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	<title>Kain - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kain&amp;diff=33486&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dr. Kloebner: /* Neuzeitliche Rezeption */ erg.</title>
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		<updated>2025-11-11T13:35:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Neuzeitliche Rezeption: &lt;/span&gt; erg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die biblische Gestalt. Zu anderen Bedeutungen siehe [[Kain (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Titian - Cain and Abel.JPG|mini|[[Tizian]]: &amp;#039;&amp;#039;Kain und Abel&amp;#039;&amp;#039;. (1570/76, [[Santa Maria della Salute]], [[Venedig]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ghent Altarpiece A - Cain - Abel - murder.jpg|mini|Die Ermordung [[Abel (Bibel)|Abels]] durch Kain. Bildfeld des [[Genter Altar]]s von [[Jan van Eyck]].]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kain&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{heS|קַיִן&amp;amp;lrm;}}, {{arS|قابيل&amp;amp;lrm;|DMG=Qābīl}}) ist gemäß dem biblischen [[1. Buch Mose]] und dem [[Koran]] der erste Sohn von [[Adam und Eva]], den ersten Menschen, die [[Gott]] auf der Erde [[Schöpfungsbericht|erschaffen]] hatte. In der biblischen Darstellung {{B|Gen|4|1–16|EU}} erschlug Kain seinen jüngeren Bruder [[Abel (biblische Person)|Abel]]. Der Koran erzählt die Geschichte der Brüder mit verändertem Akzent und ohne Namensnennung in Sure 5, 27–31.&amp;lt;ref&amp;gt;Online Quran Project (OQP): [http://al-quran.info/#5 &amp;#039;&amp;#039;Al-Mā’idah&amp;#039;&amp;#039;] (Sure 5)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Die Etymologie des [[Hebräische Sprache|hebräischen]] Namens קַיִן &amp;#039;&amp;#039;kajin&amp;#039;&amp;#039; Kain ist nicht geklärt. Durch Evas Ausspruch in [[1. Buch Mose|Gen]] 4,1 EU „Ich habe einen Mann vom Herrn erworben“, wird er volksetymologisch mit dem Verb קנה &amp;#039;&amp;#039;qnh&amp;#039;&amp;#039; („erwerben/erschaffen“) verbunden. Ein solcher Ausruf ist nicht untypisch, wird jedoch wissenschaftlich als Wortspiel, nicht als Etymologie gesehen, wie [[Renate Brandscheidt]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{WiBiLex |Referenz=23040 |1=Kain und Abel |Autoren=[[Renate Brandscheidt]] |Abruf=2023-10-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Derek Kidner&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Derek Kidner |Titel=Genesis: An Introduction and Commentary |Reihe=The Tyndale Old Testament commentaries |Verlag=Inter-Varsity Press |Ort=Chicago |Datum=1967 |Seiten=74}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Claus Westermann]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Claus Westermann |Titel=Genesis 1–11 |Reihe=Biblischer Kommentar Altes Testament |BandReihe=1,1 |Verlag=Neukirchener Verlag |Ort=Neukirchen-Vluyn |Datum=1974 |Seiten=394 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigen. Das Verb קנה &amp;#039;&amp;#039;qnh&amp;#039;&amp;#039; wird zwar biblisch an vielen Stellen als „schaffen“ übersetzt, jedoch immer mit Gott als Subjekt der Handlung. Westermann beschreibt zwar, dass es auch Deutungsversuche (Borger, Vattioni, Hauret) gibt, die Evas Ausruf in Anlehnung an den assyrischen Personennamen itti-ili-ašāmšu mit „Ich habe ein Kind vom HERRN gekauft“ oder „Ich habe mit der Hilfe des HERRN ein Kind erschaffen“ übersetzen, wie es viele frühe jüdische Interpreten getan haben, doch wird die im hebräischen Urtext verwendete Präposition את an keiner anderen Stelle in der Übersetzung „mit Hilfe von“ übersetzt. Stattdessen müsste die Präposition עם stehen. Argumente, dass sich an anderen Stellen die Präpositionen austauschen lassen, entkräften sich dadurch, dass dies nie an einer Stelle geschieht, in der es um Gottes Hilfe geht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglich, jedoch von keinem Interpreten angenommen ist eine Verbindung zum rekonstruierten Nomen קַיִן *&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt; („Lanze/Speer“, vgl. 2Sam&amp;amp;nbsp;21,16). Procksch deutet den Namen über andere westsemitische Sprachen als „Schmied“ oder „Metallarbeiter“ (vgl. arabisch qayn („Schmied“), palmyrenischen קיניא &amp;#039;&amp;#039;qaynāyā&amp;#039;&amp;#039; („Gold-/Silberschmied“) und andere). Cassuto beruft sich auf das arabische Verb  „gestalten, formen, bilden“ und deutet den Namen als „Handwerker“ (vgl. auch äthiopisch kin („Handwerk“)). Andere Verbindungen bestehen zum jüdisch-aramäischen קֶינָאָה &amp;#039;&amp;#039;qeynā’ah&amp;#039;&amp;#039;, syrisch &amp;#039;&amp;#039;qaynāyā&amp;#039;&amp;#039;, altsüdarabisch &amp;#039;&amp;#039;QYN&amp;#039;&amp;#039; („Minister/Diener/Verwalter“).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wilhelm Gesenius |Titel=Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament |Auflage=18. |Verlag=Springer |Ort=Heidelberg / Dordrecht / London / New York |Datum=2013 |ISBN=978-3-642-25680-6 |Seiten=1165}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Septuaginta]] lautet der Name ebenfalls καιν &amp;#039;&amp;#039;kain&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biblische Darstellung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ulm-Muenster-BessererKapelleFenster-BruderMord.jpg|mini|Kain erschlägt seinen Bruder Abel, Glasfenster von [[Hans Acker]] im [[Ulmer Münster]] (um 1430)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In {{B|Gen|4|1–24}} findet sich die [[biblische Erzählung]] über Kain und Abel, die ältesten Söhne Adams und Evas. Kain, der Ackerbauer, war neidisch auf seinen Bruder Abel, den Hirten, weil Gott dessen Opfer vorzog (siehe auch: [[Chelev]]). In der Folge kamen ihm böse Gedanken, er hörte nicht auf die Ermahnungen Gottes und erschlug schließlich seinen Bruder. Damit wurde er laut Bibel zum ersten Mörder. Kain wurde für seine Tat von Gott verstoßen, jedoch als Zeichen für den weiteren Schutz durch Gott mit dem so genannten [[Kainsmal]] versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzählung von Kain und Abel folgt in der Bibel direkt auf die [[Vertreibung aus dem Paradies]]. Beide Erzählungen sind parallel gestaltet. Während jedoch in der ersten Erzählung ein „vertikales“ Vorgehen beschrieben wird (Gott bestraft Menschen), wird nun ein „horizontales“ Vorgehen beschrieben: Menschen töten sich gegenseitig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kain übersiedelte östlich von [[Garten Eden|Eden]] in das Land [[Nod]], wo er mit seiner – nicht näher beschriebenen – Frau einen Sohn, Henoch, zeugte. Er gründete eine Stadt, die er nach seinem Sohn benannte {{Bibel|Gen|4|17}}. Das [[Buch der Jubiläen]] nennt seine Schwester Awan als seine Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Darstellung endet mit der Wiedergabe des Stammbaums Kains, durch den das Wachsen der Menschheit verdeutlicht wird. Anders als bei den Nachkommen des [[Set (Bibel)|Set]], des nachgeborenen, dritten Sohns Adams und Evas, werden die Lebensalter dieser Urväter nicht angegeben. Da die Nachkommen Kains bis zur [[Sintflut]] aber nur sieben Generationen umfassen&amp;amp;nbsp;– [[Henoch (Sohn Kains)|Henoch]], Irad, Mehujaël, Metuschaël, [[Lamech#Genesis 4|Lamech]] und dessen Kinder {{Bibel|Gen|4|17–22}}&amp;amp;nbsp;– anstatt der neun Generationen nach Set {{Bibel|Gen|5|6–32}}, müssten die Kainiten ihre genannten Söhne in höherem durchschnittlichen Alter gezeugt haben. Zu Kains Nachkommen gehören [[Jubal]], Stammvater der Zither- und Flötenspieler, [[Tubal-Kain]], Stammvater der Schmiede, und [[Jabal]], Stammvater der Hirten, sowie deren Schwester [[Naama (Bibel)|Naama]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da laut {{B|Gen|6}} in der Sintflut alle Menschen außer [[Noach]] und seiner Familie umkamen, stellte sich die Frage, wie die Söhne Lamechs zu Begründern wichtiger Berufsgruppen werden konnten. Dies wurde in der jüdischen Tradition beantwortet, indem man die in der Bibel namenlosen Frauen Noachs und seiner drei Söhne [[Sem (Bibel)|Sem]], [[Ham (Bibel)|Ham]] und [[Jafet]] zu weiblichen Nachkommen Lamechs erklärte. Allerdings wurden die „Menschentöchter“, die mit den „Gottessöhnen“ die [[Nephilim]] zeugten, die Riesen und Helden der Vorzeit, ebenfalls traditionell mit den weiblichen Nachfahren Kains identifiziert, die entweder die [[Engel]] zum Abfall von Gott verleiteten oder die frommen Nachfahren des Set zum Götzendienst verführten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der Zeit der geteilten Königreiche von [[Nordreich Israel|Israel]] und [[Juda (Reich)|Juda]] existierte ein Stamm der [[Keniter]], anscheinend ein Clan von nomadischen Wanderschmieden. Diese führten sich auf Kain zurück {{Bibel|Num|24|21}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Koranische Darstellung ==&lt;br /&gt;
Im Koran wird die jüdische Überlieferung des [[Zwei-Brüder-Motiv]]s unterschiedlich geschildert: Beide Söhne Adams brachten jeweils ein Opfer dar, wovon lediglich das des jüngeren angenommen wurde. Als der ältere Bruder dem jüngeren deswegen mit Mord drohte, erwiderte dieser, keine Gegenwehr zu leisten, da nur Gott zu fürchten sei. Der Lohn des Ungerechten sei die Hölle, und als Mörder müsse der Bruder dort beider Sünden verbüßen. Davon unbeeindruckt, erschlug der Ältere den Jüngeren (Sure 5, 28–31).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ältere suchte nach einer Möglichkeit, des Bruders Leichnam zu verbergen. Gott sandte einen in der Erde scharrenden Raben, was bedeutete, den Ermordeten zu [[Begräbnis|begraben]]. Erst jetzt [[Reue|bereute]] der Ältere die Tat (Sure 5, 32). Drei Folgeverse ordnen die Schwere einer Mordtat im islamischen Recht ein, versprechen bei echter Reue jedoch Gottes Barmherzigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Nacherzählung mit der Hinzufügung des Begräbnisses und der Reue gleicht einer jüdischen Textauslegung ([[Midrasch]]), in welcher Gott dem Kain zwei Vögel sandte, deren einer den anderen tötete und dann verscharrte. Sure 5 nennt die Brüder nicht beim Namen. Da jedoch besagte Midrasch ([[Midrasch#Aggadische Midraschim|Tanchuma]], [[Pirqe de Rabbi Eliezer]]) aus dem 8. und 9. Jahrhundert stammen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Günter Stemberger |Titel=Einleitung in Talmud und Midrasch |Datum= |Seiten=356, 357 |Kommentar=Abschnitt: Pirke de Rabbi Eliezer}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Joseph Jacobs, Schulim Ochser |url=http://www.jewishencyclopedia.com/articles/12185-pirke-de-rabbi-eli-ezer |titel=Pirke de Rabbi Eliezer, Jewish Encyclopedia |abruf=2019 |zitat=Haggadicmidrashic work on Genesis, part of Exodus, and a few sentences of Numbers; ascribed to R. Eliezer b. Hyrcanus, and composed in Italy shortly after 833}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Samuel Berman |Titel=Midrash Tanhuma-Yelammedenu: An English Translation of Genesis and Exodus from the Printed Version of Tanhuma-Yelammedenu With an Introduction, Notes, and Indexes |Datum=1996 |Seiten=11–12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist eine definitive Abhängigkeit des [[Koran]]s (7. Jahrhundert) von diesen Midrasch aus chronologischer Sicht fraglich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joel Duman |Titel=The Treatment of the Cain and Abel story in Midrash Tanhuma |Datum=2007 |Zitat=If we accept a dating of Pirke deRabbi Eliezer to the 8th century and of the Tanhuma to the 8th or 9th century, the present redaction of neither book could have served as the basis for the 7th century Quran.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach außerkoranischer Tradition erschlägt &amp;#039;&amp;#039;Kabil&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Qabil&amp;#039;&amp;#039;) seinen Bruder &amp;#039;&amp;#039;Habil&amp;#039;&amp;#039;. Eine spätere (sunnitische) Auslegung wob die Tat in eine größere Geschichte ein, indem die Abstammung aller Menschen von Adam und Eva (nach Sure 4, 1) folgendermaßen hergeleitet wird: Alle Kinder Evas (je nach Auslegung eine Zahl zwischen 20 und weit über 100) seien, je Schwester und Bruder, als kreuzweise zu verheiratende [[Zwillinge#Formen zweieiiger Zwillinge|Zwillinge]] zur Welt gekommen. Während der jüngere Habil mit Kabils Zwillingsschwester einverstanden war, weigerte sich Kabil, Habils Schwester zu ehelichen. Um die Situation zu klären, sollten, ein [[Gottesurteil]] erwartend, Allah Opfer dargeboten werden. Habil opferte sein bestes Tier, während Kabil den schlechtesten Teil der Ernte darbot. Lediglich Habils Opfer annehmend urteilte Allah gegen Kabil.&amp;lt;ref&amp;gt;Muhammad Saed Abdul-Rahman: &amp;#039;&amp;#039;The Meaning and Explanation of the Glorious Qur&amp;#039;an&amp;#039;&amp;#039; Band 2. MSA Publication Limited, 2007. ISBN 978-1-86179-475-8. S. 404. {{Google Buch |BuchID=ZZqPhWELmVAC |Seite=404}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Legendarisches ==&lt;br /&gt;
Der Legende nach soll die Bluttat Kains in einer Grotte an dem Berg &amp;#039;&amp;#039;Jabal Arbain&amp;#039;&amp;#039; ([[Dschabal Qāsiyūn]]), nordwestlich von Damaskus (Syrien), geschehen sein, wo sich aus diesem Grund heute eine kleine [[Moschee]] befindet. Das angebliche Grab Abels befindet sich an der heutigen, die Länder Syrien und den Libanon verbindenden Autobahn zwischen Damaskus und Beirut, ca. 30&amp;amp;nbsp;km vom Jabal Arbain entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Rezeptionsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gioacchino Assereto - Cain and Abel.jpg|mini|[[Gioacchino Assereto]]: Kain und Abel (nach 1640)]]&lt;br /&gt;
In seinen &amp;#039;&amp;#039;[[Jüdische Altertümer|Antiquitates Judaicae]]&amp;#039;&amp;#039; beschreibt der jüdische Geschichtsschreiber [[Flavius Josephus]], wie Kain die von Gott erschaffene einfache Ordnung des Lebens kompliziert machte, indem er Städte mit Mauern errichten ließ und zum Beispiel das [[Maßeinheit|Maß]] erfunden haben soll. Flavius’ Darstellung Kains deckt sich streckenweise mit dem biblischen Bericht und teilt mündliche jüdische Tradition mit. Des Weiteren beschreibt Flavius Josephus Kain als sehr schlechten Menschen und seine Nachkommen als mordend, vergewaltigend, sich bereichernd.&amp;lt;ref&amp;gt;Flavius Josephus: [https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/evtheol/ijd/antiq_i-ii.pdf#page=10 Altertumskunde], Seite 10, Abschnitt (53) bis (66) (PDF; 447&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; Von den ersten Christen wurde Abels Ermordung als Vorläufer aller Vergehen an Unschuldigen begriffen. Auch die [[Kreuzigung Jesu]] wird in diesen Zusammenhang eingereiht (vgl. {{B|Mt|23|35}}; {{B|Lk|11|50f.}}) sowie die [[Christenverfolgungen im Römischen Reich|Christenverfolgungen]] im [[Römisches Reich|Römischen Reich]]. Im neutestamentlichen [[Judasbrief]] {{Bpur|Jud|11}} wird Kain zum Sinnbild des Menschen auf falschem Wege. Nach {{B|1 Joh|3|12}} stammt Kain vom „Bösen“ ab, was sich mit jüdischen Legenden trifft, die nicht Adam, sondern Satan zum Vater Kains machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auffassungen unterscheiden sich von jenen der Bibel, wonach Gott Kain trotz des Homizides schützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten bezog sich nach Angaben des [[Kirchenväter|Kirchenvaters]] [[Epiphanius von Salamis]] die [[Gnosis|gnostische]] Gruppierung der [[Kainiten]] auf Kain als Träger der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Apokryphen]] ist Kain auch unter dem Namen [[Adiaphotos]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der christlichen Kunst steht die Ermordung Abels durch Kain häufig als Symbol für den Opfertod Jesu Christi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeitliche Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cormon, Fernand - Cain flying before Jehovah&amp;#039;s Curse.jpg|mini|Kain auf der Flucht vor Jahwes Fluch von [[Fernand Cormon|Fernand-Anne Piestre Cormon]] ca. 1880, [[Musée d’Orsay]], Paris]]&lt;br /&gt;
* Die 1577 geschaffene Reliefdarstellung des [[Kain-und-Abel-Kamin]]s in Essen nimmt das Motiv auf.&lt;br /&gt;
* [[Pietro Metastasio]] verfasste 1732 ein Oratorienlibretto unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[La morte d’Abel]],&amp;#039;&amp;#039; das vielfach vertont wurde.&lt;br /&gt;
* [[George Gordon Byron|Lord Byron]] verfasste 1821 eine dramatische Bearbeitung des biblischen Stoffes unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Cain&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* [[Charles Baudelaire]] verfasste 1857 im Rahmen seines Gedichtzyklus [[Les Fleurs du Mal]] das anarchistische Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Abel et Caïn&amp;#039;&amp;#039;, in dem Kain als Ahnherr aller Ausgestoßenen, Verdammten und insbesondere des [[Lumpenproletariat]]s dazu aufgerufen wird, den Himmel zu erstürmen und Gott zu Boden zu schleudern, so wie dieser es einst mit [[Luzifer]] tat – also jede bestehende Herrschaftsordnung umzuwerfen.&lt;br /&gt;
* Die Komponisten [[Eugen d’Albert]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Kain (Oper)|Kain]]&amp;#039;&amp;#039;, 1900), [[Felix von Weingartner]] (&amp;#039;&amp;#039;Kain und Abel&amp;#039;&amp;#039;, 1913) und [[Rudi Stephan]] (&amp;#039;&amp;#039;Die ersten Menschen&amp;#039;&amp;#039;, bis 1915) bearbeiteten den Stoff für die Opernbühne.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kain&amp;#039;&amp;#039; ist ein Drama in einem Akt von [[Friedrich Koffka]], 1917. Ua am 9.&amp;amp;nbsp;Juni 1918 in den [[Deutsches Theater Berlin|Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin]].&lt;br /&gt;
* [[John Steinbeck]] versetzte die Grundzüge der biblischen Geschichte in seinem Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Jenseits von Eden]]&amp;#039;&amp;#039; in den Kontext Kaliforniens im 19. und frühen 20. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
* [[Karl Edward Wagner]]s Fantasy-Figur Kane basiert auf dem biblischen Kain.&lt;br /&gt;
* Der Bösewicht &amp;#039;&amp;#039;Kane&amp;#039;&amp;#039; in der Computerspielreihe [[Command &amp;amp; Conquer]] wurde nach dem biblischen Kain benannt, der Name seiner Organisation „Bruderschaft von Nod“ spielt auf das biblische [[Nod]] an, in welches Kain ins Exil ging.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kain&amp;#039;&amp;#039; ist unter anderem ein Song der Band [[Subway to Sally]] von dem Album &amp;#039;&amp;#039;[[Foppt den Dämon!]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kain &amp;amp; Abel&amp;#039;&amp;#039; ist ein Song der deutsch-schwedischen Band [[Protector (Band)|Protector]] vom Debüt-Album „Misanthropy“ aus dem Jahre 1987.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ich bin Kain&amp;#039;&amp;#039; ist ein Theaterstück des deutschen Dramatikers Jens Raschke und eine Spekulation darüber, was zwischen Sündenfall und Brudermord geschehen sein könnte (Uraufführung am 14. Januar 2016 am [[Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar|Deutschen Nationaltheater Weimar]] – Regie: Jakob Fedler).&lt;br /&gt;
* Im Pen-&amp;amp;-Paper-Rollenspielsystem [[Vampire: Die Maskerade]] ist Kain der mythische Stammvater der Vampire. Seine Nachkommen nennen sich u.&amp;amp;nbsp;a. „Kainskinder“ oder „Kainiten“ und sind, wie der erste Mörder Kain selbst auch, dazu verflucht, sich vom Blut anderer Lebewesen zu ernähren.&lt;br /&gt;
* Kain ist der Protagonist in der Computerspielreihe [[Legacy of Kain]], deren Geschichte sich lose Anleihen aus der Mythologie von &amp;#039;&amp;#039;Vampire: Die Maskerade&amp;#039;&amp;#039; entnimmt. Auch hier ist Kain ein verfluchter Urvampir.&lt;br /&gt;
* in [[Neil Gaiman]]s [[Graphic Novel]] [[Sandman]] sowie in der gleichnamigen [[Netflix]]-Serie spielen die Brüder Kain und Abel Nebenrollen&lt;br /&gt;
* In der Antarktis sind zwei [[Nunatak]]s als [[Kain-Nunatak]] und [[Abel-Nunatak]] benannt.&lt;br /&gt;
* Kain spielt eine Rolle in den US-amerikanischen Serien [[Supernatural]] und [[Lucifer (Fernsehserie)|Lucifer]].&lt;br /&gt;
* In der US-Horrorkomödie „[[He Never Died]]“ erscheint Kain als tragische Figur der Gegenwart.&lt;br /&gt;
* Innerhalb der Ornithologie wird der Terminus „&amp;#039;&amp;#039;[[Kainismus]]&amp;#039;&amp;#039;“ meist als Synonym für Geschwistertötung verwendet.&lt;br /&gt;
* Der französische Rapper [[Dosseh (Rapper)|Dosseh]] verlegt die Geschichte mit seinem Song &amp;quot;Abel &amp;amp; Caïn&amp;quot; in den Kontext der modernen Großstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[George Gordon Byron]]: &amp;#039;&amp;#039;Kain – ein Mysterium.&amp;#039;&amp;#039; Superbia-Verlag, 2005, ISBN 3-937554-07-6.&lt;br /&gt;
* [[Jakob Lorber]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Haushaltung Gottes.&amp;#039;&amp;#039; Lorber Verlag, 1981, ISBN 3-87495-200-2.&lt;br /&gt;
* [[Klaas Huizing]]: &amp;#039;&amp;#039;Schluss mit Sünde! Warum wir eine neue Reformation brauchen.&amp;#039;&amp;#039; Kreuz Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-946905-08-0.&lt;br /&gt;
* [[Jose Saramago]]: &amp;#039;&amp;#039;Kain.&amp;#039;&amp;#039; Hoffmann und Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-40295-7.&lt;br /&gt;
* [[Manuel Vicent]]: &amp;#039;&amp;#039;Mein Name ist Kain.&amp;#039;&amp;#039; Residenz-Verlag, 1991, ISBN 3-7017-0695-6.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629033444/http://www.bautz.de/bbkl/k/Kain.shtml |band=3|spalten 948-950|autor=[[Otto Wahl (Theologe)|Otto Wahl]]|artikel=Kain}}&lt;br /&gt;
* [[Dieter Wyss]]: &amp;#039;&amp;#039;Kain. Eine Phänomenologie und Psychopathologie des Bösen.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen und Neumann, 1997, ISBN 3-8260-1390-5.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Apokryphen: Verborgene Bücher der Bibel.&amp;#039;&amp;#039; Weltbild-Verlag, 2006, ISBN 3-86047-474-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Cain and Abel|Kain und Abel}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Jubiläenbuch oder Kleine Genesis|Buch der Jubiläen in der Übersetzung von Paul Rießler}}&lt;br /&gt;
* {{WiBiLex |Referenz=23040 |1=Kain und Abel |Autoren=[[Renate Brandscheidt]] |Abruf=2023-10-02}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118714724|LCCN=n82212938|VIAF=1368673}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Buch Genesis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kain und Abel| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dr. Kloebner</name></author>
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