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	<title>Johann Parricida - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T20:36:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Johann_Parricida&amp;diff=478907&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gudrun Meyer: /* Literarische Verarbeitung */ Korr BKL-Link</title>
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		<updated>2025-11-26T18:49:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literarische Verarbeitung: &lt;/span&gt; Korr BKL-Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:John Parricida.jpg|mini|Miniatur um 1579/87 von [[Antoni Boys]] gen. Anton Waiss, [[Kunsthistorisches Museum Wien]]]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Ermordung Albrecht I.jpg|miniatur |Ermordung von König Albrecht I. (Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften, Ende 14. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Johann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von Schwaben, Herzog von Österreich und [[Steiermark|Steyer]], genannt &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parricida&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, lat. für &amp;#039;&amp;#039;Vater-&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Verwandtenmörder&amp;#039;&amp;#039;, (* [[1290]]; † möglicherweise [[13. Dezember]] [[1313]] in [[Pisa]]) war Neffe und Mörder des [[Römisch-deutscher König|römisch-deutschen Königs]] [[Albrecht I. (HRR)|Albrecht I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Johann war der Sohn des Herzogs [[Rudolf II. (Österreich)|Rudolf von Schwaben]] und der böhmischen Königstochter [[Agnes von Böhmen (1269–1296)|Agnes]].&lt;br /&gt;
Er wurde kurz vor oder nach dem Tode seines Vaters geboren und lebte seit 1291 wahrscheinlich zusammen mit seiner Mutter in der habsburgischen Schweiz, vorzugsweise in [[Brugg]] an der Aare. Dort ist er in einer Schenkungsurkunde vom 1. April 1294 als Herzog bezeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tode seiner Mutter am 17. Mai 1296 drängte Johann seit 1306 seinen Onkel König Albrecht I. immer wieder auf Herausgabe seines väterlichen Erbes – vor allem der Entschädigung, die er nach den Bestimmungen der [[Rheinfelder Hausordnung|Rheinfeldener Hausordnung]] von 1283 für seinen Verzicht auf die Mitherrschaft beanspruchen konnte, aber niemals erhalten hatte – und des [[Wittum]]s seiner Mutter, die [[Kyburg (Adelsgeschlecht)|kyburgischen]] Güter um [[Lenzburg]] und [[Baden AG|Baden]], die Albrecht als sein Vormund verwaltete. &lt;br /&gt;
Da Albrecht ihn aber immer wieder vertröstete und Johann, der deswegen auch als &amp;#039;&amp;#039;hertzog anlant&amp;#039;&amp;#039; – Herzog ohne Land – verspottet wurde, die Auslieferung seines Erbes verweigerte, verschwor sich dieser mit den oberschwäbischen Rittern [[Rudolf von Wart]], Rudolf [[Balm (Adelsgeschlecht)|von Balm]], [[Eschenbach (Adelsgeschlecht)|Walter von Eschenbach]]  mit Sitz auf [[Schloss Oberhofen]] und Konrad [[Tegerfelden (Adelsgeschlecht)|von Tegerfelden]] gegen den König und ermordete seinen Onkel am 1. Mai 1308 bei [[Windisch AG|Windisch]] an der [[Reuss (Fluss)|Reuss]], heute in der Schweiz. &lt;br /&gt;
Albrecht war auf dem Heimritt zu seiner Frau, als die Attentäter ihm auflauerten. Sein Neffe Johann ritt auf ihn zu und spaltete ihm den Schädel. Noch am Vorabend war Johann bei einem von Albrecht gegebenen Gastmahl in Winterthur anwesend gewesen. Zu später Stunde ließ Albrecht dort jedem seiner Gäste einen Blumenkranz überreichen, den Johann seinem Onkel ins Gesicht warf, wobei er ausrief, er sei zu alt, um weiterhin mit Blumen abgespeist zu werden, und er wolle das, was ihm zustehe. Das Fest wurde daraufhin vorzeitig beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann und seine Mitverschwörer flohen. Im folgenden Jahr, im September 1309, wurden die Königsmörder von dem neuen König [[Heinrich VII. (HRR)|Heinrich von Luxemburg]] in [[Speyer]] [[Reichsacht|geächtet]] und ihr Vermögen konfisziert. &lt;br /&gt;
Im Gewand eines [[Augustinerorden|Augustinermönches]] bat Johann 1312 Heinrich um Gnade. In Pisa warf er sich ihm zu Füßen. Die Acht hob Heinrich daraufhin auf. Johann wurde in das [[Benediktiner]]kloster [[San Nicola (Pisa)|San Nicola]] in Pisa eingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-biographie.de/sfz37530.html Biographie Johanns] in der &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Biographie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er starb 1313 und erhielt ein würdiges Begräbnis.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claudia Garnier]]: &amp;#039;&amp;#039;Im Zeichen von Krieg und Kompromiss. Formen der symbolischen Kommunikation im frühen 14. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Matthias Becher]], [[Harald Wolter-von dem Knesebeck]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Königserhebung Friedrichs des Schönen im Jahr 1314: Krönung, Krieg und Kompromiss.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2017, S. 229–253, hier: S. 243 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Verarbeitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich Schiller]] übernahm das Geschehnis in sein Drama &amp;#039;&amp;#039;[[Wilhelm Tell (Schiller)|Wilhelm Tell]]&amp;#039;&amp;#039;. In der ersten Szene des fünften Aufzuges heißt es dort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; [[Werner Stauffacher|Stauffacher]]: Es ist gewiss. Bei Bruck fiel König Albrecht&amp;lt;br /&amp;gt;Durch Mördershand – ein glaubenwerter Mann,&amp;lt;br /&amp;gt;Johannes Müller bracht&amp;#039; es von Schaffhausen.&lt;br /&gt;
; Walther Fürst: Wer wagte solche grauenvolle Tat?&lt;br /&gt;
; Stauffacher: Sie wird noch grauenvoller durch den Täter.&amp;lt;br /&amp;gt;Es war sein Neffe, seines Bruders Kind,&amp;lt;br /&amp;gt;Herzog Johann von Schwaben, der’s vollbrachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der darauf folgenden zweiten Szene des fünften Aufzuges erscheint Parricida in Tells Haus und bittet ihn um Hilfe. Wie auch er habe er sich an seinem Feind (in Tells Fall der Landvogt Gessler) gerächt. Tell weist diese Argumentation zurück – in seinen Augen ist Parricida ein Mörder, während er selbst seine Familie verteidigt habe. Er hilft ihm aber doch, indem er ihm den Weg nach Italien weist und ihm rät, beim Papst um Absolution zu bitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Annette von Droste-Hülshoff]] greift das Schicksal Johanns in ihrer [[Ballade (Gedicht)|Ballade]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der Graf von Thal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; auf. Dieser plant einen Rachemord am Oheim seiner Gemahlin. Die ihrem Gatten in unverbrüchlicher Treue verbundene Frau erfährt davon. Als flehentliche Bitte und Warnung trägt sie ihrem Gemahl ein &amp;#039;&amp;#039;Lied&amp;#039;&amp;#039; vor, welches sie von einem &amp;#039;&amp;#039;[[Ménestrel|Minstrel]]&amp;#039;&amp;#039; gehört habe und das man im &amp;#039;&amp;#039;oberen Reich&amp;#039;&amp;#039; singe. Dieses Lied umfasst innerhalb der Ballade drei Strophen mit anderem Reim und Versmaß. Die letzte dieser Strophen lautet:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
O weh! das hast du nicht gedacht,&lt;br /&gt;
Johann! Johann!&lt;br /&gt;
Als du die Rache wahr gemacht&lt;br /&gt;
Am alten Mann.&lt;br /&gt;
Und wehe! nimmer wird der Fluch&lt;br /&gt;
Mit dir begraben,&lt;br /&gt;
Dir, der den Ohm und Herrn erschlug,&lt;br /&gt;
Johann von Schwaben!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Nepomuk Vogl]] schrieb über das vermutete Lebensende des Parricida im Kloster von Pisa die Ballade &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der Mönch zu Pisa&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu Pisa in dem Klostergarten geht&lt;br /&gt;
ein finstrer Mönch, wo Blum’ an Blume steht.&lt;br /&gt;
Sein Antlitz ist gebleicht von langem Gram,&lt;br /&gt;
man weiß nicht, wer er war, woher er kam.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In den weiteren Strophen beschreibt die Ballade die Reue und Verzweiflung des unbekannten Mönchs. Die Schlussstrophe lautet:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch als der Lenz nun wieder kommt ins Land,&lt;br /&gt;
der Mönch nicht wieder bei den Blumen stand.&lt;br /&gt;
Nicht lauschet er der Sänger in den Höh’n,&lt;br /&gt;
doch war dafür ein neues Grab zu seh’n;&lt;br /&gt;
ein schlichter Stein in grauer Klosterwand,&lt;br /&gt;
auf dem &amp;#039;&amp;#039;JOHANNES PARRICIDA&amp;#039;&amp;#039; stand.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Carl Loewe]] vertonte diese Ballade als sein op. 114.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Romane ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* C. F. Mandien: &amp;#039;&amp;#039;Die Kaisermörder. Historisch-romantisches Gemälde aus dem Anfange des 14. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; – Quedlinburg: Basse, 1826&lt;br /&gt;
* Heinrich August Müller: &amp;#039;&amp;#039;Johann von Schwaben, oder die Ermordung des Kaisers Albrecht. Historisch-romantisches Gemälde aus dem dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; – Quedlinburg und Leipzig: Basse, 1829&lt;br /&gt;
* [[Thomas Bornhauser]]: &amp;#039;&amp;#039;Herzog Johann oder Königsmord und Blutrache.&amp;#039;&amp;#039; – St. Gallen: Kälin, 1844&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Dramen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[August Gottlieb Meißner]]: &amp;#039;&amp;#039;Johann von Schwaben. Ein Schauspiel.&amp;#039;&amp;#039; – Leipzig 1780&lt;br /&gt;
* Wilhelm Ferdinand Zernecke: &amp;#039;&amp;#039;Johann von Schwaben. Trauerspiel in fünf Akten.&amp;#039;&amp;#039; – Berlin 1830&lt;br /&gt;
* Rudolf Neumeister: &amp;#039;&amp;#039;Johann von Schwaben. Trauerspiel in 5 Akten.&amp;#039;&amp;#039; – Leipzig 1841&lt;br /&gt;
* [[Moritz Blanckarts]]: &amp;#039;&amp;#039;Johann von Schwaben. Historisches Schauspiel in 5 Aufzügen.&amp;#039;&amp;#039;  – Dresden: Meinhold, 1863&lt;br /&gt;
* [[Julius Grosse]]: &amp;#039;&amp;#039;Johann von Schwaben. Trauerspiel in fünf Aufzügen.&amp;#039;&amp;#039; – Leipzig: Weber 1870&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{BLKÖ|Habsburg, Johann von Schwaben|Text=Johann von Schwaben, auch Parricida|Nummer=115|6|278|280}}&lt;br /&gt;
* {{ADB|14|415|417|Johann Parricida|[[Franz Krones von Marchland|Franz von Krones]]|ADB:Johann Parricida}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|10|504|505|Johann|[[Fritz Trautz]]|13626347X}}&lt;br /&gt;
* [[Brigitte Hamann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Ueberreuter, Wien 1988.&lt;br /&gt;
* [[Heide Dienst]]: &amp;#039;&amp;#039;Johann Parricida, Herzog von Österreich und Steier (* 1290).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Lexikon des Mittelalters]], Band 5 – 1991&lt;br /&gt;
* [[Sigrid-Maria Größing]]: &amp;#039;&amp;#039;Mord im Hause Habsburg.&amp;#039;&amp;#039;  Heyne, München 2003, ISBN 3-453-86727-0.&lt;br /&gt;
* [[Bruno Meier]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein Königshaus aus der Schweiz. Die Habsburger, der Aargau und die Eidgenossenschaft im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Baden 2008, ISBN 3-03919-069-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste&lt;br /&gt;
|AMT=[[Herzogtum Schwaben|Herzog von Schwaben]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=1290–1308&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Konradin]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=König [[Heinrich VII. (HRR)]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=13626347X|VIAF=80638473}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herzog (Schwaben)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herzog (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Attentäter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Königsmörder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Habsburger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1290]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 14. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Johann Parricida&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Johann von Schwaben&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Herzog von Österreich und Steier&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1290&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=um 13. Dezember 1313&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gudrun Meyer</name></author>
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