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	<title>Kaliwerk Rastenberg - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T23:56:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kaliwerk_Rastenberg&amp;diff=2482064&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fan-vom-Wiki: /* Die Chronologie der Betriebsentwicklung 1908–1914 */ Leerzeichen entfernt</title>
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		<updated>2026-04-19T20:16:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Die Chronologie der Betriebsentwicklung 1908–1914: &lt;/span&gt; Leerzeichen entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Bergwerk&lt;br /&gt;
 |BILD=Schachtanlage Rastenberg.jpg&lt;br /&gt;
 |BILDBESCHREIBUNG1=Kali-Schachtanlage „Gewerkschaft Rastenberg“ um 1910&lt;br /&gt;
 |NAME=Kaliwerk Rastenberg&lt;br /&gt;
 |ALTERNATIVNAME=Gewerkschaft Rastenberg&lt;br /&gt;
 |ROHSTOFF1=[[Kalisalz]]&lt;br /&gt;
 |BESCHÄFTIGTE=400 (im Jahr 1914)&lt;br /&gt;
 |ABBAUTECHNIK=[[Kammerbau]]&lt;br /&gt;
 |BETRIEBSJAHRE_VON=24. Januar 1910&lt;br /&gt;
 |BETRIEBSJAHRE_BIS=1. April 1925&lt;br /&gt;
 |NACHFOLGENUTZUNG=keine&lt;br /&gt;
 |LAGERNAME1=Staßfurt&lt;br /&gt;
 |LAGERMÄCHTIGKEIT1=bis ca. 50 m&lt;br /&gt;
 |ROHSTOFFGEHALT1=K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O: 9 bis 10&lt;br /&gt;
 |GRÖSSTE_TIEFE=659 m&lt;br /&gt;
 |BREITENGRAD=51/11/50&lt;br /&gt;
 |LÄNGENGRAD=11/27/14&lt;br /&gt;
 |REGION-ISO=DE-ST&lt;br /&gt;
 |STANDORT=Billroda&lt;br /&gt;
 |GEMEINDE=[[Finne (Gemeinde)|Finne]]&lt;br /&gt;
 |NUTS3_1=Burgenlandkreis&lt;br /&gt;
 |NUTS3_BEZEICHNUNG=Landkreis&lt;br /&gt;
 |REVIER=Magdeburg-Halberstädter Mulde&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kalibergwerk Rastenberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein [[Bergwerk]] auf [[Kalisalz]]e mit angeschlossener Düngemittelfabrik bei [[Billroda]] in [[Sachsen-Anhalt]] ([[Burgenlandkreis]]). Im Zusammenhang mit dem Ende des deutschen Kalimonopols nach dem Ersten Weltkrieg und dem Bestreben nach grundlegender Reorganisation und Rationalisierung der Kaliindustrie, welche sich in der sogenannten Stilllegungsverordnung vom 18. Juli 1919 niederschlug, erfolgte die Betriebseinstellung 1925.&lt;br /&gt;
Teufzeit: 1907–1909 (659 m); [[Schachtscheibe|Schachtdurchmesser]] 5,25 m; noch offenstehende Grubenhohlräume: rd. 200.000 m³.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologische und hydrogeologische Lagerstättenverhältnisse ==&lt;br /&gt;
=== Geologische und lagerstättenkundliche Einschätzung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schichtenfolge Schacht Rastenberg.jpg|200px|rechts|Schichtenfolge beim Schachtabteufen]]&lt;br /&gt;
Die [[Lagerstätte]] befindet sich an der Südwestflanke des herzyn streichenden Roßlebener Sattels (als hercynisch oder herzynisch bezeichnet man in der [[Geologie]] die [[Streichen (Geologie)|Streichrichtung]] eines Gebirgszuges in NW-SO-Richtung); sie liegt geologisch in der &amp;#039;&amp;#039;Magdeburg-Halberstädter Mulde&amp;#039;&amp;#039;. Der Schacht wurde im mittleren Buntsandstein angesetzt. Über die durchteuften Schichten gibt die rechts folgende Abbildung Auskunft. Die Schichtenfolge zeigt mit Ausnahme der obersten Zechsteinletten und des Grenzanhydrits das vollständige Zechsteinprofil am Roßlebener Sattel. Die Kalilagerstätte wird im Nordosten durch die vom Sattelkern ausgehende Ablaugung des Kaliflözes begrenzt. Zwischen dieser Ablaugungsgrenze und der Schachtanlage Rastenberg liegt in einer Entfernung von ca. 2,5&amp;amp;nbsp;km das ehemalige Kalibergwerk Burggraf/Bernsdorf. Rund 5&amp;amp;nbsp;km nördlich befindet sich die stillgelegte [[Kaliwerke Gewerkschaften Richard und Reichskrone|Schachtanlage Richard/Reichskrone]]. Im Westen und Südwesten liegen [[Bauwürdigkeit (Bergbau)|bauwürdige]] [[Hartsalz]]vorräte des Feldes [[Bad Bibra]]. Im Südwesten ist die [[Finne-Störung]] als natürliche Begrenzung aufzufassen, da sich jenseits die Kalilagerstätte in größerer [[Teufe]] fortsetzt. Die Finne-Störung fällt nach NE ein, wurde in der Bohrung [[Mühltal]] bei 280–300 m angetroffen und dürfte sich bis ins Niveau des Kalilagers noch weiter an die Grubenbaue angenähert haben. Von den ehemaligen Finne-Bergwerken wurde nur ein unbedeutender Abbau betrieben und die durch [[Grubenfeld]]er blockierten Flächen sind im Verhältnis zur gesamten Kalilagerstätte an der Südwestflanke des Roßlebener Sattels gering. Durch die [[Streckenauffahrung|Auffahrungen]] wurde ein in der Regel flachgelagertes [[Carnallitit]]lager mit einem Durchschnittsgehalt von 9–10 % K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O und Mächtigkeiten zwischen 25 und 50 m angetroffen. Größtenteils war nur der obere Teil bauwürdig. Im Liegenden des [[Carnallit]]its traten vereinzelt Hartsalzlinsen in geringerer Ausdehnung auf, aus denen jährlich bis zu 7000 t Hartsalz gefördert wurden. Über [[Mächtigkeit (Geologie)|Mächtigkeiten]] und Qualitäten liegen keine Angaben vor. In den südwestlichen Auffahrungen soll das [[Lagerstätte|Lager]] durch den Einfluss der Finne-Störung bereits stärker gestört gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Nagel u. a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Lage Schacht Rastenberg.jpg|miniatur|rechts|Lage des Schachtes Rastenberg und die Berechtsame der ehemaligen „[[Bergrechtliche Gewerkschaft|Gewerkschaft]] Rastenberg“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hydrogeologische Angaben ===&lt;br /&gt;
Wie auf allen Finne-Werken ist auch beim Schacht Rastenberg der [[Buntsandstein]] stark wasserführend. Bei den Teufarbeiten traten bei einer [[Teufe]] von 230–240 m Wasserzuflüsse bis 3,5 m³/min bei 290 m Teufe bis zu 1,5 m³/min auf. Deshalb wurden mehr als 250 m Schachtröhre im Buntsandstein mit [[Tübbing]]en ausgebaut. Angaben über eine [[Laugen]]führung des Haupt[[anhydrit]]s liegen nicht vor. Höchstwahrscheinlich wurde er jedoch trocken durchteuft, da als [[Schachtausbau|Ausbau]] Mauerwerk gesetzt wurde. Konkrete Angaben über Laugenzuflüsse im [[Grubenfeld]] fehlen. In einem Schreiben des Kali-Ingenieurbüros an das Kaliwerk Roßleben vom 4. Oktober 1956 heißt es u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;„Soweit uns bekannt ist, war fur die Stilllegung des Werkes Rastenberg im Jahre 1925 nicht nur das Fehlen eines bauwürdigen Hartsalzvorkommens und der niedrige K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O-Gehalt des Carnallitits (9–10 %), sondern auch die Tatsache maßgebend, dass Rastenberg im Gegensatz zu der benachbarten Schachtanlage Burggraf-Bernsdorf unter Laugenzuflüssen zu leiden hatte. Nach der Stilllegung haben dann auch bedeutende Wasserzuflüsse aus der Schachtröhre Zugang zu den [[Grubenbau]]en gefunden, wie das seit Jahrzehnten beobachtete Geräusch von aufschlagendem Wasser in der Schachtröhre erkennen läßt“&amp;#039;&amp;#039;. Nach dieser Darstellung soll es im Grubenfeld Laugenzuflussstellen gegeben haben. Mit Sicherheit haben überwiegend die Traufwässer zum Ersaufen der Grube nach ihrer [[Stilllegung]] beigetragen. Inwieweit Laugenzuflüsse aus dem Grubenfeld beteiligt waren, ist heute nicht mehr feststellbar. Die mit der Finne-Störung verbundene Zerstörung beinhaltet auch dessen besondere hydrogeologische Gefährdung.&amp;lt;ref&amp;gt;Nagel u. a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Schachtbau ==&lt;br /&gt;
Der Schacht Rastenberg durchteufte die rechts aufgelistete Schichtenfolge.&lt;br /&gt;
Das [[Abteufen]] des Schachtes Rastenberg mit einem endgültigen Durchmesser von 5,25 m erfolgte von 1907 bis 1909. Die [[Rasenhängebank]] lag bei + {{Höhe|301.85|DE-NN}}. Am 5. April 1909 wurde bei 594 m Teufe das [[Kalisalz|Kalilager]] angetroffen und anschließend in einer [[Mächtigkeit (Geologie)|Mächtigkeit]] von ca. 50 m durchteuft. Die Schachtendteufe beträgt 659 m.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Ausbauschema Schacht Rastenberg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot; style=&amp;quot;background: #FFDDDD;&amp;quot;|Teufe 0 – 34 m&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|Mauerwerk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot; style=&amp;quot;background: #FFDDDD;&amp;quot;|Teufe 34 – 311 m&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|Deutsche Tübbinge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot; style=&amp;quot;background: #FFDDDD;&amp;quot;|Teufe 311 – 659 m&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| Mauerwerk&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Nach Fertigstellung des Förderschachtes wurden Füllörter nach Nordwesten und Südosten angesetzt. Aus diesen wurden eine [[Wetter (Bergbau)|Wetter]]- und eine Förder[[Sohle (Bergbau)|sohle]] vorangetrieben. Am 24. Januar 1910 wurde die Förderung der Kalisalze aufgenommen. Die sogenannte Zweischachtfrage sollte durch eine Verbindungsstrecke mit der preußischen Gewerkschaft Burggraf gelöst werden. Mit Genehmigung des zuständigen Bergamtes Apolda wurde jedoch vom Bau Abstand genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aus- und Vorrichtung, Abbau- und Versatzverfahren ==&lt;br /&gt;
Der [[Abbau (Bergbau)|Abbau]] erfolgte im [[Kammerbau]]-Verfahren. Die Länge der Abbaukammern betrug im nördlichen Baufeld bis 180 m, im südlichen bis 128 m (Abbau 1). Die Breite der Abbaukammern betrug generell 10 m. Die Pfeilerbreite im nördlichen Abbaufeld betrug anfangs 7 m, später ausnahmslos 10 m. Im ca. 45 m [[Mächtigkeit (Geologie)|mächtigen]] Carnallititlager wurden mehrere [[Sohle (Bergbau)|Sohlen]] übereinander aufgefahren, deren [[Sohlenabstand|Abstand]] zwischen 7 und 11 m schwankt. Aus dem vorhandenen [[Rißwerk]] ist nicht ersichtlich, ob die [[Abbauhöhe]] über mehrere Teilsohlen reichte, oder zwischen jeder Sohle eine Schwebe angebaut wurde. Als Fördersohlen dienten die 603-, 614- und 649-m-Sohle. Von den dazwischen liegenden Sohlen (621-, 628- und 636-m-Sohle) wurde vermutlich über die vorhandenen [[Bremsberg (Bergbau)|Bremsberge]] auf die nächsttiefere Fördersohle gefördert. 8 [[Aufhauen|Überhauen]] dienten vermutlich nur der [[Fahrung]] und [[Bewetterung|Wetterführung]]. Etwa die Hälfte der aufgefahrenen Abbaue wurde versetzt. Vermutlich wurden als [[Versatz (Bergbau)|Versatzmaterial]] überwiegend Fabrikrückstände verwendet und mittels Handversatz in die Grube gebracht. Unterlagen über die Technologie und die Dichte des Versatzeinbringens liegen nicht vor. Die Berechnung des offengebliebenen Hohlraumes anhand der vorliegenden Risse bleibt ungenau, da Angaben über die Höhe der Abbaukammern fehlen. Nimmt man eine durchschnittliche Höhe von 3 m an, ergeben sich bei überschlägiger Berechnung folgende Werte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* offener Hohlraum Abbaue: 120.000 m³&lt;br /&gt;
* offener Hohlraum Strecken: 80.000 m³&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Insgesamt: 200.000 m³&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Stilllegung 1925 wurde die [[Rückstand (Chemie)|Rückstandshalde]] überwiegend in den [[Grubenbau]]en versetzt und mit dem Rest die Schachtröhre bis 100 m [[Teufe]] verstürzt. Lotungen ergaben, dass das Material allmählich absackte, bis es bei einer Teufe von ca. 450 m konstant blieb. Über dem Versatzmaterial bildete sich ein Laugenspiegel. Am 20. November 1941 stellte man fest, dass aus dem Entlüftungsrohr der [[Schachtverwahrung|Schachtabdeckelung]] unter starkem Zischen nach Öl riechende Gase entwichen. Herkunft und Ursache dieser Gase konnten nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Dabei muss nicht unbedingt [[Auslaugung]] durch [[Süßwasser]] die Ursache für den plötzlichen Gasaustritt gewesen sein, ebenso kann sich das Gas bei genügendem Druck einen Weg durch das Versatzmaterial gebahnt haben oder durch Senkung im Hangenden des Lagers öffneten sich Klüfte, auf denen das Gas den Weg zur Schachtröhre fand.&amp;lt;ref&amp;gt;Nagel u. a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die finanziellen und betriebswirtschaftlichen Verhältnisse ==&lt;br /&gt;
=== Die Wirtschaftsgeschichte des Unternehmens ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kux Rastenberg.jpg|150px|links|Kux-Schein der Kali-Bohrgesellschaft „Rastenberg“]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Aktie-Krügershall-AG.jpg|150px|links|Aktien-Schein der Kaliwerke Krügershall Aktiengesellschaft]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Aktie Burbach.jpg|150px|links|Aktien-Schein der Burbach-Kaliwerke AG]]&lt;br /&gt;
Gegründet am 12. Juni 1896 als Kali-Bohrgesellschaft „Rastenberg“ wandelte sie sich am 10. Dezember 1906 in die [[Bergrechtliche Gewerkschaft|Gewerkschaft]] „Rastenberg“ um. Die Eintragung dieser Gewerkschaft in das [[Handelsregister]] beim [[Amtsgericht]] [[Buttstädt]] erfolgte am 3. September 1907. Die Anzahl der [[Kux]]e betrug zu Beginn 1000; die Gewerkenversammlung vom 29. Juni 1920 beschloss die Erhöhung der Kuxzahl von 1000 auf 3000 Stück; davon waren bis zur Fusion 1253 ausgereicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Gegenstand des Unternehmens heißt es: „&amp;#039;&amp;#039;Ausbeutung der nach dem Bohr- und Verleihungsvertrag vom 23./24. Oktober 1905 in Verbindung mit dem Abtretungsvertrag vom 13. November 1906 seitens der großherzoglich Sachsen-Weimarschen Regierung der Gewerkschaft Rastenberg zu verleihenden Berechtigung zur Anlage und dem Betrieb eines Salz- bezw. Kalisalzbergwerkes in der Gemarkung Rastenberg unter den aus dem gedachten Vertrage sich ergebenden Rechten und Pflichten; [[Mutung]] und [[Kaufvertrag|Erwerb]] anderer [[Bergwerk]]e, sowie Beteiligung an anderen Bergwerken; Herstellung von Anlagen und Betrieb von Unternehmungen, die die Ausbeutung der vorbezeichneten Berechtigungen und Bergwerke und die Verwertung ihrer Erzeugnisse bezwecken, sowie Beteiligung bei solchen Anlagen oder Unternehmungen; Benutzung und Verwertung der selbst gewonnenen oder sonst erworbenen Bergwerkserzeugnisse, sowie Beteiligung an Unternehmungen, die eine solche Benutzung oder Verwertung bezwecken&amp;#039;&amp;#039;“. Die Gewerkschaft hatte am 25. November 1910 mit der Heldburg [[Aktiengesellschaft|AG]] einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem sie sämtliche Anlagen Über- und [[Tag (Bergbau)|Untertage]], bei gleichzeitiger Überlassung aller Rechte, Konzessionen usw. für die Zeit vom 1. Januar 1911 bis zum 31. März 1912 an diese für 600.000 M/a verpachtete. Die Pächterin erwarb danach auch sämtliche 1000 Kuxe der Gewerkschaft Rastenberg. Ab 1. Januar 1913 wurde der Betrieb für Rechnung der Gewerkschaft Rastenberg geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gewerkschaft war dem Kalisyndikat durch einen provisorischen Vertrag beigetreten und dementsprechend bei der Verabschiedung des Reichskaligesetzes vom 25. Mai 1910 in die Liste der liefernden und mit einer [[Quote]] bedachten Werke aufgenommen worden. Dieselbe betrug damals wie für alle Werke, die dem [[Syndikat]] provisorisch angeschlossen waren, 11,6300 Tausendstel. Die [[Absatzvolumen|Absatzquote]] betrug anfangs (31. Dezember 1924) 4,5362 Tausendstel; letztlich (ab Oktober 1932) 4,2665 Tausendstel. Am 17. Mai 1924 beschloss die Gewerkenversammlung gemäß § 83a des &amp;#039;&amp;#039;Gesetzes über die Regulierung der Kaliwirtschaft&amp;#039;&amp;#039; vom 18. Juli 1919 das Werk bis zum 31. Dezember 1953 stillzulegen. Nach Ausführung der durch die [[Bergbehörde]] vorgeschriebenen Versatzarbeiten wurde die Schachtanlage Rastenberg am 1. April 1925 stillgelegt. Die Kaliprüfungsstelle erteilte der Gewerkschaft im Jahre 1925 eine [[Kapitalbeteiligung|Beteiligungsziffer]] von 95 % der durchschnittlichen Beteiligung aller Kaliwerke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gewerkenversammlung am 12. Dezember 1928 beschloss, das Vermögen der Gewerkschaft als Ganzes unter Ausschluss der [[Liquidation]] mit Wirkung vom 1. Januar 1928 im Wege der [[Fusion (Wirtschaft)|Verschmelzung]] auf die Krügershall AG (in [[Burbach-Kaliwerke]] AG, Magdeburg) zu übertragen. Im Umtausch erhielten die Gewerken pro Kuxe nom. 1200 Aktien mit Dividendenschein ab 1. Januar 1928.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Chronologie der Betriebsentwicklung 1908–1914 ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1908:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Schacht im Abteufen begriffen, Schacht ca. 200 m tief. Durchschnittliche Arbeiterzahl: 150 Mann. Vorsitzender des [[Repräsentant (Bergbau)|Grubenvorstandes]]: Dr. H. de Neufville. Werksleitung: Direktor, Bergingenieur W. Berkenkamp. Betriebsführer: Bergingenieur Paul Hermann.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1909:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Schacht ca. 280 m tief. Durchschnittliche Arbeiterzahl: 150 Mann. Vorsitzender des Grubenvorstandes: Dr. H. de Neufville. Werksleitung: Direktor, Bergingenieur W. Berkenkamp. Betriebsführer: Bergingenieur Paul Hermann. Anlagen über Tage im Bau.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1910:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Der Schacht ist fertig abgeteuft. Durchschnittliche Arbeiterzahl: 150 Mann. Der Ausbau des Schachtes wird mit Jahresschluss beendet sein. Die Tagesanlagen (Chlorkaliumfabrik, Mühle usw.) sind fast fertiggestellt. Vorsitzender des Grubenvorstandes: Dr. H. de Neufville. Werksleitung: Direktor, Bergingenieur W. Berkenkamp. Betriebsführer: Bergingenieur Paul Hermann.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1911:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Unter Tage werden Vorrichtungsarbeiten betrieben. Die Tagesanlagen sind fertiggestellt. Durchschnittliche Arbeiterzahl: 150 Mann. Betriebsführer: Dipl.-Bergingenieur Fritz Schnadt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1912:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Das Werk befindet sich in vollem Betriebe. Durchschnittliche Arbeiterzahl: 350 Mann. Werksleitung: Direktor, Bergingenieur W. Berkenkamp. Betriebsführer: Dipl.-Bergingenieur Fritz Schnadt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1913:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Das Werk befindet sich in vollem Betriebe. Durchschnittliche Arbeiterzahl: 350 Mann. Werksleitung: Direktor, Bergingenieur W. Berkenkamp. Betriebsführer: Lehmann.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1914:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Das Werk befindet sich in vollem Betriebe. Durchschnittliche Arbeiterzahl: 400 Mann. Verwaltung: Fabrikdirektor Dr. Sundmacher, Prokurist W. Bunzel. Betriebsführer: Lehmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Produkt-Absatz ===&lt;br /&gt;
In den fabrikatorischen [[Tagesanlagen]] des Kaliwerkes Rastenberg wurden auch die per Feldbahn von den benachbarten Gewerkschaften Burggraf und Bernsdorf angelieferten Kali-Rohsalze verarbeitet. Hier einige Absatzzahlen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Fabrik-Absatz [Angaben in Doppel-Zentner (dz)]&lt;br /&gt;
! Produkt&lt;br /&gt;
! 1917&lt;br /&gt;
! 1918&lt;br /&gt;
! 1919&lt;br /&gt;
! 1920&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Carnallit&lt;br /&gt;
| 16&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
| 261&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kainit&lt;br /&gt;
| 8&lt;br /&gt;
| 7944&lt;br /&gt;
| 4182&lt;br /&gt;
| 763&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Düngesalz 20er&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
| 10011&lt;br /&gt;
| 572&lt;br /&gt;
| 2713&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Düngesalz 30er&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
| 517&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Düngesalz 40er&lt;br /&gt;
| 86054&lt;br /&gt;
| 25917&lt;br /&gt;
| 22164&lt;br /&gt;
| 25755&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Kalidünger 38er&lt;br /&gt;
| 4295&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
| -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Chlorkalium&lt;br /&gt;
| 10245&lt;br /&gt;
| 56403&lt;br /&gt;
| 49511&lt;br /&gt;
| 57255&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Schwefels. Kali&lt;br /&gt;
| 7152&lt;br /&gt;
| 346&lt;br /&gt;
| 503&lt;br /&gt;
| 6165&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Schwefels. Kalimagnesia&lt;br /&gt;
| 6303&lt;br /&gt;
| 5839&lt;br /&gt;
| 2011&lt;br /&gt;
| 4697&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Summe&lt;br /&gt;
| 114073&lt;br /&gt;
| 106977&lt;br /&gt;
| 79204&lt;br /&gt;
| 97348&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im Jahre 1921 wurden einschl. Absatz für die Werke Bernsdorf und Burggraf 123.060 dz K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O und 45.090&amp;amp;nbsp;kg Brom abgesetzt (Bernsdorf und Burggraf Absatz 13.335 dz K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O), im Jahre 1922 122.043 dz K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O, im Jahre 1923 83.672 dz K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O, im Jahre 1924 37.339 dz K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O und 1925 nur noch 1.807 dz K&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die einstige Abwasserkonzession ===&lt;br /&gt;
Infolge Genehmigung des Erweiterungsantrages der Gewerkschaft wurde die Einleitung von Endlauge in die [[Ilm (Saale)|Ilm]] insoweit gestattet, dass der [[Chlor]]gehalt des Wassers 550&amp;amp;nbsp;mg pro Liter nicht überschritt. Die Abwassertemperatur durfte 65 Grad nicht übersteigen. Diese limitierte Abwassermenge entsprach bei Mittelwasserstand der Ilm einer täglichen Verarbeitung von ca. 16000 dz Carnallit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutiger Zustand (2011) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Orlas-Verschluss Rastenberg.jpg|150px|rechts|Ansicht der – mittels sog. „Orlas-Verschluss“ – gesicherten Schachtröhre des Altkali-Schachtes Rastenberg anno 1978]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schachtkontrolle 1978.jpg|150px|rechts|Vorbereitungsarbeiten zur Entnahme von Lösungsproben aus der Schachtröhre des Altkali-Schachtes Rastenberg anno 1978]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schacht Rastenberg i.J.2002.jpg|150px|rechts|Schachtverschluss des Altkali-Schachtes Rastenberg im Jahre 2002]]&lt;br /&gt;
Seit der Stilllegung im Jahre 1925 gehörten die bergbaulichen Anlagen zum Burbach-Konzern. Seit dem 1. Januar 1955 befanden sie sich in Rechtsträgerschaft des ehemaligen [[Volkseigener Betrieb|VEB]] Kaliwerk „Heinrich Rau“ (Schachtröhre mit einer [[Parzelle]] von 345 m²) resp. ab 1. Januar 1970 des VEB [[Kombinat]] Kali, Betrieb Südharz.&lt;br /&gt;
Seit Erlass der Verwahrungsanordnung der [[DDR]] vom 10. Oktober 1971 (DDR-GBl. II Nr. 73) wurde der [[Rat des Bezirkes]] Halle für eine Vielzahl von Alt-Kalischächten, sog. „Grubenbaue alten Bergbaus ohne [[Rechtsnachfolger]]“, zuständig.&lt;br /&gt;
Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes galt die Schachtanlage Rastenberg als „stillgelegte Anlage eines bergbaulichen Gewinnungsbetriebes, für den ein Rechtsnachfolger nicht vorhanden oder nicht mehr feststellbar ist“. Anstelle der Räte der Bezirke traten die jeweiligen [[Landesregierung]]en bis zum Erlass entsprechender ordnungsbehördlicher Vorschriften (für das Land [[Sachsen-Anhalt]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt (SOG LSA)&amp;#039;&amp;#039; in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. September 2003 (GVBl. LSA S. 214), zuletzt geändert am 18. Mai 2010 (GVBl. LSA S. 340)) ein.&lt;br /&gt;
Somit steht bis dato die Schachtanlage Rastenberg ordnungsrechtlich bzgl. der Fürsorgepflicht zwecks Gefahrenabwehr in der Zuständigkeit der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese und viele andere seinerzeit stillgelegten Kali- und Steinsalzbergwerke bedürfen einer kontinuierlichen Überwachung. Kritische Hinweise für die Notwendigkeit einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;besonderen Fürsorge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; der Schachtanlage Rastenberg sind ein 1941 erfolgter Gasaustritt, der seit Jahrzehnten hörbare Wasserzutritt aus undichten Bereichen der Schachtauskleidung sowie die Mineralisation der aus der Schachtröhre gezogenen Wässer bzw. Lösungen (u.&amp;amp;nbsp;a. 1969, 1978). Im Ergebnis einer umfangreichen Untersuchung der Schachtröhre im Jahre 1978&amp;lt;ref&amp;gt;Pinzke&amp;lt;/ref&amp;gt; legte die zuständige Bergbehörde einen bis dato noch geltenden Sicherheitsbereich fest.&lt;br /&gt;
Bei den behördlichen Beobachtungen und Messungen traten bislang keine besonderen Vorkommnisse auf. Zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit wurde im Jahre 2000 der vorhandene sog. &amp;#039;&amp;#039;„Orlasverschluss“&amp;#039;&amp;#039; über der unverwahrten Schachtröhre durch eine neue Abdeckung in Form einer Stahlbetonplatte ersetzt (siehe Abbildung). Die Schachtabdeckung ist mittels Maschendrahtzaun eingezäunt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* J. Mossner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Kali-Bergwerke, Salinen und Tiefbohrunternehmungen.&amp;#039;&amp;#039; Finanz-Verlag, Berlin 1936.&lt;br /&gt;
* Nagel, Lobert, Schwarzer: &amp;#039;&amp;#039;Bergschadenkundliche Analyse der Schachtanlage der Gewerkschaft Rastenberg bei Billroda, Kreis Nebra.&amp;#039;&amp;#039; Roßleben, August 1970.&lt;br /&gt;
* G. Pinzke: &amp;#039;&amp;#039;Gutachten zur Einschätzung der Bergbau- und öffentlichen Sicherheit ausgewählter Kalischachtanlagen ohne Rechtsnachfolger auf dem Territorium des Bezirkes Halle.&amp;#039;&amp;#039; Gutachten. Rat des Bezirkes Schwerin, Abt. Geologie 1979, Archiv des LAGB Sachsen-Anhalt.&lt;br /&gt;
* o.&amp;amp;nbsp;V.: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der Deutschen Braunkohlen-, Steinkohlen- und Kali-Industrie.&amp;#039;&amp;#039; XIV. Jahrgang, Verlag von Wilhelm Knapp, Halle (Saale) 1914.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.weimar-rastenberger-kleinbahn.de/Teilzwecke.htm weimar-rastenberger-kleinbahn.de]&lt;br /&gt;
* [http://www.guenter.pinzke.de/bergbau/galerie2.html guenter.pinzke.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk in Sachsen-Anhalt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kalibergwerk im Saale-Unstrut-Kalirevier|Rastenberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Burgenlandkreis)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finne (Gemeinde)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmensgründung 1910]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1925]]&lt;/div&gt;</summary>
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