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	<title>Julius Friedrich Lehmann - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Pessottino am 2. Februar 2026 um 12:40 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Julius Friedrich Lehmann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[28. November]] [[1864]] in [[Zürich]]; † [[24. März]] [[1935]] in [[München]]) war ein deutscher Verleger und Gründer von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;J. F. Lehmanns Verlag&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, der [[Medizin|medizinische]], [[Völkische Bewegung|völkische]] und [[Rassismus|rassistische]] Literatur veröffentlichte. Um die Jahrhundertwende hat Lehmann erheblich dazu beigetragen, dass München zu einem frühen Zentrum des [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemitismus]] in Deutschland wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper38&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Piper]]: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe.&amp;#039;&amp;#039; München 2005, ISBN 3-89667-148-0, S. 38.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Weimarer Republik]] war Lehmann ein früher Förderer der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei]] (NSDAP), deren Mitglied er später wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsches Kaiserreich ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Julius Friedrich Lehmann wurde als viertes Kind und Sohn des Arztes Friedrich Lehmann (1825–1905) aus [[Frankenthal (Pfalz)]] und dessen Ehefrau Friederike Lehmann (1835–1911), geborene Spatz, aus [[Speyer]] geboren. Der Vater musste 1848 als Revolutionsteilnehmer die Pfalz und somit Deutschland verlassen und in Zürich studieren. Der Sohn besuchte die &amp;#039;&amp;#039;Beust’sche Privatschule&amp;#039;&amp;#039; sowie das Gymnasium in Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Schule begann er eine Lehre als Buchhändler bei [[Orell Füssli]] in Zürich. Anschließend ging er nach [[Brüssel]], um als Gehilfe bei &amp;#039;&amp;#039;Kießling &amp;amp; Co.&amp;#039;&amp;#039; zu arbeiten. In [[Frauenfeld]] war er bei J. Huber beschäftigt, ab 1889 im Verlag [[E. A. Seemann]] in [[Leipzig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Brüder waren der Arzt und Hygieniker [[Karl Bernhard Lehmann]] (1858–1940) und der Maler [[Wilhelm Ludwig Lehmann]]. Sein Großvater [[Carl Lehmann (Politiker)|Carl Lehmann]] war Bürgermeister in Frankenthal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Er heiratete 1892 in Leipzig &amp;#039;&amp;#039;Melanie Petersen&amp;#039;&amp;#039; (1865–1953), eine Tochter des Reichsgerichtsrats [[Julius Petersen (Politiker, 1835)|Julius Petersen]] (1835–1909). Das Paar hatte einen Sohn, der im Ersten Weltkrieg fiel, und fünf Töchter, darunter:&lt;br /&gt;
* Mathilde ⚭ [[Friedrich Weber (Tiermediziner)|Friedrich Weber]] (1892–1955), Dr. med. vet., Freikorpsführer&lt;br /&gt;
* Irmgard ⚭ [[Hans Zeiß]] (1895–1944), Professor für Vor- und Frühgeschichte&lt;br /&gt;
* Frieda ⚭ [[Otto Spatz]] (1900–1989), deutscher Buchhändler, Verleger und Schriftsteller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Errichtung des Verlages ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Titelillustration des Buches- Der ärztliche Ratgeber in Wort und Bild.jpg|mini|hochkant|Titelillustration des Buches &amp;#039;&amp;#039;Der ärztliche Ratgeber in Wort und Bild&amp;#039;&amp;#039;, unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner. Hrsg.: Dr. Fr. Siebert, J. F. Lehmanns Verlag, München, ca. 1910]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1900 verließ Lehmann die Schweiz und ergriff die Gelegenheit, den Verlag der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Münchener Medizinische Wochenschrift]]&amp;#039;&amp;#039; (MMW), für die er laut [[Georg Benno Gruber]] bereits 1890&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Benno Gruber|Georg B. Gruber]]: &amp;#039;&amp;#039;Hundert Jahre Münchener Medizinische Wochenschrift.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Münchener Medizinische Wochenschrift.&amp;#039;&amp;#039; Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. 1–10, hier: S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; tätig war, in der [[Schillerstraße (München)|Schillerstraße 51]] zu kaufen, wozu ihn sein Vetter [[Bernhard Spatz]], der 1886 die MMW begründet hatte, ermutigt hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper38&amp;quot; /&amp;gt; Spatz hatte dort bereits 1885 als Schriftleiter gearbeitet. Die zum Verlag gehörende medizinische Buchhandlung wurde 1896 bereits an seinen Cousin [[Max Staedke]] übergeben. Durch geeignete Veränderungen des Geschäftsprojektes des Verlages wurden bald medizinische Fachbücher und Atlanten herausgebracht, die auf große Resonanz stießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Aufkauf des Verlages entwickelte sich das Blatt innerhalb kürzester Zeit zur auflagenstärksten medizinischen Wochenzeitung in Deutschland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper38&amp;quot; /&amp;gt; Ein erheblicher Teil der Publikationen, die in diesem Verlag in den folgenden Jahren verlegt wurden, trugen mit zur Herausbildung der NS-Ideologien bei, so beispielsweise auch die Idee der [[Zwangssterilisation]] von Menschen, die als „minderwertig“ klassifiziert wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper38&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Völkische Bewegung ===&lt;br /&gt;
Lehmann gehörte dem rechtsnationalen Spektrum der bürgerlichen Gruppe in München an und organisierte sich in der [[Völkische Bewegung|völkischen Bewegung]]. Im [[Alldeutscher Verband|Alldeutschen Verband]] (ADV) war er im geschäftsführenden Ausschuss seit 1893 tätig, in seinem Verlag erschien unter anderem die vom ADV herausgegebene Schriftenreihe &amp;#039;&amp;#039;Der Kampf um das Deutschtum&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Werbeseite in einem Lehmann-Buch von 1901 listet bis dahin 19 Titel auf. Autoren sind [[Fritz Bley]] (mehrfach) G. Schultheiss (mehrfach), Christ. Petzel Pfarrer Jakobsen, Reichsgerichtsrat J. [[Petersen]]; Karl Türk, deutschnationales und antisemitisches Mitglied des [[Reichsrat (Österreich)|österreichischen Reichsrats]] mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Böhmen, Mähren und Schlesien;&amp;#039;&amp;#039; [[Heinrich Nabert]] über Tirol; [[Paul Hofmann von Wellenhof]], Mitglied des [[Reichsrat (Österreich)|österreichischen Reichsrats]]; Hunziker; F. v. Löwenthal; Johannes Unold; Kolonialdirektor a.&amp;amp;nbsp;D. Albrecht Wilhelm Sellin; W. Wintzer; ein Prof. Goebel; ein Neubaur, vermutlich Paul N. Aus anderer Quelle sind als Autoren der Reihe bekannt ein Emil Jung über „Deutschtum“ in Australien-Ozeanien und ein Theodor Baßler über Deutschtum in Rußland&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gehörte der [[Thule-Gesellschaft]] an&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Wilhelm (1989): &amp;#039;&amp;#039;Dichter, Denker, Fememörder&amp;#039;&amp;#039;, S. 58. [[Transit Buchverlag]], ISBN 3-88747-053-2&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/geschichte/bierkeller/quellentexte/ |text=Zwischen Bierkeller und Salon - Hitler im München vor 1933|wayback=20050410102237}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, war Mitglied im [[Deutscher Schulverein|Deutschen Schulverein]] von Wilhelm Rohmeder und unterstützte den [[Deutscher Flottenverein|Deutschen Flottenverein]]. Im März 1905 erwarb eine von Lehmann initiierte Münchner Aktiengesellschaft das im [[Trentino]] gelegene [[Castel Pergine]], um die Anlage restaurieren zu lassen und für die Anliegen der Alldeutschen Bewegung und des deutschnationalen [[Tiroler Volksbund]]s zu nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Wedekind |Hrsg=[[Hannes Obermair]] u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Tourismus und Nation. Zur Politisierung des Reisens in der späten Habsburgermonarchie |Sammelwerk=Regionale Zivilgesellschaft in Bewegung. Festschrift für [[Hans Heiss]] |Reihe=Cittadini innanzi tutto |Verlag=Folio Verlag |Ort=Wien-Bozen |Datum=2012 |ISBN=978-3-85256-618-4 |Seiten=68–93, hier: S. 73}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rassenideologische Schriften ===&lt;br /&gt;
Ab etwa 1905 wandte sich Lehmann dem Thema der [[Rassenlehre]] und ihren Vertretern zu. In den nächsten Jahren veröffentlichte sein Verlag dementsprechende Schriften. Als Max von Gruber 1911 in [[Dresden]] eine Ausstellung zur [[Eugenik|Rassenhygiene]] veranstaltete, gab Lehmann den Katalog &amp;#039;&amp;#039;Fortpflanzung, Vererbung, Rassenhygiene&amp;#039;&amp;#039; heraus. Schon 1910 gehörte Lehmann der [[Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene|Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] gehörte er der rechtsnationalen Opposition gegen die Politik des Reichskanzlers [[Theobald von Bethmann Hollweg]] an. In seinem Verlag erschienen Schriften, die sich gegen diese Politik richteten. Im Jahre 1917 wurde er Mitglied der [[Deutsche Vaterlandspartei|Deutschen Vaterlandspartei]]. Sprachrohr dieser politischen Richtung wurde die monatliche Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Deutschlands Erneuerung&amp;#039;&amp;#039;, die er ab 1. April 1917 herausgab. Mitherausgeber dieser Zeitschrift waren [[Houston Stewart Chamberlain]] und [[Max von Gruber]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee362&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039309-8, S. 362.&amp;lt;/ref&amp;gt; Veröffentlicht hatten in dieser Zeitschrift beispielsweise die Historiker [[Georg Wilhelm Schiele]], [[Dietrich Schäfer]] und [[Georg von Below]] sowie [[Heinrich Claß]] als Vorsitzender des &amp;#039;&amp;#039;Alldeutschen Verbandes&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weimarer Republik ==&lt;br /&gt;
=== Rechtsintellektueller Zirkel ===&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg setzte er seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Rassenlehre fort. Im September 1921 förderte er die Gründung der &amp;#039;&amp;#039;[[Münchner Gesellschaft für Rassenkunde]]&amp;#039;&amp;#039;. In seinem Verlag erschienen nun Bücher von Houston Stewart Chamberlain, [[Paul de Lagarde]], [[Ludwig Schemann]], [[Johanna Haarer]], [[Ernst Rüdin]], [[Alfred Ploetz]], [[Fritz Lenz]], [[Ludwig Ferdinand Clauß]], [[Eugen Fischer (Mediziner)|Eugen Fischer]], [[Dieter Gerhard]], [[Arthur de Gobineau|Joseph Arthur de Gobineau]], [[Arthur Julius Gütt]], [[Falk Rüttle]], [[Philalethes Kuhn]] und [[Bruno Kurt Schultz]]. Zu einem der wichtigsten Autoren für den Verlag wurde der Rassenideologe [[Hans F. K. Günther]], von dem allein 15 Bücher bei Lehmann erschienen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper39&amp;quot;&amp;gt;Ernst Piper: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe.&amp;#039;&amp;#039; München 2005, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dolchstoßlegende ===&lt;br /&gt;
Mit Beginn der [[Weimarer Republik]] unterstützte Lehmann insbesondere Veröffentlichungen zur [[Dolchstoßlegende]]. Die Reihe der Bücherserie &amp;#039;&amp;#039;Unbesiegt&amp;#039;&amp;#039; erlangte republikweite Bekanntheit. In dieser Serie schrieben zahlreiche Generäle ihre Erinnerungen auf. So veröffentlichte [[Gustaf von Dickhuth-Harrach]] 1921 die Bände &amp;#039;&amp;#039;Im Felde unbesiegt&amp;#039;&amp;#039; mit [[Hugo Kerchnawe]] (1923).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antisemitismus und Republikfeindlichkeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Richard Eichenauer Musik und Rasse 1932 Titel.jpg|mini|hochkant|[[Richard Eichenauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Musik und Rasse&amp;#039;&amp;#039; (1932)]]&lt;br /&gt;
Am 1. April 1919 gründete Lehmann den [[Deutscher Volksverlag|Deutschen Volksverlag]] mit dem Ziel der Veröffentlichung von betont antisemitischen Schriften – und übergab den Verlag an [[Ernst Boepple]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmuth Auerbach: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers politische Lehrjahre und die Münchener Gesellschaft 1919–1923&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; Jg. 25, Heft 1, 1977, S. 7. ([http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1977_1.pdf PDF], 6,41&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben [[Anton Drexler]], dem Mitbegründer der [[Deutsche Arbeiterpartei|Deutschen Arbeiterpartei]] (DAP), veröffentlichte in diesem Verlag auch der spätere NS-Chefideologe [[Alfred Rosenberg]] seine ersten Schriften.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Piper: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe.&amp;#039;&amp;#039; München 2005, S. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin gab er Zeitschriften zu diesem Thema heraus, wie das seit 1922 erschienene &amp;#039;&amp;#039;[[Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie]]&amp;#039;&amp;#039;. Vier Jahre später erschien die „über alle Fragen der Rassenkunde, Rassenhygiene, Erblichkeitslehre, Familienforschung, Bevölkerungswissenschaft und -politik“ berichtenden illustrierten Monatsschrift &amp;#039;&amp;#039;Volk und Rasse&amp;#039;&amp;#039;. Herausgeber waren [[Heinrich Himmler]] und [[Richard Walther Darré]], Schriftleiter [[Bruno Kurt Schultz]]. Der Erfolg dieser Richtung ermutigte Lehmann, im Jahre 1928 eine eigene Zeitschrift mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Rassenphysiologie&amp;#039;&amp;#039; herauszugeben. Die großen Auflagen dieser Vertreter der Rassenlehre machten in diesen Jahren Lehmann zum erfolgreichsten Verleger auf diesem Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Lehmann erschien auch die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Deutschlands Erneuerung&amp;#039;&amp;#039;, die vom [[Alldeutscher Verband|Alldeutschen Verband]] herausgegeben wurde. Beiträge dieser Zeitschrift wurde in den radikalen Gruppierungen [[Organisation Consul]] und [[Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund]] (DVSTB) sehr beachtet. Lehmann selbst gehörte ab 1920 zu den Mitgliedern des Beirates dieser Organisation. Der Lehmann Verlag war eine Schaltstelle zwischen dem Alldeutschen Verband, dem Hugenbergkonzern, der Deutschnationalen Volkspartei und der Organisation Consul, der Nachfolgeorganisation der [[Marine-Brigade Ehrhardt|Brigade Ehrhardt]].&amp;lt;ref&amp;gt;Niels H.M. Albrecht: &amp;#039;&amp;#039;Die Macht einer Verleumdungskampagne: Antidemokratische Agitationen der Presse und Justiz gegen die Weimarer Republik und ihren ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert vom „Badebild“ bis zum Magdeburger Prozeß.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Universität Bremen 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großer Teil der in Lehmanns Verlag erschienenen Schriften wurde durch die Münchener Reichswehrführung für den „Truppenaufklärungsdienst“ gekauft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gossweiler223&amp;quot;&amp;gt;[[Kurt Gossweiler]]: &amp;#039;&amp;#039;Reichswehr, Kapital und NSDAP 1919–1924&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1982, S. 223.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Villa in München wurde zu einem Zentrum des rechtsnationalen, revolutionären Kampfes gegen die neue Republik. Als er als Gesellschafter der &amp;#039;&amp;#039;[[München-Augsburger Abendzeitung]]&amp;#039;&amp;#039; (MAA) größeren Einfluss gewinnen wollte, scheiterte er mit diesem Vorhaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Förderung der NSDAP ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kunst und Rasse, Schultze-Naumburg, 1942.jpg|mini|hochkant|„Kunst und Rasse“, [[Schultze-Naumburg]], Buchtitel, 4. Auflage 1942]]&lt;br /&gt;
Lehmann war von 1890 bis 1918 Mitglied der [[Nationalliberale Partei|Nationalliberalen Partei]] sowie von 1919 bis 1920 der [[Deutschnationale Volkspartei|Deutschnationalen Volkspartei]] (DNVP) und trat am 11. März 1920 der NSDAP bei (Mitgliedsnr. 878).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rainer Hering]]: &amp;#039;&amp;#039;Konstruierte Nation. Der Alldeutsche Verband 1890 bis 1939.&amp;#039;&amp;#039; Christians, Hamburg 2003, ISBN 3-7672-1429-6, S. 460 u. 482.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er unterstützte die Nationalsozialisten regelmäßig durch finanzielle Überweisungen, unter anderen auch an [[Adolf Hitler]]. So erhielt die NSDAP von Lehmann beispielsweise allein von Januar bis April 1922 10.000 [[Reichsmark]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gossweiler223&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1922 übernahm er das &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee362&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1923 beteiligte er sich am [[Hitlerputsch]]. Er selbst hielt sich im Hintergrund, während sich sein Schwiegersohn, der damals bekannte Tierarzt und Bundesführer des „Bund Oberland“ [[Friedrich Weber (Tiermediziner)|Friedrich Weber]], aktiv an der Revolte beteiligte. Die von den Putschisten als Geiseln genommenen Mitglieder der Regierung und der Verwaltung wurden durch einen von [[Rudolf Heß]] angeführten SA-Trupp in Lehmanns Privathaus in der [[Villenkolonie Menterschwaige]] gebracht und dort über Nacht festgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1928 unterstützte Lehmann den NS-Chefideologen [[Alfred Rosenberg]], als dieser den [[Kampfbund für deutsche Kultur]] (KfdK) gründete. Lehmann gehörte zum Vorstand des KfdK.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee362&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[Burg Hoheneck (Ipsheim)|Burg Hoheneck]]&amp;#039;&amp;#039; bei [[Ipsheim]] wurde von ihm für &amp;#039;&amp;#039;nationale Schulungswochen&amp;#039;&amp;#039; zur Verfügung gestellt. Diese hatte er schon 1921 erworben und stellte sie auch für die [[Sturmabteilung|SA]] als Stützpunkt zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 trat Lehmann in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 1.011.952).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-II/624777&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper39&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinem 70. Geburtstag wurden ihm 1934 hohe Ehren zuteil. Ihm wurde der höchste Wissenschaftspreis der [[Weimarer Republik]] (und des [[NS-Staat]]s) verliehen, der [[Adlerschild des Deutschen Reiches]]. Am 28. November 1934 erhielt er das [[Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP|Goldene Parteiabzeichen der NSDAP]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus D. Patzwall]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Goldene Parteiabzeichen und seine Verleihungen ehrenhalber 1934-1944.&amp;#039;&amp;#039; Studien der Geschichte der Auszeichnungen Band 4. Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2004, ISBN 3-931533-50-6, S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die medizinische Fakultät der [[Ludwig-Maximilians-Universität München|Universität München]] ernannte ihn zum Ehrendoktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper39&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hatte in München sein Verlagshaus in der [[Paul-Heyse-Straße]]&amp;amp;nbsp;26. Lehmann starb im März 1935 an einer [[Mittelohrentzündung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde der Verlag durch seinen Schwiegersohn [[Otto Spatz]], dessen Bruder Hans Spatz 1932 bis 1946 Schriftleiter der MMW war, weitergeführt und als „kriegswichtig“ eingestuft, was bedeutete, dass trotz des Papiermangels Sonderzuteilungen an den Verlag gingen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee362&amp;quot; /&amp;gt; Noch im Jahr 1952 konnte in Lehmanns Verlag Hermann Werner Siemens Werk „Grundzüge der Vererbungslehre, Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik“ in 13.&amp;amp;nbsp;Auflage erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://d-nb.info/454696450 Katalog der Deutschen Nationalbibliothek]. Wiederauflage in einem rechtsradikalen Verlag 2003. Eine japanische Übersetzung erschien in Tōkyō bei Daisan Shobo, 1961 in 2. Aufl. Es wird also noch mit den wirtschaftlichen Rechten an diesem Buch gehandelt&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach Kriegsende ===&lt;br /&gt;
Der J. F. Lehmanns Verlag wurde nach Kriegsende unter Treuhandverwaltung gestellt. Das medizinische Programm wurde 1946 vom Verlag [[Urban &amp;amp; Schwarzenberg]] aufgekauft. Der Verlagsname lebte weiter in der Firma „Lehmanns Fachbuchhandlung“, heute unter dem Firmennamen [[Lehmanns Media|Lehmanns Media GmbH]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Festschrift zum 50jährigen Stiftungsfest der Münchener Medizinischen Wochenschrift.&amp;#039;&amp;#039; München 1903.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Historische Hintergründe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Richard Bauer et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;München – Hauptstadt der Bewegung.&amp;#039;&amp;#039; Bayerns Metropole und der Nationalsozialismus. München 1993. Neuauflage 2002, ISBN 3-932353-63-3.&lt;br /&gt;
* [[Mathias Rösch]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Münchner NSDAP 1925–1933. Eine Untersuchung zur inneren Struktur der NSDAP in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; München 2002, ISBN 3-486-56670-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Quellen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Herrmann A. L. Degener]]: &amp;#039;&amp;#039;Wer ist&amp;#039;s?&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1928.&lt;br /&gt;
* Melanie Lehmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Verleger J. F. Lehmann. Ein Leben im Kampf für Deutschland. Lebenslauf und Briefe.&amp;#039;&amp;#039; [[Lehmanns Media|J. F. Lehmanns Verlag]], München 1935.&lt;br /&gt;
* Georg Wenzel: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutscher Wirtschaftsführer]]. Lebensgänge deutscher Wirtschaftspersönlichkeiten. Ein Nachschlagebuch über 13000 Wirtschaftspersönlichkeiten unserer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg/Berlin/Leipzig 1929, {{DNB|948663294}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Monografien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Othmar Plöckinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte eines Buches. Adolf Hitlers „Mein Kampf“ 1922–1945.&amp;#039;&amp;#039; München 2006, ISBN 3-486-57956-8.&lt;br /&gt;
* Sigrid Stöckel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die „rechte Nation“ und ihr Verleger. Politik und Popularisierung im J. F. Lehmanns Verlag 1890–1979&amp;#039;&amp;#039;. Lehmanns 2002, ISBN 3-931253-98-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nachschlagewerke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{NDB|14|70|71|Lehmann, Julius Friedrich|Heinz Walter|119522926}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119522926}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/011151}}&lt;br /&gt;
* Mario Heidler: „[http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44731 J.F. Lehmanns Verlag]“, in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Lexikon Bayerns&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Peter Lehmann: [http://www.antipsychiatrieverlag.de/artikel/geschichte/jf_lehmann-d.htm Fortgeschrittene Psychiatrie – Der J. F. Lehmanns Verlag als Wegbereiter der Sozialpsychiatrie im Faschismus], in: Psychologie und Gesellschaftskritik, 18. Jg. (1992), Nr. 2, S. 69–79&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119522926|LCCN=n/98/93787|VIAF=54959963}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lehmann, Julius Friedrich}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teilnehmer am Hitlerputsch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied im Alldeutschen Verband]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied im Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied in der Thule-Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Gestorben 1935]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Ludwig-Maximilians-Universität München]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lehmann, Julius Friedrich&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Verleger, Unterstützer der Nationalsozialisten&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=28. November 1864&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Zürich]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. März 1935&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[München]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Pessottino</name></author>
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