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	<title>Kaiserchronik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T21:31:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kaiserchronik&amp;diff=28384&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Clemens Dulcis: Normdaten: GND, LCCN, VIAF</title>
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		<updated>2024-04-28T05:16:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Normdaten: GND, LCCN, VIAF&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:HS MR StA Best147 Hr1 Nr4 9001.jpg|mini|Kaiserchronik, Marburger Fragment]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kaiserchronik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine um Mitte des 12. Jahrhunderts entstandene, erste großangelegte, in deutschen Reimen verfasste [[Chronik]]. Sie stellt das umfangreichste und am dichtesten überlieferte Werk der [[Frühmittelhochdeutsche Dichtung|frühmittelhochdeutschen Literatur]] dar, das die Geschichte von Caesar bis zum [[Römisch-deutscher König|römisch-deutschen König]] [[Konrad III. (HRR)|Konrad III.]] erzählt. „Kaiserchronik“ ist nicht der Originaltitel, der Verfasser nannte das Werk ursprünglich &amp;#039;&amp;#039;crônicâ&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(gehaizzen ist iz crônicâ, V. 17)&amp;#039;&amp;#039;. Der heutige Titel stammt von dem Germanisten [[Bernhard Joseph Docen]] (1782–1828).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die wohl zwischen 1140 und 1150 von einem oder mehreren an einem [[Regensburg|Regensburger]] Hof tätigen Geistlichen verfasste [[Reimchronik]] erzählt in 17283 gereimten Versen episodenhaft von 36 römischen und 19 deutschen Kaisern. Somit entsteht eine [[Weltchronik]] von der Gründung [[Rom]]s (Schwerpunkt Caesar) bis zur Vorbereitung des [[Zweiter Kreuzzug|zweiten Kreuzzuges]] 1147.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist (u.&amp;amp;nbsp;a. wegen Unterschieden in der Erzähltechnik) anzunehmen, dass mehrere Verfasser an der Chronik mitgewirkt haben. Der [[Pfaffe Konrad]], Verfasser des ebenfalls in Regensburg entstandenen „[[Rolandslied]]es“ wird seit 1924 (vgl. Carl Wesle) als Autor der Kaiserchronik nicht mehr erwogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Auftraggeber ist wegen des abrupten Endes der Kaiserchronik (ein Epilog fehlt) schwer zu bestimmen. Als wahrscheinlich gilt eine Abfassung an einem Regensburger [[Herzog]]s- oder [[Bischof]]shof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Pal. germ. 361, Fol. 1r.jpg|mini|[[Incipit]] der Kaiserchronik, Fassung A ([[Universitätsbibliothek]] Heidelberg, Cod. Pal. germ. 361, [https://doi.org/10.11588/diglit.167#0007 Fol. 1&amp;lt;sup&amp;gt;r&amp;lt;/sup&amp;gt;]).&amp;lt;ref&amp;gt; Wissenschaftliche Beschreibung der Handschrift: Karin Zimmermann und Matthias Miller (Bearb.), &amp;#039;&amp;#039;Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304–495)&amp;#039;&amp;#039;, Wiesbaden 2007, [https://doi.org/10.11588/diglit.28979#0297 S. 237–238].&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Mit 50 bislang bekannten Textzeugen zeichnet sich die Kaiserchronik durch eine besonders dichte Überlieferung aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://handschriftencensus.de/werke/189 Aufstellung] der Überlieferungsträger im [[Handschriftencensus]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Text ist in unterschiedlichen Fassungen überliefert, die jeweils verschiedenen Überlieferungsgruppen zugeordnet werden (Gruppe A bis C: Reimform; Gruppe D: Prosafassung; Gruppe D: separate Überlieferung einzelner Episoden). Zwei Handschriften der Überlieferungsgruppe A (Cod. Pal. germ. 154;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://doi.org/10.11588/diglit.75 Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 154], auf doi.org&amp;lt;/ref&amp;gt;) sind Bestandteil der ehemaligen [[Bibliotheca Palatina]] und werden in der [[Universitätsbibliothek Heidelberg]] aufbewahrt.&amp;lt;ref&amp;gt;[doi:10.11588/diglit.167 Cod. Pal. germ. 361]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Die Kaiserchronik ist die erste bedeutende großflächige deutschsprachige Geschichtsquelle. Bei der Darstellung der römischen Kaiser liegt der Schwerpunkt oft auf den mit ihnen verbundenen [[Hagiographie|Heiligenlegenden]]. Vor allem die römischen Kaiser bieten dem Autor Gelegenheit, [[novelle]]nartige Einzelepisoden (z. B. Faustinian und Silvester, je ca. 2800 Verse (~ 16 % des Gesamtumfangs); Crescentia, 1500 Verse (~ fast 9 % des Gesamtumfangs der Chronik)) einzuschalten, die sich weitgehend verselbständigen. Dem chronikalischen Impetus versucht der Autor durch scheinbar präzise Angaben über Regierungszeit der einzelnen Herrscher gerecht zu werden, tatsächlich ändert er die [[Liste der römischen Kaiser der Antike|Abfolge der Kaiser]] gravierend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzeption ==&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Anliegen der Kaiserchronik ist die Verlängerung des [[Römisches Reich|Römischen Reichs]] in die Herrschaft der [[Römisch-deutscher Kaiser|deutschen Kaiser]] gemäß der im [[Mittelalter]] weit verbreiteten [[Vier-Reiche-Lehre|Vier-Weltreich-Lehre]]. Die Absicht, lehrhaft zu &amp;#039;&amp;#039;erzählen&amp;#039;&amp;#039;, überwiegt bei weitem das Anliegen, einen historisch präzisen Bericht zu erstatten. Die Darstellung hat nicht in erster Linie der historischen Wahrheit, sondern vielmehr der &amp;#039;&amp;#039;gotes minne&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;„Gottes Heilsplan“, V.&amp;amp;nbsp;34) zu entsprechen. Der im Prolog gefasste Vorsatz, von &amp;#039;&amp;#039;guoten unt ubelen&amp;#039;&amp;#039; Herrschern zu erzählen, wird größtenteils konsequent verfolgt und besitzt [[Fürstenspiegel]]charakter. Nach [[Friedrich Ohly]] sollen die einzelnen Episoden nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern besitzen vor allem eine religiöse und ethisch-exemplarische Bedeutsamkeit. Der Autor möchte dadurch sein Werk von den &amp;#039;&amp;#039;lugen&amp;#039;&amp;#039; einer rein weltlichen Dichtung abgrenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
Eine einheitliche Quelle der Kaiserchronik gibt es nicht. Der Verfasser hat die unterschiedlichsten Quellen benutzt, selbstständig verarbeitet, teilweise eigenwillig und frei behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Legende]]nliteratur und [[Heiligenlegende|Heiligenviten]]&lt;br /&gt;
* [[Sage]]nüberlieferungen&lt;br /&gt;
* Chronik [[Frutolf von Michelsberg|Frutolfs von Michelsberg]] und [[Ekkehard von Aura|Ekkehards von Aura]] sowie Kaiser- und Papst-Kataloge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einzelne Erzählungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ovid]]s [[Fasti (Ovid)|Fasti]]&lt;br /&gt;
* [[Pseudo-Klementinen|Pseudo-Clementinische Rekognitionen]]&lt;br /&gt;
* [[Annolied]] (mit markanten Veränderungen)&lt;br /&gt;
* [[Cassiodor]]s „Historia tripartita“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Die Kaiserchronik ist in drei verschiedenen Redaktionen überliefert und stellt mit ihren rund 40 Überlieferungsträgern das am breitesten überlieferte und damit erfolgreichste volkssprachliche Werk des 12. Jahrhunderts ([[Dieter Kartschoke|Kartschoke]]) dar. Die Kaiserchronik ist unter anderem auch Teil der [[Vorauer Handschrift]], einer mittelalterlichen Sammelhandschrift, die bis heute im [[Stift Vorau|Augustiner-Chorherrenstift Vorau]] in der Steiermark aufbewahrt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirkung ==&lt;br /&gt;
Die Kaiserchronik wirkt nachweislich auf das „Rolandslied“, den „Trierer Silvester“, wahrscheinlich auch auf [[Wolfram von Eschenbach|Wolframs]] &amp;#039;&amp;#039;[[Willehalm]]&amp;#039;&amp;#039;, Ottes &amp;#039;&amp;#039;Eraclius&amp;#039;&amp;#039;, [[Frauenlob]] und [[Heinrich der Teichner|Heinrich den Teichner]]. Außerdem stellt sie eine wichtige Quelle für spätere Geschichtswerke wie die „[[Sächsische Weltchronik]]“ und die mehr als 150 Jahre danach entstandene „Weltchronik“ des [[Jans der Enikel|Jans Enikel]] sowie [[Heinrich von München|Heinrichs von München]] und [[Jakob Twinger von Königshofen|Jakob Twingers von Königshofen]] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
1) Textausgaben&lt;br /&gt;
* {{MGH|DtChron|1,1}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Kaiserchronik. Eine Auswahl. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzt, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von [[Mathias Herweg]]. Reclam, Stuttgart 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) Forschungsliteratur&lt;br /&gt;
* {{LexMA|5|856|857|Kaiserchronik|Eberhard Nellmann|Quellen und Literatur}}&lt;br /&gt;
* Eberhard Nellmann: Artikel &amp;#039;&amp;#039;Kaiserchronik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Verfasserlexikon]].&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Band 4, 1983, Sp. 949–964.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Ohly]]: &amp;#039;&amp;#039;Sage und Legende in der Kaiserchronik. Untersuchungen über Quellen und Aufbau der Dichtung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur deutschen Sprache und Dichtung.&amp;#039;&amp;#039; Band 10). 2. Auflage Darmstadt 1968.&lt;br /&gt;
* [[Alexander Rubel]]: &amp;#039;&amp;#039;Caesar und Karl der Große in der Kaiserchronik. Typologische Struktur und die translatio imperii ad Francos.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Antike und Abendland]].&amp;#039;&amp;#039; Band 47, 2001, S. 146–163.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000004600 Kaiserchronik: hochauflösendes Digitalisat im Kulturportal bavarikon]&lt;br /&gt;
* [http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?qs=Kaiserchronik&amp;amp;ts=&amp;amp;ps=&amp;amp;tags=&amp;amp;ejahr=&amp;amp;thes=&amp;amp;sprache=&amp;amp;sortierung=d&amp;amp;pagesize=20&amp;amp;objektart=alle&amp;amp;page=1 Veröffentlichungen zur Kaiserchronik] im Opac der [[Regesta Imperii]]&lt;br /&gt;
* [http://digi.ub.uni-heidelberg.de/kcd/ Kaiserchronik – digital] – Editionsprojekt der [[University of Cambridge]] zu einer kritischen Textedition; im Rahmen des Kooperationsprojekts übernahm die [[Universitätsbibliothek Heidelberg]] die digitale Präsentation mit weiterführenden Informationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND= 4203382-2|LCCN=nr2001038117|NDL=|VIAF=176939533 }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (12. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Mittelhochdeutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chronik (Literatur)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Clemens Dulcis</name></author>
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