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	<title>Kalifatstaat - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T20:07:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kalifatstaat&amp;diff=168816&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Malabon: /* Geschichte */ + Beleg</title>
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		<updated>2025-12-18T09:25:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; + Beleg&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Green jihad flag.svg|mini|Logo der Organisation]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kalifatstaat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; hieß eine [[Islamismus|islamistische]] deutsche Organisation, die 1994 in [[Köln]] ausgerufen und im Dezember 2001 nach einer Änderung des [[Vereinsgesetz (Deutschland)|Vereinsgesetzes]], mit der das [[Religionsprivileg]] abgeschafft worden war, verboten wurde. Dieses [[Kalifat]] war jedoch nie völkerrechtlich institutionalisiert, sondern nur eine Absicht für einen islamischen „Staat im Staat“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Kalifatstaat ging 1994 aus dem „Islamischen Bundesstaat Anatolien“ (&amp;#039;&amp;#039;Anadolu Federe İslam Devleti&amp;#039;&amp;#039;, AFİD) hervor, der von 1992 bis 1994 als Umbenennung des &amp;#039;&amp;#039;Verbandes Islamischer Vereine und Gemeinden&amp;#039;&amp;#039; (İCCB) in [[Deutschland]] existierte. Dieser hatte sich 1984 von der islamistischen Organisation [[Islamische Gemeinschaft Millî Görüş|Millî Görüş]] abgespalten. Der Führer des Verbandes rief sich zum Kalifen, zum weltweiten geistlichen und weltlichen Oberhaupt aller Muslime, aus. Seitdem verstand sich die Organisation als „Kalifatstaat“ &amp;#039;&amp;#039;(Hilafet Devleti)&amp;#039;&amp;#039;. Vereinsrechtlich blieb der alte Name aber bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Führer war zunächst [[Cemaleddin Kaplan]], der in der deutschen Öffentlichkeit den Beinamen „[[Ruhollah Chomeini|Chomeini]] von Köln“ hatte. In türkischen Medien wurde er als „schwarze Stimme“ bezeichnet. Auf einer Veranstaltung zu Ehren Kaplans im Jahr 1993 „bedauerte“ der deutsche Islamkonvertit [[Andreas Abu Bakr Rieger]] öffentlich vor Hunderten Zuhörern, dass die Deutschen die Juden nicht ganz vernichtet hätten: „Wie die Türken haben wir Deutschen in der Geschichte schon oft für eine gute Sache gekämpft, obwohl ich zugeben muss, dass meine Großväter bei unserem gemeinsamen Hauptfeind nicht ganz gründlich waren.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-56323077.html Rainer Traub: &amp;#039;&amp;#039;Die Glaubens-Wechsler&amp;#039;&amp;#039;, Spiegel-Special Nr. 2/2008, Seite 94ff]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 zeichneten sich Auseinandersetzungen über Eigentums-, Besitz- und Nutzungsrechte an Immobilien ab. Der Verband strebte eine zentrale Kontrolle der Immobilien an. Kritik entzündete sich unter den Anhängern an der mangelnden Transparenz des Finanzgebarens der Organisation. 1994 spaltete sich in Bochum unter dem Namen „Verband der muslimischen Gemeinden“ (MCB) eine oppositionelle Gruppe ab. Nach dem Tod Cemaleddin Kaplans entbrannte Streit um die Nachfolge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolger wurde 1995 sein Sohn [[Metin Kaplan|Metin „Müftüoğlu“ Kaplan]]. Metin Kaplan nannte sich selbst „Sohn des [[Mufti]]s“ („Müftüoğlu“), da er – wie sein Vater, der sich „Sohn des [[Hodscha]]s“ („Hocaoğlu“) nannte – den türkischen Nachnamen „Kaplan“ („Tiger“) ablehnte. Unter Metin Kaplan kam es zu einer weiteren Radikalisierung der Vorstellungen. Im Kalifatstaat kam es häufiger zu internen Auseinandersetzungen. In Berlin residierte zeitweise ein Gegenkalif, [[İbrahim Sofu]]. Kaplan rief in der Vereinszeitung „Ümmet-i Muhammed“ vom 19. Juli 1996 zur Ermordung des Gegenkalifen auf: {{Zitat|Was passiert mit einer Person, die sich – obwohl es einen Kalifen gibt – als einen zweiten Kalifen verkünden lässt? Dieser Mann wird zur Reuebekundung gebeten. Wenn er nicht Reue bekundet, dann wird er getötet.|[[BfV]] 1999|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach: Aktivitäten der türkischen islamistischen Organisation „Der Kalifatsstaat“ in Deutschland. BfV 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;}} İbrahim Sofu wurde nach diesem Mordaufruf am 8. Mai 1997 ermordet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. Dezember 2001 erließ das [[Bundesministerium des Innern]] (BMI) eine Verfügung zum sofortigen Verbot des Vereins, der Stiftung &amp;#039;&amp;#039;Diener des Islam&amp;#039;&amp;#039; und von 19 Teilorganisationen. Am 12. Dezember 2001 wurde das Verbot mit der polizeilichen [[Durchsuchung (Recht)|Durchsuchung]] der Geschäftsstelle vollzogen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://openjur.de/u/248391.html |titel=VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 14.05.2002 - 1 S 10/02 |werk=openjur.de |abruf=2025-12-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Vermögen der Organisation wurde eingezogen und von der [[Bundesvermögensverwaltung]] in Amtshilfe für das BMI verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.archivportal-d.de/item/PYF5AQOP7Y6Y5RNN2BPZVBGMTQIZZGX5 Bundesarchiv] Abgerufen am 18. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Klage gegen das Verbot wurde vom [[Bundesverwaltungsgericht (Deutschland)|Bundesverwaltungsgericht]] abgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bverwg.de/271102U6A4.02.0 BVerwG, Urteil vom 27. November 2002 - 6 A 4.02]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil nahm das [[Bundesverfassungsgericht]] nicht zur Entscheidung an.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2003/10/rk20031002_1bvr053603.html BVerfG, Beschluss vom 2. Oktober 2003 - 1 BvR 536/03]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gegen das Verbot legte der Kalifatstaat schließlich Beschwerde beim [[Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte|Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte]] ein, die aber 2006 einstimmig als unzulässig verworfen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-138832 Entscheidung über die Zulässigkeit der Individualbeschwerde Nr. 13828/04 von K. gegen Deutschland. Abgerufen am 30.&amp;amp;nbsp;November 2014.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Folge weiterer Beobachtung durch den [[Verfassungsschutz]] kam es am 19. Dezember 2002 zum Verbot weiterer Vereine, die als Nachfolgeorganisationen galten. Metin Kaplan wurde nach seiner Abschiebung in der Türkei vor Gericht gestellt und im Jahre 2005 wegen des Versuchs, „die verfassungsmäßige Ordnung mit Gewalt zu stürzen“, zu erschwerter lebenslanger Haft verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
Die Organisation verfügte Anfang der 1990er Jahre etwa über 4.000 Mitglieder und im Jahre 1999 über ca. 1.100 Mitglieder. Nomineller Führer und somit „Kalif der Muslime“ und „Emir der Gläubigen“ ist der inhaftierte Metin Kaplan. Der Verband verfügte über eine Fetwa- und eine Kaza-Instanz, eine richterliche und eine überwachende Instanz. Die Fetwas wurden vom „[[Scheichülislam]]“ erlassen, eine Funktion, die Metin Kaplan ebenfalls beanspruchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Organisation war in „Gebiete“ &amp;#039;&amp;#039;(bölge)&amp;#039;&amp;#039; unterteilt, denen ein „Emir“ vorstand. Die niederländische Stiftung „Stichting Dienaar aan Islam“ stand ebenfalls unter der Führung des Verbandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ideologie ==&lt;br /&gt;
Das Weltbild des Kalifatstaats ist geprägt von einer ausgesprochenen [[Dichotomie]]. Die Geschichte der Menschheit wird als Kampf zwischen Gut und Böse betrachtet: ein Kampf zwischen &amp;#039;&amp;#039;hak&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;batıl&amp;#039;&amp;#039;, dem Wahren und dem Nichtigen, zwischen &amp;#039;&amp;#039;[[Īmān|iman]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Kufr|küfür]]&amp;#039;&amp;#039;, Glauben und Unglauben, zwischen &amp;#039;&amp;#039;[[Tauhid|tevhid]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Schirk|şirk]]&amp;#039;&amp;#039;, Monotheismus und Polytheismus, zwischen &amp;#039;&amp;#039;müstekbirler&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;müstazaflar&amp;#039;&amp;#039;, Unterdrücker und Unterdrückten, zwischen der &amp;#039;&amp;#039;hizbullah&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;hizbüşşeytan&amp;#039;&amp;#039;, der „Partei Gottes“ und der „Partei des Satans“. Zur Illustration dieser Weltsicht werden koranische (und biblische) Vorbilder angeführt. Dazu gehören der [[Pharao]] &amp;#039;&amp;#039;(Firavun)&amp;#039;&amp;#039; als tyrannischer Herrscher, sein Handlanger [[Haman]], Korah &amp;#039;&amp;#039;(Karun)&amp;#039;&amp;#039;, der das System mit seinem Geld unterstützt, und [[Bileam]] &amp;#039;&amp;#039;(Bel&amp;#039;am)&amp;#039;&amp;#039;, ein weiterer Handlanger. Ziel des Kalifatstaats ist die Errichtung eines auf der [[Scharia]] gegründeten islamischen Staatswesens. Als Vorbild dient das [[Kalifat]], in dem die religiöse und politische Macht bei einem [[Kalif]]en vereint ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.religion-online.info/islam/themen/Kalifatstaat.html Geschichte und Bedeutung]&lt;br /&gt;
* [https://www.wsws.org/de/2001/dez2001/kap2-d14.shtml Metin Kaplan und seine Organisation „Kalifatstaat“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=4582590-7|VIAF=243187585}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Türkischer Verein (Köln)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verbandsgründung 1994]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 2001]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:In Deutschland verbotene islamistische Organisation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Malabon</name></author>
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