesteine}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;bad&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet. „Begriffsverwirrung entsteht, wenn der Begriff [[Kalksinter]] und seine parallelen Begriffe Kalktuff und [[Travertin]] [[synonym]] verwendet werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;bad&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu Missverständnissen gibt oft Anlass, dass [[Tuff|vulkanische Tuffe]] nach moderner petrografischer Auffassung allein als Tuffe anzusprechen sind. Diese sind im Gegensatz zu den Kalktuffen Gesteine aus verfestigten [[Vulkanische Asche|vulkanische Aschen]] und entstammen einer völlig anderen [[Petrogenese]].&amp;lt;ref name=&amp;#039;GeoWB 2022&amp;#039;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalktuffe haben &amp;#039;&amp;#039;keine&amp;#039;&amp;#039; deutliche [[Schichtung]] und sind &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; [[Bänderung (Geologie)|gebändert]]. Sie zeigen teilweise gleichförmige, mitunter aber auch [[blumenkohl]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;artige Oberflächen und enthalten teilweise [[Fossilisation|versteinerte]] Pflanzen und Kleintiere wie z.&amp;amp;nbsp;B. Schnecken. Sie liegen häufig in gelockerter und nur teilweise verfestigter Form vor. So können sie &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; [[Polieren|poliert]], in [[Bergfeuchte|bruchfeuchtem]] Zustand jedoch mit [[Handsäge]]n oder Messern geformt werden (gute Bearbeitbarkeit) und härten danach aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bad&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Werner, Roman Koch: &amp;#039;&amp;#039;Kalktuffe&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Naturwerksteine aus Baden-Württemberg – Vorkommen, Beschaffung und Nutzung&amp;#039;&amp;#039;. Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Rüsselsheim 2013, S. 317, ISBN 978-3-00-041100-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem haben sie aufgrund ihrer zahlreichen, partiell auch großen Hohlräume gute [[Wärmedämmung|wärmedämmende]] Eigenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Kalweit, Christof Paul, Sascha Peters, Reiner Wallbaum (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch für Technisches Produktdesign: Material und Fertigung. Entscheidungsgrundlagen für Designer und Ingenieure.&amp;#039;&amp;#039; VDI-Buch. Springer, 2012, ISBN 978-3-642-02641-6, [[doi:10.1007/978-3-642-02642-3]], S.&amp;amp;nbsp;354&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu sind Travertine deutlich geschichtet, fest und polierfähig. So wird im [[Naturstein #Verarbeitung von Naturwerkstein|natursteinverarbeitenden]] [[Gewerk]] in Deutschland ein Kalktuff als Travertin bezeichnet, sofern er fest und polierfähig ist. Er kann nicht mit einem Messer geformt werden. Wird er gegen seine Lagerrichtung gesägt, so zeigt sein Schnitt eine deutliche Bänderung. Ein solcher Naturstein ist etwa der [[Cannstatter Travertin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle oben genannten Gesteine zählen zu den [[Weichgestein]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem (z.&amp;amp;nbsp;B. in Italien) gibt es noch „thermogene Travertine“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Allan Pentecost |Titel=Travertine |Verlag=Springer |Ort=Berlin |Datum=2005 |ISBN=1-4020-3523-3 |Seiten=13 |Online=https://site.ebrary.com/id/10140682 |Abruf=2021-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, deren [[Kohlendioxid]]&amp;amp;nbsp;(CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;) aus [[Geothermische Tiefenstufe|thermalen Prozessen]] in oder unter der [[Erdkruste]] stammt, also von [[Thermalquelle|Thermalwässern]] aus größerer Tiefe. Das Quellwasser sprudelt mit dem [[Lösung (Chemie)|gelösten]] Kalkanteil zutage, wo dieser durch den dabei eintretenden CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Verlust nach dem bekannten chemischen Reaktionsverlauf mit unterschiedlicher Intensität (abhängig vom Temperaturgefälle und [[pH-Wert]] im Wasser) wieder ausfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ähnliche, „invasiv“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; chemische Prozess bildet zwar auch das Kalksediment&amp;amp;nbsp;– allerdings im [[Oberflächenwasser]] und nicht an der Atmosphäre, wird aber in Europa nicht angetroffen. Vgl. dazu weiter unten den Abschnitt „Abgrenzung der vielfältigen Bezeichnungen für ausgefällten Kalk“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abgrenzung der vielfältigen Bezeichnungen für ausgefällten Kalk ===&lt;br /&gt;
Die festen Sedimente werden oft&amp;amp;nbsp;–auch bei ähnlicher Morphologie&amp;amp;nbsp;– unterschiedlich als Kalksinter, Travertin und Kalktuff bezeichnet; die Begriffe werden sogar [[synonym]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter die allgemeinere Bezeichnung [[Sinter]] sind dagegen auch solche Materialien subsumiert, die man &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; zu den geologisch bestimmten Erscheinungen zählt (z.&amp;amp;nbsp;B. Mauersinter und [[Kesselstein]]), oder auch solche, die sich unter wesentlicher Beteiligung anderer [[Chemisches Element|Elemente]] bilden (z.&amp;amp;nbsp;B. Kiesel- oder Schwefelsinter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Bezeichnung der geologischen Erscheinungen im Karst kommen noch regionale, länderspezifische oder sprachbezogene Verwendungen, die sich bei lokalem Vorkommen historisch ergeben haben, so etwa auch die regionale Bezeichnung „[[Duckstein (Gestein)|Duckstein]]“, etwa im östlichen Niedersachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einer genaueren Abgrenzung ist die Bezeichnung Kalktuff nützlich (wenngleich „Tuff“ oder „Tuffstein“ als [[vulkan]]ische Erscheinung eher in die Irre führt). Im deutschsprachigen Raum und der deutschsprachigen Literatur ist sie immer noch gebräuchlich&amp;amp;nbsp;– wohl auch wegen des relativ häufigen Vorkommens und der guten wissenschaftlichen Kartierung dieser Karsterscheinung; vgl. die wissenschaftlichen und umweltpolitischen Kartierungen als [[Geotop]]e. Einheitlichkeit in der Bezeichnung hat sich auch im Schrifttum der Geologie bisher nicht durchgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Karst+Höhlen-Glossare der UNESCO von 1972 und der EPA, Washington, DC von 2002 (Links UNESCO und EPA) haben nur die Bezüge zwischen Bezeichnungen innerhalb einer Sprache und zwischen Sprachen systematisieren können.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalktuff, Travertin und Kalksinter können nach ihrem sinkenden Anteil an (freiem und gebundenem) Wasser unterschieden werden. Sie lassen sich weiter unterscheiden nach ihrer [[Dichte]] bzw. Porosität (durch Fremdkörper) und nach ihrer [[Festigkeit]] (durch Austrocknung und Eigendruck).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalksinter kann als Substanz hoher [[Stoffreinheit|Reinheit]] und/oder dichter Schichtung angesehen werden, wie etwa die [[Tropfstein]]e in Höhlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Travertin ist das Sediment, das durch [[abiotisch]]e, ggf. auch biotische „Verunreinigungen“ mehr oder weniger porös bleibt und sich durch ständige Schichtung und damit steigenden Eigendruck und abnehmende Feuchtigkeit verändert. Solche Prozesse bezeichnet man als [[Diagenese]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lakeside of Mono Lake.jpg|mini|Türme am [[Mono Lake]], Tufa ([[Kalifornien]])&amp;amp;nbsp;– kein Kalktuff]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Tufa&amp;#039;&amp;#039;, der im [[Amerikanisches Englisch|Amerikanischen]] gebräuchliche Oberbegriff, der gerne mit Kalktuff übersetzt wird, ist &amp;#039;&amp;#039;kein&amp;#039;&amp;#039; Kalktuff. Die z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Mono Lake]] in den Uferbereichen stehenden &amp;#039;&amp;#039;Tufa columns&amp;#039;&amp;#039; sind Türme, die unterirdisch im [[Alkalische Lösung|alkalischen]] (salzhaltigen) Wasser durch Mischung mit calciumreichem [[Grundwasser]] entstanden sind; sie sind ein völlig anders entstandes Material als hier beschrieben. Nachdem [[Kalifornien]] zur [[Trinkwassergewinnung]] dem ganzen Land große Mengen Wasser bis hin zum &amp;#039;&amp;#039;Mono Lake&amp;#039;&amp;#039;-Becken dauerhaft entnahm, sank der Wasserspiegel des Mono Lake so sehr, dass die Türme aus ihm hervorragten. Der englische Wissenschaftler Allan Pentecost,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Experte für sämtliche karbonathaltige Sedimente weltweit, meint zum &amp;#039;&amp;#039;tufa&amp;#039;&amp;#039; vom Mono Lake: „Diese Formation entsteht &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; aus [[Evaporation|evaporiertem]] Kohlendioxid&amp;amp;nbsp;(CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;); genau genommen sind solche Ablagerungen keine Travertine,&amp;lt;ref&amp;gt;Travertine werden als Oberbegriff für alle Arten von Karbonatsedimenten gewählt. Tufa ist ein nicht „meteogen“, sondern „thermogen“ entstandenes Produkt, Pentecost Travertine, S. 53.&amp;lt;/ref&amp;gt; sondern werden wegen ihrer Ähnlichkeit den [[Höhle#Epigene und hypogene Entstehung|epigenen]] Erscheinungsformen zugerechnet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Versteinerter Kalktuff: Baumaterial ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Schlosstor-1606 Hohen-Tuebingen.jpg|mini|Unteres Schlosstor, [[Schloss Hohentübingen]], Kalktuffquader von&amp;amp;nbsp;1606 (vermutlich [[Gönninger Kalktuff]] oder [[Honau (Lichtenstein)|Honauer]] Kalktuff)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kalktuff-Block Schloss-Tuebingen 2.jpg|mini|400 Jahre alte Mauersteine aus Kalktuff]]&lt;br /&gt;
Kalktuff im ausgehärteten Zustand wurde jahrhundertelang bis ins 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert als hochwertiges [[Baumaterial]] genutzt: Er ist leicht, bleibt witterungsbeständig, [[Abriebfestigkeit|abriebfest]], gut isolierend und [[feuerbeständig]]. Die Gewinnung im [[Steinbruch]] war arbeitstechnisch leicht&amp;amp;nbsp;– im relativ frischem Zustand (bruchfrisch) können poröse [[Quader]] auch leicht gesägt und bearbeitet werden. Sie „härten“ anschließend weiter aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche aufgelassene Steinbrüche und die lokale Verbauung belegen seine lokale wirtschaftliche Bedeutung. Vor allem als lokal vorkommender Baustein wurde Kalktuff bei ausreichender materialspezifischer Belastbarkeit und Witterungsbeständigkeit an vielen repräsentativen Gebäuden verwendet, wie in Baden-Württemberg am [[Schloss Hohentübingen|Tübinger Unteren Schlosstor]] (errichtet&amp;amp;nbsp;1606) und in Bayern bei der [[Burg zu Burghausen|Burghauser Burg]] seit dem 13.&amp;amp;nbsp;Jh. als fast einziges Baumaterial; auch die meisten Kirchen, Klöster und älteren Gebäude der Stadt [[Burghausen]] und vieler ähnlicher Städte im [[Voralpenland|Voralpengebiet]] bestehen aus Kalktuff. Bei anderen Gebäuden wie dem [[Ulmer Münster]] und dem [[Altes Schloss (Stuttgart)|alten Stuttgarter Schloss]] wurde Kalktuff in kleinen Mengen verbaut, in Stuttgart im 20.&amp;amp;nbsp;Jh. bei [[Ausbesserung]]sarbeiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilfried Rosendahl |Titel=Bodenloser See und Schickhardt-Stollen Natur und Kulturgeschichte im Kalktuff von Seeburg bei Bad Urach |Auflage=1. |Verlag=Staatsanzeiger-Verl. |Ort=Stuttgart |Datum=2005 |ISBN=3-929981-57-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vor der Entstehung ==&lt;br /&gt;
=== Verkarstung ===&lt;br /&gt;
Bei der [[Verkarstung]] laufen neben Prozessen physikalischer [[Verwitterung]] vorrangig chemische Prozesse der [[Kohlensäure]][[Verwitterung #Chemische Verwitterung|verwitterung]] ab: dabei nimmt kohlensäurehaltiges Wasser im [[spröde]]n Kalkgestein ([[Kalkstein]], [[Kreide (Geologie)|Kreide]], [[Marmor]] und andere [[Calciumcarbonat]]e) eines mehr oder weniger entwickelten Karstsystems die Karbonate bis zur [[Sättigungskonzentration|Sättigung]] in Lösung. Gerät der gelöst transportierte Kalk dann unter andere Umgebungsbedingungen, so kann er durch chemische [[Ausfällung]] erneut abgelagert werden. Die beiden Vorgänge können als zwei verschiedene [[Chemisches Gleichgewicht|Gleichgewichtszustände eines umkehrbaren chemischen Prozesses]] angesehen werden (vgl. dazu [[Calciumhydrogencarbonat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausfällung des gelösten Kalks ===&lt;br /&gt;
Wechselwirkungen von [[Karstwasser]] und [[Kohlenstoffdioxid]] –&amp;amp;nbsp;unterirdisch oder beim Austritt an die Oberfläche&amp;amp;nbsp;– können das Ausfällen von Kalk auslösen. Vor allem in Karst-Systemen und nach dem Austritt aus [[Karstquelle]]n können beachtliche Kalkmengen sedimentieren, indem der im Karstwasser gelöste Kalk unter sich verändernden chemischen und physikalischen Bedingungskonstellationen wieder ausfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Mondmilch|titel1=stark wässrige, weiche Sedimentierungen wie Kalkschlamm, Mont- oder Bergmilch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Guetersteiner Wasserfall.jpg|mini|hochkant|Flächiges Durchnässen und Moos-[[Assimilation (Biologie)|Assimilation]] aus dem Karstwasser begünstigen Ausfällung und Ablagerung]]&lt;br /&gt;
Die Ablagerung von Kalk als Kalktuff entsteht vornehmlich hinter kalten [[Schichtquelle]]n ([[Kalktuffquelle]]n) im Karst. Solche Ablagerungen gibt es in einigen Karstgebieten der humiden, gemäßigten Warmklimazone seit der letzten [[Warmzeit]] (siehe [[Würmeiszeit]]) und auch gegenwärtig noch. Ob es zu Ausfällung von Kalk aus Karstwasser kommen kann und in welchen Mengen, hängt allgemein von den klimatischen und geologischen Bedingungen ab, besonders von weiteren physikalischen und chemischen Bedingungskonstellationen, die regional oder lokal vorliegen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die günstigsten klimatischen Bedingungen bestanden während der rund zweitausend Jahre des postglaziären [[Atlantikum]]s. In dieser Zeit (vor ca. 8000–6000&amp;amp;nbsp;Jahren) lagen die durchschnittlichen Temperaturen in Mitteleuropa ca. 2&amp;amp;nbsp;Grad höher als heute, und es war damals niederschlagsreicher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegen diese allgemeinen Voraussetzungen vor, gehören zu den notwendigen Bedingungen für das Ausfällen noch die folgenden Faktoren:&lt;br /&gt;
* eine relativ geringe [[Schüttung (Hydrologie)|Schüttung]] der jeweiligen Quelle,&lt;br /&gt;
* eine relativ große Verdunstungsoberfläche,&lt;br /&gt;
* ein günstiger Korridor der Wassertemperaturen,&lt;br /&gt;
* eine Veränderung der Druckverhältnisse und&lt;br /&gt;
* bestimmte [[Ion]]en&amp;lt;nowiki /&amp;gt;konzentrationen.&lt;br /&gt;
Wenn Karstwasser über [[Laubmoose|Moos]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;teppiche, [[Algen]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;teppiche oder Kolonien von [[Cyanobakterien]] fließt, kann eine größere Kalkmenge ausgefällt werden, wenn die Organismen für ihre [[Assimilation (Biologie)|Assimilation]] ([[Photosynthese]]) dem Karstwasser Kohlenstoffdioxid entziehen. Dadurch steigt der [[pH-Wert]] des Wassers, und die [[Löslichkeit]] von Kalk sinkt, der Kalk fällt aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Kempe, Wilfried Rosendahl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Höhlen. Verborgene Welten&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2008, S. 39 ff&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kalksedimente können mit Raten von 0,01&amp;amp;nbsp;mm/Jahr bei anorganischer und bis zu 20&amp;amp;nbsp;mm/Jahr bei organisch mitinduzierter Ausfällung wachsen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Norbert Frank, Margarethe Braum, Ulrich Hambach, Augusto Mangini, Günther Wagner |Titel=Warm Period Growth of Travertine during the Last Interglaciation in Southern Germany |Sammelwerk=Quaternary Research |Band=1 |Nummer=54 |Datum=2000 |ISSN=0033-5894 |Seiten=38–48 |Online=https://www.infona.pl//resource/bwmeta1.element.elsevier-3c4db859-9252-3545-9963-fd72ea1ea4bf |Abruf=2021-11-28 |DOI=10.1006/qres.2000.2135}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ausgefällte Kalk legt sich als fein[[kristallin]]e Kruste um alles relativ ruhende Kleinmaterial (Sand, Steinchen, Zweige, Blätter, [[Farne]], Moose, [[Algen]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;schleim). Durch Übergussschichtung entstehen nach oben und vorne wachsende Gebilde oder Polster an kleinen Wasserfällen oder Stufen in Bachterrassen. Moose wachsen über ihren sich verkrustenden Teil frisch hinaus, wirken dabei wie kleine [[Reuse]]n und bilden ein tragendes Gerüst. So können auch größere, fragile Gehänge („Nasen“) entstehen. [[Biotisch]]e Verunreinigungen aus Algen und [[Bakterien]] bilden relativ feine Strukturen. Die Strukturen sind poröser und leichter, wenn Moose der Fließenergie widerstehen konnten. Dieser Kalktuff ist oft noch feucht und von bröseliger Konsistenz. In den günstigsten Zeiten war er schon nach wenigen Jahrhunderten zu mächtigen Gebilden, den „[[#Kalktuff-Barren|Kalktuffbarren]]“ herangewachsen (s.&amp;amp;nbsp;u. „Besondere Erscheinungsfaktoren“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
In [[Nebental|Nebentälern]], Talfüllungen oder [[amphitheater]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;ähnlichen Talabschlüssen des [[Albtrauf]]s und der Fränkischen Alb,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/erasb03.jpg |titel=Frankenalb, Verbreitung von Kalktuff |hrsg=Universität Erlangen |abruf=2021-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Dreimühlen-Wasserfall|Eifel]], dem Alpenvorland sowie den [[Kalkalpen]] finden sich frische und alte Ablagerungen von Kalktuff, die älteren schon vollständig zu Gestein ausgehärtet. Ein [[rezent]]es Kalktuffvorkommen existiert am Eingang zur Ludolfsklinge bei [[Diedesheim]] am [[Neckar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Diedesheim&amp;quot;&amp;gt;[http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/17010/geologische_naturdenkmale_karlsruhe.pdf?command=downloadContent&amp;amp;filename=geologische_naturdenkmale_karlsruhe.pdf &amp;#039;&amp;#039;Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 5,8&amp;amp;nbsp;MB) 2. Auflage. 2000. Geologische Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Erscheinungsformen ==&lt;br /&gt;
=== Kalktuff-Barren ===&lt;br /&gt;
Am Hangfuß des Albtraufs sind an vielen Bächen Kalktuffbarren entstanden. An allen sieben hangseitigen Bächen, die der oberen [[Filsursprung|Fils]] zwischen [[Wiesensteig]] und [[Geislingen an der Steige]] zufließen, sind eine oder mehrere ausgedehnte alte, teilweise auch noch aktive Kalktuffablagerungen vorhanden. Herausragend sind die mehrfachen Kalktuffbarren der [[Echaz]], der [[Wiesaz]] (ehemalige Gönninger Steinbrüche) und des Rohrbachs bei Geislingen/Steige. Die erste und größte von sieben Kalktuffbarren hinter der Echazquelle ist mit ihren 900 × 400&amp;amp;nbsp;m Fläche und einer Dicke von mindestens 24&amp;amp;nbsp;m die größte Barre der Schwäbischen- und Fränkischen Alb. Im oberen [[Erms]]tal (südlich von [[Bad Urach]]) gibt es sieben beachtliche Kalktuffbarren, von denen die größte ursprünglich (bis&amp;amp;nbsp;1821) die ganze Breite des Tals bei Seeburg verriegelte und somit den Fischbach zum [[Bodenloser See (Seeburg)|Bodenlosen See]] aufstaute.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jeweilige Nähe des hochwertigen Baustoffs solcher Kalktuffbarren war sicher jeweils ein Grund für die dortige bevorzugte Besiedlung. In einigen Fällen wuchsen die Orte ([[Lichtenstein (Württemberg) #Gemeindegliederung|Honau]], Seeburg) und Städte (Altstadt von Geislingen/Steige) direkt auf einer Barre heran. Die Morphologie der Barren ist an [[Aufschluss (Geologie)|aufgeschlossenen]] Hängen und aufgelassenen Steinbrüchen gut zu erkennen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/20103/?COMMAND=DisplayBericht&amp;amp;FIS=199&amp;amp;OBJECT=20103&amp;amp;MODE=METADATA |titel=Geotope im Regierungsbezirk Tübingen |datum=2020-06-06 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20200606101214/https://fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/20103/?COMMAND=DisplayBericht&amp;amp;FIS=199&amp;amp;OBJECT=20103&amp;amp;MODE=METADATA |archiv-datum=2020-06-06 |abruf=2021-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Sedimente erreichen [[Mächtigkeit (Geologie)|Mächtigkeiten]] zwischen 5&amp;amp;nbsp;m und 40&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kalktuff-Nasen, Kalktuff-Polster ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kalktuff Nase.jpg|mini|hochkant|Kalktuffnase, Seitenansicht, Gütersteiner Wasserfall. Wasserrinne auf dem Nasenkamm berieselt die Moosummantelung]]&lt;br /&gt;
Diese außergewöhnlichen Gebilde entstehen nur dann, wenn sich an relativ hohen, steil abfallenden [[Geländestufe]]n im herabrinnenden Wasser Kalktuff-Moospolster bilden, die bei vermehrter Kalkausfällung nach oben und vorne zu „Nasen“ heranwachsen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist das Gelände nicht steil, so dominiert die Entwicklung von Kalktuff nach vorne, und es entstehen die „[[#Steinerne Rinnen|Steinernen Rinnen]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Kalktuff-Nasen-Bildungen sind als geschützte [[Geotop]]e ausgewiesen:&lt;br /&gt;
* [[Dreimühlen-Wasserfall]] in der Eifel&lt;br /&gt;
* der [[Gütersteiner Wasserfall]] am Albtrauf des Maisentals südwestlich von Bad Urach&lt;br /&gt;
* [[Tüfels Chilen]] (Teufels Kirche) im schweizerischen [[Tösstal]] (Kanton Zürich)&lt;br /&gt;
* der [[Wachsender Felsen|Wachsende Felsen]] von [[Usterling|Landau/Usterling]] nahe der bayerischen [[Isar]].&amp;lt;!-- Wird im Artikel den Steinernen Rinnen zugewiesen, es scheint sich um eine Übergangsform zw. Nase und Rinne, d.h. eine Rinne mit relativ starkem Höhenwachstum zu handeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nasen äußerst poröse, aus feuchtem, ungehärtetem Kalk bestehende und daher fragile Gebilde sind, ist beispielsweise die Nase des [[Neidlinger Wasserfall]]s vor einem halben Jahrhundert kollabiert und noch nicht wieder hochgewachsen. Von wiederholten Abbrüchen zeugen unterhalb der Nasen der Wasserfälle große terrassenförmige Schutthalden, die wieder mit alten und frischen Kalktuff- und Moospolstern überzogen sind, z.&amp;amp;nbsp;B. am [[Uracher Wasserfall]] und am 1,5&amp;amp;nbsp;km nördlich gelegenen Gütersteiner Wasserfall. Im Mühltal Seeburgs, dem [[Quellgebiet]] der Erms, sind auf einer Strecke von nur 600&amp;amp;nbsp;m auf dem [[Hangschutt]] der Nordflanke des [[Kerbtal]]s (am Albtrauf wirkt auch die [[Erosion (Geologie)|rückschreitende Erosion]]) sechs gewaltige versteinerte Kalktuffgehänge zu sehen (in einem Fall ist eine typische Kalktuff-„Nase“ erhalten); sie entstanden, als in einem niederschlagsreicheren, weniger [[Kluft (Geologie)|kluftigen]] früheren Karst Quellen noch in Schichten oberhalb der [[Talsohle]] zu Tage traten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steinerne Rinnen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rinne Erasbach 03.jpg|mini|hochkant|Die Steinerne Rinne von Erasbach]]&lt;br /&gt;
Selten sind die Geotope der [[Steinerne Rinne|Steinernen Rinnen]]. Hinter kleinen Quellen an sanften Hängen schlängeln sich schmale Karstwasser[[rinnsal]]e hinab – allen Unebenheiten des Geländes folgend. Am Saum der Rinnsale wachsen die Moose heran, die in der geschilderten Weise je nach [[Fließgeschwindigkeit]] des Rinnsalwassers mehr nach vorne als nach oben ihre Kalkgerüste zu sattelförmigen Dämmen entwickeln. Nach oben wächst in dichter Sinter[[schichtung]] die Wasserrinne, die Berieselung der Seiten lässt die Moose zu kalktuffigen Moosgerüsten heranwachsen. Je nach [[Hangneigung|Gefälle]] und anfallendem Kalksediment werden Hoch[[Gewässerbett|betten]] bis 5,5&amp;amp;nbsp;m Höhe und 600&amp;amp;nbsp;m Länge beobachtet. Ihre Entwicklung ist nicht kontinuierlich und nicht sicher. Einige Exemplare sind wegen verantwortungsloser Eingriffe nicht mehr in ihrem ursprünglichen Zustand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Umwelt-Kartierung in Bayern wurden etwa 20&amp;amp;nbsp;[[Liste der Steinernen Rinnen in Bayern|Steinerne Rinnen]] erfasst.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Link „Verbreitung von Steinernen Rinnen in Bayern“ (Fränk. Alb und Alpenvorland).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/erasb02.jpg |titel=Verbreitung von Sternernen Rinnen in Bayern |hrsg=Universität Erlangen |abruf=2021-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die bedeutendste Steinerne Rinne in Deutschland ist der etwa 5000&amp;amp;nbsp;Jahre alte, 40&amp;amp;nbsp;m lange und ca.&amp;amp;nbsp;5,5&amp;amp;nbsp;m hohe [[Wachsender Felsen|„wachsende Felsen von Usterling“]]; dort befindet sich in der nahen Dorfkirche St. Johannes von Usterling auch ein gotisches Bild, auf dem die [[Taufe Christi]] bei dieser Rinne abgebildet ist, ein kulturhistorisches Kuriosum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bedeutendes naturbelassenes Beispiel ist die etwa 80&amp;amp;nbsp;Meter lange [[Steinerne Rinne bei Erasbach]]. Sie folgt dem welligen, leicht geneigten Gelände auf einer alten, flächigen Kalktuffablagerung im aufgelockerten [[Mischwald]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/eras09.htm |titel=Die &amp;quot;Steinerne Rinne&amp;quot; am Berg südlich Erasbach/Opf. -- Aufbau der &amp;quot;Steinernen Rinne&amp;quot; |hrsg=Universität Erlangen |abruf=2021-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Baden-Württemberg gibt es eine unscheinbare Steinrinne bei [[Lenningen]] (Schwäbische Alb, [[Landkreis Esslingen]]) und unterhalb eines ehemaligen [[Prallhang]]s der [[Jagst]] bei [[Krautheim]] ([[Hohenlohekreis]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/20084/?COMMAND=DisplayBericht&amp;amp;FIS=199&amp;amp;OBJECT=20084&amp;amp;MODE=METADATA |titel=Geotope im Regierungsbezirk Stuttgart |datum=2014-05-12 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140512224358/https://fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/20084/?COMMAND=DisplayBericht&amp;amp;FIS=199&amp;amp;OBJECT=20084&amp;amp;MODE=METADATA |archiv-datum=2014-05-12 |abruf=2021-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bachterrassen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kalktuff-Stufen Karst Eschlipp Fraenkische-Schweiz Fraenkische-Alb.jpg|mini|[[Fränkische Alb]], Bachterrasse bei [[Eschlipp]], „Talbach“, Zufluss zur [[Wiesent (Donau)|Wiesent]]. Auf dem Waldboden wächst [[Bärlauch]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb von Kalktuffnasen, auf deren Schutthalden und an [[Volumenstrom|durchfluss]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;armen [[Oberlauf|Oberläufen]] von Bächen der [[Frankenalb|Fränkischen]], der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen Alb]] und im gesamten Voralpenland befinden sich viele, teils unspektakuläre Kleinterrassen aus Kalktuff in treppenartiger Anordnung. Imposant sind die Terrassen in der [[Fränkische Schweiz|Fränkischen Schweiz]]. Ausgeprägte Bachterrassen befinden sich um Seeburg (nahe der [[Erms]]-Quelle), oberhalb von [[Bad Ditzenbach]] (am Nebenfluss [[Ditz (Fils)|Ditz]] der [[Fils (Fluss)|Fils]]) und an der [[Zwiefalter Ach]] nach der [[Wimsener Höhle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer ganzen Reihe relativ großer [[Kaskade (Wasserfall)|Kaskaden]] mit Wällen aus Kalktuff haben sich die [[Nationalpark Plitvicer Seen|Plitvicer Seen]] in Kroatien gebildet, ähnlich die [[Band-e-Amir-Seen]]kette in Afghanistan. Weltbekannt sind auch die reinweißen [[Sinterterrasse]]n von [[Pamukkale]], Türkei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Primärhöhlen/Tuffhöhlen ===&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Primärhöhle}}&lt;br /&gt;
Bei nach oben und vorne erfolgender Übergussschichtung oder an Abbrüchen von [[Überhang (Felsformation)|Überhängen]] entstehen in größeren Kalktuffablagerungen mehr oder weniger große Hohlräume bis hin zu ([[Höhle #Halbhöhle|Halb-]])[[Höhle]]n. Sind die Hohlräume in den Ablagerungen weitgehend oder vollständig entwickelt, so spricht man von Primär- oder Tuffhöhlen – primär, weil sie gleichzeitig mit dem Gestein entstanden sind. Da sie nicht entlang dem Lauf eines Wasserweges entstanden sind, werden sie in der Regel nur entdeckt, wenn eine Kalktuffablagerung bricht, sie abgebaut oder sonst wie in sie eingegriffen wird, wie bei der [[Olgahöhle]] oder den [[Höllgrotten]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Kalktuff Baume-l-M..jpg|mini|links|Kalktuffbildung mit Höhlen an der Quelle des [[Dard (Seille)|Dard]] ([[Französischer Jura]])]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natursteinsorten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gönninger-Kalktuff.jpg|mini|hochkant|Eine relativ dichte und grob [[Schleifen (Fertigungsverfahren)|geschliffene]] Musterplatte des [[Gönninger Kalktuff]]s (Größe ca. 25&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;18 cm)]]&lt;br /&gt;
* [[Bärenthaler Kalktuff]], aus [[Bärenthal]] im [[Landkreis Tuttlingen]] in [[Baden-Württemberg]]&lt;br /&gt;
* [[Gauinger Travertin]] (ein Kalktuff, der wegen seiner Polierbarkeit als Travertin gehandelt wurde), aus [[Gauingen]] im [[Landkreis Reutlingen]] in Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
* [[Gönninger Kalktuff]], aus [[Gönningen]], einem Stadtteil von [[Reutlingen]] in Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
* [[Pollinger Kalktuff]], aus [[Polling (bei Weilheim)|Polling]] im [[Landkreis Weilheim-Schongau]] in [[Oberbayern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Gordale Scar]], England&lt;br /&gt;
* [[Dinarische Alpen]] (insbesondere [[Nationalpark Plitvicer Seen]])&lt;br /&gt;
* [[Mammoth Hot Springs]], Yellowstone-Nationalpark, (USA)&lt;br /&gt;
* [[Bims]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Alfons Baier: &amp;#039;&amp;#039;Die „Steinerne Rinne“ am Berg südlich Erasbach/Opf. Eine Untersuchung zur Hydrogeologie und -chemie des Seichten Karstes&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Geologische Blätter NO-Bayerns&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 52 (2002), Heft 1/4, S. 139–194, 17 Abb., 2 Tab., 3 Taf., {{ISSN|0016-7797}} (Vgl. auch den Link Seichter Karst).&lt;br /&gt;
* Norbert Frank, Margarethe Braum, Ulrich Hambach, Augusto Mangini, Günther A. Wagner: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.climateaudit.info/pdf/others/Frank.2000.pdf Warm Period Growth of Travertine during the Last Interglacial in Southern Germany] (PDF; 325&amp;amp;nbsp;kB)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Quaternary Research]]. A interdisciplinary research&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 54 (2000), S.&amp;amp;nbsp;38–48, {{ISSN|0033-5894}}.&lt;br /&gt;
* Allen Pentecost: &amp;#039;&amp;#039;Travertine. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2005, 445 Seiten, (englisch)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Rosendahl]], Dorothee Sahm-Stotz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Bodenloser See“ und Schickhardt-Stollen. Natur- und Kulturgeschaihte im Kalktuff von Seeberg bei Bad Urach&amp;#039;&amp;#039;. Staatsanzeiger-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-929981-57-2.&lt;br /&gt;
* Rainer Schreg: &amp;#039;&amp;#039;Wasser im Karst. Mittelalterlicher Wasserbau und die Interaktion von Mensch und Umwelt&amp;#039;&amp;#039;. In: Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Bd. 21 (2009), S. 17–30. [[doi:10.11588/dgamn.2009.1.17287]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Steinerne Rinne (Krautheim)|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/eras01.htm Zur Hydrogeologie und -chemie. Seichter Karst (Oberpfalz)] angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de&lt;br /&gt;
* [http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/eras09.htm Die Steinerne Rinne bei Erasbach/Opf.] angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de&lt;br /&gt;
* [http://unesdoc.unesco.org/images/0000/000019/001976Eb.pdf Karst- und Höhlen-Glossar von 1972] (PDF; 2,8&amp;amp;nbsp;MB) UNESCO&lt;br /&gt;
* [https://karstwaters.org/wp-content/uploads/2015/04/lexicon-cave-karst.pdf A Lexicon of Cave and Karst Terminology] (PDF; 2,0&amp;amp;nbsp;MB) U.S. EPA – Environmental Protection Agency, Washington DC&lt;br /&gt;
* [http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/erasb03.jpg Frankenalb, Verbreitung von Kalktuff] angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de&lt;br /&gt;
* [http://www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de/erasb02.jpg Verbreitung von Steinernen Rinnen in Bayern] angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kalkstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biogenes Sedimentgestein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemisches Sedimentgestein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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