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	<title>KZ Neusustrum - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate|article=/|NS=52/54/6.73/N|EW=7/10/9.58/E|type=landmark|region=DE-NI|map=right}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Sustrum Moor - Teichstraße - Gedenkstätte Lager V 16 ies.jpg|miniatur|Übersichtsplan zum Aufbau des Lagers Neusustrum 1945 und zum Zustand 2010]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KZ Neusustrum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch Lager V genannt, in der heutigen Gemeinde [[Sustrum]], Ortsteil Sustrum-Moor, war ein [[Nationalsozialismus|nationalsozialistisches]] [[Konzentrationslager]], das 1933 errichtet wurde. Es gehört zu den sogenannten [[Frühe Konzentrationslager|frühen Konzentrationslagern]] und wurde für politische „[[Schutzhaft|Schutzhäftlinge]]“ eingerichtet. Es war das dritte der insgesamt 15 [[Emslandlager]] und war für 1000 Gefangene ausgelegt. Ab 1934 wurde es als Strafgefangenenlager des [[Reichsministerium der Justiz|Reichsjustizministeriums]] genutzt. Im KZ Neusustrum wurden deutschlandweit die meisten [[Homosexualität in der Zeit des Nationalsozialismus|Homosexuellen]] inhaftiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;&amp;gt;[https://www.2mecs.de/wp/?p=4624 Neusustrum – vergessenes Lager der Homosexuellen], aufgerufen am 23. Februar 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== 1933 und 1934 ===&lt;br /&gt;
Am 20. Juni 1933 wurde vom preußischen Innenminister [[Hermann Göring]] festgelegt, in [[Surwold|Börgermoor]], [[Esterwegen]] und [[Sustrum|Neusustrum]] drei Lager für etwa 5000 Schutzhäftlinge zu errichten.&lt;br /&gt;
Daher wurde am 28. Juni die „Verwaltungsdirektion der staatlichen Konzentrationslager“ in [[Papenburg]] eingerichtet. Im Juli wurde die Aufsicht der Lager der [[Schutzstaffel|SS]] übertragen und als Oberlagerkommandant der [[SS-Standartenführer]] Brinkmann eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;&amp;gt; {{Webarchiv|text=Lager 5 Neusustrum |url=http://www.diz-emslandlager.de/lager/lager05.htm |wayback=20071005175529 }}, DIZ Emslandlager, aufgerufen am 9. Dezember 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. September 1933 wurde das KZ Neusustrum als drittes Lager nach dem [[KZ Börgermoor]] und dem [[KZ Esterwegen]] fertiggestellt. Das Lager war für 1000 Häftlinge ausgelegt. Eine [[Lagerstraße (KZ)|Lagerstraße]] trennte die umzäunten [[KZ-Baracke|Häftlingsbaracken]] von dem Sitz der Lagerverwaltung. Diese Straße ist noch heute erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gedenkstätte&amp;quot;&amp;gt;[http://www.gedenkstaette-esterwegen.de/index.php?con_cat=56&amp;amp;con_lang=1&amp;amp;sid=91c6422652f386225da9ede342a38486 Gedenkstätte Esterwegen], aufgerufen am 9. Dezember 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Leitung des Konzentrationslagers wurde am 27. September [[SS-Obersturmführer]] [[Emil Faust]] übertragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;/&amp;gt; Dieser leitete einige Wochen zuvor mit [[SS-Sturmführer]] Katzmann das KZ Esterwegen und war dort wegen großer Grausamkeit aufgefallen. Unter seiner Leitung kam es zur Misshandlung von Gefangenen und zu willkürlichen Erschießungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem diese Zustände dem Innenministerium bekannt wurden, setzte Göring die Lagerleitung am 15. November 1933 ab. Die Osnabrücker [[Schutzpolizei]] übernahm vorübergehend die Lagerleitung. Die SS-Wachmannschaft wurden am 18. Dezember von staatlichen Angestellten ersetzt, wovon 80 % der [[Sturmabteilung|SA]] und 20 % der SS angehörten. Die Leitung wurde der Kommandantur staatlicher Konzentrationslager übertragen. Dessen Leitung hatte der preußische Staatsrat Oberpräsident [[Viktor Lutze]] inne, der zugleich SA-Gruppenführer war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. Januar 1934 wurden der Redakteur und [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]-Politiker [[Ludwig Pappenheim]] sowie der [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]]-Abgeordnete [[August Henning]] erschossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Neuordnung des nationalsozialistischen KZ-Systems 1934 wurde der Standort Neusustrum als Konzentrationslager geschlossen und am 1. April zum Strafgefangenenlager umfunktioniert,&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;/&amp;gt; das der Preußischen Justizverwaltung unterstellt war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gedenkstätte&amp;quot;/&amp;gt; Die Leitung vor Ort wurde der SA-Pionierstandarte 10 übertragen, die jedoch den Terror gegen die Häftlinge fortsetzte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1935 bis 1945 ===&lt;br /&gt;
1935 wurde das Lager mit einer Zugangssperre belegt, da dessen Kapazitäten erschöpft waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gedenkstätte&amp;quot;/&amp;gt; Daher vergrößerte man das Lager in den Jahren 1937/38 und hatte nun Platz für 1500 Gefangene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;/&amp;gt; Sie wurden von 300 SA-Männern sowie Justizbeamten bewacht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gedenkstätte&amp;quot;/&amp;gt; Vermutlich waren rund 80 % der Insassen auch im heutigen Sinne Kriminelle und wurden Straftaten wie Diebstahl, Unterschlagung oder Betrug beschuldigt. Genaue Zahlen wie aus den Konzentrationslagern Esterwegen oder Börgermoor sind jedoch nicht bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt; Politische Häftlinge wurden ab 1937 vorwiegend im [[Emslandlager Aschendorfermoor]] untergebracht. In das Lager Neusustrum wurden zudem viele [[Homosexualität in der Zeit des Nationalsozialismus|Homosexuelle]] eingewiesen, die bei den Nationalsozialisten als wehruntauglich und verweichlicht galten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;gedenkstätte&amp;quot;/&amp;gt; Sie machten bis zu 10 % der Gefangenen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefangenen mussten unter schlechtesten Bedingungen Arbeiten im Moor verrichten. Dazu zählten die Entwässerung des Moors, das [[Torfstechen]] sowie das Anlegen von Straßen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gedenkstätte&amp;quot;/&amp;gt; Am 29. Juli 1940 wurden die deutschen Gefangenen in andere Lager verlegt. Der Platz wurde für 626 [[Zuchthaus]]- und Gefängnisgefangene aus [[Polen]] benötigt. Sie erfuhren eine besonders schlechte Behandlung, da sie von den Nationalsozialisten für „minderwertig“ gehalten wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt; Ab Januar 1941 wurden zudem polnische Kriegstäter inhaftiert. Dies waren wehruntaugliche oder mit Zuchthaus bestrafte Soldaten und Wehrpflichtige.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Februar 1941 wurde die [[Urbarmachung|Kultivierung]] des Moores auf Befehl [[Adolf Hitler]]s eingestellt. Im März 1941 saßen 1651 polnische Gefangene im Lager ein. Zudem wurden 60 [[Juden]] gefangen gehalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt; 1942 wurde damit begonnen, die Gefangenen in andere Gefangenenlager und Konzentrationslager zu überweisen. Das Lager in Neusustrum wurde bis Kriegsende für deutsche Militärgefangene genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt; Am 4. April 1945 wurden die restlichen 281 Gefangenen nach Aschendorfermoor verlegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;gedenkstätte&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sustrum Moor - Teichstraße - Gedenkstätte Lager V 03 ies.jpg|miniatur|Gedenksteine auf dem ehemaligen Neusustrumer Lagergelände]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde das Lagergelände bis 1950 von der [[Justizvollzugsanstalt Lingen]] genutzt, um Gefangene unterzubringen. Die 248 im Lager Verstorbenen wurden auf den Friedhöfen in Esterwegen und [[Bockhorst]] beigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;gedenkstätte&amp;quot;/&amp;gt; Im Prozess gegen den ehemaligen Lagerführer Emil Faust hieß es 1950 im Urteilsspruch des [[Landgericht Osnabrück|Landgerichts Osnabrück]], dass die Gefangenen „schlimmer als Vieh“ behandelt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diz&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erinnert nur noch wenig an das ehemalige Konzentrationslager: Wo früher die Baracken der Gefangenen standen, befinden sich nun Grundschule, Gemeindeverwaltung, Freiwillige Feuerwehr, Sporthalle und Sportplatz entlang der Teichstraße. Ein von den Gefangenen errichteter „Vergnügungspark“ mit Teich für die SS-Wachmannschaft ist erhalten geblieben, ebenso eine von der SA errichtete Säule mit Rundbogen. An ihr wurde das [[Hakenkreuz]] entfernt und durch ein [[Sachsenross]] ersetzt. Auch eine Schrifttafel an der Säule wurde nach dem Krieg ausgetauscht. Zudem wurden drei Gedenksteine aufgestellt. Auch die von Gefangenen errichtete Nord-Süd-Straße in Sustrum existiert noch heute.&amp;lt;ref name=&amp;quot;2mecs&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
File:Große Wache.png|Große Wache&lt;br /&gt;
File:Lagerpark.png|Lagerpark&lt;br /&gt;
File:Überlebende des Strafgefangenenlagers.jpg|Überlebende des Strafgefangenenlagers&lt;br /&gt;
File:KZ Neusustrum aus der Luft.png|KZ Neusustrum aus der Luft&lt;br /&gt;
File:KZ Neusustrum.jpg|KZ Neusustrum&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte Häftlinge ==&lt;br /&gt;
* [[August Levin]] (1895–1967), Spanienkämpfer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus&lt;br /&gt;
* [[Wladimir Lindenberg]] (1902–1997), russisch-deutscher Arzt und Yogalehrer&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Pappenheim]] (1887–1934), Redakteur und Mitglied der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]&lt;br /&gt;
* [[Harry Pauly]] (1914–1985), Schauspieler und Intendant (verurteilt nach [[§ 175 Strafgesetzbuch (Deutschland)|Paragraf 175]])&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Senger]] (1886–1936), Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*  Walter Czeranka; Landkreis Emsland (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Zerstörung von Recht und Menschlichkeit in den Konzentrations- und Strafgefangenenlagern des Emslands 1933–1945&amp;#039;&amp;#039;. Aktionskomitee für ein Dokumentations- und Informations-Zentrum Emslandlager (DIZ Emslandlager), Papenburg 1986, ISBN 3-926277-01-7.&lt;br /&gt;
* [[Bernd Faulenbach]], Andrea Kaltofen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hölle im Moor. Die Emslandlager 1933–1945.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein, Göttingen 2017, ISBN 978-3-8353-3137-2.&lt;br /&gt;
* [[Hans-Peter Klausch]]: &amp;#039;&amp;#039;Tätergeschichten. Die SS-Kommandanten der frühen Konzentrationslager im Emsland&amp;#039;&amp;#039; (= Schriftenreihe des DIZ Emslandlager, Band 13). Edition Temmen, Bremen 2005, ISBN 3-86108-059-1.&lt;br /&gt;
* Sebastian Weitkamp, Martin Koers (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Hölle im Moor“. Die Emslandlager 1933–1945&amp;#039;&amp;#039;. Wallstein, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8353-5994-9 (Schriftenreihe der Gedenkstätte Esterwegen 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Neusustrum concentration camp|KZ Neusustrum}}&lt;br /&gt;
* [http://www.gedenkstaette-esterwegen.de/index.php?con_cat=56&amp;amp;con_lang=1&amp;amp;sid=2db38d3332eb7b535573034990819610 Gedenkstätte Esterwegen: Lager 5 / Neusustrum]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=4648383-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Emslandlager}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kz Neusustrum}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frühes Konzentrationslager|Neusustrum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emslandlager]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sustrum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niedersächsische Geschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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