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	<title>Kalamaja - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;ISO 3166 Bot: ISO 3166 Bot: ISO-Code Änderungen gemäß ISO 3166-2:EE (https://www.iso.org/obp/ui/#iso:code:3166:EE), gültig seit 2020-11-24</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;ISO 3166 Bot: ISO-Code Änderungen gemäß &lt;a href=&quot;/index.php/ISO_3166-2:EE&quot; title=&quot;ISO 3166-2:EE&quot;&gt;ISO 3166-2:EE&lt;/a&gt; (https://www.iso.org/obp/ui/#iso:code:3166:EE), gültig seit 2020-11-24&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Tallinn kalamaja asum.png|mini|Der Bezirk Kalamaja (rot) im Tallinner Stadtteil [[Põhja-Tallinn]] (gelb)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kalamaja&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (historischer deutscher Name „Fischermay“ bzw. „Fischermai“ oder „Fischermaie“) ist ein Bezirk ([[Estnische Sprache|estnisch]] &amp;#039;&amp;#039;asum&amp;#039;&amp;#039;) der [[Estland|estnischen]] Hauptstadt [[Tallinn]]. Er liegt im Stadtteil [[Põhja-Tallinn]] („Nord-Tallinn“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:EU-EE-TLN-PT-Kalasadama street.JPG|mini]]&lt;br /&gt;
Der Stadtbezirk hat 8.054 Einwohner (Stand 1. Mai 2010).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.tallinn.ee/est/g2677s51324 |text=Archivierte Kopie |wayback=20110517201712 |archiv-bot=2019-04-21 23:10:31 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er liegt nordwestlich der Tallinner Altstadt hinter dem [[Balti jaam|Baltischen Bahnhof]] (&amp;#039;&amp;#039;Balti jaam&amp;#039;&amp;#039;). Kalamaja bildet die Verbindung zwischen der Altstadt und der Tallinner Bucht (&amp;#039;&amp;#039;Tallinna laht&amp;#039;&amp;#039;), dem [[Ostsee]]-Zugang der [[Hansestadt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Kalamaja entstand während des [[Mittelalter]]s als Tallinner Vorstadt außerhalb der Stadtmauern. Die erste schriftliche Erwähnung geht auf das Jahr 1374 (nach anderen Quellen 1371) zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung Kalamajas bestand zum größten Teil aus [[Esten]], die vom Land in die Stadt zogen. Der nahe gelegene Tallinner Hafen bot zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten. Viele verdingten sich als [[Fischer (Beruf)|Fischer]], [[Hafenarbeiter]], [[Fuhrmann (Beruf)|Fuhr- und Karrleute]], [[Mündrich]]e, [[Fischhändler]] und [[Lotse]]n. Kalamaja spielte wirtschaftlich und kulturell eine wichtige Rolle beim Austausch zwischen Stadt und Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kalamaja befanden sich neben Wohnhäusern auch zahlreiche [[Schänke]]n, Gasthäuser und [[Bordell]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karsten Brüggemann]], [[Ralph Tuchtenhagen]]: &amp;#039;&amp;#039;Tallinn. Kleine Geschichte der Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Köln, Weimar, Wien 2011, S. 45 ISBN 978-3-412-20601-7&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1438 entstand in der Nähe der Großen Strandpforte (&amp;#039;&amp;#039;Suur rannavärav&amp;#039;&amp;#039;) eine [[Kapelle (Kirchenbau)|Kapelle]], die der [[Gertrud von Helfta|Heiligen Gertrud]] geweiht war. Der Bau aus Holz und Stein existierte bis 1540. 1545 wurde eine neue Kirche etwas weiter entfernt errichtet, die allerdings bereits 1571 abbrannte. Sie wurde 1602 wiederaufgebaut und 1710 im [[Großer Nordischer Krieg|Nordischen Krieg]] zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nordische Krieg und die folgende [[Pest]]epidemie dezimierten die Bevölkerung Kalamajas erheblich. Erst mit dem Bau des russischen Kriegshafens auf Befehl des Zaren [[Peter I. (Russland)|Peters I.]] erlebte die Vorstadt im Laufe des 18. Jahrhunderts eine neue Blüte. Zur Verteidigung des Tallinner Hafens wurden auch [[Küstengeschütz|Küstenbatterien]] errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Krimkrieg]]es (1853–1856) wurden Teile Kalamajas absichtlich zerstört, um dem englischen und französischen Feind keine Deckung zu bieten. Nach dem Krieg verlor die russische Seefestung dann ihre Bedeutung. Die zwischen 1828 und 1840 errichtete, mehrere Hektar große Küstenbatterie &amp;#039;&amp;#039;Patarei&amp;#039;&amp;#039; mit ihrer Lage direkt an der Ostsee und ihren zwei Metern dicken Wänden wurde in den 1860er Jahren zur [[Kaserne]] und 1919 zum Gefängnis umgestaltet. Seit 2007 ist sie Kulturzentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die frei gewordenen Flächen Kalamajas mehr und mehr zum Industriestandort. Unter anderem nahmen dort ab 1865 die Tallinner Gaswerke in einem von [[Rudolf Otto von Knüpffer]] geplanten Gebäude sowie metallverarbeitende Betriebe ihren Sitz. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke zwischen [[Paldiski]] und Tallinn kamen Werkstätten für [[Lokomotive]]n und Wagen hinzu, die 1880 über 500 Menschen beschäftigten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zählten die Maschinenfabrik „Franz Krull“, die Maschinen- und Motorenfabrik „Wiegand“ (später „AS Ilmarine“) und ab 1899 der Maschinen- und Elektronikkonzern „Volta“ zu den größten Arbeitgebern in Estland. Ab 1910 wurde „Volta“ auch mit der Produktion von Kriegswaffen im Zarenreich betraut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge des Bevölkerungszuwachses durch die [[Industrialisierung]] entstanden in Kalamaja an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zahlreiche zweigeschossige Häuser als günstige Arbeiterwohnungen. Viele Holzfassaden zieren geschnitzte russische Ornamente sowie Elemente im [[Jugendstil]] und im Stil des [[Historismus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Estnisches Architekturmuseum (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Tallinn im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Architekturführer. Tallinn o.&amp;amp;nbsp;J. [1994], S. 49&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1913 wurde in Kalamaja das erste Tallinner Elektrizitätswerk eingeweiht. Das Hauptgebäude entstand zwischen 1910 und 1913 nach Plänen des Architekten [[Hans Schmidt (Architekt)|Hans Schmidt]] im Jugendstil. 1927–1929 kam eine Turbinenhalle hinzu, 1932 ein Schalt- sowie ein Kesselhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon bald nach der Inbetriebnahme des Elektrizitätswerks wurde ein Großteil Kalamajas an das Stromnetz der Stadt angeschlossen. 1915 fuhr die erste Dampfstraßenbahn in Kalamaja. In den 1920er und 1930er Jahren wurde Kalajama weiter ausgebaut. Dabei entstanden auch zahlreiche Wohnhäuser im Stil des [[Funktionalismus (Design)|Funktionalismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Zwischenkriegszeit]] entwickelte sich Kalamaja als Industriestandort weiter. Neben zahlreichen kleineren Werkstätten hatten dort unter anderem die Schokoladenfabriken „Renomee“ und „Soliid“, die Streichholzfabrik „Lendra“, das metallverarbeitende Unternehmen „Aivaz“ sowie der Textil- und Tabakkonzern „Oskar Kilgas“ ihre Produktionsstandorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem verheerenden Angriff der sowjetischen Luftwaffe auf Tallinn am 9. März 1944 wurden auch Teile Kalamajas zerstört. 1946 wurden Kalamaja und die angrenzenden Stadtviertel in &amp;#039;&amp;#039;Rajon [[Michail Iwanowitsch Kalinin|Kalinin]]&amp;#039;&amp;#039; umbenannt. Die estnischen Industriebetriebe wurden enteignet und verstaatlicht. Auf einer in den 1930er Jahren eingeweihten [[Park]]anlage Kalamajas entstand 1965 das Kulturzentrum Salme (&amp;#039;&amp;#039;Salme kultuurikeskus&amp;#039;&amp;#039;) im sozialistischen Stil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kern der Bebauung blieb allerdings weitgehend unangetastet. Heute ist Kalamaja mit seinen historischen Holzhäusern ein beliebter Bezirk für die estnische [[Bohème]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Friedhof Kalamaja ==&lt;br /&gt;
In Kalamaja lag einer der ältesten Friedhöfe Tallinns. Er wurde im 15. oder spätestens 16. Jahrhundert gegründet. Die beiden ältesten noch erhaltenen Grabsteine weisen die Jahreszahlen 1634 und 1636 auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist wurden auf dem Friedhof [[Esten]] der (estnischsprachigen) Kirchengemeinden der [[Heiliggeistkirche (Tallinn)|Heiliggeistkirche]] und der [[Johanniskirche (Tallinn)|Johanniskirche]] sowie [[Estlandschweden|Schweden]] der (schwedischsprachigen) Sankt-Michaelskirche beigesetzt. Daneben fanden dort auch einige [[Deutsch-Balten|Deutschbalten]] ihre letzte Ruhestätte. Das bis heute erhaltene Wachhäuschen mit Turm entstand 1780. 1863 kam eine Kapelle hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1951 wurden Bestattungen auf dem Friedhof eingestellt. Damals betrug die Fläche des Friedhofs fast 6,5&amp;amp;nbsp;Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Laane: &amp;#039;&amp;#039;Tallinna kalmistud&amp;#039;&amp;#039; [„Die Tallinner Friedhöfe“]. Tallinn 2002, S. 30–34 ISBN 9985-64-168-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sowjetischen Besatzungsbehörden ließen ihn 1964 – wie die Friedhöfe von [[Kopli kalmistu|Kopli]] und [[Mõigu]] – vollständig einebnen. Auch die Grabbücher sind nicht mehr existent. Die tausenden von Gräbern wurden dabei vollständig zerstört. Die historischen Grabsteine wurden in anderen Teilen Tallinns als Baumaterial verwendet, unter anderem für die Küstenbefestigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gelände ist heute eine öffentliche Parkanlage, der &amp;#039;&amp;#039;Kalamaja kalmistupark&amp;#039;&amp;#039;. Eine Gedenktafel an der wiederhergestellten Kapelle erinnert an den ehemaligen Friedhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Kalamaja1.jpg|Historisches Holzhaus in Kalamaja (Aufnahme von 2001)&lt;br /&gt;
 Kalamaja2.jpg|Holzhäuser in Kalamaja (2001)&lt;br /&gt;
 Kalamaja4.jpg|Straßenszene in Kalamaja&lt;br /&gt;
 Kungla 2010-07-20.JPG|Historisches Holzhaus (Kungla-Straße)&lt;br /&gt;
 Tallinna Kalju baptistikogudus.jpg|Gebetshaus der [[Baptisten]]-Gemeinde&lt;br /&gt;
 EU-EE-TLN-PT-Volta-Franz Krull factory.JPG|Die ehemalige Fabrik &amp;#039;&amp;#039;Volta&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 Ilmarise kvartal.jpg|Blick auf das Neubaugebiet Ilmarine an der Tallinner Bucht&lt;br /&gt;
 Patarei vangla 2010-07-19.jpg|Das ehemalige Patarei-Gefängnis, seit 2007 Kulturzentrum&lt;br /&gt;
 Tallinn 2009 tourist pictures 0005.JPG|Das Veranstaltungszentrum &amp;#039;&amp;#039;[[Linnahall]]&amp;#039;&amp;#039; an der [[Ostsee]]&lt;br /&gt;
 EU-EE-TLN-PT-Kalamaja-Burned apartment house.JPG|File:EU-EE-TLN-PT-Põhja puiestee tram stop.JPG&lt;br /&gt;
 Salme Street, Tallinn (2020-05-22).jpg|Typische Holzhäuser in Kalamaja (Salme-Straße)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kalamaja}}&lt;br /&gt;
* [http://www.tallinn.ee/pohja_tallinn/Kalamaja Geschichte von Kalamaja] (estnisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.salme.ee/ Kulturzentrum Salme]&lt;br /&gt;
* [http://www.patarei.org/est/ Kulturzentrum Seefestung &amp;#039;&amp;#039;Patarei&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=59/26/49.13/N |EW=24/43/51.53/E |type=city |region=EE-784}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Verwaltungsgliederung Tallinns}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortsteil von Tallinn]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ISO 3166 Bot</name></author>
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