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	<title>Joseph Maria Baernreither - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T02:13:09Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Joseph_Maria_Baernreither&amp;diff=1234175&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf Fritz Fellner</title>
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		<updated>2026-01-17T19:17:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf Fritz Fellner&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Joseph Maria Baernreither&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[12. April]] [[1845]] in [[Prag]]; † [[19. September]] [[1925]] in [[Teplice|Teplitz-Schönau]]) war ein [[österreich]]ischer Politiker, Mitglied des [[Abgeordnetenhaus (Österreich)|Abgeordnetenhauses]] und des Herrenhauses des Wiener [[Reichsrat (Österreich)|Reichsrats]], Handelsminister (1898 und 1907), sowie 1916–1917 [[Minister ohne Geschäftsbereich|Minister ohne Portefeuille]] im Kabinett [[Heinrich Clam-Martinic|Clam-Martinic]].&amp;lt;ref&amp;gt;Masaki Miyake: &amp;#039;&amp;#039;J.M. Baernreither und „Mitteleuropa“. Eine Studie über den Nachlaß Baernreither&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs&amp;#039;&amp;#039;. 17/18 (1964/65), S.&amp;amp;nbsp;359–398, hier: S.&amp;amp;nbsp;359.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Josef Baernreither (1845-1925).jpg|miniatur|Joseph Maria Baernreither]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Joseph Maria Baernreither by Franz Seraph von Lenbach (1899).jpg|mini|Porträt Baernreithers von [[Franz Seraph von Lenbach]] (1899)]]&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Baernreither war der Sohn des reichen Wiener Gutsbesitzers und Industriellen Joseph Baernreither, der in [[Böhmen]] und [[Galizien]] Unternehmen besaß, und dessen Frau Josefa Antonie geborene Stelz. Joseph Maria Baernreither absolvierte das [[Prager Kleinseite|Kleinseiter]] Gymnasium in [[Prag]] 1863 mit Auszeichnung und studierte in [[Heidelberg]] und Prag [[Rechtswissenschaft]]. 1866 wurde er Mitglied des [[Corps Guestphalia Heidelberg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kösener Corpslisten 1960, 64/675.&amp;lt;/ref&amp;gt; Baernreither wurde am 14. Dezember 1871 zum [[Dr. iur.]] [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Danach war er in Prag und [[Liberec|Reichenberg]] von 1871 bis 1875 &amp;#039;&amp;#039;provisorischer Gerichtsadjunkt&amp;#039;&amp;#039; (Gerichtspraktikant) und Richter, anschließend &amp;#039;&amp;#039;Ministerialvizedirektor&amp;#039;&amp;#039; im Justizministerium.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Bachmann: &amp;#039;&amp;#039;Joseph Maria Baernreither 1845–1925. Der Werdegang eines altösterreichischen Ministers und Sozialpolitikers&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Schmidt, Neustadt an der Aisch 1977, ISBN 3-87707-014-0, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Oskar Mitis (Hrsg.), Josef Maria Baernreither: &amp;#039;&amp;#039;Der Verfall des Habsburgerreiches und die Deutschen. Fragmente eines politischen Tagebuches 1897-1917.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Holzhausen, Wien 1939, S.&amp;amp;nbsp;Xi.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Arbeit als Richter wurde er oft mit Kinderarmut konfrontiert, was seine spätere politische Arbeit beeinflusste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Laufbahn ===&lt;br /&gt;
1878 bis 1883 sowie 1901 bis 1913 vertrat Baernreither als Abgeordneter im [[Böhmischer Landtag|Prager Landtag]] die [[Böhmen|böhmischen]] Großgrundbesitzer, ab 1885 im Reichsrat für den Bezirk [[Cheb|Eger]] die von ihm mitbegründete Partei des &amp;#039;&amp;#039;[[Verfassungstreuer Großgrundbesitz|Verfassungstreuen Großgrundbesitzes]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Brigitte Pellar: &amp;#039;&amp;#039;„Arbeitsstatistik“ – soziale Verwaltung und Sozialpolitik in den letzten zwei Jahrzehnten der Habsburgermonarchie. Das arbeitsstatistische Amt im k. k. Handelsministerium und sein „ständiger Arbeitsbeirat“.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Gerald Stourzh]], Margarete Grandner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Historische Wurzeln der Sozialpartnerschaft.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1986, ISBN 3-7028-0242-8, S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baernreither fühlte sich stets einer liberalen und sozialreformatorischen Politik verpflichtet und wollte auch „Österreich aus der Ära des [[Manchesterliberalismus]] herausführen“. In der liberalen Ära des Ministerpräsidenten [[Eduard Taaffe]] schuf er sich durch zahlreiche sozialliberale Reden und Anträge im Reichsrat ein hohes Ansehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Bachmann: &amp;#039;&amp;#039;Joseph Maria Baernreither 1845–1925. Der Werdegang eines altösterreichischen Ministers und Sozialpolitikers.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Schmidt, Neustadt an der Aisch 1977, ISBN 3-87707-014-0, S.&amp;amp;nbsp;15 und 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er spielte bald innerhalb der [[Vereinigte Deutsche Linke|Vereinigten deutschen Linken]] eine bedeutende Rolle im Parlament und war federführend bei der Reform des österreichischen Gerichtsverfahrens. In der Regierung [[Franz von Thun und Hohenstein (Politiker)|Thun-Hohenstein]] war er von 7. März bis 3. Oktober 1898 kurzzeitig [[Handelsminister]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.archivinformationssystem.at/Detail.aspx?ID=1229 Kurzbiographie des Österreichischen Staatsarchivs]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÖBL&amp;quot;&amp;gt;{{ÖBL|1|43|}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tiefen politischen Differenzen mit den [[Deutschnationalismus|Deutschnationalen]] seiner böhmischen Heimat, die ihn teilweise als „Verräter“ und „Intriganten“ bezeichneten, machten Baernreither zum gehassten Gegner des rechten Lagers.&lt;br /&gt;
Trotz aller Bemühungen schaffte es Baernreither bei den ersten [[Allgemeines Wahlrecht|allgemeinen Wahlen]] in [[Cisleithanien]] 1907 nicht, wieder ins Abgeordnetenhaus gewählt zu werden. Er konnte aber seine ihm so wichtige parlamentarische Arbeit wenig später im [[Herrenhaus (Österreich)|Herrenhaus]] fortsetzten, wo er sich den &amp;#039;&amp;#039;Verfassungstreuen Linken&amp;#039;&amp;#039; anschloss.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Rutkowski (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der verfassungstreue Großgrundbesitz 1900–1904. Briefe und Dokumente zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Unter besonderer Berücksichtigung des böhmisch-mährischen Raumes.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Verlag Oldenbourg, München 1991, ISBN 3-486-52611-1, S.&amp;amp;nbsp;30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebte jedoch keine Erhebung in den Adelsstand an. In dieser Zeit standen vor allem der [[Kinderschutz]], die böhmischen Ausgleichsverhandlungen (Sprachenstreit) sowie die [[Südslawen|südslawische]] Frage im Mittelpunkt seiner Politik. Baernreither initiierte die zwei ersten Kinderschutzkongresse in Österreich 1907 und 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baernreither war vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] ein Gegner der „Kriegspartei“ und deren Wunsch nach [[Trialismus|trialistischer]] Angliederung [[Geschichte Serbiens|Serbiens]].&amp;lt;ref&amp;gt;Masaki Miyake: &amp;#039;&amp;#039;J.M. Baernreither und „Mitteleuropa“. Eine Studie über den Nachlaß Baernreither&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs&amp;#039;&amp;#039;. 17/18 (1964/65), S.&amp;amp;nbsp;359–398, hier: S.&amp;amp;nbsp;363.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Kriegspartei, den Befürwortern einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Serbien gehörten die wichtigsten Exponenten der Gesamtmonarchie, wie Ministerpräsident [[Karl Stürgkh]], Generalstabschef [[Franz Conrad von Hötzendorf|Conrad von Hötzendorf]], Finanzminister [[Leon Biliński|Leon von Biliński]] und [[k.u.k. Kriegsministerium|Kriegsminister]] [[Alexander von Krobatin]].&amp;lt;ref&amp;gt;William Jannen, Jr: &amp;#039;&amp;#039;The Austro-Hungarian Decision For War in July 1914&amp;#039;&amp;#039;. In: Samuel R. Williamson, Jr, Peter Pastor (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Essays On World War I: Origins and Prisoners of War&amp;#039;&amp;#039;. New York 1983, S.&amp;amp;nbsp;55–81, hier: 56f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Baernreither warnte vor dem Plan der Kriegspartei, Serbien zu annektieren, denn ein demokratisches, an seine Selbständigkeit gewöhntes Volk ohne Adel und Großgrundbesitzer, mit einem ausdehnungsbedürftigen Staat revolutionären Ursprungs, könne man nicht als Reichstagsdelegation in das alte Österreich hineinzwängen.&amp;lt;ref&amp;gt;Masaki Miyake: &amp;#039;&amp;#039;J.M. Baernreither und „Mitteleuropa“. Eine Studie über den Nachlaß Baernreither&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs&amp;#039;&amp;#039;. 17/18 (1964/65), S.&amp;amp;nbsp;359–398, hier: S.&amp;amp;nbsp;363f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war außerdem ein Gegner der völligen Suspendierung der Verfassung durch die Regierung Stürgkh.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÖBL&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regierung [[Heinrich Clam-Martinic|Clam-Martinic]] war Baernreither von 20. Dezember 1916 bis 23. Juni 1917 schließlich Minister ohne Geschäftsbereich, aktiv vor allem im Bereich der sozialen Fürsorge. Er bekam die Aufgabe ein [[Sozialministerium|Ministerium für Volksgesundheit und soziale Fragen]] zu gründen und arbeitete die Grundzüge der [[Jugendfürsorge]] mit selbständigen [[Jugendamt|Jugendämtern]] aus. In seiner kurzen Amtszeit leistete er wesentliche Vorarbeiten für die zukünftige Entwicklung des österreichischen [[Sozialstaat]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerald Stourzh, Margarete Grandner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Historische Wurzeln der Sozialpartnerschaft.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1986, ISBN 3-7028-0242-8, S.&amp;amp;nbsp;176f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baernreither war Besitzer der böhmischen Grundherrschaften [[Schloss Mlýnce|Linz/Lünz]] und [[Schloss Lužec (Vroutek)|Lust]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Tod am 19. September 1925 wurde er in der Familiengruft am [[Friedhöfe Olšany|Wolschaner Friedhof]] in Prag beigesetzt. Sein schriftlicher Nachlass ging an das Wiener &amp;#039;&amp;#039;Haus-, Hof- und Staatsarchiv&amp;#039;&amp;#039;, heute Teil des [[Österreichisches Staatsarchiv|Österreichischen Staatsarchivs]].&amp;lt;ref&amp;gt;Oskar Mitis (Hrsg.), Josef Maria Baernreither: &amp;#039;&amp;#039;Der Verfall des Habsburgerreiches und die Deutschen. Fragmente eines politischen Tagebuches 1897-1917.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Holzhausen, Wien 1939, S.&amp;amp;nbsp;Xiii.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Mitteleuropa“ ===&lt;br /&gt;
Als Vorsitzender des &amp;#039;&amp;#039;Mitteleuropäischen Wirtschaftsvereins&amp;#039;&amp;#039; und danach des &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsausschusses für Mitteleuropa&amp;#039;&amp;#039; vertrat Baernreither das [[Mitteleuropa (Naumann)|Mitteleuropa-Konzept]] [[Friedrich Naumann]]s, das eine engere politische und wirtschaftliche Annäherung der beiden Kaiserreiche zum Ziel hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry Cord Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Mitteleuropa in German Thought and Action 1815-1945.&amp;#039;&amp;#039; The Hague 1955, S.&amp;amp;nbsp;160ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1915 ließ Baernreither eine vertrauliche &amp;#039;&amp;#039;[[Memorandum|Denkschrift]] über das wirtschaftspolitische Verhältnis [[Österreich-Ungarn]]s zu [[Deutsches Kaiserreich|Deutschland]]&amp;#039;&amp;#039; in einem Kreis ausgewählter Politiker und Wirtschaftsfachleute der Monarchie und Deutschlands zirkulieren. Der Autor vertrat darin die Notwendigkeit eines engen wirtschaftlichen Bündnisses, mit dem Ziel der &amp;#039;&amp;#039;Erhöhung und Sicherung der wirtschaftlichen Machtstellung Österreich-Ungarns&amp;#039;&amp;#039;. Baernreither rechnete mit dem natürlichen Anschluss von Nachbarstaaten. {{Zitat|Durch diese erweiterten Grenzen einer wirtschaftlichen Verständigung, durch die große Landbrücke nach dem Orient und eine starke maritime Stellung in den nördlichen und südöstlichen Meeren Europas könnte ein Wirtschaftsblock geschaffen werden, der nicht nur den großen Weltmächten in jeder Hinsicht gewachsen wäre, sondern den mitteleuropäischen Völkern eine auf Wohlstand und freie Entfaltung der Kräfte begründete Kulturentwicklung gewährleisten würde.}} Durch den Abschluss eines befristeten [[Bilateralität|bilateralen]] Vertrages über die wirtschaftliche Zusammenarbeit werde verhindert, dass die kleinen europäischen Staaten isoliert den drei Weltmächten – dem [[Britisches Weltreich|Britischen Empire]], [[Russland]] und den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] – gegenüberstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Masaki Miyake: &amp;#039;&amp;#039;J.M. Baernreither und „Mitteleuropa“. Eine Studie über den Nachlaß Baernreither&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs&amp;#039;&amp;#039;. 17/18 (1964/65), S.&amp;amp;nbsp;359–398, hier: S.&amp;amp;nbsp;368f. Und [[Fritz Fellner]]: &amp;#039;&amp;#039;Denkschriften aus Österreich. Die österreichische Mitteleuropa-Diskussion in Wissenschaft und Politik 1915/16&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Emil Brix]], Thomas Fröschl, Josef Leidenfrost (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte zwischen Freiheit und Ordnung. Gerhard Stourzh zum 60. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Graz/Wien/Köln 1991, ISBN 3-222-11870-1, S.&amp;amp;nbsp;145–162, hier: S.&amp;amp;nbsp;155f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1915 besprach Baernreither seine Denkschrift in [[Berlin]], unter anderem am 9. November mit dem deutschen Außenminister [[Gottlieb von Jagow]], der aber vor allem in der Frage der Eingliederung [[Geschichte Polens#1914–1918: Polen im Ersten Weltkrieg|Polens]] in die Habsburgermonarchie seine Bedenken mitteilte. Österreich werde Polen nicht unter Kontrolle halten („verdauen“) können: „In welcher Form immer die Angliederung stattfindet, immer wird das Deutschtum in Österreich dadurch in seinem Einfluss geschwächt und reduziert.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staatssekretär für Finanzen [[Karl Helfferich]] und Jagows Stellvertreter [[Arthur Zimmermann (Diplomat)|Arthur Zimmermann]] stimmten der Denkschrift hingegen weitgehend zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Masaki Miyake: &amp;#039;&amp;#039;J.M. Baernreither und &amp;quot;Mitteleuropa&amp;quot;. Eine Studie über den Nachlaß Baernreither&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs&amp;#039;&amp;#039;. 17/18 (1964/65), S. 359–398, hier: S. 380–381 und Fritz Fellner: &amp;#039;&amp;#039;Denkschriften aus Österreich. Die österreichische Mitteleuropa-Diskussion in Wissenschaft und Politik 1915/16&amp;#039;&amp;#039;. In: Emil Brix, Thomas Fröschl, Josef Leidenfrost (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte zwischen Freiheit und Ordnung. Gerhard Stourzh zum 60. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Graz/Wien/Köln 1991, ISBN 3-222-11870-1, S.&amp;amp;nbsp;145–162, hier: S.&amp;amp;nbsp;156.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baernreithers Begeisterung für &amp;#039;&amp;#039;Mitteleuropa&amp;#039;&amp;#039; ließ später stark nach, weil er das Konzept zunehmend für unvereinbar mit der [[habsburg]]ischen Souveränität hielt.&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Mitteleuropa&amp;#039;&amp;#039; war für die deutsch-österreichischen Befürworter aus dem liberalen Lager und sogar für die Deutschnationalen, kein Plan auf Kosten der [[Donaumonarchie]], sondern einer zu Gunsten Deutschlands. Man wollte die Monarchie durch Anlehnung an Deutschland stärken, nicht schwächen. Nur realistischere Betrachter wie Baernreither sahen die Problematik der gespaltenen Loyalität unter den Deutschen Österreichs. Er erkannte, dass &amp;#039;&amp;#039;Mitteleuropa&amp;#039;&amp;#039; eine größere Gefahr für Österreich-Ungarn wäre, als die politischen und wirtschaftlichen Probleme, die man damit zu lösen hoffte.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard W. Kapp: &amp;#039;&amp;#039;Divided Loyalities. The German Reich and Austria-Hungary in Austro-German Discussions of War Aims, 1914–1916.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Central European History&amp;#039;&amp;#039; 17 (1984), S.&amp;amp;nbsp;120–139, hier: S.&amp;amp;nbsp;132 und 139.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* [[Josef Redlich]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fragmente eines politischen Tagebuches. Die südslawische Frage und Österreich-Ungarn vor dem Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Kulturpolitik, Berlin 1928.&lt;br /&gt;
* Oskar Mitis (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Verfall des Habsburgerreiches und die Deutschen. Fragmente eines politischen Tagebuches 1897-1917.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Holzhausen, Wien 1939.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Leopold Izak: &amp;#039;&amp;#039;Baernreither und die Sozialpolitik.&amp;#039;&amp;#039; Ungedruckte Dissertation, Wien 1950.&lt;br /&gt;
* {{NDB|1|528|529|Baernreither, Joseph Maria|Karl Gottfried Hugelmann|118505858}}&lt;br /&gt;
* Ilse Schwarz: &amp;#039;&amp;#039;Dr. Joseph Maria Bärnreither. Versuch einer politischen Biographie.&amp;#039;&amp;#039; Ungedruckte Dissertation, Wien 1966.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118505858}}&lt;br /&gt;
* [https://www.parlament.gv.at/recherchieren/personen/parlamentarierinnen-ab-1848/parlamentarier-1848-1918/Baernreither Kurzbiographie von Joseph Maria Baernreither] auf den Webseiten des [[Österreichisches Parlament|österreichischen Parlaments]]&lt;br /&gt;
* [https://www.archivinformationssystem.at/Detail.aspx?ID=1229 Kurzbiographie des Österreichischen Staatsarchivs (Nachlass)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Ministerium Thun&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Ministerium Clam-Martinic}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118505858|LCCN=no2019122041|VIAF=20471172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Baernreither, Joseph Maria}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handelsminister (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Herrenhauses (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Kaisertum Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verfassungstreuer Großgrundbesitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1845]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1925]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Baernreither, Joseph Maria&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Bärnreither, Joseph Maria&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Politiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=12. April 1845&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Prag]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=19. September 1925&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Teplice|Teplitz-Schönau]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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