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	<title>Julius Wagner-Jauregg - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;RosaR: Link aktualisiert</title>
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		<updated>2026-01-19T16:02:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Julius Wagner-Jauregg.jpg|mini|Julius Wagner-Jauregg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Julius Wagner-Jauregg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (bis 1883 &amp;#039;&amp;#039;Julius Wagner&amp;#039;&amp;#039;, von 1883 bis 1919 &amp;#039;&amp;#039;Julius Wagner Ritter von Jauregg&amp;#039;&amp;#039;;&amp;lt;ref&amp;gt;Adelstitel und deren Benutzung als [[Namenszusatz#Adelstitel|Namenszusatz]] wurden in Österreich im Jahre 1919 mit dem [[Adelsaufhebungsgesetz]] verboten.&amp;lt;/ref&amp;gt; * [[7. März]] [[1857]] in [[Wels (Stadt)|Wels]]; † [[27. September]] [[1940]] in [[Wien]]) war ein [[österreich]]ischer [[Psychiater]]. Für die Entdeckung der Bedeutung der von ihm durchgeführten [[Malariatherapie]] zur Behandlung der [[Progressive Paralyse|progressiven Paralyse]] erhielt er 1927 den [[Nobelpreis für Medizin]], weitere Arbeitsbereiche waren die (von ihm ab 1918 ebenfalls mit Aufimpfung von Malaria erfolgreich&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt; durchgeführte) Behandlung von [[Psychose]]n, der [[Syphilis]] und von [[Schilddrüse]]nerkrankungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ritter Wagner von Jauregg (1883) – Gerd Hruška.png|mini|Ritterstandswappen der Familie Wagner-Jauregg, 1883.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Professorenkollegium Wien, 1908–1910.png|mini|Das Professorenkollegium der medizinischen Fakultät der Universität Wien, Kreidezeichnung von Olga Prager, Wien 1908–1910. Im Dekanatszimmer der medizinischen Fakultät der Universität Wien. [[Edmund von Neusser]], [[Siegmund Exner-Ewarten]], [[Isidor Schnabel]], [[Ferdinand Hochstetter (Mediziner)|Ferdinand Hochstetter]], [[Alfons von Rosthorn|Alfons Edler von Rosthorn]], [[Anton Weichselbaum]], [[Leopold Schrötter von Kristelli]], [[Heinrich Obersteiner]], Julius Wagner-Jauregg, [[Viktor von Ebner-Rofenstein]], [[Carl Toldt (Mediziner)|Carl Toldt]], [[Gustav Riehl (Mediziner, 1855)|Gustav Riehl]], [[Ottokar von Chiari]], [[Anton von Frisch]], [[Ernst Fuchs (Mediziner, 1851)|Ernst Fuchs]], [[Anton von Eiselsberg|Anton Freiherr von Eiselberg]], [[Hans Horst Meyer]], [[Ernst Ludwig (Chemiker)|Ernst Ludwig]], [[Rudolf Chrobak]], [[Theodor Escherich]], [[Alexander Kolisko]], [[Julius Hochenegg|Julius von Hochenegg]], [[Arthur Schattenfroh]], [[Carl von Noorden (Mediziner)|Carl von Noorden]], [[Emil Zuckerkandl]], [[Richard Paltauf]], [[Gustav Gärtner]], [[Leopold Oser]], [[Josef Moeller]], [[Alois Monti]], [[Julius Mauthner]], [[Viktor Urbantschitsch]], [[August Leopold von Reuss]], [[Adolf von Strümpell]], [[Ernest Finger]], [[Adolf Lorenz (Mediziner, 1854)|Adolf Lorenz]], [[Friedrich Schauta (Mediziner)|Friedrich Schauta]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ub.meduniwien.ac.at/blog/wp-content/uploads/2010/04/professorenkollegium1c.jpg Das Professorenkollegium der medizinischen Fakultät der Universität Wien, Wien 1908-1910]. Bildnachweis: Sammlungen der Medizinischen Universität Wien – Josephinum, Bildarchiv;  [https://ub.meduniwien.ac.at/blog/wp-content/uploads/2010/04/professorenkollegium1b.jpg Zugehörige Personenidentifikation].&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wagner-Jauregg-Krankenhaus.JPG|mini|Die oberösterreichische Landes-Nervenklinik in Linz war bis 2015 nach Julius Wagner-Jauregg benannt.]]&lt;br /&gt;
Julius Wagner wurde als Sohn des Finanzjuristen Johann Adolf Wagner (1835–1917) geboren. Dieser erhielt 1883, also zu einem Zeitpunkt, als seine beiden Söhne Julius und Fritz (der jüngere Sohn wurde später Sektionschef und Generalpostdirektor und war einer der Pioniere der österreichischen Luftfahrt) bereits erwachsen waren, als Finanzrat in Wien den erblichen Adelstitel „Ritter von Jauregg“; seitdem trägt auch Julius den Doppelnamen Wagner-Jauregg. Die Familie lebte seit 1872 in Wien, wo Julius Wagner auch die [[Matura]] am [[Schottengymnasium]] als Vorzugsschüler&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÄL&amp;quot;&amp;gt;Sonia Horn: &amp;#039;&amp;#039;Julius Wagner von Jauregg&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Wolfgang U. Eckart]] und [[Christoph Gradmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ärztelexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 1. Aufl. 1995 C. H. Beck München S. 368+369, &amp;#039;&amp;#039;Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, 2. Aufl. 2001, S. 321+322, 3. Aufl. 2006 Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York S. 334+335. [http://katalog.ub.uni-heidelberg.de/cgi-bin/titel.cgi?katkey=66925234&amp;amp;sess=e521899f8f35fb23c17741776cba566b&amp;amp;art=f&amp;amp;kat1=freitext&amp;amp;kat2=ti&amp;amp;kat3=au&amp;amp;op1=AND&amp;amp;op2=AND&amp;amp;var1=&amp;amp;var2=Ärztelexikon&amp;amp;var3=%22Eckart%2C%20wolfgang%22 Ärztelexikon 2006], [[doi:10.1007/978-3-540-29585-3]].&amp;lt;/ref&amp;gt; ablegte und 1874 das Studium der Medizin an der [[Universität Wien]] begann, das er 1880 mit der [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum Doktor der Medizin abschloss. Seit seinem Studium war er Mitglied des Wiener Akademischen Turnvereins und des Akademischen Gesangvereins Wien, der später zur Wiener Universitäts-Sängerschaft Ghibellinen wurde und heute als [[Universitätssängerschaft Barden zu Wien]] bekannt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Arthur Frhr. v. Hochstetter: &amp;#039;&amp;#039;Julius Wagner von Jauregg&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Deutsche Sängerschaft (Zeitschrift)|Deutsche Sängerschaft]]. Gegr. 1895 als Akademische Sängerzeitung 13 (1927), S. 353–354.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1882 arbeitete er am &amp;#039;&amp;#039;Institut für allgemeine und experimentelle [[Pathologie]]&amp;#039;&amp;#039; an der Universität bei [[Salomon Stricker]], wo er bereits zwei wissenschaftlichen Arbeiten publizierte. Stricker war für seine tierexperimentelle Orientierung bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÄL&amp;quot; /&amp;gt; Anschließend wurde er nach einem kurzen Zwischenspiel am &amp;#039;&amp;#039;Departement für [[Innere Medizin]]&amp;#039;&amp;#039; Assistent von [[Maximilian Leidesdorf]] an der so genannten &amp;#039;&amp;#039;[[Niederösterreichische Landesirrenanstalt am Brünnlfeld|Niederösterreichischen Landesirrenanstalt]]&amp;#039;&amp;#039;. Die Psychiatrie war ursprünglich nicht der von Wagner-Jauregg bevorzugte Fachbereich der Medizin – der als ehrgeizig, unnachgiebig und hart beschriebene Jungarzt und begeisterte Sportler (Bergsteiger, Schwimmer, Reiter) nutzte aber die gegebene berufliche Chance. 1885 [[Habilitation|habilitierte]] er sich für das Fach &amp;#039;&amp;#039;Nervenkrankheiten und Psychiatrie&amp;#039;&amp;#039; und hielt Vorlesungen über die Pathologie des Nervensystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1889 wurde Wagner von Jauregg der Nachfolger von [[Richard von Krafft-Ebing]] an der &amp;#039;&amp;#039;Neuropsychiatrischen Klinik&amp;#039;&amp;#039; der [[Universität Graz]]. Einer seiner Forschungsschwerpunkte war der in der [[Steiermark]] häufige [[Kretinismus]]. Er erzielte gute Erfolge bei dessen Vorbeugung sowie der Vorbeugung gegen [[Struma|Kropf]] durch die Beimengung geringer Mengen [[Iod]] zum [[Trinkwasser]] und [[Speisesalz]]. Beides hatte er nicht zuletzt bei seinen tagelangen Fußwanderungen durch die steirischen Gebirgsgegenden studiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1893 wurde Wagner-Jauregg außerordentlicher [[Professor]] für Psychiatrie und Nervenkrankheiten und Direktor der &amp;#039;&amp;#039;[[Otto-Wagner-Spital|Niederösterreichischen Landesheil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke]]&amp;#039;&amp;#039; in Wien. 1902 wechselte er an die &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrische Klinik&amp;#039;&amp;#039; der Wiener Universität im Allgemeinen Krankenhaus, und 1911 kehrte er auf seinen früheren Posten zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Wagner-Jauregg um 1900 den damals berühmtesten österreichischen Operettenschauspieler, [[Alexander Girardi]], auf Betreiben von dessen Frau für geisteskrank erklärt hatte, ohne ihn untersucht zu haben, wurde auf Initiative der Schauspielerin [[Katharina Schratt]], einer Freundin von [[Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn)|Kaiser Franz-Joseph]], die „Neurologie-Reform“ eingeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1883 war Wagner-Jauregg die heilende Wirkung von Fieberanfällen bei Patienten aufgefallen, die an [[Paralyse]] erkrankt waren. Nachdem im Winter 1890/91 Versuche mit [[Tuberkulin]] in Graz nur geringe Erfolge gezeigt hatten, gelang es ihm 1917, durch das Herbeiführen von [[Fieber]] mit Hilfe von Erregern der [[Malaria]] die als Folge der [[Neurolues]], einer Form der [[Syphilis]], auftretende [[Progressive Paralyse]] erfolgreich zu behandeln (&amp;#039;&amp;#039;[[Malariatherapie]]&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Bangen: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4, S. 32–37 (Fiebertherapien).&amp;lt;/ref&amp;gt; Für diese Entdeckung wurde Wagner-Jauregg 1927 mit dem [[Nobelpreis für Physiologie oder Medizin|Nobelpreis für Medizin]] ausgezeichnet. Diese Therapie wurde bis zum Aufkommen der [[Antibiotikum|Antibiotika]] praktiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] war Wagner-Jauregg auch für die Behandlung von [[Kriegsneurose]]n zuständig und bemühte sich sehr, Simulanten von echten psychisch Kranken zu trennen. Dass er in diesem Zusammenhang elektrische Zwangstherapien anwandte, stieß alsbald auf Kritik. Nach Kriegsende führte dies aufgrund politisch motivierter Artikel in Zeitungen zu einer Untersuchung durch die [[Kommission zur Erhebung militärischer Pflichtverletzungen]]. [[Sigmund Freud]] äußerte sich in der entsprechenden Untersuchung nicht unkritisch, aber letztlich zugunsten von Wagner-Jauregg, da diese Behandlung sich als sehr wirksam erwiesen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Sigmund Freud: [http://www.mlang.name/gutachten.html &amp;#039;&amp;#039;Gutachten über die elektrische Behandlung der Kriegsneurotiker.&amp;#039;&amp;#039;] 1920.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönliches ==&lt;br /&gt;
Julius Wagner-Jauregg war in erster Ehe ab 1890&amp;lt;ref&amp;gt;Trauungsbuch Votivkirche, tom. VI, fol. 22 ([https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/09-votivkirche/02-06/?pg=129 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; mit seiner ehemaligen Patientin&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Brigitte Kepplinger |Titel=Julius Wagner-Jauregg |Hrsg=Cornelia Daurer, Marcus Gräser, Brigitte Kepplinger, Martin Krenn, Walter Schuster, Cornelia Sulzbacher |Sammelwerk=Bericht der Linzer Straßennamenkommission |Ort=Linz |Datum=2022 |Seiten=1722 |Online=https://stadtgeschichte.linz.at/media/biographien/biographie_wagner-jauregg_julius.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Balbine Karoline Goldberg (1862–1924) verheiratet, von der er ab 1903 getrennt lebte – für Katholiken war eine Scheidung nach damaliger Rechtslage nicht möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Die gemeinsame Tochter Julia (1900–1987) wurde eine Reisejournalistin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gabriele Habinger |Titel=Humann-Wagner-Jauregg Julia (Julie) |Herausgeber=[[Ilse Korotin]] |Sammelwerk=[[biografiA|biografiA. Lexikon österreichischer Frauen]] |Band=Band 1: A–H |Verlag=Böhlau |Ort=Wien |Jahr=2016 |ISBN=978-3-205-79590-2 |Seiten=1407–1409 |Online=[https://e-book.fwf.ac.at/view/o:886 PDF]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er heiratete in zweiter Ehe Anna Koch, mit der er den gemeinsamen Sohn Chemiker [[Theodor Wagner-Jauregg]] hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner-Jauregg betrieb gerne Sport, vor allem Reiten und Bergsteigen. Privat trug er ausschließlich Anzüge und Mäntel aus blauem Tuch, deren Schnitt dem Sonntagsgewand eines Bergbauern nachempfunden war. So genügte bei Bedarf eines neuen Kleidungsstückes ein Anruf bei seinem Schneider ohne vorherige Anprobe. Bücher pflegte er – mit Ausnahme von Fachbüchern – als [[Broschur|broschierte]] Ausgabe zu kaufen und in handliche Einzelteile zu zerlegen, um sie bei Spaziergängen und während Straßenbahnfahrten zu lesen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Große Österreicher.&amp;#039;&amp;#039; Ueberreuter, 1985, Hrsg. [[Thomas Chorherr]], Autorin: [[Pia Maria Plechl]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zum Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
Seit Ende der 1990er Jahre bemühten sich [[Die Grünen – Die Grüne Alternative]] und die [[KPÖ]] darum, dass nach Wagner-Jauregg benannte Straßen, Plätze und Gesundheitseinrichtungen umbenannt werden, und dass seiner Grabstätte auf dem [[Wiener Zentralfriedhof]] (Gruppe 32 C, Nummer 18) der Status des Ehrengrabs aberkannt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UmstritteneWienerStraßennamen&amp;quot;&amp;gt;[[Peter Autengruber]], Birgit Nemec, [[Oliver Rathkolb]], [[Florian Wenninger]]: &amp;#039;&amp;#039;Umstrittene Wiener Straßennamen. Ein kritisches Lesebuch&amp;#039;&amp;#039;. Wien/Graz/Klagenfurt 2014, S. 58–60 (Kapitel „Julius Ritter von Wagner-Jauregg“; [https://austria-forum.org/web-books/umstrittenewiener00de2014iicm Digitalisat online] im [[Austria-Forum]]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Man warf Wagner-Jauregg Verbindungen zur [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]], die Verbreitung von [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischem]] Gedankengut sowie die Vertretung [[Eugenik|eugenischer]] und rassenhygienischer Ideen wie der [[Zwangssterilisation]] vor. Das [[Frauenwahlrecht]] bezeichnete Wagner-Jauregg als [[Entartung (Medizingeschichte)|Entartung]]. Diese und andere Vorwürfe, erhoben in dem Bericht einer Historikerkommission zur Untersuchung der Ehrengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof von 1938 bis 1945, führten zu einer umfangreichen Untersuchung, die vom Land [[Oberösterreich]] in Auftrag gegeben wurde. Nach deren Bericht war Wagner-Jauregg zwar gesellschaftspolitisch konservativ und unterstützte als Mitglied die [[Großdeutsche Volkspartei]]. Sein am 21. April 1940 gestellter Antrag auf Mitgliedschaft in der NSDAP&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.schloss-hartheim.at/redsyspix/download/Gutachten%20Wagner%20Jauregg.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Frage der Mitgliedschaft in der NSDAP im Gutachten Wagner-Jauregg 2005&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20121209060343}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde aber postum „wegen Rasse ... zurückgestellt“ (Wagner-Jaureggs erste Frau war Jüdin gewesen). Der Nobelpreisträger vertrat, dem Zeitgeist entsprechend, auch [[Eugenik|eugenische]] Ideen, wurde aber in dem Bericht letztlich als „nicht historisch belastet“ eingestuft, was vor allem vom [[Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes]] kritisiert wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;UmstritteneWienerStraßennamen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Name steht allerdings auch auf einer Mitgliederliste des Deutschsozialen Volksbundes, einer Tarnorganisation, der einige dem Nationalsozialismus nahestehende Personen wie [[Arthur Seyß-Inquart]], [[Anton Reinthaller]], [[Ernst Prinzhorn]] und [[Alfred Orel]] angehörten. Der Volksbund kam allerdings auf Grund des erfolgten „[[Anschluss Österreichs|Anschlusses]]“ nicht über das Planungsstadium hinaus.&amp;lt;ref&amp;gt;Personenakte 16579 des [[Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes|Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut [[Michael Hubenstorf]] ebnete die Malariatherapie, die bereits zwei Jahrzehnte nach ihrer Entdeckung medizinisch überholt war und deren therapeutische Vorgehensweise schon von Beginn an [[Medizinethik|medizinethische]] Fragen aufwarf, den Weg für die inhumanen Malariaexperimente der 1940er.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strassennamen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grab von Julius Wagner-Jauregg und Theodor Wagner-Jauregg auf dem Wiener Zentralfriedhof.JPG|mini|hochkant|Grab der Familie Wagner-Jauregg am [[Wiener Zentralfriedhof]]]]&lt;br /&gt;
* [[Jubiläums-Erinnerungsmedaille 1898|Jubiläums-Erinnerungsmedaille für Zivilstaatsbedienstete]]&lt;br /&gt;
* [[Jubiläumskreuz 1908|Jubiläumskreuz für Zivilstaatsbedienstete]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&amp;amp;datum=1918&amp;amp;page=908&amp;amp;size=45 &amp;#039;&amp;#039;Hof- und Staatshandbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie&amp;#039;&amp;#039;] 1918, Seite 528.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1925 wurde Julius Wagner Ritter von Jauregg zum Mitglied der „Deutschen Akademie der Naturforscher [[Leopoldina]]“ gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Leopoldina|7130|IDName=julius-wagner-ritter-von-jauregg|Name=Julius Wagner Ritter von Jauregg|Kommentar=mit Bild|Datum=10. Juni 2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1926 Erb-Gedenkmünze und Ehrenmitgliedschaft des Vereins deutscher Nervenärzte&lt;br /&gt;
* 1927 erhielt er den Nobelpreis für Medizin für seine erfolgreiche Behandlung der Spätform der Syphilis und die Entdeckung der therapeutischen Bedeutung der Malariaimpfung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Lexikonredaktion des Verlages F.A.Brockhaus |Titel=Nobelpreise |TitelErg=Chronik herausragender Leistungen |Ort=Mannheim |Datum=2001 |ISBN=3-7653-0491-3 |Seiten=272}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Liste der Bürger ehrenhalber der Stadt Wien|Bürger ehrenhalber der Stadt Wien]] (1927)&lt;br /&gt;
* Ehrenmitglied der [[Österreichische Akademie der Wissenschaften|Österreichischen Akademie der Wissenschaften]] (1929)&amp;lt;ref name=&amp;quot;strassennamen&amp;quot;&amp;gt;[http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/pdf/strassennamenbericht.pdf Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“] (PDF; 4,2&amp;amp;nbsp;MB), S. 232ff, Forschungsprojektendbericht, Wien, Juli 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1932 wurde er [[Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina#Ehrenmitglieder|Ehrenmitglied]] der Leopoldina&lt;br /&gt;
* Die [[Oesterreichische Nationalbank]] brachte zu Ehren von Wagner-Jauregg posthum eine 500 Schilling Banknote mit seinem Porträt heraus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.3833.com/node/1134 |text=500 Schilling Banknote auf 3833.com |wayback=20081007191945}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien&lt;br /&gt;
* 1953 wurde der &amp;#039;&amp;#039;Wagner-Jauregg-Hof&amp;#039;&amp;#039; in Wien-[[Alsergrund]] nach ihm benannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strassennamen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Seit 1954 gibt es den &amp;#039;&amp;#039;Wagner-Jauregg-Weg&amp;#039;&amp;#039; in Linz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{stadtgeschichte.linz |typ=strasse |id=3059 |titel=Wagner-Jauregg-Weg}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im Jahr 1981 wurde in Wien-[[Penzing (Wien)|Penzing]] (14. Bezirk) der &amp;#039;&amp;#039;Wagner-Jauregg-Weg&amp;#039;&amp;#039; nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
* Wagner-Jauregg-Platz sowie Wagner-Jauregg-Straße in Graz&lt;br /&gt;
Ehemalige Ehrungen:&lt;br /&gt;
* [[Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg]] in Linz (1970–2015)&amp;lt;ref name=&amp;quot;UmstritteneWienerStraßennamen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über den Kretinismus.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1893.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Reform des Irrenwesens.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1901.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Verhütung und Behandlung der Progressiven Paralyse durch Impfmalaria.&amp;#039;&amp;#039; Handbuch der experimentellen Therapie 1931.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fieber und Infektionstherapie.&amp;#039;&amp;#039; Wien u.&amp;amp;nbsp;a. 1936.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Kurt Eissler]]: &amp;#039;&amp;#039;Freud und Wagner-Jauregg vor der Kommission zur Erhebung militärischer Pflichtverletzungen.&amp;#039;&amp;#039; Löcker, Wien 1979, Neuausgabe 2006.&lt;br /&gt;
* Magda Whitrow: &amp;#039;&amp;#039;Julius Wagner-Jauregg (1857–1940)&amp;#039;&amp;#039;. Facultas Universitätsverlag, Wien 2001 (Originalausgabe: Smith-Gordon, London 1993).&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Neugebauer (Historiker, 1944)|Wolfgang Neugebauer]], [[Kurt Scholz]], Peter Schwarz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Julius Wagner-Jauregg im Spannungsfeld politischer Ideen und Interessen – eine Bestandsaufnahme. Beiträge des Workshops vom 6./7. November 2006 im Wiener Rathaus.&amp;#039;&amp;#039; Peter Lang, Frankfurt am Main u.&amp;amp;nbsp;a. 2008 (Wiener Vorlesungen: Forschungen, 3).&lt;br /&gt;
* {{NDB|27|254|256|Wagner-Jauregg, Julius|[[Hans-Georg Hofer]]|118628445}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118628445}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/017957}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Wagner-Jauregg,_Julius}}&lt;br /&gt;
* {{Nobel-med|1927|Julius Wagner von Jauregg}} und [http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1927/wagner-jauregg-speech.html Bankettrede] (deutsch)&lt;br /&gt;
* [https://www.forum-zeitgeschichte.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/forum-geschichte/Gutachten_Wagner_Jauregg_O%C3%96_2005.pdf Bericht der Kommission zur Beurteilung der Frage, ob der Namensgeber der Landes-Nervenklinik Julius v. Wagner-Jauregg als historisch belastet angesehen werden muss] – PDF (600 kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.mediathek.at/portalsuche?searchId=83560201 Archivaufnahmen mit Julius Wagner-Jauregg] im Onlinearchiv der [[Österreichische Mediathek|Österreichischen Mediathek]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Träger des Nobelpreises in Medizin}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118628445|LCCN=n80103780|VIAF=118218038}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wagnerjauregg, Julius}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychiater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Graz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenmitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Universität Graz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Universität Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sängerschafter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im ATB]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GDVP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Malaria]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1857]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1940]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wagner-Jauregg, Julius&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Wagner von Jauregg, Julius&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Psychiater, Nobelpreisträger&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=7. März 1857&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Wels (Stadt)|Wels]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=27. September 1940&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RosaR</name></author>
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