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	<title>Jodeln - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-04-14T07:51:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/266143543&quot; title=&quot;Spezial:Diff/266143543&quot;&gt;266143543&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-22921-90&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-22921-90&quot;&gt;~2026-22921-90&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; keine Verbesserung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Aumüli Jungjodelchörli.JPG|mini|Jungjodelchor]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jodeln&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ursprünglich ein Hirtenruf in den Alpen, seit dem 19. Jh. ein Volksgesang aus [[Silben]] mit schnellem Wechsel zwischen [[Bruststimme|Brust-]] und [[Falsett]]stimme ([[Gesangsregister|Registerwechsel]]). Das Verb ist mit „johlen“ (jo schreien) verwandt, zuerst wird es 1796 in einem Tiroler Lokalstück von [[Emanuel Schikaneder]] erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Kluge: &amp;#039;&amp;#039;jodeln&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 8. verbesserte und vermehrte Auflage. Verlag von Karl J. Trübner, Strassburg 1914–15, S. 218. ({{DNB|36107106X}})&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
Häufige Merkmale des Jodelns sind große [[Intervall (Musik)|Intervallsprünge]] und weiter [[Tonumfang]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zu verwechseln ist der Jodler mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Juchitzer]] (Juchzer)&amp;#039;&amp;#039;, dem Jodelruf, dem Betruf, dem Almschrei (Verständigungsruf zwischen benachbarten Almhütten), dem Viehlockruf und dem [[Kuhreihen]], wenngleich es Überschneidungen gibt. Im Unterschied zum Juchzer und zum Ruf hat der Jodler eine komplexere Form mit mehreren Takten und Harmoniewechseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge ==&lt;br /&gt;
Ob die lateinischen Wörter &amp;#039;&amp;#039;iubilare&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ululare&amp;#039;&amp;#039; dasselbe wie jodeln bedeuteten (siehe [[Jubilus]] und [[Ululation]]), ist nicht sicher. Vermutlich sind Vorformen des Jodelns in Bergregionen entstanden:&lt;br /&gt;
{{Zitat |Text= Jodeln ist ein weltweites kulturelles Phänomen. Es findet sich im [[Highlands|schottischen Hochland]] wie in den [[Pyrenäen]], [[Karpaten]] oder im [[Kaukasus]], in [[Afrika]] und in [[Papua-Neuguinea]] ebenso wie in [[Nordamerika|Nord]]- und [[Südamerika]]. Ursprünglich ein Signalmittel, findet es sich überall dort, wo in Gebirgs- und Waldregionen oder in weiten, unübersichtlichen, flachen Landstrichen eine Verständigung über eine größere Distanz notwendig ist. Dazu eignet sich ideal das textlose Singen auf Vokalisationssilben (z.&amp;amp;nbsp;B. La-hu-dü) bei häufigem schnellem Umschlagen zwischen Brust- und Falsettstimme (Registerwechsel) mit seinen weittragenden hohen Tonlagen.|Autor=Lutz Wille |Quelle=Sachsen-Anhalt-Journal |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lutz Wille |url=https://journal.lhbsa.de/cpt-articles/wie-alt-ist-das-jodeln-im-harz/#articlestart |titel=Wie alt ist das Jodeln im Harz? |werk= |hrsg=Landes-Heimatbund Sachsen-Anhalt e.&amp;amp;nbsp;V. |datum=2020 |kommentar=|abruf=2023-11-12 |offline=2026-01-27 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20231207135004/https://journal.lhbsa.de/cpt-articles/wie-alt-ist-das-jodeln-im-harz/#articlestart |archiv-datum=2023-12-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es zahlreiche Vermutungen, dass das Jodeln vom Jauchzen, vom Kuhreihen, vom Viehlockruf, vom Zuruf, vom Hervorrufen des Echos, von der Imitation von Blasinstrumenten oder von schamanischen Praktiken abgeleitet sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Musikalisch-stilistisch stammen die uns überlieferten Jodelmelodien aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert: Moderne Funktionsharmonik, meist achttaktige [[Ländler]]- oder 16-taktige [[Walzer (Musik)|Walzer]]-Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühesten Belege für das Wort Jodeln stammen aus Franken und dem deutschsprachigen [[Donauraum]] im 17. und 18. Jahrhundert, wo es statt des Wortes Johlen gebraucht wurde und keine spezifisch musikalische Bedeutung hatte (&amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Wörterbuch]]&amp;#039;&amp;#039; der [[Brüder Grimm]]). Jodeln bedeutete grobschlächtiges Benehmen, jauchzen, schreien, rufen, Raufhändel provozieren und auf lärmende Weise im Wirtshaus lustig sein. 1806 in [[Wien]] wurde das Wort vermutlich erstmals für Bühnengesang verwendet, wahrscheinlich noch in der alten Bedeutung von Wirtshausgesang. Die Musikalisierung und Alpinisierung des Begriffes Jodeln und die Fokussierung auf den hörbaren Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme ([[Gesangsregister]]) war ein Werk von Theaterautoren und Kulturjournalisten in der europäischen Jodelmode, die um 1800 in Wien begann und in den 1810er Jahren die deutschsprachigen Städte, [[Paris]] und 1827 [[London]] erfasste, ab 1824 zahlreiche Sängergruppen aus den [[Alpen]]tälern auf internationale Bühnen brachte und namhafte Komponisten zur Komposition von Jodelliedern und Jodelarien ([[Tyrolienne (Lied)|Tyrolienne]]) animierte wie zum Beispiel [[Johann Nepomuk Hummel]] mit einer &amp;#039;&amp;#039;Air à la Tyrolienne avec Variations&amp;#039;&amp;#039;, Op. 118.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=DbnDSxnfgxs &amp;#039;&amp;#039;J. N. Hummel: Air à la Tyrolienne avec Variations, Op. 118.&amp;#039;&amp;#039;] (YouTube), gesungen von [[Cecilia Bartoli]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Damals bekam das Wort jodeln seine musikalische und im bewussten Kontrast zum [[Oper]]ngesang stehende Bedeutung und [[Tirol]] seine ihm von den Wiener Theaterautoren zugeschriebene Rolle als Stammland des Jodelns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den zahlreichen landschaftlichen Synonymen wie „dudeln“, „ludeln“, „rugusen“, „zauren“ und „almen“ kommen einige schon vor 1800 in vokalmusikalischer Bedeutung in Druckwerken vor, allerdings wissen wir nichts über die damaligen Gesangspraktiken. In den wichtigsten Jodel-Traditionslandschaften sind diese Ausdrücke nach wie vor im Gebrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.jodlerverband.ch/jodeln/geschichte &amp;#039;&amp;#039;Vom Ursprung des Jodels.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Jodlerverband.ch&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Das Jodeln ist im deutsch- und französischsprachigen [[Alpenraum]] heimisch, außerhalb der Alpen im [[Harz (Mittelgebirge)|Harz]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/regionales/thueringen/article197930319/Holleri-du-doedel-di-auch-im-Harz-wird-gejodelt.html &amp;#039;&amp;#039;Holleri du dödel di – auch im Harz wird gejodelt.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Welt online&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Thüringer Wald]], im oberösterreichischen [[Innviertel]] („almern“), im oberösterreichischen [[Mühlviertel]] und im [[Bayerischer Wald|Bayerischen Wald]] („Arien singen“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesänge mit sinnfreien Silben oder mit Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme existieren auch bei den afrikanischen [[Pygmäen]] (&amp;#039;&amp;#039;mokombi&amp;#039;&amp;#039;), bei den [[Eskimo]], im [[Kaukasus]], in [[Melanesien]], in Palästina, China, Thailand und Kambodscha, in den USA, Spanien (&amp;#039;&amp;#039;alalá&amp;#039;&amp;#039;), in [[Sápmi]] ([[Lappland]]) (&amp;#039;&amp;#039;[[joik]]&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;juoigan&amp;#039;&amp;#039;), in Schweden (&amp;#039;&amp;#039;[[kulning]]&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;kölning, kaukning&amp;#039;&amp;#039;), Polen, Slowakei, Rumänien, Georgien (&amp;#039;&amp;#039;krimanchuli&amp;#039;&amp;#039;), Bulgarien. Davon stammt allein das amerikanische Yodelling von den Alpensängern ab. Die Frage, ob man die anderen Gesänge, die mit dem mitteleuropäischen Jodeln in keinem kulturhistorischen Zusammenhang stehen, „jodeln“ nennen sollte, wird von der Ethnomusikologie mehr und mehr verneint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Jodler ist heute oft auch im Rahmen der [[Volkstümliche Musik|volkstümlichen Musik]] zu hören. Zu den bekanntesten [[Bayern|bayerischen]] Interpreten gehörte der „Jodelkönig“ [[Franzl Lang]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |id=67rc96joOz8 |titel=Franzl Lang – Einen Jodler hör i gern}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Harz finden jährlich Jodlerwettstreite statt. Jodeln gehört dort bis heute zur regionaltypischen [[Folklore]]. Auch im [[Erzgebirge]], im [[Thüringer Wald]] und im [[Thüringer Schiefergebirge]] spielt es eine wichtige Rolle im musikalischen Brauchtum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alpenländisches Jodeln ===&lt;br /&gt;
Aufbauend auf das schon früher existierende Lied mit Trällereinschüben wurde im Wiener Theaterlied und im [[Alpenländische Volksmusik|alpenländischen Volkslied]] zu Beginn des 19. Jahrhunderts das &amp;#039;&amp;#039;Jodellied&amp;#039;&amp;#039; entwickelt, indem an ein Lied ein Jodler angehängt wurde oder ein Lied mit Jodeleinschüben ausgestattet wurde. Hierbei unterscheidet man auch zwischen dem gesungenen Jodler – der nur in Bruststimme und meistens nur in kurzen Sequenzen zwischen den Liedversen gesungen wird – und dem geschlagenen Jodler, bei dem Brust- und [[Falsettstimme]] häufig und kunstvoll wechseln. Geschlagene Jodler können sehr lang sein und verlangen regelrechte Stimmakrobatik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Jodellieder sind mehrstimmig, Jodler scheinen häufig als Kehr- und Schluss-[[Refrain]] von Volksliedern auf. Besonders in der [[Schweiz]], teilweise auch im übrigen alpenländischen Raum hat sich seit dem 19. Jahrhundert eine Pflege des Jodlers in Chören entwickelt. Auch die kirchliche, sakrale Volksmusiktradition, etwa in Südtirol, kennt ein- oder mehrstimmige Jodler. Das bekannteste Beispiel dürfte der seit 1830 überlieferte &amp;#039;&amp;#039;[[Andachtsjodler]]&amp;#039;&amp;#039; sein, der heute zumeist als [[Dreigesang]] oder chorisch gesungen wird. Und auch instrumentale Jodler werden von Kleingruppen gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lokale Bezeichnungen sind Wullaza und Ludler ([[Steiermark]]), Almer ([[Oberösterreich]]), [[Dudler (Gesang)|Dudler]] ([[Niederösterreich]] und [[Wien]]),&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mittelstraß&amp;quot;&amp;gt;Bettina Mittelstraß: &amp;#039;&amp;#039;[[Esperanto]] der Berge – Vom Jodeln, Jauchzen und Juchzen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutschlandfunk, Musikszene&amp;#039;&amp;#039;, 30. Oktober 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gallnen ([[Oberbayern]]), Ari (Bayerischer Wald und Oberösterreich), Roller (Oberharz), Zäuerli oder Ruggusseli ([[Appenzellerland]]), Juuz und Naturjutz ([[Muotathal]], [[Iberg SZ|Ybrig]] und [[Schwyz (Gemeinde)|Schwyz]]), Joler (Bregenzer Wald, Toggenburg), Juchzer und andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wohl umfangreichste Jodlersammlung wurde im Jahr 1902 von [[Josef Pommer]] veröffentlicht: &amp;#039;&amp;#039;444 Jodler und Juchezer&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Dezember 2025 gehört das Jodeln zum [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit#S|Immateriellen Kulturerbe der Menschheit]]. In der Pressemitteilung des [[Eidgenössisches Departement des Innern|EDI]] ist zu lesen: „Als emblematischer Gesang der Schweiz umfasst der Jodel eine grosse Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und ist tief in der Bevölkerung verankert.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ich.unesco.org/en/RL/yodelling-02287 |titel=Yodelling |datum=2025 |abruf=2026-01-27 |hrsg=UNESCO Intangible Cultural Heritage |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.edi.admin.ch/de/newnsb/VcmsBfaIzuPkmrztC81iK |titel=Das Jodeln in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen |titelerg=Medienmitteilung |werk=[[admin.ch|News Service Bund]] |hrsg=[[Eidgenössisches Departement des Innern]] EDI |datum=2025-12-11 |abruf=2026-01-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jodeln weltweit ===&lt;br /&gt;
Auch außerhalb des europäischen Alpenraums und der damit typischerweise assoziierten Musik wurde und wird das Jodeln als Stilmittel eingesetzt, dem US-amerikanischen DJ und „Jodelforscher“ Bart Plantenga zufolge in fast dreißig verschiedenen Musikrichtungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bart Plantenga: &amp;#039;&amp;#039;Yodel-ay-ee-oooo: The secret history of yodeling around the world&amp;#039;&amp;#039;. Routledge, 2004, ISBN 978-0-415-93990-4, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere in den [[Vereinigte Staaten|USA]] und [[Australien]] hatte das Jodeln im Bereich der [[Country-Musik]] einen großen Stellenwert. Nachdem es bereits Anfang des 19. Jahrhunderts in den [[Appalachen]] zu ersten Verbindungen zwischen alpenländischem Jodeln und [[Angloamerikanisch|anglo-amerikanischen]] Traditionen gekommen war, wurde in den 1830er-Jahren durch Gastspiele österreichischer und Schweizer Künstler erstmals das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit am Jodeln geweckt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Konzertreise der „Rainer Family“ aus dem Zillertal 1839 bis 1843.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;DIEPRESSE.COM&amp;#039;&amp;#039;, 24. Februar 2013.&amp;lt;!-- hier fehlt doch eine URL(?) --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Zunehmend kam es auch zu Auftritten amerikanischer Künstler in diesem Stil. Gleichzeitig entstand im Bereich umherziehender [[Vaudeville]]- und [[Minstrel]]-Shows unter dem Eindruck afroamerikanischer Traditionen ein neuer Jodel-Stil, der auch vom [[Blues]] beeinflusst wurde. Dies wurde von weißen [[Old-Time Music|Old Time]]-Musikern aufgegriffen, 1924 veröffentlichte der Gitarrist [[Riley Puckett]] einen (damals sogenannten) „Hillbilly“-Song mit Jodlern. Der amerikanische [[Country-Musik|Country]]-Sänger [[Jimmie Rodgers (Countrymusiker)|Jimmie Rodgers]] entwickelte 1927 das [[Blue Yodeling]], wobei er Elemente des Blues und traditioneller weißer Musik mit Jodlern anreicherte. Sein erster Hit &amp;#039;&amp;#039;T&amp;amp;nbsp;for Texas (Blue Yodel)&amp;#039;&amp;#039; zog zahlreiche Nachfolger mit sich und inspirierte unzählige Musiker, die ihm nacheiferten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben stellt das Jodeln auch heute noch einen wichtigen Bestandteil der [[Western Music]] dar, unterscheidet sich dort jedoch deutlich von den Darbietungen im Bereich Country.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Jazz]] war [[Leon Thomas]] ein herausragender Vertreter. Er setzte das Jodeln als Stilmittel beim [[Scat]] ein und griff dabei auf ur-afrikanische Einflüsse wie dem Gesang der [[Pygmäen]] zurück, mit deren Gesangstraditionen er sich intensiv beschäftigt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;!-- welches Buch? Kein Eintrag bei Literatur --&amp;gt;Bart Plantenga, S. 241, 250.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegweisend war in diesem Zusammenhang seine Zusammenarbeit mit [[Pharoah Sanders]] bei [[Karma (Pharoah-Sanders-Album)#The Creator Has a Master Plan|&amp;#039;&amp;#039;The Creator Has a Master Plan&amp;#039;&amp;#039;]] (1969).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schweizer Dokumentarfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Beyond Tradition]]&amp;#039;&amp;#039; von 2023 will am Beispiel des appenzellischen Naturjodels, des [[Samen (Volk)|samischen]] [[Joik]] und des [[Georgien|georgischen]] [[Krimanchuli]] die Frage thematisieren, inwieweit die Jodelgesänge in der Tradition verhaftet sind und wie sie auch mit modernem Leben verknüpft werden können oder dürfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Böhler: [https://www.musikzeitung.ch/rezensionen/2023/10/jodel-joik-und-krimanchuli &amp;#039;&amp;#039;Jodel, Joik und Krimanchuli&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Schweizer Musikzeitung&amp;#039;&amp;#039;, 16. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jodeln und Neue Volksmusik ===&lt;br /&gt;
Zeitgenössische Jodelkünstler, die das Jodeln mit der [[Neue Volksmusik|Neuen Volksmusik]] verbinden, sind z.&amp;amp;nbsp;B. die Schweizerinnen [[Christine Lauterburg]], [[Christina Zurbrügg]], [[Peter Hinnen]], der Deutsche [[Thomas Hauser (Musiker)|Thomas Hauser]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mittelstraß&amp;quot; /&amp;gt; sowie die Österreicher [[Hubert von Goisern]] und [[Evelyn Fink-Mennel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wettbewerbe ==&lt;br /&gt;
In der Schweiz finden im Rahmen der [[Eidgenössisches Jodlerfest|Eidgenössischen Jodlerfeste]] Bewertungsvorträge statt. Hunderte Jodlerinnen und Jodler treten vor einer Fachjury auf. Diese bewertet die Tongebung, Aussprache, Rhythmik, Dynamik, instrumentale Begleitung, harmonische Reinheit sowie den Gesamteindruck des Vortrags. Die Jury vergibt ein Prädikat nach den Schulnoten 1 bis 4. Die Bewertungen der Jury werden in Festberichten veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.jodlerfest-horw.ch/aktive/festberichte/ &amp;#039;&amp;#039;Festberichte Jodeln.&amp;#039;&amp;#039;] vom 63. Zentralschweizerischen Jodlerfest in Horw 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bewertungsvorträge finden statt in den Kategorien Solojodler, Duette, Terzette, Quartette, Chöre und Nachwuchs (Kinderchöre und Nachwuchsjodler). Die Teilnahmebedingungen sind in einem Reglement festgehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.jodlerverband.ch/popups/aufgaben.php?id=61 &amp;#039;&amp;#039;Reglement Jodelgesang.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Eidgenössischer Jodler-Verband&amp;#039;&amp;#039;, 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Harz (Mittelgebirge)|Harz]] finden jährlich Jodlerwettstreite in [[Clausthal-Zellerfeld]] (bis 2019, ab 2020 in [[Altenau]]), [[Altenbrak]] und [[Hesserode (Nordhausen)|Hesserode]] statt. Die Vorträge der Jodlerinnen und Jodler werden von einer Jury bewertet. Zu den Wertungskriterien zählen u.&amp;amp;nbsp;a. Intonation, Gesamteindruck, Verständlichkeit des Texts und der Schwierigkeitsgrad der vorgetragenen Jodler. Für die Wettstreite gibt es Teilnahmebedingungen, die z.&amp;amp;nbsp;B. auch das Tragen einer Harzer Tracht beim Vortrag festschreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;Helen Hahmann. &amp;#039;&amp;#039;Wir singen nicht, wir sind die Jodler. Ethnologische Perspektiven auf das Jodeln im Harz.&amp;#039;&amp;#039; Waxmann Verlag, Münster/New York 2018. ISBN 978-3-8309-3672-5. S. 153f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben Duetten, Terzetten, Quartetten und Großen Gruppen, treten Jodlerinnen und Jodler auch solistisch auf, um den Titel „Harzer Jodlermeister“ und „Harzer Jodlermeisterin“ zu gewinnen. In den Solo-Klassen muss ein Harzer Jodellied sowie ein Freier Jodler gesungen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA gibt es verschiedene Jodelwettbewerbe. Die [[International Western Music Association]] richtet jährlich einen Jodelwettbewerb aus. Auch auf dem [[Red Ants Pants Music Festival]] im Bundesstaat Montana wird ein Wettbewerb für Jodler ausgerichtet. Bis 2019 fand auf der [[Iowa State Fair]] ein Jodelwettbewerb statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Weltrekord im (Dauer-)Jodeln hält die Bayerin Andrea Wittmann mit 15 Stunden 11 Sekunden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_traunstein/2027168_Andrea-Wittmann-jodelt-sich-in-Seebruck-zum-Rekord.html &amp;#039;&amp;#039;Truchtlachingerin jodelt sich in Seebruck zum Weltrekord.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Passauer Neue Presse.&amp;#039;&amp;#039; 8. April 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen weiteren Weltrekord erzielte der Schweizer [[Peter Hinnen]]. 1992 erhielt er einen Eintrag im [[Guinnessbuch der Rekorde]], als er mit 22 Jodel-Tönen in einer einzigen Sekunde den Weltrekord im Schnelljodeln aufstellte. Dieser Weltrekord wurde am 13. Oktober 2020 von [[Uschi Bauer]] um 2 Töne übertroffen. Sie ist mit 24 Jodel-Tönen in einer einzigen Sekunde schnellste Jodlerin der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.merkur.de/bayern/passau/passau-jodlerin-und-volksmusik-saengerin-uschi-bauer-knackt-weltrekord-im-schnelljodeln-zr-90216116.html &amp;#039;&amp;#039;Uschi Bauer – Die schnellste Jodlerin der Welt.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;merkur.de&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darüber erhielt Uschi Bauer eine Urkunde vom Rekord-Institut für Deutschland (RID).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://rekord-institut.org/jodeln-bei-heimat-der-rekorde/ &amp;#039;&amp;#039;Uschi Bauer – Weltrekord im Jodeln (Schnelljodeln).&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;rekord-institut.org&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Sprung in die Schweizer Hitparade schafften 2008 [[Oesch’s die Dritten]], nicht zuletzt dank dem stimmakrobatischen „Ku-Ku Jodel“ von Peter Hinnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://hitparade.ch/showitem.asp?interpret=Oesch&amp;#039;s+Die+Dritten&amp;amp;titel=Ku-ku+Jodel&amp;amp;cat=s &amp;#039;&amp;#039;Oesch’s die Dritten – Ku-Ku Jodel.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;hitparade.ch&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurioses ==&lt;br /&gt;
[[Loriot]] hat mit seinem [[Sketch]] &amp;#039;&amp;#039;[[Die Jodelschule]]&amp;#039;&amp;#039; und dem Begriff des Jodeldiploms sich darüber lustig gemacht, wie eine Tätigkeit als Unterrichts- und Prüfungsgegenstand verarbeitet wird, um im Sinne der Berechtigungsbildung den Status der Lehrenden und Lernenden zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem 1975 veröffentlichten Album &amp;#039;&amp;#039;[[Pete Seeger]] &amp;amp; [[Arlo Guthrie]]: Together In Concert&amp;#039;&amp;#039; gibt es das Lied &amp;#039;&amp;#039;Yodeling&amp;#039;&amp;#039;. Seeger beschreibt darin, wie gut das Jodeln in den Häuserschluchten von [[New York City|New York]] klinge und fordert die Konzertbesucher auf, dieses am nächsten Morgen auch auszuprobieren, um New Yorks Bewohner zu wecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klassisches ==&lt;br /&gt;
[[Richard Strauss]] hat in seiner Oper &amp;#039;&amp;#039;[[Arabella (Strauss)|Arabella]]&amp;#039;&amp;#039; für die Rolle der &amp;#039;&amp;#039;[[Fiakermilli]]&amp;#039;&amp;#039; einige nahezu unsingbare Jodler komponiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Alpenländische Volksmusik]]&lt;br /&gt;
* [[Eidgenössischer Jodlerverband]]&lt;br /&gt;
* [[Kuhreihen]]&lt;br /&gt;
* [[Ululation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Max Peter Baumann]]: &amp;#039;&amp;#039;Musikfolklore und Musikfolklorismus. Eine ethnomusikologische Untersuchung zum Funktionswandel des Jodelns&amp;#039;&amp;#039;, Winterthur 1976.&lt;br /&gt;
* {{OeML|Jodeln|Jodeln, Jodler, Jodel| [[Franz Födermayr]], [[Gerlinde Haid]]}}&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Josef Leuthold]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Naturjodel in der Schweiz, Wesen, Entstehung, Charakteristik, Verbreitung: ein Forschungsergebnis über den Naturjodel in der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;; Robert Fellmann-Liederverlag, Altdorf UR 1981.&lt;br /&gt;
* [[Walter Senn (Musikwissenschaftler)|Walter Senn]]: &amp;#039;&amp;#039;‚Jodeln’. Ein Beitrag zur Entstehung und Verbreitung des Wortes. Mundartliche Bezeichnungen.&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbuch des österreichischen Volksliedwerkes. Band 11, Wien 1962, S. 150–166.&lt;br /&gt;
* [[Christoph Wagner (Musikjournalist)|Christoph Wagner]]: &amp;#039;&amp;#039;Jodelmania. Von den Alpen nach Amerika und darüber hinaus&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Antje Kunstmann, München 2019.&lt;br /&gt;
* [[Simon Wascher]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Wort Jodeln 1696–1796 in Belegstellen aus Digitalisaten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes.&amp;#039;&amp;#039; Band 56, Weitra 2016, S. 138–151.&lt;br /&gt;
* [[Lutz Wille]]: [http://journal.lhbsa.de/cpt-articles/wie-alt-ist-das-jodeln-im-harz/#articlestart &amp;#039;&amp;#039;Wie alt ist das Jodeln im Harz?&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Sachsen-Anhalt-Journal.&amp;#039;&amp;#039; Heft 1, 2020, S. 25.&lt;br /&gt;
* [[Evelyn Fink-Mennel]]: &amp;#039;&amp;#039;Johlar und Juz. Registerwechselnder Gesang im Bregenzerwald; mit Tonbeispielen 1937–1997&amp;#039;&amp;#039; (= Schriften der [[Vorarlberger Landesbibliothek]]. Band 16). Neugebauer, Graz 2007.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Yodeling|Jodeln}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|jodeln}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4162753-2}}&lt;br /&gt;
* {{HLS|11891|Jodel|Autor= Max Peter Baumann}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Jodler}}&lt;br /&gt;
* [https://www.jodlerverband.ch/ Jodeln und Jodeltradition in der Schweiz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4162753-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesangstechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Genre der traditionellen Musik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Akustische Telegrafie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Immaterielles Kulturerbe (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Repräsentatives immaterielles Kulturerbe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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