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	<title>Judenhut - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Judenhut&amp;diff=1677325&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Weners: /* Numismatik */</title>
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		<updated>2026-03-07T16:51:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Numismatik&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Judenhut.jpg|mini|Darstellung eines Judenhutes in der Frankfurter Judenordnung (Stättigkeit), 1613. Die Pflicht, den Hut zu tragen, war um diese Zeit schon aufgehoben.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leuchtenberger Pfennig 1528.JPG|mini|Pfennig der [[Landgrafschaft Leuchtenberg]] von 1528 mit Judenhut]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Judenhut&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird eine [[Ikonografie|ikonografische]] Darstellung eines halbkugelig oder [[Kegel (Geometrie)|konisch]] zulaufenden [[Hutkrempe|breitkrempigen]] [[Hut]]es mit einem [[Knauf]] auf dem Scheitel („pileum cornutum“ = gehörnter Hut) bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Hut wurde ab dem 11. Jahrhundert in der [[Buchmalerei]] und anderen Abbildungen verwendet, um Personen als Juden zu markieren. Er entstammt einer freiwillig getragenen, jüdischen [[Tracht (Kleidung)|Tracht]], wurde ab dem 13. Jahrhundert Juden aber aus [[Antijudaismus|antijudaistischen]] Motiven als [[Stigmatisierung|stigmatisierendes]] Kennzeichen vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ikonographie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Codex Bodmer 127 053v Detail.jpg|mini|Weißenauer Passionale: Auffindung des Heiligen Kreuzes, vor 1200]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Weltchronik Fulda Aa88 163v detail.jpg|mini|[[Rudolf von Ems]]: Weltchronik (Beisetzung Christi), nach 1350]]&lt;br /&gt;
=== Beginn als Kennzeichnung ohne jüdischen Bezug ===&lt;br /&gt;
Die älteste erhaltene Abbildung des Judenhuts stammt aus dem [[Kostbares Bernwardevangeliar|Kostbaren Bernwardevangeliar]] des [[Bernward von Hildesheim]] aus dem Jahr 1015.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; In je einer Darstellung der Anbetung durch die [[Heilige Drei Könige|Heiligen Drei Könige]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://static.macmillan.com/static/holt/darkmirror/images/gallery/1-06.jpg The Three Magi.] Saralipton.com, Kostbares Evangeliar des Bernward von Hildesheim, Fol. 18r&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Johannes der Täufer|Johannes dem Täufer]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bildindex.de/document/obj20313033?medium=dmhds18_69&amp;amp;part=29 Bußpredigt Johannes des Täufers und Berufung der ersten vier Apostel.] Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg; Kostbares Evangeliar des Bernward von Hildesheim, Fol. 75r&amp;lt;/ref&amp;gt; und des [[Judas Iskariot]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bildindex.de/document/obj20313033?part=37&amp;amp;medium=dmhds18_78 Das letzte Abendmahl und Judas empfängt seinen Lohn.] Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg;  Kostbares Evangeliar des Bernward von Hildesheim, Fol. 118r&amp;lt;/ref&amp;gt; tragen jeweils verschiedene Personengruppen, die Drei Könige, die Zuhörer des Johannes sowie die Priester, die den Judas auszahlen, den &amp;#039;&amp;#039;Judenhut&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Abbildung der Heiligen Drei Könige mit dem Hut schließt [[Sara Lipton]], Professorin an der [[Stony Brook University]], dass der Hut in diesem Werk noch nicht als Markierung für Juden diente, sondern als ikonografisches Motiv für die östliche Herkunft, das Alter und die Bildung der abgebildeten Personen. Sie leitet das aus der Entstehungszeit ab, in der unter den [[Ottonen]] eine deutliche Absetzbewegung von [[Konstantinopel]] stattfand, und identifiziert den &amp;#039;&amp;#039;Judenhut&amp;#039;&amp;#039; in den Abbildungen für Bernward mit der [[Phrygische Mütze|Phrygischen Mütze]], die in byzantinischen Abbildungen Verwendung fand. Die drei mit dem Hut abgebildeten Figurengruppen identifiziert Lipton mit den drei möglichen Reaktionen der Zeitgenossen auf die Erscheinung Jesu: Ablehnung und Hass durch die Priester, Indifferenz bei den Zuhörern des Johannes und Anbetung durch die Drei Könige.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 25–39&amp;lt;/ref&amp;gt; Andererseits führten Bischöfe in der westlichen, Katholischen Kirche etwa zur Entstehungszeit des Evangeliars die spitze [[Mitra]] als neue Kopfbedeckung ein. Sie löste ein Stirnband ab. Mit der Darstellung in seinem Evangeliar grenzte Bernward also noch nicht aus, sondern verband in Gegenteil die Bischöfe seiner Zeit und damit sich selbst mit den Vorgängern, seien es Juden oder Nichtjuden und verwies auf die Gefahren und Verantwortung als Gelehrte.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 39&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung als spezifisch jüdisches Kennzeichen ===&lt;br /&gt;
Um 1056 wird im [[Kloster Reichenau]] der spitze Hut erneut verwendet, die Priester und Ältesten, die über die Hinrichtung Jesu beraten, sind damit bekleidet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&amp;amp;module=collection&amp;amp;objectId=1551829&amp;amp;viewType=detailView Evangelistar Heinrichs&amp;amp;nbsp;IV. (?), Zwei Szenen: Die sich beratenden Juden.] Kupferstichkabinett Berlin, Ident.Nr. 78 A 2, fol. 26 verso&amp;lt;/ref&amp;gt; Und in der um 1100 errichteten Kirche von [[Jelling]], Dänemark gibt es eine Abbildung von Johannes dem Täufer, die offenbar direkt aus dem Bernwardevangeliar abgezeichnet wurde, einschließlich der spitzen Hüte seiner Zuhörer.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 46&amp;lt;/ref&amp;gt; 1084 war der Mönch Goderan in der [[Abtei Lobbes]] im heutigen Belgien der erste, der den Judenhut auch für seine [[Initiale]]n zum Alten Testament verwendete.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 47&amp;lt;/ref&amp;gt; 1096 fertigte Goderan eine weitere Bibel für das [[Kloster Stablo]] und verwendete den spitzen Hut erneut. Diese Bibel, die heute in der [[British Library]] aufbewahrt wird,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bl.uk/manuscripts/FullDisplay.aspx?ref=Add_MS_28106 Bible (‘The Stavelot Bible’).] British Library&amp;lt;/ref&amp;gt; galt lange als die erste Abbildung des Judenhutes.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Rubens: &amp;#039;&amp;#039;A history of Jewish costume&amp;#039;&amp;#039;. Valentine, Mitchell &amp;amp; Co 1967, S. 92, 102&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Ikonografie wurde wegen der Entstehung während des [[Erster Kreuzzug|Ersten Kreuzzuges]] mit seinen Judenverfolgungen als grafische Darstellung von [[Antijudaismus]] interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Blumenkranz: &amp;#039;&amp;#039;Le Jiuf médiéval au miroir de l’art chrétien&amp;#039;&amp;#039;. Paris 1966, S. 13–20; Lipton 2014, S. 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Lipton widerspricht: Für sie sind Goderans Initialen eine Darstellung von Alter, Wissen und Erfahrung sowie eine Zuordnung zum östlichen Kulturkreis. Beides war in seiner Zeit positiv konnotiert, so dass die Abbildungen wie auch die Kreuzzüge eine Hinwendung zum Osten und den Ereignissen der Evangelien bezeugen, keine Ablehnung.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 54, 99&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Abgrenzung ===&lt;br /&gt;
Eine systematische Umwertung des Judentums in der christlichen Ikonographie wird in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts angenommen. Als einflussreich gilt die umstrittene Autobiographie des [[Hermann von Köln]], die unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;De conversione sua opusculum&amp;#039;&amp;#039; um 1170 verbreitet wurde. Hermann war christlicher Konvertit aus dem Judentum und wurde [[Prämonstratenser]] im [[Kloster Cappenberg]] und er beschreibt erstmals Juden als Unwissende, Irregeleitete, die nichts von Christus gehört haben oder hören wollen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lipton99f&amp;quot;&amp;gt;Lipton 2014, S. 99 f&amp;lt;/ref&amp;gt; Praktisch gleichzeitig gibt es erste Kreuzigungsszenen, auf denen Juden explizit als solche mit dem Judenhut dargestellt und als schuldig und böse konnotiert werden,&amp;lt;ref name=&amp;quot;lipton99f&amp;quot; /&amp;gt; darunter eine prominente Darstellung in der Glossierung zu Psalm 68 des [[Petrus Lombardus]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://static.macmillan.com/static/holt/darkmirror/images/gallery/3-03.jpg Initial zu Psalm 68.] Saralipton.com, Peter Lombard 1166, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, ms. a. 244, fol. 113v&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit bildete sich die klassische ikonographische Verwendung des Judenhuts heraus. Sie bildete für die nächsten Jahrzehnte das entscheidende Attribut „des Juden“ in der christlichen [[Buchmalerei]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ablösung in der Ikonographie ===&lt;br /&gt;
In der christlichen Bildkunst war der Judenhut als Kennzeichen für Juden schon bald auf dem Rückzug. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts und verstärkt im 14. Jahrhundert entstand eine [[Physiognomie|physiognomische]] Markierung für &amp;#039;&amp;#039;den Juden&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 171–199, 172, 186&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere ging hieraus das Zerrbild vom Juden mit Hakennase hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;Lipton 2014, S. 171–199, 197&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses wurde bis ins Spätmittelalter und in die Jetztzeit fortgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reale Kleidung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel der jüdischen Gemeinde Augsburg 1298.jpg|mini|Siegel der jüdischen Gemeinde Augsburg, 1298. Es zeigt den kaiserlichen Adler und den Judenhut]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Süddeutscher Glasmaler 001.jpg|mini|hochkant|Der [[Daniel|Prophet Daniel]]. Glasmalerei im Augsburger Dom, um 1100]]&lt;br /&gt;
Die Wahl des Judenhutes als [[Attribut (Kunst)|Attribut]] stammt von einer im Alltag durch Juden getragenen Kopfbedeckung. Die tatsächliche Verbreitung des Judenhutes, dessen Tradition und Freiwilligkeit sind aus den Quellen nicht ganz einfach zu erkennen. Das [[Jüdisches Lexikon|&amp;#039;&amp;#039;Jüdische Lexikon&amp;#039;&amp;#039;]] von 1930 kennt den Judenhut nur als verordnete Kleidung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jüdisches lexikon&amp;quot;&amp;gt;M.G.: [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/pageview/366479 &amp;#039;&amp;#039;Trachten der Juden&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jüdisches Lexikon]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 4 1930, Sp. 1009–1027, 1014–101.7&amp;lt;/ref&amp;gt; Andererseits gilt in der geschichtswissenschaftlichen Literatur der Judenhut als über lange Zeit freiwillig und selbstbestimmt gewählte, typische Kopfbedeckung deutscher Juden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jütte69&amp;quot;&amp;gt;Robert Jütte: &amp;#039;&amp;#039;Stigma-Symbole - Kleidung als identitätsstiftendes Merkmal bei spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Randgruppen (Juden, Dirnen, Aussätzige, Bettler).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Saeculum.&amp;#039;&amp;#039; Band 44 (1993), S. 65–98, 69–73&amp;lt;/ref&amp;gt; Dafür spricht, dass er auch als Symbol auf Siegeln, Wappen und Münzen genutzt wurde. Auch jüdische Handschriften verwendeten den Judenhut als Illustration.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hjkg-kleidung&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jüdische Tradition ===&lt;br /&gt;
Sicher ist, dass sich eine spezifische [[Judentracht|jüdische Tracht]] erst entwickeln musste. Zunächst trugen Juden dieselbe Kleidung wie ihre Mitmenschen. Bereits Erzbischof [[Agobard]] von [[Lyon]] (779–840) beklagte sich darüber, dass einige jüdische Frauen an ihrer Kleidung nicht mehr als solche erkennbar wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jütte69&amp;quot; /&amp;gt; Andererseits stellte eine Rabbinerversammlung im Rheinland Anfang des 13. Jahrhunderts ausdrücklich als &amp;#039;&amp;#039;[[Taqqanot]]&amp;#039;&amp;#039; die religiöse Pflicht auf, Haar und Bart in „jüdischer Fasson“ zu tragen und „keinesfalls christliche Barttracht zu imitieren.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;jütte69&amp;quot; /&amp;gt; Die spezifische Tracht kam also sowohl aus einer eigenen Tradition als auch als Forderung der Abgrenzung von außen. Erst nachdem Juden diese spezifische Tracht aufgrund [[Assimilation (Soziologie)|assimilatorischer Bestrebungen]] in großem Maßstab aufgeben oder auch nur verändern wollten, entstand ein massiver Druck von christlicher Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Judenhut entstand aus der einfachen persischen Mütze, die im islamischen Kulturkreis zusammen mit dem [[Kaftan]] ein übliches Kleidungsstück war. Juden blieben bei dieser traditionellen Kopfbedeckung, als die Muslime den [[Turban]] annahmen. Der Hut kam vermutlich über Spanien oder Byzanz nach Europa.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Rubens: &amp;#039;&amp;#039;A history of Jewish costume&amp;#039;&amp;#039;. Valentine, Mitchell &amp;amp; Co 1967, S. 3, 106&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Als vorgeschriebenes stigmatisierendes Kennzeichen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Landau 066.jpg|mini|Antijüdische Darstellung der Kreuzigung Christi. [[Katharinenkapelle (Landau in der Pfalz)|Katharinenkapelle]] in [[Landau in der Pfalz]], nach 1350]]&lt;br /&gt;
Unter Papst [[Innozenz&amp;amp;nbsp;III.]] forderte das [[Viertes Laterankonzil|Vierte Laterankonzil]] von 1215, Bevölkerungsgruppen wie [[Juden]] und [[Sarazenen]] (gemeint sind [[Muslim]]e) zum Tragen eines [[Stigmatisierung|stigmatisierenden]] Kennzeichens zu verpflichten. Der Beschluss stellte zur Begründung ausdrücklich fest, dass sie inzwischen in Teilen Europas nicht mehr von Christen zu unterscheiden wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lipton158&amp;quot;&amp;gt;Lipton 2014, S. 158–160&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Forderung richtete sich nicht an die Juden selbst, sondern an die weltliche Macht. Denn nur diese konnte nicht-christlichen Bevölkerungsgruppen Vorschriften machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hjkg-kleidung&amp;quot;&amp;gt;Martha Keil: [http://hbjk.sbg.ac.at/kapitel/kleidung/ &amp;#039;&amp;#039;„Jüdische“ Kleidung zwischen Selbstrepräsentation und Zwangskennzeichnung&amp;#039;&amp;#039;.] In: Universität Salzburg: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch jüdische Kulturgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Fassung vom Juni 2013, abgerufen am 5. August 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Art der Kennzeichnung legte das Konzil nicht fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel richteten daraufhin [[Partikularkonzil]]ien entsprechende Forderungen an ihre Landesherren, in denen oft konkrete Merkmale gefordert wurden. Darunter waren ein spezieller Umhang, der 1295 in [[Perpignan]] vorgeschrieben wurde, ein Talar in [[Aragonien]] und auch der spitze Judenhut, den etwa die Synode von [[Breslau]] 1267 und von [[Wien]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;hjkg-kleidung&amp;quot; /&amp;gt; im selben Jahr vorschrieben. Auch der „[[Schwabenspiegel]]“ verlangte als kaiserliches deutsches [[Landrecht (Mittelalter)|Landrecht]] außerhalb [[Geschichte Sachsens#Das askanische Herzogtum Sachsen (1180 bis 1422)|Sachsens]] ab 1270/75 ausdrücklich den Judenhut als Kennzeichen.&amp;lt;ref&amp;gt;„Die iuden süllent iudenhüt tragen in allen stetten da sy ynn seynd, damit seynd sy außgezeichent von den kristen das man sy für iuden haben sol.“ Schwabenspiegel: [http://www.opera-platonis.de/Landrecht/Land_und_Lehenrecht.pdf Cap. CCCXLV Von der iuden recht das merck also.] (PDF; 1,7&amp;amp;nbsp;MB) Digitalisat auf opera-platonis.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Andernorts war es ein gelber Hut, der in Italien im 15. Jahrhundert verpflichtend wurde. Für jüdische Frauen wurden Schleier als Kennzeichen vorgegeben, so etwa in einer päpstlichen [[Bulle (Urkunde)|Bulle]] von 1257, und Konzilien von Ravenna 1311 und Köln 1442. 1360 wurde in Rom allen jüdischen Frauen ein roter Rock vorgeschrieben, in Köln mussten sie ab 1404 besonders lange, als [[Heuke]]n bezeichnete Umhänge, tragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jütte69&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Strafe wurde das Tragen des Judenhuts im Einzelfall auch nicht-jüdischen Personen auferlegt. Genannt werden Nicht-Juden, die mit Juden eine sexuelle Beziehung eingegangen sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;jüdisches lexikon&amp;quot; /&amp;gt;, und Wucherer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sich ständig wandelnde Mode wurden diese Kennzeichen immer wieder obsolet, denn wenn rote Röcke bei allen Bevölkerungsschichten beliebt wurden, konnten sie nicht mehr als Stigma dienen. Deshalb kam ab 1227 ein spezifisches Abzeichen als verbindliches Merkmal auf und wurde in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten immer weiter verbreitet. Diese Gesetze begannen in Kulturen, wo Juden üblicherweise dieselbe Kleidung trugen wie ihre Mitmenschen. Die erste bekannte Vorschrift stammt aus England 1218, [[Kastilien]] 1219, der [[Provence]] 1234 und dem [[Kirchenstaat]] 1257. In England wurde ein weißer Aufnäher in der Form der beiden Gesetzestafeln vorgegeben, in den meisten anderen Staaten ein [[Gelber Ring]], später häufig ein rot-weißer Ring.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rubens110114&amp;quot;&amp;gt;Alfred Rubens: &amp;#039;&amp;#039;A history of Jewish costume&amp;#039;&amp;#039;. Valentine, Mitchell &amp;amp; Co 1967, S. 110, 114&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum trugen Juden noch bis ins 15. Jahrhundert weit überwiegend ihre traditionelle Kleidung und insbesondere den Judenhut, so dass hier der Ring (in gelber oder anderen Farbe) erst ab 1451 (Nürnberg und Bamberg), 1452 (Frankfurt am Main) eingeführt wurde. In den [[Habsburgermonarchie#Erblande|Habsburger Erblanden]] wurde er 1551 verpflichtend. Diese Vorschriften blieben mit wenigen Ausnahmen bis ins späte 18. Jahrhundert bestehen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;jütte69&amp;quot; /&amp;gt; ihre Durchsetzung war in den verschiedenen Regionen aber unterschiedlich streng, so dass kirchliche Konzilien ihre Einhaltung wieder und wieder anmahnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rubens110114&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übertragungen ==&lt;br /&gt;
Im Kontext der [[Schwarzer Tod|Pest 1349]] wurden Juden vom deutschsprachigen Europa vertrieben. Ab diesem Zeitpunkt lässt sich eine Übertragung feststellen. Naomi Lubrich zeigt, wie der spitze Hut in der Ikonographie auf Kriminelle, Heiden und andere nichtchristlichen Außenseiter übertragen wurde, darunter Zauberer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Naomi Lubrich |url=https://www.asdiwal.ch/revue/asdiwal-no10-5.php |titel=“From Judenhut to Zauberhut: A Jewish Sign Proliferates” |werk=Asdiwal, 10, 2015, 136–162 |datum=2015 |abruf=17.05.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Zwerge&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Naomi Lubrich |url=https://www.jstor.org/stable/24709777?seq=1 |titel=“The Wandering Hat: Iterations of the Medieval Jewish Hat” |werk=Jewish History, 29 (2015), 203–244 |abruf=17.05.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dokumentieren lassen sich Gesetze, etwa in Ungarn 1421, nach denen Menschen, die der Zauberei überführt wurden, zur öffentlichen Beschämung einen spitzen Hut aufsetzen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heraldik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:AUT Judenburg COA.svg|mini|hochkant=0.5|Stadtwappen von [[Judenburg]]]]&lt;br /&gt;
Der sogenannte Judenhut ist in der [[Heraldik]] eine [[Wappenfigur|gemeine Wappenfigur]] und wird selten ohne einen menschlichen Kopf im Wappen gezeigt. Die kappenförmige Kopfbedeckung ist die schon im Mittelalter von Israeliten getragene. Die Wappenfigur kann im [[Wappenschild|Schild]] oder auch im [[Oberwappen]] sein. Seine Darstellung ist eigentlich weiß (Silber) oder gelb (Gold). Aber der [[Hut (Heraldik)|Hut]] wurde aus Unkenntnis gelegentlich mit dem [[Eisenhut (Helm)|Eisenhut]] verwechselt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gert Oswald]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Heraldik.&amp;#039;&amp;#039; Bibliographisches Institut, Leipzig 1984, S. 217.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Numismatik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich der Sanftmütige von Sachsen, Judenkopfgroschen, CNG.jpg|mini|hochkant=1.2|[[Judenkopfgroschen]], [[Münzstätte Freiberg]]]]&lt;br /&gt;
Der [[Judenkopfgroschen]] ist ein unter [[Kurfürst]] [[Friedrich II. (Sachsen)|Friedrich II. den Sanftmütigen]] von Sachsen (1428–1464) nach der Münzordnung von 1444 bis etwa 1451 geprägter [[Oberwähr]]groschen der [[Sächsische Münzgeschichte#Groschenzeit|sächsischen Groschenzeit]]. Der Münzname ist vom Münzbild mit der Meißner [[Helmzier]] mit dem Mannskopf, dem sogenannten Judenkopf, abgeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Krug: &amp;#039;&amp;#039;Die meißnisch-sächsischen Groschen 1338–1500&amp;#039;&amp;#039; (1974), S. 144&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Kahnt: &amp;#039;&amp;#039;Das große Münzlexikon von A bis Z&amp;#039;&amp;#039; (2005), S. 211: Judenkopfgroschen&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Fengler, …: &amp;#039;&amp;#039;transpress Lexikon Numismatik&amp;#039;&amp;#039; (1976), S. 162: Judenkopfgroschen, Judenhut&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sara Lipton: &amp;#039;&amp;#039;Dark Mirror. The Medieval Origins of Anti-Jewish Iconography.&amp;#039;&amp;#039; Metropolitan Books, 2014, ISBN 978-0-8050-7910-4.&lt;br /&gt;
* Alfred Rubens: &amp;#039;&amp;#039;A history of Jewish costume.&amp;#039;&amp;#039; Valentine, Mitchell &amp;amp; Co., 1967.&lt;br /&gt;
* {{DtRechtswörterbuch|Judenhut|SpalteAb=|SpalteBis=}}&lt;br /&gt;
* Naomi Lubrich: &amp;#039;&amp;#039;The Wandering Hat: Iterations of the Medieval Jewish Hat.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jewish History.&amp;#039;&amp;#039; 29 (2015), 203–244, {{JSTOR|24709777}}.&lt;br /&gt;
* Naomi Lubrich: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.asdiwal.ch/revue/asdiwal-no10-5.php From Judenhut to Zauberhut: A Jewish Sign Proliferates].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Asdiwal.&amp;#039;&amp;#039; 10, 2015, 136–162.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Jewish hat|Judenhut}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jüdische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hut]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antijudaismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kostümkunde des Hochmittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kostümkunde des Spätmittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kostümkunde der Renaissance]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Männerkleidung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kleidung (Heraldik)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Weners</name></author>
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