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	<title>Josef Kramer - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T22:46:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Josef_Kramer&amp;diff=47804&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Schreiben: Änderung 266405745 von Garson.nelmanson rückgängig gemacht; Belege nicht präzise angegeben</title>
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		<updated>2026-04-23T20:40:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/266405745&quot; title=&quot;Spezial:Diff/266405745&quot;&gt;266405745&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Garson.nelmanson&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Garson.nelmanson&quot;&gt;Garson.nelmanson&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; Belege nicht präzise angegeben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zu weiteren Personen ähnlichen Namens siehe [[Josef Krämer]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:The Liberation of Bergen-belsen Concentration Camp 1945- Portraits of Belsen Guards at Celle Awaiting Trial, August 1945 BU9711.jpg|mini|Josef Kramer (August 1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Josef Kramer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[10. November]] [[1906]] in [[München]]; † [[13. Dezember]] [[1945]] in [[Hameln]]) war ein deutscher SS-Führer und [[KZ-Kommandant|Lagerkommandant]] der Konzentrationslager [[KZ Natzweiler-Struthof|Natzweiler-Struthof]], [[KZ Auschwitz-Birkenau|Auschwitz-Birkenau]] und [[KZ Bergen-Belsen|Bergen-Belsen]], der als Kriegsverbrecher im [[Bergen-Belsen-Prozess]] zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft, Schulzeit, Ausbildung und Arbeitslosigkeit ==&lt;br /&gt;
Josef Kramer wuchs als Einzelkind in einer Mittelschichtsfamilie auf, sein Vater war verbeamteter Rechnungsprüfer. Seine Eltern erzogen ihn „streng [[Römisch-katholische Kirche|katholisch]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Tom Segev: &amp;#039;&amp;#039;Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten&amp;#039;&amp;#039;. Reinbek bei Hamburg 1995, S. 63&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1913 zog die Familie von München nach [[Augsburg]], wo Kramer die Volksschule abschloss. Ab 1920 machte er eine [[Elektriker]]lehre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orth103&amp;quot;&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Die Konzentrationslager-SS&amp;#039;&amp;#039;. München 2004, S. 103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach besuchte er die Handelsschule und absolvierte eine dreijährige Ausbildung zum Buchhalter in einem Warenhaus. Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage seines Arbeitgebers verlor er 1925 seine erste Anstellung nach wenigen Monaten. Die folgenden neun Jahre war er bis auf Gelegenheitsarbeiten als Hausierer erwerbslos und lebte während dieser Zeit noch im Elternhaus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Segev64&amp;quot;&amp;gt;Tom Segev: &amp;#039;&amp;#039;Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten&amp;#039;&amp;#039;. Reinbek bei Hamburg 1995, S. 64.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als auch sein Vater während der [[Weltwirtschaftskrise]] 1931/32 seine Arbeit verlor, geriet die ganze Familie in wirtschaftliche Not.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orth103&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hinwendung zum Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
Zum 1. Dezember 1931 trat der bis zu diesem Zeitpunkt politisch wenig interessierte Kramer der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 733.597).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv, R 9361-IX KARTEI/22670447.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 20.&amp;amp;nbsp;Juni 1932 trat er in die [[Schutzstaffel|SS]] ein (SS-Nummer 32.217).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kolb122&amp;quot;&amp;gt;Eberhard Kolb: &amp;#039;&amp;#039;Bergen-Belsen. Geschichte des „Aufenthaltslagers“ 1943–1945&amp;#039;&amp;#039;. Lit Verlag, Berlin 2011, S.&amp;amp;nbsp;122&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als SS-Mitglied führte er ehrenamtlich Tätigkeiten für die in Augsburg stationierte 29.&amp;amp;nbsp;SS-Standarte, II.&amp;amp;nbsp;SS-Sturm unter Leitung von [[Hans Loritz]] aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orth103&amp;quot; /&amp;gt; Nach der [[Machtergreifung|Machtübernahme]] der Nationalsozialisten erhielt er Ende Oktober 1933 eine Anstellung als Taggeldangestellter beim Steueramt in Augsburg und wechselte im Januar 1934 zum [[Standesamt]] Augsburg. Er war mit der Erstellung der [[Impfung|Impflisten]] für den Bezirksarzt Augsburg Stadt betraut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kolb122&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orth103&amp;quot; /&amp;gt; Zudem fertigte er ein Verzeichnis für die Geburts-, Heirats- und Sterberegister und [[Kirchenaustritt]]e an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine 1934 erfolgte hauptamtliche Anstellung beim [[Organisationsstruktur der SS|SS-Hilfswerk]] im [[KZ Dachau|Konzentrationslager Dachau]] markierte eine erste Etappe seines nun beginnenden Aufstieges im [[Liste der Konzentrationslager des Deutschen Reichs|nationalsozialistischen Konzentrationslagersystem]]. Er wurde dort von [[Hans Loritz]] angefordert und zog erstmals aus dem Elternhaus aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orth104&amp;quot;&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Die Konzentrationslager-SS&amp;#039;&amp;#039;. München 2004, S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim SS-Hilfswerk, einer Institution zur Betreuung aus Österreich geflohener Nationalsozialisten, war er als Schreiber in der SS-Zahlmeisterei eingesetzt. Über das Geschehen im Konzentrationslager war er im Bilde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Segev66&amp;quot;&amp;gt;Tom Segev: &amp;#039;&amp;#039;Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten&amp;#039;&amp;#039;. Reinbek bei Hamburg 1995, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ein- und Aufstieg bei der Konzentrationslager-SS ==&lt;br /&gt;
Von November 1934 bis Juni 1936 arbeitete er als Schreiber in der [[Kommandant]]ur des [[KZ Esterwegen]] unter dem Lagerkommandanten Loritz. Als das Lager Esterwegen 1936 aufgegeben wurde, kehrte er nach Dachau zurück, wo er, wiederum unter Loritz, im Schreibdienst in der Kommandantur eingesetzt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orth104&amp;quot; /&amp;gt; Von Juni 1937 bis August 1938 war er im [[KZ Sachsenhausen]] zuerst in der [[Adjutant]]ur beschäftigt und stieg dann zum Leiter der Poststelle auf. Mit seiner Versetzung in das [[KZ Mauthausen]] im August 1938 wurde er Adjutant unter dem Lagerkommandanten [[Franz Ziereis]]. Von Mai 1940 bis November 1940 war er im [[KZ Auschwitz I (Stammlager)|KZ Auschwitz]] Adjutant von [[Rudolf Höß]] und absolvierte anschließend bis April 1941 im [[KZ Dachau]] die Schulung zum [[Schutzhaftlagerführer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kolb123&amp;quot;&amp;gt;Eberhard Kolb: &amp;#039;&amp;#039;Bergen-Belsen. Geschichte des „Aufenthaltslagers“ 1943–1945&amp;#039;&amp;#039;. Lit Verlag, Berlin 2011, S.&amp;amp;nbsp;123.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lagerkommandant im KZ Natzweiler-Struthof ==&lt;br /&gt;
Unmittelbar danach wurde er in dem im [[Elsass]] gelegenen [[KZ Natzweiler-Struthof]] zunächst bis Mai 1942 als Schutzhaftlagerführer eingesetzt, wirkte ab Februar 1942 als kommissarischer Kommandant, bevor er dort im Oktober 1942 zum Lagerkommandanten aufstieg.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Die Konzentrationslager-SS&amp;#039;&amp;#039;. München 2004, S. 214.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee233f&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz. Täter, Gehilfen und Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 2013, S. 233&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter seiner Kommandantur wurde im KZ Natzweiler-Struthof eine [[Gaskammer (Massenmord)|Gaskammer]] für [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Menschenversuche]] der [[Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe]] gebaut, deren Fertigstellung er am 12.&amp;amp;nbsp;April 1943 meldete. Im August 1943 ließ er 86&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Bonah et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;We remember – die 86: eine deutsch-französische Begegnung im Elsass mit Nachkommen von NS-Opfern.&amp;#039;&amp;#039; Tübinger Vereinigung für Empirische Kulturwissenschaft e.&amp;amp;nbsp;V., Tübingen 2025, ISBN 978-3-947227-18-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus dem KZ Auschwitz überstellte Gefangene dort vergasen, um die berüchtigte „[[Straßburger Schädelsammlung|Schädel- und Skelettsammlung]]“ des [[Anatomie]]professors [[August Hirt]] an der [[Reichsuniversität Straßburg]] zu vervollständigen. Kramer leitete diese Mordaktion und sah beim Todeskampf der Opfer durch ein Fenster zu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee233f&amp;quot; /&amp;gt; Im Frühjahr 1943 wurde er mit dem [[Kriegsverdienstkreuz (1939)|Kriegsverdienstkreuz II.&amp;amp;nbsp;Klasse]] ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lagerkommandant im KZ Auschwitz-Birkenau ==&lt;br /&gt;
Im Mai 1944 wurde Kramer als Lagerkommandant im [[KZ Auschwitz-Birkenau]] Nachfolger von [[Friedrich Hartjenstein]], der wiederum in das KZ Natzweiler-Struthof versetzt wurde. [[Oswald Pohl]] ordnete damals als Leiter des [[SS-Hauptämter#SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt|WVHA]] einen Wechsel der im KZ-Komplex Auschwitz eingesetzten Lagerkommandanten an und ernannte gleichzeitig [[Rudolf Höß]] zum [[Standortältester|Standortältesten]]. Ab diesem Zeitpunkt begann unter der Leitung von Höß die so genannte „[[Ungarn-Aktion]]“, die Ermordung hunderttausender [[Juden in Ungarn|ungarischer Juden]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kolb123&amp;quot; /&amp;gt; daneben war Höß mit der Einarbeitung der damals gerade neu eingesetzten Lagerkommandanten [[Richard Baer|Baer]] und Kramer befasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orth247&amp;quot;&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Die Konzentrationslager-SS&amp;#039;&amp;#039;. München 2004, S. 247.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz|Gaskammern und Krematorien]] lagen im KZ Auschwitz-Birkenau, unmittelbar für sie verantwortlich war der SS-Hauptscharführer [[Otto Moll]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz. Täter, Gehilfen und Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 2013, S. 283.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Auschwitzüberlebende [[Olga Lengyel]] erlebte Kramer während einer [[Selektion (Konzentrationslager)|Selektion]] im Krankenbau des Frauenlagers, wo er ihrer Aussage zufolge beim Verladen der Opfer auf die Lastwagen einem weiblichen [[KZ-Häftling|Häftling]] den „Schädel mit einem Knüppelschlag zerschmetterte“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hermann Langbein]]: &amp;#039;&amp;#039;Menschen in Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin / Wien 1980, ISBN 3-548-33014-2, S. 363.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lagerkommandant im KZ Bergen-Belsen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:The Liberation of Bergen-belsen Concentration Camp, April 1945 BU3770.jpg|mini|Häftlingsleichen auf dem Gelände des KZ Bergen-Belsen im April 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Zusammenlegung des KZ Auschwitz mit dem KZ Auschwitz-Birkenau unter der Leitung von Richard Baer wurde Kramer in das [[KZ Bergen-Belsen]] versetzt und übernahm dort am 2.&amp;amp;nbsp;Dezember 1944 die Lagerleitung als Nachfolger von [[Adolf Haas (KZ-Kommandant)|Adolf Haas]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kolb124&amp;quot;&amp;gt;Eberhard Kolb: &amp;#039;&amp;#039;Bergen-Belsen. Geschichte des „Aufenthaltslagers“ 1943–1945&amp;#039;&amp;#039;. Lit Verlag, Berlin 2011, S.&amp;amp;nbsp;124.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Teil seines bisherigen Personals nahm er mit nach Bergen-Belsen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager&amp;#039;&amp;#039;. Hamburg 2002, S. 266.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter seiner Führung wurde im sogenannten Sternlager die jüdische Häftlingsselbstverwaltung abgeschafft. Jüdische Gefangene wurden aus „besonders geschützten Arbeitsstellen“ entfernt und durch nichtjüdische [[Funktionshäftling]]e ersetzt, die umgehend ein Schreckensregiment einführten. Zudem verschlechterten sich die Lebensbedingungen für die jüdischen Häftlinge durch herabgesetzte Nahrungsrationen und Überbelegung von [[KZ-Baracke|Häftlingsbaracken]].&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager&amp;#039;&amp;#039;. Hamburg 2002, S. 267.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zustände im Lager entwickelten sich unter Kramers Lagerkommandantur zu einem unvorstellbaren Grauen, dem die meisten Belsen-Häftlinge, hauptsächlich durch Entkräftung und [[Typhus]], zum Opfer fielen. Bergen-Belsen wurde gegen [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]] Ziel etlicher [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Evakuierungstransporte]] anderer Konzentrationslager, dadurch war das Lager völlig überbelegt, und die zunehmend schlechte Versorgungslage und [[Seuche]]n forderten massenweise Todesopfer.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager&amp;#039;&amp;#039;. Hamburg 2002, S. 268&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Befreiung des Lagers ließ Kramer noch die Akten der Kommandantur vernichten und wies die entkräfteten Häftlinge an, die zu Tausenden auf dem Lagergelände herumliegenden Leichen wegzuräumen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager&amp;#039;&amp;#039;. Hamburg 2002, S. 310.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 1945 hatte er noch das [[Kriegsverdienstkreuz (1939)|Kriegsverdienstkreuz I.&amp;amp;nbsp;Klasse]] verliehen bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhaftung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:BU 003749.jpeg|mini|Josef Kramer wird mit Fußfesseln am 17.&amp;amp;nbsp;April 1945 durch das KZ Bergen-Belsen geführt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15.&amp;amp;nbsp;April 1945 besetzte die 11. Panzerdivision der [[British Army]] im Zuge eines mit der Wehrmacht ausgehandelten lokalen Waffenstillstands kampflos das Konzentrationslager Bergen-Belsen, das als neutralisiertes Gebiet übergeben wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/the-11th-armoured-division-great-britain Die 11. Panzerdivision (Großbritannien).] United States Holocaust Memorial Museum.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/307547/vor-75-jahren-befreiung-des-kz-bergen-belsen/ &amp;#039;&amp;#039;Vor 75 Jahren: Befreiung des KZ Bergen-Belsen&amp;#039;&amp;#039;.] [[Bundeszentrale für politische Bildung]], April 2020; abgerufen am 28. Februar 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Oberst Taylor, der Kommandant des britischen 63.&amp;amp;nbsp;Panzerabwehrregiments, erhielt das Amt des Lagerkommandanten.&amp;lt;ref&amp;gt;Derrick Sington: &amp;#039;&amp;#039;Die Tore öffnen sich.&amp;#039;&amp;#039; LIT Verlag, Dr. W. Hopf, Berlin, ISBN 978-3-88660-622-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus Angst vor möglichen Häftlingstumulten versuchte Kramer erfolglos, den britischen Armeeangehörigen den Zutritt zum Lager zu verweigern. Diese fuhren jedoch ins Lager und informierten die Häftlinge über ihre Ankunft.&lt;br /&gt;
Einige Häftlinge versuchten kurz darauf in die Häftlingsküche und den Kartoffelkeller einzudringen. Die Lager-SS, [[Königlich Ungarische Armee|ungarische Soldaten]] der benachbarten Panzerschießschule, die von den Briten den Befehl der Bewachung erhalten hatten, schossen auf die Häftlinge. Britische Offiziere unterbanden das umgehend. Danach richtete ein britischer Offizier seine Pistole auf Kramer und zwang ihn, einen verletzten Häftling ins Lazarett zu tragen. Am 17.&amp;amp;nbsp;April 1945 wurde Kramer verhaftet, unter Arrest gestellt und in Fesseln durch das Lager geführt. Nach mehrfachen Vernehmungen erfolgte am 18.&amp;amp;nbsp;April 1945 die Einlieferung in das [[Kriegsgefangenenlager]] Celle. Anfang Mai 1945 wurde er kurzzeitig ins belgische [[Diest]] überstellt und danach wieder nach Celle verbracht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Orth266&amp;quot;&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Die Konzentrationslager-SS&amp;#039;&amp;#039;. München 2004, S. 266.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während der Verhöre gab Kramer bereitwillig Auskunft. Er schilderte seinen Lebenslauf und äußerte sich auch zu begangenen Verbrechen: So räumte er die Durchführung der Vergasung von 86 Juden im KZ Natzweiler-Struthof ein, die er, ohne etwas zu fühlen, als Befehlsempfänger vorgenommen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=134660870 |Titel=&amp;#039;&amp;#039;Josef Kramer – Er hat nichts gefühlt&amp;#039;&amp;#039; |Jahr=2015 |Nr=18 |Seiten=51}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit – Prozess, Todesurteil und Hinrichtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grese Kramer.jpeg|mini|[[Irma Grese]] und Josef Kramer im Gefängnishof in Celle im August 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kramer wurde in der britischen Öffentlichkeit als „Beast of Belsen“ ([[Ungeheuer|Bestie]] von Belsen) bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee233f&amp;quot; /&amp;gt; Er musste sich ab dem 17.&amp;amp;nbsp;September 1945 mit 44 weiteren Angehörigen des Belsener Lagerpersonals im [[Bergen-Belsen-Prozess]] vor einem britischen [[Militärgericht]] wegen [[Kriegsverbrechen]] und [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] verantworten. Das Verfahren fand in der dafür eigens umgebauten städtischen Turnhalle in Lüneburg statt. In seinem Fall wurden nicht nur im KZ Bergen-Belsen begangene Verbrechen verhandelt, sondern ebenso wie bei zehn weiteren Beschuldigten Verbrechen im KZ Auschwitz. Zu Verhandlungsbeginn plädierte er wie alle anderen Angeklagten auf „nicht schuldig“.&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Taake: &amp;#039;&amp;#039;Angeklagt: SS-Frauen vor Gericht&amp;#039;&amp;#039;. Oldenburg 1998, S. 52&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Kramer sagte einzig dessen Ehefrau Rosina (* 1914) aus, eine [[Stenotypist]]in, mit der er seit Oktober 1937 verheiratet war und drei Kinder hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Die Konzentrationslager-SS&amp;#039;&amp;#039;. München 2004, S. 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwm.org.uk/collections/item/object/205078763 iwm.org.uk]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. November 1945 wurde Kramer [[Todesstrafe|zum Tode]] durch den [[Erhängen|Strang]] verurteilt. Bereits am 18. November&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. M. Müller |Titel=Angeklagte Nr. 9. Die „Hyäne von Auschwitz“ im Kreuzverhör. Das Protokoll. |Auflage=1. |Verlag=[[Books on Demand]] |Datum=2020 |ISBN=978-3-7519-9549-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellte er bei Feldmarschall [[Bernard Montgomery]] ein Gnadengesuch. Er schob darin die Verantwortung für die katastrophalen Zustände in Bergen-Belsen auf seine Vorgesetzten, verwies auf die kriegsbedingten Umstände und beschrieb sich als Befehlsempfänger, der „aufopfernd“ sowie „ohne Rücksicht“ seine Pflicht erfüllt habe. Er sei vor der Lagerübergabe auch nicht „feige“ geflohen, sondern „aus Sorge vor den ihm anvertrauten Gefangenen“ gewissenhaft vor Ort geblieben und schloss wie folgt: „1.)&amp;amp;nbsp;Ich bin an den mir zur Last gelegten Straftaten für Bergen-Belsen, wie auch für Auschwitz vollkommen unschuldig. 2.)&amp;amp;nbsp;Ich bin kein Kriegsverbrecher. 3.)&amp;amp;nbsp;Ich habe keinen Menschen aus eigener Initiative getötet. 4.)&amp;amp;nbsp;Ich war nur Soldat und habe als solcher die Befehle meiner militärischen Vorgesetzten durchgeführt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gnadengesuch von Josef Kramer am 27. November 1945 an Bernard Montgomery. Zitiert nach: Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Die Konzentrationslager-SS&amp;#039;&amp;#039;. München 2004, S. 280&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem Gnadengesuch wurde nicht stattgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Urteil wurde am 13. Dezember 1945 im [[Gefängnis Hameln|Zuchthaus Hameln]] [[Hinrichtung|vollstreckt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee233f&amp;quot; /&amp;gt; Kramers Henker war [[Albert Pierrepoint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ränge ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Datum&lt;br /&gt;
! Rang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ende 1933&lt;br /&gt;
| [[SS-Unterscharführer]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| September 1934&lt;br /&gt;
| [[SS-Scharführer]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| April 1935&lt;br /&gt;
| [[SS-Hauptscharführer]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Frühjahr 1937&lt;br /&gt;
| [[SS-Untersturmführer]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Januar 1939&lt;br /&gt;
| [[SS-Obersturmführer]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1. Juni 1942&lt;br /&gt;
| [[SS-Hauptsturmführer]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Karin Orth]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Konzentrationslager-SS.&amp;#039;&amp;#039; dtv, München 2004, ISBN 3-423-34085-1.&lt;br /&gt;
* Karin Orth: &amp;#039;&amp;#039;Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager.&amp;#039;&amp;#039; Pendo Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-85842-450-1.&lt;br /&gt;
* [[Tom Segev]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 3-499-18826-0.&lt;br /&gt;
* [[Eberhard Kolb]]: &amp;#039;&amp;#039;Bergen-Belsen. Geschichte des „Aufenthaltslagers“ 1943–1945.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Literatur und Zeitgeschehen, Hannover 1962. Nachdruck der Ausgabe von 1962: Lit Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-643-11067-1.&lt;br /&gt;
* Raymond Phillips (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Trial of Josef Kramer and forty-four others (The Belsen-Trial).&amp;#039;&amp;#039; War Crimes Trials Series Vol. II, London / Edinburgh / Glasgow 1949.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|978-3-10-039333-3}}&lt;br /&gt;
* [[Wacław Długoborski]], [[Franciszek Piper]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz 1940–1945. Studien zur Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; [[Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau]], Oswiecim 1999, ISBN 83-85047-76-X. Fünf Bände: I.&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Aufbau und Struktur des Lagers.&amp;#039;&amp;#039; II.&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Die Häftlinge – Existenzbedingungen, Arbeit und Tod.&amp;#039;&amp;#039; III.&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Vernichtung.&amp;#039;&amp;#039; IV.&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Widerstand.&amp;#039;&amp;#039; V.&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Epilog.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* J. M. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Angeklagte Nr. 9. Die „Hyäne von Auschwitz“ im Kreuzverhör. Das Protokoll&amp;#039;&amp;#039;. 1. Auflage. [[Books on Demand]], Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7519-9549-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Josef Kramer}}&lt;br /&gt;
* {{Deutsche Biographie |GND=124550169 |Name=Kramer, Josef |NDB-online=1 |Autor=John Cramer |Datum=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124550169|LCCN=n83206116|VIAF=46788182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kramer, Josef}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Kommandant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Bergen-Belsen-Prozesse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Bergen-Belsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Natzweiler-Struthof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Sachsenhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Mauthausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Dachau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Esterwegen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1906]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kramer, Josef&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SS-Führer und Lagerkommandant der Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=10. November 1906&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[München]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. Dezember 1945&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Hameln]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schreiben</name></author>
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