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	<title>Johann Tetzel - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Johann_Tetzel&amp;diff=2285990&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Khatschaturjan am 28. November 2025 um 16:51 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Johann-tetzel-1.jpg|mini|Johann Tetzel, fiktives Porträt ([[Kupferstich|Stich]] 1717). Ein nach dem Leben gezeichnetes Bildnis von Johann Tetzel ist nicht überliefert;&amp;lt;ref&amp;gt;Enno Bünz: &amp;#039;&amp;#039;„der große Schreihals“ Johann Tetzel&amp;#039;&amp;#039;. Vortrag im Leibnizforum Leipzig, 27. September 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; spätere Bilder – wie dieses zum 200. Jahrestag der Reformation – stellen ihn üblicherweise in polemischer Absicht dar: wohlgenährt und mit Hinweisen auf seine Einnahmen.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Johann Tetzel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Johannes Tetzel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Dietze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Dietzel&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Tetzell&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Detzel&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Thizell&amp;#039;&amp;#039; (*&amp;amp;nbsp;um [[1460]] oder um [[1465]] in [[Pirna]] oder [[Leipzig]];&amp;lt;ref&amp;gt;In der Literatur sind beide Angaben zu finden. Zur Diskussion dazu siehe Enno Bünz: &amp;#039;&amp;#039;Sachsens berühmtester Mönch – Johann Tetzel aus Pirna.&amp;#039;&amp;#039; In: Enno Bünz, Dirk Martin Mütze, Sabine Zinsmeyer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Neue Forschungen zu sächsischen Klöstern. Ergebnisse und Perspektiven der Arbeit am Sächsischen Klosterbuch&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 62). Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2020, ISBN 978-3-96023-306-0, S. 41–82, hier S. 50–52.&amp;lt;/ref&amp;gt; † [[11. August]] [[1519]] in Leipzig) war ein deutscher [[Dominikaner]] und [[Ablass]]prediger. Seine Predigten veranlassten [[Martin Luther|Luther]] zur Abfassung seiner gegen den Ablass gerichteten [[95 Thesen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Johann Tetzel war der Sohn des Hans Dietze oder Dietzel, eines [[Goldschmied]]s oder Betreibers eines Fuhrmanns- und Handelsgeschäfts&amp;lt;ref&amp;gt;Auch das Handwerk des Weißbäckers könnte er zeitweise ausgeübt haben.&amp;lt;/ref&amp;gt; in Pirna. Sein Geburtshaus befindet sich in der heutigen Schmiedestraße.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.pirna.de/Persoenlichkeiten_Johann_Tetzel_um_-.4570d1493/ |wayback=20180820234807 |text=Johann Tetzel (um 1465–1519)}}, Stadtverwaltung Pirna&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Wintersemester 1482/83 wurde er an der Universität Leipzig als „Johannes Tetzil de Liptzk“ immatrikuliert. 1487 wurde Tetzel zum [[Bachelor#Begriffsgeschichte|Baccalaureus artium]] promoviert. Am 19. Dezember 1489 empfing er die niederen geistlichen Weihen; die Weihenotiz dokumentiert, dass er in den vorausgehenden Monaten in das [[Dominikanerkloster St. Pauli Leipzig|Dominikanerkloster St.&amp;amp;nbsp;Pauli]] in Leipzig eingetreten war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Volker Honemann |Titel=Johann Tetzel wird am 18. April 1489 in den geistlichen Stand aufgenommen und empfängt am 19. Dezember 1489 als Dominikaner die niederen Weihen von Bischof Adolf von Merseburg |Hrsg=Enno Bünz, Hartmut Kühne, Peter Wiegand |Sammelwerk=Johann Tetzel und der Ablass. Begleitband zur Ausstellung »Tetzel – Ablass – Fegefeuer« in Mönchenkloster und Nikolaikirche Jüterbog |Verlag=Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte |Ort=Berlin |Datum=2017 |Seiten=310}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Tetzel-Haus Pirna.jpg|miniatur|Das in Pirna als sein Geburtshaus bezeichnete Tetzelhaus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1504 begann Tetzel seine Tätigkeit im Ablasshandel zunächst für den [[Deutscher Orden|Deutschen Ritterorden]]. Nach einer kurzen Amtszeit als [[Prior]] in [[Głogów|Glogau]] war er von 1505 bis 1510 als Ablassprediger in Sachsen unterwegs. Hier wurde ihm ein unsolider Lebenswandel nachgesagt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot;&amp;gt;{{ADB|37|605|609|Tetzel, Johann|Adolf Brecher|ADB:Tetzel, Johann}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach war er mutmaßlich im süddeutschen Raum tätig. Anders als von Martin Luther in dessen Propagandaschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Wider Hans Worst]]&amp;#039;&amp;#039; behauptet, war Tetzel allerdings nie in Innsbruck und wurde demzufolge dort auch nicht wegen Ehebruchs und Spielbetrugs zum Tode durch Ertränken verurteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gröne-202&amp;quot;&amp;gt;[[Valentin Gröne]]: &amp;#039;&amp;#039;Tetzel und Luther: oder Lebensgeschichte und Rechtfertigung des Ablaßpredigers und Inquisitors Dr. Johann Tetzel.&amp;#039;&amp;#039; Soest 1860, S. 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Enno Bünz, Hartmut Kühne, Peter Wiegand (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Johann Tetzel und der Ablass.&amp;#039;&amp;#039; Begleitband zur Ausstellung »Tetzel – Ablass – Fegefeuer« in Jüterbog 2017, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt; Überhaupt sind viele biografische Angaben zu Tetzel äußerst fraglich, da seit Luther und dessen erstem Biografen [[Johann Mathesius]] über den Ablass-Prediger zahlreiche frei erfundene Anekdoten im Umlauf sind. So soll Tetzel vom Kurfürsten [[Friedrich III. (Sachsen)|Friedrich von Sachsen]] beim Kaiser [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian&amp;amp;nbsp;I.]] nach dem angeblichen Geschlechtsverkehr mit einer verheirateten Frau „losgebeten“ worden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADB&amp;quot; /&amp;gt; Möglicherweise hatte Tetzel jedoch mit einer unbekannten Frau zwei Kinder, wie in einem zeitgenössischen Brief (1519) von [[Karl von Miltitz (Nuntius)|Karl von Miltitz]] an Degenhard Pfeffinger angedeutet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bünz/Kühne/Wiegand-88&amp;quot;&amp;gt;Enno Bünz, Hartmut Kühne, Peter Wiegand (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Johann Tetzel und der Ablass.&amp;#039;&amp;#039; Begleitband zur Ausstellung »Tetzel – Ablass – Fegefeuer« in Jüterbog 2017, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine zeitweilige Gefangenschaft im „Turm zu Leipzig“ ist ebenso zu den Propaganda-Legenden zu rechnen wie eine „ewige Klosterhaft“ in Pirna, wo er seinen Gegnern zufolge die „Hurerey nicht gelassen“ und eine Magd geschwängert haben soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bünz/Kühne/Wiegand-88&amp;quot; /&amp;gt; Ähnliches gilt für eine Rom-Reise im Jahr 1512 oder 1514, die tatsächlich nicht stattgefunden hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gröne-202&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1508/1509 hielt sich Tetzel in Alt [[Giebułtów|Gebhardsdorf]] No.&amp;amp;nbsp;3 im [[Queiskreis]] auf. Eine Einreise nach Schlesien wurde ihm versagt. Trotzdem ließ er aus Dankbarkeit für die guten Geschäfte die Kapellen in Friedeberg und Gebhardsdorf auf seine Kosten renovieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Pellegrini: &amp;#039;&amp;#039;Kurze Geschichte der Gemeinde Gebhardsdorf.&amp;#039;&amp;#039; Arthur Dresler, Friedeberg am Queis 1927, S.&amp;amp;nbsp;10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
1516 ernannte das [[Bistum Meißen]] Tetzel zum Subkommissar beim Ablasshandel für den Bau der [[Petersdom|Peterskirche]] in Rom. In gleicher Mission, aber nun als Generalsubkommissar, war er ab 1517 im Auftrag des [[Erzbischof]]s von Mainz [[Albrecht von Brandenburg]] in den Bistümern [[Bistum Halberstadt|Halberstadt]] und [[Bistum Magdeburg|Magdeburg]] unterwegs. Hier lassen sich Aufenthalte in [[Lutherstadt Eisleben|Eisleben]], [[Halle (Saale)|Halle]], [[Zerbst/Anhalt|Zerbst]], [[Berlin]], [[Jüterbog]] und [[Magdeburg]] nachweisen. Dieses Wirken war auch der Anlass für den Thesenanschlag Luthers in [[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]] und den Beginn der [[Reformation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1518 lebte Tetzel wieder im Paulinerkloster in Leipzig. Im selben Jahr wurde er aufgrund einer Ermächtigung durch Papst [[Leo X.]] zum Doktor der Theologie ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1519 starb er in Leipzig an der [[Pest]]. Er wurde im Chor der [[Paulinerkirche (Leipzig)|Paulinerkirche]] begraben, der 1546 wegen des Ausbaus der städtischen Befestigungsanlagen für den [[Schmalkaldischer Krieg|Schmalkaldischen Krieg]] zum Teil abgetragen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Birk Engmann: &amp;#039;&amp;#039;Eine Reise durch die Jahrhunderte: Die bauliche Entwicklung der Universität im Stadtzentrum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vivat, Crescat, Floreat: Sonderedition der [[Leipziger Blätter]] zum 600. Gründungstag der Universität Leipzig.&amp;#039;&amp;#039; Passage, Leipzig 2009, ISBN 978-3-938543-53-5, S. 54–61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ablasshandel ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pirna Tetzelsäule (03).JPG|miniatur|Die &amp;#039;&amp;#039;Tetzelsäule&amp;#039;&amp;#039; an der [[Elbe]] nahe [[Pirna]]. Hier soll Tetzel gepredigt haben.]]&lt;br /&gt;
Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war der Ablasshandel streng geregelt; nur bestimmte Sündenstrafen konnten durch Geld und keinesfalls ohne tätige Reue erlassen werden. Tetzel übertrieb den Umfang des Ablasses. Mit seinen Parolen: {{Zitat|Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt}} oder {{Zitat|Wenn ihr mir euer Geld gebt, dann werden eure toten Verwandten auch nicht mehr in der Hölle schmoren, sondern in den Himmel kommen}} soll Johann Tetzel in der Art eines Marktschreiers den Ablasshandel eröffnet haben. Ins heutige Deutsch übertragen ist jedoch heute der Ausruf {{Zitat|Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!}} der Allgemeinheit geläufiger – ein Satz, der wahrscheinlich einer Auseinandersetzung an der Pariser [[Sorbonne]] im Jahre 1484 durch [[Jean Laillier]] entstammte&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Boehmer: &amp;#039;&amp;#039;Der junge Luther. Martin Luther und die Reformation: Mit 39 Abbildungen nach Holzschnitten und Kupferstichen des 16. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Diplomica Verlag, Hamburg 2018, ISBN 978-3-96337-026-7, S.&amp;amp;nbsp;165&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Magister der [[Sieben Freie Künste|freien Künste]] und Professor für Theologie, der nicht nur den Vorrang der römischen Kirche in Frage stellte, sondern auch die Absichten eines Mönches verurteilte, der den Ablass zu Stiftungszwecken einforderte, verkürzt in Deutsch „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt“&amp;lt;ref&amp;gt;„[…] toute âme du purgatoire s’envole immédiatement au ciel […] dans les troncs pour la réparation de l’église de [[Kathedrale von Beauvais|Cathédrale Saint-Pierre de Beauvais]]“ In: Plessis d’Argentré, Collectio Judiciorum de Novis Erroribus.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Luise Schorn-Schütte]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Reformation. Vorgeschichte, Verlauf, Wirkung&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2006, S.&amp;amp;nbsp;32.&amp;lt;/ref&amp;gt; – ein Satz, mit dem man auch das [[Handeln]] des Ablasspredigers Johann Tetzel [[Paraphrasierung|paraphrasieren]] könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hälfte der Einnahmen diente dem Bau des Petersdoms in Rom, während sich der Erzbischof [[Albrecht von Brandenburg]] und der jeweilige Ablassprediger die andere Hälfte teilten. Der Bischof benötigte die Einkünfte, um seine gegenüber den [[Jakob Fugger|Fuggern]] aufgelaufenen Schulden abzuzahlen. Um den Anteil des Bankhauses zu sichern, begleiteten Vertreter der Fugger Tetzel und zogen bei Verkaufsaktionen die Tilgungssummen ein. Ein Teil dieser Schulden war durch Gebühren entstanden, die der Papst dafür verlangte, dass er Albrecht von den Vorschriften gegen Ämterhäufung [[dispens]]iert hatte. Somit konnte Albrecht zusätzlich zu den Bischofssitzen von [[Bistum Magdeburg|Magdeburg]] und [[Bistum Halberstadt|Halberstadt]] den wichtigsten deutschen Erzbischofsstuhl von [[Bistum Mainz#Neuzeit und Reformation|Mainz]], lateinisch &amp;#039;&amp;#039;[[Bistum Mainz#Lage und Bedeutung|Sancta sedes (Moguntia)]]&amp;#039;&amp;#039;, der mit dem Erzkanzleramt über den deutschen Teil des Reiches verbunden war, erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tetzel wirkte zwar im Gebiet des Erzbistums Magdeburg, doch kamen zu ihm auch die Wittenberger Bürger, um sich, statt durch echte Buße, durch Geld von ihren Sünden zu befreien. Martin Luther, Beichtvater vieler Wittenberger, bemerkte dies mit Bitterkeit. Er prangerte den seiner Meinung nach schändlichen Ablasshandel an, da dieser seine Vorstellung von einem sündigen Menschen, der sich wegen schlimmer Taten einem Leben der Demut unterwirft, geradezu verhöhnte. Die [[95 Thesen]], die er als Reaktion darauf in Wittenberg veröffentlicht haben soll, stehen für den Ausdruck einer tiefgreifenden Enttäuschung und gelten als Auslöser der Reformation. Kurz vor Tetzels Tod schickte Luther ihm einen Trostbrief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch an andern Orten wurde Tetzel kritisch gesehen. Der Pfarrer am [[Ulmer Münster]], [[Konrad Krafft]] etwa, hielt 1517 eine Predigt gegen Johann Tetzels Ablasspraxis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tetzel soll seine Ablassbriefe auch in [[Küblingen]] in der dortigen [[Wallfahrtskirche St. Marien (Küblingen)|Wallfahrtskirche St.&amp;amp;nbsp;Marien]] verkauft haben. Im nahegelegenen [[Elm (Höhenzug)|Elm]], einem Höhenzug knapp 20 Kilometer östlich von [[Braunschweig]], soll 1518 laut einer Sage unter dem [[Tetzelstein]] ein Ablassprediger begraben worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tetzelkasten ==&lt;br /&gt;
Der Tetzelkasten war der Kasten zum Sammeln der Erlöse aus dem [[Ablass]]verkauf. Um die Menschen zum Kauf zu bewegen, ließ Tetzel einen [[Teufel]] auf den Kasten malen, der die armen Seelen im [[Fegefeuer]] quält. Darüber stand geschrieben: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carl Eduard Vehse]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Weltgeschichte aus dem Standpunkte der Cultur und der nationalen Charakteristik.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Walther, Dresden 1842, Bd. 2, S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Braunschweig ===&lt;br /&gt;
[[Datei:J37 069 »Tetzelkasten«.jpg|miniatur|Tetzelkasten in [[Jüterbog]], um 1510]]&lt;br /&gt;
Einer der bisher gefundenen Tetzelkästen (auch &amp;#039;&amp;#039;Ablasslade&amp;#039;&amp;#039; genannt), in denen die Bußgelder verwahrt wurden, befindet sich im [[Städtisches Museum (Braunschweig)|Städtischen Museum Braunschweig]] im [[Altstadtrathaus (Braunschweig)|Altstadtrathaus]]. Er entstammt der Peterskapelle der [[Burg Süpplingenburg]], in der Tetzel gepredigt und diesen Kasten verwendet haben soll. Dieser ist mit breiten [[Eisenblech]]en beschlagen und besitzt seitlich zwei Tragegriffe. Auf der Vorderseite waren drei Schlösser angebracht, deren Öffnung wahrscheinlich nur der römischen Kurie, den Fuggern und Erzbischof Albrecht vorbehalten war. Seine Abmessungen sind 40,6 × 82,5 × 47,5 cm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jüterbog ===&lt;br /&gt;
Auch die [[St. Nikolai (Jüterbog)|Nikolaikirche in Jüterbog]] besitzt einen Tetzelkasten. Hans von Hake (1472–1541) aus [[Stülpe]] übergab Jüterbog diese Lade, nachdem er Tetzel den Kasten abgenommen hatte. Den Ablasszettel dafür hatte er zuvor schon von ihm erworben und winkte damit, als Tetzel ihm mit den Qualen des Fegefeuers drohte. Diese Geschichte beschreibt [[Theodor Fontane]] im ersten Band seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Wanderungen durch die Mark Brandenburg]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Fontane: &amp;#039;&amp;#039;Wanderungen durch die Mark Brandenburg&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Grafschaft Ruppin. Der Barnim. Der Teltow.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1862, [http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/fontane_brandenburg01_1862?p=404 S. 387.]&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch „[[Golmberg#Überfall in der Golmheide|Überfall in der Golmheide]]“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Elm ===&lt;br /&gt;
Auf der Höhe des Elms (zwischen [[Königslutter am Elm|Königslutter]] und [[Schöppenstedt]]) soll Tetzel der Legende nach von einem Ritter „von Hagen“ überfallen worden sein, als er von Königslutter kam. Es wird erzählt, dieser Ritter habe bei Tetzel zuvor einen Ablassbrief „für noch zu begehende Sünden“ gekauft, ihm diesen nun unter die Nase gehalten und dann unter Hinweis darauf die Ablasskasse geraubt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://luther-in-bs.de/tetzel.pdf | archiv-url=https://web.archive.org/web/20130927160346/http://luther-in-bs.de/tetzel.pdf | archiv-datum=2013-09-27 | zugriff=2017-11-16 | titel=&amp;#039;&amp;#039;Tetzel, Königslutter und der Tetzelstein.&amp;#039;&amp;#039; | format=PDF; 174 kB | titelerg=Website &amp;#039;&amp;#039;Luther in Braunschweig.&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die mutmaßliche Stelle des Überfalls ist mit dem sogenannten [[Tetzelstein]] markiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berlin ===&lt;br /&gt;
Auch aus Berlin ist eine ähnliche Geschichte überliefert: Tetzel verkaufte beispielsweise vor der [[Nikolaikirche (Berlin)|Nikolaikirche]] die „schriftliche Vergebung der Sünden“ an gut Zahlende. Gegen Geld erwarb auch ein anonymer Wohlhabender eine Ablassurkunde für eine Sünde, die er erst am Folgetag begehen wollte. Als Tetzel am nächsten Tag weiterreiste, wurde er in der Nähe von Trebbin überfallen, und die Ablasslade mit den eingenommenen Geldern wurde ihm geraubt – von dem Mann, der sich schon von der Strafe Gottes freigekauft hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Stralauer Fischzug. Sagen, Geschichten und Bräuche aus dem alten Berlin.&amp;#039;&amp;#039; Neues Leben, Berlin 1987, ISBN 3-355-00326-3, S. 34 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Görlitz ===&lt;br /&gt;
Ein Tetzelkasten soll auch die metallbeschlagene Lade in der [[Pfarrkirche St. Peter und Paul (Görlitz)|Pfarrkirche St. Peter und Paul]] in Görlitz sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Annaberg-Buchholz ===&lt;br /&gt;
Auch in der [[St. Annenkirche (Annaberg-Buchholz)|St. Annenkirche]] (vorher in der alten Sakristei) von [[Annaberg-Buchholz]] ist ein Tetzelkasten ausgestellt, in dem heute Spenden für die Erneuerung der Kirche und der Orgel gesammelt werden. Tetzel hat sich in Annaberg von 1502 bis 1504, 1508 und noch einmal von 1510 bis 1512 aufgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Kielmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Tetzelocramia. Das ist eine lustige Comoedie von Johan Tetzels Ablaß Kram.&amp;#039;&amp;#039; Johan Dubern Stettin 1617 ([http://ub-goobi-pr2.ub.uni-greifswald.de/viewer/image/PPN624966887/1/ Volldigitalisat in der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern]).&lt;br /&gt;
* Friedrich Gottlob Hofmann: &amp;#039;&amp;#039;Lebensbeschreibung des Ablaßpredigers D. Johann Tezel. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Kirchenreformation im sechszehnten Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Schwickert, Leipzig 1844 ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-481525}}).&lt;br /&gt;
* {{ADB|37|605|609|Tetzel, Johann|[[Adolf Brecher]]|ADB:Tetzel, Johann}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|26|52||Tetzel, Johann|[[Enno Bünz]]|118801708}}&lt;br /&gt;
* [[Nikolaus Paulus]]: &amp;#039;&amp;#039;Johann Tetzel. Der Ablaßprediger.&amp;#039;&amp;#039; Kirchheim, Mainz 1899.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070613171633/http://www.bautz.de/bbkl/t/tetzel_j.shtml |autor=[[J. Jürgen Seidel]]|artikel=Tetzel (Tezel, Diez, Diezel), Johannes|band=11|spalten=725-726}}&lt;br /&gt;
* [[Dieter Lent]]: &amp;#039;&amp;#039;Tetzel, Johannes&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Horst-Rüdiger Jarck]], Dieter Lent u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 8. bis 18. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 694f.&lt;br /&gt;
* [[Enno Bünz]], Hartmut Kühne, Peter Wiegand (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Johann Tetzel und der Ablass. Begleitband zur Ausstellung »Tetzel – Ablass – Fegefeuer« in Mönchenkloster und Nikolaikirche Jüterbog&amp;#039;&amp;#039;. Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, Berlin 2017, ISBN 978-3-86732-262-1.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=D. Dibelius |Titel=Johann Tetzel |Hrsg=Franz Dibelius, Theodor Brieger |Sammelwerk=Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte |Band=17 |Verlag=Johann Ambrosius Barth |Ort=Leipzig |Datum=1904 |Seiten=1 |Online=https://archive.org/details/beitragekirchengeschichte171919041906/page/n7/mode/2up}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Johann Tetzel}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118801708}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.tetzelhaus.de/index.php?id=tetzel |titel=Tetzel - Tetzelhaus |werk=tetzelhaus.de |archiv-url= |archiv-datum= |zugriff=2021-08-17 |abruf-verborgen=ja}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.luther-tetzel-weg.de/der-tetzel-mythos/ |titel=Der Tetzel-Mythos |werk=Der Luther-Tetzel-Weg |zugriff=2015-04-21}}&lt;br /&gt;
* Tetzel: &amp;#039;&amp;#039;Ablassthesen&amp;#039;&amp;#039;. [[University of Illinois at Urbana-Champaign|Uni Illinois]] 1901 ({{archive.org|thesesonindulgen00tetz|online (englisch)}})&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118801708|LCCN=no/2012/147420|VIAF=27867835}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tetzel, Johann}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikanerbruder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person um Martin Luther]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Pirna)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Leipzig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ablasswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1519]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Tetzel, Johann&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Dominikanerbruder, Ablassprediger und Gegenspieler Luthers&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 1460&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Pirna]] oder [[Leipzig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=11. August 1519&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Leipzig]]&lt;br /&gt;
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