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	<title>Judenpogrom - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;M Huhn: 19. Jahrhundert; jüdische Auswanderung unter dem Eindruck der Pogrome im Jahre 1881; Quellennachweis</title>
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		<updated>2026-03-11T15:15:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;19. Jahrhundert; jüdische Auswanderung unter dem Eindruck der Pogrome im Jahre 1881; Quellennachweis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Judenpogrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man ein gegen [[Juden]] gerichtetes [[Pogrom]], in dessen Folge Juden beraubt, enteignet, vertrieben und auch getötet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Die ersten größeren Judenpogrome im [[mittelalter]]lichen [[Europa]] wurden im [[islam]]isch geprägten, [[Mauren|maurischen]] Teil der [[Iberische Halbinsel|Iberischen Halbinsel]] ausgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Frederick M. Schweitzer, Marvin Perry: &amp;#039;&amp;#039;Anti-Semitism: myth and hate from antiquity to the present.&amp;#039;&amp;#039; Palgrave Macmillan 2002, ISBN 0-312-16561-7, S. 267–268.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe der Belagerung und Plünderung [[Córdoba (Spanien)|Córdobas]] durch die Berber wurden 1011 etwa 2000 Juden umgebracht. Eine noch größere Zahl jüdischer Opfer gab es 1033 im nordafrikanischen [[Fès]], wo die Berber unter [[Abu-Alquemal Tamim|Tamim]] mehr als 6000 Juden töteten, ihre Frauen versklavten und ihren Besitz an sich brachten.&amp;lt;ref&amp;gt;Abu-Mohammed Assaleh: &amp;#039;&amp;#039;Historia dos soberanos mohametanos: das primeiras quatro dysnastias e de parte da quinta, que reinarao na Mauritania.&amp;#039;&amp;#039; Lissabon 1828, S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim [[Massaker von Granada]] 1066 fielen etwa 4000 Juden einem muslimischen Mob zum Opfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Mitteleuropa]] kam es zu ersten großen [[Judenverfolgungen zur Zeit des Ersten Kreuzzugs]] (1096–1099).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot;&amp;gt;Leo Trepp: &amp;#039;&amp;#039;Die Juden. Volk, Geschichte, Religion.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek 1998, ISBN 3-499-60618-6, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 27. November 1095 hatte [[Urban II.]] die [[Christen]] auf der [[Synode von Clermont]] zum [[Kreuzzug]] ins [[Heiliges Land|Heilige Land]] aufgerufen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Feuerstein–Praßer (fp): &amp;#039;&amp;#039;Papst Urban ruft zum Kreuzzug.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Kreuzzüge, Kampf ums Heilige Land, Pilgerfahrt mit dem Schwert.&amp;#039;&amp;#039; Zeitschrift G-Geschichte Ausgabe: März/07, S. 16–19, (Sailer-Verlag Nürnberg, www.g-geschichte.de).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kreuzfahrer sollten die dort ansässigen [[Muslim]]e vertreiben und in [[Jerusalem]] die den Christen heiligen Stätten in Besitz nehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot; /&amp;gt; Vor allem die reichen jüdischen Gemeinden wurden Opfer der unorganisierten Kreuzfahrer aus Frankreich und aus dem westdeutschen Raum. Dem eigentlichen Kreuzzug der Ritter ging im Frühjahr 1096 der [[Volkskreuzzug|Volks- oder Bauernkreuzzug]] voraus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gloger_Kreuzzüge&amp;quot;&amp;gt; Bruno Gloger: &amp;#039;&amp;#039;Kreuzzüge nach dem Orient.&amp;#039;&amp;#039; Kinderbuchverlag, Berlin 1985, ISBN 3-358-00016-8, S. 19 ff. (Der Raubzug gegen die Juden).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ksf_Kreuzzug&amp;quot;&amp;gt;Karin Schneider–Ferber(ksf): &amp;#039;&amp;#039;Der erste Kreuzzug. Pilgerfahrt unter Waffen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Kreuzzüge, Kampf ums Heilige Land, Pilgerfahrt mit dem Schwert.&amp;#039;&amp;#039; Zeitschrift G-Geschichte Ausgabe: März/07, S. 23 f. (Der blutige Untergang des Volkskreuzzugs).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die daran Beteiligten beschlossen zunächst die Juden, die ebenso wie die Muslime als Feinde des [[Christentum]]s betrachtet wurden, aus den eigenen Territorien zu vertreiben und sich deren Besitz anzueignen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot; /&amp;gt; Die im [[Rheinland]] ansässigen Juden wurden von den etwa 15.000 Teilnehmern des Bauernkreuzzuges, die sich dort längere Zeit aufhielten, überrannt und vor die Wahl „Taufe oder Tod“ gestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gloger_Kreuzzüge&amp;quot; /&amp;gt; Tausende, die nicht zum Christentum [[Konversion (Religion)|konvertieren]] wollten, wurden erschlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot; /&amp;gt; In Speyer, Worms und Mainz kam es zu den ersten großen &amp;#039;&amp;#039;Judenpogromen&amp;#039;&amp;#039; des [[Abendland]]es.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Armstrong_Jerusalem&amp;quot;&amp;gt;Karen Armstrong: &amp;#039;&amp;#039;Jerusalem-die Heilige Stadt.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. München 1998, S. 391 ff. &amp;lt;/ref&amp;gt; Allein in Mainz ermordete ein wilder Haufen unter Führung des Grafen [[Emicho von Leiningen]] 700 Juden, die im burgartigen Bischofspalast Schutz gesucht hatten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gloger_Kreuzzüge&amp;quot; /&amp;gt; Die Täter zog Kaiser [[Heinrich IV. (HRR)|Heinrich IV.]] später zur Rechenschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot; /&amp;gt; Das Kreuzzugsheer unter Führung von [[Walter Sans-Avoir|Walter ohne Habe]] und [[Peter der Eremit|Peter dem Eremiten]] erreichte [[Konstantinopel]] im Sommer 1096, um von dort aus über [[Anatolien]] weiter nach Jerusalem zu ziehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gloger_Kreuzzüge&amp;quot; /&amp;gt; Die etwa 25.000 Kreuzfahrer ließ der byzantinische Kaiser [[Alexios I. Komnenos]] am 6. August 1096 über den [[Bosporus]] nach Kleinasien übersetzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ksf_Kreuzzug&amp;quot; /&amp;gt; Dort wurden die militärisch unerfahrenen Kreuzfahrer von der Reiterei der [[Seldschuken]] aufgerieben; nur wenige überlebten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ksf_Kreuzzug&amp;quot; /&amp;gt; Die Kreuzritterheere selbst brachen erst im Herbst 1096 zum Kreuzzug in das „Heilige Land“ auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Armstrong_Jerusalem&amp;quot; /&amp;gt; Nach der [[Belagerung von Jerusalem (1099)|Eroberung Jerusalems (1099)]] verübten die [[Ritter]] des Kreuzfahrerheeres nicht nur ein [[Massaker]] unter den muslimischen Einwohnern der „Heiligen Stadt“, sondern ermordeten auch alle Mitglieder der [[Jüdische Gemeinde|jüdischen Gemeinde]] von Jerusalem.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruno Gloger: &amp;#039;&amp;#039;Kreuzzüge nach dem Orient.&amp;#039;&amp;#039; Kinderbuchverlag Berlin, 1985, S. 29 ff. (Die Eroberung der Heiligen Stadt).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie erließen ein Gesetz, das Juden und Muslime zukünftig aus der Stadt verbannte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Armstrong_Jerusalem&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Spätmittelalter]] kam es im deutschsprachigen Raum ausgehend von der [[Franken (Region)|Region Franken]] zu überregionalen &amp;#039;&amp;#039;Judenpogromen&amp;#039;&amp;#039;. Während des [[Rintfleisch-Pogrom|„Rintfleischpogroms“]] (1298) wurden unter Führung des fränkischen Edelmannes Rintfleisch und während der [[Armledererhebung]] (1336–1338) unter Führung eines [[Raubritter]]s, der sich „König Armleder“ nennen ließ, zahlreiche jüdische Gemeinden ausgelöscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Grübel: &amp;#039;&amp;#039;Schnellkurs Judentum.&amp;#039;&amp;#039; DuMont, Köln 2003 (5. Auflage), ISBN 3-8321-3496-4, S. 71 f. (Abschnitt: Vorwurf der Hostienschändung).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Fritz Backhaus: &amp;#039;&amp;#039;Die Hostienschändungsprozesse von Sternberg (1492) und Berlin (1510) und die Ausweisung der Juden aus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für Brandenburgische Landesgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 39 (1988), S. 7–26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders schlimm waren die sogenannten „[[Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes|Pestpogrome]]“ während der Pestwelle in den Jahren 1348 bis 1353.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot; /&amp;gt; Den Juden wurde vorgeworfen, die Brunnen vergiftet zu haben, um alle [[Christen]] zu ermorden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden_66&amp;quot; /&amp;gt; Dieser Glaube wurde dadurch befeuert, dass die Juden nicht in dem Maße von der [[Epidemie]] betroffen waren wie die übrige Bevölkerung; Grund dafür waren die von ihnen praktizierten, rituellen Reinheitsvorschriften. Die Juden waren meist im [[Geldwechsler#Heiliges Römisches Reich|Zins- und Wechselgeschäft]] oder als [[Pfandleiher]] tätig. Den Christen dagegen war der „[[Wucher]]“ –&amp;amp;nbsp;das Verleihen von [[Geld]] gegen [[Zinsen]]&amp;amp;nbsp;– wegen des von der [[Römisch-katholische Kirche|Katholischen Kirche]] erlassenen [[Zinsverbot]]s nicht gestattet; Juden durften nur untereinander keine Geldgeschäfte tätigen. Nach Judenpogromen und Vertreibungen wurden die von ihnen einbehaltenen [[Schuldschein]]e meist für ungültig erklärt. Die Pogrome führten dazu, dass danach kaum noch Juden in Mitteleuropa existierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Im ausgehenden Spätmittelalter kam es im Osten des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] zu Judenpogromen. 1492 wurden in [[Mecklenburg]] im [[Sternberger Hostienschänderprozess]] 27 Juden zum Feuertod verurteilt. Sie starben vor den Toren der Stadt [[Sternberg]] auf dem [[Scheiterhaufen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Backhaus_Judenpogrome&amp;quot;&amp;gt;Fritz Backhaus: &amp;#039;&amp;#039;Die Hostienschändungsprozesse von Sternberg (1492) und Berlin (1510) und die Ausweisung der Juden aus Mecklenburg und der Mark Brandenburg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für Brandenburgische Landesgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 39 (1988). S. 7–26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach wurden alle im Land ansässigen Juden vertrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Backhaus_Judenpogrome&amp;quot; /&amp;gt; Erst 1679 durften sich wieder Juden im Land ansiedeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Hirsch: &amp;#039;&amp;#039;Spuren jüdischen Lebens in Mecklenburg.&amp;#039;&amp;#039; In: Reihe Geschichte Mecklenburg-Vorpommern, Hrsg. Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 4. Schwerin 2006, S. 12. ([http://library.fes.de/pdf-files/bueros/schwerin/05397.pdf Digitalisat]; PDF; 5,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
1510 folgte die [[Mark Brandenburg]] dem Mecklenburger Beispiel. Im Ergebnis des [[Berliner Hostienschänderprozess]]es wurden 39 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt und zwei weitere – diese waren durch Taufe zum Christentum übergetreten – enthauptet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Backhaus_Judenpogrome&amp;quot; /&amp;gt; Alle anderen mussten, nachdem sie [[Urfehde]] geleistet hatten, das Land verlassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Backhaus_Judenpogrome&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einer weiteren Welle organisierter Pogrome kam es während der Rückeroberung der Iberischen Halbinsel durch die benachbarten christlichen Königreiche. Die [[Reconquista]] begann 718 und endete im Jahr 1492 mit der Eroberung des [[Emirat von Granada|Emirats von Granada]] als letzten muslimischen Herrschaftsbereich auf der Iberischen Halbinsel. Noch im selben Jahr wurde das [[Alhambra-Edikt]] erlassen, in dem verfügt wurde, alle Juden aus den Territorien der spanischen Krone zu vertreiben. Ausgenommen davon waren [[Converso]]s, zum Christentum übergetretene Juden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trepp_Juden&amp;quot;&amp;gt;Leo Trepp: &amp;#039;&amp;#039;Die Rückeroberung Spaniens durch die Christen – Die Inquisition.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Juden.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek 1998, ISBN 3-499-60618-6, S. 61/62.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit der [[Reformation]] zwischen 1517 und 1648 waren Judenpogrome im Heiligen Römischen Reich wesentlich seltener, obwohl der Reformator [[Martin Luther]] selbst eine [[Von den Jüden und iren Lügen|Streitschrift gegen die Juden]] ausgestellt hatte, in der er Judenpogrome, Vertreibungen und Verbrennungen von [[Synagoge]]n forderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge ihres von [[Bohdan Chmelnyzkyj]] angeführten [[Chmelnyzkyj-Aufstand|Aufstandes]] 1648 und 1649 verübten die [[Kosaken]] Pogrome in der [[Ukraine]], die damals unter der Herrschaft des Königreiches [[Polen-Litauen]] stand.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Haim Hillel Ben-Sasson]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des jüdischen Volkes&amp;#039;&amp;#039;, Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Vom 7. bis zum 17. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 1979, ISBN 3-406-07222-4, S. 330.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei wurden, so eine neuere Berechnung, etwa 18.000 bis 20.000 Juden umgebracht,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Shaul Stampfer 218&amp;quot;&amp;gt;Shaul Stampfer: &amp;#039;&amp;#039;What Actually Happened to the Jews of Ukraine in 1648?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jewish History&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 17 (2003), S. 207–227, hier S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt; etwa die Hälfte der damals in der Ukraine lebenden Juden ([[Rotruthenien]] dabei nicht mitgerechnet).&amp;lt;ref&amp;gt;Shaul Stampfer: &amp;#039;&amp;#039;What Actually Happened to the Jews of Ukraine in 1648?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jewish History&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 17 (2003), S. 207–227, hier S. 221.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ältere Schätzungen nehmen eine noch höhere Opferzahl an. „Die Grausamkeit der Kosaken setzte grauenerregende Vorbilder in die Welt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Haim Hillel Ben-Sasson: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des jüdischen Volkes&amp;#039;&amp;#039;, Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Vom 7. bis zum 17. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 1979, S. 331.&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele jüdische Gemeinden, so berichten die Chroniken, gab es nach den Pogromen nicht mehr.&amp;lt;ref&amp;gt;Shaul Stampfer: &amp;#039;&amp;#039;What Actually Happened to the Jews of Ukraine in 1648?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jewish History&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 17 (2003), S. 207–227, hier S. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zahlreiche Juden (möglicherweise mehr als 1000) konvertierten zur [[Russisch-Orthodoxe Kirche|Russisch-Orthodoxen Kirche]], um ihr Leben zu retten.&amp;lt;ref&amp;gt;Shaul Stampfer: &amp;#039;&amp;#039;What Actually Happened to the Jews of Ukraine in 1648?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jewish History&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 17 (2003), S. 207–227, hier S. 217–218.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mindestens 3000 Juden verkauften die Kosaken als [[Sklaverei|Sklaven]] in das [[Osmanisches Reich|Osmanische Reich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Shaul Stampfer 218&amp;quot; /&amp;gt; Das [[Trauma (Psychologie)|Trauma]] der 1648 und 1649 erlittenen Pogrome prägte das [[Kollektives Gedächtnis|kollektive Gedächtnis]] der Juden in Osteuropa über Jahrhunderte.&amp;lt;ref&amp;gt;Shaul Stampfer: &amp;#039;&amp;#039;What Actually Happened to the Jews of Ukraine in 1648?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jewish History&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 17 (2003), S. 207–227, hier S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und frühes 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
1819 fanden, beginnend in Würzburg, in mehreren Städten des Deutschen Bundes antijüdische Ausschreitungen, die sog. [[Hep-Hep-Krawalle]], statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Ansiedlungsrayon]] des [[Russisches Kaiserreich|Russischen Kaiserreichs]] kam es nach der Ermordung [[Alexander II. (Russland)|Alexanders II.]] 1881 zu mehreren Wellen von Judenpogromen. [[Geschichte der Juden in Russland|Juden]] wurden als Träger der [[Modernisierung (Soziologie)|Modernisierung]], die die [[Antikapitalismus|antikapitalistischen]] Täter ablehnten, stigmatisiert, als Träger [[westliche Welt|westlicher]] Reformideen und als „[[Jüdischer Parasit|Schmarotzer]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 2007, S. 62 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter dem Eindruck der Pogrome im Jahre 1881 wanderten im Jahrzehnt danach durchschnittlich mehr als 20.000 Juden jährlich aus dem Russischen Kaiserreich aus, insbesondere in die [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael Brenner (Historiker)|Michael Brenner]]: &amp;#039;&amp;#039;Israel. Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates. Von Theodor Herzl bis heute&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-68822-5, S. 43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem es von 1884 bis 1902 eher ruhig geblieben war, begann im April 1903 mit dem [[Pogrom von Kischinjow]] eine mörderische Welle von 600 Pogromen, die über 3.100 Juden das Leben kostete, mehr als 15.000 wurden verwundet. Beim nächsten Pogrom in [[Homel]] setzten sich die Juden, anders als die in Chișinău, gewaltsam zur Wehr. 1904 gab es 43 Pogrome, die mehrheitlich im Zusammenhang mit dem [[Russisch-Japanischer Krieg|Russisch-Japanischen Krieg]] standen: Die aggressiven [[Rekrutierung]]en führten zu großer Unzufriedenheit, zudem verbreitete sich die [[Verschwörungstheorie]], die russischen Juden würden mit den [[Japaner]]n unter einer Decke stecken. Als nach russischen Verlusten [[Russische Revolution 1905|1905 eine Revolution]] ausbrach, eskalierte die judenfeindliche Gewalt weiter. Die zaristische Obrigkeit sah sich immer weniger imstande, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten. Versuche, die Revolution gewaltsam zu unterdrücken, der Kampf der Revolutionäre gegen die Obrigkeit und nicht nichtstaatliche [[Konterrevolution]]äre ließen Gewalt alltäglich werden. Sie entlud sich oft gegen die Juden, die von der Obrigkeit, von der antisemitischen Presse und von zarentreuen Teilen der Bevölkerung als Unruhestifter hingestellt wurden. In Wahrheit gehörte nur eine Minderheit der Juden im Zarenreich der revolutionären Bewegung an. Ob die Zentralgewalt in Moskau oder ihre lokalen Vertreter für die massenhaften Pogrome verantwortlich sind, ist in der historischen Forschung umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Anke Hilbrenner]]: &amp;#039;&amp;#039;Pogrome im Russischen Reich (1903–1906)&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wolfgang Benz]] (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch des Antisemitismus]]&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4: &amp;#039;&amp;#039;Ereignisse, Dekrete, Kontroversen&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter Saur, Berlin 2011, ISBN 978-3-598-24076-8, S. 298 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein für das Jahr 1905 geht man von mehr als 600 antijüdischen Pogromen im Russischen Kaiserreich aus, wobei sich das folgenschwerste in Odessa ereignete, wo mehrere hundert Menschen starben und zahlreiche weitere Menschen verletzt wurden. Insgesamt geht man von etwa 4000 Toten und 10.000 Verletzten aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Weinberg |Sammelwerk=Pogroms. Anti-Jewish Violence in Modern Russian History |Hrsg=Cambridge University Press |Ort=Cambridge, New York, Port Chester, Melbourne, Sydney |Jahr=1992 |ISBN=0-521-40532-7 |Titel=The pogrom of 1905 in Odessa |Seiten=248–289}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Weinberg |Titel=Workers, Pogroms, and the 1905 Revolution in Odessa |Sammelwerk=The Russian Review |Nummer=46 |Ort=Kansas |Jahr=1987 |Seiten=53–75}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Odessa erlebte zudem bereits 1821, 1859 und 1871 größere Pogrome (siehe [[Geschichte der Juden in Odessa]]). Erst mit einer Verfügung im Jahr 1882 nahm die Gewalt in Russland zeitweise ab, nachdem in dieser ausdrücklich betont wurde, dass Gewalt gegen Juden bestraft werde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Werner Bergmann |Titel=Tumulte – Excesse – Pogrome: Kollektive Gewalt gegen Juden in Europa 1789–1900 |Verlag=Wallstein Verlag |Ort=Göttingen |Jahr=2020 |ISBN=978-3-8353-3645-2 |Online=https://www.google.de/books/edition/Tumulte_Excesse_Pogrome/aI_mDwAAQBAJ?gbpv=1}} Siehe S. 452, Anm. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. und 21. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Am 6. April 1903 fand in [[Bessarabien]] das [[Pogrom von Kischinjow]] statt, bei dem 47 Menschen starben und der vom Herausgeber der einzigen Zeitung Bessarabez &amp;#039;&amp;#039;(Бессарабецъ)&amp;#039;&amp;#039; bewusst geschürt worden war und Anzeichen einer organisierten Tat aufwies.&amp;lt;ref&amp;gt;{{JE|1=http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=247&amp;amp;letter=K#822|2=Kishinef, Anti-Semitic Riots|3=Herman Rosenthal Max Rosenthal}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Reaktion auf eine Dokumentation dieses Vorfalls in der Weltpresse war heftig, selbst innerhalb Russlands. So wurde dem Zaren im Juli 1905 eine US-amerikanische Petition übergeben, die allerdings keine Wirkung auf seine Politik hatte. Unter dem Eindruck des Ereignisses schrieb [[Chaim Nachman Bialik]] mehrere Gedichte, darunter das 1904 entstandene berühmte Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Be-Ir ha-Haregah&amp;#039;&amp;#039; („In der Stadt des Schlachtens“). Im Jahre 1905 gab es ein weiteres Pogrom in Bessarabien mit 19 Toten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- [[Datei:Ekaterinoslav1905.jpg|miniatur|Opfer des Pogroms in Ekaterinoslaw 1905, heute [[Dnipropetrowsk]]/ Ukraine, – überwiegend jüdische Kinder]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Jewish bodys in Jilava forest.JPG|miniatur|Pogrom 1941 in [[Bukarest]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://hgs.oxfordjournals.org/cgi/reprint/6/4/373.pdf Oxfordjournals (englisch) vom 21. Juli 2008]&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der nationalsozialistischen [[Machtergreifung]] begann im [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutschen Reich]] die [[Holocaust#Judenverfolgung im Deutschen Reich 1933–1939|Verfolgung der Juden]]. Der [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemitismus]] in ganz Deutschland nahm für sie existenzbedrohliche Formen an. Die Juden –&amp;amp;nbsp;wer im &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Reich&amp;#039;&amp;#039; ab 1935 als „Jude“ galt, definierte die [[Reichsbürgergesetz#Erste Verordnung vom 14. November 1935|Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz]]&amp;amp;nbsp;– waren nach Inkrafttreten des [[Reichsbürgergesetz]]es (1935) zunehmender [[Diskriminierung]] und nationalsozialistischem [[Terror]] ausgesetzt. Die [[Novemberpogrome 1938]] leiteten die planmäßige Vertreibung der Juden aus Deutschland ein. Im Holocaust erreichte der Antisemitismus seinen absoluten Höhepunkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Massaker von Jedwabne]] am 10. Juli 1941 und das [[Pogrom von Kielce]] am 4. Juli 1946 waren Pogrome in Polen.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Brill &amp;#039;&amp;#039;Exorzismus des Gewissens&amp;#039;&amp;#039; Süddeutsche Zeitung vom 2. Januar 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Naher Osten|Nahen Osten]] wurden die Juden auch noch in der Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] verfolgt. Seit der Staatsgründung [[Israel]]s herrschte in vielen arabischen Staaten im Zuge des [[Nahostkonflikt]]s eine judenfeindliche Stimmung. Bei den bewaffneten Konflikten zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn wurden von den beteiligten Staaten bewusst judenfeindliche [[Ressentiment]]s geschürt, die zu Pogromen und Massakern sowie der [[Vertreibung von Juden aus arabischen und islamischen Ländern]] führten. Beim [[Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023]] verübten die Angreifer am 7. Oktober 2023 das [[Massaker von Reʿim]], bei dem mindestens 230 Juden ermordet wurden. Dies wird von verschiedenen Quellen ebenfalls als Pogrom bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Springer: [https://www.sonntagsblatt.de/artikel/debatte/der-blutigste-pogrom-seit-dem-holocaust-und-was-die-kirchen-dazu-sagen &amp;#039;&amp;#039;Israel und der Terror aus Gaza: Der blutigste Pogrom seit dem Holocaust – und was die Kirchen dazu sagen&amp;#039;&amp;#039;]. [[Sonntagsblatt (Bayern)|&amp;#039;&amp;#039;sonntagsblatt.de&amp;#039;&amp;#039;]], 9. Oktober 2023; Quique Kierszenbaum: [https://www.theguardian.com/world/2023/oct/11/it-was-a-pogrom-beeri-survivors-horrific-attack-hamas-terrorists &amp;#039;&amp;#039;‘It was a pogrom’: Be’eri survivors on the horrific attack by Hamas terrorists&amp;#039;&amp;#039;]. [[theguardian.com]], 11. Oktober 2023; [[Ivan Ivanji]], in: [[Die Tageszeitung|&amp;#039;&amp;#039;wochentaz&amp;#039;&amp;#039;]], 14. Oktober 2023, S. 1; [[Harald Martenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Juden können sich nur auf sich selbst verlassen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Welt am Sonntag]]&amp;#039;&amp;#039; vom 15. Oktober 2023, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Judenpogrome haben religiöse, politische und finanzielle Ursachen, die man als „[[Judenfeindlichkeit]]“ zusammenfasst. Sie wurden oft durch judenfeindliche Mythen wie der [[Neue Weltordnung (Verschwörungstheorie)|Weltverschwörungstheorie]] und die Unterstellung von [[Ritualmordlegende|Ritualmorden]], [[Brunnenvergiftung]]en und [[Hostienfrevel|Hostienschändungen]] initiiert. Judenpogrome waren Erscheinungen des [[Antijudaismus]] in der Vergangenheit bis hinein in die Gegenwart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Judenpogrom}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antijudaismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pogrom| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;M Huhn</name></author>
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