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	<title>Joseph von Boos zu Waldeck - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T08:16:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-06-04T06:14:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ludwig Joseph Graf von Boos zu Waldeck und Montfort&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch kurz &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Boos-Waldeck&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt (* [[26. November]] [[1798]] in [[Koblenz]], [[Rheinland]]; † [[1. Oktober]] [[1880]] in [[Aschaffenburg]], [[Bayern]]) war [[Herzogtum Nassau|herzoglich-nassauischer]] [[Oberstleutnant]] und [[Stallmeister]] sowie Mitbegründer des „[[Mainzer Adelsverein]]s“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Joseph entstammte dem alten [[Rheinland|rheinischen]] [[Adel]]sgeschlecht [[Boos zu Waldeck]], ursprünglich auf der [[Ganerbschaft|Ganerben]]-[[Burg Waldeck (Hunsrück)|Burg Waldeck]] im [[Baybach]]tal ([[Hunsrück]]) ansässig, und war der Sohn des [[Kurtrier|kurfürstlich Trierer]] [[Kämmerer]]s Clemens Graf von Boos zu Waldeck (1773–1842) und &amp;#039;&amp;#039;Johanna Freiin von [[Bibra (Adelsgeschlecht)|Bibra]]&amp;#039;&amp;#039; (1774–1856) sowie ein Vetter der [[Vereinigtes Königreich|britischen]] [[Victoria (Vereinigtes Königreich)|Königin Victoria]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boos-Waldeck heiratete am 2. Februar 1847 in [[Frankfurt-Heddernheim|Heddernheim]] Henriette Freiin von Breidbach-Bürresheim gen. vom Riedt (* 10. Mai 1824 in Heddernheim, † Oktober 1889 in Aschaffenburg), Tochter des Anton Freiherr von Breidbach-Bürresheim gen. vom Ried (1791–1878) und dessen Ehefrau Amalia Freiin von Gagern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;0:&amp;quot;&amp;gt;{{LAGIS |ref=nein |DB=HBN |ID=133012522 |titel=Boos-Waldeck, Ludwig Joseph Graf von |datum=2020-11-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war der Onkel des Komponisten und [[Mäzen]]s [[Victor von Boos zu Waldeck|Victor Graf von Boos zu Waldeck und Montfort]] (1840–1916).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein älterer Bruder von ihm war der [[Königreich Preußen|preußische]] [[Landrat (Deutschland)|Landrat]] des [[Landkreis Koblenz|Landkreises Koblenz]] [[Klemens von Boos-Waldeck|Klemens Wenzeslaus Graf von Boos-Waldeck]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;0:&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Frühe Laufbahn ===&lt;br /&gt;
Boos-Waldeck begann seine militärische Laufbahn in der [[preußische Armee|preußischen Armee]]. Sein genauer früher Karriereverlauf ist heute nicht mehr zu fassen, erstmals tritt er aber 1830 als Premier-Leutnent im 29. Landwehr-Regiment, Bonn, auf. Im gleichen Rang ist er in den beiden folgenden Jahren im [[Ulanen-Regiment „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7]], Bonn, und im erneut im 29. Landwehr-Regiment, Neuwied, aktenkundig. Am 8. August 1832 wechselte er als [[Major]] [[à la suite]] und [[Flügeladjutant]] zum späteren (1839) [[Herzog]] [[Adolph (Luxemburg)|Adolf von Nassau]]. Am 17. März 1837 wurde er zum [[Oberstleutnant]] der [[Herzoglich Nassauische Armee|Herzoglich Nassauischen Armee]] befördert. 1835 erhielt Boos-Waldeck den russischen [[Sankt-Stanislaus-Orden]] IV. Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1831 bis 1832 war er als Vertreter des Fürsten zu Wied Mitglied der ersten Kammer der [[Landstände des Herzogtums Nassau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Carlistenkrieg ===&lt;br /&gt;
1835, von September 1836 bis Februar 1837 und möglicherweise im Herbst 1838 hielt sich Boos-Waldeck mehrfach in Spanien auf, um auf carlistischer Seite am [[Carlismus#Der Erste Carlistenkrieg (1833–1840)|Ersten Carlistenkrieg]] teilzunehmen, was für den Träger eines Hofamts ungewöhnlich war und ohne die ausdrückliche Zustimmung Adolphs sicher nicht stattgefunden hätte. Boos-Waldeck war dabei wohl vor allem am Hof von [[Carlos María Isidro de Borbón|Don Carlos]] anwesend. Seine genaue Funktion dort bleibt bis heute unklar, jedoch schickte er Berichte an mindestens zwei Deckadressen im Deutschen Bund, von der nur eine Adolph von Nassau zugeordnet werden kann. Es wird vermutet, dass Boos-Waldeck im Auftrag mehrerer deutsche Fürstenhäuser über eine mögliche finanzielle Unterstützung der Carlisten verhandelte. In den Briefen des Aufenthalts von 1836/37 äußert Boos-Waldeck seine zunehmende Frustration über die Parteikämpfe und Intrigen im carlistischen Hauptquartier. Die Ausgaben für seine Reisen belasteten die persönlichen Finanzen des Grafen mehrere Jahre lang. Auch sein Bruder Eduard war zeitweise während des Ersten Karlistenkriegs auf carlistischer Seite anwesend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Texaskolonisation ===&lt;br /&gt;
Im April 1842 gründete er mit anderen 20 Adligen in [[Wiesbaden-Biebrich|Biebrich]] den „[[Mainzer Adelsverein]]“, um die deutsche Auswanderung nach [[Texas]] ([[USA]]) voranzutreiben und zu unterstützen. Am 19. Mai desselben Jahres wurde er in [[Mainz]] offiziell zum Bevollmächtigten ernannt und erhielt den Auftrag, zusammen mit [[Viktor Graf zu Leiningen-Westerburg-Altleiningen]] nach Texas zu gehen und dort im Auftrag des Adelsvereins Land zu kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon bald nach ihrer Ankunft Ende August 1842 in [[Galveston]] suchten beide kurz den texanischen Präsidenten [[Sam Houston]] in seiner Stadt [[Houston]] auf und schilderten ihm ihr Vorhaben und die Ziele des Adelsvereins. Im Oktober reisten beide nach Columbia, [[San Felipe (Texas)|San Felipe de Austin]], zur deutschen Siedlung „Rödersmühl“ (heute [[Shelby County (Texas)|Shelby]]), zu [[Mill Creek (Texas)|Mill Creek]] im [[Austin County]] und kamen schließlich im November ins [[Washington County (Texas)|Washington-on-the-Brazos]], wo damals der [[Parlament|Kongress]] der Republik Texas tagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der damaligen Hauptstadt trafen sie sich nochmals mit Präsident Houston, um über einen Landkauf zur Ansiedlung deutscher Siedler zu verhandeln. Houstons konkretes Angebot lehnten sie allerdings ab, als sie erfuhren, dass es sich um ein Grenzgebiet und zudem Siedlungsgebiet feindseliger [[Indianer]] westlich von [[Austin (Texas)]] handelte. Stattdessen erwarb Boos-Waldeck für 70.000 [[Gulden]] 1.780 [[Hektar]] Land im [[Fayette County (Texas)|Fayette County]] in der Nähe der Siedlung [[Industry (Texas)]], wo sich schon der Einwanderer Friedrich Ernst mit Familie (siehe: [[Caroline Ernst]]) und anderen Deutschen niedergelassen hatte. Boos-Waldeck nannte das Land „Nassau-Farm“ zu Ehren seines Freundes, Dienstherrn und zugleich Vorsitzenden des „Mainzer Adelsverein“. Später wurde die Siedlung nach ihrem Gründer [[Waldeck (Texas)]] genannt. Leiningen verließ Texas im Januar [[1843]] nach Deutschland, während Boos-Waldeck ein ganzes Jahr zur weiteren Entwicklung und Vorbereitung des Landes für kommende Siedler zurückblieb. Von [[Sklaverei|Sklaven]] ließ er Hütten bauen, ein größeres Haus für den Aufseher, ließ das Land kultivieren und Mais, Baumwolle, Zuckerrüben, Kartoffeln und Tabak anbauen. Außerdem ließ er ein größeres, zweistöckiges Blockhaus als künftigen Sitz des Adelsvereins errichten. Zwei Jahre später, im Mai [[1845]], berichtete der deutsche [[Geologe]] [[Ferdinand von Roemer]], dieses Blockhaus sei eines der bestgebauten und komfortabelsten, das er in Texas je gesehen habe, das Land sei umzäunt und kultiviert und die Farm beschäftige 19 Sklaven, wobei eine Sklavenfamilie als Hauspersonal diene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum [[Rapport]] Leiningens empfahl Boos-Waldeck in seinen nun folgenden Berichten an den Adelsverein, zunächst die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und erst dann die Besiedlung schrittweise vorzunehmen, doch wurde seine Empfehlung ignoriert und ein wahrer „Texas-Boom“ begann. Die Gefahren einer derart unbedachten und unvorbereiteten Besiedlung vor Augen, trat Boos-Waldeck zusammen mit seinem Bruder &amp;#039;&amp;#039;Anton&amp;#039;&amp;#039; im April 1844 aus dem „Mainzer Adelsverein“ aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Späte Jahre ===&lt;br /&gt;
Am 20. April ernannte ihn der Herzog zum [[Oberstallmeister]]. In diesem Hofamt verblieb er, bis er 1846 auf eigenen Wunsch aus dem Militärdienst ausschied. Sein Nachfolger wurde [[Carl Graf zu Castell-Castell]]. Im Jahr 1850 gewährte der Herzog dem Grafen Boos eine jährliche [[Pension (Altersversorgung)|Pension]] von 4.000 Gulden in Anerkennung seiner besonderen Dienste. Damit wurde ihm sein Gehalt als Oberstallmeister unvermindert weiter gezahlt, was zur Sanierung des zuvor meist in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Grafen beitrug. Seinen Ruhestand verlebte Boos-Waldeck im böhmischen [[Oselce|Woseletz]], wo seine Familie umfangreich begütert war, stand aber bis zu seinem Tod in ständigem Briefkontakt mit seinem Freund und früheren Dienstherrn. Später lebte die Familie, offenbar unter bescheidenen Verhältnissen, in Bayern, zuletzt in Aschaffenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jochen Lengemann]]: &amp;#039;&amp;#039;MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 14 = &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 83.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nassauische Parlamentarier.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1: Cornelia Rösner: &amp;#039;&amp;#039;Der Landtag des Herzogtums Nassau 1818–1866&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 59 = &amp;#039;&amp;#039;Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 16). Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1997, ISBN 3-930221-00-4, Nr. 23.&lt;br /&gt;
* [[Otto Renkhoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, S. 70, Nr. 396.&lt;br /&gt;
* [[Walter Rosenwald]]: &amp;#039;&amp;#039;Die geheime Mission des herzoglich nassauischen Flügeladjutanten Graf Joseph von Boos-Waldeck im 1. Karlistenkrieg in Spanien 1835/36.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung#Nassauische Annalen|Nassauische Annalen]].&amp;#039;&amp;#039; Band 108. Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Hessisches Hauptstaatsarchiv, Wiesbaden 1997.&lt;br /&gt;
* Peter Wacker: &amp;#039;&amp;#039;Das herzoglich-nassauische Militär 1813–1866.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, 1998, ISBN 3-922027-85-7, S. 441.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.tshaonline.org/handbook/entries/boos-waldeck-count-ludwig-joseph-von Biographie] im Handbook of Texas&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=133012522|titel=Boos-Waldeck, Ludwig Joseph Graf von|datum=2019-11-26}}&lt;br /&gt;
* {{RPPD Vw|nr=-pk05805}}&lt;br /&gt;
* {{Parlamente in Hessen|Thema=Abgeordnete|Ident=133012522|Titel=Ludwig Joseph Graf von Boos-Waldeck|Datum=2023-11-28|Abruf=2024-09-27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=133012522|VIAF=30714994}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Boos zu Waldeck, Joseph von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Ersten Kammer der Landstände des Herzogtums Nassau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leutnant (Preußen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Herzogtum Nassau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Emigrant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titulargraf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Boos von Waldeck|Joseph]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1798]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1880]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Boos zu Waldeck, Joseph von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Boos-Waldeck, Joseph Graf von&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=herzoglich nassauischer Oberstleutnant und Flügeladjutant&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=26. November 1798&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Koblenz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=1. Oktober 1880&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Aschaffenburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DynaMoToR</name></author>
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