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	<title>Julius Fromm - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Platte: /* Leben */ lf</title>
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		<updated>2026-03-02T17:10:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt; lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Stolperstein Friedrichshagener Str 38 (Köpen) Julius Fromm.jpg|mini|[[Stolpersteine|Stolperstein]], Friedrichshagener Straße&amp;amp;nbsp;38, in [[Berlin-Köpenick]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Julius Fromm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. März]] [[1883]] in [[Konin]]; † [[12. Mai]] [[1945]] in [[London]], Geburtsname: &amp;#039;&amp;#039;Israel From&amp;#039;&amp;#039;) war ein Gummifabrikant im [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]] und der Erfinder des nahtlosen [[Kondom]]s. Er brachte es 1916 unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[Fromms|Fromms Act]]&amp;#039;&amp;#039; als weltweit erstes [[Marke (Recht)|Markenkondom]] in den Handel und wurde damit zum Marktführer. In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurde er Opfer der [[Arisierung]] und ins Exil getrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Käthe-Niederkirchner-Str 23 (Prenz) Julius Fromm.jpg|mini|[[Gedenktafel]] am Haus, Käthe-Niederkirchner-Straße 23, in [[Berlin-Prenzlauer Berg]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Friedrichshagener Str 38 (Köpen) Julius Fromm.jpg|mini|Gedenktafel in der Friedrichshagener Straße 38, in [[Berlin-Köpenick]]]]&lt;br /&gt;
Julius Fromm war das zweite Kind einer armen [[Juden in Osteuropa|ostjüdischen]] Familie aus dem damals zum [[Russisches Kaiserreich|Russischen Reich]] gehörenden Teil [[Polen]]s. Seine Eltern lebten im [[Schtetl]], dem jüdischen Armenviertel, das zur Kleinstadt [[Konin]], 120 Kilometer östlich von [[Posen]], gehörte. Wegen der Armut und Perspektivlosigkeit wanderte die Familie 1893 in die deutsche Hauptstadt [[Berlin]] aus, lebte im [[Scheunenviertel (Berlin)|Scheunenviertel]] in [[Berlin-Mitte]] nahe dem [[Alexanderplatz]] und bestritt ihren Lebensunterhalt mit Heimarbeit durch Herstellung und Verkauf von [[Zigarette]]n. Neben seiner Arbeit als Zigarettenverkäufer studierte Julius in Abendkursen [[Chemie]]. 1906 heiratete er seine bereits schwangere Verlobte. 1907 zog die Familie in das [[Bötzowviertel]], in die [[Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Prenzlauer Berg#Liselotte-Herrmann-Straße|Allensteiner Straße]] 40 (seit 1974 Liselotte-Herrmann-Straße). In eine benachbarte Wohnung zogen seine Mutter und die jüngeren Geschwister.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Götz Aly]], [[Michael Sontheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Fromms. Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-17387-7, S. 38.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt hatte das Paar drei Söhne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem frühen Tod seiner Eltern übernahm Fromm 1912 die Verantwortung für seine sechs jüngeren Geschwister und machte sich selbstständig. 1914 gründete er die Einmann-Firma &amp;#039;&amp;#039;Israel Fromm, Fabrikations- und Verkaufsgeschäft für Parfümerien und Gummiwaren&amp;#039;&amp;#039; in der [[Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Prenzlauer Berg#Käthe-Niederkirchner-Straße*|Lippehner Straße]] 23 (seit 1974 Käthe-Niederkirchner-Straße). Seitdem bezeichnete er sich als Kaufmann.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Götz Aly]], [[Michael Sontheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Fromms. Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-17387-7, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich experimentierte Fromm mit [[Gummi]] und erfand das transparente und nahtlose [[Kondom]] aus [[Naturkautschuk]], bei dem ein Glaskolben in eine Rohgummilösung getaucht wurde und dann unter Schwefeldämpfen [[Vulkanisation|vulkanisierte]]. Als Ein-Mann-Unternehmen stellte er es anfangs her und vertrieb es, wie damals üblich, über den Drogeriehandel. 1916 brachte er mit seiner nun &amp;#039;&amp;#039;Fromms Act, Spezialfabrik nahtloser Gummiwaren&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Berliner Adressbuch|1930|828|Fromms Act, Julius Fromm, Spezialfabrik nahtloser Gummiwaren |Teil=Teil 1 |Seite=804}}&amp;lt;/ref&amp;gt; genannten Firma sein erstes Markenkondom unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Fromms Act&amp;#039;&amp;#039; ([[Schutzmarke]]) auf den Markt.&lt;br /&gt;
Nachdem die Ladenwohnung im Bötzowviertel als Produktionsstätte zu eng wurde, mietete er von 1917 bis 1922 in einem Gewerbehof in der [[Elisabethstraße (Berlin-Mitte)|Elisabethstraße]]&amp;amp;nbsp;28/29 in Berlin-Mitte Räume für seine Firma &amp;#039;&amp;#039;Fabrikations- und Verkaufsgeschäft für Parfümerie und Gummiwaren&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Götz Aly]], [[Michael Sontheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Fromms. Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-17387-7, S. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die damals gebräuchlichen Kondomarten, meist aus [[Darm|Tierdärmen]], [[Schwimmblase|Fischblasen]] oder Gummiprodukten genäht, waren unbeliebt, fanden jedoch Verwendung, um sich vor der gefürchteten [[Syphilis]] und anderen [[Sexuell übertragbare Erkrankung|Geschlechtskrankheiten]] zu schützen. Fromms modernes Produkt wurde zum Marktführer im Bereich Kondomherstellung. Nebenher vertrieb er auch andere Gummiprodukte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung im Ersten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam es zur massenhaften Verbreitung des Kondoms. In den meisten [[Militärprostitution|Soldatenbordellen]] war ungeschützter Geschlechtsverkehr nicht erlaubt, um Soldaten vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Dadurch lernten Millionen Männer das Kondom kennen, das nicht nur dem Schutz der Gesundheit diente, sondern auch ungewollte Schwangerschaften verhindern konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Expansion in den 1920er Jahren ==&lt;br /&gt;
Die Nachfrage nach [[Verhütungsmittel]]n war entsprechend dem Bedürfnis nach [[Familienplanung]] am Anfang des 20. Jahrhunderts stark gestiegen und wurde auch durch die sexuell freizügigere Kultur der 1920er Jahre gefördert. Populäre Slogans wie „Wenn’s euch packt, nehmt Fromms Act“ machten den Firmennamen zum Synonym für Kondome schlechthin. Bereits 1919 wurden täglich 150.000&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Frommser&amp;#039;&amp;#039; produziert. Ein Dreierpack kostete damals 72&amp;amp;nbsp;[[Reichsmark|Reichspfennige]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.condome.de/condominfos/damals.php |wayback=20070203233242 |text=condome.de }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1922 errichtete Fromm in der Rahnsdorfer Straße im Ortsteil [[Berlin-Friedrichshagen]] (heutiger [[Bezirk Köpenick]]) eine Kondomfabrik (noch vorhandene Gebäudeteile wurden im Juni/Juli 2007 abgerissen), die bereits 1928 an die Grenzen ihrer Kapazität gelangt war. Zur Erweiterung der Produktionskapazität kaufte Fromm daher 1929 in der Friedrichshagener Straße in [[Berlin-Köpenick]] ein 16.000&amp;amp;nbsp;m² großes Gelände und errichtete dort bis 1930 nach Plänen der Architekten [[Arthur Korn (Architekt)|Arthur Korn]] und [[Siegfried Weitzmann]], die zu jener Zeit zur Avantgarde des [[Neues Bauen|Neuen Bauens]] zählten, ein modernes Fabrikgebäude, welches national und international Beachtung fand.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Berliner Adressbuch|1933|680| Fromms Act. Julius Fromm. Gummiwerke |Teil=Teil 1 |Seite=667 |Kommentar=Berlin-Köpenick und Berlin-Friedrichshagen}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die streng betonte Sachlichkeit und die vorherrschenden Baustoffe Stahl, Beton und Glas schufen sie eine Art Prototyp der modernen Fabrikarchitektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1926 verfügte die Firma auch über Niederlassungen im Ausland und produzierte 24 Millionen Kondome.&amp;lt;!--Quelle?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arisierung des Betriebes und Exil ==&lt;br /&gt;
Unter der [[Zeit des Nationalsozialismus|nationalsozialistischen Herrschaft]] versuchte Fromm, seinen Betrieb weiterzuführen, schaltete Anzeigen, ließ in der Werkskantine eine [[Swastika|Hakenkreuzfahne]] aufhängen und verteilte bei den [[Olympische Sommerspiele 1936|Olympischen Sommerspielen 1936]] in Berlin an die internationalen Gäste einen zweideutigen &amp;#039;&amp;#039;Nahverkehrsplan&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Oliver Pfohlmann: &amp;#039;&amp;#039;Der große Kondom-Klau.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Rundschau]]&amp;#039;&amp;#039;, 24. Februar 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fromm experimentierte zusammen mit der [[I.G. Farben|I.G. Farben AG]] in [[Leverkusen]] an der Erfindung eines geeigneten synthetischen Gummis, um sich von dem knapper und teurer werdenden Naturkautschuk unabhängig zu machen. Gleichzeitig verbesserte Fromm die Gleitfähigkeit der Kondome und verhinderte durch Beigabe von [[Talk (Mineral)|Talkum]], [[Glimmergruppe|Glimmer]] und anderen Pulvern das bis dahin lästige Verkleben der zusammengerollten Kondome.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl er nach der [[Machtergreifung]] der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] 1933 wegen des stärker werdenden [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemitismus]] in Deutschland seine Söhne ins Ausland brachte, empfand er die Nazi-Herrschaft nicht als persönliche Bedrohung und glaubte, dass die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]-Herrschaft eine vorübergehende Angelegenheit sei, die ein erfolgreicher Unternehmer im Lande &amp;#039;&amp;#039;aussitzen&amp;#039;&amp;#039; könne. 1934 leiteten NS-Behörden allerdings ein betriebswirtschaftliches Verfahren ein, um Fromm die [[Deutsche Staatsangehörigkeit|deutsche Staatsbürgerschaft]] entziehen zu können. Das Gutachten kam aber zu dem Ergebnis, dass sich Fromm als Unternehmer vorbildlich für die Arbeitsbedingungen und die sozialen Belange seiner Mitarbeiter einsetze. Die Behörden fanden auf diesem Wege keine Handhabe gegen Fromm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Olympischen Spielen 1936 begann die antisemitische Zeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Der Stürmer]]&amp;#039;&amp;#039; eine Hetzkampagne gegen Julius Fromm und andere jüdische Geschäftsleute. Im Verlauf der Kampagne musste Fromm erkennen, dass sein Verbleiben als Jude in Deutschland ohne Gefahr für Leib und Leben nicht möglich war. Er beauftragte seine Bank, die [[Reichs-Kredit-Gesellschaft AG]], mit dem Verkauf seiner Firma, die einen Wert von etwa acht Millionen [[Reichsmark]] (nach heutiger Kaufkraft etwa 120&amp;amp;nbsp;Millionen [[Euro]]) hatte. Der Verkauf wurde aus politischen Gründen verschleppt, und Fromm sah sich gezwungen, den Kaufpreis um 50 % zu reduzieren. Schließlich lehnte das [[Reichswirtschaftsministerium]] den Verkauf an einen Käufer nach freier Wahl des Verkäufers ab, und das Frommsche Unternehmen wurde am 4.&amp;amp;nbsp;August 1938 im Rahmen der [[Arisierung]] zum Spottpreis von 200.000&amp;amp;nbsp;[[Schweizer Franken]] (118.000&amp;amp;nbsp;Reichsmark) auf Geheiß von [[Hermann Göring]] an dessen Patentante Elisabeth Edle von Epenstein-Mauternburg zwangsverkauft. Göring erhielt für dieses Geschäft von der Baronin unter anderem die Burgen [[Burg Veldenstein|Veldenstein]] und [[Burg Mauterndorf|Mauterndorf]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;ABC der Deutschen Erfindungen&amp;#039;&amp;#039;. Reportage von Dorothee Ott und Kristine von Soden. [[Hessischer Rundfunk]], 23. Dezember 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Julius Fromm konnte Deutschland nach dem Zwangsverkauf seines Unternehmens verlassen und emigrierte mit seiner Familie nach [[London]], wo er 62-jährig –&amp;amp;nbsp;nur wenige Tage nach dem Kriegsende in Europa&amp;amp;nbsp;– verstarb.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article732112/Wie-die-Nazis-einen-Kondomhersteller-pluenderten.html &amp;#039;&amp;#039;Wie die Nazis einen Kondomhersteller plünderten&amp;#039;&amp;#039;.] [[Die Welt|Welt Online]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fromms Villa in der Rolandstr. 4 wurde 1941 von den NS-Behörden in ein sogenanntes [[Judenhaus]] umgewandelt. Einquartiert wurden dort Jenny Steinfeld (Freitod 1942) sowie Charlotte Malinowski und Wolf Malinowski (beide 1943 nach Auschwitz deportiert). Ende 1942 räumten die Behörden das Haus, um es einem Günstling des NS-Staates, nämlich dem SS-Oberst [[Wolf Hagemann]], zu überlassen. Trotz kriegsbedingten Baustopps ordnete Hagemann Bau- und Ergänzungsarbeiten an, für die er nicht selbst zahlte, sondern die aus dem gesperrten Bankkonto Julius Fromms bezahlt wurden. Im Sommer 1943 zog Oberst Hagemann mit Familie hier ein und blieb bis Ende April 1945, als er vor der anrückenden russischen Armee westwärts fliehen musste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Raymond Fromm |url=https://www.stolpersteine-berlin.de/de/rolandstrasse/4/willy-brandenburg?bezuggrd=CHP |titel=Stolperstein Willy Brandenburg |werk=Stolpersteine in Berlin |datum=2025-03-07 |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach 1945 ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fromms logo.svg|mini|Logo der eingetragenen [[Wort-Bild-Marke]]]]&lt;br /&gt;
Fromm beabsichtigte offenbar, nach Kriegsende nach Deutschland zurückzukehren und sein Eigentum wieder zu übernehmen, wie es ihm als Opfer der Nazidiktatur zustand, verstarb jedoch, ehe er die Reise antreten konnte. Nach Kriegsende versuchte sein Bruder Siegmund, das Unternehmen von der [[Sowjetische Militäradministration in Deutschland|sowjetischen Militärverwaltung]] zurückzuerhalten. Da die Frommschen Fabriken (das Köpenicker Werk war bei Luftangriffen 1943 und 1945 zerstört worden) im [[Ost-Berlin|sowjetischen Sektor Berlins]] lagen, hintertrieben die regierenden deutschen Kommunisten in der Berliner Stadtverwaltung die Wiedereinsetzung der alten Gesellschafter und die Rückführung in [[Eigentum|Privateigentum]]. Fromm wurde unter anderem als „kapitalistischer Ausbeutertyp“ dargestellt. Außerdem wurde ihm aktive Unterstützung [[NS-Propaganda|nationalsozialistischer Propaganda]] unterstellt. Schließlich wurde behauptet, dass Fromm sein Unternehmen als gutes Devisengeschäft freiwillig an die Nationalsozialisten verkauft habe.&amp;lt;!-- Quelle? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Jahre nach Fromms Tod wurde per Verwaltungsakt am 2.&amp;amp;nbsp;Dezember 1949 die &amp;#039;&amp;#039;Frommsche Gummiwerke GmbH&amp;#039;&amp;#039; durch den [[Magistrat von Groß-Berlin]] in [[Volkseigentum]] überführt. Grundlage bildete das &amp;#039;&amp;#039;Gesetz zur Einziehung von Vermögenswerten der Kriegsverbrecher und Naziaktivisten vom 8. Februar 1949&amp;#039;&amp;#039;. Ein neuer Antrag der Erben Fromms auf Rückübereignung wurde 1951 abgelehnt. Trotzdem findet sich im [[Ost-Berlin]]er Adressbuch des Jahres 1950 noch ein Auslieferungslager der &amp;#039;&amp;#039;Fromms Act Gummiwerke&amp;#039;&amp;#039; in der Hufelandstraße&amp;amp;nbsp;34, Prenzlauer Berg (NO&amp;amp;nbsp;55), das offenbar von einer Privatperson (Fritz Köppen) betrieben wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Berliner Adressbuch|1950|234|Köppen, Fritz |Werk=T |Seite=232}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1947 kaufte Julius Fromms zweiter Sohn Herbert die Rechte am Markennamen von einem Vetter Görings zurück und schloss zwei Jahre später mit der &amp;#039;&amp;#039;Bremer Hanseatischen Gummiwarenfabrik&amp;#039;&amp;#039; einen Lizenzvertrag. Seitdem werden am Produktionsstandort [[Zeven]] ([[Niedersachsen]]) Kondome unter dem Markennamen &amp;#039;&amp;#039;Fromms&amp;#039;&amp;#039; hergestellt. 1967 übernahm die zur französischen Hutchinson-Gruppe gehörende [[Mapa|Mapa GmbH]] die Frommsche Fabrik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Fromms&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Frommser&amp;#039;&amp;#039; für Kondome war noch jahrzehntelang umgangssprachlich in Deutschland gebräuchlich, wurde jedoch durch neue umgangssprachliche Wörter für Kondome langsam verdrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* Am 18. Oktober 2014 ließen Nachkommen und Historiker am Ort der letzten Frommschen Kondom-Fabrik, in der Friedrichshagener Straße in [[Berlin-Köpenick]], den in der Einleitung gezeigten [[Stolpersteine|Stolperstein]] von [[Gunter Demnig]] zu Ehren von Julius Fromm in einem öffentlichen Akt verlegen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{stolpersteine-berlin.de |Pfad=friedrichshagener-strasse/38/julius-fromm |ID=7178 |Eintrag=Julius Fromm |Autor=Sophia Schmitz}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Kopietz: [https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/gedenken-an-julius-fromm-ein-stolperstein-fuer-den-erfinder-des-kondoms-li.20864 &amp;#039;&amp;#039;Ein Stolperstein für den Erfinder des Kondoms&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 17. Oktober 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Am 8. September 2023 wurden hier zwei Gedenktafeln für Julius Fromm enthüllt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/aktuelles/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung.1358914.php |titel=Ehrung für Julius Fromm – 8. September 2023 |werk=Pressemitteilungen |hrsg=Bezirksamt Treptow-Köpenick |datum=2023-08-24 |abruf=2023-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schreiben Sie: Die Konkurrenz platzt.&amp;#039;&amp;#039; Julius Fromm zu seinem Werbechef angesichts eines bereits 90-prozentigen Marktanteils.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,4394395,00.html |text=zdf.de |wayback=20070225091515}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Unsere Spezialmarken Fromms Act nennen sich nicht nur transparent, sie sind tatsächlich transparent.&amp;#039;&amp;#039; Werbe-Aussage der Firma Fromms von 1932&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Wiese: [https://taz.de/pt/2007/03/02/a0259.1/text &amp;#039;&amp;#039;Immer noch der Klassiker&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[die tageszeitung|taz]]&amp;#039;&amp;#039; Nord, 2. März 2007, S. 23&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Götz Aly]], [[Michael Sontheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Fromms – Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel&amp;#039;&amp;#039;. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-000422-2, 224 S.&lt;br /&gt;
* Götz Aly, Michael Sontheimer: [https://www.berliner-zeitung.de/archiv/wie-der-jude-julius-fromm-das-markenkondom-erfand--zum-grossfabrikanten-aufstieg-und-zweimal-um-sein-lebenswerk-gebracht-wurde-transparenz-fuer-kenner,10810590,10456426.html &amp;#039;&amp;#039;Transparenz für Kenner&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 17./18. Februar 2007&lt;br /&gt;
* Friederike Neubert: {{Webarchiv |url=http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.65.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Aus der Versenkung geholt&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20080312121901}} In: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, März 2007.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,4394395,00.html |text=zdf.de |wayback=20070225091515}}&lt;br /&gt;
* [[Götz Aly]], [[Michael Sontheimer]]: [https://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/0,1518,468235,00.html &amp;#039;&amp;#039;Der Kondomfabrikant Julius Fromm&amp;#039;&amp;#039;.] [[Spiegel Online]], Februar 2007&lt;br /&gt;
* [https://objekte.jmberlin.de/Suche?f.personId=240345::Fromms%20Kosmetik Artikel der Firma Fromm&amp;amp;Brandenburg/Fromms Kosmetik, die von Julius Fromms Bruder Siegmund gegründet wurde] und [https://objekte.jmberlin.de/Suche?f.personId=310667::Fromms%20Act%20Gummiwerke%20GmbH der Firma Fromms Act Gummiwerke]&lt;br /&gt;
* Ralf Gödde: [https://www.ndr.de/nachrichten/info/Fabrikant-Julius-Fromm,audio34804.html &amp;#039;&amp;#039;Stichtag 12. Mai 1945: Der Todestag des Fabrikanten Julius Fromm&amp;#039;&amp;#039;] [[NDR]] [[ZeitZeichen (Hörfunksendung)|ZeitZeichen]], 12. Mai 2010 (Podcast).&lt;br /&gt;
* Martin Sander: [https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-konkurrenz-platzt-fromms-story-100.html Die Fromms-Story. Das nahtlose Kondom machte ihn reich], [[Deutschlandfunk Kultur]], 12. November 2025.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=130510319|LCCN=nr2007006739|VIAF=15879886}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Fromm, Julius}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erfinder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person, für die im Bezirk Treptow-Köpenick ein Stolperstein verlegt wurde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1883]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Fromm, Julius&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Fromm, Israel (Geburtsname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsch-jüdischer Fabrikant von Gummiwaren und Erfinder des nahtlosen Kondoms&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. März 1883&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Konin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. Mai 1945&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[London]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Platte</name></author>
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