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	<title>Joking relationship - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T04:33:25Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Joking_relationship&amp;diff=445690&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Christof46: /* Scherzallianzen in der Sahelzone */</title>
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		<updated>2024-03-23T15:00:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Scherzallianzen in der Sahelzone&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;joking relationship&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Ethnologie]] eine feste [[Spott]]&amp;amp;shy;beziehung zwischen Stämmen, Nachbargemeinden, Berufsgruppen, Männern und Frauen u.&amp;amp;nbsp;ä. Als Synonyme werden hierfür auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cousinage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Scherzbeziehung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Scherzverwandtschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Scherzallianz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie äußert sich in festen [[Brauch|Bräuchen]] wie etwa wechselseitigen Spottgesängen bei Festen (häufig im subsaharischen Afrika). Die Toleranz gegenüber Derbheiten ist dabei gewöhnlich größer als dann, wenn kein solches Verhältnis etabliert ist und Spott dann als [[Ehrdelikt|Beleidigung]] aufgefasst wird (&amp;#039;&amp;#039;vgl.&amp;#039;&amp;#039; Mitchell 1956).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Scherzallianzen in der Sahelzone ==&lt;br /&gt;
Scherzbeziehungen werden im westlichen Afrika &amp;#039;&amp;#039;Sanankouya&amp;#039;&amp;#039; – oder &amp;#039;&amp;#039;Mangu&amp;#039;&amp;#039; beim Volk der [[Dogon]] – genannt. Sie bilden dort ein noch weit verbreitetes traditionelles Solidaritätssystem. Von manchen Ethnologen werden diese Beziehungen generalisierend &amp;#039;&amp;#039;Scherzverwandtschaft&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Scherzcousinage&amp;#039;&amp;#039; genannt. Sie beruhen jedoch nicht immer auf einer wirklichen Verwandtschaft zwischen Verbündeten im Gegensatz zur ebenfalls vorkommenden echten „Scherzverwandtschaft“, wo solche Beziehungen zwischen Personen bestehen, die tatsächlich miteinander verwandt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung des [[Sahelzone]] besteht aus über 60 Volksgruppen. Nur wenige [[Ethnie]]n haben angestammte feste [[Habitat#Lebensraum des Menschen|Lebensräume]]. Das Land bietet nur geringe Erträge für den Lebensunterhalt und ist dazu noch häufigen [[Heuschreckenplage]]n ausgesetzt. Das Ackerland wird auf Grund der Wüstenausdehnung und abnehmender Wasserversorgung immer knapper. Das [[Konflikt]]potential zwischen den Volksgruppen nimmt daher zu. In dieser Situation übernehmen die traditionellen Methoden der Konfliktbewältigung eine wichtige Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bemerkenswerteste Demonstration des Sanankouya ist die Scherzbeziehung zwischen Verbündeten. Die oft beleidigenden Äußerungen, die bei jeder Gelegenheit zwischen den Partnern ausgetauscht werden, haben keinerlei nachteilige Konsequenzen. In einer solchen rituellen [[Pöbelei]] kann es beispielsweise vorkommen, dass ein Mitglied der [[Bissa (Volk)|Bissa]] ein Mitglied der halbnomadischen [[Fulbe]] als notorischen Viehdieb beschimpft und dieser damit antwortet, der Bissa sei ja nur ein „Spinnenfresser“. Im Gegenteil, über diesen spielerischen Aspekt hinaus begründet die Allianz unter bestimmten Umständen eine Pflicht zum Beistand, die sich auch auf Konflikte erstreckt, die ein Partner mit Dritten hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Studien, die diesem typischen Phänomen der afrikanischen Westgesellschaften gewidmet sind, haben bezüglich der Ursprünge und Bedeutungen zu unterschiedlichen Interpretationen geführt. [[Marcel Griaule]] und V. Ostern haben es als eine „[[Katharsis (Psychologie)|kathartische]] Allianz mit reinigender Funktion“ interpretiert, an deren Anfang ein Schwur steht, der diesen Verbrüderungspakt besiegelt. Eine andere Erklärung nimmt Bezug auf den in der Sahelzone verbreiteten synkretistisch offenen [[Islam]], unter dessen weit gespanntem religiösen Dach die Kunst des Schmähens entstanden sei.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die eingegangene Allianz verpflichtet die Partner und ihre Nachkommen. Sie verbindet Gruppen, die verschiedene Familiennamen tragen, verschiedenen Volksgruppen angehören oder in verschiedenen Ländern Westafrikas leben. Man kann so z.&amp;amp;nbsp;B. die Allianzen [[Diarra]]-[[Traoré]], [[Keita (Familienname)|Keïta]]-[[Coulibaly]], [[Touré]]-[[Cissé (Begriffsklärung)|Cissé]]-[[Diaby]], [[Bathily]]-[[Soumaré]] finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sanankouya (mit der Bezeichnung Mangu bei den Dogon) kann einen inter-ethnischen Charakter haben ([[Mandinka|Mandinge]]-[[Peulh]], [[Bamanan]]-Peulh, [[Sonrhai]]-Dogon, Dogon-[[Bozo]], [[Minianka]]-[[Senufo (Volk)|Senufo]]), aber auch ethnische Gruppen oder Kasten verbinden. Es kommt auch vor, dass Gegenden mit homogenen Ethnien auf diese Art miteinander verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sanankouya der Westafrikaner macht es möglich, bei einem ersten Kontakt zu [[fraternisieren]] und Situationen abzuschwächen, die anderswo zu offenen Konflikten führen würden. In [[Mali]] handelt es sich bei Sanankouya sogar um eine Art Therapie, die täglich zur Regulierung der sozialen Beziehungen beiträgt. Die Scherze, welche die Verbündeten austauschen, tragen dazu bei, die Atmosphäre zu entspannen und das für den Dialog erforderliche Grundvertrauen zu erhalten. Der Schriftsteller [[Sory Camara]] beschrieb es folgendermaßen: &amp;#039;&amp;#039;Es handelt sich darum, den Krieg zu entschärfen, ihn zu spielen, um ihn nicht zu führen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Praktiken und Ausdrücke der joking relationships in [[Niger]]“ wurden 2014 in die [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit]] der UNESCO aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ich.unesco.org/en/RL/practices-and-expressions-of-joking-relationships-in-niger-01009 |titel=Practices and expressions of joking relationships in Niger |werk=Intangible heritage - Culture Sector - UNESCO |sprache=en |abruf=2017-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen in Deutschland ==&lt;br /&gt;
Reste finden sich auch in Deutschland, etwa im gegenseitigen Stehlen des [[Maibaum]]s durch die Jugend des Nachbardorfes, im Fußball z.&amp;amp;nbsp;B. beim [[Revierderby]], aber auch als das gelegentliche Lächerlichmachen z.&amp;amp;nbsp;B. zwischen [[Baden (Land)|Baden]] und [[Schwaben]]/[[Württemberg]] (dies zeigt sich insbesondere im [[Badnerlied#Text|Badnerlied]]) oder auch im [[Frankenlied#Fränkischer Zusatz|volkstümlichen Zusatz des Frankenliedes]]; hier klagen [[Franken (Region)|Franken]] augenzwinkernd über [[Altbayern]]. Außerdem zwischen [[Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf|Köln und Düsseldorf]], [[Offenbach am Main#Rivalität zwischen Offenbach und Frankfurt|Frankfurt am Main und Offenbach]] sowie bei [[AKK-Konflikt|Mainz und Wiesbaden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Ortsneckname]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Herrn Pastor sien Kauh]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[J. Clyde Mitchell]]: &amp;#039;&amp;#039;The [[Kalela-Tanz|Kalela dance]]. Aspects of social relationships among urban Africans in [[Nordrhodesien|Northern Rhodesia]].&amp;#039;&amp;#039; Manchester University Press, Manchester 1956.&lt;br /&gt;
* [[Publik-Forum]] Nr. 12 v. 22. Juni 2007.&lt;br /&gt;
* Les fondements endogènes d&amp;#039;une culture de la paix au Mali: Les mécanismes traditionnels de prévention et de résolution des conflits; [http://www.unesco.org/cpp/publications/mecanismes/edkonate.htm]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=Parentés, plaisanteries et politique |Sammelwerk=Cahiers d&amp;#039;études africaines |Band=184 |Verlag=EHESS| Ort=Paris |Datum=2006}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Marie-Aude Fouéré |Titel=Les relations à plaisanteries en Afrique (Tanzanie): discours savants et pratiques locales |Verlag=L&amp;#039;Harmattan |Ort=Paris |Datum=2008}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnosoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Repräsentatives immaterielles Kulturerbe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Christof46</name></author>
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