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	<title>Kaiserdeputation - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kaiserdeputation&amp;diff=238871&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Luthermütze: /* Kaiserdeputation 1849 */ Lithographie falsch zugeordnet, siehe dort</title>
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		<updated>2024-12-16T20:49:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Kaiserdeputation 1849: &lt;/span&gt; Lithographie falsch zugeordnet, siehe dort&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bilderrevolution0293.jpg|mini|Der Jurist [[Eduard Simson]], hier im Jahr 1849. Er war sowohl im Jahr 1849 als auch im Jahr 1870 Parlamentspräsident und Vorsitzender der Kaiserdeputation.]]&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kaiserdeputation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird in der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts für zwei verschiedene Gruppen von Parlamentsabgeordneten verwendet. Eine Deputation ist hier eine Abordnung, eine vom Parlament gewählte Gruppe, um Forderungen oder ein Angebot zu überbringen. Beide Male ging es darum, einem [[König von Preußen|preußischen König]] den Titel „Kaiser“ anzutragen. Beide Male war Parlamentspräsident [[Eduard Simson]] der Vorsitzende der Deputation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1849 reisten 32 Mitglieder der [[Frankfurter Nationalversammlung]] nach Berlin, um den [[Preußen|preußischen]] König [[Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;IV.]] zu treffen. Kurz zuvor hatte die Nationalversammlung eine Verfassung beschlossen und den König zum erblichen [[Reichsoberhaupt 1848–1850|Reichsoberhaupt]] mit dem Titel „[[Kaiser der Deutschen]]“ gewählt. Obwohl [[Note der Achtundzwanzig|28 deutsche Regierungen]] sich der Verfassung und der Wahl angeschlossen hatten, lehnte Friedrich Wilhelm noch im selben Monat ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1870 bat eine Deputation des [[Reichstag (Norddeutscher Bund)|Norddeutschen Reichstags]] König [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelm]] von Preußen, den Titel „[[Deutscher Kaiser]]“ anzunehmen. Dieser Titel war von Reichstag und Bundesrat beschlossen worden, auch lag diesmal eine positive Erklärung der übrigen Fürsten vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kaiserdeputation 1849 ==&lt;br /&gt;
Infolge der [[Deutsche Revolution 1848/1849|Märzrevolution]] von 1848 wurde eine Nationalversammlung gewählt, um mit den deutschen Staaten eine Verfassung für einen Bundesstaat zu [[Verfassungsvereinbarung|vereinbaren]]. Ende März 1849 stimmte die Nationalversammlung für eine Reichsverfassung und wählte auch den preußischen König zum neuen Kaiser der Deutschen. Am 30. März 1849 bestimmte die Nationalversammlung die Mitglieder der Deputation, die am 3. April in [[Berlin]] von Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;IV. empfangen wurde. Er äußerte Bedenken und wies Verfassung und Kaiserwürde am 28. April 1849 definitiv ab. Dies führte zur [[Reichsverfassungskampagne]], die in einen [[bürgerkrieg]]sähnlichen Konflikt eskalierte. Der König ließ die Revolution gewaltsam niederschlagen und verfügte rechtswidrig, dass die preußischen Mitglieder der Nationalversammlung ihr Mandat niederlegen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kaiserdeputation des Jahres 1870 richtete sich an Friedrich Wilhelms jüngeren Bruder und Nachfolger, König [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelm&amp;amp;nbsp;I. von Preußen]], der sich in der Endphase des [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Krieges]] im Hauptquartier der verbündeten deutschen Staaten in [[Versailles]] aufhielt. Sie bat ihn, der bereits Inhaber des [[Bundespräsidium]]s war, zusätzlich den Titel [[Deutscher Kaiser]] anzunehmen. Dies hatten Reichstag und [[Bundesrat (Deutsches Reich)|Bundesrat]] bereits beschlossen. Wilhelm nahm die Kaiserwürde am 18. Dezember an und erhielt sie am [[Verfassung des Deutschen Bundes|1. Januar 1871 durch eine neue Verfassung]], sträubte sich aber bis zur offiziellen Proklamation am 18. Januar 1871 gegen die Titulatur „Deutscher Kaiser“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankfurter Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
==== Vorgeschichte ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|An mein Volk und an die deutsche Nation}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der [[Märzrevolution]] in den deutschen Ländern trat am 18. Mai 1848 in [[Frankfurt am Main]] die [[Frankfurter Nationalversammlung|Nationalversammlung]] zusammen, die eine vorläufige Reichsregierung einsetzte und die [[Paulskirchenverfassung|Verfassung]] für einen deutschen [[Nationalstaat]] ausarbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar stimmte die Nationalversammlung noch am 27. Oktober 1848 für eine sogenannte [[großdeutsche Lösung]] unter Einbeziehung der deutschen Lande [[Kaisertum Österreich|Österreichs]], nachdem der österreichische Ministerpräsident [[Felix zu Schwarzenberg|Schwarzenberg]] die Unteilbarkeit des [[Vielvölkerstaat]]es und Kaiserreichs Österreich erklärt hatte. Einen Monat später war allerdings klar, dass die Nationalversammlung die staatliche Einheit höchstens als [[kleindeutsche Lösung]] mit [[Königreich Preußen|Preußen]] als stärkster Macht erreichen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Deutsche Kaiserwürde als Erbmonarchie ====&lt;br /&gt;
Das Angebot der Kaiserwürde an Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;IV. war dann die konsequente Folge der von der Nationalversammlung in langen Verhandlungen erarbeiteten und am 28. März 1849 verabschiedeten [[Frankfurter Reichsverfassung]]. Diese sah als Ergebnis der Abstimmung vom 27. März eine [[Erbmonarchie]] vor, nachdem die gleiche Lösung im Rahmen der ersten Lesung des Verfassungsentwurfs noch verworfen worden war. Hauptgrund für den Stimmungswandel war, dass alle anderen Vorschläge zu einer [[Wahlmonarchie]] noch weniger praktikabel waren und ebenfalls keine breite Unterstützung finden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abstimmung am 27. März gewannen die sogenannten [[Casino (Fraktion)|Erbkaiserlichen]] um [[Heinrich von Gagern]] mit einer Mehrheit von 267 gegen 263 Stimmen. Unterstützt wurden sie von der eigentlich widerstrebenden linken [[Westendhall|Fraktion Westendhall]] um [[August Heinrich Simon|Heinrich Simon]]. Vier Stimmen kamen von den dem linken politischen Spektrum zuzurechnenden deutschösterreichischen Abgeordneten, die damit gegen die restaurative Politik der österreichischen Regierung stimmen wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wahl des preußischen Königs ====&lt;br /&gt;
[[File:German Revolution Chart 03 DE.svg|thumb|Institutionen im revolutionären Deutschland: Die Nationalversammlung beschließt die Verfassung, der preußische König bekämpft beide.]]&lt;br /&gt;
Am 28. März wurde der preußische König als erbliches Oberhaupt mit 290 Stimmen gegen 248 Enthaltungen und Widerstand vor allem linker sowie süddeutscher und deutsch-österreichischer Abgeordneter gewählt. Zwar war die preußische Politik und auch Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;IV. bei der Mehrheit der Abgeordneten wenig beliebt, auch war vielen Erbkaiserlichen bekannt, dass Friedrich Wilhelm trotz seiner Aussage „Fortan geht Preußen in Deutschland auf“ die Frankfurter Nationalversammlung innerlich ablehnte. Allerdings hatte Friedrich Wilhelm auf Druck der preußischen Regierung am 23. Januar 1849 den deutschen Einzelstaaten mitgeteilt, dass Preußen die Ideen der Erbkaiserlichen akzeptieren würde. Auch hatte Preußen im Gegensatz beispielsweise zu [[Bayern]], [[Württemberg]], [[Sachsen]] und [[Königreich Hannover|Hannover]] dem Verfassungsentwurf nach der ersten Lesung in einer Stellungnahme zugestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beamten der provisorischen Zentralgewalt hatten darüber hinaus in vielfältigen Gesprächen versucht, ein Bündnis mit der preußischen Regierung zu erreichen, insbesondere indem man eine gemeinsame Front gegen die radikale Linke aufbaute und argumentierte, dass die Monarchie nur überleben könne, wenn sie mit den gemäßigten Liberalen gemeinsame Sache mache und eine konstitutionell-parlamentarische Monarchie akzeptiere. In diese Richtung gingen auch Gespräche [[Friedrich Daniel Bassermann|Bassermanns]] als Gesandter der Zentralgewalt mit Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;IV. im November 1848. Es blieb jedoch undeutlich, wie Friedrich Wilhelm letztlich reagieren würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ablehnung der Kaiserwürde ===&lt;br /&gt;
Der romantisch veranlagte und politisch wankelmütige Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;IV. war jedoch – unabhängig von den politischen Implikationen einer deutschen Einigung – keineswegs bereit, vom Prinzip des [[Gottesgnadentum]]s grundsätzlich abzuweichen und dieses Angebot anzunehmen. Für ihn war es bereits eine zu weit gehende Niederlage, dass er nach dem [[Barrikadenaufstand]] und den folgenden Unruhen 1848 eine [[Preußische Verfassung (1848/1850)|preußische Verfassung]] ankündigen und eine [[preußische Nationalversammlung]] einberufen musste und somit konstitutionell-parlamentarische Einschränkungen seiner [[Regierungsgewalt]] zu erwarten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon aus grundsätzlichen Erwägungen hatte die Kaiserwürde aus der Hand eines [[Demokratie|demokratischen]] [[Parlament]]s für ihn nichts mit der alten [[Römisch-deutscher Kaiser|deutschen Königs- und Kaiserwürde]] zu tun. Bereits am 23. Dezember 1848 schrieb er an seinen Berater [[Joseph von Radowitz]]:&lt;br /&gt;
[[Datei:FrWIV-Karikatur-1849-Farbe.jpg|mini|Karikatur zur Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;IV., kolorierte Lithografie nach einer Zeichnung von [[Isidor Popper]]]]&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Jeder deutsche Edelmann, der ein Kreuz oder einen Strich im Wappen führt,&amp;lt;ref&amp;gt;Das ist das sogenannte Bastardkreuz, bzw. [[Bastardfaden]], ein Zeichen dafür, dass Träger des Wappens eines Familienablegers unehelicher Zeugung entspringt, meist der Sohn des Lehensherren und einer Mätresse.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist hundertmal zu gut dazu, um solch ein Diadem aus Dreck und Letten der Revolution, des Treubruchs und des Hochverrats geschmiedet, anzunehmen. Die alte, legitime, seit 1806 ruhende Krone deutscher Nation, das Diadem von Gottes Gnaden, das den, der es trägt, zur höchsten Obrigkeit Deutschlands macht, der man Gehorsam schuldet um des Gewissens willen, das kann man annehmen, wenn man in sich die Kraft dazu fühlt und die angeborenen Pflichten es zulassen. Die Krone vergibt aber keiner als Kaiser Franz Joseph, ich und unseresgleichen und wehe dem! der es ohne uns versucht und wehe dem! der sie annimmt&amp;amp;nbsp;[…].&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.bpb.de/izpb/9892/scheitern-eines-traumes?p=all | titel=Scheitern eines Traumes | autor=[[Günter Wollstein]] | werk=Informationen zur politischen Bildung, Heft 265 | hrsg=[[Bundeszentrale für politische Bildung]] | zugriff=2019-06-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus lag für Friedrich Wilhelm und die politische Rechte angesichts der militärischen Stärke Preußens die Strategie auf der Hand, die Liberalen ohne Kompromisse zu desavouieren und anschließend gestärkt die Linken zu besiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 3. April 1849 empfing der bereits telegraphisch informierte Friedrich Wilhelm die aus 32 Abgeordneten bestehende, am 2. April eingetroffene, Deputation in [[Berlin]]. Er lehnte die Kaiserkrone ab, da er diese, wie er in seiner Ansprache ausdrückte, nicht ohne „das freie Einverständnis der gekrönten Häupter, der Fürsten und der freien Städte Deutschlands“ annehmen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf schrieb er an [[Ernst August I. (Hannover)|Ernst August von Hannover]] und berichtete ihm, was er zwei Abgeordneten, dem „alten Arndt“ und dem „Herrn von Beckerath“, auf deren dringende Briefe geantwortet hatte:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=[…] ich erklärte ihnen, von einer eigentlichen Antwort könne notwendigerweise gar nicht die Rede gegenüber dieser Deputation sein. Man nähme nur das an und schlüge nur das aus, was angeboten werden könne. Die Paulskirche aber habe keine Krone anzubieten und ich folglich keine auszuschlagen und anzunehmen. Diese sogenannte Krone sei aber an sich keine Krone, wohl aber ein Hundehalsband, mit dem man mich an die Revolution von 48 ketten wolle.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Jessen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Deutsche Revolution 1848/49 in Augenzeugenberichten&amp;#039;&amp;#039;. Düsseldorf 1968, S.&amp;amp;nbsp;310&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Bericht über die Ereignisse an seinen Londoner Gesandten [[Christian Karl Josias Freiherr von Bunsen|Bunsen]] schrieb der König:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Das mach’ ich mit meines Gleichen ab; Jedoch zum Abschied die Wahrheit: Gegen Demokraten helfen nur Soldaten.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfram Siemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Revolution von 1848/49.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-11266-X, S.&amp;amp;nbsp;203 (Neue Historische Bibliothek, Band&amp;amp;nbsp;266).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ich will weder der Fürsten Zustimmung zu &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; Wahl noch &amp;#039;&amp;#039;die&amp;#039;&amp;#039; Krone. […] Die Krone, die ein Hohenzoller nehmen dürfte, &amp;#039;&amp;#039;wenn&amp;#039;&amp;#039; die Umstände es möglich machen &amp;#039;&amp;#039;könnten&amp;#039;&amp;#039;, ist keine, die eine, wenn auch mit fürstlicher Zustimmung eingesetzte, aber in die revolutionäre Saat geschossene Versammlung macht (dans le genre de la couronne des pavés de Louis-Philippe,&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsch: „in der Art der Krone von der Straße eines [[Louis-Philippe I.|Louis-Philippe]]“.&amp;lt;/ref&amp;gt;), sondern eine, die den Stempel Gottes trägt, die den, dem sie aufgesetzt wird nach der [[Salbung|heiligen Ölung]], »von Gottes Gnaden« macht, weil und wie sie mehr denn vierunddreißig Fürsten zu Königen der Deutschen von Gottes Gnaden gemacht und den letzten immer der alten Reihe gesellt. Die Krone, welche die Ottonen, die Hohenstaufen, die Habsburger getragen, kann natürlich ein Hohenzoller tragen; sie ehrt ihn überschwänglich mit tausendjährigem Glanze. Die aber, die Sie – leider meinen, verunehrt überschwänglich mit ihrem Ludergeruch der Revolution von 1848, der albernsten, dümmsten, schlechtesten –, wenn auch, gottlob, nicht bösesten dieses Jahrhunderts. Einen solchen imaginären Reif, aus Dreck und Letten gebacken, soll ein legitimer König von Gottes Gnaden und nun gar der König von Preußen sich geben lassen, der den Segen hat, wenn auch nicht die älteste, doch die edelste Krone, die Niemand gestohlen worden ist, zu tragen?&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leopold von Ranke]]: &amp;#039;&amp;#039;Aus dem Briefwechsel Friedrich Wilhelms&amp;amp;nbsp;IV. mit Bunsen&amp;#039;&amp;#039;. In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Sämtliche Werke&amp;#039;&amp;#039;, Band&amp;amp;nbsp;50. Leipzig 1887, S.&amp;amp;nbsp;493&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Note der Achtundzwanzig|28 deutsche Regierungen]] nahmen die Reichsverfassung an und forderten den König dazu auf, dies ebenfalls zu tun. Am 28. April stellte der preußische Gesandte in Frankfurt, [[Ludolf Camphausen|Camphausen]], der [[Provisorische Zentralgewalt|Provisorischen Zentralgewalt]] jedoch ein Schreiben mit der endgültigen Ablehnung zu. Die Begründung geht vor allem auch auf die Frage der Haltung der anderen deutschen Fürsten ein, deren Zustimmung, künftig den preußischen König als Kaiser anerkennen zu müssen, tatsächlich nicht ohne Widerspruch zu erwarten war. Darüber hinaus ließ der König auch monieren, dass die Nationalversammlung keine Änderungen der Reichsverfassung akzeptieren würde, obwohl die Reichsverfassung doch mit den Regierungen vereinbart werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen und Wirkung ===&lt;br /&gt;
Mit der Ablehnung der Kaiserkrone setzte die Phase ein, in der Friedrich Wilhelm die Märzrevolution gewaltsam niederschlug. Rechtswidrig behauptete er, die preußischen Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung müssten ihr Mandat niederlegen. Gegen die [[Reichsverfassungskampagne]] ging er mit Militär vor. Preußische Revolutionäre wurden verfolgt und eingesperrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im Frühling 1849 versuchte Friedrich Wilhelm, selbst ein Deutsches Reich zu gründen. Dabei wollte er die nichtpreußischen Fürsten stärker miteinbeziehen. Dieses später [[Erfurter Union]] genannte Projekt scheiterte ebenfalls am preußischen König: Nachdem das Erfurter Unionsparlament den Verfassungsentwurf angenommen hatte, verlor er das Interesse: Die Verfassung war ihm immer noch zu liberal. Er setzte keine Unionsorgane ein und ließ die Union in der [[Herbstkrise 1850]] endgültig fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mitglieder der Kaiserdeputation ===&lt;br /&gt;
In der Sitzung der Nationalversammlung vom 28. März 1849 wurde Friedrich Wilhelm IV. zum deutschen Kaiser gewählt und zunächst beschlossen, dass eine Parlamentsdeputation aus 24 Mitgliedern und dem Parlamentspräsidenten durch das [[Frankfurter Nationalversammlung#Gesamtvorstand|Bureau der Nationalversammlung]] vorgeschlagen werden soll, die dann Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone antragen sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=4lVCAQAAMAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA6096 Protokoll der Nationalversammlung vom 28. März 1849.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am folgenden Tag beantragte Parlamentspräsident Simson die Deputation aus 32 Mitgliedern und dem Parlamentspräsidenten zu bilden&amp;lt;ref&amp;gt;Also 32 + 1 = 33.&amp;lt;/ref&amp;gt; (da „keiner unserer Volksstämme unvertreten bleiben darf“), was von der Versammlung gebilligt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=4lVCAQAAMAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA6098 Protokoll der Nationalversammlung vom 29. März 1849.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich ernannt wurden aber nebst dem Präsidenten 33 Parlamentsmitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=T6AETyH2lRYC&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA95 Protokoll der Nationalversammlung vom 29. März 1849.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da zwei Mitglieder der Deputation nicht nach Berlin mitreisen konnten, so bestand die Deputation aus 31 Personen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei Karl Biedermann: &amp;#039;&amp;#039;Aus jüngstvergangenen Tagen - Die Frankfurter Kaiserdeputation im Jahre 1849.&amp;#039;&amp;#039; In: Die Gartenlaube, Heft 36, S. 569–574 [https://de.wikisource.org/wiki/Aus_j%C3%BCngstvergangenen_Tagen_(1)] steht: &amp;#039;&amp;#039;Zwei Mitglieder, Mittermaier und Schoder, konnten wegen nothwendiger Anwesenheit in der Heimath nicht Theil nehmen.&amp;#039;&amp;#039; Der Autor war selbst Mitglied der Kaiserdeputation.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Ansprache vor dem preußischen König am 3. April 1849 führte Simson aus: &amp;#039;&amp;#039;In der Vollziehung dieses Auftrags stehen vor Ew. Majestät der Präsident der Reichsversammlung und 32 ihrer Mitglieder, …&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeitreisen.de/millennium/original_html/vossische_1849_0404.GIF.html Berlinische Zeitung vom 4. April 1849.]&amp;lt;/ref&amp;gt; also 33 Personen. Es bleibt ungeklärt wer die eine in der folgenden Liste fehlende Person war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Mitgliedern der Kaiserdeputation wurden ernannt:&amp;lt;ref&amp;gt;Nachfolgend die im Protokoll der Nationalversammlung vom 29. März 1849 genannten Personen. Die Angabe der durch sie repräsentierten Bundesglieder sind Karl Biedermann: &amp;#039;&amp;#039;Aus jüngstvergangenen Tagen - Die Frankfurter Kaiserdeputation im Jahre 1849.&amp;#039;&amp;#039; In: Die Gartenlaube, Heft 36, S. 569–574 [https://de.wikisource.org/wiki/Aus_j%C3%BCngstvergangenen_Tagen_(1)] entnommen.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# [[Eduard von Simson|Eduard Simson]] (Vorsitzender), Preußen&lt;br /&gt;
# [[Ernst Moritz Arndt]], Preußen&lt;br /&gt;
# [[Marquard Adolph Barth]], Bayern&lt;br /&gt;
# [[Johann Friedrich Christoph Bauer|Christoph Bauer]], Bayern&lt;br /&gt;
# [[Georg Beseler]], Schleswig-Holstein und Lauenburg&lt;br /&gt;
# [[Friedrich Carl Biedermann|Carl Biedermann]], Sachsen&lt;br /&gt;
# [[Moriz Adolph Briegleb]], Thüringen&lt;br /&gt;
# [[Adolph Cnyrim]], Hessen&lt;br /&gt;
# [[Friedrich Christoph Dahlmann]], Schleswig-Holstein und Lauenburg&lt;br /&gt;
# [[Albert August Wilhelm Deetz]], Preußen&lt;br /&gt;
# [[Gottlob Friedrich Federer|Friedrich Federer]], Württemberg&lt;br /&gt;
# [[Gottlieb Wilhelm Freudentheil]], Hannover&lt;br /&gt;
# [[Adolph Goeden]], Preußen&lt;br /&gt;
# [[Albert von Hartmann]], Preußen&lt;br /&gt;
# [[August Hollandt]], Braunschweig&lt;br /&gt;
# [[Wilhelm Friedrich Christian Gustav Krafft|Wilhelm Krafft]], Bayern&lt;br /&gt;
# [[Wilhelm Loewe]], Preußen&lt;br /&gt;
# [[Ernst Merck]], freie Reichsstädte&lt;br /&gt;
# [[Carl Joseph Anton Mittermaier]], Baden&amp;lt;ref&amp;gt;Im Protokoll der Nationalversammlung vom 29. März 1849 als Mitglied der Deputation aufgeführt. Bei Karl Biedermann: &amp;#039;&amp;#039;Aus jüngstvergangenen Tagen - Die Frankfurter Kaiserdeputation im Jahre 1849.&amp;#039;&amp;#039; In: Die Gartenlaube, Heft 36, S. 569–574 steht: &amp;#039;&amp;#039;Zwei Mitglieder, Mittermaier und Schoder, konnten wegen nothwendiger Anwesenheit in der Heimath nicht Theil nehmen.&amp;#039;&amp;#039; Der Autor war selbst Mitglied der Kaiserdeputation.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
# [[Julius Carl Pannier]], Anhaltinische Länder&lt;br /&gt;
# [[Friedrich von Raumer]], Preußen&lt;br /&gt;
# [[Jacob Ludwig Theodor Reh|Theodor Reh]], Hessen&lt;br /&gt;
# [[Gabriel Riesser]], Schleswig-Holstein und Lauenburg&lt;br /&gt;
# [[Maximilian Heinrich Rüder]], Oldenburg&lt;br /&gt;
# [[Gustav Rümelin]], Württemberg&lt;br /&gt;
# [[Friedrich Wilhelm Schepp]], Nassau&lt;br /&gt;
# [[Jan Lodewijk van Scherpenzeel Heusch]], Luxemburg-Limburg&lt;br /&gt;
# [[Adolph Gottlieb Ferdinand Schoder|Adolph Schoder]], Württemberg&amp;lt;ref&amp;gt;Im Protokoll der Nationalversammlung vom 29. März 1849 als Mitglied der Deputation aufgeführt. Bei Karl Biedermann: &amp;#039;&amp;#039;Aus jüngstvergangenen Tagen - Die Frankfurter Kaiserdeputation im Jahre 1849.&amp;#039;&amp;#039; In: Die Gartenlaube, Heft 36, S. 569–574 steht: &amp;#039;&amp;#039;Zwei Mitglieder, Mittermaier und Schoder, konnten wegen nothwendiger Anwesenheit in der Heimath nicht Theil nehmen.&amp;#039;&amp;#039; Der Autor war selbst Mitglied der Kaiserdeputation.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
# [[Alexander von Soiron]], Baden&lt;br /&gt;
# [[Albert Sprengel]], Mecklenburg&lt;br /&gt;
# [[Gustav Adolf Harald Stenzel]], Preußen&lt;br /&gt;
# [[Friedrich Carl Stieber]], Sachsen&lt;br /&gt;
# [[Heinrich Albert Zachariä|Heinrich Zachariä]], Hannover&lt;br /&gt;
# [[Friedrich Joseph Zell|Friedrich Zell]], Preußen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kaiserdeputation 1870 ==&lt;br /&gt;
Im Dezember 1870 machte sich abermals eine parlamentarische Deputation unter Eduard Simson auf den Weg zum preußischen König. Damals gab es bereits den [[Norddeutscher Bund|Norddeutschen Bund]] und den [[Reichstag (Norddeutscher Bund)|Norddeutschen Reichstag]] in Berlin, und König [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelm]] war bereits Inhaber des [[Bundespräsidium|Präsidiums des Bundes]]. Bei Abreise der Deputation lagen bereits der [[Kaiserbrief]] der Fürsten und die Entscheidung von Reichstag und [[Bundesrat (Deutsches Reich)|Bundesrat]] vor (9./10. Dezember), dass der Inhaber des Bundespräsidiums den Titel &amp;#039;&amp;#039;Deutscher Kaiser&amp;#039;&amp;#039; tragen solle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilhelm akzeptierte am 18. Dezember den Kaisertitel im Grundsatz, und am 1. Januar 1871 trat die [[Verfassung des Deutschen Bundes]] in Kraft, die für das Präsidium den Titel Deutscher Kaiser vorsah. Die offizielle [[Kaiserproklamation]] sollte erst am 18. Januar erfolgen, dem 170. Jahrestag der Krönung [[Friedrich I. (Preußen)|Friedrichs&amp;amp;nbsp;I.]] zum ersten König in Preußen. Wilhelm sträubte sich jedoch bis zuletzt gegen den von der Verfassung festgeschriebenen Titel, weil er diesen für künstlich hielt. Außerdem hätte er die Form Kaiser von Deutschland bevorzugt. Dies war aber nach Ansicht von [[Bundeskanzler (Norddeutscher Bund)|Bundeskanzler]] [[Otto von Bismarck]] nicht nur nicht verfassungskonform, sondern auch nicht vereinbar mit dem Selbstwertgefühl der übrigen Fürsten. Um das Problem bei der Proklamation zu umgehen, brachte Großherzog [[Friedrich I. (Baden, Großherzog)|Friedrich I.]] von [[Großherzogtum Baden|Baden]], der ranghöchste der anwesenden Bundesfürsten, das Hoch auf „Kaiser Wilhelm“ aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Reichsoberhaupt 1848–1850]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wolfram Siemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Revolution von 1848/49.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-11266-X (Neue Historische Bibliothek, Band&amp;amp;nbsp;266).&lt;br /&gt;
* {{Gartenlaube |Wikisource=Aus jüngstvergangenen Tagen &amp;amp;#40;1&amp;amp;#41; |Autor=[[Karl Biedermann (Politiker)|Karl Biedermann]] |Jahr=1863 |Heft=36 |Seite=569–574 |Kommentar=zur Frankfurter Kaiserdeputation von 1849}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/download/pdf/2231861?name=Antwort%20Sr%20Majest%C3%A4t%20des%20K%C3%B6nigs%20an%20die%20Deputation%20der%20Frankfurter%20Nationalversamm Flugblatt mit der Rede Friedrich Wilhelms&amp;amp;nbsp;IV. vom 3. April 1849], (PDF; 240&amp;amp;nbsp;kB); [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/1848/content/titleinfo/2231861 Quellangaben zum Dokument], abgerufen am 16. Juni 2019.&lt;br /&gt;
* [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/download/pdf/2233211 Flugschrift Friedrich Wilhelms&amp;amp;nbsp;IV. „An mein Volk“, Drucklegung am 15. Mai 1849] (PDF; 650&amp;amp;nbsp;kB); [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/1848/content/titleinfo/2233211 Quellangaben zum Dokument], abgerufen am 16. Juni 2019.&lt;br /&gt;
* [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/download/pdf/2219376 Flugblatt mit Wiedergabe des Schreibens an Camphausen vom 28. April 1849 mit der Begründung der Ablehnung, S. 26 ff.] (PDF; 10,8&amp;amp;nbsp;MB); [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/1848/content/titleinfo/2219376 Quellangaben zum Dokument], abgerufen am 16. Juni 2019.&lt;br /&gt;
* [http://www.zeitreisen.de/millennium/original_html/vossische_1849_0404.GIF.html Bericht] der &amp;#039;&amp;#039;Berlinischen Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 4. April 1849, abgerufen am 16. Juni 2019.&lt;br /&gt;
* [http://www.preussen-chronik.de/_/ereignis_jsp/key=chronologie_006420.html Darstellung] bei preussen-chronik.de, abgerufen am 16. Juni 2019.&lt;br /&gt;
* Christoph Vormweg: [https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/friedrichwilhelm104.html &amp;#039;&amp;#039;28.04.1849 - Friedrich Wilhelm IV. lehnt Kaiserkrone ab.&amp;#039;&amp;#039;] [[WDR]] [[ZeitZeichen (Hörfunksendung)|ZeitZeichen]] vom 28. April 2014 (Podcast).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frankfurter Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Friedrich Wilhelm IV.]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Luthermütze</name></author>
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