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	<title>Judaslohn - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T15:20:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Judaslohn&amp;diff=978733&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Phi: Teilrevert:falsch</title>
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		<updated>2026-04-18T15:12:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Teilrevert:falsch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;„Judaslohn“&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet zum einen die Bezahlung eines Verräters durch die Nutznießer seines Verrats, zum anderen den schrecklichen Tod eines Verräters als gerechte Strafe für seinen Verrat an Unschuldigen. Beide Bedeutungen knüpfen an Einzelmotive zu [[Judas Iskariot]] im [[Neues Testament|Neuen Testament]] (NT) an: Dieser erhielt nach {{B|Mt|26|15}} und {{BB|Mt|27|3}} dreißig Silberstücke als Lohn dafür, dass er [[Jesus von Nazaret]] an den [[Sanhedrin]] verriet und so letztlich Jesu [[Kreuzigung#Christentum|Kreuzigung]] ermöglichte. Dafür habe er sich selbst durch einen [[Suizid]] bestraft oder sei einen qualvollen Tod gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck kommt nur im [[Deutsche Sprache|Deutschen]] vor und ist verwandt mit Ausdrücken wie dem „[[Judaskuss]]“, den sprichwörtlichen „dreißig Silberlingen“, dem „[[Blutacker]]“ und dem „[[Blutgeld]]“, die ebenfalls aus der NT-Überlieferung zum Verrat des Judas abgeleitet sind. Zum verwandten Wortschatz gehören der „Judasgroschen“ oder „Judaspfennig“, das „Judasgeld“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Dietrich, Maurice Baumann: &amp;#039;&amp;#039;Antijudaismus – christliche Erblast.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 1999, ISBN 3-17-016095-8, S. 113&amp;lt;/ref&amp;gt; und der [[Einjähriges Silberblatt|„Judassilberling“]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erhard Agricola, Wilhelm Braun (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des christlich geprägten Wortschatzes.&amp;#039;&amp;#039; Hirzel, Stuttgart 2003, ISBN 3-7776-1273-1, S. 95&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im christlichen [[Antijudaismus]] und modernen [[Antisemitismus]] wurde der Ausdruck „Judaslohn“ oft verbunden mit dem Motiv des „[[Geldjude]]n“. So wurden beide Motive zu geprägten [[Stereotyp]]en für mit Geldgier und hinterhältiger Heimtücke verbundenem Verrat als angeblicher Wesensart „der [[Juden]]“. Als allgemeine Metapher für einen belohnten Verrat mit tödlichen Folgen für den oder die Verratenen und/oder den Verräter ging der Ausdruck in die [[Umgangssprache]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biblischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Der Ausdruck „Judaslohn“ knüpft an zwei Passagen des [[Evangelium nach Matthäus|Matthäusevangeliums]] an, die zu dessen [[Sondergut]] gehören und der vorgegebenen [[Passion Jesu|Passionsgeschichte Jesu]] besondere Details hinzufügten. Laut {{B|Mt|26|14–16}} ging der zum [[Zwölferkreis]] gehörige Jünger Judas Iskariot zu den [[Hoherpriester|Hohenpriestern]] und fragte: „Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere?“ Sie hätten ihm dreißig Silberstücke geboten; von da an habe er Jesus an sie auszuliefern angestrebt. Nur nach dieser [[Synoptische Evangelien|synoptischen]] Variante forderte Judas eine Bezahlung (anders in {{B|Mk|14|11}}), und nur hier wird der exakte Preis genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Rentz: &amp;#039;&amp;#039;Der „Geldjude“.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2024, [https://www.google.de/books/edition/Der_Geldjude/X7UXEQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PA133 S. 133 und Fn. 1]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{B|Mt|27|3–10}} erzählt vom Tod des Judas: Danach bereute er seine Tat, als er vom Hinrichtungsbeschluss des Sanhedrin gegen Jesus und dessen Auslieferung an Roms Statthalter [[Pontius Pilatus]] erfuhr. Daraufhin habe er den Hohepriestern und Ältesten jene dreißig Silberstücke zurückgeben wollen und ein Schuldbekenntnis abgelegt: „Ich habe gesündigt, ich habe unschuldiges Blut ausgeliefert.“ Sie hätten die Annahme jedoch verweigert, worauf er das Geld in den [[Jerusalemer Tempel]] geworfen habe. Dann habe er sich erhängt. Um den Tempelschatz mit dem Geld nicht zu verunreinigen („denn es klebt Blut daran“), hätten die Hohenpriester damit einen Acker als Begräbnisplatz „für die Fremden“ gekauft. Darum heiße dieser Platz „bis heute Blutacker“. So habe sich eine Prophezeiung [[Jeremia]]s erfüllt: „Sie nahmen die dreißig Silberstücke - das ist der Preis, den er den [[Israeliten]] wert war – und kauften für das Geld den Töpferacker, wie mir der Herr befohlen hatte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anschluss dieser Passage an den Hinrichtungsbeschluss des Sanhedrin verknüpft Jesu heilvollen Tod eng mit dem unheilvollen Suizid des Judas. Auch dass er durch [[Erhängen]] starb, verbindet ihn mit dem ans Kreuz gehängten Jesus. Dass Judas die tödlichen Folgen seines Verrats erst klar wurden, als Jesu Tod beschlossen und zu erwarten war, besagt im Kontext: Judas habe Jesu Tod weder beabsichtigt noch vorhergesehen; er habe mit seiner Tat eher ein drohendes vernichtendes Eingreifen der Römer verhindern wollen; er habe also aus Liebe zu seinem Volk so gehandelt, nicht aus Geldgier, Labilität oder enttäuschter [[Messias]]erwartung. – Nach {{B|Apg|15|16–20}} kaufte Judas selbst für den Lohn seines Verrats jenen in [[Jerusalem]] damals bekannten „Blutacker“ und starb dann durch einen plötzlichen, unfallartigen Sturz zu Boden. Dabei sei sein Körper zerborsten, und alle Eingeweide seien hervorgequollen. Auch diese Todesart soll ein Bibelzitat erfüllen. Laut [[Papias von Hierapolis]] starb Judas durch ein Anschwellen seines Körpers an einer Art [[Elephantiasis]]. – Nach allen drei Legenden starb Judas in engster zeitlicher Nähe zu Jesus eines unnatürlichen Todes, verbunden mit körperlicher Qual. Die Verbindung mit dem Grundstückskauf als Friedhof „für die Fremden“ und das Stichwort „Blut“ erinnern ebenfalls an Jesu unrechtmäßigen Tod und Ausschluss aus Gottes Volk Israel. Die Bibelzitate bringen zum Ausdruck, dass beide Tode gemäß Gottes [[Vorsehung]] erfolgten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der „dreißig Silberlinge“ spielt auf {{B|Sach|11|12f.}} an: Der Prophet habe als Lohn für seine Verkündigung des Willens Gottes von Israels führenden Vertretern nur dreißig Silberstücke erhalten. Damit hätten diese demonstriert, wie wenig ihnen Gottes Wort wert war. Darum habe der Prophet seinen Lohn auf Befehl [[JHWH]]s zum Einschmelzen in den Tempel geworfen. Die analoge Handlung des Judas (hier ohne Gottes Befehl) sagt also aus, wie gering Israels Führer Gottes Heilswillen achteten, dessen Vollzug der Verrat des Judas bewirkte.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Berger: &amp;#039;&amp;#039;Kommentar zum Neuen Testament.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2020, ISBN 978-3-641-31172-8, [https://www.google.de/books/edition/Kommentar_zum_Neuen_Testament/CNHeEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PA121 S. 121f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Silberlinge“ waren vermutlich [[Tyrischer Schekel|tyrische Schekel]], denn aus dieser Währung bestand damals der Jerusalemer Tempelschatz. Für 30 Schekel konnte man zur Zeit Jesu etwa einen Esel als Nutztier kaufen. Im Jahr 2013 entsprach der Wert dieser Summe umgerechnet etwa 300 [[Euro]], ihre relative Kaufkraft jedoch etwa 10.000 Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel D. Eckert: &amp;#039;&amp;#039;Alles Gold der Welt: Die Alternative zu unserem maroden Geldsystem.&amp;#039;&amp;#039; FinanzBuch Verlag, 2013, ISBN 978-3-86248-436-2, [https://www.google.de/books/edition/Alles_Gold_der_Welt/ACE1AwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PA81 S. 81]&amp;lt;/ref&amp;gt; Meist wird die Summe gemäß dem Eigenkontext (Mt 27,10) jedoch als gering eingeschätzt, so dass der Verrat umso unverständlicher erscheint.&amp;lt;ref&amp;gt;{{WiBiLex|Referenz=51880|Titel=Judas Iskarioth|Autor=Martin Meiser|Abruf=2019-11-09|Datum=2010-01}}, Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;2.1. Judas Iskarioth in der Alten Kirche&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck „Judaslohn“ verkürzt die vielschichtigen theologischen Aussagen des NT zur Rolle des Judas im gottgewollten Heilsgeschehen, die seine eindimensionale Schuldbelastung eigentlich ausschließen: Als erstberufener Apostel erhielt er wie der übrige Zwölferkreis den Auftrag, das [[Reich Gottes]] zu verkündigen, und Jesu Vergebung im [[Abendmahl Jesu]]. Doch schon die jüngeren Evangelien ({{B|Lk|22|3}}; {{B|Joh|6|70f.}}) zeichnen ihn als verwerflichen Charakter, der Jesus hinterhältig für Geld ausgeliefert habe, und als Werkzeug [[Satan]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Christfried Böttrich: &amp;#039;&amp;#039;Das Evangelium nach Lukas.&amp;#039;&amp;#039; Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2024, ISBN 978-3-374-07489-1, [https://www.google.de/books/edition/Das_Evangelium_nach_Lukas/F473EAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PA578 S. 578]&amp;lt;/ref&amp;gt; {{B|Joh|12|6}} und {{BB|Joh|13|29}} stilisieren Judas zum Kassenwart der Jünger Jesu, der sich manchmal am gemeinsamen Geld vergriffen habe. Die Verse widersprechen {{B|Mt|10|9f.}}, wonach Jesus die Zwölf ohne Geld und Vorratsbeutel aussandte, und erweisen sich so als spätere Zusätze.&amp;lt;ref&amp;gt;Hyam Maccoby: &amp;#039;&amp;#039;Judas Ischariot und der Mythos vom jüdischen Übel.&amp;#039;&amp;#039; Hentrich &amp;amp; Hentrich, Leipzig 2020, ISBN 978-3-95565-397-2, S. 83–101&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antijudaistisches Motiv ==&lt;br /&gt;
Bezogen auf den Aspekt der tödlichen Strafe Gottes erschien der Ausdruck erstmals im deutschen Sprachraum in einem [[Lanzelot]]roman von 1250: Dort wird einem Verräter „der Lohn des Judas“, also ein ähnlich qualvoller Tod gewünscht. In der Bedeutung „Lohn für Verrat“ ist das Wort erstmals in [[Frühe Neuzeit|frühneuzeitlichen]] [[Predigt]]en nachgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Handbuch 144&amp;quot;&amp;gt;Rainer Kampling: &amp;#039;&amp;#039;Judaslohn.&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Benz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Antisemitismus Band 3: Begriffe, Ideologien, Theorien.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2008, S. 144&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite, jüngere Bedeutung des Ausdrucks wurde bald mit Juden als Andersgläubigen assoziiert und antijudaistisch aufgeladen. Die Figur des Judas unter den ersten Jüngern Jesu stand bald nicht mehr für die ständige Gefährdung des [[Christentum]]s selbst durch Verrat seines Auftrags, [[Jesus Christus]] zu bezeugen und ihm [[Nachfolge Jesu|nachzufolgen]], sondern für das [[Judentum]] als angeblich des [[Gottesmord]]es schuldigen, darum ewig verdammten und vom Heil ausgeschlossenen Kollektivs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits [[Gerhoch von Reichersberg]] und [[Kosmas von Prag]] (12. Jahrhundert) verknüpften die Figur des Judas, dessen Verrat und den Lohn dafür mit dem Stereotyp des „[[Geldjude]]n“. Die Verbindung von „Judaslohn“ und „Geldjude“ wurde häufiges Motiv mittelalterlicher und neuzeitlicher [[Passionsspiel]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Rentz: &amp;#039;&amp;#039;Der »Geldjude«.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2024, [https://www.google.de/books/edition/Der_Geldjude/X7UXEQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Judaslohn&amp;amp;pg=PA167 S. 167]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der christlichen [[Ikonographie]] wird Judas traditionell mit einem Geldbeutel dargestellt. In Passionsgebeten werden die 30 Silberstücke unter die [[Leidenswerkzeug]]e gerechnet, die Juden erscheinen hier als die Vollstrecker der Kreuzigung. Den Juden des [[Kirchenstaat]]s wurde im [[Spätmittelalter]] eine Sondersteuer abgefordert, die unter explizitem Bezug auf den Judaslohn eine bestimmte Summe + 30 betrug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Handbuch 144&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Judas Returning the Thirty Silver Pieces - Rembrandt.jpg|mini|Rembrandt van Rijn: &amp;#039;&amp;#039;Judas bringt die 30 Silberlinge zurück&amp;#039;&amp;#039;, 1629]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rembrandt van Rijn]] malte 1629 das Bild &amp;#039;&amp;#039;[[Judas bringt die 30 Silberlinge zurück]]&amp;#039;&amp;#039;. Auch [[Mattia Preti]] (etwa 1640), [[Simó Gómez]] (1874) und [[James Tissot]] (um 1890) schufen Bildwerke zu diesem Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antisemitisches Motiv ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert wurde der Ausdruck in der [[Dreyfus-Affäre]] antisemitisch benutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Handbuch 144&amp;quot; /&amp;gt; Ein Artikel in einer [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen]] Zeitschrift im südfranzösischen [[Rodez]] vom 2. Dezember 1894 beschimpfte [[Alfred Dreyfus]] als „den Judassohn, […], diesen Verräter, der sein Land für dreißig Silberlinge verkauft hat“.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierre Pierrard: &amp;#039;&amp;#039;Les Chrétiens et l’affaire Dreyfus.&amp;#039;&amp;#039; Editions de l’Atelier, Paris 1998, S. 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ein Flugblatt vom April 1923, mit dem das [[NSDAP]]-Propagandahetzblatt &amp;#039;&amp;#039;[[Der Stürmer]]&amp;#039;&amp;#039; begann, erfand [[Julius Streicher]] eine vermeintliche Intrige der Juden gegen ihn: „Über meine politische ‚Leiche‘ hinweg sollten die Adern geöffnet werden, aus welchen Tagediebe und Verbrecher ihren Judaslohn zu trinken hofften.“&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Roos: &amp;#039;&amp;#039;Julius Streicher und „Der Stürmer“ 1923–1945.&amp;#039;&amp;#039; Ferdinand Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-77267-1, S. 25; [https://www.diepresse.com/4662448/julius-streicher-der-ns-gauleiter-von-franken-starb-qualvoll-am-galgen &amp;#039;&amp;#039;Julius Streicher: Der NS-Gauleiter von Franken starb qualvoll am Galgen.&amp;#039;&amp;#039;] [[Die Presse]], 14. Februar 2015&amp;lt;/ref&amp;gt; Von da an bis 1944 verwendete das Hetzblatt die Ausdrücke „Judas“, „Judaslohn“ und/oder „30 Silberlinge“ insgesamt mindestens 173 Mal. Diese Rhetorik war fester Bestandteil eines antisemitischen Motivbündels, das mit Bezügen zum Neuen Testament arbeitete, um die Tradition des christlichen Antijudaismus wachzuhalten und das Klischee der „Christusmörder“ zur ideologischen Vorbereitung des [[Holocaust]] zu benutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tilman Tarach: &amp;#039;&amp;#039;Teuflische Allmacht: Über die verleugneten christlichen Wurzeln des modernen Antisemitismus und Antizionismus.&amp;#039;&amp;#039; Edition Telok, 2022, ISBN 978-3-9813486-4-4, [https://www.google.de/books/edition/Teuflische_Allmacht_%C3%9Cber_die_verleugnet/urqUEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PA28 S. 28]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Metapher ==&lt;br /&gt;
In neuzeitlicher Literatur wurde das Wort zur allgemeinen Metapher für „Verrat für Geld“, die auch ohne direkten Bezug auf Juden in beliebigen Kontexten eingesetzt wird. So ließ&lt;br /&gt;
[[Friedrich Schiller]] in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Wallensteins Tod]]&amp;#039;&amp;#039; (1799) den Oberst [[Carl Gustaf Wrangel]] ausrufen, man werde sich nicht durch Geldangebote zum Rückzug nach [[Schweden]] verlocken lassen: „Nein! wir haben / Um Judas’ Lohn, um klingend Gold und Silber,  / Den [[Gustav II. Adolf|König]] auf der [[Schlacht bei Lützen|Walstatt]] nicht gelassen, / So vieler Schweden adeliges Blut, / Es ist um Gold und Silber nicht geflossen!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Handbuch 144&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1945 blieb der geprägte Wortgebrauch in der Umgangssprache üblich. [[Marius Müller-Westernhagen]] veröffentlichte 1994 den [[Affentheater (Album)|Song &amp;#039;&amp;#039;Judaslohn&amp;#039;&amp;#039;]]. 2005 veröffentlichte der Schriftsteller [[Andree Hesse]] den Krimi &amp;#039;&amp;#039;Der Judaslohn&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Arens: [https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/wueste-beschimpfung-oder-antisemitischer-vorfall/ &amp;#039;&amp;#039;Wüste Beschimpfung oder antisemitischer Vorfall? Eine Spurensuche zu Herkunft und Nutzung des Begriffs »Judaslohn«.&amp;#039;&amp;#039;] Jüdische Allgemeine, 6. November 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Deutscher Bundestag|Bundestag]] flochten Abgeordnete verschiedener Parteien den Ausdruck gelegentlich in ihre Reden ein. So warf etwa [[Thomas Gambke]] ([[Bündnis 90/Die Grünen]]) der Bundesregierung im Jahr 2013 vor, sie habe „für einen Judaslohn von 1,6 Milliarden Euro […] versucht, die Steuerehrlichen zu verraten“. [[Stephan Brandner]] ([[Alternative für Deutschland|AfD]]) bezeichnete ein [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Bundesverdienstkreuz]] für den Rockmusiker [[Udo Lindenberg]] als „Judaslohn“ für dessen wiederholte Kritik an der AfD und kommentierte: „Klar, warum der gegen uns sabbert/sabbern muss“. Andere Politiker kritisierten Brandners Wortwahl als bewusste Anknüpfung an den antisemitischen Wortgebrauch. Brandner verteidigte sich mit dem Hinweis auf andere Abgeordnete, die das Wort ebenfalls benutzt hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Heine: &amp;#039;&amp;#039;Kaputte Wörter? Vom Umgang mit heikler Sprache.&amp;#039;&amp;#039; Duden Verlag, 2022, ISBN 978-3-411-91402-9, [https://www.google.de/books/edition/Kaputte_W%C3%B6rter/Z0PmEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PT128 S. 128f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde wegen seiner Äußerung von seinem Amt als Vorsitzender im [[Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages]] abgewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/politik/letzte-stufe-der-eskalation-rechtsausschuss-waehlt-afd-mann-stephan-brandner-ab/25219666.html &amp;#039;&amp;#039;Letzte Stufe der Eskalation: Rechtsausschuss wählt AfD-Mann Stephan Brandner ab.&amp;#039;&amp;#039;] [[Der Tagesspiegel]], 13. November 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|30 pieces of silver|Judaslohn}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Andreas Rentz: &amp;#039;&amp;#039;Der »Geldjude«.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2024, ISBN 978-3-11-120522-9, S. 133–167 (Kapitel &amp;#039;&amp;#039;Judas und die 30 Silberlinge&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Rainer Kampling]]: &amp;#039;&amp;#039;Judaslohn.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Benz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch des Antisemitismus]]. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Band 3: Begriffe, Ideologien, Theorien.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter Saur, Berlin 2008, ISBN 978-3-598-24074-4, [https://www.google.de/books/edition/Begriffe_Theorien_Ideologien/z_MBtFRPAGQC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PA144 S. 144f.]&lt;br /&gt;
* Mirjam Kübler: &amp;#039;&amp;#039;Judas Iskariot: Das abendländische Judasbild und seine antisemitische Instrumentalisierung im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Spenner, Waltrop 2007, ISBN 3-89991-077-X, S. 498–519 (&amp;#039;&amp;#039;2.2: „Judasgeld“ und „Judaslohn“&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* David Hook: &amp;#039;&amp;#039;The Legend of the Thirty Pieces of Silver.&amp;#039;&amp;#039; In: Ian McPherson, Ralph Penny (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Medieval Mind: Hispanic Studies in Honour of Alan Deyermond.&amp;#039;&amp;#039; Tamesis, London 1997, ISBN 978-1-85566-051-9, S. 205–222&lt;br /&gt;
* Edgar Harvolk: &amp;#039;&amp;#039;Judaslohn und Judaskuß.  Ein Beitrag zur mittelalterlichen Legendenüberlieferung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde&amp;#039;&amp;#039; (1985), S. 86–95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Redewendung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antisemitismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Münzen in der Bibel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Phi</name></author>
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