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	<title>Josef Hartinger - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Josef_Hartinger&amp;diff=2569745&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sänger: /* Der Mordfall Dachau */ +link</title>
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		<updated>2025-08-01T12:07:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Der Mordfall Dachau: &lt;/span&gt; +link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Josef Hartinger portrait.jpg|mini|Josef Hartinger im Jahre 1936]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Josef Michael Hartinger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[14. September]] [[1893]] in [[Pertolzhofen]]; † [[30. Juli]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/1189412751984 &amp;#039;&amp;#039;Josef Hartinger&amp;#039;&amp;#039;], bei DDB&amp;lt;/ref&amp;gt; [[1984]] in Pertolzhofen) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Politiker ([[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]]). Hartinger war in den letzten Jahren der [[Weimarer Republik]] Staatsanwalt in [[München]], als die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] an die Macht kam. Er erhielt den Auftrag, unnatürliche Tode im [[Konzentrationslager Dachau]] in der Nähe von München zu untersuchen. Dabei entdeckte er gemeinsam mit dem [[Gerichtsmediziner]] [[Moritz Flamm]] die Strategie der [[SS]], im Lager Schnellvollstreckungen durchzuführen und [[Suizid]]e zu fälschen. Unter großer Gefahr seiner eigenen Sicherheit erhob Hartinger [[Anklage]] gegen die Lagerleitung, die schließlich unterdrückt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Lebensjahre ==&lt;br /&gt;
Hartinger war der Sohn des Kaufmanns Josef Hartinger und dessen Frau Katharine (geb. Gradl). Er stammte aus einer sehr frommen römisch-katholischen Familie, die in der militärischen Tradition verwurzelt war. Sein Vater hatte als Unteroffizier im bayerischen [[Königlich Bayerisches 1. Schwere-Reiter-Regiment „Prinz Karl von Bayern“|Garde du Corps Regiment]] gedient.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ryback106&amp;quot;&amp;gt;Timothy W. Ryback: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s First Victims: The Quest for Justice.&amp;#039;&amp;#039; Vintage, 2015. S. 106–109.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Mutter, die Tochter eines Armeeoffiziers war, ist sehr jung gestorben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KriegsRangListeBayern&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kriegsranglisten und Stammrollen des Königreichs Bayern 1914–1918: 6 Bayerischer Feldartilerieregiment.&amp;#039;&amp;#039; Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Abteilung IV Kriegsarchiv, München.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der junge Josef besuchte die Grundschule in [[Oberviechtach]] und das Gymnasium in [[Regensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1914 unterbrach er sein Philosophiestudium an der [[Universität Regensburg]], um sich freiwillig zum Kriegsdienst zu melden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KriegsRangListeBayern&amp;quot; /&amp;gt; Er diente beim [[Königlich Bayerisches 10. Feldartillerie-Regiment|10.]] und später beim [[Königlich Bayerisches 6. Feldartillerie-Regiment „Prinz Ferdinand von Bourbon, Herzog von Calabrien“|6.]] Feldartillerieregiment der bayerischen Armee und war von 1916 bis 1918 an der Westfront in Frankreich und Belgien im Einsatz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KriegsRangListeBayern&amp;quot; /&amp;gt; 1917 wurde er mit dem Eisernen Kreuz und 1918 mit dem bayerischen [[Militärverdienstorden (Bayern)#1913–1918|Militärverdienstkreuz]] ausgezeichnet. Er stieg bis zum Kriegesende in den Rang eines Leutnants auf und als er 1918 nach Bayern zurückkehrte, schloss er sich, wie viele seiner demobilisierten Kameraden, einem Freikorps ([[Freikorps Hilger]])&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ryback106&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kriegsranglisten und Stammrollen des Königreichs Bayern 1914–1919: Reichswehr Infanterieregiment 47.&amp;#039;&amp;#039; Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Abteilung IV Kriegsarchiv, München.&amp;lt;/ref&amp;gt; an. Obwohl er ein hartgesottener Kriegsveteran bürgerlich-konservativer Abstammung war, ließ ihn die Brutalität der [[Freikorps]], die er 1919 bei der Niederlage und Unterdrückung der [[Münchner Räterepublik]] erlebte, seinen Militärdienst abbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Wintersemester 1920/21 immatrikulierte er sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München und begann ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |title=Universität München. Studentenverzeichnis. Winter 1920/21. |url=https://epub.ub.uni-muenchen.de/9689/1/pvz_lmu_1920_21_wise.pdf |publisher=Open Access LMU |format=PDF |accessdate=2021-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Studienzeit hatte er sich weder auf das monatliche Offiziersgehalt der Reichsarmee verlassen können noch auf die Unterstützung seines Vaters, der durch die Finanzkrise der Nachkriegszeit ruiniert war. Obgleich er schwere Zeiten durchleiden musste, entwickelte er jedoch durch sein Studium eine Leidenschaft für das neulich überarbeitete [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|Strafgesetzbuch]], das die [[Weimarer Republik]] eingeführt hatte. Die Abschlussprüfung legte er 1924 mit Auszeichnung ab und wurde bald von der bayerischen Staatsanwaltschaft eingestellt. Auf Assistentenstellen in der [[Justizvollzugsanstalt Amberg]] und dem Amtsgericht [[Passau]] folgte die Rückkehr in den [[Bezirksamt München]] I (Mitte) und 1931 die Beförderung zum stellvertretenden Staatsanwalt in München II, wo [[Karl Wintersberger]] Oberstaatsanwalt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 heiratete Hartinger Helene Engelhardt (1898–1981), aus der Ehe ging eine Tochter hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Mordfall Dachau ==&lt;br /&gt;
Nach der [[Reichstagsbrandverordnung]] 1933 begannen die Nationalsozialisten politische Gegner ([[KPD]]- und [[SPD]]-Mitglieder) zu verhaften und in Konzentrationslagern zu internieren. Eines der ersten war das KZ Dachau, wo die Häftlinge von 70 bayerischen Polizisten bewacht wurden. Der bayerische Polizeipräsident [[Heinrich Himmler]] entband die Polizeikräfte nach und nach von dieser Aufgabe und ersetzte sie durch die SS. Am 12. April 1933, einen Tag nach der Ankunft der SS, erhielt die Staatsanwaltschaft einen Bericht über vier Tode unter den Gefangenen. Da laut dem bayerischen Strafgesetzbuch jeder nicht natürliche Tod in staatlicher Haft untersucht werden musste, wurden Hartinger und Gerichtsmediziner Moritz Flamm nach Dachau geschickt.&amp;lt;ref&amp;gt;Timothy W. Ryback: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s First Victims: The Quest for Justice.&amp;#039;&amp;#039; Vintage, 2015. S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[KZ-Kommandant|Lagerkommandant]] [[Hilmar Wäckerle]] führte sie zu einer Stelle, an der die vier Häftlinge beim Fluchtversuch in den Wald erschossen wurden, und später zu einem Schuppen, in dem drei ihrer Leichen auf dem Boden lagen. Hartinger kritisierte die Wachen für die unwürdige Behandlung der Leichen, bevor er und Flamm sie identifizierten und untersuchten. Sie stellten schnell fest, dass alle toten Gefangenen ([[Rudolf Benario]], Ernst Goldmann, Arthur Kahn) Juden waren und an der Schädelbasis erschossen worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Rudolf Benario, Ernst Goldmann in Dachau ermordet |url=http://www.der-landbote.de/Downloads/Der%20Mord%20an%20Ernst%20Jakob%20Goldmann.pdf |format=PDF |work=Der Landbote |accessdate=2019-09-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erwin Kahn überlebte die Schüsse zunächst, starb aber vier Tage später unter SS-Bewachung im Krankenhaus. Ohne die Behauptungen der Wachen in diesen Punkten infrage zu stellen, kehrten die Ermittler über mehrere Tage zurück, um die Beweise sorgfältig zu dokumentieren. Flamm führte [[Obduktion|Autopsien]] an den vier Gefangenen durch. Hartinger und Flamm stellten viele Unstimmigkeiten zwischen den Verletzungen der Leichen und den Berichten der Lagerwachen fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich mussten sie neue Todesfälle untersuchen, wie den Fall von Sebastian Nefzger, der angeblich Selbstmord begangen hatte. Die Autopsie zeigte einen stark verletzten Rücken und Anzeichen von inneren Blutungen. Er hatte angeblich versucht, sich an den Riemen seiner eigenen Beinprothese aufzuhängen, und als dies fehlschlug, hatte er seine Handgelenke so tief eingeschnitten, dass sie in den Knochen eindrangen. Die Autopsie von [[Alfred Strauß (Rechtsanwalt)|Alfred Strauß]], der ebenfalls beim Fluchtversuch erschossen wurde, ergab, dass er nach schweren körperlichen Angriffen an einer Kugel im Nacken gestorben war. Sein Rücken war mit Schnittwunden bedeckt und sein Gesäß bandagiert, um einen tiefen Schnitt zu verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartinger und Flamm deckten mehrere Monate lang eindeutige Beweise für Mord auf und erstellten eine Anklageschrift gegen den Lagerkommandanten Hilmar Wäckerle und den Kanzleiobersekretär [[Josef Mutzbauer]]. Im Mai 1933 stellte Hartinger den Fall seinem Vorgesetzten, dem bayerischen Staatsanwalt [[Karl Wintersberger]], vor. Wintersberger, der die Untersuchung zunächst unterstützte, sträubte sich dagegen, die sich daraus ergebende Anklageschrift dem Justizministerium vorzulegen, das zunehmend unter dem Einfluss der SS stand. Im Juni 1933 reduzierte Hartinger den Umfang des Dossiers auf die vier eindeutigsten Fälle und Wintersberger unterzeichnete es, nachdem er den [[Reichsführer SS|SS-Reichsführer]] Heinrich Himmler informiert hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Timothy W. Ryback: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s First Victims: The Quest for Justice.&amp;#039;&amp;#039; Vintage, 2015. S. 183, 185, 186, 213, 253.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Morde in Dachau hörten plötzlich vorübergehend auf, Wäckerle wurde nach Stuttgart verlegt und von [[Theodor Eicke]] abgelöst. Die Anklage und die damit verbundenen Beweise erreichten das Büro des bayerischen Justizministers [[Hans Frank]], wurden jedoch von Gauleiter [[Adolf Wagner (Gauleiter)|Adolf Wagner]] abgefangen und in einen Schreibtisch gesperrt, der erst nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] von der US-Armee entdeckt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=United States Office of Chief of Counsel for the Prosecution of Axis Criminality |Titel=Nazi Conspiracy and Aggression |Band=3 |Verlag=U.S. Government Printing Office |Ort=Washington DC |Datum=1946 |Seiten=453 |Sprache=en |Online=[https://books.google.de/books/reader?id=FcpGAQAAMAAJ&amp;amp;pg=GBS.PA453&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false books.google.de]}}&amp;lt;!-- was genau soll hier wo stehen --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl Hartinger als auch Wintersberger wurden in die Provinz versetzt. Wintersberger wurde 1934 zum Senatspräsidenten am Oberlandesgericht [[Bamberg]] ernannt, Hartinger wirkte nach einer kurzen Versetzung nach München I ab 1936 in der Stadt [[Amberg]] als Landgerichtspräsident.&amp;lt;ref name=&amp;quot;distel-b&amp;quot;&amp;gt;{{Cite book |author=Barbara Distel, Nikolaus Wachsmann, Sybille Steinbacher |title=Staatlicher Terror und Zivilcourage in Die Linke im Visier: Zur Errichtung der Konzentrationslager 1933 |url=https://books.google.ie/books?id=EZZ4DwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA104&amp;amp;source=gbs_toc_r&amp;amp;cad=3#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false |publisher=Wallstein Verlag |location=Göttingen |isbn=978-3-8353-2630-9 |date=2014 |accessdate=2019-10-03 |pages=105}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotz genauer Beobachtung der hiesigen NS-Parteifunktionäre und der Befürchtung seiner Frau, dass ihr Haus durchsucht werden könnte, bewahrte Hartinger ein Paket mit Notizen aus der Dachau-Ermittlung auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Timothy W. Ryback: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s First Victims: The Quest for Justice.&amp;#039;&amp;#039; Vintage, 2015. S. 193, 255.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flamm wurde nicht länger als Gerichtsmediziner beschäftigt und soll zwei Mordversuche überlebt haben, bevor er im folgenden Jahr auf verdächtige Weise im psychiatrischen Krankenhaus [[Isar-Amper-Klinikum München-Ost|Eglfing-Haar]] starb. Flamms gründlich gesammelte und dokumentierte Beweise in Hartingers Anklageschrift halfen dabei, dass es 1947 bei den [[Nürnberger Prozesse]]n zu Verurteilungen führender Nazis kam. Wintersbergers mitschuldiges Verhalten ist in seinen eigenen Beweisen für den [[Prozess Wirtschafts-Verwaltungshauptamt der SS|Prozess gegen das Wirtschafts-Verwaltungshauptamt der SS]] dokumentiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-nuremburg-dachau.law&amp;quot;&amp;gt;{{cite web|title=1216-PS Concentration Camp Dachau: Special Orders (1933)|language=en|publisher=Harvard Law School Library Nuremberg Trials Project|accessdate=2019-09-11 |url=https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/3977-regulations-of-the-dachau?q=Dachau#p.1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegszeit 1939–45 ==&lt;br /&gt;
Das von der DDR herausgegebene [[Braunbuch]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;braunbuch&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Otfried Schmack, Gisela Ostberg, Gerhard Kurth |Titel=Braunbuch  Kriegs- und NAZI-verbrecher in der Bundesrepublik und in West-Berlin |Verlag=Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik |Ort= |Datum=1968 |Seiten=192}}&amp;lt;/ref&amp;gt; gab an, alle Funktionäre der Bundesrepublik Deutschland aufzulisten, die ehemalige Nazis und Kriegsverbrecher waren. In der Ausgabe von 1968 wird Josef Hartinger als ehemaliger Kriegsgerichtsrat des „Höheren Kommando LX“ (eine Kommunikationsabteilung der Wehrmacht) aufgeführt. Ob eine solche Position ihm die Gelegenheit zu Kriegsverbrechen verschafft hätte, ist fraglich, widerspricht aber der Aufzeichnung des Bayerischen Staatsarchivs, wonach er als Landgerichtsdirektor in der Stadt Amberg 1936 bis Kriegsende tätig war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;andersch-rev&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rolf Seubert, Jörg Döring, Markus Joch |Titel=Mein lumpiges Vierteljahr Haft in Alfred Andersch Revisited |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin |Datum=2011 |ISBN=978-3-11-026826-3 |Seiten=97–104 |Online=[https://books.google.de/books?id=3-9GC5S2Li0C&amp;amp;pg=PA97 books.google.de]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;distel-b&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut den &amp;#039;&amp;#039;Protokollen des Bayerischen Ministerrats&amp;#039;&amp;#039;, der historisch-kritischen Quellenedition der Historischen Kommission bei der [[Bayerische Akademie der Wissenschaften|Bayerischen Akademie der Wissenschaften]], war Hartinger zum 1. Mai 1937 der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 5.856.213)&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 3001/195680&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde durch Spruch der Spruchkammer Amberg-Stadt vom 6. August 1947 in die Gruppe IV der Mitläufer eingestuft. Im September 1947 erteilte die US-Militärregierung die Genehmigung zur Weiterbeschäftigung. Im Wiederaufnahmeverfahren wurde Hartinger durch Spruch der Spruchkammer Amberg-Stadt vom 5. April 1948 in die Gruppe V der Entlasteten eingestuft. Laut dieser Quelle wurde Hartinger zudem für November 1941 zum Landgerichtsdirektor und Vertreter des Landgerichtspräsidenten beim Landgericht Nürnberg-Fürth ernannt, trat diesen Dienst jedoch wegen der Teilnahme am 2. Weltkrieg nicht an. Bis 1945 befand er sich in Kriegsgefangenschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bayerischer-ministerrat.de/?vol=ehr33&amp;amp;doc=ehr33p164// &amp;#039;&amp;#039;Die Protokolle des Bayerischen Ministerrats 1945-1962&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
1946 wurden die vermissten Anklageakten von der US-Armee im bayerischen Justizministerium entdeckt und in den Prozessen gegen hochrangige Nazis vor dem Nürnberger Tribunal von 1947 als Beweismittel herangezogen. Flamms gründlich gesammelte und dokumentierte Beweise in Hartingers Anklageschrift stellten sicher, dass er Verurteilungen von hochrangigen Nazis erlangte wie [[Oswald Pohl]]. Wintersbergers mitschuldiges Verhalten ist in seinen eigenen Beweisen zum [[Prozess Wirtschafts-Verwaltungshauptamt der SS|Pohl-Prozess]] dokumentiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hls-nuremburg-dachau.law&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die drei in Hartingers ursprünglicher Anklageschrift genannten SS-Männer entweder bereits tot waren oder vermisst wurden, hatte die Anklageschrift auch „unbekannte Personen“ erwähnt, die möglicherweise in ihrem Namen gehandelt haben. Einer ihrer brutalsten Vertreter, [[Hans Steinbrenner (SS-Mitglied)|Hans Steinbrenner]], lebte noch. Auf der Grundlage von Hartingers ursprünglicher Anklage wurde Steinbrenner des Mordes an Louis Schloss und (mit neuen Beweisen von mehreren ehemaligen Dachauer Häftlingen&amp;lt;ref name=&amp;quot;andersch-rev&amp;quot; /&amp;gt;) der Morde von [[Wilhelm Aron]] und Karl Lehrburger angeklagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. März 1952 sprachen die neun Mitglieder des Schwurgerichts beim Landgericht München II das Urteil gegen Steinbrenner&amp;lt;ref name=&amp;quot;freiburg-rund&amp;quot;&amp;gt;{{Cite web |author=Otto Gritschneder |title=Es gab auch solche Staatsanwälte: Juni 1933: Anklageschrift gegen Dachauer KZ-Kommandanten |url=https://freidok.uni-freiburg.de/dnb/download/7065 |publisher=Freiburger Rundbrief Section 8 |date=1984 |accessdate=2019-10-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
unter folgenden Fälle:&lt;br /&gt;
* Mord an Schloss: nicht schuldig, schwere Körperverletzung: schuldig (Urteil 2 Jahre)&lt;br /&gt;
* Mord an Lehrburger schuldig, aber unter Zwang seines Kommandanten (10 Jahre Haft)&lt;br /&gt;
* Mord an Aron: Schuldig (lebenslange Freiheitsstrafe)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus seiner Zelle im Landsberg-Gefängnis schrieb Steinbrenner 1962 einen 8-seitigen Beichtbrief, den er über die Gefängnisbehörde an Hartinger sandte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freiburg-rund&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er teilte Hartinger mit, er selbst wäre 1933 getötet worden, wenn er nicht persönlich mit vielen mächtigen Würdenträgern bekannt gewesen wäre.&lt;br /&gt;
Im Mai 1963 wurde Steinbrenner aus dem Gefängnis in Landsberg am Lech in ein Pflegeheim in Berchtesgaden verlegt, wo er sich später erhängte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1948 wurde Hartinger nach erfolgtem [[Spruchkammerverfahren]] im Rahmen der [[Entnazifizierung]] zu seiner Position in Amberg zurückgeführt.&lt;br /&gt;
Karl Wintersberger hingegen wurde von seinem Spruchkammerverfahren in die Gruppe Mitläufer eingereiht, musste eine Geldsühne von 1.099,35 RM zahlen und in den Ruhestand treten.&lt;br /&gt;
Hartinger trat der CSU bei und war von November 1952 bis August 1954 Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Amberg-Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |title=Geschichte der CSU: Ein Portal der Hanns-Seidel-Stiftung E.V |url=https://www.csu-geschichte.de/personen/detail/josef-hartinger|publisher=Archiv für Christlich-Soziale Politik (ACSP)|location=Lazarettstraße 33, 80636 München|accessdate=2022-02-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1954 wurde Hartinger zum Bundesanwalt am neu gegründeten [[Bundesgerichtshof]] in [[Karlsruhe]] ernannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freiburg-rund&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite book|first1=Friedrich|last1=Kahlenberg| first2=Ursula|last2=Hüllbüsch|first3=Thomas| last3=Trumpp| title=Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung online; Kabinettssitzung am 13. Juli 1954 |url=https://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/0001/k/k1954k/kap1_2/kap2_27/para3_23.html|publisher=Harald Boldt Verlag |location=Boppard am Rhein|isbn=978-3-486-41917-7|language=de|date=1955|access-date=2022-02-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite book|first1=Hans|last1=Heger|title=Bundesrat Sitzungsbericht: Plenarprotokoll der Bundesratsitzung 23. Juli 1954 |page=224|url=http://www.bundesrat.de/SharedDocs/downloads/DE/plenarprotokolle/1954/Plenarprotokoll-127.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2| publisher=Scheur &amp;amp; Kroth oHG|location=Bonn|language=de|date=1954-07-27 |access-date=2022-02-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der BGH-Präsident [[Hermann Weinkauff]] war von 1932 bis 1937 Amtsgerichtsdirektor in München I (während Hartinger in München II war) und wechselte 1937 von der Staatsanwaltschaft an den Richtersenat (III. Strafsenat) des [[Reichsgericht]]s.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BrauneMäuse&amp;quot;&amp;gt;{{Cite journal |last1=Darnstädt |first1=Thomas |title=Braune Mäuse, graue Mäuse: Wie braun waren Deutschlands erste Richter |journal=Der Spiegel |date=2021-09-24 |url=https://www.spiegel.de/panorama/justiz/bundesverfassungsgericht-welche-rolle-hatten-die-ersten-juristen-unter-den-nazis-gespielt-a-68ebde62-9f0c-40bd-90a3-dbd7a22a2d4c}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Hartinger war vom 9. Dezember 1958 bis zu seinem Ruhestand am 5. Dezember 1966 Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Justiz in den Kabinetten von [[Kabinett Seidel II|Hanns Seidel]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;BSR-Seidel&amp;quot;&amp;gt;{{Cite web |title=Kabinett Dr. Hanns Seidel (1958-60) |url=https://www.bayern.de/staatsregierung/ministerpraesidenten-und-kabinette-seit-1945/dr-hanns-seidel/|publisher=Bayerische Staatsregierung |date=2020 |accessdate=2022-01-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kabinett Ehard IV|Hans Ehard]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;BSR-Ehard&amp;quot;&amp;gt;{{Cite web |title=Kabinett Dr. Hans Ehard (1960-62) |url=https://www.bayern.de/staatsregierung/ministerpraesidenten-und-kabinette-seit-1945/dr-hans-ehard/|publisher=Bayerische Staatsregierung |date=2020 |accessdate=2022-01-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Kabinett Goppel I|Alfons Goppel]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Goppel&amp;quot;&amp;gt;{{Cite web |title=Kabinett Dr. Alfons Goppel (1964-78) |url=https://www.bayern.de/staatsregierung/ministerpraesidenten-und-kabinette-seit-1945/dr-h-c-alfons-goppel/|publisher=Bayerische Staatsregierung |date=2020 |accessdate=2022-01-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er diente unter Justizministern der FDP und der CSU und wurde, obwohl er weithin als &amp;#039;&amp;#039;Politiker&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird, im Gegensatz zu den meisten Kabinettsmitgliedern, ohne Parteizugehörigkeit geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im Alter von über 90 Jahren sprach er über die Ereignisse um die gescheiterte Anklage gegen die Dachauer Lagerleitung.&lt;br /&gt;
1984 schrieb Hartinger auf Anfrage des bayerischen Justizministers [[August Lang (Politiker)|August Lang]] seine Erinnerung an die Ereignisse von 1933/34 nieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Timothy W. Ryback: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s First Victims: The Quest for Justice.&amp;#039;&amp;#039; Vintage, 2015. S. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anschließend gab er [[Barbara Distel]], Kuratorin der [[KZ-Gedenkstätte Dachau]], ein Interview.&lt;br /&gt;
Hartinger schloss seine Memoiren am 4. Februar 1984 ab und starb sechs Monate später.&amp;lt;ref&amp;gt;Timothy W. Ryback: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s First Victims: The Quest for Justice.&amp;#039;&amp;#039; Vintage, 2015. S. 213.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* 1917: [[Eisernes Kreuz]]&lt;br /&gt;
* 1918: [[Militärverdienstorden (Bayern)#1913–1918|Bayerisches Militärverdienstkreuz]]&lt;br /&gt;
* 1961: [[Bayerischer Verdienstorden]]&lt;br /&gt;
* 1967: [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großes Verdienstkreuz mit Stern]] der Bundesrepublik Deutschland&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans-Günter Richardi]]: &amp;#039;&amp;#039;Josef Hartinger (1893-1984), Der Staatsanwalt, der Himmler in die Enge trieb&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;[[Kritische Justiz]]&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Streitbare Juristen. Eine andere Tradition.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 1988, ISBN 3-7890-1580-6, S. 307&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
* [[Johann Schütz (Richter)|Johann Schütz]]: &amp;#039;&amp;#039;Josef Hartinger: ein mutiger Staatsanwalt im Kampf gegen den KZ-Terror.&amp;#039;&amp;#039; – München: Bayerisches Staatsministerium der Justiz, 1990.&lt;br /&gt;
* [[Timothy W. Ryback]]: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s First Victims: The Quest for Justice.&amp;#039;&amp;#039; New York 2014.&lt;br /&gt;
* {{Cite book|title=Concentration Camp Dachau: Special Orders 1933|url=https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/3977-regulations-of-the-dachau?q=Dachau#p.1|publisher=Harvard Law School Nuremburg Trials Project|date=1947|language=en}}&lt;br /&gt;
* {{Cite journal|title=Communists to be interned in Dachau|url=https://www.theguardian.com/theguardian/1933/mar/21/fromthearchive|journal=The Guardian|date=1933-03-21|language=en}}&lt;br /&gt;
* {{Cite web|author=Otto Gritschneder|title=Es gab auch solche Staatsanwälte: Juni 1933: Anklageschrift gegen Dachauer KZ-Kommandanten|url=https://freidok.uni-freiburg.de/dnb/download/7065|publisher=Freiburger Rundbrief Section 8|date=1984}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118941275}}&lt;br /&gt;
* {{HdBG Parlament|118941275}}&lt;br /&gt;
* {{cite web|title=Ausstellung KZ-Gedenkstätte Dachau: Abteilung 3.4|url=http://www.hdbg.de/dachau/pdfs/03/03_04/03_04_01.pdf|publisher=Haus der Bayerischen Geschichte, German and English|accessdate=2019-09-11}}&lt;br /&gt;
* {{cite web|title=Rudolf Benario und Ernst Goldmann in Dachau ermordet|url=http://www.der-landbote.de/Downloads/Der%20Mord%20an%20Ernst%20Jakob%20Goldmann.pdf|publisher=der Landbote, German|accessdate=2019-09-11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118941275|LCCN=n91079715|VIAF=32795776}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hartinger, Josef}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatssekretär (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsjurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:CSU-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1984]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hartinger, Josef&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hartinger, Josef Michael (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Verwaltungsjurist und Politiker (CSU)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=14. September 1893&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Pertolzhofen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=30. Juli 1984&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Pertolzhofen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sänger</name></author>
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