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	<title>Josef Neckermann - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T08:22:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Josef_Neckermann&amp;diff=109238&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: claro</title>
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		<updated>2026-04-26T15:37:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;claro&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Josef Neckermann 1969 Ajman stamp.jpg|mini|280px|Josef Neckermann auf einer Briefmarke von [[Adschman (Emirat)|Ajman]] aus dem Jahr 1969]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Signature Josef Neckermann.jpg|250px|mini|Unterschrift Josef Neckermann]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stamp Germany 1996 Briefmarke Sport Josef Neckermann.jpg|mini|280px|Josef Neckermann auf einer Briefmarke der Deutschen Post aus dem Jahr 1996]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Josef Carl Peter Neckermann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[5. Juni]] [[1912]] in [[Würzburg]]; † [[13. Januar]] [[1992]] in [[Dreieich]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] Unternehmer (&amp;#039;&amp;#039;[[Neckermann Versand]]&amp;#039;&amp;#039;) und [[Dressurreiten|Dressurreiter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorfahren ==&lt;br /&gt;
Die Wurzeln der Familie Neckermann lassen sich bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen: 1508 waren die „Männer vom [[Neckar]]“ in der Zunftordnung als [[Flößer]] eingetragen. Über das [[Gollach]]tal siedelte sich die Familie in der Nähe von Würzburg an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Neckermanns Großvater [[Peter Neckermann]] (1842–1902) stammte aus [[Hemmersheim]] in Mittelfranken  und war Metzgermeister. Später wurde er [[Reichstag (Deutsches Kaiserreich)|Reichstags]]-Abgeordneter für die [[Zentrumspartei]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Josef Carl Peter Neckermanns Vater [[Josef Carl Neckermann]] (* 1868; † 20. Dezember 1928) wollte das Metzgergeschäft nicht fortführen und ließ sich sein Erbe vorzeitig auszahlen. Er gründete 1895 eine Kohlenhandlung und baute diese in der Folge zu einem Unternehmen mit 80 Mitarbeitern aus, das Großkunden wie die [[Deutsche Reichsbahn (1920–1945)|Reichsbahn]] belieferte und an zahlreichen anderen Firmen beteiligt war (siehe [[J.C. Neckermann]]). Daneben erwarb der Kohlengroßhändler mehrere Häuser in Würzburg sowie Anteile am &amp;#039;&amp;#039;[[Bayerischer Staatsanzeiger|Bayerischen Staatsanzeiger]]&amp;#039;&amp;#039; sowie der &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;. Aufgrund seines Besitzes und seiner Beziehungen in Wirtschaft und Politik wurde er als der &amp;#039;&amp;#039;„[[Rockefeller]] von Würzburg“&amp;#039;&amp;#039; betitelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dessen Ehe mit Jula Lang (1878–1963) gingen drei Kinder hervor: Maria-Barbara (1909–1948), Josef Carl Peter und Walter (1914–1972).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jungunternehmer (1928 bis 1945) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Josef Neckermann Karl Joel Berlin 1938.jpg|mini|[[Arisierung]]]]&lt;br /&gt;
Der Firmengründer übertrug kurz vor seinem Tod 1928 – er hatte Herzprobleme – dem [[Prokura|Prokuristen]] Guido Klug die Leitung der &amp;#039;&amp;#039;J. C. Neckermann&amp;#039;&amp;#039;. Der damals 16-jährige Sohn Josef sollte nach einer Ausbildung das Unternehmen übernehmen. Josef Neckermann schloss 1929 die Schule mit [[Mittlere Reife|Mittlerer Reife]] ab und absolvierte bis 1931 eine Banklehre bei der [[Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank|Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank]] in Würzburg. Anschließend wechselte er in das väterliche Unternehmen, war im In- und Ausland tätig und trat im Alter von 22 Jahren 1934 in die Geschäftsführung des Vaters ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. September 1935 wurden die [[Nürnberger Rassengesetze]] erlassen. Jüdische Kaufleute wurden dadurch sowohl persönlich als auch unternehmerisch unter Druck gesetzt und deren Unternehmen auf legale Weise zu Spottpreisen „[[Arisierung|arisiert]]“. Neckermann profitierte mehrfach von diesen Zwangsverkäufen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Neckermann ließ sich von seiner Mutter seinen Erbanteil an der Kohlenhandlung in Höhe von 200.000 [[Reichsmark]] (RM) auszahlen. Am 25. Oktober 1935 übernahm er vom jüdischen Unternehmer [[Siegmund Ruschkewitz]] (1871–1940)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=https://www.stolpersteine-wuerzburg.de/wer_opfer_lang.php?quelle=wer_opfer.php&amp;amp;opferid=397 |text=Stolpersteine in Würzburg |wayback=20200920161253 |archiv-bot=2025-08-26 05:28:11 InternetArchiveBot}}, abgerufen am 9. Dezember 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; für 100.000 RM (wovon durch Neckermann nur 46.000 RM auf ein [[Sperrmark]]-Konto überwiesen wurden)&amp;lt;ref&amp;gt;Sybille Grübel: &amp;#039;&amp;#039;Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006.&amp;#039;&amp;#039; In: Ulrich Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Würzburg.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: &amp;#039;&amp;#039;Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1239.&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen 1898 gegründetes und wenig später in der Würzburger Schönbornstraße&amp;lt;ref&amp;gt;[[Horst-Günter Wagner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000.&amp;#039;&amp;#039; In: Ulrich Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Würzburg.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: &amp;#039;&amp;#039;Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 396–426 und 1298–1302, hier: S. 408.&amp;lt;/ref&amp;gt; befindliches Textilkaufhaus sowie das Niedrigpreisgeschäft &amp;#039;&amp;#039;Merkur&amp;#039;&amp;#039; mit insgesamt 130 Angestellten und 60 Außendienstmitarbeitern unter Übernahme der Schulden und [[Hypothek]]en. Die Warenhausbranche steckte in diesen Jahren in der Krise und der Kaufpreis lag deutlich unter dem Wert des Unternehmens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neckermann war zum 1. Oktober 1933 der Reiterstaffel der [[Sturmabteilung|SA]] beigetreten,&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/568866&amp;lt;/ref&amp;gt; am 14. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 4.516.510).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/30150999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr darauf, 1934, entstand durch [[Arisierung]] des Unternehmens von [[Karl Amson Joel]], (dem Großvater des US-amerikanischen Singer-Songwriters [[Billy Joel]] und des Dirigenten [[Alexander Joel]]) – er hatte sich in [[Nürnberg]] und in [[Berlin]] ein florierendes Textilherstellungs- und -versandunternehmen aufgebaut – die &amp;#039;&amp;#039;Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann&amp;#039;&amp;#039;. Neckermann, nun selbständig, drückte den Kaufpreis und richtete beim &amp;#039;&amp;#039;[[Bankhaus Hardy &amp;amp; Co.]]&amp;#039;&amp;#039; in Berlin ein [[Anderkonto|Treuhandkonto]] auf – wie sich im späteren Wiedergutmachungsprozess herausstellte – seinen eigenen Namen ein. Neckermann begründete dies damit, dass er das Geld vor dem Zugriff der NSDAP schützen wollte. Der mittlerweile in die Schweiz geflüchtete Joel klagte auf Auszahlung des Geldes, die Klage wurde aber mit der Begründung abgewiesen, er sei „[[Devisenausländer]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neckermann besaß damit das viertgrößte deutsche Textil-Versandhaus (nach &amp;#039;&amp;#039;[[Quelle GmbH|Quelle]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Witt Weiden]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Schöpflin (Unternehmen)|Schöpflin]]&amp;#039;&amp;#039;). Mit den Unternehmen Joels übernahm Neckermann auch den Mietvertrag von dessen Villa in der Tannenbergallee im Berliner [[Berlin-Westend|Westend]], die er mit seiner Frau [[Annemarie Neckermann]] bezog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Dezember 1941 gründete er gemeinsam mit dem [[Hertie Waren- und Kaufhaus|Hertie]]-Geschäftsführer [[Georg Karg (Unternehmer)|Georg Karg]] die &amp;#039;&amp;#039;Zentrallagergemeinschaft für Bekleidung&amp;#039;&amp;#039; (ZLG), eine [[Gesellschaft öffentlichen Rechts]]. Über [[Otto Ohlendorf]], den Neckermann bei einer Betriebsbesichtigung kennengelernt hatte und der auch stiller Teilhaber an der ZLG war, wurden der Firma Aufträge der &amp;#039;&amp;#039;Reichsstelle Kleidung&amp;#039;&amp;#039; vermittelt. Das Unternehmen lieferte unter anderem Bekleidung für Zwangsarbeiter und Uniformen für die Soldaten an der Ostfront. Neckermann wurde Leiter der &amp;#039;&amp;#039;Reichsstelle Kleidung&amp;#039;&amp;#039;. Neckermann meldete sich im Dezember 1941 zur [[Schutzstaffel|SS]], wurde aber auf Druck von [[Hans Kehrl]] [[Unabkömmlichstellung|UK gestellt]], um am 19. April 1942 im Hauptquartier der Wehrmacht die Winteruniformen vorzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Kehrl: &amp;#039;&amp;#039;Krisenmanager im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Mit kritischen Anmerkungen und einem Nachwort von Erwin Viefhaus. Düsseldorf 1973, S. 240–242, sowie Dokument 6 auf S. 491.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Tätigkeit in der [[Zeit des Nationalsozialismus]], mit der er die Grundlage für seine Nachkriegskarriere schuf, kommentierte er in seiner Autobiographie &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungen&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::„Ich hatte nicht das geringste Bedürfnis, in Schwierigkeiten zu geraten. In politischen Dingen liegt mir keine tätige Opposition. Ich tauge nicht zum [[Märtyrer]].“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neckermann wehrte sich nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] gegen die Entschädigungsforderungen der enteigneten Unternehmer. Mit den Erben von Siegmund Ruschkewitz einigte sich Neckermann in einem Vergleich auf eine Entschädigung in Höhe von 50.000 [[Deutsche Mark|DM]] und ein Grundstück in Würzburg. [[Karl Amson Joel]] erhielt 1957 nach einem über mehrere Instanzen gehenden Wiedergutmachungsverfahren zwei Millionen DM Entschädigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufbau und Niedergang eines „Wirtschaftswunders“ (1945 bis 1977) ===&lt;br /&gt;
Am 20. April 1945, kurz vor Kriegsende, verließ Josef Neckermann Berlin und fuhr nach [[München]]. Er wollte sich von dort aus um die verbliebenen Kleiderbestände der ZLG in Bayern kümmern. Nach Kriegsende erreichte er über alte Verbindungen eine Anstellung im [[Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie|Bayerischen Wirtschaftsministerium]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1945 hatte der [[Alliierter Kontrollrat|Alliierte Kontrollrat]] per Militärgesetz Nr. 52 die Treuhandschaft über zahlreiche deutsche Unternehmen übernommen und den Inhabern „arisierter“ Betriebe jegliche „Weisung, Verwaltung und Aufsicht oder sonstige Kontrolle über Vermögen“ untersagt. Trotz dieses Verbots versuchte Neckermann, seine Geschäfte in Würzburg wiederaufzunehmen, wofür er am 20. September 1945 verhaftet und nach einigen Tagen unter der Auflage, sich beruflich nicht weiter zu betätigen, wieder freigelassen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Oktober beantragte Neckermann beim [[Würzburg#Politik|Würzburger Oberbürgermeister]] die Eröffnung seines übernommenen Billigkaufhauses &amp;#039;&amp;#039;Merkur&amp;#039;&amp;#039;. Daneben versuchte er über Mittelsmänner, die ZLG-Betriebe in Goßmannsdorf und [[Ochsenfurt]] unter seine Führung zu bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Dezember 1945 wurde er von einem Militärgericht wegen Verletzung des [[Kontrollratsgesetz]]es angeklagt und anschließend zu einem Jahr &amp;#039;&amp;#039;hard labor&amp;#039;&amp;#039; (Arbeitslager) verurteilt. Er musste in der [[Justizvollzugsanstalt Ebrach|Haftanstalt Ebrach]] für sein eigenes Unternehmen, das nun unter Verwaltung der Alliierten stand, für einen Hungerlohn an der Nähmaschine arbeiten. Im Sommer 1946 erkrankte Neckermann an [[Tuberkulose]] und wurde in ein Krankenhaus verlegt. Die Genesungszeit wurde auf seine Haftstrafe angerechnet, Ende 1946 wurde Neckermann gesund und ein freier Mann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz seiner Profite aus den „Arisierungen“ und der Beschäftigung von [[Zwangsarbeiter]]n wurde Neckermann seine Nazi-Vergangenheit nicht zum Verhängnis: Im Entnazifizierungsprozess wurde er im Mai 1948 als „Mitläufer“ eingestuft und lediglich ein Bußgeld von 2.000 RM über ihn verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er gründete im Herbst 1948 die &amp;#039;&amp;#039;Textilgesellschaft Neckermann KG&amp;#039;&amp;#039; in der [[Mainzer Landstraße]] in [[Frankfurt am Main]]. Diese ging 1950 in die &amp;#039;&amp;#039;Neckermann Versand KG&amp;#039;&amp;#039; über. Das Unternehmen, das zunächst nur Textilien, bald aber auch zahlreiche weitere Konsumgüter, häufig aus [[DDR]]-Produktion zu äußerst günstigen Preisen anbot, erlebte in den 1950er Jahren einen rasanten Aufschwung. Neckermann baute seine Firma zu einem Konzern aus; Mitte der 50er Jahre kamen eine Warenhauskette und Anfang der 60er Jahre das Reiseunternehmen [[Thomas Cook Group#Neckermann Reisen|&amp;#039;&amp;#039;Neckermann und Reisen&amp;#039;&amp;#039;]] (NUR) sowie weitere Tochtergesellschaften hinzu. Der Firmenslogan „Neckermann macht’s möglich“ wurde zu einem Symbolspruch für das [[Wirtschaftswunder]] der Nachkriegszeit und Neckermann zu einer seiner [[Galionsfigur#Übertragene Wortbedeutung|Galionsfiguren]]. Im Jahr 1963 wurde die &amp;#039;&amp;#039;Neckermann Versand KG&amp;#039;&amp;#039; in die &amp;#039;&amp;#039;Neckermann Versand KG a. A.&amp;#039;&amp;#039; umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unternehmen mit 34 Waren- und Kaufhäusern und einem Grundkapital von 122,4 Millionen DM geriet in den 1970er Jahren in finanzielle Nöte, und Neckermann musste es schließlich 1976/77 mehrheitlich an die [[Karstadt|Karstadt AG]] verkaufen. 1977 erfolgte die Fusion mit der Karstadt AG. Gemeinsam mit seinen Söhnen Peter und Johannes, die ebenfalls in der Geschäftsführung tätig gewesen waren, verließ er das Unternehmen ein Jahr später und widmete sich nun vornehmlich seiner Tätigkeit als [[Funktionär|Sportfunktionär]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erfolge als Dressurreiter und Sportfunktionär (1926 bis 1988) ===&lt;br /&gt;
Josef Neckermann war neben seiner unternehmerischen Laufbahn als Versandkaufmann ein erfolgreicher Dressurreiter, der auch zahlreiche Preise bei Springkonkurrenzen gewann. Schon als Jugendlicher hatte er sich zu [[Hauspferd|Pferden]] und zum [[Pferdesport|Reitsport]] hingezogen gefühlt und gewann bereits im Alter von 14 Jahren ein Paarspringen in [[Stuttgart]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Dressurreiter gewann er zwischen 1956 und 1981 333 Turniere, 6 olympische Medaillen, darunter 1960 in Rom die Bronzemedaille der Olympischen Reiterspiele im Dressurreiten auf &amp;#039;&amp;#039;Asbach&amp;#039;&amp;#039;, zwei Goldmedaillen bei den [[Olympische Sommerspiele 1964/Reiten|Olympischen Spielen 1964]] in Tokio (im Mannschaftswettbewerb auf &amp;#039;&amp;#039;Antoinette&amp;#039;&amp;#039;) und [[Olympische Sommerspiele 1968/Reiten|1968]] in Mexiko-Stadt (im Mannschaftswettbewerb auf &amp;#039;&amp;#039;Mariano&amp;#039;&amp;#039;). 1972 erhielt er in München auf &amp;#039;&amp;#039;Venetia&amp;#039;&amp;#039; eine Silbermedaille (im Mannschaftswettbewerb) und eine Bronzemedaille im Einzelwettbewerb. Im Jahre 1966 wurde er Weltmeister (im Einzel- und Mannschaftswettbewerb auf &amp;#039;&amp;#039;Mariano&amp;#039;&amp;#039;), 1970 Vizeweltmeister. Bei den Europameisterschaften erreichte Neckermann mit der deutschen Mannschaft 1965, 1967, 1969 und 1971 den [[Liste der Europameister im Dressurreiten#1963 bis 1989|Meistertitel]]. Zwischen 1962 und 1974 konnte er die [[Liste der Deutschen Meister im Dressurreiten#Bundesrepublik Deutschland: Sieger von 1959 bis 1990|Deutsche Meisterschaft im Dressurreiten]] viermal für sich entscheiden. Seine aktive Karriere beendete er am 28. Juni 1981 bei einem Turnier in [[Aachen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für seine sportlichen Erfolge wurde er mit dem [[Silbernes Lorbeerblatt|Silbernen Lorbeerblatt]] ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neckermann fungierte als Vizepräsident der [[Deutsche Reiterliche Vereinigung|Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [https://www.distanzcheck.de/vdd_fn.html www.distanzcheck].&amp;lt;/ref&amp;gt; und war Mitglied des Präsidiums des [[Deutscher Sportbund|Deutschen Sportbunds]]. Zudem gehörte er auch dem [[Nationales Olympisches Komitee|Nationalen Olympischen Komitee]] (NOK) für Deutschland und dem [[Nationales Olympisches Komitee für Deutschland|Deutschen Olympischen Komitee]] für Reiterei an.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Habel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&amp;#039;&amp;#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 885.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem war er nach der Gründung der [[Stiftung Deutsche Sporthilfe]] 1967 deren erster und langjähriger Vorsitzender. Neckermann war ein fleißiger Spendensammler. Bis zu seinem Rückzug 1988 wurden von der Stiftung insgesamt etwa 16.500 Athleten mit 230 Millionen DM gefördert; von dieser Summe stammten 90 Millionen DM von Privatpersonen. Neckermann war zudem [[Rotarier]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hauptfriedhof-Frankfurt-2016-Familie-Neckermann-Ffm-620.jpg|mini|Familiengrab auf dem Frankfurter Hauptfriedhof]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hauptfriedhof-Frankfurt-2016-Josef-Neckermann-Ffm-623.jpg|mini|Foto von Josef Neckermann am Grab]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Josef Neckermann war katholisch und seit 1934 mit Annemarie Neckermann, geborene Brückner (1915–1989), Tochter von Richard Brückner (1885–1955) und Agnes Ebert (1886–1978), verheiratet. Der Ehe entstammen drei Kinder. [[Peter Neckermann (Kaufmann)|Peter Neckermann]], geb. am 26. Oktober 1935 in Würzburg war Diplom-Kaufmann und ab 1962 im Unternehmen &amp;#039;&amp;#039;Neckermann&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Munzinger|00000012388|Peter Neckermann|Abruf=2024-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; insbesondere in der [[Thomas Cook Group#Neckermann Reisen|Tourismussparte]], tätig und wirkte ab 1977 in den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] als Vizepräsident der [[Nationwide Mutual Insurance Company|Nationwide Insurance Company]] in [[Columbus (Ohio)|Columbus]]. 1967 wurde er hessischer Meister im Springreiten. Er starb 2006.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/Peter%20Neckermann/00/12388 |titel=Peter Neckermann - Munzinger Biographie |abruf=2024-11-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Eva Maria Pracht|Evi Pracht]] (1937–2021), lebte in Kanada und trat sportlich in die Fußstapfen des Vaters. Der jüngere Sohn Johannes Neckermann (* 1942) heiratete 1966 das Fotomodell [[Ingrun Helgard Möckel]] (1941–1977). Dazu hatte Josef Neckermann vier angenommene Kinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod ===&lt;br /&gt;
Josef Neckermann starb im Alter von 79 Jahren in Dreieich bei Frankfurt am Main an den Folgen von [[Bronchialkarzinom|Lungenkrebs]]. Er wurde auf dem [[Hauptfriedhof (Frankfurt am Main)|Frankfurter Hauptfriedhof]] beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen und Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* 1944: [[Kriegsverdienstkreuz]] 1. Klasse des Deutschen Reichs &amp;lt;!-- https://taz.de/Neckermann-nicht-moeglich/!1134888/ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1962: Ehrenmitglied der [[KDStV Badenia (Straßburg) Frankfurt am Main]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gesamtverzeichnis des CV.&amp;#039;&amp;#039; 1969, München 1969, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1966: Goldenes Band der Sportpresse&lt;br /&gt;
* 1968: [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Verdienstkreuz 1. Klasse]] der Bundesrepublik Deutschland&lt;br /&gt;
* 1970: Ehrendoktor (Dr. med. vet. h. c.) der Universität Gießen&lt;br /&gt;
* 1974: [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großes Verdienstkreuz]] der Bundesrepublik Deutschland&lt;br /&gt;
* 1982: [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großes Verdienstkreuz mit Stern]] der Bundesrepublik Deutschland&lt;br /&gt;
* 1987: [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband]] der Bundesrepublik Deutschland&lt;br /&gt;
* Mitglied der [[Hall of Fame des deutschen Sports]]&lt;br /&gt;
* [[Silbernes Lorbeerblatt]] des Bundespräsidenten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Neckermann, Josef.&amp;#039;&amp;#039; In: Walter Habel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&amp;#039;&amp;#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 885.&lt;br /&gt;
* Josef Neckermann, Harvey T. Rowe, Karin Weingart: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungen&amp;#039;&amp;#039; (Autobiographie). Ullstein, 1990. ISBN 3-550-06439-X&lt;br /&gt;
* Patricia Wiede: &amp;#039;&amp;#039;Josef Neckermann.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, 1999, ISBN 3-548-35947-7&lt;br /&gt;
** Auszüge hieraus siehe {{Webarchiv |url=http://www.patricia-wiede.de/show_ref.php?ref=0035 |text=Josef Neckermann: Erstes Kapitel – Hochgesteckte Ziele |wayback=20070928103130}}&lt;br /&gt;
* Thomas Veszelits: &amp;#039;&amp;#039;Die Neckermanns.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2005. ISBN 3-593-37406-4&lt;br /&gt;
* Rainer Strätz: &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900–1945.&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 1989, Teil 2, S. 494–495.&lt;br /&gt;
* Roland Flade: &amp;#039;&amp;#039;Ruschkewitz – eine Würzburger Familie. Vortrag vom 12. November 2003.&amp;#039;&amp;#039; Universität Würzburg.&lt;br /&gt;
* Roland Flade: &amp;#039;&amp;#039;Die Würzburger Juden.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Würzburg 1996, S. 212, 221–222, 234, 327 und 369–370.&lt;br /&gt;
* Steffen Radlmaier: &amp;#039;&amp;#039;Neckermann und der „Wäschejude“. Wie Karl Joel um sein Lebenswerk gebracht wurde.&amp;#039;&amp;#039; In: Matthias Henkel, Eckart Dietzfelbinger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt. Die Arisierung in Nürnberg und Fürth.&amp;#039;&amp;#039; Michael Imhof Verlag, Petersberg 2012, ISBN 978-3-86568-871-2 (Begleitbuch zur Ausstellung des [[Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände|Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände]])&lt;br /&gt;
* Steffen Radlmaier: &amp;#039;&amp;#039;Die Joel-Story. Billy Joel und seine deutsch-jüdische Familiengeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Heyne, München 2009, ISBN 978-3-453-15874-0.&lt;br /&gt;
* Hans Steidle: &amp;#039;&amp;#039;Neckermann &amp;amp; Co. Die Ausplünderung der Würzburger Juden im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Echter Verlag, Würzburg 2014, ISBN 978-3-429-03707-9.&lt;br /&gt;
* {{NDB|19|21|23|Neckermann, Josef Carl|Willi A. Boelcke|118586742}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* Am 3. August 1972 wurde &amp;#039;&amp;#039;Einige Tage im Leben des Josef Neckermann&amp;#039;&amp;#039; von [[Matthias Walden]] von der [[ARD]] ausgestrahlt.&lt;br /&gt;
* Die Filmdokumentation &amp;#039;&amp;#039;[[Die Akte Joel]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 2001 schildert die Arisierung des Textilversand-Handels der Familie Joel durch Josef Neckermann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= [[Beate Thalberg]] |url=https://www.imdb.com/title/tt0310601/ |titel=Die Akte Joel |hrsg=DoRo Produktion, ARTE, Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) |datum=2001-12-19 |abruf=2024-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Josef Neckermann}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118586742}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www3.mdr.de/kulturreport/091005/neckermann.html |text=„Aufstieg und Fall der Neckermanns“ |wayback=20070930231903}}, Sendung des [[Mitteldeutscher Rundfunk|MDR]] vom 9. Oktober 2005, im [[Internet Archive]] auf archive.org, gesehen am 3. Mai 2010&lt;br /&gt;
* {{Whoswho|carl-josef-neckermann|Josef Neckermann}}&lt;br /&gt;
* {{Olympedia|12487}}&lt;br /&gt;
* {{Hall of Fame des deutschen Sports}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=118586742|titel=Neckermann, Josef Carl|datum=2020-03-21}}&lt;br /&gt;
* {{Frankfurter Personenlexikon|608|Neckermann, Josef}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
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{{Normdaten|TYP=p|GND=118586742|LCCN=n91128256|VIAF=38562352}}&lt;br /&gt;
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{{SORTIERUNG:Neckermann, Josef}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reiter (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1912]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1992]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Neckermann, Josef&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Neckermann, Josef Carl Peter (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Versandkaufmann und Dressurreiter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. Juni 1912&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Würzburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. Januar 1992&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Dreieich]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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