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	<title>Johann Wessel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T07:01:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Johann_Wessel&amp;diff=908037&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;M Huhn: das Epitheton &#039;&#039;„Lux mundi“; passenderes Wort</title>
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		<updated>2024-08-06T15:19:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;das Epitheton &amp;#039;&amp;#039;„Lux mundi“; passenderes Wort&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Platoniker und Humanisten Johann Wessel; zu anderen Personen siehe [[Johann Wessel (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Portret van Johan Wessel Gansfoort, RP-P-OB-46.675.jpg|mini|Johann Wessel Gansfort]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Johann Wessel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (mit den Beinamen &amp;#039;&amp;#039;Gansfort&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Goesfort&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Gösevort&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Basileus]]&amp;#039;&amp;#039;, dem griechischen Wort für Wessel;&amp;lt;ref&amp;gt;laut ADB kommt der Beiname Goesfort von [[Goes]] in Westfalen, wo die Familie Wessel herstammte&amp;lt;/ref&amp;gt; * [[1419]] in [[Groningen]]; † [[4. Oktober]] [[1489]] ebenda) war ein [[Platonismus|Platoniker]] und [[Renaissance-Humanismus|Humanist]] und Vorläufer der [[Reformation]]. Seine Zeitgenossen ehrten ihn wegen seiner scharfsinnigen Beweisführungen gegen Autoritäten, insbesondere [[Thomas von Aquin]], mit den [[Epitheton|Epitheta]] &amp;#039;&amp;#039;Lux mundi&amp;#039;&amp;#039; (Licht der Welt), so auch in seiner Grabinschrift, und &amp;#039;&amp;#039;Magister contradictionis&amp;#039;&amp;#039; (Meister des Widerspruchs).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Johann Wessel Gansfort war Sohn eines Bäckers. Früh verwaist kam er auf die berühmte Schule in [[Zwolle]] (heute Niederlande) und lebte im Konvikt der [[Brüder vom gemeinsamen Leben]] im nahen Kloster auf dem Agnetenberg. Dort begegnete er dem [[Augustinerorden|Augustiner]]-Mönch und [[Mystiker]] [[Thomas von Kempen]], der das nach der Bibel meistverbreitete Buch des [[Spätmittelalter]]s, die [[Nachfolge Christi]] (&amp;#039;&amp;#039;De imitatione Christi&amp;#039;&amp;#039;) und zahlreiche asketische, historiographische und biographische Werke verfasste. Wessel beschäftigte sich intensiv mit Thomas von Kempens innerlicher Vertiefung und gläubiger Heilsverfassung. Er verband diese Erfahrung mit der Schärfe seines logischen Denkens und der Freude an dialektischen Untersuchungen und Auseinandersetzungen. Er erhielt in Zwolle schon nach kurzer Zeit ein Lehramt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;&amp;gt;siehe Weblink Allgemeine Deutsche Bibliothek ADB&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur weiteren Studien und intensiverer Bildung in der [[Dialektik]] ging er 1449 nach Köln und kam dort in der Bursa Laurentiana unter, die ein Landsmann von ihm gegründet hatte. Die damaligen Lehrer an der Universität waren fast durchgängig Anhänger des Realismus. Auch Wessel sympathisierte mit dieser philosophischen Denkrichtung und begann gleichzeitig seine humanistischen Studien. An alten Sprachen studierte er Griechisch und – wahrscheinlich unter Anleitung jüdischer Lehrer – Hebräisch. Den aus Vorlesungen und Lektüre angehäuften Wissensstoff legte er in einer Sammlung an, die er &amp;#039;&amp;#039;mare magnum&amp;#039;&amp;#039; nannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Köln]] erwarb er die Magisterwürde. Vom Beichtvater des Erzbischofs von Köln empfohlen, erhielt er einen Ruf an die [[Universität Heidelberg]]. Er setzte 1456/57 dort das Studium fort&amp;lt;ref&amp;gt;Matrikeleintrag vom 1. Juni 1456: „Mag. Coloniensis Wessellus Goszfort de Gruningen Traiect. dyoc.“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und lehrte auch in der Artistenfakultät.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe Weblink Heidelberg mobil&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem kurzen Aufenthalt in Löwen zog es ihn zur weiteren wissenschaftliche Ausbildung nach [[Paris]], dem geistigen Mittelpunkt jener Zeit. Dort war gerade die Auseinandersetzung im [[Universalienstreit]] der Verfechter des Nominalismus gegen jene des Realismus, insbesondere der Landsleute Wessels [[Heinrich von Zomeren]] und [[Nikolaus von Utrecht]], heftig im Gange. Wessel wollte sich auf der Seite des [[Realismus (Philosophie)|Realismus]] an der philosophischen Auseinandersetzung beteiligen. Während der Vorbereitungen überzeugten ihn aber die Argumente des [[Universalienproblem|Nominalismus]]. Zwar behielt er seine Einstellung zu Plato, Augustinus und der Scholastik bei, jedoch ist anzunehmen, dass sich seine Einstellung zur Kirchenpolitik änderte. Die Nominalisten waren fast durchgängig antipäpstlich gesinnt und auch Wessel wandte sich allmählich dieser Gesinnung zu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Epitaaf Wessel Gansfort.jpg|mini|220px|Epitaph und Grabstein an der Westwand der Groninger Martinikerk]]&lt;br /&gt;
Wessel blieb 16 Jahre in Paris. Ob er dort als akademischer Lehrer wirkte, ist umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Das BBKL behauptet das, die AGB stellt ein öffentliches Lehramt Abrede, hält jedoch Lehrauftritte in größeren und kleineren Kreisen für wahrscheinlich&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich wurde der Nominalismus verboten und Wessel, der Auseinandersetzungen überdrüssig, widmete sich hauptsächlich der Unterstützung des Humanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorübergehend weilte er in [[Angers]]. Nach [[Rom]] zog ihn 1470 seine Freundschaft mit Kardinal [[Bessarion]] und sein Interesse an weiteren Studien. Von Papst Sixtus IV. angebotene Ämter schlug er aus. Seine weiteren Stationen waren [[Venedig]] und [[Basel]]. In Basel traf er Johann Reuchlin und Rudolf Agricola und unterhielt mit ihnen eine lebhafte wissenschaftliche Beziehung. 1474 kehrte Johann Wessel Gansfort über Heidelberg und Köln in seine Heimat zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine letzten Jahre lebte Wessel in verschiedenen Klöstern teils in Groningen,&amp;lt;ref&amp;gt;Renée Nip: &amp;#039;&amp;#039;Opname in een groter verband&amp;#039;&amp;#039;. In: Maarten Duijvendak, Hidde Feenstra, Martin Hillenga, Catrien Santing (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschiedenis van Groningen&amp;#039;&amp;#039;, Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Prehistorie – Middeleuwen&amp;#039;&amp;#039;. Waanders, Zwolle 2008, ISBN 978-90-400-8539-0, S. 295–361, hier S. 305.&amp;lt;/ref&amp;gt; teils auf dem Agnetenberg bei Zwolle unter dem Schutz seines Gönners, des Bischofs David von Utrecht, denn seitdem man Männer wie den Theologen [[Johann von Wesel|Johann Rucherath]] (Wesel) verfolgte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot; /&amp;gt; fühlte auch er sich nicht mehr sicher.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Tod wurden seine Überreste zuerst im Groninger [[Klarissen]]kloster beigesetzt. 1862 wurden sie dann in die [[Martinikerk (Groningen)|Martinikerk]] überführt. Dort wurde gegen die Westmauer ein [[Epitaph]] aufgerichtet,&amp;lt;ref&amp;gt;Dick Vos: &amp;#039;&amp;#039;111 plekken in Groningen die je gezien moet hebben&amp;#039;&amp;#039;. Uitgeverij Thoth, Bussum 2019, ISBN 978-90-6868-778-1, S. 120.&amp;lt;/ref&amp;gt; an dessen Füssen der alte Grabstein gelegt wurde. 1962 wurden die Überreste bei der letzten Restaurierung der Kirche aufgegraben. Der Grabstein wurde dann neben dem Epitaph eingemauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung auf die Reformation ==&lt;br /&gt;
Unter dem Einfluss der Brüder vom gemeinsamen Leben und der Schriften des [[Augustinus von Hippo|Aurelius Augustinus]] befasste sich Wessel mit gewissen Anschauungen der Bibel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BBKL&amp;quot;&amp;gt;siehe Weblink Kirchenlexikon BBKL&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Martin Luther]] bezog sich 1522 in seinem Vorwort zu einer Sammlung kleinerer Traktate und Briefe Wessels auf dessen sehr auf die Bibel ausgerichteten Glauben und seine Lehre:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;hic si mihi antea fuisset lectus, poterat hostibus meis videri Lutherus omnia ex Wesselo hausisse adeo spiritus utriusque conspirat in unum.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wenn ich den Wessel zuvor gelesen hätte, so ließen meine Widersacher sich dünken, Luther habe alles Wessel entnommen, also stimmt unser beider Geist zusammen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;BBKL&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bibliographische Kirchenlexikon lässt jedoch die Aussage, Wessel sei ein &amp;#039;&amp;#039;Vorläufer der Reformation&amp;#039;&amp;#039; gewesen, nur bedingt gelten und begründet dies damit, Wessel stehe in grundlegenden Punkten wie im Artikel von der Rechtfertigung noch ganz auf dem Boden der mittelalterlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten der Schriften Wessels wurden von der [[Inquisition]] vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kennzeichnend für seine theologische Auffassung ist sein Bekenntnis auf dem Sterbebett: &amp;#039;&amp;#039;Ich kenne Niemand als Jesus den Gekreuzigten.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Freunde waren die gleichgesinnten Theologen und Humanisten Heinrich von Rees, Abt von Advert, Rudolf Lange, Johann Agricola, Hermann von dem Busch.&amp;lt;ref&amp;gt;ADB Bd. 3, S. 637–640&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De oratione&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De sacra Eucharistia&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De passione Christi&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De purgatorio et indulgentia&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Farrago rerum theologicarum&amp;#039;&amp;#039;, mit Vorrede von [[Martin Luther]], [[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]] 1522 (auch Groningen 1614 und Amsterdam 1617)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Fokke Akkerman u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wessel Gansfort (1419–1489) and Northern Humanism.&amp;#039;&amp;#039; Brill, Leiden 1993, ISBN 90-04-09857-7&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629153214/http://www.bautz.de/bbkl/g/gansfort_w.shtml |artikel=Gansfort, Wessel|autor=[[Friedrich Wilhelm Bautz]]|band=2|spalten=176-177}}&lt;br /&gt;
* {{ADB|42|761|763|Wessel, Johann|Adolf Brecher|ADB:Wessel, Johann Gansfort}}    &lt;br /&gt;
* Lee Daniel Snyder: &amp;#039;&amp;#039;Wessel Gansfort and the Art of Meditation&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge (Massachusetts) 1966 (Dissertation)&lt;br /&gt;
* Hendricus Joseph Johannes Wachters: &amp;#039;&amp;#039;Wessel Gansfort&amp;#039;&amp;#039;, 1940&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629092937/http://www.bautz.de/bbkl/j/Johannes_w_ga.shtml |artikel=Johannes Wessel Gansfort|autor=Harald Wagner|band=3|spalten=369-370}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/philo/galerie/neuzeit/gansfo.htm  Kurzbeschreibung bei der philosophischen Fakultät der Uni Düsseldorf]&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118941232}}&lt;br /&gt;
* [https://www.projekt-gutenberg.org/opitz/gedichte/chap003.html Gedichtpredigt zu Buntzlaw im Gutenberg-Spiegel]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118941232|LCCN=n/93/26352|VIAF=52488600}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wessel, Johann}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Renaissance-Humanist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brüder vom gemeinsamen Leben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1419]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1489]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wessel, Johann&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Wessel Gansfort, Johann; Wessel Goesfort, Johann; Gansfort, Johannes; Wessel, Johann Gansfort; Gansfort, Wessel; Johannes Gansfortius; Johannes Groninganus; Wesselius Groningensis; Wessel, Johann Gösevort&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Platoniker und Humanist und Vorläufer der Reformation&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1419&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Groningen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=4. Oktober 1489&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Groningen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;M Huhn</name></author>
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