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	<title>Josef Hodic - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Josef_Hodic&amp;diff=1933127&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Krd am 12. Mai 2025 um 17:28 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Josef Hodic&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[1924]]; † [[2015]])&amp;lt;ref&amp;gt;Stanislav Polnar: &amp;#039;&amp;#039;Vývoj a proměny československého strategického myšlení.&amp;#039;&amp;#039; Univerzita obrany, Brno 2023, ISBN 978-80-7582-293-2, S. 107, [https://www.researchgate.net/publication/376688179_Vyvoj_a_promeny_ceskoslovenskeho_strategickeho_mysleni Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt; war ein [[Tschechien|tschechischer]] [[Militärhistoriker]]. Er gehörte zu den ersten Unterzeichnern der [[Charta 77]] und bekam daraufhin politisches [[Asyl]] in [[Österreich]]. Er lebte vier Jahre in [[Wien]] und war sehr aktiv in den dortigen [[Auswanderung|Emigrantenkreisen]]. 1981 kehrte er plötzlich zurück in die [[Tschechoslowakei|ČSSR]], wodurch klar wurde, dass er ein als [[Dissident]] getarnter [[Spionage|Spion]] des tschechoslowakischen Geheimdienstes [[Staatssicherheit (Tschechoslowakei)|StB]] gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Josef Hodic besuchte eine Klosterschule und studierte nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] [[Rechtswissenschaft|Jura]]. In dieser Zeit trat er der [[Komunistická strana Československa|Kommunistischen Partei]] (KSČ) bei. Nach deren [[Februarumsturz|Machtübernahme 1948]] begann Hodic eine Karriere bei der [[Tschechoslowakische Volksarmee|Armee]]. Auf der Militärakademie wurde er vom [[Militärischer Nachrichtendienst in der Tschechoslowakei|militärischen Abwehrdienst]] angeworben. Später, nach abgeschlossenem [[Zeitgeschichte]]studium, wurde er im Zuge der [[Entstalinisierung]] mit der Aufarbeitung von Prozessakten betraut. Ab 1960 war er Professor an der [[Militärakademie]] für Politik in Prag.&amp;lt;ref&amp;gt;Antoon de Baets: [https://books.google.at/books?id=4DlMSrtOGLIC&amp;amp;pg=PA159&amp;amp;lpg=PA159&amp;amp;dq=%22josef+hodic%22+charta+77&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=hkVqUiJmaC&amp;amp;sig=n9UEm9kIWyTYhhLyQaDHkP9yD5M&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=dxOwS4bUIZSnsAa5vejHDg&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q=%22josef%20hodic%22%20charta%2077&amp;amp;f=false Censorship of historical thought: a world guide, 1945-2000], Greenwood Publishing Group, 2002, ISBN 9780313311932&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des [[Prager Frühling]]s stieg er bis in die Abteilung 8 des [[Zentralkomitee|ZK]] der KSČ auf, dessen Chef der sowjetkritische Vaclav Prchlik war. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen im Jahr 1968 verlor er alle seine Funktionen, wurde 1970 aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen und musste zeitweise als [[Kammerjäger]] arbeiten. Im Jahr 1974 gelang es ihm jedoch, wieder in der Gunst der Machthaber aufzusteigen und er wurde Beamter in der Prager Stadtverwaltung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot;&amp;gt;Der Spiegel: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14346882.html Als Kammerjäger], (Heft 29/1981)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charta 77 ===&lt;br /&gt;
Als im Jänner 1977 eine Reihe von Dissidenten öffentlich Kritik am kommunistischen System der Tschechoslowakei äußerten, gehörte Hodic zur Gruppe der 142 ersten Unterzeichner der sogenannten Charta 77, gemeinsam mit [[Václav Havel]], [[Jiří Hájek]] und [[Jiří Dienstbier (Politiker, 1937)|Jiří Dienstbier]]. Da die kommunistischen Machthaber diese Kritik nicht akzeptieren wollten und die Unterzeichner der Petition ins Gefängnis zu sperren begannen, erklärte sich die damalige österreichische Regierung unter [[Bruno Kreisky]] bereit, alle ausreisewilligen tschechoslowakischen Dissidenten aufzunehmen. Zahlreiche Personen, unter anderem Josef Hodic, machten davon Gebrauch. Im November 1977 kam er nach Wien, wo ihm nicht nur politisches Asyl gewährt wurde, sondern er in einem beschleunigten Verfahren eingebürgert wurde. Zwei Monate später konnte seine Frau Naděžda nachkommen. Er bekam einen Posten beim &amp;#039;&amp;#039;[[Internationales Institut für angewandte Systemanalyse|Institut für Internationale Politik]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Laxenburg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Ullmann: [https://books.google.at/books?id=Vs3hqQgLBbYC&amp;amp;pg=PA93&amp;amp;dq=%22josef+hodic%22+1981&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=FRmwS5-5CtSA_Qb5t-i_BQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q=%22josef%20hodic%22%201981&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Eine schwierige Nachbarschaft: die Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der Tschechoslowakei von 1945–1968&amp;#039;&amp;#039;], LIT Verlag Münster, 2006, ISBN 978-3-8258-7756-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er bemühte sich auch erfolglos um eine Lehrtätigkeit an der [[Theresianische Militärakademie|Theresianischen Militärakademie]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Arbeiterzeitung|Titel=CSSR schleuste Spion als &amp;quot;Dissidenten&amp;quot; ein|Datum=1981-07-04|Seite=01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wien befanden sich damals viele tschechoslowakische Emigranten und Hodic war in diesen Kreisen sehr aktiv. Er pflegte Kontakte und publizierte Berichte über den Ostblock. Er gestaltete Beiträge für &amp;#039;&amp;#039;Svobodná Evropa&amp;#039;&amp;#039;, dem tschechischen Programm von [[Radio Free Europe]], einem Sender, der vom amerikanischen [[Central Intelligence Agency|CIA]] finanziert wurde. Er konnte sogar an Treffen der geheimen Exil-Gruppe [[Listy]] teilnehmen, die unter der Leitung von dem in Wien lebenden [[Zdeněk Mlynář (Politiker)|Zdeněk Mlynář]] und [[Jiří Pelikán]] in Rom stand. Ebenso stand Hodic in Kontakt mit konservativen Emigrantengruppen wie dem &amp;#039;&amp;#039;Rat der freien Tschechoslowakei&amp;#039;&amp;#039; und dem katholischen [[Opus Bonum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rückkehr in die ČSSR ===&lt;br /&gt;
Ende Juni 1981 wurde der Wiener Polizei von einem anonymen Anrufer gemeldet, dass Josef Hodic plötzlich verschwunden sei. Nachforschungen ergaben zunächst nichts Verdächtiges. Das Ehepaar hatte beim Hausmeister seiner Wohnung den Schlüssel hinterlegt und ihn gebeten, während eines Urlaubsaufenthaltes die Blumen zu gießen. Erst als [[Radio Praha|Radio Prag]] verkündete, ein verdienter Agent wäre zurück in die Heimat gekommen, fand man heraus, dass die Hodics bereits am 17. Juni ihr Konto bei der Bank aufgelöst hatten. Nun war klar, dass er dieser Agent gewesen war.&amp;lt;ref&amp;gt;The Daily Chronical: [https://news.google.com/newspapers?nid=892&amp;amp;dat=19810629&amp;amp;id=J6oKAAAAIBAJ&amp;amp;sjid=2EwDAAAAIBAJ&amp;amp;pg=3368,4141074&amp;amp;hl=en Spy poses as dissident], US-amerikanische Tageszeitung aus Arizona vom 3. Juli 1981&amp;lt;/ref&amp;gt; Die tschechoslowakische Emigrantenszene war geschockt, ebenso wie österreichische Politiker und Wissenschaftlerkollegen. Für die Polizei und die österreichischen Geheimdienste war es eine Blamage, diesen als Dissidenten getarnten Agenten nicht erkannt zu haben. Noch dazu befürchtete man, dass Hodic umfangreiche Informationen gesammelt hatte, die tschechoslowakischen Dissidenten sowohl im Exil als auch in der ČSSR gefährlich werden könnte. Die Tageszeitung [[Kurier (Tageszeitung)|Kurier]] meinte in einem Leitartikel, dass die Glaubwürdigkeit der [[Österreichische Neutralität|österreichischen Neutralität]] erschüttert sei und das Land die Sicherheit von Flüchtlingen nicht garantieren könne.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Spiegel: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14337873.html Kommando Kranzschleife], (Heft 34/1981)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich wurde der inhaftierte [[Rudolf Battěk]] in einem neuen Prozess mit von Hodic gesammeltem Material belastet und wegen Umsturzversuchs verurteilt. Ebenso wurde Jiří Hájek mit Briefen belastet, die angeblich von Hodic besorgt wurden, die sich jedoch später als Fälschung des StB herausstellten.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Spiegel: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14347525.html Brief an Jirko], (Heft 27/1982)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründe für die Rückkehr ===&lt;br /&gt;
Die genauen Gründe für die Rückkehr waren damals nicht bekannt. Es wurde angenommen, dass Hodics Übersiedlung nach Österreich eine von Anfang an durch den tschechoslowakischen Geheimdienstes geplante Aktion gewesen sei. Dafür spricht seine rege Aktivität in der Emigrantenszene in den Jahren von 1977 bis 1981. Als unmittelbaren Grund für das Abtauchen wurde damals in den Medien die Verhaftung zweier Franzosen an der tschechoslowakischen Grenze am 28. April 1981 gemutmaßt. Diese waren mit einer großen Geldsumme sowie einer geheimen Adresskartei von in der ČSSR lebenden Dissidenten erwischt worden. Den Fahndungserfolg der tschechoslowakischen Behörden gegen diese offensichtlichen Westagenten schrieb man im Nachhinein einer undichten Stelle zu, die eben Josef Hodic gewesen sein könnte, der dann im Anschluss selbst untertauchen musste, um nicht verhaftet zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso ist aber denkbar, dass er vom StB erpresst wurde und 1977 durchaus als echter Dissident nach Österreich gekommen war. In Prag lebten damals noch seine zwei erwachsenen Töchter sowie fünf Enkelkinder. Bei seiner Ankunft in Österreich hatte er zudem ein brisantes Dokument aus der ČSSR herausgeschmuggelt und auszugsweise veröffentlichte, das den damaligen tschechoslowakischen Staatspräsidenten [[Gustáv Husák]] belastete. Dieses Papier beinhaltete Details zu dessen Verhalten während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] und wäre als „Eintrittskarte“ zu westlichen Geheimdiensten wohl zu brisant gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=|LCCN=no91016050|NDL=|VIAF=41402433|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2023-02-05}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hodic, Josef}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Tschechoslowakei)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachrichtendienstliche Person (Tschechoslowakei)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agent (Nachrichtendienst)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatssicherheit (Tschechoslowakei)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KSČ-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschechoslowake]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tscheche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1924]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2015]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hodic, Josef&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=tschechischer Militärhistoriker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1924&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2015&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Krd</name></author>
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