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	<title>Juniorenfirma - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T19:59:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Juniorenfirma&amp;diff=1610272&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Diopuld: /* Weblinks */ LCCN</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; LCCN&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Juniorenfirma&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Juniorenunternehmen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schülerfirma&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lehrfirma&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) wird ein von [[Auszubildende]]n, [[Student|Studenten]] oder [[Schüler]]n eigenverantwortlich gegründetes Übungsunternehmen bezeichnet, das mit realem [[Handelsgewerbe#Kaufmännischer Geschäftsbetrieb|Geschäftsbetrieb]], realen [[Ware]]n und realen [[Geld]]strömen zumeist unter dem Schirm eines [[Ausbildungsbetrieb]]es, einer [[Fachhochschule|Hochschule]] oder einer [[Schule]] (als Schülerfirma bzw. -unternehmen) auf Dauer geführt wird. Solche Unternehmen dienen heute vor allem pädagogischen und Bildungszwecken und sind je nach Bedarf und Möglichkeiten unterschiedlich strukturiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Unternehmen, die von Auszubildenden oder Schülern geführt wurden, haben sich langsam bis zu ihren heutigen Formen entwickelt. Übergänge von Lehrformen und Handel lagen zum Beispiel bereits vor, als Lehrlinge sich ein Zubrot verdienten, indem sie ihre eigenen Arbeiten auf dem Markt verkauften und die damit verbundenen Geschäftsvorgänge selbst oder vom Meister angeleitet organisierten. Von einem Unternehmen spricht man heute allerdings erst, wenn eine betriebsähnliche Struktur vorliegt, sowie eine angeleitete, aber selbständige Arbeitsweise, die oft in finanzieller Hinsicht bis zu einem gewissen Grad durch den Ausbildenden abgesichert wird. Auch dies ist nicht neu. Bereits aus dem Jahr 1796 ist ein eigenständig von Schülern verwalteter Laden im Rahmen einer [[Leipzig]]er Bildungsanstalt dokumentiert. In den 1920er Jahren wurden Arbeits- und [[Produktionsschulen]] eingerichtet. In der [[Zahnradfabrik Friedrichshafen]] wurde 1975 das erste reale &amp;#039;&amp;#039;Übungsunternehmen&amp;#039;&amp;#039; gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Juniorenfirma&amp;#039;&amp;#039; stammt von einem 1983 durch das [[Bundesinstitut für Berufsbildung]] initiierten dreijährigen Modellversuch, an dem acht unterschiedlich strukturierte Industriebetriebe teilnahmen. Das Ziel des Versuches war es, [[projekt]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;orientiertes Arbeiten in der kaufmännischen [[Berufsausbildung]] zu erproben. Bis Mai 2000 war die Zahl der betrieblichen Juniorenfirmen in [[Deutschland]] auf ca. 70 angewachsen, davon 38 bei der Deutschen Bahn AG. Die ersten Juniorenfirmen im berufsschulischen Bereich wurden 1987 konzipiert. Im schulischen Bereich spricht man oft von &amp;#039;&amp;#039;Schülerfirmen&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Schülerunternehmen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
International können auf Übungszwecke ausgerichtete reale Unternehmen ausschließlich im schulnahen Bereich aufgezeigt werden. So wurde in den USA 1916 die sogenannte [[Junior Achievement|&amp;#039;&amp;#039;Junior Achievement&amp;#039;&amp;#039;-]]Bewegung gegründet. Heute umfasst die Bewegung von Schülern geführte Junior Achievement-Unternehmen in annähernd  100 Ländern. In [[Europa]] wird durch die 1977 gegründete Organisation &amp;#039;&amp;#039;Junior Achievement Europe&amp;#039;&amp;#039; in 39 Ländern Schülerfirmenprogramme angeboten, u.&amp;amp;nbsp;a. seit 1994 in Deutschland durch [[Junior-Programme|Junior Achievement Germany]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zwecke ==&lt;br /&gt;
Diese Unternehmen können heute eine größere Zahl von Zwecken und Funktionen erfüllen, die durch den Unterricht nicht oder schlecht abgedeckt werden. Darunter fallen vor allem die Vermittlung von Fähigkeiten, Kompetenzen aber auch Selbstvertrauen in die eigene Arbeit, Erfolgserlebnisse und Teamgeist. Dies dient der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler, fördert ihre Kooperationsbereitschaft und führt auch zur Stärkung ihrer Ausbildungs- und Berufsfähigkeit. Die Schüler sollen durch selbständiges und eigenverantwortliches Handeln sowie Notwendigkeit von vernetztem Denken auf das Berufsleben vorbereitet werden, um die dortigen Anforderungen bewältigen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Unternehmen werden heute aber auch für Zwecke eingerichtet, die über die Berufsbildung hinausgehen. Weitere Ziele können in der Schaffung von kooperativen sozialen Räumen für den Sonder- und Förderschulbereich bestehen, die basisbezogen auch [[Ergotherapie]]n und ähnliche therapeutische Maßnahmen ermöglichen, andererseits aber auch fortgeschrittenen Schülern berufsvorbereitende Fähigkeiten vermitteln. Hier sind verschiedenste Kombi-Modelle in Gebrauch. Im [[Heilpädagogik|heilpädagogischen]] Bereich kann die praktische Arbeit so genutzt werden, dass für jeden Schüler eine passende Tätigkeit gefunden wird. Hierin liegt ein Vorteil, der durch Unterrichtsplanung nicht oder nur sehr aufwendig erreicht werden kann. Insbesondere bei der handwerklichen Fertigung von Kleinserien können alle Schüler jeden Arbeitsgang erlernen, Routinen entwickeln, aber auch je nach Fähigkeiten in die Planung von Material- und Budgetwirtschaft oder Verkauf einbezogen werden, was einen Ansporn geben kann, erfolgreicher zu arbeiten und etwas Gewinn zu erwirtschaften. Aus Sicht eines Schülers liegt ein Unterschied zur klassischen Therapie darin, dass keine Einzelstücke von Anfang bis Ende angefertigt werden, sondern die Arbeit auf jeweils vorhergehenden Arbeitsgängen aufbaut und den nachfolgenden Teilnehmern ein bearbeitetes Werkstück liefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft werden die Unternehmensprojekte teilweise in der Unterrichtszeit, teilweise in der Freizeit durchgeführt. Sie eignen sich daher auch für Schulformen mit Internatsunterbringung. Manche Konzepte sehen vor, dass das Unternehmen von Schülerteams für einen begrenzten Projektzeitraum (Wochen bis Monate) geführt wird, an deren Ende oft eine Verkaufsperiode steht, die das Erfolgserlebnis verschafft und das Projekt mit einer abschließenden Bewertung beendet. Es gibt aber auch langjährige Projekte die voneinander abfolgenden „Schülergenerationen“ fortgeführt werden, wobei hinzu kommende Neulinge von erfahreneren Schülern angeleitet werden, was zusätzlich positive Erfahrungen vermitteln kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aller Regel bewirkt zeitliche Kürze des Projektes, Geldmangel und dadurch geringe Mechanisierung und [[Automatisierung]], dass die erwirtschafteten [[Gewinn]]e sehr bescheiden sind oder auch Verlust anfällt, der aus pädagogischen Gründen ausgeglichen werden muss, da sich andernfalls die gewünschten Erfolgserlebnisse nicht einstellen. Dies wird meist durch Umlagen im Mutterunternehmen abgefedert, so dass die Schüler den Eindruck eines erfolgreichen Unternehmens haben. Beispielsweise können Ausgaben für Arbeitsräume, Fahrtätigkeit, Heizung/Elektrizität oder Werkzeuge durch den pädagogischen Betrieb getragen werden, so dass nur die eigentliche Materialwirtschaft in die Verantwortung der Lernenden fällt. Auch bei einem insgesamt unwirtschaftlich arbeitenden Juniorenbetrieb kann den Schülern das Lernen in simulierten Realsituationen ermöglicht werden, Wirtschaftskenntnisse und Zusammenhänge der [[Kostenrechnung]], die im normalen Unterricht nicht behandelt werden oder in nicht als unmittelbar erfahrbares Ursache-Wirkungsprinzip augenfällig werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der überwiegend pädagogischen Ausrichtung können die Produkte oder Dienstleistungen an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schüler, seltener auf die Marktlage ausgerichtet werden. Das ist insbesondere dem Sonderförderbereich zuträglich, in dem oft das hergestellt werden muss, was die Schüler können, auch wenn es sich nicht um besonders nachgefragte Artikel handelt. Bei der Förderung von Hochbegabten kann man sich auf qualitativ hochwertige Produkte oder Einzelstückanfertigungen verlegen, wie beispielsweise elektrotechnische Geräte oder Computerprogramme. Hoch leistungsfähige Schüler profitieren persönlich von dieser Bildungsmöglichkeit, die vom gewöhnlichen Schulunterricht nicht geleistet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzeption ==&lt;br /&gt;
Für die Unternehmen gibt es keine einheitlichen Konzepte. Alle derartigen Unternehmen sind aber darauf ausgerichtet, möglichst sichtbare und reale Geld- und Warenströme mit marktfähigen [[Produkt (Wirtschaft)|Produkten]] und [[Dienstleistungen]] zu erzeugen, die leicht verstanden und nachvollzogen werden können. Im organisatorischen Aufbau orientiert sich das Unternehmen in der Regel an dem jeweiligen Mutterbetrieb oder der Einrichtung, in dem es geführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Führung und Leitung ===&lt;br /&gt;
Die Führung des Geschäftsbetriebs liegt teilweise oder vollständig bei den mitwirkenden [[Auszubildende]]n, die alle anfallenden Arbeiten eigenverantwortlich ausführen bzw. durch Verantwortliche des Mutterunternehmens unterstützt und angeleitet werden. Diese sind oft Mitarbeiter aus dem Personal- oder Ausbildungsbereich sowie Vertreter aus den Fachabteilungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwieweit welche Aufgaben von den Lernenden übernommen werden können, hängt mit deren Fähigkeiten zusammen. Im Lehrbereich werden Arbeitsaufgaben verteilt, die durch Informationsmaterialien und die Pädagogen erklärt werden. Die Arbeiten selbst sollen dann eigenständig ausgeführt werden. Dies betrifft sowohl die Organisation, als auch die Produktion. Für Hochbegabte streben viele Unternehmen eine eher selbstbestimmte Arbeitsweise an, bei der die Lehrkräfte nur noch Ziele vorschlagen, aber den Weg dorthin dem Lernenden und seiner kreativen Fähigkeiten überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei speziellen Förderprogrammen für Kinder mit Defiziten arbeiten die Schüler oft im Beisein der Pädagogen und erhalten Prozessaufgaben, d.&amp;amp;nbsp;h. die Aufgabe wird so gestellt, dass der Lösungsweg oder die Abfolge der Arbeitsschritte erklärt werden. Im handwerklichen Bereich sind dies z.&amp;amp;nbsp;B. Arbeitsschritte am Werkstück. Bei der Organisation und Planung werden Algorithmen eingehalten, die z.&amp;amp;nbsp;B. auf Informationsblättern für die Führung einfacher Rechnungsbücher festgehalten sind und direkt bei der Schreibarbeit nachgelesen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positionierung am Markt ===&lt;br /&gt;
Die Unternehmen unterliegen meist nicht dem am Markt üblichen [[Konkurrenzdruck]] und stellen im Rahmen ihrer pädagogischen Einrichtung einen Übungs- oder Schutzraum dar, der aktiv aufrechterhalten werden muss; dennoch können manche Unternehmen auch vollständig auf den Markt ausgerichtet sein, der somit das Umfeld stellt. In anderen Fällen ist das Unternehmensumfeld die Bildungseinrichtung selbst, deren weitere Abteilungen Kunden oder Zulieferer sein können. Als Bestandteil eines Großbetriebs, der die produzierten Waren für die weiteren Abläufe benötigt, bietet sich diese Struktur an. Hiermit ist die Juniorenfirma eine Abteilung, die aber eine eigene Rechnungsführung betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet, verbleibt er oft im Projekt oder wird als Anreiz an die jungen Mitarbeiter abgegeben. Die Möglichkeit, die Schüler mit finanziellen Anreizen für ihre Arbeit zu belohnen, wird allerdings in der Praxis auch dann genutzt, wenn sich das Unternehmen insgesamt nicht wirtschaftlich rechnet. Denn die meisten dieser Unternehmen sind abhängig von ihrem Trägerbetrieb, der auch das pädagogische Personal und die übrigen Ausgaben trägt. Defizite werden typischerweise so abgefedert, dass Kostenfaktoren vom Mutterbetrieb übernommen werden, so dass die Rechnungsführung wieder positiv wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anteile und Besitzstruktur ===&lt;br /&gt;
Die betriebliche Juniorenfirma ist typischerweise ein &amp;#039;&amp;#039;Kleinunternehmen im Großunternehmen&amp;#039;&amp;#039;. Neben den Schülern sind oft weitere Träger beteiligt, darunter:&lt;br /&gt;
* die Schule, d.&amp;amp;nbsp;h. die Schulleitung und betreuende Lehrer&lt;br /&gt;
* Lehrbetrieb&lt;br /&gt;
* manchmal die Eltern&lt;br /&gt;
* vereinzelt auch andere Anteilseigner&lt;br /&gt;
* schulexterne Partner: Unterstützungsagenturen, Vereine, Wirtschaftsbetriebe&lt;br /&gt;
* bei heilpädagogischen Einrichtungen oft Träger oder Dachverbände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Juniorenfirma kann vollständig im Besitz des Mutterbetriebs sein oder anderen Modellen folgen. Unabhängig von der wahren Besitzstruktur, der juristischen Grundlage, aber auch der Wirtschaftlichkeit wird oft die Möglichkeit genutzt, den Schülern oder Lehrlingen einen anteiligen Besitz am Unternehmen zu ermöglichen. Bei Juniorenfirmen im berufsbildenden Bereich sind komplexere Anteilsmodelle möglich, die tatsächlich auch Besitz im juristischen Sinne darstellen. Die Auszubildenden haften jedoch nie für Schulden oder Pleiten, die in fast allen Fällen auch unmöglich sind. Je nach Modell können Lehrlinge ihren Anteil erhöhen. Scheidet ein Schüler aus, werden seine Anteile rückübertragen, oder er kann, je nach Modell diese Anteile auch halten, z. B. um das Unternehmen und die nachfolgenden Lehrlinge zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schul- oder Förderschulbereich werden oft sehr einfache Modelle bevorzugt, die im sichtbaren Einzahlen von kleineren symbolischen Beträgen in die Unternehmenskasse bestehen. Aus dieser Kasse werden dann auch erwirtschaftete Gewinne ausgezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lehrmethodik ===&lt;br /&gt;
Konzeptionell stellen die Unternehmen meist [[projekt]]artige Verbindungen aus Praxis und Theorie, Handeln und Reflexion sowie Planung und Entscheidung dar und werden oft so eingerichtet, dass sie betriebliche Abläufe und [[Ausbildung]]sinhalte &amp;#039;&amp;#039;veranschaulichen&amp;#039;&amp;#039;. Dabei soll ein Höchstmaß an [[Realität]] mit einem Grundmaß an vereinfachender [[Simulation]] verbunden werden. Aufgrund der Verbindung zwischen [[Arbeit (Sozialwissenschaften)|Arbeiten]] und [[Lernen]] wird die Juniorenfirma zu den handlungsorientierten Lehr-/[[Lernmethode]]n gezählt. Auf Transparenz wird Wert gelegt, die aktuellen Stände werden oft auf Tafeln oder allgemein zugänglichen Informationsquellen gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsatzmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
Das Konzept ist für alle [[Ausbildungsberuf]]e geeignet, findet sich jedoch häufig in kaufmännischen [[Berufsausbildung]]en. Insbesondere können hochbegabte [[Auszubildende]] gefördert werden. In einigen dieser Unternehmen können die Betreuer einen Teil der [[Unternehmensführung|Führungsaufgaben]] wahrnehmen, wenn leistungsschwächere Auszubildende an dem Unternehmen beteiligt sind oder Mitarbeiter wegen Praktika oder Urlaub ausfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus eignet sich diese Lehrmethode auch für alle Schulformen, die im Rahmen therapeutischer Programme viel handwerkliche Tätigkeiten verrichten, deren Ergebnisse nicht nutzlos bleiben oder verworfen werden sollen. Im Sonder- oder Förderschulbereich werden beispielsweise oft stets wiederkehrende handwerkliche Tätigkeiten verrichtet (Korbflechten, Holzarbeiten oder gestalterisches Handwerk), bei denen größere Mengen fertiger Produkte anfallen, die durch Verkaufsstände oder bei Veranstaltungen nicht vollständig veräußert werden können. Hier können Verträge mit echten Unternehmen abgeschlossen werden, die diese Produkte in ihr Sortiment aufnehmen. Oft werden von Schülerfirmen kleinere Nischen besetzt, wie etwa die Anfertigung von Holzspielzeug oder Kunsthandwerkliches zu saisonalen Themen (Ostern, Weihnachten usw.), das vom Endkonsumenten dann noch bemalt werden kann oder eine materielle Grundlage weiterer pädagogischer Tätigkeiten in anderen Einrichtungen sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der betrieblichen Anwendung kann der Begriff Juniorenfirma bzw. Juniorenunternehmen auch die Bezeichnung für eine [[Abteilung (Organisation)|Abteilung]] des Mutter[[unternehmen]]s sein, in der [[Auszubildende]] eingesetzt werden. In diesem Fall können die Abläufe des Unternehmens vollständig simuliert sein, wobei sich die Abnehmer auch innerhalb des Mutterunternehmens befinden können. Genau genommen liegt dann eine Abteilung mit separater Rechnungsführung vor, deren Unterhaltskosten aber vom gesamten Betrieb getragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrachtungsebenen ==&lt;br /&gt;
Juniorenfirmen sind je nach Konzept und tatsächlicher wirtschaftlicher Grundlage teilweise oder vollständig Simulationen. Sie sollen aber aus pädagogischen Gründen von allen Beteiligten als unabhängige, eigenständig handelnde Unternehmen aufgefasst werden. Unter anderem hiervon hängt der pädagogische Mehrwert ab, der durch die Überzeugung der Schüler entsteht, dass die eigene Arbeit den Erfolg hervorbringt bzw. einen Misserfolg vermeidet. Verantwortung kann insbesondere dadurch aufgebaut werden, dass der Erfolg der Bemühungen unsicher gehalten wird und von den Beteiligten abhängt. Insbesondere bei langjährigen Unternehmen wird nicht betont, dass das Unternehmen prinzipiell immer und auch unter unwirtschaftlichen Bedingungen aus pädagogischen Gründen weitergeführt und finanziell gepuffert wird. Man sieht sie als eigenständige [[Unternehmung]]en an, wenn von [[Mitarbeiter]]n, [[Kunde]]n oder wirtschaftlichem [[Erfolg]] die Rede ist. In der [[Literatur]] hingegen werden diese Unternehmen als Lehr-/[[Lernmethode]] verstanden, die aktiv von Pädagogen betrieben und aufrechterhalten werden muss. Hieraus lassen sich &amp;#039;&amp;#039;drei Betrachtungsebenen&amp;#039;&amp;#039; ableiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der &amp;#039;&amp;#039;wirtschaftlichen Betrachtungsebene&amp;#039;&amp;#039; steht [[Wirtschaftlichkeit|ökonomisch]]-[[Rationalität|rationales]] [[Handeln]] im Vordergrund. Die [[Auszubildende]]n nehmen den Status von festen [[Mitarbeiter]]n statt von Auszubildenden ein. Sie können das Unternehmen gestalten und geschäftsbezogene Entscheidungen fällen. Der Erfolg wird vorrangig am erwirtschafteten [[Gewinn]] gemessen, der immer vorhanden sein sollte, auch wenn er absolut betrachtet nur durch finanzielle Entlastungen seitens des Mutterunternehmens zustande kommt. Die betrieblichen Betreuer fungieren als Berater oder Entscheider bei [[Operatives Geschäft|operativen]] Sachfragen. Das Unternehmen wird auch von seinen [[Kunde]]n und [[Lieferant]]en als eigenständig wahrgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der &amp;#039;&amp;#039;didaktisch-methodischen Betrachtungsebene&amp;#039;&amp;#039; wird die Juniorenfirma als eine [[Bildungsmethode]] angesehen, in der [[Auszubildende]] den größten Teil der Aktivitäten eines kleinen [[Unternehmen]]s wahrnehmen. Damit stellt die wirtschaftliche Ebene des Unternehmens das Kernelement der Lehr-/[[Lernmethode]] dar. Aus den gewonnenen [[Erfahrung]]en sollen Lerneffekte erzielt werden, wobei die Auszubildenden und betrieblichen Betreuer das Lernumfeld gemeinsam gestalten. Eine externe wissenschaftliche Begleitung kann hierbei unterstützend mitwirken. Diese theoretische Betrachtungsweise wird bspw. in der [[Literatur]] von der [[Wissenschaft]] gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Betrachtungsebene der betrieblichen Eingliederung&amp;#039;&amp;#039; (Abteilung) geht über die didaktisch-methodische Ebene hinaus. Das Mutterunternehmen implementiert eine Juniorenfirma als Ausbildungsinstrument. Diese wird ein Teil des [[Ausbildung]]ssystems des Mutter[[unternehmen]]s und steht somit in einer Wechselwirkung zu weiteren Ausbildungsaktivitäten und -pflichten der Auszubildenden. Als [[Organisationseinheit]] des Unternehmens ergeben sich unternehmensspezifische Rahmenbedingungen für das die Juniorenfirma. Sie muss in das wirtschaftliche und soziale System des Mutterunternehmens integriert werden. Aus diesen Gründen muss eine passende Eingliederung in das Mutterunternehmen und das Ausbildungssystem gewährleistet sein. Als ein solcher Bestandteil der Ausbildung des Mutterunternehmens wird die Juniorenfirma bspw. von der [[Geschäftsleitung]], dem [[Betriebsrat]] und den [[Mitarbeiter]]n des Mutterunternehmens gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Betrachtungsebene des Umfeldes&amp;#039;&amp;#039; schließlich ist eine Ergänzung der anderen Betrachtungsebenen. Das Mutter[[unternehmen]] als organisatorischer Rahmen der Juniorenfirma wird durch Veränderungen der [[Unternehmensumwelt]] beeinflusst. Diese stellt somit das überbetriebliche Umfeld dar. Die Unternehmensumwelt umfasst [[Interessengruppen]] wie etwa den [[Staat]], die [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]], [[Interessenverbände]], [[Kunde]]n, [[Lieferant]]en oder die [[Wissenschaft]]. Zu den überbetrieblichen Interessengruppen können zudem andere Juniorenfirmen gezählt werden, die in einem [[Kooperation]]sverhältnis mit der Juniorenfirma stehen können. Das innerbetriebliche Umfeld umfasst alle betrieblichen Interessengruppen, die nicht in die [[Organisation]] des Unternehmens eingebunden sind. Wichtige Einflussgruppen stellen hierbei [[Betriebsrat]], [[Jugend- und Auszubildendenvertretung]], nicht beteiligte [[Auszubildende]] und Fachbetreuer sowie [[Geschäftsleitung]], Abteilungen und [[Mitarbeiter]] des Mutterunternehmens dar. Alle Interessengruppen nehmen in unterschiedlichem Umfang Einfluss auf die Gestaltung des Unternehmens, der sich sowohl auf die wirtschaftliche, die [[didaktisch]]e als auch die betriebliche Ebene auswirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Schülergenossenschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Studentische Unternehmensberatung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* W. Fix: &amp;#039;&amp;#039;Juniorenfirmen – Ein innovatives Konzept zur Förderung von Schlüsselqualifikationen.&amp;#039;&amp;#039; Erich Schmidt Verlag, Berlin 1989.&lt;br /&gt;
* H. Ebner, M. Voll: &amp;#039;&amp;#039;Juniorenfirmen in Deutschland – Eine Synopse über Realisationsformen von Juniorenfirmen.&amp;#039;&amp;#039; Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik Universität Mannheim, Mannheim 2000.&lt;br /&gt;
* K. Kutt: &amp;#039;&amp;#039;Juniorenfirma.&amp;#039;&amp;#039; In: W. Wittwer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Methoden der Ausbildung – Didaktische Werkzeuge für Ausbilder.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Deutscher Wirtschaftsdienst, Köln 2001, S. 29–42.&lt;br /&gt;
* K.-D. Mertineit: &amp;#039;&amp;#039;Die Juniorenfirma als Ergänzungsmethode zur betrieblichen kaufmännischen Ausbildung.&amp;#039;&amp;#039; In: Bundesministerium für Bildung, Forschung (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Innovations- und Transfereffekte von Modellversuchen in der beruflichen Bildung.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Bonn 2001, S. 16–65.&lt;br /&gt;
* [[Helmut Woll]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Juniorenfirmen und unternehmerische Kompetenz. Beiträge zur 3. Sächsischen Junioren- und Schülerfirmenmesse an der TU Chemnitz, v. 26. und 27. April 2002.&amp;#039;&amp;#039; Norderstedt 2003.&lt;br /&gt;
* Z. Dippl, F. Elster, G. Fassbender, W. Fiedler, J. Rouvel: &amp;#039;&amp;#039;Das Ausbildungskonzept Juniorenfirma – Ein Praxishandbuch für Betrieb und Schule.&amp;#039;&amp;#039; BW Bildung und Wissen Verlag und Software, Nürnberg 2004.&lt;br /&gt;
* Ronald Geyer: &amp;#039;&amp;#039;Schulunternehmen – eine andere Form des Unterrichts.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Merkur-Verlag, Rinteln 2005.&lt;br /&gt;
* Simone Knab: &amp;#039;&amp;#039;Schülerfirma. Eine Lernform zur Verbesserung der Qualität schulischer Bildung. Ergebnisse einer empirischen Studie an Berliner Schulen.&amp;#039;&amp;#039; Tönning 2007.&lt;br /&gt;
* Perwin Issa: &amp;#039;&amp;#039;smb goes to school – Entwicklung einer Unterrichtsreihe zum Thema Existenzgründung für Schüler.&amp;#039;&amp;#039; Duisburg/Berlin 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4128455-0}}&lt;br /&gt;
* [http://www.cogbyte.de/Cogbyte/Unternehmen-Zeitung.html Cogbyte.de] – Portal für Schülerunternehmen, Schülerzeitung und gesunde Ernährung&lt;br /&gt;
* http://www.juniorenfirma.de – Arbeitsgemeinschaft der Juniorenfirmen Deutschland e.&amp;amp;nbsp;V. (arge Juniorenfirmen)&lt;br /&gt;
* [https://www.fachnetzwerk.net/ Fachnetzwerk Schülerfirmen]&lt;br /&gt;
* [https://Www.klasse-zukunft.de www.klasse-zukunft.de] – Toolbox für Schülerfirmen, die digitaler und agiler arbeiten möchten&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---MAXIMAl fünf weblinks - der Rest wird regelmäßig entfernt ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4128455-0|LCCN=sh2007000560}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pädagogische Methode/Lehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berufsbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmensart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Modellversuch (Schulwesen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Diopuld</name></author>
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