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	<title>Josef Kammhuber - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Josef_Kammhuber&amp;diff=333523&amp;oldid=prev</id>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;einmal genügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-2005-0033, Josef Kammhuber retusche.jpg|mini|hochkant|Josef Kammhuber, 1957]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Josef Kammhuber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[19. August]] [[1896]] in [[Burgkirchen am Wald]], jetzt [[Tüßling]]; † [[25. Januar]] [[1986]] in [[München]]) war ein deutscher [[General]], ab 1956 [[Generalleutnant]] und von 1957 bis 1962 der erste [[Inspekteur der Luftwaffe]]. Er baute das erste erfolgreiche Verteidigungssystem gegen nächtliche Angriffe im [[Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg]] auf, die sogenannte [[Kammhuber-Linie]]. Kammhuber war außerdem [[Geschwaderkommodore]] des [[Kampfgeschwader 51|Kampfgeschwaders 51]], welches den [[Bombenangriff auf Freiburg am 10. Mai 1940]] durchführte, was 57 Einwohner das Leben kostete. In der [[Bundeswehr]] erreichte er als einziger Inspekteur einer [[Teilstreitkraft]] den Dienstgrad General.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Militärische Karriere bis 1941 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1985-017-36, Josef Kammhuber (cropped).jpg|mini|hochkant|Generalmajor Josef Kammhuber, 1941]]&lt;br /&gt;
Kammhuber wurde in [[Oberbayern]] als Sohn eines [[Landwirt|Bauern]] geboren. Er besuchte das [[Ludwigsgymnasium München|Ludwigs-Gymnasium]] in München. Zu Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] trat der 18-jährige Gymnasiast als Kriegsfreiwilliger in das 3. Bayerische Pionierbataillon ein. Er kam 1915 zur [[Infanterie]] und wurde 1917 als Berufsoffizier zum Leutnant befördert. Die [[Reichswehr]] übernahm ihn nach dem Krieg, seine Versetzung nach München erfolgte 1923. Er weigerte sich wie andere Offiziere seines Regiments, gegen den [[Hitlerputsch]] auszurücken, weil [[Erich Ludendorff|Ludendorff]] mitmarschierte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.munzinger.de/document/00000007275 Josef Kammhuber] in: Internationales Biographisches Archiv, 18/1986 vom 21. April 1986, abgerufen am 23. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. April 1925 erhielt Kammhuber die Beförderung zum [[Oberleutnant]]. Von 1928 bis 1930 nahm er in der [[Sowjetunion|UdSSR]] an der [[Geheime Fliegerschule und Erprobungsstätte der Reichswehr|geheimen Fliegerausbildung]] teil und wurde 1931 zum [[Hauptmann (Offizier)|Hauptmann]] befördert.&amp;lt;ref&amp;gt;Henning Seitz: &amp;#039;&amp;#039;Geheime Sommer in Lipezk. 1925 übernahm die Reichswehr in der Sowjetunion eine Fliegerschule. Bis 1933 bauten hier Deutsche und Russen gemeinsam ihre Luftwaffen auf.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 31, 29. Juli 2010, S. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach wurde er bis 1933 im für das Heer zuständigen [[Reichswehrministerium|Reichswehr-]] und mit kurzen Unterbrechungen von 1933 bis 1939 im für die Luftwaffe zuständigen [[Reichsluftfahrtministerium]] (RLM) eingesetzt. Er wurde 1937 Chef des Organisationsstabes im RLM und gehörte zum Stab von General [[Walther Wever (General)|Walther Wever]], der mit dem Aufbau eines strategischen Bomberkommandos beschäftigt war. Dieses Vorhaben wurde nach Wevers Tod im Juni 1936 aufgegeben. Seine Beförderung zum [[Oberst]] erfolgte Anfang 1939.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Reichsregierung klar geworden war, dass die [[Royal Air Force]] ein massives Flugzeugbauprogramm in Angriff genommen hatte, verlangte [[Adolf Hitler]] die Durchführung eines Bauprogramms mit einem [[Budgetierung|Budget]] von 60 Milliarden [[Reichsmark]]. Die deutsche Flugzeugindustrie war jedoch wegen Mangels an Produktionsmitteln und Rohstoffen außerstande, eine derartige Aufrüstung zu verwirklichen, was von der Luftwaffenführung schließlich eingesehen wurde. Die Stabschefs [[Hans Jeschonnek]], [[Hans-Jürgen Stumpff]] und Kammhuber verfolgten daher Kammhubers eigenes Programm mit einem Budget von 20 Milliarden Reichsmark, von dessen Durchführbarkeit man ausging. Staatssekretär [[Erhard Milch|Milch]] arrangierte ein Treffen zwischen den Stabschefs und [[Hermann Göring]], dem [[Oberbefehlshaber der Luftwaffe]]. Bei diesem Treffen verlangte Göring, Hitlers Programm solle wie geplant „irgendwie“ in die Tat umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kammhuber bat daraufhin im Februar 1939 um die Rückkehr in den aktiven Dienst. Im Zuge der allgemeinen [[Mobilmachung]] wurde er im August 1939 [[Chef des Stabes|Chef des Generalstabes]] der [[Luftflotte 2]] unter dem Oberbefehl von General [[Hellmuth Felmy]]. Im März 1940 wurde er [[Geschwaderkommodore|Kommodore]] des [[Kampfgeschwader 51|Kampfgeschwaders (KG) 51]] („Edelweißgeschwader“). In dieser Zeit bombardierte das Geschwader am 10. Mai 1940 [[Bombenangriff auf Freiburg am 10. Mai 1940|irrtümlich Freiburg im Breisgau]], was 57 Einwohner das Leben kostete. Er leugnete noch 1954 wider besseres Wissen die Beteiligung seines damaligen Truppenteils.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14346628.html &amp;#039;&amp;#039;Große Sache&amp;#039;&amp;#039;], [[Der Spiegel]] 17/1982 vom 26. April 1982.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Anton Hoch: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1956_2.pdf Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 4] (PDF; 5,2&amp;amp;nbsp;MB)&amp;#039;&amp;#039;, 1956, S.&amp;amp;nbsp;150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Westfeldzug]]es wurde Kammhuber beim [[Unternehmen Paula]] am 3. Juni 1940 bei Paris&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Luftwaffe 1950 bis 1970: Konzeption, Aufbau, Integration&amp;#039;&amp;#039;. Oldenbourg 2006, S. 753 ([https://books.google.de/books?id=JThJAAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA753 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; abgeschossen und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Nach vier Wochen wieder befreit, kehrte er nach Deutschland ins [[Oberkommando der Luftwaffe]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 1940 wurde Kammhuber zum Kommandeur der [[1. Jagddivision|1. Nachtjagddivision]] ernannt und damit beauftragt, das gemeinsame Kommando über die [[Flak-Scheinwerfer|Scheinwerferbatterien]], die [[Flugabwehrkanone|Flak]]- und [[Radar]]einheiten zu übernehmen. Bis zu dieser Zeit waren alle diese Einheiten unter getrenntem Kommando. Es gab keine gemeinsame Meldekette; ein Erfahrungsaustausch der Einheiten war nicht geregelt. Er war somit der Koordinator der gesamten deutschen Luftverteidigung geworden. Am 1. Oktober 1940 wurde er zum [[Generalmajor]] befördert und am 9. April 1941 mit dem [[Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes]] ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kammhubers Ernennung zum General der von ihm seit 1940 aufgebauten Nachtjagd und [[Kommandierender General|Kommandierenden General]] des [[XII. Fliegerkorps]] (Nachtjagdkorps) erfolgte im August 1941. Ihm waren damit alle Verbände der deutschen Nacht-Luftverteidigung unterstellt. Sein Hauptquartier bezog er in [[Zeist]] nahe [[Utrecht]] in den [[Niederlande]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kammhuber-Linie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 101I-360-2089-24, Frankreich, Piloten mit Ritterkreuz, Kammhuber (cropped).jpg|mini|Kammhuber (1. v. links) als Kommandierender General der Nachtjagd, 1942]]&lt;br /&gt;
Kammhuber organisierte den Nachtkampf in Form einer als [[Kammhuber-Linie]] (auch Kammhuber-Riegel) bekannt gewordenen Kette von Radarstationen mit überlappenden Überwachungszonen. Diese Linie reichte von [[Dänemark]] bis Zentralfrankreich. Jede Überwachungszone, genannt [[Himmelbett-Verfahren|Himmelbett]], war etwa 32&amp;amp;nbsp;km lang in Nord-Süd-Richtung und 20&amp;amp;nbsp;km breit in Ost-West-Richtung. Die Radarstationen waren zunächst mit einem [[Freya (Radar)|Freya-Frühwarnradargerät]] ausgerüstet. In jeder Himmelbett-Zone waren Suchscheinwerfer aufgestellt und zwei Nachtjagdflugzeuge stationiert. Wenn das Radar ein feindliches Flugzeug erfasste, wurde ein mit dem Radar gekoppelter Suchscheinwerfer auf das Ziel gelenkt. Handgesteuerte Suchscheinwerfer folgten diesem und Nachtjäger stiegen auf, um das nun beleuchtete Ziel abzufangen. Die Himmelbetten wurden in der Folgezeit zusätzlich mit jeweils zwei [[Würzburg-Riese|Würzburg-Radargeräten]] ausgerüstet. Diese Geräte konnten anders als die Freyas auch eine Höhenpeilung vornehmen. Ein Würzburg-Radargerät war dabei auf einen deutschen Jagdflieger fixiert, sobald dieser in die Himmelbett-Zone eintrat. Nachdem das Freya-Gerät einen eindringenden feindlichen Bomber registriert hatte, wurde dieser von dem zweiten Würzburg verfolgt. Dadurch konnte die Besatzung der Radarstation kontinuierlich die Position beider Flugzeuge erhalten und so den Jäger zu seinem Ziel leiten. Einzelne Nachtjäger waren versuchsweise mit Einrichtungen namens Spanner zur Erfassung von [[Infrarotstrahlung|Wärmestrahlung]] der gegnerischen Flugzeugmotoren ausgerüstet. Diese erwiesen sich allerdings in der Praxis größtenteils als nutzlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fernnachtjagd ===&lt;br /&gt;
Kammhuber gab auch den Anstoß zum Aufbau einer sogenannten Fernnachtjagd-Gruppe, der II./NJG 1, später in I./NJG 2 umbenannt. Er erkannte, dass die wirkungsvollste Bekämpfung der gegnerischen Bomber bei Start und Landung erfolgen konnte. Auch der Schulbetrieb konnte so gestört werden. Wegen seiner Begründung „Man muss den Gegner an der Wurzel packen“ erhielt er bei den Nachtjägern den Spitznamen Wurzelsepp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Funker hörten die Funkfrequenzen der britischen Bomber ab und waren in der Lage, den Beginn einer Angriffswelle festzustellen. Die Einsätze begannen Mitte Juli 1940 von Düsseldorf aus, später erfolgte der Einsatz von [[Flughafen Schiphol|Schiphol]]. Trotz der Erfolge befahl Hitler am 13. Oktober 1941 die Einstellung der Einsätze und die Verlegung der Staffel in den Mittelmeerraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Britische Gegenmaßnahmen ===&lt;br /&gt;
Die britische Aufklärung erkannte schnell die Funktion der Kammhuber-Linie und suchte nach Möglichkeiten, sie zu überwinden. Dazu leistete die Aufklärungsarbeit britischer Geheimdienste wertvolle Arbeit. Zu jener Zeit schickte das britische [[RAF Bomber Command|Bomber Command]] Flugzeuge jeweils einzeln nacheinander in das Zielgebiet, um die Verteidigungskräfte so weit wie möglich auseinander zu ziehen, was bedeutete, dass jedes Flugzeug nur wenig konzentrierte Flugabwehr auf sich zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings bedeutete dies auch, dass jede der Himmelbett-Radarstationen nur mit einem oder zwei Flugzeugen gleichzeitig beschäftigt wurde, was ihre Aufgabe deutlich erleichterte. Auf Drängen des britischen Geheimdienstwissenschaftlers [[Reginald Victor Jones]] änderte das britische Bomberkommando seine Taktik und schickte alle Bomber zugleich in Form eines einzelnen [[Bomberstrom]]s gegen ein Ziel, wobei sorgfältig darauf geachtet wurde, dass diese genau durch das Zentrum eines Himmelbettes flogen. Nun standen einer Radarstation Hunderte von Bombern gegenüber, denen mit nur wenigen Kampfflugzeugen begegnet werden konnte. Diese Taktik war so erfolgreich, dass die Abschussrate der Nachtjäger gegen Null ging. Eine zusätzliche, massive Behinderung des deutschen Radars erreichten die Alliierten dadurch, dass ihre Flugzeuge bei einer Angriffswelle massenhaft dünne [[Düppel (Radartäuschung)|Aluminium-Streifen]] (Düppel, engl. chaffs, Codename window) abwarfen. Die Radarechos der langsam zu Boden fallenden Metallstreifen machten es unmöglich, die Bomber auf dem Radarschirm zu identifizieren. Durch diese Misserfolge geriet Kammhuber ins Visier von Milch und Göring, der von „faulem Zauber“ und von „verantwortungslosen Redereien und Hirngespinsten schlapper Defätisten“ sprach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Wilde“ und „Zahme Sau“ ===&lt;br /&gt;
Kammhuber suchte nach Lösungen, und das Ergebnis war das zweigliedrige Konzept der „[[Wilde-Sau-Nachtjagdverfahren|Wilden Sau]]“ und der „[[Zahme-Sau-Nachtjagdverfahren|Zahmen Sau]]“. Das „Wilde Sau“ genannte [[Jagdgeschwader 300]], aufgestellt nach einem Vorschlag von [[Hans-Joachim Herrmann (Flieger)|Hans-Joachim Herrmann]], bestand aus Tagjägern, die im Licht von Leuchtgranaten, Suchscheinwerfern oder Bränden am Boden auf feindliche Bomber zusteuerten und auf Sichtweite angriffen. Ihren größten Erfolg erzielte die „Wilde Sau“ während der [[Operation Hydra]], der Bombardierung der [[Heeresversuchsanstalt Peenemünde]] am 17./18.&amp;amp;nbsp;August 1943. [[De Havilland D.H.98 Mosquito]]-Bomber hatten Zielmarkierungs-Leuchtgranaten über [[Berlin]] abgeworfen. Der Großteil der regulären Nachtjäger wurde ihnen entgegengeschickt. Jedoch stellte sich heraus, dass diese zu weit entfernt und zu langsam waren, um die Mosquitos abzufangen. Die Jäger der „Wilden Sau“ hingegen mit ihren viel schnelleren [[Focke-Wulf Fw 190]] konnten die feindlichen Flugzeuge abfangen. Ungefähr 30 Jäger brachen in die Feindformation ein und schossen 29 der insgesamt 40 britischen Bomber ab. Allerdings war die auf Sicht angreifende „Wilde Sau“ stark wetterabhängig, sodass sich ihre Erfolge in Grenzen hielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Zahme Sau“ waren Nachtjäger, die mit Radar ausgerüstet waren. Sie versammelten sich nach Eindringen von feindlichen Flugzeugen in der Luft und suchten sich ihre Ziele mit Hilfe des bordeigenen Radars, oft über mehrere hundert Kilometer hinweg. Zusätzlich wurden sie vom Boden aus von Funkern der Radarstationen der Kammhuber-Linie unterstützt, die Peilungen von Feindbombern durchgaben. Der größte Erfolg der „Zahmen Sau“ war beim [[Luftangriffe auf Nürnberg|Luftangriff auf Nürnberg]] am 31.&amp;amp;nbsp;März 1944, bei der 95&amp;amp;nbsp;viermotorige Bomber abgeschossen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Tätigkeit bis zum Kriegsende ===&lt;br /&gt;
Zur gleichen Zeit setzte sich Kammhuber verstärkt für die Konstruktion eines speziell entwickelten Nachtjägers ein. Er entschied sich schließlich für die [[Heinkel He 219]] „Uhu“, nachdem er 1942 Zeuge einer Demonstration ihrer Fähigkeiten geworden war. Jedoch entschied sich Milch dagegen und es kam zum Streit zwischen Kammhuber und Milch. In der Folge wurde Kammhuber im November 1943 nach [[Norwegen]] zur [[Luftflotte 5]] (Norwegen-Finnland) abgeschoben, als Befehlshaber einer kleinen Anzahl veralteter Flugzeuge. Im Februar 1945 beorderte Hitler Kammhuber zurück nach Deutschland und ernannte ihn zum „Sonderbeauftragten zur Bekämpfung der viermotorigen Feindflugzeuge“. Angesichts der damaligen militärischen Lage des Deutschen Reiches war diese Position eher theoretischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Krieg ===&lt;br /&gt;
Nach der [[Kapitulation der Wehrmacht]] geriet Kammhuber mit seinem Stab 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 entlassen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jakob Knab]]: [https://books.google.de/books?hl=de&amp;amp;lr=&amp;amp;id=MnH8gY4B2zMC&amp;amp;oi=fnd&amp;amp;pg=PA7&amp;amp;dq=%22helmut+Lent%22&amp;amp;ots=sm2KaGYD3y&amp;amp;sig=NEUADK9Vh9nDu3sZedmNFCqMqEc#v=onepage&amp;amp;q=Lent&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Falsche Glorie: das Traditionsverständnis der Bundeswehr.&amp;#039;&amp;#039;] Ch. Links Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-86153-089-9, S. 109.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er begann eine Karriere als Weinhandelsvertreter.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13516816.html &amp;#039;&amp;#039;Nachruf&amp;#039;&amp;#039;] in: &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039;, 3. Februar 1986, abgerufen am 25. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1948 heiratete er Erika Benn († 1962). 1952 wurde er Mitarbeiter der [[United States Army Center of Military History|US Army Historical Division]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lw.de&amp;quot;&amp;gt;[http://www.geschichte.luftwaffe.de/portal/a/geschlw/start/person/insplw/5762/!ut/p/z1/04_Sj9CPykssy0xPLMnMz0vMAfIjo8zinSx8QnyMLI2MfMIsXQw8DX29TS0tnYwCXU31wwkpiAJKG-AAjgb6wSmp-pFAM8xxmhFqoh-sH6UflZVYllihV5BfVJKTWqKXmAxyoX5kRmJeSk5qQH6yI0SgIDei3KDcUREAvCXY-w!!/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_B8LTL2922LV9D0I1MK599B2QU4 &amp;#039;&amp;#039;General Josef Kammhuber. Inspekteur der Luftwaffe von 1957 bis 1962&amp;#039;&amp;#039;] auf &amp;#039;&amp;#039;geschichte.luftwaffe.de,&amp;#039;&amp;#039; abgerufen am 25. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Aufbau der Bundeswehr erhielt er führende Aufgaben für die Luftstreitkräfte. Am 6. Juni 1956 übernahm er im Range eines [[Generalleutnant]]s die Leitung der Abteilung VI (Luftwaffe) des [[Bundesministerium der Verteidigung|Bundesministeriums der Verteidigung]]. Kurze Zeit später wurde er [[Inspekteur der Luftwaffe]], ein Amt, das er von 1957 bis zu seiner Pensionierung am 30. September 1962 ausübte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lw.de&amp;quot; /&amp;gt; und Leiter des Führungsstabs der Luftwaffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einziger Inspekteur einer Teilstreitkraft wurde Kammhuber im Mai 1961 zum (Vier-Sterne-)[[General]] befördert. Mit dem Bundesminister der Verteidigung [[Franz Josef Strauß]] verband ihn eine Freundschaft. Die Beschaffung der [[Lockheed F-104]] durch die Bundeswehr, die als [[Starfighter-Affäre]] bekannt wurde, ging unter anderem auf Kammhubers Vorstellungen zurück. Die Aufstellung der neuen Luftwaffe war an die [[United States Air Force]] angelehnt. Sie umfasste die Aufgabenschwerpunkte Luftverteidigung und Luftangriff einschließlich der Unterstützung von Landkriegsoperationen und der Beteiligung an der Abschreckung mit [[Kernwaffe]]n.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lw.de&amp;quot; /&amp;gt; Die Luftwaffe hatte eine zentrale Bedeutung in der bis 1967/68 gültigen Strategie der [[Massive Vergeltung|Massiven Vergeltung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 1960 hielt Kammhuber die Grabrede auf [[Albert Kesselring]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43067636.html &amp;#039;&amp;#039;In Memoriam Albert Kesselring&amp;#039;&amp;#039;], Kurzmeldung auf spiegel.de, 27. Juli 1960.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Juni 1962 war Kammhuber Augenzeuge des [[Flugunfall einer Starfighter-Formation der Luftwaffe der Bundeswehr 1962|Flugunfalls einer Starfighter-Formation der Luftwaffe]]. Kammhuber hatte erwogen, dabei mitzufliegen. [[Günther Rall]], ebenfalls Augenzeuge und erster deutscher Pilot mit F-104-Lizenz, schrieb in seiner Autobiografie, Kammhuber habe diese Katastrophe bis zu seiner Pensionierung (30. September 1962) nicht verwunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Rall, &amp;#039;&amp;#039;Mein Flugbuch&amp;#039;&amp;#039; (2004), S. 284.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;Kammhuber starb am 25. Januar 1986 im Alter von 89 Jahren in München, wo er auch gelebt hat. Beerdigt ist er auf dem dortigen [[Waldfriedhof (München)|Waldfriedhof]]. Am 3. Mai 1988 wurde die [[General-Kammhuber-Kaserne]] in Karlsruhe nach ihm benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php/De:Lexikon:ins-1658 |titel=General-Kammhuber-Kaserne |werk=stadtlexikon.karlsruhe.de |abruf=2024-10-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juli 2011 zog das [[Bundesverfassungsgericht]] (BVerfG) in die von der Bundeswehr aufgegebene Kaserne, die daraufhin ihren Namen vorläufig verlor, während der Stammsitz des BVerfG von 2011 bis 2014 saniert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-LRO_haben_Kaserne_in_Karlsruhe_umgebaut_1677123.html www.baunetz.de] 19. Juli 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* [[Eisernes Kreuz]] (1914) II. und I. Klasse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste des Deutschen Reichsheeres&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rangliste des Deutschen Reichsheeres&amp;#039;&amp;#039;, Mittler &amp;amp; Sohn Verlag, Berlin 1923–1932, S. 155&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Militärverdienstorden (Bayern)|Bayerischer Militärverdienstorden]] IV. Klasse mit Schwertern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste des Deutschen Reichsheeres&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Wehrmacht-Dienstauszeichnung]] IV. bis I. Klasse&lt;br /&gt;
* [[Eisernes Kreuz|Spange zum Eisernen Kreuz]] II. und I. Klasse&lt;br /&gt;
* [[Flugzeugführerabzeichen (Wehrmacht)|Flugzeugführerabzeichen]]&lt;br /&gt;
* [[Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes]] am 9. Juli 1941&amp;lt;ref&amp;gt;[[Veit Scherzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 431.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Frontflugspange]] für Kampf- und Sturzkampfflieger&lt;br /&gt;
* [[Verdienstorden der Italienischen Republik]] Großoffizierkreuz am 10. März 1958&lt;br /&gt;
* [[Legion of Merit]] Kommandeur (amerikanischer Verdienstorden) am 2. August 1961&lt;br /&gt;
* [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband]] (1962)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Generale und Admirale der Bundeswehr]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Generale der Luftwaffe der Bundeswehr]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Dermot Bradley]], Heinz-Peter Würzenthal, [[Hansgeorg Model]] |Titel=Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1997 – Die militärischen Werdegänge |Band=Band 2, Teilband 2, Hoffmann – Kusserow |Reihe=Deutschlands Generale und Admirale |BandReihe=Teil VIb |HrsgReihe=Dermot Bradley |Verlag=Biblio-Verlag |Ort=Osnabrück |Datum=2000 |ISBN=3-7648-2562-6 |Seiten=564–566}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kammhuber, Josef.&amp;#039;&amp;#039; In: Walter Habel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&amp;#039;&amp;#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 605.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Clemens Range]] |Titel=Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr |Verlag=Translimes Media Verlag |Ort=Müllheim-Britzingen |Datum=2013 |ISBN=978-3-00-043646-8 |Seiten=247–248}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Clemens Range |Titel=Die Generale und Admirale der Bundeswehr |Verlag=Mittler |Ort=Herford |Datum=1990 |ISBN=978-3-8132-0350-9 |Seiten=48–55}}&lt;br /&gt;
* Wolfgang Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;„Seines Wertes bewusst“! General Josef Kammhuber&amp;#039;&amp;#039;; In: Helmut R. Hammerich / Rudolf J. Schlaffer (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Militärische Aufbaugenerationen der Bundeswehr 1955 bis 1970. Ausgewählte Biografien&amp;#039;&amp;#039;, München, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2011, ISBN 978-3-486-70436-5; S. 351–381.&lt;br /&gt;
* Josef Kammhuber, David C. Isby (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fighting the Bombers: The Luftwaffe’s Struggle Against the Allied Bomber Offensive.&amp;#039;&amp;#039; Greenhill Books, London 2003. ISBN 1-85367-532-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
| url= http://www.geschichte.luftwaffe.de/portal/a/geschlw/person/insplw/5762&lt;br /&gt;
| titel= General Josef Kammhuber&lt;br /&gt;
| titelerg= Inspekteur der Luftwaffe von 1957 bis 1962 | autor=&lt;br /&gt;
| hrsg= [[Bundesministerium der Verteidigung]]&lt;br /&gt;
| werk= Geschichte der Luftwaffe | seiten=&lt;br /&gt;
| datum= 2013-11-26 | archiv-url= | archiv-datum=&lt;br /&gt;
| zugriff= 2016-09-20 | sprache= | format= | kommentar= | zitat= | offline= }}&lt;br /&gt;
* [http://www.ww2guide.com/night.shtml Nachtluftkrieg] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Inspekteure der Luftwaffe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1029996865|LCCN=nb/2002/93018|VIAF=14278908}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kammhuber, Josef}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leutnant (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Major (Reichswehr)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:General der Flieger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:General (Luftwaffe der Bundeswehr)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ordens Legion of Merit (Kommandeur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großoffizier)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (IV. Klasse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener von Frankreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Vereinigten Staaten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1896]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1986]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kammhuber, Josef&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Militär, Oberst der Luftwaffe im Dritten Reich und General der Luftwaffe der Bundeswehr&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=19. August 1896&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Burgkirchen a.d.Alz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=25. Januar 1986&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[München]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Raugeier</name></author>
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