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	<title>Jungfrau - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Jungfrau&amp;diff=18690&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Schotterebene: Formatierung</title>
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		<updated>2026-02-21T12:30:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Formatierung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Weitere Bedeutungen sind unter [[Jungfrau (Begriffsklärung)]] sowie unter [[Jungfräulichkeit (Begriffsklärung)]] aufgeführt.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jungfrau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird eine Person bezeichnet, die noch keinen [[Geschlechtsverkehr]] hatte. Ob die Jungfräulichkeit nur durch [[Vaginalverkehr]] oder auch durch andere Formen [[Sexualität|sexueller]] Interaktion (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Oralverkehr]]) verloren geht, ist umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanne Blank |Titel=Virgin: the untouched history |Verlag=Bloomsbury USA |Ort=New York |Datum=2008 |ISBN=1-59691-011-9 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei: William-Adolphe Bouguereau (1825-1905) -Youth (1893).jpg |mini|&amp;#039;&amp;#039;„Youth“&amp;#039;&amp;#039; des französischen Malers [[William-Adolphe Bouguereau]]. Weiße Farben werden in den westlichen Kulturen traditionell mit ritueller Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit assoziiert.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich wurde die Bezeichnung ähnlich wie [[Mädchen#Wortgeschichte|Maid]] oder [[Fräulein]] für eine junge und unverheiratete (daher vermutlich jungfräuliche) Frau verwendet, zunächst von Adel, dann im [[Bürgertum]]. Als Bezeichnung für ein junges Mädchen oder eine nichtverheiratete Frau gilt der Begriff jedoch heute als veraltet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Jungfrau#Bedeutung1a &amp;#039;&amp;#039;Jungfrau&amp;#039;&amp;#039;] in duden.de, abgerufen am 5. November 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon abgeleitet ist „[[Jungfer]]“ als Anrede für weibliches Hauspersonal (etwa [[Zofe|Kammerjungfer]]). Männlicher Gegenbegriff zur &amp;#039;&amp;#039;Jungfrau&amp;#039;&amp;#039; war der [[Jüngling]] oder [[Junggeselle]]. Die Bedeutung der „Jungfräulichkeit“ (fach- und bildungssprachlich auch &amp;#039;&amp;#039;Virginität&amp;#039;&amp;#039;) in einer Ehe, die mit dem [[Vollzug der Ehe]] legitimiert und durch das [[Beilager]] zum Teil zeremoniell begleitet wurde, ging seit dem Mittelalter bis zum Teil ins 19. Jahrhundert im europäischen Kulturraum zurück. Bis Ende der 1990er Jahre war die „Jungfräulichkeit“ Gegenstand deutscher Rechtsprechung (siehe unten [[Kranzgeld]]). Insbesondere in [[Patriarchat (Soziologie)|patriarchalischen]] Gesellschaften spielt die Wertung der Jungfräulichkeit – neben dem [[Polygynie]]grad und der [[Mitgift]]konkurrenz – eine Rolle und führt zu einer kulturspezifischen Senkung des Heiratsalters bis hin zur [[Kinderehe]].&amp;lt;ref&amp;gt;U. Mueller, B. Nauck, Andreas Diekmann: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Demographie 1: Modelle und Methoden.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, 2013, S.&amp;amp;nbsp;401 ([https://books.google.de/books?id=KNEiBgAAQBAJ&amp;amp;lpg=PA401&amp;amp;dq=Kinderheirat&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA401#v=onepage&amp;amp;q=Kinderheirat&amp;amp;f=false online] in Google Bücher).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortgeschichte und Nachbarbegriffe ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Jungfrau“ stammt aus dem mittelhochdeutschen &amp;#039;&amp;#039;juncfrou(we)&amp;#039;&amp;#039; bzw. althochdeutschen &amp;#039;&amp;#039;juncfrouwa&amp;#039;&amp;#039; und bezeichnete eine junge Herrin oder ein [[Adel|Edelfräulein]]. Nach [[Wolfgang Pfeifer (Etymologe)|Wolfgang Pfeifer]] wurde das Wort auch durch Übertragung der ehrenvollen Bezeichnung der als Gottesmutter verehrten [[Jungfrau Maria]] verwendet und stellt ein Äquivalent für lateinisch &amp;#039;&amp;#039;virgo&amp;#039;&amp;#039; und ein Synonym für mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;maget&amp;#039;&amp;#039; ([[Magd]]) dar. Später wurde daraus allgemein ,junges, sexuell unberührtes Mädchen‘. Als &amp;#039;&amp;#039;jungfräulich&amp;#039;&amp;#039; für ,unberührt, rein, frisch‘, mhd. &amp;#039;&amp;#039;juncvrouwelich&amp;#039;&amp;#039; wurde auch ein Junggeselle bezeichnet, im 15. Jahrhundert ein ‚unverheirateter junger Handwerksbursche‘, seit dem 16. Jahrhundert allgemein für ,unverheirateter (junger) Mann‘.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Jungfrau &amp;#039;&amp;#039;Jungfrau&amp;#039;&amp;#039;] in [[DWDS]], abgerufen am 5. November 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechende Wörter für Männer sind in der deutschen Sprache heute kaum oder wenn eher abwertend oder ironisch für „Unreifheit“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Juengling &amp;#039;&amp;#039;Jüngling&amp;#039;&amp;#039;], duden.de, abgerufen am 5. November 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; gebräuchlich. Bis ins 19. Jahrhundert wurde mit dem Begriff Jüngling (auch [[Junggeselle|Junker]]) männliche [[Keuschheit]] (aber auch mangelnder Bartwuchs) beschrieben. So entstanden etwa zu dieser Zeit [[Jünglings- und Jungfrauenvereine]], die heute noch über Nachfolgeorganisationen verfügen (vgl. auch [[Keuschheitsbewegung]]). Ebenfalls selten geworden ist der Begriff „[[Hagestolz]]“, der ältere Junggesellen bezeichnet. Jungfräulichkeit von Männern wird gelegentlich mit dem englischen Wort &amp;#039;&amp;#039;virgin&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Brockhaus, Mannheim 2004, &amp;#039;&amp;#039;Jungfrau&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Encyclopaedia Britannica.&amp;#039;&amp;#039; London 2004, &amp;#039;&amp;#039;virgin&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Das entsprechende Wort für sexuell unerfahrene Jünglinge oder Männer im japanischsprachigen Raum ist &amp;#039;&amp;#039;[[Dōtei]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung in Kultur und Recht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Leighton, Frederic - Invocation.jpg|mini|[[Vestalin]]nen blieben im antiken [[Rom]] während ihrer ganzen Priesterinnenzeit von 30 Jahren Jungfrauen&amp;lt;br /&amp;gt;Gemälde von [[Frederic Leighton]] (†&amp;amp;nbsp;1896)]]&lt;br /&gt;
Die Jungfräulichkeit der [[Brautpaar|Braut]] hatte im Mittelalter einen hohen Stellenwert. Im Allgemeinen wird in der historischen Forschung auf den prägenden Einfluss der Kirche verwiesen. So wurde in der päpstlichen [[Dekretale]] &amp;#039;&amp;#039;Aliter&amp;#039;&amp;#039; (1140) und damit im [[Kanonisches Recht|kanonischen Recht]] zur Eheschließung festgelegt:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Wie eine rechte echte Ehefrau zu sein hat: eine keusche Jungfrau, verlobt in Jungfräulichkeit und nach dem Gesetz ausgestattet.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ethnographie|Ethnographisch]] wird jedoch über weitere Faktoren spekuliert, wie etwa dem elterlichen Gütertausch und dem [[Brautpreis]]. Virginalität führte so zu einer Wertsteigerung der Braut.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Wettläufer: &amp;#039;&amp;#039;Das Herrenrecht der ersten Nacht: Hochzeit, Herrschaft und Heiratszins im Mittelalter und in der frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Campus 1999, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sigmund Freud]] schrieb 1908 in seinen Abhandlungen zur Sexualtheorie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Wenige Einzelheiten des Sexuallebens primitiver Völker wirken so befremdend wie deren Einschätzung zur Virginität, der weiblichen Unberührtheit. Uns erscheint die Wertschätzung der Virginität von Seiten des werbenden Mannes so feststehend und selbstverständlich, daß wir beinahe in Verlegenheit geraten, wenn wir dieses Urteil begründen sollen. Die Forderung, das Mädchen dürfe in die Ehe mit dem einen Manne nicht die Erinnerung an Sexualverkehr mit einem anderen mitbringen, ist ja nichts als die konsequente Fortführung des ausschließlichen Besitzrechtes auf das Weib, welches das Recht auf Monogamie ausmacht, die Erstreckung dieses Monopols auf die Vergangenheit.&lt;br /&gt;
 |Autor=Sigmund Freud in &amp;#039;&amp;#039;Das Tabu der Virginität&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;lt;ref&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke über die Sexualität.&amp;#039;&amp;#039; [https://books.google.de/books?id=5dlpBwAAQBAJ&amp;amp;lpg=PT136&amp;amp;dq=Virginit%C3%A4t&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PT136#v=onepage&amp;amp;q=Virginit%C3%A4t&amp;amp;f=false Google Books]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jungfräulichkeit einer Frau hat in patriarchalischen Gesellschaften eine hohe Bedeutung und galt oft als Bedingung für ihre [[Verheiratung]]. In vielen Kulturen ist das noch heute so, zum Beispiel bei der [[Arrangierte Heirat|arrangierten Heirat]].&lt;br /&gt;
War eine ledige Frau bei der Hochzeit keine Jungfrau mehr und dies bekannt, so konnte sie gezwungen werden, statt des Jungfrauenkranzes (aus [[Myrte]]n) ohne Kranz oder zu ihrer [[Schande]] mit einem Kranz aus Stroh zum Altar geführt zu werden. So konnte jeder sehen, dass sie unkeusch gelebt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis ins 20. Jahrhundert hinein war in Europa die Jungfräulichkeit der Frau vor der Ehe auch rechtlich geschützt: Männern, die ihre [[Verlöbnis|Verlobte]] deflorierten, sie dann aber nicht heirateten, drohte in [[Deutschland]] nach §&amp;amp;nbsp;1300 des [[Bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerlichen Gesetzbuchs]] die Zahlung eines sogenannten [[Kranzgeld]]es. Einer unbescholtenen Verlobten sollte ein „Schmerzensgeld“ für die infolge des Verlustes ihrer Jungfräulichkeit geminderten Chancen auf dem Heiratsmarkt zugesprochen werden, weil sie wegen des Eheversprechens die Beiwohnung nur im Vertrauen auf die Eingehung der Ehe dem Verlobten gestattet hat. Im selben Maße, wie die gesellschaftliche Isolation (keine Möglichkeit mehr zu heiraten, Nachteile für alleinstehende Frauen und der Ruf der Schande) abnahm, die früher zum sozialen Abstieg der Frau geführt hatte, wurde dieser gesetzliche Schutz graduell reduziert und schließlich nicht mehr angewendet. Die letzten Urteile stammen aus den frühen siebziger Jahren und sprachen jeweils wenige 100&amp;amp;nbsp;DM Schadensersatz zu. 1998 wurde der §&amp;amp;nbsp;1300 BGB ersatzlos gestrichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer Studie des &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Sex Research]]&amp;#039;&amp;#039; ist Jungfräulichkeit in den USA heutzutage gesellschaftlich [[Stigmatisierung|stigmatisiert]], da dort vorehelicher Sex mittlerweile die Norm darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Suzannah Weiss: [https://www.glamour.com/story/stigma-against-virgins &amp;#039;&amp;#039;The Stigma Against Virgins Is Real, Study Says&amp;#039;&amp;#039;], [[Glamour (Zeitschrift)|Glamour]], 30. März 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andererseits wird gerade dort die Jungfräulichkeit stark propagiert (siehe [[Wahre Liebe Wartet]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feststellung der Jungfräulichkeit ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Hymen}}&lt;br /&gt;
Oft wird das Vorhandensein eines unbeschädigten [[Hymen]]s bzw. dessen Einreißen beim ersten Geschlechtsverkehr als Beweis der Jungfräulichkeit angesehen. Mehr als die Hälfte aller Frauen haben jedoch bei ihrem ersten Geschlechtsverkehr keine Blutungen&amp;lt;ref&amp;gt;J. McCann, A. Rosas, S. Boos: &amp;#039;&amp;#039;Child and adolescent sexual assaults (childhood sexual abuse).&amp;#039;&amp;#039; In: Jason Payne-James, [[Anthony Busuttil]], William Smock (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Forensic Medicine: Clinical and Pathological Aspects&amp;#039;&amp;#039;. Greenwich Medical Media, London 2003, S.&amp;amp;nbsp;460 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Hymen wird nicht beschädigt. Es ist daher zur Feststellung der Jungfräulichkeit nicht geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Juristisch wird in Gerichtsverfahren oft das medizinische Feststellen der Intaktheit des Hymens mit Jungfräulichkeit gleichgesetzt und somit angenommen, dass ein Geschlechtsverkehr nicht stattgefunden haben kann. Das Fehlen medizinischer Befunde, die auf eine Penetration hinweisen, ist – entgegen der landläufigen Meinung – jedoch kein sicheres Anzeichen für oder gegen die Jungfräulichkeit, da das Hymen beim ersten Geschlechtsverkehr nicht zwangsläufig verletzt wird oder aber wieder vollständig heilt.&amp;lt;ref&amp;gt;B. Herrmann, R. Dettmeyer, S. Banaschak, U. Thyen: &amp;#039;&amp;#039;Kindesmisshandlung. Medizinische Diagnostik, Intervention und rechtliche Grundlagen.&amp;#039;&amp;#039; 2., überarb. Auflage. Springer Verlag, Heidelberg / Berlin / New York 2010, S.&amp;amp;nbsp;113–151.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur in seltenen Fällen kann es auch bereits vorher durch penetrierende Unfallverletzungen beschädigt worden sein, nicht aber durch [[Tampon]]s, [[Sport]], [[Spagat]] oder Ähnliches. Ein angeborenes Fehlen des Hymens gibt es – außer bei komplexen Fehlbildungen des Harn- und Genitalsystems – nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Kaplan u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Medical response to child sexual abuse. A resource for professionals working with children and families&amp;#039;&amp;#039;. STM Learning, St. Louis 2011, S.&amp;amp;nbsp;117–145.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermeintliche „Jungfrauentest“ anhand des Hymen sind daher unwissenschaftlich und werden von der [[Weltgesundheitsorganisation]] als [[Menschenrechtsverletzung]] angesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://news.un.org/en/story/2018/10/1023401 |titel=‘Virginity testing’: a human rights violation, with no scientific basis - UN {{!}} UN News |datum=2018-10-17 |sprache=en |abruf=2025-02-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um einen vermeintlichen „Beweis der Jungfräulichkeit“ vor einer Hochzeit erbringen zu können, kann die Frau zuvor gegebenenfalls eine [[Hymenalrekonstruktion]] vornehmen lassen. Insbesondere in europäischen Ländern mit hohem Anteil von Muslimen wie Frankreich wird eine höhere Rate dieser Operationsmaßnahmen verzeichnet und Frauen z.&amp;amp;nbsp;T. auch mit einem sogenannten „Jungfräulichkeitszertifikat“ für ihre Familien und zukünftigen Gatten entlassen. In den Niederlanden entstand eine eigene Aufklärungsbroschüre &amp;#039;&amp;#039;Hymen&amp;#039;&amp;#039; zu dieser Thematik. Auf eine steigende Nachfrage in Deutschland und der Schweiz wies [[Verina Wild]] vom Ethik-Zentrum der [[Universität Zürich]] im [[Deutsches Ärzteblatt|Deutschen Ärzteblatt]] (Band 106, S.&amp;amp;nbsp;C284) hin. Diejenigen, die die Operation wünschten, seien zu 90 Prozent junge türkische Frauen. Sie plädiert für eine Abwägung sowohl der individuellen Bedürfnisse der Frauen als auch der gesellschaftlich-kulturellen Problematik.&amp;lt;ref&amp;gt;Martina Lenzen-Schulte: [https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/schoenheitschirurgie-riskante-manipulationen-1813515-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 &amp;#039;&amp;#039;Riskante Manipulationen.&amp;#039;&amp;#039;] FAZ.net vom 5. Juni 2009, abgerufen am 6. November 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung in den Religionen ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
=== Babylon ===&lt;br /&gt;
In der [[babylon]]ischen Kultur galt die Göttin [[Ischtar]] als eine Jungfrau und eine [[Prostituierte]] zugleich. Die Tempelpriesterinnen galten als Jungfrauen, auch wenn sie schon mehrere Kinder hatten. Diese Kinder nannte man die „Jungfrau-Geborenen“. Die Wertung als [[Tempelprostitution]] gilt heute aber als weitgehend überholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Griechenland und Rom ===&lt;br /&gt;
[[Datei:NAMA Athéna Varvakeion.jpg|mini|Nachbildung der jungfräulichen Athene im [[Archäologisches Nationalmuseum (Athen)|Archäologischen Nationalmuseum Athen]]]]&lt;br /&gt;
In der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] sind die Göttinnen [[Athene]], [[Artemis]] und [[Hestia]] Jungfrauen, Athene sogar dem Namen nach: &amp;#039;&amp;#039;Athena Parthénos&amp;#039;&amp;#039;. Der Gott [[Mithras]] ist nach der mithraistischen Überlieferung von einer Jungfrau geboren worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jungfräulichkeit war in der römischen Antike religiös geschützt und hoch bewertet. Die Pflicht der [[Vestalin]]nen, während der Zeit ihres [[Priester]]tums jungfräulich zu leben, war allerdings einzigartig; die Priester und Priesterinnen aller anderen einheimischen griechischen und römischen Kulte waren nicht von derartigen Einschränkungen betroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hinduismus ===&lt;br /&gt;
Auch der Hinduismus achtet die Jungfräulichkeit als hohen Wert, stellt ihre Verletzung aber nicht unter religiös begründete Strafen, wie es in islamisch geprägten Gesellschaften vorkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Judentum ===&lt;br /&gt;
Im Judentum wird Geschlechtsverkehr generell nicht als schmutzig, anrüchig oder nicht erstrebenswert betrachtet. Das Geschlechtsleben in der Ehe gilt viel mehr als eine [[Mitzwa]], das heißt, als ein positives Gebot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das orthodoxe religiöse jüdische Recht enthält Auslegungen, allgemein auch zum Schutz von Jungfrauen, bezüglich des einvernehmlichen und nicht einvernehmlichen [[Vorehelicher Geschlechtsverkehr|vorehelichen Geschlechtsverkehrs]]. Die Wirkrichtung dieser Rechtskultur argumentiert dahin, dass der Geschlechtsverkehr nicht abgelehnt werden solle, aber dennoch immer Teil eines ganzheitlichen sittlichen Lebens bleibe. Die [[Tora]] enthält ebenso Rechtstexte, die [[Verlöbnis|Verlobung]], [[Ehe|Heirat]] und [[Scheidung]] behandeln und dabei teils Bezug auf die Jungfräulichkeit nehmen ([[Deuteronomium]] 22).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obschon es Rechtsbestimmungen für Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe gibt, im Sinne einer [[Pilegesch]], werden diese selten angewendet, weil unter anderem die Betonung des Wertes der Eheschließung gilt und sich auch berühmte Rabbiner wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Maimonides]] dagegen aussprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zahlreichen Strömungen des Judentums, wie dem [[Reformjudentum]], dem [[Konservatives Judentum|konservativen Judentum]] oder dem [[Rekonstruktionismus]], wird der voreheliche Geschlechtsverkehr zwar nicht gefördert, aber auch nicht ignoriert oder verdammt. Die jeweiligen Rechtsbestimmungen, die Sexualität behandeln, bleiben gültig. In orthodoxeren Strömungen wie bei den [[Chassidim]] kann Geschlechtsverkehr vor der Heirat ungewöhnlich sein. Zur religiösen Praxis gehören teilweise durch einen [[Schadchen]] (Heiratsvermittler) arrangierte Hochzeiten bzw. Heirat in jungem Erwachsenenalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Beispiele aus Tora und Bibel ====&lt;br /&gt;
Jungfräulichkeit erscheint erstmals in der Tora, im Buch [[1. Buch Mose|Genesis]], wo berichtet wird, dass [[Elieser]] eine Frau für den Sohn seines Herren sucht. Er trifft [[Rebekka]] am Brunnen: &amp;#039;&amp;#039;Nun war die Maid sehr schön anzusehen; eine Jungfrau, die noch kein Mann erkannt hatte.&amp;#039;&amp;#039; {{Bibel|Gen|24|16|EU}}. Auch wird im Buch Genesis davon berichtet, dass Israels (= [[Jakob]]s) einzige Tochter [[Dina (Bibel)|Dina]] vergewaltigt wird. Jungfräulichkeit ist ein wiederkehrendes Motiv; in der prophetischen Dichtung wird das [[Volk Israel]] verschiedentlich als „jungfräuliche Tochter“ symbolisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Stelle im Buch des [[Prophet]]en [[Jesaja]] wird von Judentum und Christentum unterschiedlich übertragen und interpretiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.&lt;br /&gt;
 |Autor={{Bibel|Jes|7|14|EU}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im hebräischen Urtext stehende Wort bezeichnet eine Frau, die noch nicht geboren hat. Die Frage, ob die spätestens aus der Mitte des 2. Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. stammende griechische Übersetzung von „alma“ in {{BB|Jes| 7|14}} mit Παρθένος &amp;#039;&amp;#039;(Parthénos)&amp;#039;&amp;#039; schon die Vorstellung einer jungfräulichen Messiasgeburt voraussetzt, bleibe Peter Stuhlmacher zufolge „unbeantwortbar“, da die Septuaginta Παρθένος archaisierend wie im frühen Griechisch als junges Mädchen oder junge Frau verstehen konnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biblTheo&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Stuhlmacher |Titel=Biblische Theologie des Neuen Testaments |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Datum=2005 |ISBN=978-3-525-53146-4 |Online=https://books.google.ch/books?id=pe18KDS3P9EC&amp;amp;pg=PA51&amp;amp;lpg=PA51&amp;amp;dq=Jesaja+7+14+junge+Frau&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=QFaSreQW0Y&amp;amp;sig=RCSGJqrjYbY7PJFfpjHRr7Z4t6E&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=TYjDStTJE4aI4Qa3hNHIBQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false |Abruf=2026-02-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Ankündigung des [[Prophet]]en [[Jesaja]], „eine junge Frau“ werde einen Sohn empfangen und gebären, wäre indes nichts Ungewöhnliches gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Martina Lenzen-Schulte: [https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/schoenheitschirurgie-riskante-manipulationen-1813515-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 &amp;#039;&amp;#039;Riskante Manipulationen.&amp;#039;&amp;#039;] FAZ.net vom 5. Juni 2009, abgerufen am 6. November 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Neues Testament|Neue Testament]] verwendet das Wort &amp;#039;&amp;#039;Parthénos&amp;#039;&amp;#039;, und die [[Evangelien]] gehen von der [[Jungfräulichkeit Marias]] bei der Geburt ihres Sohnes [[Jesus von Nazareth]] aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biblTheo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.&lt;br /&gt;
 |Autor={{Bibel|Mt|1|22–23|EU}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christentum ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Giorgione 045.jpg|mini|[[Jungfrau Maria|Die Jungfrau Maria]], Detail eines Gemäldes von [[Giorgione]]]]&lt;br /&gt;
Die [[Jungfrauengeburt]], das heißt die Empfängnis [[Jesus von Nazareth|Jesu]] vom [[Heiliger Geist|Heiligen Geist]] und seine Geburt von der [[Jungfrau Maria]], ist seit dem 2. Jahrhundert ein Bekenntnissatz des [[Christentum]]s in allen drei altkirchlichen [[Glaubensbekenntnis]]sen. Nach der [[Bibel]] hat [[Maria (Mutter Jesu)|Maria]], die Mutter Jesu Christi, ihr Kind nicht durch das Zutun eines Mannes, sondern vom Heiligen Geist empfangen. Deshalb wird Maria auch die heilige oder die selige Jungfrau genannt. Die [[Römisch-katholische Kirche|katholische]] und die [[Orthodoxe Kirche|orthodoxen Kirchen]] lehren darüber hinaus die [[immerwährende Jungfräulichkeit Marias]] vor, bei und nach Jesu Geburt. Die Jungfrauengeburt ist zu unterscheiden von der Lehre der [[Unbefleckte Empfängnis|unbefleckten Empfängnis]] Mariens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Christentum gibt es in Nachahmung der Lebensweise [[Jesus Christus|Jesu Christi]] den Stand der [[Christliche Ehelosigkeit|Ehelosigkeit]] bzw. Jungfräulichkeit „um des Himmelreiches willen“. Die [[römisch-katholische Kirche]] und die [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirchen]] kennen den [[Ritus]] der [[Jungfrauenweihe]], die sowohl Frauen, die [[in der Welt]] leben, als auch [[Nonne]]n gespendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Kirchen lehren, dass Geschlechtsverkehr nur zwischen [[Ehe]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;partnern sittlich gestattet und keusch zu nennen sei. Die Jungfräulichkeit galt jedoch nie als zwingende Voraussetzung einer Eheschließung. Mehrere [[Kirchenväter]] äußern sich lobend über Männer, die bereit sind, eine ehemalige [[Prostitution|Prostituierte]] zu heiraten, und somit aus dieser „Unehre“ zu befreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Jungfrau (Kirchentitel)|virgo inter virgines}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islam ===&lt;br /&gt;
Die Jungfräulichkeit genießt im Koran hohes Ansehen, der Koran verbietet [[Zinā|außerehelichen Geschlechtsverkehr]] in [[al-Isra|Sure 17]], 32. Der Islam kennt aber auch das Scheiden einer Ehe und Wiederverheiraten (und im [[Schia|Schiitentum]] sogar [[Zeitehe]]n, die gar nur für einen Beischlaf gelten) und erkennt an, dass bei einer Wiederverheiratung keine Jungfräulichkeit bestehen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem Jüngling wird in islamischen Gesellschaften für die Ehe eine Jungfrau empfohlen, was jedoch nicht zwingend notwendig sein muss, da selbst der Prophet Mohammed als erste Gefährtin eine geschiedene Frau nahm. Von jungen Frauen sowie von jungen Männern wird [[Sexuelle Enthaltsamkeit|Enthaltsamkeit]] vor der Ehe gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Anke Bernau: &amp;#039;&amp;#039;Mythos Jungfrau. Die Kulturgeschichte weiblicher Unschuld&amp;#039;&amp;#039;. Parthas Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86601-062-8.&lt;br /&gt;
* [[Giulia Sissa]]: &amp;#039;&amp;#039;Le corps virginal. La virginité féminine en Grèce ancienne.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Études de psychologie et de philosophie.&amp;#039;&amp;#039; 22). Vrin, Paris 1987, ISBN 2-7116-0934-0 (französisch).&lt;br /&gt;
** Englische Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Greek Virginity (Revealing Antiquity).&amp;#039;&amp;#039; Transl. Arthur Goldhammer. [[Harvard University]] Press, Cambridge 1990, ISBN 0-674-36320-5 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Virginity|Jungfrau}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fb101/0178?sid=9c0daeeef79b0616fd8efa1d8e162811 Der Fürst und die Jungfrauen (Fliegende Blätter, 1894)], digi.ub.uni-heidelberg.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4029016-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau (Bezeichnung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jugendlicher (Bezeichnung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sexualität des Menschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sexuelle Abstinenz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schotterebene</name></author>
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