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	<title>Johannes Seluner - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Parpan05: /* Leben */ t</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt; t&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Johannes Seluner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Seluner,&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; * um [[1828]]; † [[20. Oktober]] [[1898]] in [[Nesslau]]) war ein [[Findelkind]] im [[Toggenburg]] in der [[Schweiz]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Johannes Seluner (1828–1898).jpg|mini|hochkant|Johannes Seluner]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Johannes Seluner Dokument 1844.jpg|mini|Protokollauszug 1844]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Am 9. September 1844 wurde auf der Seluner Alp im Gebiet der [[Churfirsten]] im [[Toggenburg]] vom Viehhirten Niklas Baumgartner ein fast nackter, «taubstummer» Junge gefunden. Da diese zu [[Alt St. Johann]] gehörte, wurde er der Behörde des Ortes übergeben und in die Armenanstalt des Dorfes eingewiesen. Ein untersuchender Arzt schätzte das Alter des Jungen auf 15 bis 16 Jahre. Nachforschungen durch die Polizei, auch per öffentlichem Steckbrief, blieben erfolglos. In ihm wurde der Knabe mit schwarzem Haar, einer Grösse von «4 Schuh und 7 Zoll», das sind rund 155 cm, mit «tölpelhaften Zügen» und einem «läppischen Gang mit vorhängenden Oberkörper» beschrieben. Die öffentliche Ausschreibung trug wesentlich zum Bekanntheitsgrad des «Seluners» bei, blieb aber erfolglos und wurde daraufhin eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Protokoll des Kleinen Rates St. Gallen wurde am 18. Dezember 1844 festgehalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;«Das Polizeidepartement berichtet, dass am 9. September der Geisshüter Niklaus Baumgartner in Starkenbach am Selunerberg einen von Kleidern fast ganz entblössten taubstummen Burschen gefunden habe, den er aus Mitleid mit sich genommen und ins Armenhaus nach Alt St. Johann geführt habe. Nach einem Befundberichte des Arztes Steiger in Alt Sankt Johann möge der Bursch 15-16 Jahre alt sein und er sei wirklich ganz taubstumm. Aus einzelnen Gebärden desselben wolle man schliessen, dass er der katholischen Konfession angehöre. Ungeachtet der öffentlichen Ausschreibung und angestellten Nachforschungen habe man dessen Herkunft nicht in Erfahrung bringen können. Das Departement müsse nun dem kleinen Rath überlassen, für Versorgung dieses unglücklichen Taubstummen, das Angemessene zu verfügen.»&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus verwaltungstechnischen Gründen wurde dem Jungen im August 1845 ein Name gegeben: Er wurde nach dem Namenspatron des Dorfes (Johannes) und dem Fundort (Seluner Alp) benannt. Die der Gemeinde Alt St. Johann entstandenen Kosten für den Unterhalt des Findlings wurden vom [[Kanton St. Gallen]] getragen. Ab 1850 wurde dem «Heimatlosen» aufgrund der neuen Bestimmungen zu den Bürgerrechten in der [[Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft]] das Bürgerrecht gegeben und [[Nesslau]] als seine Heimatgemeinde bestimmt. 1854 wurde er in das Armenhaus in Nesslau überstellt, die als Heimatgemeinde ab nun seine Unterhaltskosten zu tragen hatte. Am 20. Januar 1898 wurde Johannes Seluner nach katholischem Ritus getauft und ins Taufregister [[Neu St. Johann SG|Neu St. Johann]] eingetragen. Am 20. Oktober 1898 starb Johannes Seluner nach kurzer Krankheit und wurde am 23. Oktober 1898 auf dem Friedhof in Neu St. Johann unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung bestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Auf Betreiben von [[Emil Bächler]], vor allem aber des Arztes Ernst Gottlieb Finkbeiner aus [[Zuzwil SG]], zeichnete der Anthropologe, Rassenhygieniker und Direktor des Anthropologischen Instituts der [[Universität Zürich]] [[Otto Schlaginhaufen]] für eine Exhumierung des Skeletts von Johannes Seluner am 19. November 1926 verantwortlich, die von den Behörden bewilligt wurde. Das «Rätsel des Seluners», der während und nach seinem Leben über die Grenzen des Toggenburg bekannt geworden war, sollte gelüftet werden. Vor dem Hintergrund eugenischer Überlegungen dieser Zeit sollte ein Zusammenhang zwischen der geistigen wie körperlichen Einschränkung (vermuteter [[Kretinismus]]) des Betroffenen und Merkmalen von Neandertalern oder aussereuropäischen Völkern nachgewiesen werden. Die Untersuchungen zeigten allerdings nur altersbedingte Degenerationserscheinungen des Skeletts auf. Auf Initiative von Mitarbeitern des Anthropologischen Instituts der Universität Zürich und mit Unterstützung der politischen [[Nesslau|Gemeinde Nesslau]] sowie der katholischen Kirchgemeinde Neu St. Johann wurde Johannes Seluner am 9. September 2021 erneut bestattet auf dem Friedhof der Kirchgemeinde. Eine privatrechtliche Vereinbarung zwischen diesen Parteien soll eine erneute Exhumierung verhindern und damit die Totenruhe wahren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.ch/medienspiegel/johannes-seluner-in-wuerde-bestattet/ |titel=Johannes Seluner in Würde bestattet |werk=Gemeinsame Medienmitteilung der katholischen Kirchgemeinde Neu St. Johann, der politischen Gemeinde Nesslau sowie des Anthropologischen Instituts der Universität Zürich |datum=2021-09-09 |sprache=de-DE |abruf=2021-09-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nzz.ch/zuerich/zuerich-gebeine-von-johannes-seluner-wieder-im-toggenburg-ld.1644881 &amp;#039;&amp;#039;Johannes Seluner, das «wilde Mannli» aus dem Toggenburg, hat nach fast 100 Jahren seine letzte Ruhestätte erhalten&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 12. September 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie [[Rea Brändle]] in ihrem Buch nachweist, wurde Johannes Seluner wahrscheinlich schon während der Zeit seines Lebens, aber auch im Rahmen der zahlreichen [[Nachruf|Nekrologe]] auf ihn, zum Opfer nicht verbürgter Zuschreibungen, die seine karge Biographie mit zahlreichen zusätzlichen Elementen ausschmücken. Diese beziehen sich auf seine mögliche Herkunft und die Umstände der Auffindung sowie auf sein behauptetes Verhalten als «[[Wilder Mann]]», «[[Wolfskind]]» und «Idiot». Hinzuerfunden und ebenfalls durch keinerlei Fakten belegt sind etwa, dass Seluner beim Milchdiebstahl in eine Falle von Sennern gelaufen und so entdeckt worden war, ebenso unbewiesen wie seine angeblich adelige Herkunft, das ihm unterstellte ständige Zerreissen seiner Kleider, das angemutete tierähnliche Verhalten und seine angeblichen, mit einem Stier vergleichbaren Körperkräfte. Auch wird berichtet, dass er vor seiner Auffindung 1844 einige Zeit im [[Wildenmannlisloch]] verbracht hätte und eben einer der dort lebenden «Wilden Männer» gewesen sei. Diese Fabulierlust der vermeintlichen Augenzeugen und die Nacherzählungen nicht verbürgter biographischer Elemente finden sich in zahlreichen, bis heute als seriös geltenden Dokumenten, wie etwa die diesbezüglichen Aufsätze des Emil Bächler und der Eintrag zu Johannes Seluner in der 2003 im Auftrag des Kantons erschienenen Geschichte St. Gallens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere Dokumente zum Leben Johannes Seluners finden sich im Staatsarchiv St. Gallen. Die einzig von ihm erhaltene Fotografie aus der Zeit um 1880 wird im [[Toggenburger Museum]] in [[Lichtensteig]] aufbewahrt. Ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis steht im Buch von Rea Brändle «Johannes Seluner - Findling», Ausgabe 2016.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;150&amp;quot; widths=&amp;quot;240&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alp Selun.jpeg|Die Alp Selun, wo Johannes Seluner gefunden wurde&lt;br /&gt;
Alterswohnungen Nesslau.jpeg|Das ehemalige Armenhaus in Nesslau,&amp;lt;br /&amp;gt; heute Alterswohnungen&lt;br /&gt;
Seluner Grab 1.jpeg|Johannes Seluners Grab auf dem &amp;lt;br /&amp;gt;Friedhof Neu St. Johann&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rea Brändle]]: &amp;#039;&amp;#039;Johannes Seluner. Findling. Eine Recherche&amp;#039;&amp;#039;. Limmat-Verlag, Zürich 1990, ISBN 3-85791-162-X.&lt;br /&gt;
* Rea Brändle: &amp;#039;&amp;#039;Johannes Seluner. Findling: Eine Recherche&amp;#039;&amp;#039;. Erweiterte Neuausgabe. Chronos-Verlag, 2016, ISBN 978-3-0340-1340-6.&lt;br /&gt;
* [[Maja Fehlmann-von der Mühll]]: &amp;#039;&amp;#039;’s wild Mannli von Selun : Folklore und Forschung : eine Art Kolonisierung der Alpen?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schweizerisches Archiv für Volkskunde = Archives suisses des traditions populaires.&amp;#039;&amp;#039; Band 80, 1984.&lt;br /&gt;
* [[Emil Bächler]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Seluner.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Das Toggenburg.&amp;#039;&amp;#039; 8. Jg., Nr. 5, Gais 1933.&lt;br /&gt;
* [[Catherine Leutzinger-Piccand]]: &amp;#039;&amp;#039;Die wahre Geschichte des Seluners.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;St. Galler Geschichte 2002.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Frühzeit bis Hochmittelalter. St. Gallen.&amp;#039;&amp;#039; 2003.&lt;br /&gt;
* [[Otto Schlaginhaufen]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Skelett des Johannes Seluner&amp;#039;&amp;#039;. Zollikofer, 1933.&lt;br /&gt;
* Hieronymus Brunner: &amp;#039;&amp;#039;Johannes Seluner.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schweizer Illustrierte.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 7, 1903, S. 23–24. [https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=dis-001:1903:7#37 (e-periodica.ch])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118913921}}&lt;br /&gt;
* Schweizer Radio und Fernsehen SRF: [https://www.srf.ch/play/tv/srf-bi-de-luet---live/video/sage-johannes-seluner?urn=urn:srf:video:d11b5945-2784-4d85-9023-9bed72084243 SRF bi de Lüt] (TV-Sendung, ab 1:10:55)&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.altstjohann.ch/gemeinde/geschichte.php#seluner |titel=Johannes Seluner, ein rätselhaftes Wesen |werk=Website Gemeinde Alt St. Johan |archiv-url=https://web.archive.org/web/20080306092245/http://www.altstjohann.ch/gemeinde/geschichte.php#seluner |archiv-datum=2008-03-06 |abruf=2019-06-11 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Dorothee Vögeli |url=https://www.nzz.ch/zuerich/neuerscheinung-zu-johannes-seluner-das-wolfskind-aus-dem-toggenburg-ld.132768 |titel=Neuerscheinung zu Johannes Seluner: Das Wolfskind aus dem Toggenburg |werk=[[Neue Zürcher Zeitung]] |datum=2016-12-06 |abruf=2019-06-11 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* [https://www.saiten.ch/selig-unseliger-seluner/ Roman Hertler: &amp;#039;&amp;#039;Selig unseliger Seluner&amp;#039;&amp;#039;. In Magazin &amp;quot;Saiten&amp;quot;, 22. September 2021]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118913921|LCCN=n90709648|VIAF=31164952}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Seluner, Johannes}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person unbekannten Namens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1898]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Seluner, Johannes&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Seluner&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Findelkind&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 1828&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. Oktober 1898&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Nesslau]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Parpan05</name></author>
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