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	<title>Julius Genss - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Julius Genss (1907-1957).jpg|mini|Julius Genss (1887–1957)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Julius Genss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{HeS|יולי גענס&amp;amp;lrm;}}, * {{JULGREGDATUM|17|11|1887|Link=ja}} in [[Dorpat]], [[Gouvernement Estland]] des [[Russisches Kaiserreich|Russischen Kaiserreiches]]; † [[3. Februar]] [[1957]] in [[Tallinn]] als Julius Gens, [[Estnische Sozialistische Sowjetrepublik|Estnische SSR]]) war ein [[Estland|estländischer]] [[Bibliophiler]], [[Kunstsammler]], [[Kunstkritiker]] und [[Mäzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Julius (Idel) Genss wurde in eine begüterte Kaufmannsfamilie in [[Tartu]] (damals &amp;#039;&amp;#039;Derpt&amp;#039;&amp;#039;) geboren. Er entdeckte früh seine Leidenschaft für Malerei und Grafik. Von 1906 bis 1911 studierte er an der Juristischen Fakultät der [[Kaiserliche Universität Dorpat|Kaiserlichen Universität Dorpat]]. Abschluss mit Note 1 (Ausgezeichnet). Während des Jurastudiums begann Genss, Malunterricht zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Anwalt hatte er keine Zuneigung zu seinem Beruf. 1911/12 studierte er Malerei und Architektur an der [[Technische Universität München|Technischen Universität München]]. Er hat sein Studium aus gesundheitlichen Gründen unterbrochen; das Kunstleben in [[München]] prägte ihn. Während seiner Münchner Studienzeit unternahm Genss zahlreiche Reisen durch Deutschland und eine Fahrt nach Italien, um die wichtigsten Gemäldesammlungen zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bibliophiler und Kunstsammler ===&lt;br /&gt;
Dem Studium in München folgten ein längerer Aufenthalt in [[Moskau]] und eine enge Bekanntschaft mit der dortigen [[Kubofuturismus|Kubofuturisten]] wie [[Alexei Jelissejewitsch Krutschonych]], [[Wladimir Wladimirowitsch Majakowski|Wladimir Majakowski]] und [[Dawid Dawidowitsch Burljuk|Dawid Burljuk]], sowie mit [[Russische Avantgarde|russischen Avantgardisten]] [[Michail Larionow]] und [[Natalja Sergejewna Gontscharowa|Natalia Gontscharowa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Rückkehr nach Tartu im Jahr 1918 begann er mit dem Aufbau einer privaten Kunstsammlung.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Eesti elulood.&amp;#039;&amp;#039; Tallinn: Eesti entsüklopeediakirjastus 2000 (= Eesti Entsüklopeedia 14) ISBN 9985-70-064-3, S.&amp;amp;nbsp;68.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1920 hielt er Vorlesungen an der [[Pallas (Kunstschule)|Tartuer Kunstschule]], engagierte sich für die 1925 verwirklichte [[Geschichte der Juden in Estland|jüdische Kulturautonomie in Estland]] und war aktives Mitglied von [[Pallas (Künstlervereinigung)|Pallas]], der estnischen Gesellschaft der Künstler und Literaten.&lt;br /&gt;
Als Abgesandter des Akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Literatur vertrat er 1937 die jüdische Kulturgemeinde Estlands auf dem Zweiten Kongress antifaschistischer Schriftsteller in [[Madrid]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934 wurde er Leiter der estnischen Niederlassung einer schwedischen Holzhandelsfirma. Er zog mit der Familie von Tartu in die estnische Hauptstadt [[Tallinn]]. Bis 1939 hat er eine große Kunstbibliothek im baltischen Raum sowie eine große Kunstsammlung zusammengetragen, deren größte Abteilungen der estnischen, russischen und der jüdischen Kunst gewidmet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evakuierung, Verlust der Sammlung und politische Verfolgung ===&lt;br /&gt;
Im Sommer 1940 wurde Estland von der [[Sowjetunion]] besetzt. Ein Jahr später eroberte die deutsche Wehrmacht das [[Baltikum]]. Im Juli 1941 musste die Familie Genss Tallinn verlassen, um der Verfolgung estnischer Juden durch die deutsche Besatzer zu entgehen. Sie wurde nach [[Taschkent]] evakuiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In 1941 wurden die Kunstsammlung und die Bibliothek im [[Kumu (Museum)|Kunstmuseum Tallinn]] untergebracht, das bei dem verheerenden Bombenangriff durch die Sowjets auf Tallinn 1944 zerstört wurde. Die Bibliothek und die grafische Sammlung waren allerdings zuvor durch den [[Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg]] (ERR) beschlagnahmt worden. Da [[Alfred Rosenberg]] ebenfalls aus Tallinn stammte, war die Sammlung von Julius Genss ihm gut bekannt. Die aus über 10.000 kunsthistorischen Bänden bestehende Bibliothek wurde später nach [[Racibórz|Ratibor]] geschickt. Rosenberg berichtete dann im November 1944 von 61&amp;amp;nbsp;Kisten der [[Sammlung Genss]] in den Baracken von [[Pszczyna|Pless]], die unter den wichtigsten zur Auslagerung nach [[Minsk]] genannt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Patricia Kennedy-Grimsted: &amp;#039;&amp;#039;Roads to Ratibor: Library and Archival Plunder by the Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Holocaust and Genocide Studies.&amp;#039;&amp;#039; Volume 5, Nr.&amp;amp;nbsp;3, 2005, S.&amp;amp;nbsp;390–458.&amp;lt;/ref&amp;gt; 6.000 Bände wurden schließlich dorthin transportiert und der dortigen Bibliothek der Akademie der Wissenschaften übergeben. 780 Bände, die mit dem Stempel des Kunstmuseums Tallinn versehen waren (diese Bücher hatte Genss vor dem Krieg dem Museum als Leihgabe auf Zeit zur Verfügung gestellt), wurden der [[Akademische Bibliothek der Universität Tallinn|Bibliothek der Akademie der Wissenschaften Estlands]] übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genss reichte mehrere Rückgabeklagen ein, die aber erfolglos blieben. Die Sammlung wurde ihrem Besitzer bis heute nicht zurückerstattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1951 wurde Genss nach der Anschuldigung des [[Kosmopolitismus]] trotz seines instabilen Gesundheitszustands infolge zweier Herzinfarkte verhaftet. Er starb im Februar 1957 in Tallinn. Julius Genss liegt auf dem [[Rahumäe#Jüdischer Friedhof|Jüdischen Friedhof von Tallinn-Rahumäe]] begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Julius Genss war mit Bertha Genss verheiratet. Ihr Sohn [[Leo Gens]] (1922–2001) war ein estnischer Kunsthistoriker, Professor für Kunstgeschichte an der [[Estnische Kunstakademie|Estnischen Kunstakademie]] und Preisträger der schwedischen Kunstakademie. Er war in der Sowjetzeit (Anfang der 50er Jahre) mit einem Berufsverbot belegt. Seine Tochter [[Inna Gens]] (1928–2014) war eine bekannte Kunstwissenschaftlerin für japanisches Kino und Schriftstellerin. Als Filmkritikerin bekam sie 1991 den [[Kawakita Award]] für hervorragende Verdienste um den japanischen Film. Die Enkelin [[Julia Gens]] wanderte 1991 nach Deutschland aus. Sie lebt als Kunst-Restauratorin in [[München]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.restaurator-muenchen.com/ Restaurator J.Gens]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sammlung ==&lt;br /&gt;
=== Buchsammlung ===&lt;br /&gt;
Bis 1941 hatte Julius Genss eine der größten Kunstbibliotheken im baltischen Raum sowie eine beträchtliche Kunstsammlung mit Abteilungen estnischer, jüdischer und russischer Kunst, sowie eine große Sammlung von [[Exlibris]] und Druckgrafik, zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genss bezeichnete sein Verhältnis zum Buch als die größte Leidenschaft seines Lebens. In seiner Sammlung hatte er über 10.000 Bände zusammengetragen. Es waren kunsthistorische Bände aber auch Zeitschriften für Bibliophile wie zum Beispiel [[Philobiblon]], illustrierte Bände und Raritäten. Jedes neue Buch in der Sammlung wurde katalogisiert. [[Judaica]] bildeten einen Schwerpunkt der Sammlung, die überwiegend aus Objekten aus Frankreich, Russland und Deutschland bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://socialhistory.org/sites/default/files/docs/err-ratibor-pkg.pdf „Roads to Ratibor“] (PDF-Datei; 497&amp;amp;nbsp;kB) Library and Archival Plunder by the Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR), Patricia Kennedy Grimsted, © Oxford University Press 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schir Haschirim (Hohelied) ===&lt;br /&gt;
Genss ließ eine Fassung des [[Hoheslied|Hoheliedes]] (Schir Haschirim) anfertigen, das nach seinen Vorstellungen in der künstlerischen Gestaltung von [[Ado Vabbe]] 1932 entstand. Die [[Pergament]]rolle mit den Maßen 527&amp;amp;nbsp;cm × 52,5&amp;amp;nbsp;cm, enthält das Hohelied in hebräischer Sprache und ist mit acht Illustrationen in Tempera von Vabbe versehen. Den Text in hebräischer Schrift, die [[Vignette]]n und die Initiale gestaltete Genss selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;„Interview zur Ausstellung“ J. Gens [http://restaurator-muenchen.com/interview-zur-ausstellung/ Restaurator in München], Schir Haschirim (Hohelied).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstsammlung ===&lt;br /&gt;
Genss selbst organisierte drei Ausstellungen seiner Sammlung. Er besaß mehrere Besitzermarken; vier Gebrauchsexlibris bestellte er jeweils in einer Auflage von 2.000 Stück, so dass später anhand dieser die Aufnahme des Buches in die Bibliothek nachverfolgt werden konnte. Einige Exlibris bestellte er bei dem estnischen Avantgardekünstler, Maler und Grafiker [[Ado Vabbe]] (1892–1961). Neben den vier Gebrauchsexlibris besaß Genss auch ein Luxus-Exlibris. Dieses erhielt er als Geschenk des Pariser Künstlers [[Fiszel Zylberberg]] (1909–1942, ermordet in Auschwitz) in einer Auflage von 40 Stück. Mit dem Luxus-Exlibris wurden prächtige Judaica-Bände in der Sammlung bestückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grafiksammlung bestand aus fast 3.000 Blättern, darunter Blätter von [[Marc Chagall]], [[Lionel Feininger]], [[Paul Klee]], [[Léon Bakst]], [[El Lissitzky]] und [[Konstantin Korovin]]. Viele Objekte aus der [[Sammlung Genss]] sind in Museen auf der ganzen Welt verstreut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Judaica-Sammlung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Interesse an jüdischer Kunst war unterdessen gewachsen. Auf seinen Reisen besuchte Genss Synagogen und jüdische Museen, erwarb Kataloge und Fachliteratur. Seine Judaica-Sammlung wurde immer größer, 1938/39 organisierte er eine Wanderausstellung, die in Tartu, Tallinn und Riga präsentiert wurde: „Ich wollte die Existenz moderner jüdischer Kunst beweisen“, schrieb er später in seinen Memoiren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Künstler aus Paris, Warschau, Vilnius, sogar aus Israel und der Sowjetunion schickten ihm auf seine Bitte Druckgrafiken und Illustrationen zu. 211 Blätter kamen so zusammen. Ein Ausstellungskatalog wurde herausgegeben – in Estnisch und in jiddischer Sprache, damals unter den Juden Osteuropas das gängige Idiom. [[Marc Chagall]] und [[Lyonel Feininger]] hatten Grafiken beigesteuert, Künstler, die heute weltberühmt sind. Aber die Namen der anderen Beteiligten kennen nur noch wenige. Manche, wie [[Nathan Altman]] oder [[Zygmunt Dobrzycki]], haben den Holocaust überlebt. Von anderen, wie Necha Gelbersanska, Julius Kroll, Isaak Schorr konnten Daten nicht ermittelt werden. [[Fani Lewowna-Frydman]] wurde in Krakau ermordet, [[Fiszel Zylberberg]] in Auschwitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Enkelin [[Julia Gens]] kam 1991 nach Berlin. Im Gepäck hatte sie die Fragmente der zerstörten Sammlung ihres Großvaters. Darunter auch ein besonders wertvolles Stück: eine Schriftrolle mit dem Hohelied Salomos, Anfang der 1930er Jahre von Genss selbst in Hebräisch geschrieben, von seinem Freund, dem estnischen Künstler Ado Vabbe, illustriert. Auch ein Faksimile der Darmstädter Haggada von 1430 war dabei.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel bei Deutsche Welle &amp;quot; [http://www.dw.de/julius-genss-sammler-aus-leidenschaft/a-16096152 Julius Genss, Sammler aus Leidenschaft] von Cornelia Rabitz © DW&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ausstellung „Jüdische Grafik von Julius Genss“ ===&lt;br /&gt;
Ziel von Julius Genss war, die Existenz zeitgenössischer, jüdischer Kunst zu beweisen und da ihm der Transport von Ölgemälden zu teuer und in diesen Zeiten vor allem zu riskant war, beschloss er nur Grafik zu zeigen. Unter den Künstlern waren berühmte Namen wie Max Liebermann und [[Marc Chagall]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.kultur-port.de/index.php/kunst-kultur-blog/kunst-kultur-blog-kulturmanagement/5177-juden-4590-eine-zweiteilige-ausstellungsreihe-im-juedischen-museum-muenchen.html Ausstellung „Juden 45/90“]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1938/39 organisierte Julius Genss die Wanderausstellung „Jüdische Grafik“. Sein Ziel war es, die Existenz zeitgenössischer jüdischer Grafik zu beweisen. Von 211 Kunstwerken, die 1938/39 ausgestellt wurden, sind heute nur noch 35 grafische Blätter vorhanden. Am vollständigsten waren polnische Künstler vertreten, die aus Paris, Warschau, Vilnius und aus den USA elf Druckgrafiken beisteuerten. Der deutsche Grafiker [[Hermann Struck (Maler)|Hermann Struck]] schickte ihm Exponate aus [[Tel Aviv]]. Von den sowjetischen Künstlern war [[Solomon Judowin]] in der Ausstellung vertreten. Die Kunstschule in [[Vilnius]] schickte Arbeiten jüdischer Schüler. Von den renommierten Meistern wurden [[Marc Chagall|Chagall]], [[Isaac Israëls|Israëls]] und [[Max Liebermann|Liebermann]] ausgestellt sowie Ornamente von [[Natan Altman]]. Die Ausstellung wurde im Mai 1938 in Tartu eröffnet und anschließend in Tallinn und [[Riga]] gezeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ausstellung „Juden 45/90“ in {{Webarchiv|url=http://www.juedisches-museum-muenchen.de/index.php?id=247 |archive-is=20130217060157 |text=Jüdisches Museum München }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1941 wurde die Sammlung vom «Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg» beschlagnahmt, der in Osteuropa systematisch jüdische Kulturschätze plünderte. Nur durch das Engagement eines Einzelnen sind drei Dutzend Blätter dieser Sammlung erhalten geblieben und mit der Enkeltochter [[Julia Gens]] nach München gekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/mit-dem-geigerzaehler-in-die-neue-heimat-1.17406706 nzz.ch] NZZ&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass überhaupt etwas davon gerettet werden konnte, verdankte Julius Genss einem Professor aus seiner Heimatstadt Tartu. Seine Tochter Inna Gens erinnert sich im Gespräch mit der Deutschen Welle: „[[Paul Ariste]] hatte im Einsatzstab Rosenberg gearbeitet. Immer wieder klaute er dort etwas und nahm ein Stück der Jüdische Grafiksammlung meines Vaters mit sich nach Hause. Als wir zurückkamen, war er so nett, sie uns zurückzugeben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel bei Deutsche Welle &amp;quot; [http://www.dw.de/julius-genss-sammler-aus-leidenschaft/a-16096152 Julius Genss, Sammler aus Leidenschaft] von Cornelia Rabitz @ DW&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rolle von Paul Ariste (damals Paul Arriste) war nicht immer positiv. Laut ERR – Berichten (#61432592 Seite: 208) Zitat: &amp;quot;…hauptsächlich durch die Angaben des Universitätsdozenten Dr. Arriste folgende anscheinend endgültigen Feststellungen über den derzeitigen Verbleib der Bibliothek des Juden Genss machen:…&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Archivbestände Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg&lt;br /&gt;
[https://err.tsdavo.gov.ua Archivbestände Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) aus dem Ukrainischen Staatsarchiv]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2012 in Rahmen einer Ausstellung „Juden 45/90“ (Juli 2012 – Januar 2013) im Jüdischen Museum München wurden Fragmente der Sammlung von Julius Genss gezeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/13440 Als »die Russen« kamen, Jüdische Allgemeine]&amp;lt;/ref&amp;gt; Für [[Inna Gens]] war es ein ganz besonderes Erlebnis: „Mein Vater hat hier in München studiert. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass eine solche Ausstellung in Deutschland organisiert werden kann. Das macht mich natürlich sehr glücklich.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtserben ==&lt;br /&gt;
* 1957–2014: [[Gens, Inna|Inna Gens]] (Tochter)&lt;br /&gt;
* seit 2014: [[Gens, Julia|Julia Gens]] (Enkelin)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite web |url=https://www.svoboda.org/a/30311141.html/ |title=Потомки Маяковского. Кто имеет право на наследство поэта? // Радио Свобода. — 2019. — 12 декабря.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bücher und Publikationen ==&lt;br /&gt;
* „Katalog der Bibliotheck [von] Julius Genss“, Th. 1-4, 1928–1930&lt;br /&gt;
* „V.Timmi kirjad“, Tartu, Postimees, 1930.&lt;br /&gt;
* „Huvitav siluettide leid“, Tartu, 1930.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Briefe Wilhelm Timḿs an seinen Vater aus den Jahren 1841–1846&amp;quot;, Dorpat, 1931.&lt;br /&gt;
* „Eesti Rahva Muuseumi kunstiosakond: keraamika“, Tallinn, 1931.&lt;br /&gt;
* „Elevandiluu“, Tartu, Postimees, 1931.&lt;br /&gt;
* „Netsuke“, Tartu, Postimees, 1931.&lt;br /&gt;
* „Заметки библиофила“, Tallinn, Postimees, 1932.&lt;br /&gt;
* Nõukogude Vene kunstinäitus. Postimees, 2. Mai 1934.&lt;br /&gt;
* „Биография У.Г.Иваск“ Еврейская периодическая печать в России, Таллинн, 1935.&lt;br /&gt;
* „Ed. Viiraldi ex-libriseid“, Tallinn, 1935.&lt;br /&gt;
* „Kunstipärase exlibrise näituse kataloog“, Tallinn, Tallinna Eesti Kirjastus-Ühisus, 1935.&lt;br /&gt;
* „Eesti kunstnike originaalgraafika albumid“ bibliograafiline kirjeldus, Tallinn, 1937.&lt;br /&gt;
* „Eduard Wiiralt loob gravüüri“, Tallinn, 1937.&lt;br /&gt;
* „Tlingiti ja haida kunsti Eesti muuseumides“, Tartu : s.n., 1937.&lt;br /&gt;
* „Juudi graafika“, Tallinn, 1938.&lt;br /&gt;
* יידישע גראפיק ,יידישער קולטור־פארוואלטונג אין עסטי, Tallinn, 1938.&lt;br /&gt;
* Ausstellungskatalog „Juudi graafika: Tartu – Tallinn, aprill – mai 1938. a.“, Tallinn : Libris, 1938.&lt;br /&gt;
* Mit Eduard Ahas u.&amp;amp;nbsp;a.: „Kunstiühing Pallas: 1918–1938“, Noor-Eesti, 1938.&lt;br /&gt;
* Mit Anne Krebsbach und Edit Käärik, Katalog zur Ausstellung „Idamaa kunst ja vaibad“ : Kunstihoones 29. okt. - 4. nov. 1938, Tallinna Eesti Kirjastus-Ühisus, Tallinn, 1938.&lt;br /&gt;
* Julius Genssi Raamatukogu Kataloog: יולי גענס ביבליאטעק. I טייל ביכער וועגן ביכער יודאיקא, Bd.&amp;amp;nbsp;1, Tallinn, Libris, 1939.&lt;br /&gt;
* „Каталог библиотеки и собрания Юлия Генса“, Том 1 – 4, Tallinn, Libris, 1939.&lt;br /&gt;
* „Book about books“, Tallinn : [s.n.], 1939.&lt;br /&gt;
* „Eksliibriseid aastaist 1936–1939“ RaKü 6. rakenduskunsti näitus : Tallinn, Kunstihoones, 15.-27.IV 1939.&lt;br /&gt;
* „Üleliidulise põllumajandusnäituse arhitektuur“. Ajakiri Viisnurk N1 , 1940.&lt;br /&gt;
* „Karl Timoleon Neff“, Tallinn, 1940.&lt;br /&gt;
* „Ilja Repin“ (1844–1930)&amp;quot;. Ajakiri Viisnurk, Oktober 1940.&lt;br /&gt;
* Katalog zur Ausstellung „Leningradi ja Moskva kunstnike värvilise graafika“, Tallinn, Riigi Trükikoda, 1941.&lt;br /&gt;
* „Lermontovi teoste illustreeritud väljaandeist“. Ajakiri Viisnurk. Mai/Juni, 1941.&lt;br /&gt;
* „Udo Ivask ja tema tegevus raamatumärkide harrastajana“, Tallinn, 1941.&lt;br /&gt;
* Album „Eesti tööline“, Tallinn, Eesti NSV Kunstifond, 1945.&lt;br /&gt;
* „Eesti rahva elu-olu: 20 graafilist lehte“, Tallinn, Eesti NSV Kunstifond, 1945.&lt;br /&gt;
* Mit L. Medvedeva: „Nõukogude maal ja graafika näituse juht“, Tallinn, 1945.&lt;br /&gt;
* „Eesti kunsti materjale“ bibliograafilisi materjale, 16 Bände, Tallinn, 1935–1948&lt;br /&gt;
* „Vana Tallinn ajaloolistes mälestusmärkides“, Tallinn, Ilukirjandus ja Kunst, 1948.&lt;br /&gt;
* Katalog zur Ausstellung „Kunstnik Roman Nymani teoste“, Tallinn, Riiklik Kunstimuuseum, 1948.&lt;br /&gt;
* „Vene Realistik Maalikool – Peredviznikud“, NSVL Kunstifondi vabariiklik osakond, Tallinn, 1949.&lt;br /&gt;
* „Eesti kunsti materjale“. [4. osa], 12. [kd.] : Eesti tegelaste portreid kujutavas kunstis / koostanud Julius Genss, Tallinn : [s.n], 1950.&lt;br /&gt;
* „Заметки библиофила“ часть 2, Tallinn, лето 1953.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Осоргин М. „Библиофильская новинка“, „Последние новости“ (Париж), 1939, 1 июня;&lt;br /&gt;
* F. Puksoo „Raamat ja tema sõbrad“. Tallinn, 1973.&lt;br /&gt;
* „Eesti kunsti sidemed XX saj. algupoolelt“. Tallinn, 1978.&lt;br /&gt;
* Ласунский О.Г. (предисловие к публикации «Заметок библиофила»), Книга: Исследования и материалы. 1990. Сб.60; его же «Второе «я» Ю.Генса»&lt;br /&gt;
* Евреи в культуре Русского Зарубежья, Сост. М.Пархомовский. Иерусалим, 1993. Вып. 2&lt;br /&gt;
* Инна Генс-Катанян. Дома и миражи. Нижний Новгород, изд-во ДЕКОМ, 2005, ISBN 5-89533-147-5.&lt;br /&gt;
* „Kodud ja kujutelmad“, von Inna Gens, Tartu, Atlex, 2007, ISBN 978-9949-441-04-4.&lt;br /&gt;
* Lepik Hanno: &amp;#039;&amp;#039;Julius Genss ja ekslibristika.&amp;#039;&amp;#039; Tallinn, 2009.&lt;br /&gt;
* Leo Gens: &amp;#039;&amp;#039;J. Genss – Investigator and Propagator of Jewish art.&amp;#039;&amp;#039; Jerusalem, 1994.&lt;br /&gt;
* Mikhail Parkhomovsky: &amp;#039;&amp;#039;Russian-Jewish Diaspora (Historical Essays).&amp;#039;&amp;#039; Jerusalem, 2012, ISBN 978-965-90252-1-3.&lt;br /&gt;
* Eerik Teder: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Julius Genss and bibliophiilia.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Raamat on…&amp;#039;&amp;#039; II, Tallinn 2002 (in Estnisch)&lt;br /&gt;
* Jutta Fleckenstein: &amp;#039;&amp;#039;Von ganz weit weg – Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion,&amp;#039;&amp;#039; Hentrich und Hentrich Verlag Berlin, 2012, ISBN 978-3-942271-71-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://ester-rr.nlib.ee/search*est/X?SEARCH=Genss+Julius&amp;amp;searchscope=1 Literatur] von und über Julius Genss im Katalog der [[Estnische Nationalbibliothek|Estnischen Nationalbibliothek]] Tallinn&lt;br /&gt;
* [http://www.dw.de/julius-genss-sammler-aus-leidenschaft/a-16096152 Cornelia Rabitz „Julius Genss, Sammler aus Leidenschaft“, Deutsche Welle, 2012]&lt;br /&gt;
* [https://www.sueddeutsche.de/muenchen/ausstellung-im-juedischen-museum-das-nichts-in-der-vitrine-1.1411524 Eva-Elisabeth Fischer „Das Nichts in der Vitrine“, Süddeutsche Zeitung, 2012]&lt;br /&gt;
* [http://eja.pri.ee/Culture/Julius%20Gens_en.html Julius Gens – EJA – Art]&lt;br /&gt;
* [https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/13440 Als „die Russen“ kamen]&lt;br /&gt;
* [http://socialhistory.org/sites/default/files/docs/libcult.pdf Twice Plundered but Not Yet “Home from the War”] (PDF-Datei; 514&amp;amp;nbsp;kB), Patricia Kennedy Grimsted, © Harvard Ukrainian Research Institute 2005&lt;br /&gt;
* [http://socialhistory.org/sites/default/files/docs/err-ratibor-pkg.pdf „Roads to Ratibor“] (PDF-Datei; 497&amp;amp;nbsp;kB) Library and Archival Plunder by the Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR), Patricia Kennedy Grimsted, © Oxford University Press 2005&lt;br /&gt;
* [http://restaurator-muenchen.com/die-welt-des-bibliophilen-und-kunstsammlers/ Die Welt des Bibliophilen und Kunstsammlers]&lt;br /&gt;
* [https://wjro.org.il/julius-gens/ THE LOOTING OF THE JULIUS GENSS COLLECTION]&lt;br /&gt;
* [https://lootedart.com/news.php?r=W0E8IY983751 A major Estonian art collection looted by the Nazis is probably in Belarus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=126927766|LCCN=no2012105877|VIAF=73822333}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Genss, Julius}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstmäzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstsammler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Exlibris-Sammler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judaica-Sammler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkritiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliophiler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Este]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1887]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1957]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Genss, Julius&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Genss, Idel; Gens, Julius&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=estländischer Kunstsammler, Kunstkritiker und Mäzen&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=17. November 1887&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Tartu]], [[Gouvernement Estland]] des [[Russisches Kaiserreich|Russischen Reiches]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Februar 1957&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Tallinn]], [[Estnische Sozialistische Sowjetrepublik|Estnische SSR]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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