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	<title>Joseph Wirth - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; add missing pipe&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Politiker Joseph Wirth. Zu anderen Personen dieses Namens siehe [[Josef Wirth]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146III-105, Joseph Wirth.jpg|mini|Joseph Wirth, ca. 1920]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Joseph Wirth&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[6. September]] [[1879]] in [[Freiburg im Breisgau]]; † [[3. Januar]] [[1956]] ebenda) war ein deutscher Politiker ([[Deutsche Zentrumspartei]]) und vom 10. Mai 1921 bis zum 14. November 1922 [[Reichskanzler]] der [[Weimarer Republik]]. Bei seinem Amtsantritt war Wirth der jüngste deutsche Kanzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dem linken Flügel der katholischen Partei zugehörige Wirth wurde als „[[Erfüllungspolitiker]]“ beschimpft, da er im Prinzip die Zusammenarbeit mit den Siegern des Ersten Weltkriegs suchte. Allerdings ging er im April 1922, auch aus Verärgerung über geringe Zugeständnisse des Westens, auf ein Vertragsangebot [[Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik|Sowjetrusslands]] ein. Das Ergebnis war der [[Vertrag von Rapallo]]. In der frühen Bundesrepublik beteiligte Wirth sich an [[Deutsche Wiedervereinigung|Wiedervereinigungsinitiativen]] und führte dazu auch Gespräche mit Politikern der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] und der [[Sowjetunion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kaiserzeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jugendportrait Wirth.jpg|mini|Joseph Wirth (1906)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joseph Wirth wurde 1879 als Sohn des Werkmeisters Karl Wirth und dessen Frau Agathe, geborene Zeller, in Freiburg geboren. Seine Eltern ermöglichten ihm und seinen beiden Brüdern eine höhere Schulbildung. Nach der Erlangung der Reifeprüfung begann er sein Studium der [[Sozialökonomie]] und der [[Mathematik]] an der [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg]], wo er 1906 bei [[Ludwig Stickelberger]] promoviert wurde &amp;#039;&amp;#039;(Über die Elementarteiler einer linearen homogenen Substitution)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://genealogy.math.ndsu.nodak.edu/id.php?id=58570 Joseph Wirth] im [[Mathematics Genealogy Project]].&amp;lt;/ref&amp;gt;. 1908 fand er eine Anstellung als Professor am Realgymnasium in seiner Heimatstadt. 1909 war er einer der Gründer des &amp;#039;&amp;#039;Vinzenzvereins&amp;#039;&amp;#039;, einer katholischen Organisation zur Hilfe für sozial Benachteiligte. In dieser Zeit trat Wirth der Zentrumspartei bei, für die er ab 1912 in der Stadtverordnetenversammlung saß. Ein Jahr später zog er in die [[Badische Ständeversammlung]] ein. Im Februar 1914 wurde er Mitglied des [[Reichstag (Deutsches Kaiserreich)|Reichstags]], er gewann die Stichwahl im [[Reichstagswahlkreis Großherzogtum Baden 7]] gegen den Karlsruher Stadtrat [[Leopold Kölsch]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kölnische Volkszeitung Nr. 140, 16. Februar 1914, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] meldete sich Wirth als [[Freiwilliger (Militär)|Kriegsfreiwilliger]]. Er wurde für dienstuntauglich erklärt; daraufhin meldete er sich zum [[Deutsches Rotes Kreuz|Roten Kreuz]], für das er bis 1918 als Krankenpfleger an der [[Westfront (Erster Weltkrieg)|Westfront]] tätig war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{DHM-HdG |Bio=joseph-wirth |Autor=Arnulf Scriba}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weimarer Republik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Herrenstraße (Freiburg im Breisgau) jm12758.jpg|mini|Wohnhaus von Joseph Wirth 1921 in der [[Altstadt (Freiburg im Breisgau)]]]]&lt;br /&gt;
Joseph Wirth begrüßte die [[Novemberrevolution]] 1918, obwohl er sich noch ein Jahr zuvor mit der [[Burgfriedenspolitik]] des Reichskanzlers [[Theobald von Bethmann Hollweg]] identifiziert hatte. 1918 wurde Wirth badischer Finanzminister. Nach dem Rücktritt [[Matthias Erzberger]]s berief Reichskanzler [[Hermann Müller (Reichskanzler)|Hermann Müller]] den Freiburger als dessen Nachfolger im Amt des [[Reichsministerium der Finanzen|Reichsfinanzministers]]. Im [[Kabinett Fehrenbach]] arbeitete sich Joseph Wirth in die Materie der Reparationszahlungen ein. Nach dem Rücktritt der Regierung [[Constantin Fehrenbach]]s infolge des [[Londoner Ultimatum]]s, in dem die Entente die Annahme des Reparationsplans verlangt hatte, stieg Joseph Wirth zum Reichskanzler auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1921 wurde der Wortführer des linken Zentrumsflügels mit 41 Jahren zum bis heute jüngsten deutschen Kanzler vereidigt. Anfangs hatte er weiterhin das Amt des Reichsfinanzministers inne. Seine Regierung stützte sich auf die sogenannte [[Weimarer Koalition]] aus den Parteien der Mitte: [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]], Zentrum und [[Deutsche Demokratische Partei|DDP]]. Das [[Kabinett Wirth I]] entschloss sich bald zur Annahme des Londoner Ultimatums, um &amp;#039;&amp;#039;an der Erfüllung der Forderungen deren praktische Unerfüllbarkeit&amp;#039;&amp;#039; zu demonstrieren. Wirth rechnete mit der völligen Überschreitung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Reiches, weshalb die Reparationszahlungen ohnehin revidiert werden würden. Rechte Kreise bekämpften die &amp;#039;&amp;#039;[[Erfüllungspolitik]]&amp;#039;&amp;#039; des Reichskanzlers auf das schärfste. Der Versuch, die Reparationsforderungen zu erfüllen, überforderte die bereits durch den Wiederaufbau hoch verschuldete Reichsregierung zunehmend. Die Aufnahme immer neuer Kredite trieb die Staatsverschuldung weiter in die Höhe. Die Reichsbank reagierte durch zunehmenden Druck von Banknoten und durch steigende Geldüberweisungen an die Regierung. Die Instabilität der Weimarer Republik nach den [[Fememord]]en an [[Karl Gareis]], [[Matthias Erzberger]] und [[Walter Rathenau]] und die Androhung der [[Ruhrbesetzung]] durch die Franzosen zur Eintreibung der Reparationszahlungen im Jahr 1923 führten schließlich zu einer [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923#Hyperinflation des Jahres 1923|Hyperinflation]]. Die dadurch verursachte Verarmung der Bevölkerung trug dazu bei, das Vertrauen in die Republik zu untergraben und die Nationalsozialisten zu stärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich bei der [[Volksabstimmung in Oberschlesien]] vom 20. März 1921 eine 60-%-Mehrheit für den Verbleib in den bestehenden Grenzen ausgesprochen hatte, beschloss der [[Völkerbund]]srat gemäß einer eigens im [[Friedensvertrag von Versailles|Versailler Vertrag]] vorgesehenen Möglichkeit, das industriell bedeutsame [[Ostoberschlesien]] [[Zweite Republik Polen|Polen]] zuzuteilen. Aus Protest gegen die in den Augen der deutschen Regierung gegen das [[Selbstbestimmungsrecht der Völker]] verstoßende Regelung trat das erste Kabinett Wirth zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Joseph Wirth.jpg|mini|Joseph Wirth (2. v. l.) in Rapallo]]&lt;br /&gt;
[[Reichspräsident]] [[Friedrich Ebert]] beauftragte erneut Wirth mit der Regierungsbildung. Im Oktober 1921 nahm das [[Kabinett Wirth II]] die Arbeit auf. Die entscheidende personelle Veränderung war auf dem Gebiet der Außenpolitik zu verzeichnen: Außenminister [[Friedrich Rosen (Politiker)|Friedrich Rosen]] wurde – nachdem kurzzeitig Wirth selbst dieses Amt innehatte – durch Walther Rathenau abgelöst. Im April 1922 nahm eine deutsche Delegation unter Wirth und Rathenau erstmals wieder gleichberechtigt an der Weltwirtschaftskonferenz in [[Genua]] teil. Am 16. April kam es auf Initiative Rathenaus zum überraschenden Abschluss des bedeutenden [[Vertrag von Rapallo|Vertrags von Rapallo]]. Darin erkannten sich die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (späteres Gründungsmitglied der Sowjetunion) und das Deutsche Reich völkerrechtlich an und verzichteten auf Reparationszahlungen. Dies stellte für das Deutsche Reich eine stückweite Wiedererlangung der Souveränität dar. Wirth äußerte intern, das Zusammengehen mit Russland erlaube es, dass Polen „zertrümmert“ werde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich August Winkler]], &amp;#039;&amp;#039;Der falsche Charme der Schaukelpolitik&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Allgemeine Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 7. Februar 2022, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der diplomatische Erfolg des Kabinetts Wirth schmälerte aber nicht den Hass der Rechtsextremen auf die Erfüllungspolitik. Nach der [[Walther Rathenau#Ermordung|Ermordung Rathenaus]] am 24. Juni 1922 trat Wirth vor den [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]] und rief am Ende seiner sehr emotionalen Rede, nach rechts zeigend, die bis heute bekannten Worte:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Da steht der Feind, der sein Gift in die Wunden eines Volkes träufelt. – Da steht der Feind – und darüber ist kein Zweifel: dieser Feind steht [[Politische Rechte (Politik)|rechts]]!&lt;br /&gt;
 |Autor=Joseph Wirth&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Der Reichskanzler anläßlich der Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau&amp;#039;&amp;#039;. Rede im Deutschen Reichstag, 25. Juni 1922&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Wirth (Zentrum): &amp;#039;&amp;#039;Der Reichskanzler anläßlich der Ermordung des Reichaußenministers Walther Rathenau&amp;#039;&amp;#039;. Im Reichstag (236. Sitzung), 25. Juni 1922. In: &amp;#039;&amp;#039;Verhandlungen des Reichstags. Stenographische Berichte. I. Wahlperiode 1920&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 356. Berlin 1922, S. 8054–8058 ({{Webarchiv |url=http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/wirth/index.html |text=online |wayback=20130325115407  }}).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Auftritt beeindruckte auch [[Harry Graf Kessler]], der seinen ungünstigen früheren Eindruck von einer persönlichen Begegnung&amp;lt;ref&amp;gt;Harry Graf Kessler: &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039;, 13. April 1922: „Mein erster Eindruck jedenfalls der von jemandem sehr Subalternem […] der Hausknecht als Reichskanzler.“&amp;lt;/ref&amp;gt; ausdrücklich revidierte: „Schließlich hatte er drei Fünftel des dichtgefüllten Hauses auf den Beinen und gegen die Rechte gewendet, die blaß und schweigend dasaß wie auf einer Angeklagtenbank. […] Man fühlt, es kommt eben wirklich aus der Tiefe seiner Überzeugung: Ich habe dem Mann Unrecht getan; er ist doch jemand.“&amp;lt;ref&amp;gt;Harry Graf Kessler: &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039;, 25. Juni 1922.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Wirth wenige Wochen später am 11. Juli eine Rede für die Annahme des Republikschutzgesetzes durch die Parteien des Reichstags hielt, kam er auch auf einen Hetzartikel des deutschnationalen Abgeordneten [[Wilhelm Henning (Politiker)|Wilhelm Henning]] zu sprechen, der sich mit Bezug auf den allseits geachteten Rathenau ereifert hatte, die deutsche Ehre sei verloren, seit sie in die Hände eines Juden geraten sei. Wirth bezeichnete es als unerhört, dass solche Verleumdungen ausgesprochen werden könnten, und sprach sein Bedauern darüber aus, dass die deutschnationale Partei nicht den Mut gefunden habe, sich von solchen Mitgliedern zu trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 14. November 1922 der Versuch, alle demokratischen Kräfte von SPD bis [[Deutsche Volkspartei|DVP]] in einer Koalition zu einigen, scheiterte, trat Reichskanzler Joseph Wirth zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren setzte sich der Altkanzler für die Republikschutzorganisation [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold]] ein. Zudem gab er die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Republik&amp;#039;&amp;#039; heraus, während er weiterhin Abgeordneter blieb. Im August 1925 ging die Zentrumspartei in der Regierung [[Kabinett Luther I|Luther I]] erstmals eine Koalition mit der [[Deutschnationale Volkspartei|DNVP]] ein, weshalb Wirth aus der Reichstagsfraktion austrat. [[Hermann Müller (Reichskanzler)|Hermann Müller]] reaktivierte ihn für das Amt des [[Reichsministerium für die besetzten Gebiete|Reichsministers für die besetzten Gebiete]] in der ersten [[Große Koalition|Großen Koalition]]. In der Regierung [[Heinrich Brüning]] bekleidete Wirth das Amt des [[Reichsministerium des Innern|Reichsinnenministers]] (1930/31), das vorher von [[Carl Severing]] (SPD) geführt worden war. In diesem einen Jahr fungierte er als Vermittler zwischen dem Reichskanzler und der SPD, bei der sich der Altkanzler großer Beliebtheit erfreute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1931 schied Joseph Wirth auf persönliches Betreiben des Reichspräsidenten [[Paul von Hindenburg]], dem der Badener als zu links gerichtet galt, aus dem Kabinett aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeit des Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stolperstein für Dr. Joseph Wirth (Freiburg-Altstadt).jpg|mini|alternativtext=Fotografie des Stolpersteins in Freiburg im Breisgau|[[Stolperstein]] in der [[Freiburg im Breisgau|Freiburger]] Altstadt]]&lt;br /&gt;
Im März 1933 stand das [[Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933|Ermächtigungsgesetz]] im Reichstag zur Debatte, das er in einer leidenschaftlichen Rede ablehnte. Am 24. März 1933, nach der Annahme des Ermächtigungsgesetzes, dem die Zentrumsfraktion einschließlich Wirth selber aufgrund des verfügten strikten Fraktionszwangs geschlossen zustimmte, verließ der entschiedene Gegner der nationalsozialistischen Ideologie das Deutsche Reich und emigrierte in die neutrale [[Schweiz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirth erwarb eine Villa in [[Luzern]] und reiste zu Gesprächen mit führenden Staatsmännern durch [[Frankreich]] und [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]]. Auf einer Reise entlang der Ostküste der [[Vereinigte Staaten|USA]] hielt er Vorträge an der [[Universität Harvard]], wo er mit dem im amerikanischen Exil lebenden Altkanzler Brüning zusammentraf, und in [[Princeton University|Princeton]], um über die Methoden des NS-Regimes aufzuklären. Von 1935 bis 1939 lebte Wirth in [[Paris]]. Danach kehrte er nach Luzern zurück. Er bemühte sich über persönliche Beziehungen nach Rom um eine gegen die antisemitische Politik Deutschlands gerichtete Stellungnahme des [[Vatikanstadt|Vatikans]]. Auf seine Initiative ging z.&amp;amp;nbsp;B. die Denkschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Kirche Christi und die Judenfrage&amp;#039;&amp;#039; zurück, die 1937 in der österreichischen Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Erfüllung&amp;#039;&amp;#039; erschien und alle Christen, besonders aber den Papst und die römische Kurie, zu einer öffentlichen Stellungnahme gegen die Judenverfolgung in Deutschland aufrief.&amp;lt;ref&amp;gt;Elias H. Füllenbach: &amp;#039;&amp;#039;Die Kirche Christi und die Judenfrage (1937).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 6: &amp;#039;&amp;#039;Publikationen.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Wolfgang Benz, Berlin/Boston 2013, S.&amp;amp;nbsp;400–403.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem unterhielt er Kontakte zu den Widerstandsgruppen [[Solf-Kreis]] und [[Kreisauer Kreis]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Schlie: &amp;#039;&amp;#039;Altreichskanzler Joseph Wirth im Luzerner Exil (1939–1948)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Exilforschung.&amp;#039;&amp;#039; 15, 1997, S. 180–199.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit den Sozialdemokraten [[Otto Braun]], [[Wilhelm Hoegner]] und [[Heinrich Ritzel]] entwickelte er ab 1942 Konzepte zur Gestaltung [[Nachkriegszeit in Deutschland|Deutschlands nach dem Kriegsende]]. Auf dieser Basis gründete er noch in der Schweiz 1945 zusammen mit Braun und Ritzel die &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsgemeinschaft „Das Demokratische Deutschland&amp;quot;.&amp;#039;&amp;#039; Hoegner wurde am 28. September [[Kabinett Hoegner I|Ministerpräsident in Bayern]].“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.konrad-adenauer.de/personen/seite/joseph-karl-wirth/ Joseph Karl Wirth (konrad-adenauer.de)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bundesrepublik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grab Reichskanzler Wirth.jpg|mini|Grab Joseph Wirths auf dem [[Freiburger Hauptfriedhof]]]]&lt;br /&gt;
1949 kehrte Joseph Wirth in seine Heimat zurück, nachdem die französischen Besatzungsbehörden dies bis dato verhindert hatten. Er lehnte die Politik [[Konrad Adenauer]]s ab, da diese die Teilung Deutschlands zementiere. Daher gründete Wirth gemeinsam mit [[Wilhelm Elfes]] den neutralistischen „[[Bund der Deutschen]]“ (BdD) und die &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Volkszeitung (1953–1989)|Deutsche Volkszeitung]]&amp;#039;&amp;#039;. Der Altkanzler war Gegner einer reinen Westintegration und glaubte in der Tradition von Rapallo an einen Ausgleich mit der Sowjetunion, obgleich er deren Politik nicht guthieß. Zu politischen Gesprächen weilte Wirth 1951 erstmals in [[Moskau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bundesrepublik verweigerte ihm aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Kommunisten und Gesprächen mit Vertretern der DDR die Zahlung einer Rente, wie sie etwa [[Heinrich Brüning]] und [[Hans Luther]] erhielten. In der [[Central Intelligence Agency|CIA]]-Akte &amp;#039;&amp;#039;The background of Joseph Wirth&amp;#039;&amp;#039; wird eine Tätigkeit als sowjetischer Agent behauptet.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Schlie: &amp;#039;&amp;#039;Diener vieler Herren. Die verschlungenen Pfade des Reichskanzlers Joseph Wirth im Exil.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 29. November 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die DDR billigte Wirth kleinere Finanzhilfen zu. 1954 wurde Wirth die [[Deutsche Friedensmedaille]] der DDR verliehen. 1955 erhielt er den [[Stalin-Friedenspreis]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Stalin-Friedenspreis für Dr. Wirth.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 21. Dezember 1955, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1956 starb Joseph Wirth in seiner Heimatstadt Freiburg an [[Herzinsuffizienz#Alltagssprache und Doppeldeutungen|Herzversagen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Braun: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichskanzler der Weimarer Republik – Zwölf Lebensläufe in Bildern&amp;#039;&amp;#039;. Stiftung [[Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte]], Heidelberg 2003, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Bernd Braun (Historiker)|Bernd Braun]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichskanzler der Weimarer Republik. Zwölf Lebensläufe in Bildern.&amp;#039;&amp;#039; Droste, Düsseldorf 2011, ISBN 978-3-7700-5308-7, S. 202–235.&lt;br /&gt;
* Bernd Braun: &amp;#039;&amp;#039;Gegen den Strom – Joseph Wirths politisches Leben für Weimar, gegen Hitler, für die deutsche Einheit&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Michael Epkenhans]]/[[Ewald Frie]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politiker ohne Amt. Von Metternich bis Helmut Schmidt&amp;#039;&amp;#039; (= Otto-von-Bismarck Stiftung Wissenschaftliche Reihe, Bd. 28). Schöningh, Paderborn 2020, S. 67–87, ISBN 978-3-506-70264-7.&lt;br /&gt;
* [[Georg Herbstritt]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein Weg der Verständigung? Die umstrittene Deutschland- und Ostpolitik des Reichskanzlers a.&amp;amp;nbsp;D. Dr. Joseph Wirth in der Zeit des Kalten Krieges (1945/51–1955)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Europäische Hochschulschriften.&amp;#039;&amp;#039; Reihe 3: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und ihre Hilfswissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; 569). Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-631-46332-4.&lt;br /&gt;
* [[Ulrike Hörster-Philipps]]: &amp;#039;&amp;#039;Joseph Wirth 1879–1956. Eine politische Biographie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Reihe B: &amp;#039;&amp;#039;Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 82). Freiburg 1998, ISBN 3-506-79987-8.&lt;br /&gt;
* Heinrich Küppers: &amp;#039;&amp;#039;Joseph Wirth. Parlamentarier, Minister und Kanzler der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Steiner, Stuttgart 1997, ISBN 3-515-07012-5.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Morsey]]: &amp;#039;&amp;#039;Leben und Überleben im Exil. Am Beispiel von Joseph Wirth, [[Ludwig Kaas]] und [[Heinrich Brüning]].&amp;#039;&amp;#039; In: Paulus Gordan (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Um der Freiheit willen. Eine Festgabe für und von [[Johannes Schauff|Johannes]] und Karin Schauff.&amp;#039;&amp;#039; Neske, Pfullingen 1983, ISBN 3-7885-0257-6, S. 86–117.&lt;br /&gt;
* Thomas A. Knapp: Joseph Wirth (1879–1956). In: [[Jürgen Aretz]], [[Rudolf Morsey]], [[Anton Rauscher]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zeitgeschichte in Lebensbildern, Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Aschendorff, Münster 2022, ISBN 978-3-402-06112-1, S 160–173 ([https://www.aschendorffbuchverlag.de/digibib/?digidownload&amp;amp;tid=17576 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Schlie]]: &amp;#039;&amp;#039;Altreichskanzler Joseph Wirth im Luzerner Exil (1939–1948).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Exilforschung.&amp;#039;&amp;#039; 15, 1997, S. 180–199.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stiftung ==&lt;br /&gt;
Nach Wirth benannt ist die &amp;#039;&amp;#039;Joseph-Wirth-Stiftung, Verein zur Förderung der Politik der friedlichen Koexistenz e.&amp;amp;nbsp;V.&amp;#039;&amp;#039;, deren Vorsitzende seit 1998 [[Ulrike Hörster-Philipps]] ist und die 2012 ins Handelsregister beim [[Amtsgericht Freiburg im Breisgau|Amtsgericht Freiburg]] eingetragen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.handelsregister-online.de/handelsregisterauszug/Baden-Wuerttemberg/Freiburg/Joseph-Wirth-Stiftung-Verein-zur-Foerderung-der-Politik-der-friedlichen-Koexistenz-eV |titel=Handelsregisterauszug von Joseph-Wirth-Stiftung, Verein zur Förderung der Politik der friedlichen Koexistenz e.&amp;amp;nbsp;V. (VR 700643) |abruf=2021-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ulrike Hörster-Philipps |url=https://www.badische-zeitung.de/warum-der-freiburger-nazi-gegner-joseph-wirth-fuer-hitlers-ermaechtigungsgesetz-stimmte |titel=Warum der Freiburger Nazi-Gegner Joseph Wirth für Hitlers Ermächtigungsgesetz stimmte |hrsg=Badische Zeitung |datum=2021-06-07 |abruf=2021-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11741218X}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/018698}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG |Bio=joseph-wirth |Autor=Arnulf Scriba}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|11741218X}}&lt;br /&gt;
* {{AdR|11741218X}}&lt;br /&gt;
* [https://digital.blb-karlsruhe.de/Landtagsprotokolle/topic/view/792873?q=200 Redebeiträge] von Joseph Wirth im Badischen Landtag in den Digitalen Sammlungen der [[Badische Landesbibliothek|Badischen Landesbibliothek]]&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/1e07fb2b-4e52-4df3-bdcd-3270533bdc5c/ Nachlass Bundesarchiv N 1342]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11741218X|LCCN=n80064220|VIAF=789401}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wirth, Joseph}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichskanzler (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsminister (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Innenminister (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichsfinanzwesen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zentrum-Mitglied]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Korporierter im DWV]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Internationalen Stalin-Friedenspreises]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Badener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1879]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1956]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wirth, Joseph&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Wirth, Karl Joseph (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (Zentrumspartei), MdR&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=6. September 1879&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Freiburg im Breisgau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Januar 1956&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Freiburg im Breisgau]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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